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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-10-04"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 271</biblScope>
          <date when="1918-10-04">1918-10-04</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Rene feindliche Angriffe Sei Roeselare, St. Quentin «nd in der Champagne blutig ge­ scheitert. — Die Ereigniffe in Bulgarien. Prinz Max van Baden Reichskanzler.</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Der Beels« Sers«. ' 1 WTB. Berlin, den 3. Oktober, mittags!. ■so-foeS Hauptquartier: KeHIicher KrlrzSßV«« Deere-smtptze des GeneralfclvmarschaNS Sr^Mfrina Rnpprrchk vv» «atzert ! \ i und HeereMrupjpe des Generalobersten d. Böhn. In Flandern wurden feindliche Angriffe nördlich von Staden, nordwestlich von R!oeselare abgewiesen. Wir machten hierbei etwa 200 Gefangene. Ebenso scheiterten aM Abend Teilangrisfe des Gegners beiderseits der Straße APern—Menin. Armentieres und Lens wur­ den in der Nacht von» 1. und!2. Oktober kampf­ los geräumt. Wir bezogen rückwärtige Stel­ lungen östliche dieser beiden Städte. Ter Feind ist im Lause des Tages, teilweise nach starker Artillerievorbereitung, auf verlassene Stellun­ gen über die Linie Fleurbaix—La Bassee— ^Hulluch gefolgt. Vor Calmbrai ruhiger Tag. Teilangrisfe des Gegners aus der Scheldenie­ derung bei und südöstlich! von Rumillh würden abgewiesen. Stärkere Angriffe und Vorstöße gegen unsere neuen Linien nördlich- und südlich von St. Quentin scheiterten. | ' Heeresgruppe des deutsche« Kronprinzen. Südöstlich von Anizy-le-Chateau und nörd­ lich von Main schlugen wir Teilangriffe des Gegners ab. Schleswig-Holsteinische Regimen­ ter verteidigten ihre Stellungen aus dem Rücken des Chemin des Tames gegen starke feindliche Angriffe. VorfeldKmPfe vor unseren neuen Linien nordwestlich! von Reims. Ter Feind stand hier am Abend in Linie Chaudarde—Cormicy und dicht vor dem Aisnekanal. 1 Zn der Champagne fetzte der Franzose ntft starken Kräften seine Angrifse östlich- derSuippes gegen St. Marie a Ph sowie zwischen SoMtrte PH und Monthois fort. Oertliche Ein­ bruchstellen südlich von Orseuil wurden in Ge­ genstößen verkleinert. Aus der übrigen Front sind die Angriffe vor unseren Linien gescheirert. Auch beiderseits der Aisns und in den Argvnnen blieben Teilangrisfe des Feindes ohne Erfolg. - * i 2. SsurralquartiermeM^ Sndetdorff. WTB. Berlin, 3. Oktober. Amtlicher Abendbericht: I ( | Heftige Angriffe des Feindes nordwestlich! von Roeselare und auf breiter Front nördlich! von St. Quentin und in der Champagne sind unter schweren Verlusten für den Feind gescheitert. , i ! i i : Jeder Taler ist ein Rekrut. Oie Z^cichsbank lehre ihn gegen den Feind * marschieren. Darum zeichnet! 9er östktt.-llllg. Ser!«. WTB. Wien, den 3. Oktober, mittags. Amtlich wird gemeldet: Am Nordhang des Monte Tomba erfolg-, reiche Vorfeld Umpfe. j In Albanien nahmen wir, durch- die Er­ eignisse an der bulgarischen Front genötigt, unsere Divisionen zurück; Bera.t gelangte hier­ durch- kampflos in Feindeshandd. ! Ter Chef des GSeneralstabes.</p>
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          <p>Ans Bnikisarien, i "Daily Chronicle" sagt, daß, die Temobilisierung der bulgarischen Armee und die Uebergabe der Eisenbahnlinien den Alliierten viel Zeit kosten werde, mindestens zwei Monate, bevor es zu einer neuen Front an der Donau kommen könne. In diesem Falle würden sich die Mittelmächte in keiner anderen Lage befin­ den als während der ersten "14 Monate des Krieges. Mithin müßten die Alliierten sich, darüber klar sein, daß das, was geschehen sei, in keiner Hinsicht die endgiltige Niederlage der Teutschen und Oesterreicher bedeute. Tie bulgarische Niederlage hätte den Alliierten nur $ neue Möglichkeiten eröffnet, von deren rich­ tigem Gebrauch, der Erfolg erst abhänge. Tie Ereignisse im Bulgarien. 1 WTB. Bukarest, 2. Oktober. Ueber die Ereignisse "in Bulgarien schreibt das Regier­ ungsblatt "Steagül" unter der Ueber sch risy,T-ev ' Zwischenfall Malinow": Tie tiefliegenden Ur{ fachen dieses Zwischenfalles sind noch ein Ge, heimnis. Tie Ermüdung allein kann den von ' Malinow ohne Zustimmung des Königs gemach­ ten Schritt nicht rechtferkigeu. Tie Raschheit, Mit der die österreichisch-deutschen Kräfte in , Sofia einmarschierten und an die Front rück1 ten. ist ein BewüU dich tzM zp deu^alMMn Am Balkan. I Kreisen von Wien und Berlin schon lange | den Verpacht hegte, daß sich in Bulgarien | zweifelhafte Dinge zutrügen. Tie gestern er­ öffnete und gleich, darauf wieder geschlossene Sobranje konnte keinerlei politischen Finger­ zeig über die tatsächliche Lage in Bulgarien ger­ ben. Wir wissen nur so viel, daß die Generale Sawoff und Schekoff, der frühere und der gegenwärtige Generalissimus der bulgarischen Armee, den Vorschlag des Waffenstillstandes Mißbilligten und erklärten, daß sie an der Seite der Mittelmächte k-ämpsen würden. Tie Bul­ garen werden stch jetzt an das Sprichwort er­ innern müssen, daß, es nicht gut ist, sich zwi­ schen zwei Stichle zu setzen. Die Bulgaren wissen heute, daß man von ihnen verlangt, ihr Land solle zum Kriegsschauplatz werden.</p>
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          <p>Zur Friedensnote. Noch keine Antwort des Papstes aus die Bnriannote. WTB. Wien, 3. Oktober. Tie "Reichs­ post" erfährt gegenüber der Blättermeldung aus Lugano, wonach' eine Antwort des Papstes auf die Note des Grasen Burian in Wien eingetroffen sei, daß hier nichts davon be! kan nt ist.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Kriegspreise in Italien. Lugano 1 Oktober. Aus der italienljchm Soztaltstenpresie ergibt sich eine Verteuerung von 1914 auf 1918 bei Steinkohlen der Zentner von 1,75 Lire auf 75,—Lire, " Speck das Kilogramm " 1,80 " " 20, — " " ® u ^ cr ii ii 2,40 " " 12, — " ,, Salame " " " 1,80 " " 25,— " " R ndfleisch " " " 2,- " " i2,- ;; " Pse-defl-isch " " " -,80 " " 8,— " ii Äohne» " " " ,30 " " 2, — " " Huhn- r» das Stück etwa " 2,50 " " 20, — " " Schuhen von etwa " 15,— " " 60, — " " einem Herrenanzug von etwa 60,— " " 300, — " I Medizinalwaren erreichen unbegrenzte Phantasiepreise.</p>
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          <p>Gesetz, betreffend Stellvertretung des Reichs­ kanzlers, keine Anwendung zu finden habe. Bis zur Erledigung dieser Novelle werden die Abgeordneten die 'Staatssekretariate kommissa­ risch verwalten. * Prinz Max von Baden ist zum Reichskanz­ ler ernannt. Er hat sein Ministerium ledig­ lich, aus den Mehrheitsparteien gebildet unter Ausschaltung der Nationalliberalen und Kon­ servativen. Es ist also ein rein parlamentari­ sches Regime der Reichstagsmehrheit, öhneRücksicht aus di: breiten gßofen des poetisch anders­ denkenden Volkes. Die Einigung des Volkes wäre zwar unserer Ansicht nach besser durch ein Koalitionsministerium durchgeführt worden, an dem Vertreter aller Parteien und aller Bevöl­ kerungsschichten verantwortungsvollen Anteil genommen hätten. Nun, die Reichstagsmehr­ heit har es besser gewußt. Sie will allein re­ gieren, allein das Geschick des Reiches lenken. Möge es ihr gelingen. Wenn heute als Haupt­ ziel die Erreichung eines ehrenvollen Friedens angegeben wird, so ist dies ein Spiel mit Mor­ ren. Welche Partei und welcher deutsche Mann würde nicht bereit sein, mit allen Kräften an diesem Werke mitzuarbeiten. Ob dies da­ durch geschehen kann, daß man dem kaltlächelnd zuschauenden Wilson und ^unseren anderenFeinden Stück um Stück unserer ureigensten Rechte zuwirst, muh ersr die Zeit lehren. Es möchte einem unparteiisch zusehenden aber schon bebiinten, daß nun bald genug des "Guten" getan sei. Uns hätte bedünkt, daß, in dem Ernst der Stunde eine Regierung der nationalen Vertei­ digung den Feinden erheblich mehr Achtung und Furcht eingeflößt hätte, als die gegenwär­ tige Lösung.</p>
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          <p>Abschuh von 20 bis 30 Tanks melden. Bei den ‘ Kämpfen um den Montrebean hat sich, wie schon, vorher ein aus den Vimy-Kämpsen berühmtes . badisches Regiment ausgezechnet, an anderen " Stellen immer wieder preußische Garde, Bah| em, Hessen und andere Landsmannschaften^ Beiderseits der Straße Cierge—Romagne hat der Vorstoß eines Sttatzbnrger und eines Colmarer Regiments nach selbständigem Entschluß und unter persönlicher Führung ihres Divi­ sionskommandeurs die Amerikaner in voller Wucht getoorfen. ( Die Verluste des Feindes waren schon am ersten Tage sehr schwer, sodah.sie erkannten, daß sie ihr Angriffsziel nicht erreichen wür­ den. Inzwischen hat'die amerikanische Füh­ rung einen Teil ihrer Divisionen, darunter die beiden, die sich "eiserne Stoh.division" und "Gene.ral Pershings Lieblingsdivision" nennen, mit frischen Verbänden au hüllen, bezw. ab­ lösen und in den Angriff sehr viel größere Kräfte hineinstecken müssen, als sie anfänglich beabsichtigt hatte. Die amerikanischen Gefan­ genen behaupten, zu wissen, dah bas Endziel der amerikanischen Offensive die Wegnahme von Metz sein sollte, welches aus Mr. Wilsons Weihnachtstisch gelegt werden sollte, eine Ab­ sicht, die sich nicht werde verwirklichen lassen, wenn die Kämpfe weitex Jfo große Verluste kosten. Indessen ist damit zu rechnen, dah die Amerikaner ihre Angriffe wieder aufnehmen werden, sobald sie die nötigen neuen Truppen herangeführt haben. ' (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, 2. Oktober 1918. MnberechtigLer Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Kampfe am westlichen Maasufer und in den Argonnen. Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. Gr. Hauptquartier, 1. Oktober. Ter gestrige Tag, den ich bei den zwischen Maas und Argonnen in den' Kamps eingesetzten Truppen zugebracht habe, verlies infolge der Verluste iittb Erschöpfung des Feindes an der dortigen Front ruhig. Führer und Truppe sind voller ^Zuversicht und über den bisherigen Verlaus der Kämpfe befriedigt. Eine andere Stimme habe ich nirgends gehört. Ter Feind hat mir großer, stellenweise vier- bis fünf­ facher llebermacht unsere Linie zurückzudrücken vermocht und dabei Gelände gewonnen, um dessen Besitz er sich in den vier vergangenen Zähren monatelang vergeblich die Köpfe blutig angerannt hat. Wir haben ihm Strecken über­ lassen, die wir früher unter anderen Umstän­ den zäh verteidigt hätten und wo wir ihm auch, jetzt den Eintritt noch lange oder bei entsprechendem Krästeeinsatz dauernd hätten verwehren können. Für uns kommt es aber jetzt daraus an, daß, der Feind unter möglichst gro­ ßen Opfern erfährt, daß es ihm unmöglich ist, uns zu vernichten. Für die Entscheidung müs­ sen wir nach jeder Möglichkeit Kräfte sparen. Ter Besitz der westen feindlichen GelÄndegebiete ermöglicht uns eine ausweichende Kampf­ art, die den Feind zu sehr schweren Einbußen an Menschen und Material zwingt und so seine Ueberzahl einigermaßen ausgleicht. Das sann die kämpfende Truppe, die nach jedem Schlachttage die eigenen Bestände und die vom Feind in dem ihm eingeräumten Gebiete be­ lassenen Toten sehen und auszählen kann, am besten beurteilen. Daher drückt die Rückverle­ gung unserer Kampflinien nicht auf die Stim­ mung der Truppe, und die Aufgabe von ihr früher ohne Wanken gehaltenen Geländestücke wirkt aus sie anders, als auf den Fernstehenden, der Sieg und Fortschritt nur nach Vormarschkilometern benutzt. Für die gegenwärtigeFrontstiMmung ist, das darf man vielleicht beson­ ders hervorheben, nichts bezeichnender, als dah sich unser Soldat das Bewußtsein der vollen Ueberlegenheit sowohl über den französischen | wie über den amerikanischen Soldaten . be$ wahrt hat. Kopshängen steht man nicht, tzxotzdem die Kämpfe sehr schrver find. Tiesewen Truppen stehen teilweise seit dem Beginne des Angriffes im Kampfe in vorderer Linre. Ohne Dach noch Decke liegen sie ununterbrochen in nassen Gräben mrd Erdlöchern in beständigem Kampfe. Die beiden ersten Tage war es an vielen Stellen auch unmöglich, warmes Essen heranzubringen. Di^etben Schwierigkeiten be­ stehen für den Feind, der auch schwer unter Stäjse und Regen leidet. Jedoch erlaubt diesem seine Menschenüberzahl viel Müßigere Ablö­ sungen. Wie gut bch alledem der Geist unserer Truppe bleibt, das beweisen am schlagendsten die Ersätze der (Gegenangriffe, welche durch­ weg von den feit Beginn der Schlacht am Kampfe und an der wiederholten Linienzurücknahme beteiligten Regimentern ausgeführt wor­ den sind. ' i j Ueber den Verlauf der bisherigen Kämpfe ‘ist nöch Kotzendes nachzutragen: Der Feind hatte sowohl beiderseits der Waas wie "in der Khamtzagne [eine Angrifssabsichten mit ver­ schiedenen Mitteln zu verschleiern versucht, u. a. dadurch, dah er die alten Stellungsdioisionen bis zuletzt breit ausgerichtet in der vorder­ sten Front lieh und ihnen keinen Urlaub in das Hintergelände gab, sodah die aus den Erkun­ dungsgängen eingebrachten Gefangenen selbst nicht wuWen, was hinter ihnen vorging. Erst in letzter Stunde schob er die Angrisfsdivisionen bei 9|ad)t nach vorn. Einzelne Gefangene ha­ ben ausgesagt, dah sie in Lastauwmobilen ahnungslos von fernen Frontstellen cherangefahreu, ausgeladen und sofort zum Angriff vorgeführt worden sind. [ 1 Tie Ziele des Angriffes sind sehr weit ge­ steckt. In der Champagne sollte Challerange am ersten Tage, Vouziers am zweiten erreicht werden. Destlich der Argonnen sollten die Amerikaner soweit vordringen, dah sich am Abend des Angrisfstages Franzosen und Ame­ rikaner nörrdlich der Argonnen die Hand rei­ chen formten« und damit dieses ganze Waldgebir­ ge samt atller Besatzung und Kampfmaterial abgeknöpft war. Ganz übereinstimmend war bei allen Amerikanern der Glaube verbreitet, die Wirkung des Vorbereitungsseuers, das an j den Argonnen durch fürchterliche Minenspren­ gungen an der alten Wetterecke von Vauquois begleitet war, werde den deutschen Widerstand so auslöschen, dah die ersten fünf Kilometer 'ein Spaziergang sein würden. Dieses leichtferttge Schlagwort kehrt immer wieder. Die Amerikaner haben kaltblütig angegriffen, so be­ zeugen ihnen unsere Soldaten. Allerdings ist ihr Vorwärtsgehen sehr an den Schutz der Tanks gebunden, deren sie eine auherordentltche Anzahl ziemlich kleinernder höchst flinker Kau­ art bereitgestellt Hattetz. Für die Verwendung der Tanks war Pas von zahllosen Schluchten und Wiesenschlenken durchschnittene Gelände sehr günstig. Es ermöglichte den Panzerwagen die ungesehene Annäherung. Dabei muhte eine große Anzahl von Feldgeschützen besonders für die Tankabwehr perivendet werden und dieser die Hauptausmerksamkeit zuwenden. Daher er­ litten an den beiden ersten Kampftagen die Amerikaner schwerere Verluste durch unser Ma­ schinengewehr- als durch unser Artilleriefeuer; welches sie indessen vom dritten Tage ab in 1 verheerender Wirksamkeit kennen lernten. In den Argonnen ftieh der Angreifer auf Württembergische Landwehr, die sich du,rch nichts verblüffen sieh, auch bricht durch massenhafte Tanks. Diese älteren, meist fett vier ^Fahren im Felde stehenden Männer haben sich wie die Löwen geschlagen und sind nur guf, Befehl zurückgegangen und haben bei den Gegenstößen einen Angriffsgeist bewiesen, der jeder Truppe vorbildlich sein kann. Die Amerikaner hatten sch den Kamps im Tank als "guten Sport" vorgestellt und aus diese Panzerwagen, deren sie allein im Aireabschnitt dreihundert in den Kampf geführt haben, die gröhlen Hoffnungen gefeit. Indessen haben Infanteristen im Wett­ bewerb mit der Artillerie ehren "guten Sport" I daraus gemacht, Tanks mit Tankgewehren, Le­ tz gentineri und besonders mit zusammengeb all| ten Handgranaten zu erledigen, und einzelne £ Truppenteile konnten bisher jeden Tag "den</p>
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          <p>Allerlei. Ertränkt arrtzesmtsen wurde im Brunnen­ becken des NHMphenburgerkanals ein etwa 2 Wochen altes Mädchen.</p>
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          <p>und Torferzeugnisse ist der Beweis 'erbracht, daß wir mit unserer Bekleidung und Wäsche nie in Not geraten können. Die Ausstellung ist bis Samstag den 5. Oktober allgemeiner Besich­ tigung zugänglich. l &gt; sam'menarbeiten von vorneherein ausschließen. § Das Wahlrecht in allen Bundesstaaten muß sein: allgentein, gleich, geheim, unmittelbar und frei! Denn 'die politische Reise der Angehöri­ gen der einzelnen Staatswesen zeigt keine Ver­ schiedenheiten. Einheitliches, von gegenseiti­ gem! Vertrauen getragenes Wirken der obersten Heeresleitung und der Reichsleitung ist die Vorbedingung eines glücklichen Ausganges des Krieges. Die Bulgaren sind abgesallen. Uebermachtig an Menschenkrast und technischen Hilfsmitteln stürmt der Feind auf unsere hel­ denmütige Aront. In übermütigem Sieges­ taumel hat er wiederum die Pforte zur Ver­ ständigung krachend zugeschlagen. Änser Va­ terland soll zerstückelt werden, unser Volk soll politisch, und wirtschaftlich geknechtet werden. Das feste Band, das Kaiser und Volk um­ schließt, soll zerrissen werden. Es geht utri den Bestand des Reiches. Zu seinem Schutze wollen wir alle zusammenstehen. Aus dem großen Erlebnis des Krieges Muß Deutschland ebenso geschlossen hervorgehen, wie es hinein­ gegangen ist. Wir geloben: Ter letzte' Hauch gilt dem heiligen Verteidigungskrieg' für unser Vaterland. Tie ganze Welt gegen uns! Tie ganze deutsche Volkskrast gegen sie! Stark sein, ist das Gebot der Stunde! , Tie kgl. daher. Hos-Wäsche- nnd Betteinsabrik I. Erlenbach in Nürnberg konnte am 1. Oktober ds. Jrs. aus ihr 70jähriges Bestehen zurückblicken. Tie bei diesem Anlaß zur Aus­ gabe gelangende Erinnerungsschrist bringt u. a. einen sehr interessanten Artikel über "Ersatz­ gewebe in der Kriegs- und Friedenswirtschaft." Durch wesentliche Verbesserung in der Hen stellungsart ist es nunmehr gelungen, brauch­ bare weiche und elastische Papiergewebe zu er­ zeugen und damit die Vorurteile, die gegen die Verwendung von Ersatzstofferzeugnissen be­ standen haben mehr und mehr zu beseitigen. Tie Firma I. Erlenbach, besaßt sich seit Jahresfrist mit der Herstellung wirklich brauchbarer und er­ probter ErsatzgÄvebeerzeugnisse. Sie bringt in ihrer Rechen sch astsschrist in 12 Abteilungen das vollständige Verzeichnis der von ihr verfertig­ ten bezugscheinsveien Wäsche-, Gebrauchs- und Modeartikel, Vorhänge, Zimmereinrichtungen j usw. aus Ersatzgewebe. Dieselben rrerben aller Wahrscheinlichkeit nach, auch! bei Beendigung des Krieges, noch. lange Jahre hindurch Ver-, Wendung finden müssen. In der Uebergangszeit werden auch, die übrigen Ersatzstoffe der Allgemeinheit zugute kommen können. Um, die Gesamtbevölkerung jetzt schon damit ver­ traut zu mächen, hat die Firma I. Erlenbach in Nürnberg gegenwärtig in ihren Geschäfts­ räumen eine zweite interessante Ausstellung veranstaltet. An Hand von 2 Maschinenmo­ dellen wird der vollständige Werdegang der Nesselspinnerei vorgeführt. Durch eine große Anzahl der,oerfchiedensten Nesselfaser-Erzeug­ nisse, wie' Nähsaden, Stoffe, der Stapelfaser</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Pafsau, 3. Oktober. (In Sachen Bürger­ meistersrage) steht am K. Verwaltungsgerichts-, hos in München am Mittwoch den 9. Oftober vormittags Termin an. [ Passau, 1. Oktober. (Brand.) Am Sams-' tag nachjmittags brannten sämtliche Oekonomiegebäude des "Schwarzenbergerhofes", der zwischen Hals und OberilzMühle liegt und dem OekonoMen Johann Rpsenberger gehört, 'total nieder. Ein I2jähriger Bube,^der sich eine Tabakspfeife (!) anzündete, soll den Brand 'verursacht haben, i | , i ■ ;</p>
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          <p>tierendes Vermlögen. Bon diesem wieder sind 142 386.24 gDWf Wertpapiere und 283 608.59 Warf Hypotheken. ' | : —* Der Brand beitzil Bauern Stöhr in Obergang'Losen ist, wie die Ausräumungsarbei­ ten ergeben haben, auf Selbstentzündung der eingelagerten Waldstreu zurückzuführen. —* Liberale Vereinigung Lands­ hut u. U. Morgen Samstag abends Besprechiung der politischen Lage im Steingarten. —* Ein empfindlicher Temperat u rr ückgang ist in den letzten Tagen einge­ treten. In den letzten Nächten sank das Ther­ mometer bis hart an Null. Auch! Mährend des Tages herrschte eine bereits mehr als herbst­ liche Kühle, welche die WinterNeidung Heuer zu frühen und nicht wünschenswerten Ehren bringt. i —* Der Vi ktualien Markt war heute fast ausMießlich Mit Aepfeln und WaldschMckmmen bestellt. Doch ließ, auch die Obstzusuhr stark zu wünschen übrig. An Schwäm­ men war zwar eine stattliche Zufuhr borhanden, doch hatte die fleischlose Woche eine starke Nachfrage und damit die Festigkeit der Preise zur Folge. An Beeren und anderem Ibac das Angebot- nur schwach, auch der Kanjnchenmarkt war nur gering bestellt. i i ,</p>
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          <p>i Mit.besonderer Absicht hatte er diese letz­ ten Aeußerungen getan. Er beobachtete seine Mutter. 'Sie dachte nach — — sie wollte ihm schließlich etwas sagen doch mit keinem Mort kam er "ihr zu Hilfe. Die mußte selbst den Ansang finden! i "Erich, warum kfast du dem Oberförster, nicht gesagt, wer du eigentlich bist. Tann. hätte er sicher ein Einsehen gehabt!" bemerkte sie endlich zögernd. "Hätte das jetzt einen Zweck, Mutter? Nein. Mit solchen unklaren Verhältnissen kann und darf M)i nicht rechnen! — Es hängt von dir allein ab, wie unsere Stellung zum Gra­ sen Allsvörden sein soll — dem Legationsrat, Rüdiger Allwörden hast du es deutlich genug gezeigt, wie du denkst: daß, wir keine Gemein­ samkeit mit der Familie haben sollen. Wie kann ich da gegen andere darauf pochen?" Ein seines Rot. färbte ihr Gesicht, x "Erich, das war Rüdiger, der Mann, der das Unglück in mein Leben gebracht! Ten hasse ich." . L i "Und den Grasen Ottokar — .unsern Va­ ter?" 1 "Sie schwieg eine Weile, ehe sie Me ent* gegnete: i i » "Erich, er war ja euer 'Vater! Das habe ich — leide» — m« vergessen können! " Und als das Schreckliche über ihn hereinbrach, da, dachte ich, er hätte in dir und Lori, Ersatz für seine beiden ihm so jäh dahingerafften Kinder gefunden. Doch du wolltest ja nichts davon wissen! Um dich», mein Erich, würde ich ihm alles vergeben; wenn er dir den Weg zu deinem Glück ebnete sch könnte ihn so­ gar darum bitten." i i r ^___ Cr sprang aus. Das hatte er doch nicht erwartet. i "Mutter, ist das dein Ernst?" Sie nickte. ' : "Und wenn ich dich nun beim Wort halte — um Juttas willen?" 1 "Ich würde selbst gehen, für dich zu bit­ ten, falls du es wünschest! — Und Jutta soll für ihre Liebe zu dir belohnt werden. &gt;Dein Vater muß, dir — schon ihretwegen — eine dir zukommende Stellung einräumen! Diu bist dem lieben Mädchen "schuldig zu tun, was in deinen Kräften steht, damit ihr Opfer über­ flüssig wird." j. "Mutter, ich! danke dir für dieses Wort. Doch- sprich noch nicht zu ihr davon, ehe mW ' Klarheit Mischen uns gnd den AlllvÄrdens isttz- ' i ! 1 Er faßte die beiden Hände seiner Mutter 'und fa| tief und forschend in ihre Augen. "Mutter, und wenn ,tch, dir nun sage, daß unser Vater uns sucht, daß er deiner in Sehn­ sucht gedenkt. . ." I i Sie verbarg das Gesicht in ihren Händen und wandte sich ab. Ach, das wußte sie ja schon! Und dann legte Erich, den Brief, den ihm Rüdiger gegeben, vor sie hin. ( "Mutter, lies das hier," sagte er weich. In stiller Nacht las Frau Maria nochmals das Bekenntnis ihres Gatten, las von seiner &lt;Sebn fudjt und seiner nie versiegten Liebe. Und dkk Eisrinde ihres Herzens begann zu schmel­ zen — sie legte das Gesicht aus den Tisch und weinte bitterlich. Erich ging hinaus. Das mußte di» Mut­ te» mit sich' allein abstachen. . . Cr stand draußen und blickte hinauf na# dem Keinen Giebelfenster, das ein schwaches Licht zu ihm herabsandte. Und das schwach« Licht wurde ihm zu einer große» strahlenden Sonne, vor der er geblendet die Augen schlie­ ßen mußte. Sehnsüchtig streckt« er die Arm« aus. ' 1 1 (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Pilzvergiftungen werden hintangehalten durch Verbreitung von praktischer Pilzkunde und durch Pllzkurse. Der immer mehr fühlbare Mangel an Nahrungsmittel macht uns die volle Ausnützung der Pilze zur Pflicht. Unkenntnis fäßt Hunderte Kilo Nahrungsmittel in jedem einzelnem unseren Bezirke ungenützt und Unkenntnis bringt uns der Sommer hindurch eine Unzahl Pilzvergiftungen und Todesfälle. "Wie werde ich Pilzkenner V ist nur oft die Frage, die man sich selbst stellt. Darauf gibt die soeben im Verlag der L. V. Enders'schen K.-A in Leipzig, Königstraße 35/37 erschienene Schrift von Professor Dr. Heinrich Lohwag Auskunft. Sie führt uns volkstümlich gehalten den Weg, den wir einzuschlagen haben, um ein richtiger, Pilz­ kenner und -Sammler zu werden und führt den Titel: "Wie werde ich Pilzkenner?" Durch 40 Abbildungen unterstützt wird dieses Büchlein wertvoll. Ein alpha­ betisch geordnetes Verzeichnis der gebräuchlichen Fach­ ausdrücke mit beigesetzten Erklärungen wird wesentlich beitragen, dem Baren auch andere Pilzliteratur verständ­ lich zu machen. Bei der Bedeutung der Schwämme als Nahrungsmittel wird gewiß diese Schrift die Pilzsammeltätigkeit fördern und unterstützen. Der Preis derselben ist samt Buchhändlerausschlag 95 Pfg. gegen Voreinsendung von Mk. 1. —überall portofrei durch jede Buchhandlung oder den Verlag. Kriegswahnsin« und anderes von Jul. H. West (Basel, Ernst Finckh, Verlag, Preis 1 50. Der Verfasser —dänischer Ingenieur — hat drei Jahrzehnte in Deutschland gelebt und gewirkt und Vermischtes. durch seinen Beruf eine seltene Gelegenheit gehabt, das Volk in seinem Wesen und Wirken gründlich kennen zu lernen, so daß er heute zu den besten Kennern des Deutschtums gerechnet wird. Die vorliegende Broschüre enthält eine Reihe von Artikeln, die er während der letzten Monate von Zürich und Kopenhagen aus in dänischen und schwedischen Zeitungen veröffentlicht hat. Das klar erkennbare Ziel seiner Artikeln ist, die Neutralen davor zu bewahren, durch die Vorliebe , für die Entente— Völker sich verleiten zu lassen, .falschen Darstellungen der Tatsachen blind zu glauben und so dahin zu kommen, die tatsächlichen Geschehnisse dieses Krieges falsch aufzufassen, denn das würde leicht den Jrrgeführten ernst? Nachteile und bittere Enttäusch­ ungen bringen, wenn der Krieg andersauSgeht, als es ihren Wünschen und Gefühlen enspricht. Dem Verfasser als weit gereisten Mann, fehlt jegliche Ab­ neigung gegen die Völker, mit denen Deutschland Krieg führt. Er bekämpft nicht die Kriegsgegner Deutschlands, sondern die Unwahrheit und Entstellung. Daher verdienen seine Ausführungen Gehör bei den Neutralem; sie sind bestimmt, deren Interessen zu dienen. Die ungewöhnlich frische und lebendige Sprache, kurz, klar und sachlich, sichert dem Verfasser einen großen Lesergreis; er versteht es wie wenige, ernste und schwerwiegende Fragen in leichtem Wanderten zu behandeln Winke für gesunde und sparsame Ernährung von Dr. Schiltz. Verkaufspreis 30 Pfg. Das kleine Werk ist trotz seines einfachen Gewandes das Ergebnis sorglich durchdachten Schaffens und gewissenhaftester Prüfung gegebener Verhältnisse und Umstände getragen von dem Wunsche, nicht zu blenden, sondern der Allgemeinheit wahrhaft zu nützen. « Vom Eduard Engel, dem Verfasser der so ungewöhnlich erfolgreichen drei "Deutsche Stilkunst, Sprich Deutsch ! Entwelschung" erscheint als Krönung und Abschlußwerk dieser Reihe: .Gutes Drusch, Ein Führer durch Falsch und richtig" (Hesse u. Becker. Leipzig). 384 Leiten. Preis Mk 4.—. Wir haben eine beträchtliche Zahl von Wegweisern zu richtigem Deutsch: aber es läßt sich nicht leugnen, daß sie alle auch die besten, an zwei Gebrechen kranken; sie rühren sämtlich von Sprachmeistern her, nicht von selbändi-gen Schriftstellern mit erprobten Geschmack; und sie alle sprrechen zu ihren Lesern in dem nur zu aut bekanntern überhebungsvollen Schelteton des unfehlbar ren SpprachbüttelS, der in jeder Abweichung von seinem Geschmack, feiner Auffassung, seiner Kenntnis der guten Sprache eine mit groben Worten zu rügende "Sprachdummheit" erblickt. Eduart Engel, einer noch immer wachsenden Lesergemeinde bekannt-, ja lieb geworden durch eine Reihe hervorragender Arbeit teil über deutsche Literatur und Sprache, schlägt er seinem neuen Buche "Gutes Deutsch" einen völlig andern Weg der Behandlung streitiger Nachfragen ein. Menscheualter und Lebensverlängerung. Der Wunsch nach einem langen Leben ist der Mensch­ heit tief eingewurzelt, und dieses Verlangen ist stets verstärkt worden durch die seltenen Fälle, in denen Menschen ein Jahrhundert und darüber sich ihres Daseins erfreuten. Es war verhältnismäßig leicht, lange Verzeichnisse von 100—und 110 jährigen Persosonen aufzustellen; auch einige Dutzend 130 —140 jähriger sind bekannt. Wilhelm Pieper hat einmal die ältesten Leute des Menschengeschlechts, deren Alter einwandfreierwiesenist—von den sagenhaften Methu­ salems natürlich abgesehen—zusammengestellt. So erreichte der englische Bauer Thomas Parre zur Zeit König Karls. I. das erstaunliche Alter von 152 Jahren und 9 Monaten; er heiratete im 121. Jahre zum dritten Mal und starb schließlich an einer Verdauungs­ störung, die der berühmte Physiologe Haivey festge­ stellte. Nicht minder merkwürdig ist der Engländer Jekins, der 157 Jahre alt wurde. Er erschien zum Erstenmal mit 17 Jahren vor Gericht und wurde 140 Jahre später zum letzten Mat vondem Richter vereidigt. Der Däne Frankenberg wurde 146 Fahre. Natürlich hat man solche alten Leute ausgefragt, um hinter das Geheimnis ihres langen Lebens zu kommen. Aber auch die sorgfältigsten Zusammenstellungen ihrer Aeußerungen ergeben kein einheitliches Prinzip. Während die Verfasser berühmter Anleitungen zur Lebensoerlängreung, wie Baco von Verulano in seiner Abhandlung von Leben nnd Tod und Hnfeland in seiner "Kunst, das menschliche Leben zu verlängern" vorallem Mäßigung und Mäßigkeit predigen, haben sich die sehr altgewordenen Leute daran nicht immer gehalten. Der 112 jährige Mütelstädt erklärte, daß er sich nie etwas versagt habe; der 110 jährige Baron Longueville verheiratete sich zehnmal und wurde in seinem 101. Jahre noch Vater; der 104 jährige Baron Baravachno |be Capellis heiratete im 14. Jahr zum ersten und im 84 Jahr zum vierten Mal. Der 103 jährige Stender war ein leidenschaftlicher Raucher. Aus diesen nicht zubezweifelnden Nachrichten geht hervor, daß ein natürliches allgemein geltendes Mittel zur Lebensverlängerung nicht gegeben werden kann. Deshalb hat sich der Wunsch der Menschheit stets an Aberglauben und Wunder geklammert, iwan suchte nach dem "Stein der Weisen", der Unsterblichkeit verleiht, nach dem .Lebensselexn", der "Großen Panacoe", und Schwindler, rwie der Graf Saint—Germain, Caglioftro u. s., machten sich das zunutze. St. Germaln behauptete, durch seinen lebeusverlängernden Tee 350 att geworden zu sein. Auch gewisse Arzneien wucden als Mittel zur Lebensverlängerung angepriesen, so der Weingeist der dieser angeblichen Wirkung seinen. Namen "Apua vitae", d. h. Wasser des Lebens, verdankt. Ebenso empfahl man kleine Mengen ©alpet in England, bis man die gegenteiligen Uebel und Folgen erkannte Aerzte glaubten durch das Allheilmittel des Aderlasses ein hohes Alter herbeiführen zu können, andere wieder machten zu diesem Zwecke Transfufionsversuche, indem sie das Blut von jungen gesunden Tieren in die Adern alter Menschen leiteten. Eine Zeitlang galt das täglich zu wiederholende Umgraben frischer Erde für lebensverlängernd. Manche ließen sich nach dem Aufwachen frische Erde vor das Gesicht halten und sogen den HummuSduft ein. Seit dem Altertum wird Ambra als Mittel zur Lebensoerlängerung genannt. Ein merkwürdiges Verfahren bestand darin, sich von Kindern anhauchen zu lassen oder sogar kleine Kinder und Tiere auf schmerzhafte Stellen aufzulegen, um den verjüngenden ,Lebenshauch" zu empfangen.</p>
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          <p>Sitzung des Stadtmagistrats Landshut. Vorsitzender: Bürgermeister Dr. H e r t e r ich. ^Freitag, den 27. September. Ein Dankschreiben der Frau Ober­ lehrerswitwe Denk für die Anteilnahme der Kollegien aus Anlaßt des Hinscheidens des Hrn. Oberlehrers Denk wird zur Kenntnis genom­ men. l , Für die Beschaffung von Gas­ messern hatte die Lichtwerkdirektion 6000 Mark verlangt. Der Betrag sollte als Anleheg, bei der Sparkasse aufgenommen, mit 5 Prozent verzinst und mit 600 Mark jährlich in 10 Jahren getilgt werden. Das Gemeindekollegi­ um genehmigte zwar die Summe, verlangte aber, daß diese aus den Erübrigungen des Wer­ kes genommen werde. Der Magistrat schließt sich diesem Beschlusse an. r Ein Baugesuch des Herrn 'Schreiner­ meisters ,Schmid, Kirchgasse 234, zur Vornahme innerer Umbauten wird genehmigt. "' Ein Baugesuch des Sagewerksbesitzers Herrn Harlander, Regensburperstr. 30, zur Her­ stellung eines Stallgebäudes mit Wagenremise, das vor 2 Jahren genehmigt wurde, jedoch nicht zur Ausführung gelangte, wird nach Fest­ stellung unveränderter Verhältnisse ohne Er­ innerung belassen.</p>
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          <p>Niederbayer. Schwurgericht Straubing, 2. Okt. Der verh. frühere Postbote Lorenz Brachmeier von REisbach, 48 Jahre alt, nun Strafgefangener im Zuchthaus Straubing, hatte sich wegen Meineids zu verantworten. Ter Postbote Weber von Reisbach! hatte mehrere Postpackete sich angeeignet und wurde er wegen fortgesetzter Unterschlagung am 22. Januar hr. Jrs. von der Ärafkammer des Landgerichts Straubing zu OMonatiger Gefäng­ nisstrafe verurteilt. In dieser Verhandlung gab Lorenz Brachmeier zeugeneidlich an, daß er Mit den aus einem 'Postpacket entwendeten 6 Paar Schuhen nichts zu tun gehabt habe. Wegen dieser Schuhe war nämlich auch Weber des Diebstahls beschuldigt gewesen, aber tjietoon freigesprochen worden. Diese Schuhe hatte man gelegentlich einer Haussuchung bei Brachmeier gefunden und suchte dieser allerlei Ausreden, um! diesen Diebstahl von sich! abzuwälzen, ja er versuchte sogar zwei Zeugen zu bestimmen, daß sie wegen dieser Schuhe zu'seinen Gunsten bei Gericht die Unwahrheit beschwören sollten, was ihm aber nicht gelang. Auch hatte er ein Fahr­ rad entwendet und in der Folge wurde er am 28. Juni 7&gt;r. Jrs. von der Strafkammer in Landshut wegen 2 Vergehen des Diebstahls, und zwei Verbrechen der unternommenen Mein­ eidsverleitung zur Zuchthausstrafe von I Jahr 9 Monaten verurtellt, wobei ihm 3 Monate der Untersuchungshaft angerechnet . wurden. Heute hatte er , sich wegen seines aM 22. Febr. hr. Jrs. in der Verhandlung gegen Weber ge­ leisteten Meineids zu verantworten und wur­ de er denn auch hiewegen unter Anwendung des Milderungsgrundes nach Paragraph 157 Abs. 1 des Reichssttasgesetzbuches zur ^Gefäng­ nisstrafe von 1 Jahr verurteilt, welche ©träfe mit der von 1 Jahr 9 Monaten zur Gesamt­ zuchthausstrafe von 2 Jahren 2 Monaten zu­ sammengefaßt wurde. i Der 26 Jahre alte leb. Büchssenmacher Otto Sägeßer von Whnau in der Schhweiz stieß stich! beigehen, an euSin Mädchen tmit Gewalt "unzüchtige Handlungen vorzunehmenir. stlnter Ausschluß der Oeffenttzchkeit totycbe er zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, woramf 5 Mo­ nate angerechnet wurden. I r ''</p>
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          <p>Prinz Max tom Baden Reichskanzler. • Berlin, 3. Oktober. Prinz Max von Baden ist heute zum Reichskanzler und zum preußischen Minister der auswärttgen Angele­ genheiten ernannt worden. Er wird am Sams­ tag den 5. Oktober in der für 1 Uhr nachmit­ tags anberaumten Vollsitzung des Reichstages sein Regierungsprvgramm entwickeln. Zu Staatssekretären ohne Portefeuille sind die Reichstagsabgeordneten Groeber und Scheide­ mann bestimmt. Der "Staatssekretär des In­ nern Wallraf hat seinen Abschied erbeten. Sein Nachfolger wird ein Zentrumsabgeordneter! werden. An die Spitze eines durch! Abttennung vom Reichswirtschastsamt neu zu gründendem Reichsarbeitsamtes soll der 2 .Vorsitzende der Generalkommission der Gewerkschaften Reichs­ tagsabgeordneter Bauer treten. Die Frage, yb ein born Auswärtigen Amt unabhängiges Reichspresseamt unter einem wetteren Staats­ sekretär aus dem Parlament errichtet werden wird, ist noch in Behandlung. Die Ernennung » mehrerer Unterstaatssekretäre aus der Volks- J Vormittags Vertretung steht bevor. Ueber die Wahl der I Persönlichkeiten sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Das preußische Handels­ ministerium wird an Stelle des ausscheidenden Staatsministers Sydvw der Reichstagsabgeord­ nete Fischbeck übernehmen. Me Vermählung des Kroupriuze» RuPp recht. München, 3. Oktober. Wie die "M. N: N." melden, findet die Vermählung des Kron­ prinzen Rupprecht von Bayern mit Prinzessin Antonie von Luxemburg voraussichtlich Mitte November statt. Letzte Posten. Ministe» ton, Dandl in Berlin. , ; Münch en, 3. Oktober. (C. H:) Prinz Max von Baden hat gestern den in Berlin weilenden Staatsminister von Dandl empfan­ gen. Mo Grippe tu Italien. s ' Bern, 3. Oktober. Nach, den italienischen Glättern scheint die Grippe in Italien noch! immer zuzunehmen. In Mailand allein starben am 1. Oktober an der Grippe 66 Personen. Damaskus genomme«. London, 2. Okwber. (Reuter. — Palästinabertcht.) Bei der Einnahme von Damas­ kus wurden 7000 Gefangene gemacht. 1</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. 1S Gegen Rssservemarke B sann von Matt­ tag, ven 7. Oktober, mit Dienstag, den 15. Oktober, e « Wes Pfund Wedel pro Person um den Preis von 20 Pfennig bei der Firma Mar Kohlndorfers Rachs., Firma Alois Kohlndorstk v. Firma Karl Wktth, 3nh. H. Däuser abgegeben werden. SDüten und dergleichen zum Verpacken der Waren wären mitzubringen. Lands Hut, de« 3. Oktober 1918. Stadtmagistrat Landshat. Dr. Herterich. 2737</p>
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          <p>Stellv. Generalkommando 1. Bayer. Armeekorps. Bekanntmachung. Am 14. September 1918 ist eine Bekannt­ machung Nr. &lt;8/1. 5. 18. fl. R A. betreffend: Höchstpreise v. feuerfesten MaleriaUrn tKiiika-n.Chamottr-Strine sow. Mörtel) in straft getreten. Die Bekanntmachung ist öffentlich angeschlagen mtb kapu bet Distriktsverwaltungr - Behörden und Stadtmagtstraten, sowie bei Handels- und Handwerks­ kammer» eingesehen werden. München, den 17. September 1918. Der Kommandierende General: v. Martini. 2730</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Tic englische« Wahle« und der Friede. "Evening- Standard" schreibt, daß in näch­ ster Zukunst kaum P-rlaMentswahlen abgehal­ ten werden, dürften. Di» Wahlen würden viel­ mehr hinausgeschoben, weil Mm mit der Mög­ lichkeit rechne, daß bald allgemeine FriedensVerhandlungen eingeleitet würden.</p>
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          <p>Stadttheater. Erstaufführung: "Das Extemporale". Ein Lustspiel in 3 Men von Hans Sturm und Moritz Färber. — Eine lustige Schnurre, nicht ohne Tragikomik aus dem pädagogischen Leben mit bühnen sicherem Blicke führen uns die bei­ den Autoren in ihrem neuesten Stücke vor. gilt Gymnasialproseffor geriet Mit einer seinen Schü­ lern diktierten Latein-Steggreisarbeiet durch das Eingreifen seiner mitfühlenden Tochter, einer frech d ach sigen zu den tollsten Streichen geneigten Pensionatsrange, die ihren verwit­ weten Paps bemuttert und wieder unter die Haube bringen will, rn die ärgsten Schwuli­ täten. Das Teuselsmädel besitzt aber das Ehrge­ fühl, den in die Enge getriebenen Vater wie­ der aus den fatalen Situationen 'herauszu­ hauen u. ist froh, den gordischen Knoten zur all­ gemeinen Befriedigung zu entknüpsen. Wenn auch die Lösung des Konfliktes schon beim ersten Aktschlüsse zu entnahmen ist, so verstanden die Verfasser trotzdem noch weitere zwei Akte mit reichlich komischen Einfällen weiterzuspinnen und das Interesse des Publikums "fite die han­ delnden Personen bis zum Schlüsse wach zu hal­ ten. Die einzelnen Figuren mit ihren Arten und Unarten sind samt und sonders treffend gezeichnet und mit unterhaltendem Dialoge aus­ gestattet, Vorzüge die der Komödie einen vollen Lachersolg sicherten. Mit der Wiedergabe durch das hiesige Schauspielpersonal am letzten Diens­ tag konnte man sich! zum großen Teile befrie­ digen, diese und jene Darstellung verdient so­ gar ein Speziallob. Frl. Fernandez zeigte mit Professors Lotte erneut ihre Begabung für das Fachi der Naiven. Ihr natürliches munteres Spiel, die Sicherheit, im Notfalls auchl zu improvisieren, beweisen angeborenes schauspielerisches Talent. Großes Vergnügen und viel Lachgelegenheit verschaffte der dra­ stisch gekennzeichnete Rektor Dr. Jedemias des Herrn Sadik, der mit Frl. Fernandez wohl' das Beste des Abends bot. Unwillkürlich dachte , ich an den Flachsmann, de« kn ihm sicher auch einen ausgezeichneten Vertreter finden dürste. Auch Herrn Weigels pedantischer, doch gutmüti­ ger Professor Enderle trug sehr zur Belusti­ gung bei, nicht minder der einfältige Penäler Huckebein Hoffmann des Herrn Elemente und der trinkselige Pedell des Herrn Dr. Quedenseldt. Als kuragierter Debütant erschien der Untertertianer Wagner des Herrn Ouedenseldt tun. Diesmal etwas des Guten zuviel an Ko­ mik, doch sonst recht brav gab Frl. Kipper die dralle Aufwarteftau, während Frl. Beck für die Salondame (Frau Hvffnnmn-Mrlzer) innerlich wie äußerlich wenig in die Wagschale zu werfen hatte. Herrn Dr. Quedenseldts Regie gebührt reger Anteil am Erfolge. Das mäßig besetzte Hans belachte die drolligen Vorgänge auf der Salondame (Frau Hoffmann-Salzer) innerlich wie äußerlich wenig in die Wagschale zu werfen hatte. Herrn Dr. Quedenfeldts Regie gebührt reger Anteil am Erfolge. Das mäßig besetzte Haus belachte die drolligen Vorgänge auf der Bühne herzlich und verlleh seiner Befriedigung ' sowohl aus offener Szene als nach den Akt­ schlüssen durch reichen Applaus Ausdruck. ! Hg.</p>
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