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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-11-12"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 309</biblScope>
          <date when="1918-11-12">1918-11-12</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>^ Amsterdam, 11. Stob. Tos oiederländisthje Pressebureau "Radio" hüt einen drahtlosen Bericht aus Paris aufgefangen, daß der Waf­ fenstillstand um 5 Uhr morgens französischer Zeit unterzeichnet wurde Und um 11 Uhr fran­ zösischer Zeit in Kraft tritt. ' Foichi richtete folgendes Radiogramm an die Oberkommandierenden: f Me Feindscltzkcstten werden an der gan­ zen Front vom 11. November 11 Uhr vormit­ tags a« eingestellt werde«. Tie alliierten Truppen dürfe«, dis ein neuer Besehll eintritt, die an diesem Tage und zu dieser Stunde erreichten Linien nicht übejrWreite«. ( ’ : , l , , Die Feindseligkeiten eingestellt.</p>
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          <p>Der deutsche Bericht. WTB. .Berlin, 11. November, mittags. Hauptquartier: "Westlicher »rie«»scha«p»ab. Bei Abwehr amerikanischer Angriffe öst­ lich, der Maas zeichnete sich durch erfolgreiche Gegenstöße das brandenburgishe Reserve-Jnsanterie-Regiment Nr. 207 unter seinem Kom­ mandeur Oberstleutnant Hennigs und Truppen der 192. sächsischen Jnsanterie-Tivtsion nutzer Führung des Oberstleutnant von Zeschau, Kommandenr des Jnsanterie-Regiments Nr. 183, besonders aus. 1 1 I &lt; i Infolge Unterzeichnung des Wasfenstillstandsvertrages wurden heute mittags an allen Fronten die Feindseligkeiten eingestellt. Ter Erste Generalquartiermeister: ! i l i i Gröner. ,</p>
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          <p>Ein großes Kanoncnfabtik-ProjM. i i Basel, 11. Nov. Aus Newhork wird ge­ meldet, daß das Kriegsdepartement der Bert-, einigten Staaten die Pläne für eine in Frank­ reich zu erstellende große Kanonensabrik, de­ ren Kosten sich, aus ca. 30 Millionen Tvllar belaufen würden, genehmigt habe. Tie tef jf = Nischen Vorarbeiten für das Werk, das den Kruppwerken in Essen an Größe nicht nachste­ hen werde, seien bereits vollendet. Französischer Rachedurst. Rotterdam, 11. Nov. Seit Beginn der Woche behandeln fast alle Blätter den um diese Zeit bereits erwarteten Rücktritt des benschen Kaisers.. Tie hier vorliegenden französischen Blätter gehen dabei nahezu fast einstimmig von dem Gedanken aus, daß die Alliierten sich, von dem Thronverzii ich des deutschen Kaisers nicht an der Nase herumführen lassen wen­ den. Tie Alliierten müßten bedenken, daß das deutsche Volk mitverantwortlich fei für den Krieg und daß das deutsche Volk einsehen müsse, daß es durchaus keine bessere Behand­ lung verdiene oder für die Gestaltung Europas als ungefährlicher betrachtet werde als einKaiserreich Teutsch land. So sagt Maurice Barres im "Gchp de Paris": "Tie Hand voll Blut und den Mund voll Lügen, ist in diesem Augen­ blick jeder Teutscher ein Hohenzoller. Alle Teutschen sind mitschuldig an dem Tiebstahl von Elsatz-Lothringen, ganz Teutsch,land ist mit­ schuldig an seinem Kaiser." Sturz -er französiWen Regierung. Haag, 11. Nov. In hiesigen diplomati­ schen Kreisen tritt sehr nachdrücklich das Ge­ rücht auf, da .das Kabinett Clemenceau ge­ stürzt sei .Man bringt diesen Wechsel in Zui sammenhang mit den Nachrichten über ein I Uebergreifen der Mrlitärrevolution aus die | Ententestaaten. Aus Frankreich.</p>
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          <p>1 Wilson nnd Rumänien. Bern, 11. Nov. Einer Washingtoner Reu­ termeldung' zufolge teilte Staatssekretär Lansing dem Vertreter der rumänischen Regierung eine Botschaft mit, in der es u .a. heißt; daß Präsident Wilson dem König von Rumänien in einer Botschaft seine Sympathie für Rumänien ausgedockt hübe. Tie Regierung der Vereinigten Staaten habe die Aspirationen des rumänischen Volkes nicht vergessen und sie werde ns ich versäumen, im geeigneten Mo­ ment ihren Einfluß auszuüben ,damit die ge­ rechten politischen und territorialen Bestrebun­ gen des Volkes vor jedem Angriff sicherge­ stellt würden. \ Aus Rumänien.</p>
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          <p>Aus Finnland. Finnland und Rußland. Bas e l, 11. Nov. Ter Morningpost wird aus Stockholm gemeldet, daß na,tz einem Helsingsorser Telegramm Professor Simpson vDm Foreign Office einen finnischen Korresponden­ ten in offizieller Weise davon in Kenntnis setzte, daß die Entente wünsche, Finnland möge nicht der Vasall Rußlands werden, und daß die Entente beffchchossen hübe, Finnland durch den endgiltigen Friedensvertrag den Ha­ fen Petfichanga zuzuerkennen .</p>
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          <p>Aus der Türkei. B e rn, 10. Nov. Ter Temps gibt eine Meldung des armenischen .Pressebureaus wie­ der, nach welcher in der Lanzen Trcükei Anar­ chie herrsche. Tie von der Front zmrückkehrenden türttschen Truppen leben von Tiebstählen. Tie ''Volksmassen in Konstantinopel leiden an Hunger und warten mit Ungedmld auf die Ankunft der Alliierten und damit aus Le­ bensmittel. I i i Englische Kriegsschiffe vor Kottstautr, i nopel. Aus dem Haag wird gemeldet, daß, die britische Flotte in die Tardanellem eingelau­ fen ist und vor Konstantinopel Anker gewor­ fen hat. , ! ' , i ,</p>
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          <p>i$ic Parteiberatungen im Reichstag. Am Samstag um halb 12 Uhr wurde wieder eine interfraktionelle Besprechung im Reichstag an­ gesetzt. Die sozialdemokratische Partei und die Reichstagssra'ktion waren dauernd im Reichs­ tage versammelt. I ' i i Sperrung der deutßch&gt;-ösierreichischen Gren­ ze. Vom deutsch-österreichischen Staats rat für das Heereswesen ergcht folgende Bekanntmchchi ung: Laut vom deutschen Generalkonsulat ein­ gelangter Verständigung ist ab heute dieGrenze zwischen Teutsch-Oesterreich und dem Teutschen Reiche sür den Retseverkvhir ausnahmslos ge­ sperrt. i _ ' Generaldirektor Albert Baltin der .Ham­ burg-Amerikalinie ist gestorben. , Tas Ergebnis der neunten Kriegsanleihe. Von sozialistischer Seite wird der "Tägl. Rund­ schau" mitgeteilt, daß, das Ergebnis der neunten Kriegsanleihe zehn Milliarden übersteige. Klei­ nere Zeichnungen und ebenso Feldzeichnungen stehen nach, aus. , &gt; ; I , 1 ’ Tages-Uebersicht.</p>
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          <p>Allerlei. Liebesdratnia. In einer Wirtschaft inKvötenbruck Bei Hos wurden ein -&gt; Unteroffizieu aus Erlangen und eine ledige Geschästsleiterin aus Naila mit Verletzungen an der Pulsader bewußtlos aufgefunden .Beide wurden in das Krankenhaus überführt. Ter Unteroffizier hat sich und seiner Geliebten mit ihrem Einver­ ständnis die Verletzungen beigebracht. 1 Echptosion eines PnlverWmPpens. In Has­ pe bei Berlin erbrachen drei Schüler einen mit Pulver gefüllten Raum und brachten Pulver zur EMosivn. Tas Lager flog in die Luft, wobei die Mchhler getötet wurden.</p>
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          <p>Vorsitzender: Bürgermeister Dr. H e r t e r ich.^ Kreitag, den 8. Rboember. Ein Bürgerrechtsgesuch des Hrn. Heinrich, Rtotheigner mutzte abschlägig verbeschieden werden, da der Gesuchsteller nicht die vorgeschriebene Zeit in Landshut gewohnt hat. Rückioergütet wird der Malzausschchag sür 37 Hektoliter Feldbier und 91 Hektoliter Kriegsbier,, das bei dem Kellereinsturz der Brauerei Kellner zu Verlust gegangen ist. Eine Abmarkung zwischen der Firma Sommer umd der Stadt wird genehmigt. Die E r ö j f n u n g der verlängerten Lud­ millastraße und der Straße Nach 6 regt anläss­ lich, eines Waugesuches die Firma Kratsch an. Ta dies nicht erfolgen kann, beschloß der Ma-. gistrat einem weiteren Gesuchs Folge zu lei­ sten und die Randsteine für den Gehsteig an der Ludmillastraße zur Verfügung zu stellen, die von der Firma Kratsch aus eigene Kosten anzubringen sind. , , ( f i , Sitzung des Stadtmagistrats Landshut.</p>
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          <p>Stadttheater. "Der Hutmajchjer Sr. Durchlaucht", Sing­ spiel in 3 Akten von Dr. Gustav Quedenfe,ldt, Gesckvgstexte von Theo. Gallon, Musik von Josef Snaga. Erstaufführung am 9. Novem­ ber 1918. Tie Freunde und AnWnger dev modernen Operette sind in ihrer Anspruchs­ losigkeit immer weiter zurückgegangen. An Stelle eines logischen Vorganges befriedigt man sich an geräuschvoller Musik mit Tanz und sonstigen Gliederoerrenkungen, die von den Darstellern mehr Akrobatik und sonstige Kunstzstüchchen als Stimme und Schauspieltalent ver­ langen. Herr Tr. Quedenseldt ist schon mit einigen Librettos Hiervorgetreten, wie z. B. Wehrpflichtige Braut, Herzdame, und ist diesen entschieden der Vorzug toor seinem "Hutmacher" zu geben. Tie Handlung ist in drei Akte Hineingezwängt und läßt vor allem den un­ mittelbaren Zusammenhang vermissen, so daß fijs'i die einzelnen Akte nur als lose Bilder präsentieren und so an das Kombinakionsvermögen der Hörer ziemliche Anforderungen stel­ len. Eine Verwechslungsgeschichte mit dem üb­ licken Sichkriegen des Liebespaares durch Ein­ greifen Sr. Tnrschlaucht, eines verzeihenden und versöHnenden Operetten-Tuodezfürsten, Shluß Und Jubelchor bilden die Hauptmomente des die Operette umschreibenden Singspieles. Tie Musik Snagas weist maulhoriginelle Piecen auf, ohne jedoch, das Empfinden eines im Ge­ höre bleibenden, populären Opus zu hinterlas­ sen. Um die musikalische Einfälle des Kom­ ponisten besser verstehen und bewerten zu kön­ nen, müßte man das Werk von einem stärker besetzten Orchester hören, das durch eingehendes Proben strengeren Rhythmus gewährleistet. Auch, durch Ausstattung und Komparserie wäre no ick manches zu heben. Kapellmeister Bader be­ mühte fisch, ein einheitliches Zusammengehen des Orchesters und der Darsteller zu erreichen, doch wollte ihm dies nicht immer gelingen. Auch der Prosa hätte man mehr Feschalten am Ma­ nuskript und weniger Improvisation ge» wünscht. Tie singende Liebhaberin war dies­ mal Frl. Mikulska zugefallen, die ^sisch, mjit bekannter Routine in das ungewohnte Fasch) gesck,ickt hineingefunden hat. Tie Saubrettenpartie der Lene Hjatte man Frl. Koller an­ vertraut, die weder stimmlich noch darstellerisch än die erstgenannte Vertreterin herankonnte. Ter Geselle Fritz ist eigentlich, der Buffo,stimm­ lich, erfreute Herv Tr. Ouedenseldt damit, darstellerish) hätte ich sie lieber in Händen des humvrbegabten Hrn. Varndal gesehen/ dev den Hofschneider Advlar, eine für die Handlung ebensowenig begründete Higur wie die Lene, durchs treffliche Komik in den Vordergrund des Interesses stellte. Tie charakterkomische Rolle des Hutmckchers Voll vertrat Herr Weigel, wäh­ rend die drastische Hrn. Koller zugefallen war; ein gegenseitiger Tausch wäre entschieden für beide zum Vorteil gewesen .Auch, die kleineren Mollen waren besorgt, Int Sinne des Regis­ seurs und Autors zu mimen. Täs spärlich) besetzte Haus schien sich gut zu unterhalten und nahm des öfteren Gelegenheit, den Tarstelleru wie dem Autor Beifall zu zollen. Hg.</p>
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          <p>Die Waffen ruhen. Ei« Hilferuf Bayerns an Wilson unb die Miierteu — Anschluß Deutsch-Oesterreichs an Deutschland. - Brixeu von Italienern besetzt.</p>
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          <p>In der Naht zum 11. November sandte die Regierung des Volksstaates Bayern nahe­ stehende Kundgebung telegraphisch; an denBundesrat in Bern, mit der Bitte um Uebermittlung an Wilson, die Regierungen Frankreichs Englands und Italiens: ; ; Bundesrat Bern. 1 ' z J&gt;chj bitte .Sie, die nachfolgende Kundge­ bung an den Präsidenten Wilson, die Re­ gierungen Frankreichs, Englands und Italiens zu übermitteln junb sie zugleich in der Schweizer Presse zu verbreiten: An die Regierungen und Völker Ameri­ kas, Frankreichs!, Englands;, Italiens, an die Proletarier aller Länderst Tas bayerische Volk hat zuerst in Teutsch­ land, unter Führung von Männern, die seit Beginn des Krieges den leidenschgstlichsten Kamps gegen die frevelhafte Politik der deut­ schen Regierungen und Fürsten geführt ha­ ben, in einer stürmischen und born endgültigen Erfolg gekrönten revolutionären ErhebungAlle und Alles beseitigt, was schuldig und mit­ schuldig an dem Weltkrieg war. Bayern hat sich! als Volksstaat proklamiert. Tias ganze Volk begrüßt jubelnd seine Erlösung. Tie anderen Staaten Teutschlands folgen in unaufhaltsa­ mem Trange unserem Beispiel und begrüßen damit zum erstenmale eine wirkliche innere Einheit Teutschlands. ; In diesem Augenblick stürzt auf die junge Republik Bayern die Veröffentlichung derWafsenstillstandsbedingungen der alliiertenMäjchte herein. Alle Hoffnungen, die wir durch den Erfolg der Revolution hegen durften, sind da­ mit zerstört. Tie neue Republik wird, wenn diese entsetzlichen Bedingungen unabänderlich! sein sollten ,in kurzer Zeit Wüste und Chaos sein. Wir verstünden wohl die Empfindungen, die die alliierten Mächte veranlaßten, solche Bedingungen zu stellen, wenn sie damit die Schuldgien treffen würde. Tie deutschen Auto­ kraten und Militaristen verdienten keineSchouung. Jetzt aber hat das Volk sich! befreit Bayern an die Entente. und die Bedingungen, die ihim setzt auferlegt werden, bedeuten seine Vernichtung. Werden die Forderungen aufrachterhalüen, so gehen wir Zuständen entgegen, die keine Menschliche Phan­ tasie fisch vorstellen kann. Eiine anarchistische Auslösung aller Verhältnisse ,die gerade die bayerische Revolution durch; d»ie Schaffung ei­ nes in sich; gefestigten VoWstmates verhindern wollte, würde die notwendige Fotze sein und die Herrschaft machtlos sich aulslösender Millionenheere würde eine geistige und sittlicheBerwilderung, eine Ipolitisch-soziarle Besessenheit herbeiführen, die auch in das Gebiet der Sie­ ger verheerend übergreifen Würcde. ' Tas darf nichjt geschehen.. Tie demvkratisjchen Völker dürfen nicht wollten, daß die revo­ lutionäre Schöpfung der deutschen Tenwkratie durchs die Schonungslosigkeit der Sieger ver­ nichtet wird. Jetzt ist die Stunde gekommen, wo durch, einen Akt weitausblickender Groß­ mut die Versöhnung der Völker herbeigeführt werden kann . Vc.'^ttzt in der Schöpfung der neuen Welt den Haß, der in der alten erzeugt worden ist. Ter Völkerbund, der das gemein­ same Ideal der 'Menschheit geworden ist, kann niemals werden, wenn er bbeginnt mit der Ausrottung des jüngsten Gliedoes demokratischer Kultur. Wir beschwören Euch, wie Regierungen, wie die Völker, in einer Tat erhabener Selbst­ überwindung, die für Alle verhängnisvolle Li­ quidierung des Weltkrieges in gemeinsamer Ar&gt;beit der Sieger und Besiegten zu unternehmen. Tiefes schwere Werk würde die erste Handlung des neuen Völkerbundes sein und ihn damit be­ gründen. Tie alliierten Demokratien dürfen nicht vergessen, wie viel stumm ertragene Opfer unzähliger namenloser.Teutscher seit Beginn dieses Krieges in klarer Erkenntnis derSchuld gebracht worden sind. Und die Regierungen der alliierten Mächte dürfen nicht die Verantwor­ tung vor den proletarischen Massen überneh­ men, die Internationale in dem Augenblick wieder zu zerstören, wo sie si;ch, innerlich zu­ sammengefunden hat. Tas Schicksal der Mensch­ heit liegt in den Händen der Männer, die jetzt verantwortlich! sind für die Herbeiführung des Friedens und die Neugestaltung der zerrütte­ ten Völker., ( s j &gt; Mün sch e n, den 10. November 1918. Tas Ministerium des bayerischen Bolksstaates. Kurt Eisner.</p>
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          <p>Aus Bayern. Im Jntcresir -er Gesamtheit in -rn Dienst -es Volkssiaatcs. : CH. München, 11. No'o. Mit Genehmi­ gung des Ministers für militärische Angelegen­ heiten gebe ich, nachstehendes bekannt: Tie Not des Landes zwingt alle Staatsbe­ hörden, insbesondere auch, die Militärbehörden, zur Ermöglich,ung der Versorgung des Feldund Besatzungsheeres und der geregelten De­ mobilmachung unter Wahrung ihrer Gesinnung und Ueberzeugung im Interesse der Gesamtheit sich, rückhaltlos und ausrichtig in den Tienst des Volksstaates zu stellen. Der Treueid der Offiziere setzt hierzu eine Genehmigung Seiner Majestät des Königs voraus. Ter Versuchs diese zu erhalten, scheiterte an betn Umstande, daß Seine Majestät zurzeit nicht auffindbar ist. Eine weitere Verzögerung hätte die schlimmsten Folgen für das Land. Im Einver­ ständnis jjtit dem Herrn Minister richte ich da­ her an alle Angehörigen des Besatzungsheeces die Bitte, entsprechend der gestern ergangenen .Aufforderung ihre bisherigen Tienstaufgaben weiter zu erfüllen. Tie Befugnisse der Solda­ tenräte hinsichtlich Besetzung der Offiziersstel­ len werden baldigst geregelt werden. Bis zur Regelung der Stellung der Regierung des Wolksstaates Bayern zu den übrigen Teilen des deutschen Volkes haben wir uns entschlossen, auf das Tragen der deutschen Kokarde zu ver­ zichten und den 12. November ab den Tienst in Uniform zu versehen. 1 1 1 (gez.) Freiherr von Speidel. , Kronprinz Richppcjcht aus Wr Flucht? WTB. Amsterdam, 11. Nov. "LesNouvelles" im Haag meldet, daß die deutsche Garni­ son in Lüttich, gemeutert, alle Offiziere abge­ setzt und die rote Flagge an verschiedenen Stel­ len gehißt habe, besonders auf dem Bahnhof Guillemens und auf den Engelbertwerken. An verschiedenen Stellen hätten sich bereits eng­ lische Fahnen gezeigt. Kronprinz Rupp recht und das Generalgouvernement sollen auf der Flücht sein. 1 Kundgebung -er liberalen Organisationen Münchens. München, 10. Nov. Ter Hauptausschuß des Verbandes der liberalen Vereine Münchens trat am Sonntag vormittags zu einer stark besuchten Vertretersitzung zusammen, die nach eingehender Beratung, an der sich, auch die liberalen Münchener Abgeordneten beteiligten, einstimmig folgende Entschließung faßte: * "Tie eingetretenen Verhältnisse haben uns vor neue große Ausgaben gestellt. Tie bis­ herige Regierung ist unter Bruch verfassungs­ mäßiger Rechte gestützt worden. Wir stellen uns aber aus den Boden der neuen Tatsachen und sind bereit, zur Verhütung von Verwir­ rung und unsäglichem Unglück einen geord­ neten Neuaufbau des Staates mit allen Kräh­ ten zu unterstützen. Wir stehen aus dem Boden der unbedingten Erhaltung der ReichDeinheit, fordern volle Presse- und Versammlungsfrei­ heit für alle Satatsbürger aller Richtungen ünd aller Anschauungen und sehen ist dem so­ fortigen Wiederaufbau unseres Wirtschaftsle­ bens mit Hilfe von Notstandsarbeiten durch, Staatsaufträge, durch geordnete Temobilisierung, durch, großzügige Lösung der Wohnungs­ frage, durch, eine durchgreifende Sozialpolitik, durch, Sicherung der Volkserstöhrung, durchWiederaufrichtung der darniederliegenden Hand­ werks- und Gewerbebetriebe die nächste wichtigste Ausgabe, die gelöst werden muß. Zu ihrer Durchführung müssen wir auch unsere Kräfte zur Verfügung stellen. Wir fordern, daß die Neuwahlen zur Nationalversammlung sobald als möglich, in voller Freiheit und unter betn* Schutze aller Staatsbürger aus dem Boden der' Verhältniswahl mit gleichem Wahlrecht für j alle Männer und Frauen Durchgeführt werde.! Aus Grund des Ergebnisses dieser Wahlen, Vas von der jetzigen Regierung und allen Staats-! bürgern anzuerkennen ist, ist eine neue Re­ gierung zu bilden. Tiefe neue Volksvertretung! hat die Statsjorm zu bestimmen. t Tie Ereignisse haben den seit langem int! freiheitlichen Bürgertum vorhandenen Willens zum Zusammenschluß zu einer einheitlichenPartei reis zur Tat gemacht. Die Konstituierung! einer Teutschen Volkspartei durch Zusammen­ schluß der liberalen und sortschrtttlichen Rich­ tungen und Parteien im Reiche Grund ei* nes wahrhaft demokratischen und sozialenPro| gramms hat so schnell wie möglich zu erfolgen, 1 um dem freiheitlichen Bürgertum in Stadt | und Land den ihm nach, seiner Zahl und wirtt schaftlichen wie geistigen Leistungsfähigkeit zuI kommenden Einfluß zu sicherm.Wir erwarten, $ daß Bayern hierin vorangeht." I Außerdem wurde auch noch folgende E«t£ schließung angenommen: | "Ter Haupckausschutz des Verbandes der | liberalen Vereine Münchens fordert die ErI gänzung des Arbeiter-, und Soldaten- und I Bauernrates zu einem Volksrat durch Zuzie1 hung der bisherr nicht vertretenen Kreise des | Volkes aus den politischen und wirtschaftlichen I Organisationen des Landes und beauftragt die Mitglieder Hübsch, und Dr. Quidde, in Diesem Sinne zu wirken." ' ' In nächster Zeit soll auch eine große öffentliche Versammlung veranstaltet werden, in der Dr. Quidde, Hübs ch und Tr. Hohmann sprechen sollen. 1 5 Die Stellung -er Zentrumsipa rtci. München, 10. Nov. Tie Münchner Zen­ trumspartei richtet an ihre Mitglieder nachste­ henden Aufruf: i , , Große Veränderungen Wh weittragender Bedeutung haben sich, in den letzten Tagen in München vollzogen. Niemand wird von den Anhängern der Zentrumspartei verlangen kön­ nen, daß sie die Prinzipien ihrer Weltanschau­ ung und die Grundsätze der Partei änbertt, Wohl aber fügen wir uns den gegsbenen Verhältnissen und fordern daher alle unsere Parteifreunde aus, die Ruhe: zubewahren. Das Wohl unserer Stadt verlangt ebenso wie früher die volle Hingabe an die Interessen unseres Volkes. Darum gehe jeder in gewohnter Weise seinem Berufe narch, und tue seine Pflicht.Schwere Zeiten stehen - uns bevor wenn es nistt ge­ lingt, die Knapspheit der Lebensmittel zu überwinden. Tarum ist Sparsamkeit undHäuslichkeit mehr denn je vonnöten. _ ' Von den gegenwärtigen Leitern der Regiertmg erwartet die Zentrumspariei, daß sie jedem Mitbürger Leben und Eigentum schützen; daß sie die proklamierte Freiheit den Mit­ gliedern aller Parteien zukommen lassen, und daß sie gemäß ihrem Programm wie jeder Konsession, so auch, der katholischen Kirche und ihren Einrichtungen .den notwendigen Schutz und die volle Entfaltung aller ihrer Kräfte gewährleisten. Kommt dann der Tag der Wahl, so werden wir unsere Parteifreunde in Stadt und Land zur Wahlurne rufen, in der züversi,Etlichen Hoffnung, daß dann keiner unserer Gesinnungsgenossen in dieser entscheidenden Stunde fehlen wird. l ' - f Eine neue politische Partei i« Payern. In München bildete sich ein Komitee vvnKatholiken, das die Gründung einer christlich-demokrattschen Patrei" vorbereitet. Das Kosttitee veröffentlicht einen Aufruf an die bayeri­ sche Bevölkerung zum Beitritt, in welchem es heißt: "Ter Namen der neuen Partei ist im wesentlichen ihr Programm. Auf dem Bo­ den der gegenwärtigen Staatssorm, die wir nicht herbeigeführt haben und nicht verhindern konnten, treten wir ein für den Völkerbund und alle Bestrebungen zur Versöhnung und Annäherung der Nationen, für die wirtschaft­ liche und kulturelle Hebung der Arbeiter-, Bauern- und Mittelstandes, wie für alle sozial Schwachen und für Ausgleich 6er Gegensätze in ,den einzelnen Ständen, für alle freiheitlichen und demokratischen Reformen Im Rahmen un­ seres religiösen und politischen Programmes." .Unterzeichnet ist der Ausruf von Joses Kral, 1. Vorsitzender des Zentrumsvereines Münchvn-Giesing. I i ' • Tie Beamten «« b die Vage. Tie Beamten der Ministerien, der Aus­ schuß des Zentralverbandes der Gbmaindebe.amten, der daher. Beamten- und Lshrerbund und die Veekvhrsbeamten haben der neuen /Regierung W» Mtarbsst jugefichrrt. t &gt;</p>
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          <p>' [ Gärung in Holland. ) | Haag, 10. Nov. In der letzten Sitzung der holWndischjen Kammer gab es einige Ent­ hüllungen .Tr. Markant erklärte, die Unzu­ friedenheit nehme anchj unter dem holländi­ schen Heere zu. Tie Kieler Ereignisse könnten sehr wohl sitz in Holland wiederholen. ' Tie Schweiz rüstet sich. 1 1 Bern, 11. Nov. (Schweizer TepeschenAgentur.) Angesichts der allgemeinen inneren und äußeren Lage ordnete der Bundesrat die sofortige Mobilisation einer Anzahl t.fon Kör­ pern der 1., 3., 4.,;, 5. imb 6, Tibision an) Augenblicklich, ist die Lage ruhig. Ter Bundes­ rat berief für Ttenstag den '12. Nobember vor­ mittags 11 Uhr die Bundesversammlung ein. Ter Bolfsipwismus in Norwegen. G en f, 11. Nov. Nach. einer Temp-meldung ist der ehemalige bolschewistische Vertreter in Ehristiania, Bettler, zurückgetreten. Er soll sich in Stockholm als Schneider niedergelassen hüben. ( 1 T ' &lt; [</p>
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          <p>Aus Polen. Gegvn PilsudM. Gen f, 9. Nov. Wie das hiesige polnische Informationsbüro berichtet, sühiren die Bol­ schewik eine Kampagne gegen die Rückkehr des zum! polnischen Kriegsminister ernannten Ge­ nerals Pissudstt, dtz sie in i&gt;h!m&gt; den Mann se­ hen, der die Anarchie in Polen verkünden wird.</p>
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          <p>Mllionen Kronen angerichtet .Vielfach betei­ ligten Mi auch die Holnischen Legionen an den Plünderungen. 1 Äte Italiener j« Aara. Wie das Giornale d'Jtalia aus Triest vernimmt, lief um halb 3 Uhr ein italienischjes Torpedoboot int Hafen tofon Aara ein. Unver­ züglich! wurde überall die italienische Flagge gelhtßt. Tie Denkmäler von Franz Josehh und Togethosf wurden von der Menge umgestürzt. Tie Südslaven erklärten, der italienischenHerhschast huldigen zu wollen. — Tie Italiener sollen auch, Lucinpiccplo besetzt hüben.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. -Achtstündige Arbeitszeit in den staatlichen Betrieben Bayerns. In allen bayerischM Staatsbetrieben wurde ab gestern den II.Nov. der achtstündige Arbeitstag zur Einführung gebracht. Das Mitglied des Arbeiter- undSoldatenrates, Gewerks,cho)tssekretär Horlacher,gstb diesen Beschluß der neuen Regierung bei der Massenkundgebung des Kerkehrspersonals am Sonntag nachmittags unter stürmischem Bei­ fall bekannt, i 1 i I Tie bayer. Lebensmittelversorgung. Tas Ministerium des Innern hat in einer Be­ kanntmachung daraus hingewiesen, daß die ge­ genwärtige Ordnung in der Versorgung der Städte und des ganzen Landes mit Lebensmit­ teln und mit sonstigen Bedürfnissen des Tages bis aus weiteres aufrecht erhalten bleibt. Es hat angeordnet, daß bis aus weiteres die sämt­ lichen Stellen, die bisher mit der Versorgung der Bevölkerung, sowie mit der Ueberwahung und Regelung des Verkehrs mit Gegenständen des notwendigen Lebensbedarses betraut ivaren, weiter arbeiten. ( Ausgeplünderte Osfiztcrsbagage. Am Frei­ tag vormittags traf das zum südlichen Grenz­ schutz bestimmte Landsturmbataillon Murmann aus Sschweinsurt in München ein, dessen Weitersähvt durch den eingetretenen politischenUmsturz verhindert wurde. Während des Auf­ enthaltes Des aus 19 Offizieren, 911 Mann, 61 Pferden und 27 Fahrzeugen bestehenden Baatillons im Münchener HauptbahUhof wur­ de der Waggon mit der Osftziersbagage geöff­ net, die Koffern wurden gewaltsam erbrochen und ihres Inhalts beraubt, so daß die Offiziere nur mehr die Bekleidung und Wäsche behielten, die sie aus dem Leibe trugen. Durch die an der Plünderung beteiligten Weiber wurden leider auch, die Soldbücher der Mannschaften usw. im weiten Umkreise verstreut. Für die Batail­ lonskasse waren vor der Abreise von derReschsbankstelle 80 000 Mk. angefordert, aber wegen Mangels an Zahlungsmitteln nur 25 000 Mk. ausbezaWt worden, die bei der Plünderung ebenfalls abhanden gekommen sind.</p>
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          <p>er) ui sie den 'Antragsteller aber, nicht auf so­ fortiger Beschlußfassung zu bestehlen, da er Uebersttirzung nicht liebe. Tie Angelegenheit solle jfttr die Ttiäl Ute Sitzung wrheroten werden. —* Die Kreisackerbauschule Schönbrunn begann ihr Schuljahr mit 80 Schillerst. 59 stammen aus Nieder- und Oberbayern, 8 aus Schwaben, 4 aus der Oberpfalz, 3 aus Oberfranken, 2 aus Mittelsranken, 2 aus der Rcheinpsalz, 1 aus Baden und 1 aus SachsenWeimar. 1 _ '</p>
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          <p>bei der Verladung der Züge zu ihrer schnellsten Beförderung an die Front. Jede Beschlagnah­ me von Eisenbahnwagen oder ihrem Inhalt, sowie überhaupt von irgend welchen Lebens­ mitteln darf unter keinen Umständen geschehen und ist von größter Gefahr. , f t ' Ter Arbeiter- und -Soldatenrat München. $te Kriegsanleihen werden niW annulliert. Berl n, 11. Nov. In der Provinz wird das Gerücht verbreitet, daß die gegenwärtige Regierung, der Rat der Volksbeauftragten, die Absicht habe, die Kriegsanleihen zu annullie­ ren. Die Regierung legt Wert darauf, dieses Gerücht auf das bestimmteste zu dementieren. TeuWt-Oesterreich schließt sich, an SentWr land iw. j 1 Wien, 11. Nov. Ter Staatstat hat ein­ stimmig den Anschluß Teutschj-pesterreichs an das Teutsche Reich beschossen. Ter Beschluß wurde unter dem unmittelbaren Eindruck der Ereignisse in Berlin gefaßt. Maßgebend war auch, der Umstand, daß Krön lande r wie Tirol und Salzburg sich bereits für den Anschluß ausgesprochen haben und daß diese Tendenz in allen deutschen Gebieten Oesterreichs, beson­ ders in Deutschs-Böhmen, zahlreich« Anhänger besitzt. ' &gt; I ! Eine Kundgebung Kaiser Karls. Wien, 11. Nov. Ter Kaiser- erließ fol­ gende Kundgebung: Seit meiner Thronbestei­ gung war ich, unablässig bemüht, mein Volk aus den Schrecknissen des Krieges herauszufüh­ ren, an dessen Ausbruch, ich feineiriet Schuld trage. Ich, hckvs nicht gezögert, das werfassungsmäßtge Leben wieder herzustellen und habe den Völkern den Weg zu ihrer selbständigen staatlichen Entwicklung eröffnet. Mach wie vor von unwandelbarer Liebe für alle interne Völker erfüllt, will ich ihrer freien Entfaltung meine Person nicht als Hindernis enhgegenlstellen. Im Letzte Posten. i Ungestörter Verkehr dringend notwendig. München, 12. Nov. An die Arbeitetund Soldatenräte Bayerns! Sweben kommt die Nachricht, daß die Versorgung unseres Westheeres mit Lebensmitteln auss schwerst bei­ droht ist. Sorgt sofort mit allen Kräften da­ für, daß der Gesamtoerkehr auf allen BjahnMen und Strecken ungestört vor sich geht. Helft Voraus erkenne ich, die Entscheidung, hie Teutschk-Oesterreich über seine künftige Staats­ form trifft, an. Das Volk hat dur,ch seine Ver­ treter die Regierung Übernommen. Ich! verzich­ te aus jeden Anteil an den Staaztsgeschäften,. Gleichzeitig enthebe ich Meine österreichische Re­ gierung ihres Amtes. Möge das Volk von Deutsche-Oesterreich in Eintracht und Versöhn­ lichkeit die Neuordnung schaffen und befestigen. Das Glück meiner Völker war vo« Anbeginn das Ziel meiner heißesten Wünsche- Nur der innere Friede kann die Wunden oieses Krieges heilen. • , ■ Karl, m. p, | Lammaschj, m. p. 1 I ®ir. Viktor Adler f. \ Wien, 11. Nov. Dr. Viktor Adler, der von der Internationale hochverehrte Begrün­ der und Führer der Teutscht-österretchischen So­ zialdemokratie starb heute in Wien an einem schweren Herzleiden im 67. Lebensjahre. Tie Revolution brachte Adler an die Spitze des Staatssekretariats des Aeußern. 1 ' Eer Rückzug der Bayern. Wien, 11. Nov. Tie "Korr. Herzog" meldet aus Innsbruck: Tie Bayern setzen ihren Rückzug aus Tirol fort und räumten Bereite den Brenner, über welchen die Italiener in Autos folgten. Tie Italiener organisieren in Südtirol allmählich, den Abtransport und die Abrüstung der Truppen in die Heimat. Zur­ zeit sollen sich, etwa noch 300 000 österreichi­ sche Soldaten in Südtirvl befinden. 1 1 Brixen dv« Italienern besetzt. Innsbruck, 11. Nov. Einer Meldung der "Innsbrucker Neuen Mopgenzeitung" zu­ folge, wurde die Stadt Brixen gestern von den m Italienern besetzt. '</p>
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          <p>Bekanntmachung. Es ist absolut nötig, daß die Abgabe tun Rauchwaren eiagchchrSnbt wird. Wenn das nicht geschehen würde, wären die vorhandenen Vorräte in kurzer Zeit ausverkauft und die Versorgung der hiesigen Bevölkerung mit Rauchwaren auf lange Zeit hinaus unmöglich. Ebenso könnten die vom Felde heimkehrenden Soldaten nicht mehr versorgt werden. Dev Arbeiter- tmb Soldatenrat: gez. Wagner, Leutnant. Holl, 1. Vorsitzender. Mayer. 3531</p>
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          <p>Die Umwälzung im Reiche. Berlin, 10. Nov. Unter den Linden wur­ de hatte morgens dreiviertel 9 Uhr wie die "B. Z. ja. M." meldet, ein allgemeines Gewehrnud Maschjinengewehrseuer eröffnet. Im Zeug­ haus, in der Bibliothek, im Cafe Bauer sowie im Cafe Viktoria haben sich noch Gegner des Arbeiterrates verschanzt .Alle Zugangsstraßen zu den Linden sind gesperrt. Tas Feuer wird von der Roten Garde vom Opernhaus und vom Schlosse, sowie von den übrigen Querstraßen erwidert. Bei der Verteidigung des Murstal­ les, wo in der ganzen Nachjt geschossen worden war, bedienten fitlfjj die Verteidiger des unter­ irdischen Ganges, der vom Marstall in das Schloß führt, besetzten einige Räume desSchlost ses, die fisch bereits in den Händen der Roten Garde befanden. Auch; die Siegessäule soll noch in den Händen der Verteidiger sein. Auch, am Bsthühof Friedrichstvaße kam es heute nacht und in den Vormittagsstunden zu einemFeuergesechh. Von 2 Uhr nachts wurden von den Tjchchern der Häuser an dev Friedrichstraße zum Bahnhof Friedrichstratze geschossen. Es handelt sich; dabei zweifellos um kaisertreue Offiziere, die bis zum äußersten sich, zu ver­ teidigen entschlossen sind. Heute morgens halb 9 Uhr rückten große Gruppen Soldaten zü Fußj und Lastautos an. Ein heftig einsetzendes Maschfnengewehrseuer brachte jedoch weder den Soldaten nojch den Zuschauern Verluste, doch haben die Häuser zumteil stark unter der Be­ schießung gelitten. Um 11 Uhr rückten noch immer neue Soldatentrupps an. Tie neue deutstchje Regierung besteht aus folgenden Volkskommissaren: i Ebert, Landsberg;, Scheidemann von dev sozialdemokratischen Partei Teutschlands, : Haase, T-ittmann, Barth von der unabhängigen sozialdemokratischen Partei. , i Veränderungen in der Berliner Presse. Ter ehemalige "Berliner Lokalanzeigerch er­ scheint jetzt als Organ der Spartaküsgrpppe;. — Tie "Nordd. Altz. Zeitung" erscheint heute unter dem Titel "Internationale"! Tas Blatt gibt bekannt, daß an der Erscheinungsweise sich, vorläufig nichts ändern. Württemberg Republik. I Stuttgart, 11. Nov. Am Samstag ge­ gen Abend wurde im Landtag eine neue provi­ sorische Regierung gebildet .Sie hat, wie der "Vorwärts" meldet, die Republik erklärt. — Von anderer Seite wird gemeldet, daß das kgl. Schloß besetzt ist; die Königssamilie ist abgereist. , l Aufhebung der MonnrMe in Sachsen. Dresden, 11. Nov. Gestern vormittags versammelten sich, im Zirkus Sarrasani die Vertreter des Arbeiter -und Soldatenrates.Ter Landtagsabg. Fleischner verkündigte dann sol'-genben Beschluß des Arbeiter- und Solda­ tenrates: "Tie sächsische Monarchie hat aufgehört zu bestehen. Tie Erste Kammer gilt als nicht mehr vorhanden, die Zweite Kammer ist sofort auszulösen, an ihrer Stelle ist sofort eine Na­ tionalversammlung auf Grund des ReichstagsWahlrechts für Männer und Frauen einzuberu­ fen. Tiefe Istationaloersammlung wird alles weitere beschließen." Mit endlosem Beifall nahm die Versamm­ lung diese Mitteilung auf. Eine rote Flagge soll auf dem kgl. Schlosse aufgepflanzt werden, Ter König befindet sich; außerhält T;resdens. Ter Großherzog von Hessen in Schutzhaft. } Berlin, 11. Nov. Tie "Rote Fahre" mel­ det aus Tarmstadt: Ter Großherzog von Hes­ sen befindet sich in Schutzhaft.</p>
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