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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-10-07"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 274</biblScope>
          <date when="1918-10-07">1918-10-07</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>der unsere Ehre nicht berührt. Ich habe des­ halb auch nicht erst bis zum heutigen Tage gewartet, ehe ich handelnd zur Förderung des Friedensgedankens eingriff. Gestützt «uf tzas «»»Verständnis aller da­ zu berufene« Melle« tot Reiche und auf die Zustimmung de* gemeiusant mit uns handeln­ den Buttdesgenoffen had« ich! in der Nacht vom 5. Oktober durch die «ermittlnng! der Schweiz an den Präfidente« der Bereinigte« Staaten von Amerika ein« Note gerichtet, in der ich ihn bitte, die Hertzeiführung des Friedens in die Hand zu nehme» und hierzu mit allen lriegtsührenden Staate« in Bcrbindnng zu treten. Tie Note trifft Mo« heute oder mlovgen in Washington ei«. Sie «ichtet sich an den Präsi­ denten der Bereinigten Staaten, weit dieser in seiner KottgreßchotWaft vom 8. gsannar 1918 und in seinen späteren Knndgebunugen, beson­ ders auch in seiner Rrwhorkcr Rcvdc vom 27. September ein Programm für den «allgemeinen Frieden aufgestellt hat, das wir als Grund­ lage für die Berhandlungcn annehmen kön­ nen. | In seinem Schlußworte erklärte PrinzMax, was er wolle, sei ein ehrlicher dauernder Frie­ den für Die gesamte Menschheit. Wie das Er­ gebnis auch ausfallen möge, er wisse, daß es Deutschland fest entschtossen und einig finden werde, sowohl zu einem redlichen Frieden, der jede eigensüchtige Vetzletzung fremder Rechne von sich weist, als otof} in dem Endkampfe ans Leben und Tod, w dem unser Volk ohne eigenes Verschulden gezwungen wäre, wenn oie Antwort der mit «ns im Krieg stehenden Mächte aus unser Angebot von dem Willen uns zu vernichten, diktiert sein sollte. Er schloß mit den Worten: Ich hoffe aber, um der gesamten Menschheit willen, bag, der Präsident der Bereinigten Staaten unser An­ gebot so aufnimmt, tote wir es meinen. Tann wäre' die Türe zu einem baldigen ehrenvollen Frieden des Rechtes und der Versöhnung so­ wohl für uns wie für unsere Gegner geöff­ net. (Lebhafter Beifall des ganzen Hauses, Zwischenrufe bei den ünübhängigen Sozialde­ mokraten.) ' i : i Der Reichstag beschloß hieraus gegen die Stimmen der unabh. Sozialdemokraten und der Polen, sich ohne Debatte zu vertragen. I — j Das WaffenftillstaudsWgeM Oesterreich-Ungarns. Ter österreichisch-ungarische Gesandte in Stockholm wurde vom.lösten.-ungar. Minister des Aeußern telegraphische beauftragt, die Kgl. Schwedische Regierung zu ersuchen, am 4. ds. Ein neues Friedensangebot. Deutschland und Oesterreich-Ungar» nehmen die 14 Punkte Wilsons als Grundlage siir Friedensberhaudlungen an. — Der Kaiser an Heer und Flotte. — König Ludwig an sein Heer. — Der Eindrnik in Holland. — Aus Bulgarien. Waffcnftillftands-und Friedens­ angebot * In der Sitzung des Reichstags am letz­ tem Samstag ehrte Präsident Fehrenbach den abgetretenen Kanzler Grasen Hertltng und be­ grüßte den neuen Kanzler &gt;Prtnzen Wax von Btzden. ! ( r i &lt; Hierauf ergriff der neue Kanzler dasWort. Er entwickelte sein Regierungsprogramm, wel­ ches das der Mehrheitsparteien sei. Tiefes Pro­ gramm enthält zunächst ein Bekenntnis für die Antwort der früheren Reichsregierung auf die Note des Papstes born 1. August 1917 und die bedingungslose Zustimmung zu der Entschließung 'des Reichstages vom 19. Juli desselben Jahres. Es bekundet ferner die BeveitwiMgkeit,' sich einem allgemeinen Bund der Völker auf Grund der Gleichberechtigung Allech also auch der Starken und Schwacher, anzu­ schließen, der Lösung der viel umstrittenen bel­ gischen Frage in der völligen Wiederherstellung Belgiens, insbesondere feiner Unabhängigkeit und seines Gebietsumsanges .Auch- eine Ver­ ständigung über die Gnhschädigungssrage soll angestrebt werden. Die bisher geschlossenen Frievensvertväge will das Programm zu keinem Hindernis für den allgemeinen Friedensschluß, werden las­ sen. Es strebt insbesondere an, daß, fid); in den baltischen Ländern, in Litauen und Polen, alsbald auf breiter Grundlage Volksvertretun­ gen bilden .Das Zustandekommen der dazu nötigen Voraussetzungen wollen wir ohne Ver­ zug durch die Einführung von Zivilverwaltung fördern. Ihre Verfassung und ihre Beziehun­ gen zu den Nachbarvölkern sollen jene Ge­ biete selbständig regeln. In der inneren Politik habe ich durch die Methode, in der sich- die Regierungsbil­ dung vollzog, klare und feste Stellung ge­ nommen. Aus meinen Vorschlag sind die Füh­ rer der Mehrheitsparteien zu meinen unmit­ telbaren Ratgebern berufen worden. . Nach längeren Erläuterungen der prakti­ schen Anwendung dieses Programmes wies er auf die schweren Kämpfe der letzten 4 Jahre hin. Er betonte u. a.: Im Westen ist seit Monaten eine einzige furchtbare, menschenmvrdende Schlacht. Dank dem unvergleichlichen Heldentum unserer Ar­ mee, die als unvergängliches Ruhmesblatt in der Geschichte des deutschen Volkes fortleben wird für alle Zeiten, ist die Front ungebro­ chen. Dieses stolze Bewußtsein läßt uns mit Mversicht in die Zukunft sehen. Gerade weil wär von dieser Gesinnung und Ueberzeugung beseelt sind, ist es auch, unsere Pflicht, Ge­ wißheit darüber herbeizuführen ,daß das opfervolle blutige Ringen nicht einen einzigen Tag über den Zeitpunkt hinaus geführt wird, wo uns ein Abschluß des Krieges möglich erscheint, folgende Depesche an den Herrn Präsidenten Wilson gelangen zu lassen: ' Die österr--ungar. Monarchie, welche den Krieg stets nur als Verteidigungskamps geführt und wiederholt ihre Bereitwilligkeit bekundet hat, dem Blutvergießen ein Ende zu machen und zu einem gerechten und ehrenvollen Frie­ den zu gelangen, tritt hiermit an den Prä­ sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Antrage heran, mit ihvr und seinen Verbündeten einen sofortigen Waffenstillstand zu Lande, zur See und in den Lüsten abzu­ schließen und im unmittelbaren Anschluß hieran in Verhandlungen über einen Friedensschluß einzutreten, für welche die 14 Punkte derBotschaft des Herrn Präsidenten Wilson an Den Kongreß vom 8. Junuar 1918 und die 'vier in Der Rede des Herrn Präsidenten Wilson vom 12. Februar 1918 enthaltenen Punkte als Grundlage zu dienen hätten, wobei auch! auf die Ausführungen des Herrn Präsidenten Wilson vom 27. September 1918 Bedacht ge­ nommen wird.</p>
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          <p>4 Grundsätze Wilsons für eine Verständigung. Am 12. Februar hielt Wilson eine Rede im amerikanischen Kongretz, in dem er sein Friedensprogramm erläuterte und u. a. aus­ führte: t Tie Untersuchung, ob es den beiden Regie­ rungen möglich sein wird, in diesem Austausch der Ansichten fortzuschreiten, ist einfach! und klar. Die anzuwendenden Grundsätze sind die folgenden: . rechtigten Ansprüche der Regierung ,beten Rechtstitel bestimmt werden sollen, sollte herveigesührt werden. Punkt 6. Wir müßten ferner die Räu­ mung des ganzen russischen Gebietes, sowie ein Einvernehmen in allen Fragen, die es betreffen, verlangen, zwecks freier Mitwirkung der anderen Nationen der Welt, um Rußland eni unbeeinträchtigte und unbehinderte Gele­ genheit zur unabhängigen Bestimmung seiner politischen Entwicklung und nationalen Po­ litik erringen zu Helsen und um es in der Gesellschaft freier Nationen unter selbstgewählten Staatseinrichtungen willkommen heißen zu können; darüber hinaus würden wir Rußland eine Unterstützung jeder Art. die es nötig hätte und wünschen würde .gvrähren. Punkt 7. Belgien muß, worin die ganze Welt übereinstimmt, geräumt und wieder aus­ gerichtet werden, ohne irgendeinen Versuch, sei­ ne Souveränität, deren es sich in gleicher Weise, wie alle anderen freien Nationen erfreuen soll, zu beschränken. Punkt 8. Das ganze französische Terri­ torium müßte befreit und Oie besetzten Teile wieder hergestellt werden, und das Unrecht, das Frankreich durch Preußen im Jahre 1871 hin­ sichtlich Elsaß&gt;-Lothringens zugefügt wurde und das den Weltfrieden während nahezu 50 Jah­ ren in Frage stellte, sollte wieder gut gemacht werden, damit der Frieds im Interesse aller wieder sichergesrellt werden kann. s Punkt 9. Es müßte eine Berichtigung der italienischen Grenzen nach dem ^klar erkenn­ baren nationalen Besitzstand durchgeführt wer­ den. Punkt 10. Den Völkern Oesterreich-Un­ garns, deren Platz unter den anderen Nationen wir sichergestellr zu sehen wünschen, müßte die erste Gelegenheit einer autonomen Entwicklung gegeben werden. i 1 Punkt 11. Rumänien, Serbien und Mon­ tenegro mühten geräumt und die besetzten Ge­ biete zurückerstattet werden; Serbien müsste einen freien, sicheren Zugang zur See erhal­ ten. Die Beziehungen der Balkanstaaten zu einander müßten durch einen freundschaftlichen Verkehr gemäß den historisch feststehenden und Nationalität bestimmt sein; auch müßten Grundlinien von den Untertanen, der Treue internationale Garantien der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit, sowie der Unvcrsehrrheit des Landbesitzes den Balkanstaaten gegeben werden. Punkt 12. TLm türkischen Teile des gegen­ wärtigen ohmanischen Kaiserreiches müßte die unbedingte Selbständigkeit desselben sicherge­ stellt werden. Aber die anderen National Men, die jetzt unter türkischer Herrschaft stehen, soll­ ten eine unzweifelhafte Sicherheit für ihre Lebcnsbedingungen und eine vollkommen unbeein­ trächtigte Gelegenheit zu autonomer Entwick­ lung erhalten. Die Dardanellen sollten dau­ ernd als freie Durchfahrt unter internationalen Garantien den Handelsschiffen aller Nationen geöffnet werden. Punkt 13. Ein unabhängiger polnischer Staats der alle Länder, die von unzweifelhaft polnischer Bevölkerung bewohnt sind, und einen gesicherten, freien und zuverlässigen Zugang zur See besitzt, und dessen politische und wirt­ schaftliche Unabhängigkeit, sowie territorialeUnverletzlichkeit durch, einen internationalen Ver­ trag garantiert sein müßten, sollte öreichkek werden. Punkt 14. Es muss eine allgemeine Ver­ einigung der Nationen mit bestimmten Ver­ tragsbedingungen gebildet werden zum Zwecke gegenseitiger Garantieleistung für die politische Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit der gro­ ßen, sowie der kleinen Nationen. 1. daß jeder Teil einer enyMUkgen Verein­ barung im wesentlichen auf der Gerechtigkeit in den bestimmten Fällen und auf einen sol­ chen Ausgleich aufgebaut sein muß,, von dem es am wahrscheinlichsten ist, daß er einen Frie­ den, der dauernd ist, herbeiführen wird ; . 2. daß Völker un dProvinzen nicht von einer Staatsoberhoheit in eine andere He rum­ geschoben werden, als ob es sich lediglich, um Gegenstände oder Steine in einem Spiel han­ delt, wenn auch im großen Spiel des Gleich­ gewichts der Kräfte dieses nun für alle Zeiten diskredidiert ist, daß jedoch &lt; 3. jede Lösung einer Gebtzeksftage, die durch diesen Krieg ausgeworfen wurde, im Interesse und zugunsten der betroffenen Bevölkerungen und nicht als Teil eines bloßen Ausgleiches oder Kompromisses der AnHräche rivalisieren­ der Staaten getroffen werden-muß; 4. daß alle klar umschriebenen nationalen Ansprüche biie weitestgehende BkfriedigunZ fin­ den sollen, die ihnen zuteil werden kann, ohne neue oder alte Elemente von Kriegs- und'Geg­ nerschaft, die; den Frieden Europas und somit der ganzen Welt wahrscheinlich wieder stören würden, ausz,unehmen. * 5 tttcue Punkte Wilson». In feiner Rede, die Wilson am 27. Sep­ tember in Mewyork gehalten hat, stellte er folgende 5 Grundsätze für den Völkerbund aus: 1. Die um parteiische Gerechtigkeit darf keine Unterscheidung zwischen denen einschließen, gegen die wir gerecht zu sein wünschen und denen, gegen die mir nicht gerecht zu sein wünschen. Es muß eine Gerechtigkeit sein, die keine Be­ günstigung kennt und feine verschiedenen Maßt- • stabe, sondern gleiches Recht für die in Betracht kommenden Völker. |_ 2. Kein besonderes oder abgetrenntes In­ teresse irgend einer einzelnen Nation oder ir­ gend einer Gruppe von Nationen, das mit dem gemeinsamen Interesse aller unverträg­ lich ist, kann ,zur Grundlage irgend eines Teiles des Abkommeens gemacht werden. i 3. Es Wann in der allgemeinen gemein­ samen Famillie des Völkerbundes keine Ver­ bände, Bündnisse oder besondere Abmachungen und Verständigungen geben. , 1 4. Es kann keine besonderen wirtschaftli­ chen Kombinationen innerhalb des Bundes ge­ ben, keine Anweisung irgend welcher Form des wirtschaftlichen Boykotts oder Ausschlusses, ab­ gesehen von der vom Völkerbund selbst als Strasmaßregel verhängten Ausschließung von Weltmärkten, die als Mittel der Disziplin und Kontrolle dient. 5. Alle internationalen Abmachungen und Verträge jeder Art müssen der ganzen übri­ gen Welt bekanntgegeben werden. Sonderbündnrsse und wirtschaftliche Freundschaften sind in der modernen Welt eine ergiebige Quelle v.on Plänen und Leidenschaften geworden, die zum Kriege führen. Es iväre ein unaufrichtiger, un­ sicherer Friede, der das nicht durch, bestimmte Formen ausschlösse. ,</p>
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          <p>lichen Vertragsbruches von seiten der Türkei auf, die ihre Krönung finden in der Expedition gegen Hakn und kommt zu dem Schluß, die ottomanische Regierung habe sechs Monate lang und unausgesetzt den Vertrag vonBrest-Litowsk trotz aller Proteste der Sowjetsregierung ver­ letzt und jetzt endliche ihre 'Tat gekrönt, indem sie eine der wichtigsten Städte der russischen Republik eingenommen und in eine schreck­ liche Ruine perwandelt habe. Dadurch habe die ottomanikche Regierung gezeigt, daß der Vertrag von Brest-Litowsk, der zwischenRutzfland und der Türkei geschlossen wurde, nicht 1 mehr in Krast ist. Die Regierung der russi­ schen sozialistischen Föderativ-Republik sei ge­ zwungen, festzustellen, daß infolge der Hand­ lungen der ottomanischen Regierung der Ver­ trag von Brest-Litowsk, der zwischen derTür, fei und Rußland friedliche Beziehungen her­ stellen sollte, null und nichtig ist. Tie Note ist gezeichnet von Tschitscherin. 1 Tie Ententcwer lüste. l Gens, 5. Oktober. Der Stadtbezirk Cambrai ist andauernd in Rauch gehüllt. — Alle Berichterstatter melden überaus starke Ver-, lüfte der Ententetruppen in mehreren Ab­ schnitten, namentliche bei Crevecoeur und Ru-j</p>
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          <p>»Hoheit, ich« wollte nicht meiner Herkunst verdankem was man vielleicht meiner Person versagen würde! Und besonders jetzt in diesem Fall. Var möchte ich« den Herrn Obersöirsster vor einer vorschnellen Handlung, die er nachher bereuen könnte, bewahren. Ich« siihle mich— in seiner Schuld« « « Mit einem gnlädigen Kopsnicten verabschiedete jetzt der Herzog den jungen Förster und bemerkte nolchz daß« er ihn und seinen Vater nach Regelung der Angelegenheit zu sehen wünsche. —- Sinnend ging er aus und ab, das soeben Ersahrene beschlästigte ihn in hohem Maße. Er hatte immer große Sympathie slir Erßch Berger gehabt. Wie srei und respektvolL doch ohne Servilitlät der vor ihm gestanden! Das Zielbe«wuß«te, Energissche und Enkfchkvflene des jungen Mannes gefiel ihm ausnehmend gut, und gern wollte er sein Fürsprecher sein. Als Erich« elastischen Schrittes auf den Sichloßhos trat, freudeersiillt und guten Mutes, begegnete ihm der Obersö«rster, der bei seinem Anblick« stutz-te, seuerrot wurde und den ehrerbietigen Gruß« dann kalt iibersah Jnnerlichs dachte der Alte voller Grimm: Schau, der Bergen der schlaue Fuchs, der weiß« sich« zu sichern! Er spielt den Herzog gegen mich aus! Die Allwördens. « ! Roman von Je. ehrte. « " »« « PRINT-ishr 1913 by Greiner it. Guts» s .- s s Berlin W. «30.)· « s s s s Es s jungen« verraten) 831 »Aber warum haben Sie denn diesesNiichsn liegende nicht ergriffen und alle Schierigkeie ten waren beseitigt« »Dieses» Wort wollte und bonnte ich« nicht aussprechenl —— Noch« bin ich« nicht anerkannt, wenn dies auch« nach· den letzten Geschyehnissesti nur doch« eine Frage von Tagen ist! —- Und ich möchte, daß, dies« dem! Oberförster noch« so lange unbekannt bleibt, bis« mein Vater selbst, der in kürzester Zeit hier sein wird, slir michs bei ihm eintritt. Meinen Oheimz den Legationsk rat Allwbrdem habe ich« schon telegraphisctjl benachrichtigt Gegen meine Braut habe sichl bisher noch« geschwiegen« « »Ich« verstehe Sie sehr gut, junger Freund! Stolz lieb ich« den Spanier!« Voll Wohlwollen sah ihn der Herzog an. »Und Sie haben in all den Jahren gewußt, wer Sie eigenbtlich sind, und haben verschzrniihh Vorteil daraus zu ziehen, ihre Lebenslage zu verbessert-J« z « Und noch aufgeregter strebte er dem Schlosse zu. - l . i Auchi dein Obersbrster wurde vom Landes«herrn sofort die erbetene Audienz bewilligts Liuhelnd begrüßte ihn der Herzog. « »Nun, was gibts Neues, mein lieber Eggert?« l - s « z »Hoheit,« brachte der Obersöirster mühsam« hervor, »ich« vermute, daß« Hoheit schon unterrichtet sind. Mir begegnete nämlich» soeben der Förster Bergen« ! »Ja der Tat, ich« kann mir ja so ungefähr denken —- aber seien Sie doch« nicht so ausgesregt, lieber Eggertl Jst es denn gar so schlimtnz daß« Jhr reizendes Töschterchen durchaus den hübschen Förster heiraten will und sich so tapfer für ihn entschieden hat?« ’ »Meine Tochter hat dabei aller guten Sitte Hohn gesprochen, so daß« ich mich« nipht mehr würdig genug fühle, Beamter Eurer Hoheit zu sein —- ilchs muß deshalb Eure Hoheit um meine Entlassung bitten« s ’ Der Herzog sah, wie ties der Mann vor ihm litt, wie er in seinem« Innersten erschüttert war. Begütigend hob er die Hand. « « s: GVUIEBIWI folgt! . T» « .</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tie Notlage der französischen Landwirtschaft. Das "Allgemeen Handelsblad" übernimmt aus dem "Journal des Debats" eine Notiz, nach der sich die französische Landwirtschaft mit der Zeit sehr verschlechtert habe. Die Produktion von Getreide, Fleisch!, Zucker, Spiritus und Milch&gt; zeige eine stetige Abnahme. Man müsse von einer ernsten Krise reden. Me größte Schwierigkeit läge in der Beschaffung ausrei­ chender Düngemittel. | { 1 i i</p>
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          <p>Aus der Ukraine. Neues «krainifchies Geld. ' In allernächster Zeit wird nach Zeitungsmeldungen ein neues ukrainisches Geld zu je 2, 10, 100, 500 und 1000 Griwen in Um­ lauf gesetzt werden. Ein Griwen ist gleich! 50 Kopeken. Das neue Geld ist in Deutschland hergestellt. | i... ' l</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Englifches Mißtrauen. &gt; Bezüglich! des Kaisererlasses an den Grafen Hertling schreibt der "Globe": Nur Leute, die sich durchaus selbst täuschen wollen, können sich durch die jüngsten politischen Vorgänge in Deutschland irreführen lassen, die im Aus­ lande so dargestellt werden, als ob sich Deutsch­ land unter der begeisterten Führung des Kai­ sers in die Arme der Demokratie gestützt hätte.</p>
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          <p>Italiens Kohlennot. | " 1 ' Die "Morningpost" berichtet, daß eine aus Italien zurückgekehrte englisch^ Persönlichkeit dem Kohlenkommissar in einer sehr ernsten Schilderung die durch den Kohlenmangel in Italien bestehenden Gefahren auseinanderge­ setzt habe. Er wies insbesondere aus die ein­ geschränkte Tätigkeit der italienischen Muni­ tionsbetriebe hin. Die englische Bevölkerung könne sich kaum eine Vorstellung von der in Italien herrschenden Kohlennot machen. Der Krieg mit Italien.</p>
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          <p>Am Balkan. Tie Friedcnsbevingüngen für Bulgarien. \ WTB. Berlin, 5. Oktober. Der TransOcean-Gesellschast geht aus Sofia unterm 2. Oktober folgende Meldung Bulgariens zu: Der Walfmstillstand mit der Entente ist heute unter­ zeichnet worden. Die offizielle Veröffentlich­ ung dieses Schrittes und der Bedingungen er­ folgt dm 4. Oktober in der Sobranje. Ueber die Friedensbedingungen verlautet folgendes: 1. Demobilisierung des bulgarischen Hee­ res, bis aus eine, nach anderen Mitteilungen zwei, Divisionen. Tie westlich! des Meridians von Skoplte befindlichen bulgarischen Trup­ pen werden in die Kriegsgefangenschaft über­ führt. i 2. Räumung'.aller Jett 1915 besetzten frem­ den Gebiete; doch erhält Bulgarien voraus sicht­ lich die Tvbrudscha bis Kobanin. Tie mazedo­ nische Frage bleibt offen'bis zum allgemeinen Friedenskongreß. 1 j 3. Abzug aller Teutschen und Oesterreichec binnen 4 Wochen. r 4. Tie Unverletzlichkeit Altbulgariens wird garantiert, ebenso seine Souveränität.</p>
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          <p>An mein tapferes Heer! &lt; Mehr als vier Jahre habt Ihr im Verein mit den Angehörigen der anderen deutschen Staaten mitb unserer treuen Verbündeten dem Ansturm ferst der ganzen Welt getrotzt, habt siegreich Ernre Fahnen weit hinein in die Län­ der der Feimde getragen, habt Heldentaten voll­ bracht, die in der Geschichte der Welt kein Beispiel fünden. So habt Ihr den heiligen l Boden des Vaterlandes, Haus und Hof, Hab 'und Gut, Weib und Kind und den heimischen Herd vor den Schrecken des 'Krieges bewahrt. Tausende haben dabei ihr Herzblut geben Mis­ sen. Nicht umsonst. Kein Feind hat unsere Heimat betreten. Des Vaterlandes Tank wird alle Zeiten überdauern. Seine Majestät der Kaiser hat dem Fein­ de den Frieden angeboten, um dem nicht enden­ wollenden Blutvergießen ein Ende zu machen. Trotzdem steht felsenfest der ungebeugte Wille des Heeres'rund des Volkes, den Kamps, wenn wir ihn fortzusetzen gezwungen werden, bis züm äußersten durchzuführen. i Bis endlich! die Waffen ruhen, hängt von Eurem harten Willen, Eurer Festigkeit, JHe* 'schlossenheit und Manneszucht des Vaterlandes und damit unter aller Zukunft ab. r Schirmt 'weiter unsere Heimat! 1 Das Vaterland schaut auf Euch! 1 • München, den 6. OÄober 1918. 1 I gez. Ludwigl, König Ludwig an das bayer. Heer.</p>
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          <p>Österreichs Zugeständnisse. Budapest, 6. Oktober. In einer Kon­ greßsitzung machte Gras Tisza folgende Mtteilung: | ' 1 Der Verrat Bulgariens und die Lage an der Westfront haben uns, zusammen mitDeutschland, veranlaßt, einen Friedensschritt zu un­ ternehmen. Wir haben an den Präsidenten Wilson eine Rote gesandt und darin die An­ nahme seiner 14 Punkte angekündigt. Wir wer­ den trachten, den in Ungarn lebenden Nationa­ litäten nach Möglichkeit die Autonomie zu ge­ währen. Das von Italienern bewohnte Ge­ biet Oesterreichs soll italienisch werden, Teile von Galizien an das neue Polen fallen. Im Hinblick auf die Nachrichten aus Siebenbürgen erklärte Tisza, es seien alle militärischen Vor­ bereitungen an der Grenze getroffen, sodaß man hier keine Ueberraschung mehr zu befürch­ ten habe.</p>
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          <p>Allerlei. Eine Statistik per indischen HungerSnöt. Wenn die Engländer heute mit ganz bestimmter Absicht einen neuen Verleumdungsfeldzug unternehmen um die deutsche Verwaltung in den Kolonien herab­ zusetzen, so muß ihnen immer wieder entgegengehalten werde», was ihre Verwaltung in einem von der Natur f» reichbebachtrn Lande wie Indien geleistet bat. Tino Statistik der indischen Hungersnöte, wie sie früher von englischen Blättern selbst gegeben wurde, bedeutet eine furchtbare Anklage gegen sie Im Jahre 1833 lagen ganze Haufen Toter in den Straßen von Madras, und schließlich waren von 500000 Einwohnern 200000 verhungert. Bel der Hungersndt in nördlichen Indien vo» 1837 gingen eine Million Menschen zugrunde; die Hungers« ü von 1860 in derselben Gegend forderte 200000 Opfer. 1866 wurde ein Drittel der ganzen Be»ölkerung vo» Ortff«, eine Million Menschen, dahin­ gerafft. 1869 iw nördliche« Indien 1.200000 1877 in Madras 6. Millionen. 1878'1.250000 Eine der furchtbarsten war die Hungersnot von 1877 , über die aber genauere Zahlen nicht mitgeteilt werde«,;</p>
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          <p>—* Zur Leuchtmitteloerteilung f betonte Herr städt. Baurat Scheller in der letz­ ten Sitzung dss Stadtmagistrates, datz 1444 Liter Spiritus für die letzte Verteilung zur Verfügung standen. Hiervon kamen 1362 Liter I bereits zur Abgabe, während 82 Liter für Notstandsßälle zurückbehalten wurden. Für die 'Petroleumabgabe mutzte noch, eine Ausschvckdung zur Ergänzung der sehterhäst ausgefüll­ ten Fragebögen erlassen werden. Es sind jetzt " 2336 Anteilscheine abgeholt, während 218 noch der Abholung harren. Der Anteil ist auf einen halben Liter festgesetzt. Hierbei wurde bellagt, datz der Verteilungsschlüssel, nach dem die Stadt ihr Petroleum zugewiesen erhält, ungerechjt sei und Landshut in starkem Nachteil gegenüber an­ deren Städten und dem Lande bringe. Es soll daher an das Ministerium die Bitte um Erhöh­ ung der Zuteilung erfolgen. Für die Zutellung von Karoid sind Bons ausgegeben. Die vor­ handenen Kerzen sollen als Notstandsreserve den städt. Lichtwerken verbleiben. , —*ZurRegelungdesFrerndenverkehrs hat der Magistrat schpn vor einiger Zeit Schritte unternommen. Diese wurden aber überholt durch neue ministerielle Verfügungen, , in denen zur Steuerung des Unwesens auswär­ tiger Hamster der Fremdenverkehr eine starke Beschränkung erfuhr. Es wurde d.ie Ausent» Haltszeit für Fremde auf 1 Woche, die Höchst, zahl de« belegten Betten auf,10 Prozent fest­ gesetzt. Die niederbaher. Städte Landshut, Passau, Straubing und Deggendorf wurden 1» die Erholungsorte eingereiht mit der Maßgabe, datz hie Belegschaft der Betten auf 30 Prozent und 10 Prozent für Passanten Erhöht werden können. In diesem Sinne stimmte der Magh» /trat der AussühruM der ministeriellen Ver­ fügung zu,, wobei noch betont wurde, datz es heute vielfach nütsg sein werde, mehr Perst^ neu aufzunehmen, die infolge der mangelnde» Zugsanschlüsse auf ein Nachtquartier in utu Lerer Stadt angewiesen sind. Diebe Uebernach. tung fällt jedoch unter den Begriff des Not» /Wches. i 1 i 0 i i , , r —* Ein Ieuch-tendes Vorbild für die Hiesigen Zeichner tarn Kriegsanleihe hat der frühere Besitzer der Landshuter Biskuit- und Keksfabrik Herr Friedrich, Schmiedel hier ge­ geben. Er zeichnete für die 9. Kriegsanleihe die Summe von 900 000 Mark. Hoffentlich dient diese Bezeugung hoher vaterländischer Gesin­ nung recht vielen noch schwankenden Anleihe­ zeichnern als aufmunterndes Vorbild. —* Gegen den Waren- und Arznei mittelschmuggel durchs Heeresangehürige richtet sich eine Bekanntmachung des Kriegs­ ministeriums, die lautet: Es ist festgestellt, datz, besonders nach den besetzten Gebieten des Ostens und der Ukraine, Waren durch Militarypersonen im Gepäck oder in Feldpostsendungen ausgeführt werden (insbesondere Arzneimittel, tote Kokain, Kedein, Morphium), deren Aus­ fuhr verboten ist und die heimische Wirtschaft schwer schädigt. — Tie vorgesetzten Stellen werden veranlaßt, den Truppen einzuschärfen, daß Militärpersonen auf der Reise zur Truppe nur das für ihre Person unumgänglich Nötige ,im Gepäck mit sich führen oder in Feldpvstsendungen nachsenden lassen dürfen. Es ist ange­ ordnet worden, datz durch Nachsehen des Ge­ päcks und 'durch Nachprüfen der Feldpostsen­ dungen durch die Militärpaketämter Verstötzje festgestellt und gemeldet 'toerben. ' —* Erhöhung der Familienunter» stützungen. Laut Bundesratsverordnung find die Lieserungsverbände verpflichtet, aus ihren Mitteln eine Erhöhung der bis zum 1. Oktober 1918 bezahlten Familienunterstützungen eintreten zu lassen, die spätestens vom 1. November 1918 ab zu gewähren und deren Betrag je nach den örtlichen Verhältnissen zu bemessen ist. Bis zum&gt; Betrag von 8 Mark für jeden Unterstützten werden die seit betn 1. Nov. 1917 gewährten Erhöhungen der Unterstützun­ gen vom Reiche erstattet und zwar zur Hälfte allmonatlich, zur Hälfte zusammen mit der Erstattung per gesetzlichen Mindestbeträge. Ge­ ringe Besserungen der Verhältnisse der Unter­ stützten wie auch erheblichere Besserungen ganz vorübergehender Art sollen regelmäßig nicht zur Herabsetzung oder Einstellung der Familiennnterstützung führen. —* Der Kartoffelbedars der Kartofselgräber. Zm Interesse einer schnel­ len Bergung der Kartoffelernte hat sich der Staatssekretär des KriegsernährungsamtS tza‘mit einverstanden erklärt, datz auch in diesem Wirtschaftsjahr, in ähnlicher Weise wie im vorigen Jahre, in den für die Kartoffelechengnng wichtigen Kommunalverbänden denjeni­ gen Personen, die zur Hilfeleistung bei der Kartoffelernte von auswärts zuziehen, gestat­ tet wird, den Bedarf an Speisekartoffeln für 'sich selbst und ihre Familienangehörigen aus­ zuführen. Hierbei ist als zulässige Höchstmen­ ge für die Kartoffelgräber 'selbst die Selbstversorgerratwn und für ihre Familienange­ hörigen die Ration der Ver/orgungsberechttgten für das Wirtschaftsjahr zugrunde zu legen. —* Gaspreiserhöhung. Die neue Er­ höhung der Löhne der Arbeiter der stöbt. Gasfabrik erfordert über 10 000 Mark. Dazu kom­ men Mehrausgaben für Kohlen mit rund 11500 Mark, infolge der neuen Erhöhung der Kohlenpreise ab 1. Sept. Diese Kosten kön­ nen durch Mehrgasabgabe nicht gedeckt wer­ den infolge der Rationierung. Es bleibt damit nur der Weg der Preiserhöhung. .Herr städt. Banrat Scheller schlug daher in der letzten Magistratssitzung vor, den Einheitsgaspreis aus 22 Psg. (bisher 20 Pfg.) pro Kubikmeter zu erhöhen. Diese Erhöhung ergebe bei 1080 000 Kubikmeter Gasabstoßnng 21600 Mark und damit volle Deckung der Kosten. Damit hat hier Kochgas eine Erhöhung von 37.5 Prozent erfahren, während Leuchtgas nicht erhöht wur­ de, da dies bereits früher 22 Pfg. kostete. Der Magistrat stimmte dem VvrWlage ob Oktoberablesung zu. 1 r 1 —* Reichsreisebrotmarken können nur zum Bezüge von Schwarzbrot verwendet werden. Keinesfalls darf hierfür Krankenbrot oder Mehl abgegeben werden. Hieraus wurde in der letzten Magistratssitzung erneut.hinge­ wiesen. &gt; ( ' ^ .</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Dingo lfiug, 7. Oktober, (Ten Heldentod für das Vaterland) starb der Leutmant der Av&gt; ttllerie Herr Oskar Hils, der eiinzige Sohn des Buchdruckereibesitzers Hils hierc. Plattling, 3. Oktober. (Tie: Genossenfchastsbrauerei Plattling) ging sannt den dazu gehörigen Gasthäusern in das Eigentum der Zentralgenossenschaft Regensburg über. Pfarrkirche», 5. Oft. (G rotzfeuer.) Infolge Heitzlausens der Maschinenlager brach in der Lettlschen Kunstmühle Großseuer aus, das rie­ sig schnell um sich griff und dem nicht bloß die gesamten Mühlenetnrichtung, sondern auch grotze Mengen Mehl- und Getreidevorräte des Kommunalverbandes zum Opfer fielen. Ter Schaden wird auf mindestens 100000 Wk. ge­ schätzt. "Vilshofen. '3. Oktober. (Besitzwechsel) Tie dev hiesigen Banmeisterswitwe Frau Gallinger gehörige Dampsziegelei cking mit Äalksteinvruch m Hammeroerg unt&gt; ickmtllchem Inventar sowie 11 Tagwerk Grund durch Kauf in den Besitz des Herrn Hans Schaller, Inspektor auf Gut Waldhof, über. Der Kaufpreis beträgt 53 000 Mark. 1 Tettenweis, 4. Okt. (Jagdunfall.) Ter auf Urlaub in der Heimat weilende Lederersohn Al. Kirschner begab sich mit dem Pferdehändler Lehermann aus die Jagd. Als ein Fasan auf­ flog, schoß, Kirschner auf denselben, traf aber Lehermann so unglücklich, daß, diesem die volle Schrotladung ins Gesicht und in den Körper ging. Ein Auge wird verloren sein.</p>
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          <p>lung gestaltete sich schließlich so günstig für bett Angeklagten, datz er freigesprochen wurde. Der Taglöhner Joseph Markt von Lands­ hat, war schon von Jugend auf ein sehr be­ schränkter Mensch, fr brachte es nur bis zur 3. Volksschulklasse. Schon früh zeigte $4 seine große Neigung zu Ausregungszuständen; schon mit 13 Jahren machte er einen Selbstmordoer­ such mittels Erschießens. Im Februar 1915 wurde er zum Militär eingezogen; wiederholl war er tot Felde; auch da machte er wieder einen Selbstmordversuch. PZegen Krankheit wurde er in ein Lazarett verbrachi. Am 8. Juni h. Js. kam er von lepterem zurück; am selben Tag« abends besuchte er mit seiner gleichaltertgen Frau noch, das Kino. Von dort heim­ gekehrt, stellte er an seine Frau das Ansinnen, ihm zu Willen zu sein, was sie aber nach' an­ fänglicher Zusage unter dem Vorgeben, daß, sie unwohl sei, verweigerte. Nun geriet der An­ geklagte in Aufregung und Eifersucht; er nahm an, daß sie es mit Anderen halte. Er ergriff ein auf dem Fensterbrett liegendes langes Mes­ ser und stieß es ihr in den Unterleib, worauf et zur Polizei lief und den Vorgang erzählte. Er wurde in Haft genommen. Als er vom Tode seiner Frau hörte, machte er einen Selbst­ mordversuch durch Ausschlitzen von Adern. We­ gen Körperverletzung mit Todessvlge unter An­ nahme mildernder Umstände schuldig befun­ den, lautete das Urteil auf eine Gefängnisstra­ fe von 1 Jahr 9 Monaten, worauf 3 Mpnate der Untersuchungshaft angerechnet werden. Der 55 Jahre alte verto. Austragsbauer; Josef Niederer von Reisach hatte sich wegen fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens begangen durch Mißbrauch einer geisteskranken Frauens­ person zu verantworten. Er wurde hiesvegen zur Gefängnisstrafe von 1 Jähr 3 Monaten verurteilt. Straubing, 5. Okt. Der frühere Herrschastsdiener, zuletzt Ba­ demeister tot Sanatorium am! Hausstein Jakob Obermeter, 20 Jahre alt, hatte sich wegen Not­ zucht zu verantwotten. Diese unter Beschrän­ kung der Oesfentlichkeit stattgehabte Verhand­ Niederbayer. Schwurgericht.</p>
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          <p>Letzte Posten. Der Eindruck i» Holland. 1 Berlin, 7. Oktober. Die holländische Presse begrüßt den Friedensschritt vorwiegend sympathisch, jedoch mit einem skeptischen Unter­ ton und fragt, ob die Feinde jetzt wohl zu Ver­ handlungen bereit seien. Die Antwort des Präsidenten Wilson aus den Friedensschrttt der deutschen Regierung kann, wie der "Berl. Lok.-Anzeiger sagt, jede Stunde in Berlin eintref­ fen. Allerdings begegnet man in politischen Kreisen Meinungen, die eine so schnelle Ent­ scheidung bezweifeln. Vom Reichstag. 1 Berlin, 7. Oktober. Die Reichstagsab­ geordneten haben sich darauf eingerichtet, daß das Plenum sofort wieder zusammenttttt. Der Reichskanzler hatte gestern nachmittags eine Besprechung mit sämtlichen Staatssekretären. Ei» Schtaganftäl Llotzd Georges. Berlin, 7. Oktober. Nach den Meldun­ gen eines Wiener Blattes soll Lloyd George einen Schlaganfall erlitten haben. In London wird offiziell mitgeteilt, datz der Premiermini­ ster aus einige Zeit unfähig sei, auszugehen. Aus Bulgarien. Sofia, 5. Oktober. (Meldung der bulg: Tel.-Ag.) Vor der Unterzeichnung der Abdankungsurkunde hatte der König die Parteiführer; nacheinander empsangen, die alle feinen Ent­ schluß, dem Throne zu entsagen, billigten. Kö­ nig Ferdinand verließ Bulgarien gestern abends. Die Thronbesteigung des KönigsBoris, der sich bei Volk und Heer sehr großer Beliebt­ heit erfreut, wird mit hellem Jubel ausgenom­ men, der in frenettschen Ovationen Ausdruck fand. König Bgris unterzeichnete den ersten Ukas, der die Demobilisierung der Armee an­ ordnet. Das offiziöse Blatt "Preporetz" ver­ öffentlicht die Bedingungen, unter denen der MaffenMllstand abgeMloffen ist. Sie decken sich Poll mit jenen, die schon vor einigen Tagen von Mite dev Entente bekannt wurden und die u. a. bekanntlich auch fordern, daß die Zenttalmächte innerhalb 4 Wochen ihre diplomati­ schen und konsularischen Vertreter, sowie die Truppen und militärischen Organe aus Bul­ garien zurückziehen. 1 " ii</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Fettmenge für die laufende Woche: 60 Gramm Butter La » dshut, den 5. Oktober 1918. Stadtmagistrat. Dr. Herterich.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Geschäftsverkehr. Zufolge Personalmangel und um ein« Beffet® Ausnützung der Arbeitszeit zu ermögliche», wird ab Dienstag, d.n 8. -s. Mts. der Part riverkehr für die Lcuchtmittelversorgung (Petroleum, Spiritus Carbid u. Kerzen) nurmehr vormittags von 8, bis 12 Uhr und jener für Aufschlüsse bezüglich Gas und Elektrisch (Anschlüsse, Einschränkung) «urmchr nachmittags von 2—ti Uhr erledigt. Sfreltfon der stöbt. Lichliverte n. 6triBen8e)n Landshnt. Scheller, städt. Baurat 27ie</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Stcgevwald der Nachfolger von Waldows? Nach, der "Berliner Worgenpost" wird der Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes zu­ rücktreten. Zu seinem Nachfolger ist der der­ zeitige Vorstand des Amtes, Gewerkschastssetretär Stegerwald, Mitglied des Herrenhauses, ausersehen. I Wer wird Scheidemanns Nachsolgier? In­ folge der Ernennung des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Scheidemann .. zum Staatssekretär wird der Reichstag aus der so­ zialdemokratischen Partei einen neuen Vize­ präsidenten zu wählen haben. An erster Seile dürfte hierfür der Abgeordnete Ebert in Frage, kommen. ( 1 ,</p>
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