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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-11-18"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 315</biblScope>
          <date when="1918-11-18">1918-11-18</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>gert. Aus den verkauften Maschinengewehren sollen die Soldaten alsdann beschossen worden sein. ; i</p>
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          <p>i Lebensmittel für DesterreW. WTB. Wien, 16. Nov. Tie ungarische Regierung hat aus Grund der in den letzten Tagen stattgehabten Verhandlungen den Zu­ schub von 100 Waggons ungarischen Mehls und die Freigabe toJon etwa 500 Waggons Getreide rumänis cher utitb türkischer ^Herkunft zugesagt, welche Mengen sich in auf der Tvnau schwim­ menden Schleppern befinden, die von Teutsch­ land an Teuts ch-Oesterreich abgetreten worden sind; einige dieser Schlepper sind bereits in Wien angelangt. ■ &gt; FeuergeftMitc in Wien. 1 ; WTB. Wien, 15. Nov. Infolge Weiger­ ung des nachts durchfahrenden ungarischen In­ fanterie-Regiments Nr. 67 aus Enerjes, gemäß den Bestimmungen, die Waffen freiwillig ab­ zuliefern, mm es auf dem Ostbahnhof zu einem Feuergefecht zwischen den ungarischen Truppen und der Bahnhofwache. Dabei wurde ein In­ fanterist getötet, s'roei Offiziere und neun Sol­ daten schwer vorletzt. ' i Oesterreich.</p>
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          <p>Böhmen. FranzosiM» Trugen nach Prag. Prag, 15. Nov. In der heutigen Na­ tionalversammlung teilte Ministerpräsident Dr. Kramarc mit, daß eine französische Division unter dem Befehl eines französischen Generals nach. Prag kommen werde, um sich bemi tsche­ chischen Staat zur Verfügung zu stellen und die Erfüllung der tschechoslowakischen Ansprü­ che zu gewährleisten. Tr. Kramarc teilte wei­ ter mit, daß die Entente a^f «ine gerechte', Auseinandersetzung zwischen den Tschechen und den Teutschen dränge. 1 I</p>
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          <p>England. General Sinuts über die Fragie der Kolonien. General Smuts erklärte bez. der deutschen Kolonien: Veränderungen der Kriegskarte lie­ ßen die Befürchtung zu, daß sie zu einer grö­ ßeren Kriegsgefahr werden als je. Nur ein Völkerbund könnte den Frieden sichern. Einige deutsche Kolonien müßten dem britischen Rei­ che zufallen. Andere müßten im Interesse des Völkerbundes gewissen Mächten zugesichert werden. &gt;</p>
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          <p>Finnland. Koalitionsregierung in Finnland. WTB. Helsingfors, 15. Nov. In Finnland wird eine Koalitionsregierung ge­ bildet, die überwiegend republikanisch zusam­ mengesetzt sein soll, Die Verfasjfungsfrage soll nach- den im Februar oder im März vorzuneh­ menden Neuwahlen auf gesetzlichem Wege ge­ löst werden. Mit General Mannerheim sollen Verhandlungen wegen seiner Wahl zum Rei chs­ verweser eingeleitet werden.</p>
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          <p>Ukraine. 1 ' AnMüß der Ukraine an Rußland. WTB. Kiew, 15. Nov. Eine Botschaft des Hetmans an das ukrainische Volk weist auf die bevorstehende Wiederherstellung Rußlands als Föderativstaat hin und erklärt, daß die Ukraine als Glied in diesen Föderativstaat Ein­ treten werde. . ! ,</p>
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          <p>andernfalls eine Militärnnisorm. Zur ord­ nungsgemäßen Entlassung gehört die Abgabe d:c noä im Besitz befindlichen Waffen und Munition, die Inempfangnahme der Entlasfu'.'.gspapiere und die Anerkennung der Stamm­ rolle. ' i ___ i Deutsche BoMPartri in Bayern. Unter diesem Namen wurde gestern in München die Bereinigung aller liberalen und fortschrittlichen Vereinigungen in Bayern vollzogen. Geirmßregetter Bürgermeister. Tie beiden s..ödtisck;en Kollegien in Eichstätt haben in einer gemeinsamen Sitzung dem während der letzten Woche abwesend gewesenen Bürgermeister Ma­ ger ihr Mißtrauen ausgesprochen, aus dem er die nötigen Folgerungen zu ziehen habe. Bür­ germeister Mager ist inzwischen in Eichstätt wieder angekommen. Es ist ihm von dem Be­ schluß durch eine Abordnung Kenntnis gege­ ben worden, die mit ihm zuglei über die Höhe des Ruhegehalts unterhandeln soll. Ein Hirtenwort. Im Amtsblatt für die Erzdiözese München-Freising erläßt der Erzbi­ schof von München und Freising ein "Hirten­ wort an die Landgemeinden der Erzdiözese", i;: dem es u. a. .heißt: Sn che der Regierung wird es sein und eine Kraftprobe der neuen Regieru.lgskunst wird es bedeuten, die großen Vor­ räte an Lebensmitteln, die aufgespeichert sind,, vor Räubern und Räubergesellschoften zu s ätzen, die Volksernährung im Lande zu si­ chern und die Zufuhr aus dem Auslande in die Wege zu leiten. Eine Kraftprobe der neu­ en Regierungskunst wird es bedeuten, die ange­ lieferten Vorräte in den Städten in ausgleiifenber Gerechtigkeit an alle zu verteilen und mit unerbittlicher Strenge jedem Uebermaß des Genusses bei den Reichen und Armen für diesen Winter ein Ende zu machen. Von der neuen; Regierung wird weiter edrlartet, daß auch« auf den Dörfern Plünderungen verhütet werden und durch Einrichtung einer Dorstvache in den Dorfbewohnern der gute Wille zur Versorgung der Städte lebendig erhalten wird. OberbayeriWer Landrat. Ter am 11. Nov. vertagte oberbayerische Landrat wurde zur Be­ ratung über den Kreisvorans^-lag für 1919 auf Mittwoch, den 20. Nov., vormittags 10 Uhr, wieder einberufen. Tier Bayerisch^ La nt» ecss it e rw st) raus schn ß hat einen Aufruf an seine Mitglieder erlassen, in dem betont wird, daß die Gegenwart vecI.mgt, den bestehenden Verhältnissen fest ins Auge zu sehen und sich&gt; mit ihnen abzufinden'. Tie Aufgaben der Feuerwehren haben fi-.f nicht geändert, sie seien dieselben geblieben. 1 Tier erste bayerißchp Panzerzug aus dem Westen ist bereits München zurückgekehrt. Er bewegte sich' am Samstag mittags durch die Ludwigsstraße. Tie Wagen waren mit Tan­ nengrün und bayerischen und roten Fahnen geschmückt. Mit -Tücherschwenken und Gesang begrüßten die Feldgrauen die Heimat.</p>
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          <p>—* (Bitve erregte SZene Melde sich heute Nacht in der Johannisstraße ob, Wo ein ungetreues Eheweib mit ihrem uniformierten Galan in die Wohnung ihres Ehemanns einzu­ dringen«! verfluchte. Der Ehemann griff zum Revolver und schoß auf die beiden, Worauf diese unter- Schimpfen und Lärmen die Flucht er­ soffen zur "Erbauung" der Nachbarn. i • —* Großen Spektakel verübte gestern abends^ in v einer Wirts chaft ein Soldat und Handelsmann von hier, der bereits vor einigen Tagen durch, unberechtigtes Anlegen einer roten Binde mit der Angabe, er. sei Mitglied des Soldatenrates Rosenheim, polizeiliches Ein­ schreiten notwendig machte. Auch gestern mußte die Schutzmannschaft gegen ihn einschreiten. -r-* Ferkelhandel. Erlaubnisscheine zum FerEelhandel sind -für - das ganze rechtsrheini­ sche^ Ärhern giftig. i t —* Urlaubs- und Zurückstellungs--, g e s u &gt;ch&gt; e sind auch in ZuLnnst an die züiständige« Ttenststelle« zu richten, nicht an das Kriegs­ ministerium. *,Der gestri ge Sonntag brachte küh­ les MMHerbstWetter. Ter Vermehr ans den Straßen» zeigte Wieder das gewöhnliche Bild, unbeeinflußt von den Politischen Vorfällen der ätzten Zeit. Nur an der Bahnstation War der Verkehr noch, mehr als bisher vom Feldgran beherrscht. &gt; ' . « j i</p>
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          <p>Die Friedensverhandlungen. Eine Revolutionsfeier in München. — Die Internierung unserer Kriegsschiffe. - Aus - Deutsch-Ostafrika. - Warnung an die Landwirtschaft.</p>
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          <p>i , Aufruf zur Entlassung «SK dem Heere ! [ i in die Heimat^ i Berlin, 15. Nov. Es können nicht alle Soldaten des ganzen deutschen Heeres und der Flotte zugleich! entlassen werden. Es können auch! nicht alle bis auf den letzten Mann ent­ lassen werden. &lt;, j ^ Die Entlassung muß sich nach, den Berkehrsmöglichjkeiten 'richten und ordnungsmäßig vor sichj gehen. Darum Geduld und Rjuhe, bis jeder an die Reihe kommt. Im Heimatheer ist fürs erste die Entlas­ sung der älteren Jahrgänge bis 1879 ange­ ordnet. Jüngere werden folgen. Leute in un­ entbehrlichen Diensten, z. B. Gefangenenbewachung, müssen warten, bis sie ersetzt sind. Leute aus Elsaß-Lothringen, die nicht frei­ willig dienen wollen, sind sofort zu entlassen^. Leute aus dem linksrheinischen Räumtmgsgebiet und aus den Brückenköpfen können so­ fort entlassen werden, wenn sie nicht den Jah­ resklassen 1898 und 1899 angehören. ’ Wer von seiner Formation aus irgend einem Grunde abgekommen ist, sucht die nächste militärische Dienststelle auf und erbittet einen Urlaubsschein in seine Heimat oder um einen Fahrschein zu seinem Ersatztruppenteil. , Wer mit Urlaub heimfährt, sieht zu Hause nach! den öffentlichen Anschlägen und Zeitungs­ artikeln, aus denen er erfahren wird, wie er nachträglich zu seinen Entlassungspapieren und Marschgebührnisfen kommt. Bis dahin dient ihm der Urlaubsschein als Ausweis. ; z Wer von seinem Truppenteil oder seiner Ersatzformation ordnungsgemäß entlassen wird, erhält 50 Mark Entlassungsgeld. Jeder Soldat erhält einen Entlassungs­ anzug. , " gez. Göhre, der Kriegsminister Scheüch. Bei der TemobUmaschjung - j bleiben vorläufig zurück: 1 1. Alle aktiven Offiziere, Sanitätsofsfziere, Veterinärofstziere, Mlitärbeamten und Unterbeamten und Berufsunterofsiziere (Ka­ pitulanten). 4 Alle zur Durchführung der Demobil­ machung dringend benötigten Angehörigen des Besatzungsheeres. t. 1 3. Alle Heeresangehörigen, die in den Jah­ ren 1894, 1895, 1896j, 1897, 1-893, 1390 gebo­ ren sind, mit Ausnahme der Tienstuntauglichen. . - ; 4. Solche Heeresangehörige, feie, noch keine Wohnung oder keine Arbeit haben und aus diesem Grunde vorerst freiwillig! beim Trup­ penteil verbleiben wollen. ; ; &lt; Die Demobilmachung. Stzcherheit der finanziellen» Ansprüche. j Berlin, 15. Nov. Bekanntmachung: Um den umlaufenden Gerügten entgegenzutreten^ erklärt die Reichsregierung: 1. Wir beabsichtigen nickht, eine Beschlag­ nahme von Bank- und Sparkäissenguthaben, von Borräten an Geld oder Bankkstoten oder Wert­ papieren oder sonstigen offeinen oder geschlos­ senen Depots vorzunehmen. 1 2. Wir beabsichtigen nichtt, die Zeichnungen auf die 9. Kriegsanleihe odeer Kriegsanleihen überhaupt für ungültig zu erklären oder in ihrer Retchsgültigkeit anzutassten. Tie Regier­ ung beabsichtigt jedoch, die Moßen Vermögen und Einkommen auf das schärfste zur Deckung der Ausgaben heranzuziehen. 3. Gehalts-, Pensions- und die sonstigen Rechtsansprüche der in öffentlichen Diensten stehenden Beamten und Angestellten, Offiziere und anderen Personen des Soldatenstandes, der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen die­ ser Personen bleiben völlig umbe rührt und wei­ terhin in Kraft. 1 Ter Rat der Volksbecauftragen: ' Ebert. &gt; [ ; Haase.</p>
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          <p>Aus Bayern. LohnzuMjüäKe für arbeitende Soldaten. Tie arbeitsleistenden Soldaten fordern durchaus berechtigte Erhöhung ihrer längst un­ zulässigen Löhnung. Taß diese Wünsche in der Woche, die seit der Umwälzung jetzt verflossen ist, noch» nicht erfüllt worden sind, lag daran, daß das bayerische Ministerium für militärische Angelegenheiten mit Rücksicht auf die Abhän­ gigkeit des bayerischen Militäretats vom Reichs­ militäretat zuerst versuchen mußte, sich mit dem Reich, zur gemeinsamen Regelung in Ver­ bindung zu setzen. Tiefe in den letzten Tagen» wiederholt und in sehr energischer Weise unter­ nommenen Versuche mißlangen. Deshalb hat sich. Freitag der Ministerryt des bayerischen Volksstaates entschlossen, selbständig eine vor­ läufige Regelung der Frage herbeizuführen. Mach diesen Beschlüssen sollen neben der bis­ herigen Löhnung und Verpflegung die arbei­ tenden Soldaten eine tägliche Lohnzulage von 3 Mark, die besonders schwer arbeitenden eine solche von 4 Mark erhalten. Ter Ministerrat ging dabei von der Annahme aus, daß die all-, gemeine Regelung durch! das Reich in kürze­ ster Zeit zu erwarten ist, daß dann die für! diesen Zweck aus bayerischen Mitteln vorschuß­ weise verausgabten Gelder -zurückerstattet wer­ den und eine endgültige Feststellung der Sätze dann einheitlich! vorgenommen wird. ' Ministerium für militärische Angelegenheiten: Roßhaupter. 1 , 1 Kundgebung des Tircktoriums des BayeirislHien Landwirtschaftsratrs. 1. An die Ictnbto. Kreisausschüsse und an sämtliche landw. Bezirksausschüsse richten wir die Aufforderung, wie bisher sch-on, so insbe­ sondere in den kommenden schweren Wachens der Wiedereingliederung unserer Feldgrauen in das wirtschaftliche Leben der Heimat die Landwirte zur Ruhe, Besonnenheit und höchster Pflichterfüllung zu mahnen um des Vaterlandes und des Volkswohles willen, die beide in großer Gefahr sind. 2. An di« Landwirte richten wir die Auf­ forderung zur weitestgehenden Anlieferung von Lebensmitteln, um keinerlei Vorwände zu ge­ waltsamen Eingriffen zu schaf'stn. Wir mah­ nen wiederholt und dringend, jedem Schleich­ händler unnachsichtlich die Türe zu weisen, denn es wäre eine S lande Dr den Bauernstand selbst und die größte Gefahr für das Volk, wenn mit den notwendigen Nahrungsmitteln Preis­ wucher getrieben würde. ' 1 &gt; - 3. An die neue Regierung richten wir aber die dringenden Vorstellungen ü) die gewaltsame Wegnahme von Lebenswitteln am Lande durch. Unberufene zu verhindern, insbesondere unerwartete u. ! plötzliche Gewalttaten, die nur verbit­ tern und widerspenstig machten, hintantzuhalten. Sicherung und Schütz von Leben und Eigentum der Landbewohner gewährleisten allein die Nahrungsbe schafsung vom Lande, die zurzeit wich­ tigste Frage für das Volk; b) Schonung bor allem bedarf das für die Frühjahrsbestellung nötige Saatgut, so­ wie der Viehstand, vornehmlich, insoweit es sich, um Milch- und Fetterzeugüng u. um die Frühjahrsbestellung handelt; c) Zur Abfuhr der landwirtschaftlichen Er­ zeugnisse bedarf es der Bereitstellung der notwendigen Verkehrsmittel und Arbeitskräfte, denn sonst stockt die Ver­ sorgung ohne Verschulden der Land­ wirte. ! 4. Wir machen wiederholt darauf auf­ merksam, daß der bisherige Ueberblick und die Erfassung der Ernte an Brotgetreide und Kar­ toffeln zur größten Vorsicht und zur tunlichsten Sparsamkeit mahnen, i i j ! a. Wir fordern • die Mitglieder des Land­ wirtschaftlichen Vereins aus, sich zur Sicher­ stellung der Volksernährung ünd zur Wahrung der Interessen der Landwirtschaft an der Bil­ dung von Bauernräten zu beteiligen. München, den 15. Mov. 1918. Direktorium des Bayer. Landwirt schgstsrates: Mittermeier. Luschka. Steininger. Koburg will zu Bayern. i ! Alle Abgeordneten des Landtages in Koburg traten für einen Anschluß, Koburgs an die Republik Bayern ein. 1 ; . Kronprinz RupPpccht in Brüssel. Nach, dem "Lokalanzeiger" hält sich der frühere bayerische Krpnprinz Rupprecht zur Zeit in Brüssel auf, um das Eintreffen des Königs von Belgien abzuwarten. Bürgerrätc &gt; , , wurden bis jetzt gegründet in München und Augsburg. Tiefen obliegt die Vertreutng der Interessen des Bürgertums. r 1</p>
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          <p>Belgien. Die Belgier in Antwerpen. ' Ter Oberbefehlshaber der alliierten Ar­ mee hat sich, drahtlos an die Militärverwaltung von Antwerpen, an das deutsche Hauptquartier in Spa und an die 4. Armee in Antwerpen ge­ wendet und mitgeteilt, daß die Belgier am Morgen des 15. November nach Antwerpen ab­ gesandt wurden, um die Stadt zu besetzen. ! : Tie belgische Kammer. i Aus Brügge wird gemeldet, daß die Kam­ mermitglieder des besetzten Gebietes sichi in Brügge versammelt haben, und mit Zustimlmung der Regierung ein Geschäftsministerium aus 6 Katholiken, 3 Liberalen und 3 Soziali­ sten ernannten. Eine Abordnung der Födera­ tion von Antwerpen erklärte, daß, wenn die sozialistische Partei trt die Regierung einträte, der flämische Sozialist Anseele in das Kabinett mit aufgenommen werden wüßte.</p>
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          <p>, ! ; Gärung in Spanien. Madrid, 16. Nov. Man befürchtet eine revolutionäre Bewegung. Ter König erklärte, er werde sich.keiner Reform entgegenstellen^ welche das spanische Volk fordern werde. Fernhaltung deutscher Soldaten von der ' ! Schweiz. 1 WTB. Bern, 16. Nov. Bis auf wei­ teres werden entlassene Soldaten der Mittel­ mächte, die vor dem Krieg in der Schweiz ge­ wohnt haben, nicht hereingelassen, wegen der Gefahr einer Einschleppung von Krankheiten sowie die Anhäufung von arbeitslosen und aufrührerischen Elementen an gewissen Orten. Aus neutralen Ländern.</p>
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          <p>| Einigung der Liberalen jm Reich!:. Füh| rende Mitglieder der Hauptvorstände und Frak) tionen der Nationalliberalen Partei und der I Fortschrittlichen Volkspartei haben sich am 15. I November auf ein gemeinschaftliches Vorgehen I bei den Wahlen zur Nationalversammlung geI einigt. Sie setzten einen Ausschuß ein, der | das Programm für den Wahlkamps aufstellen und die Grundlage zu einer großen deutschen demokratischen Partei durch Zusammenschluß der beiden liberalen Parteien sch.afsen sol!. T«as Ende des Reichstags. Ter Reichßtags$ Präsident Fehrenbach, telegraphierte an die neue I Reichsleitung: "Gedenkt die Reichsleitung gegen die vielfach, angeregte Einberufung des Reichs­ tags für Montag oder Tienstag Einspruch, zu erheben und eventuell Maßnahmen dagegen zu treffen?" Das Kabinett erwiderte: "Infolge der politischen Umwälzung, die sowohl die Ju| stttution des deutschten Kaisertums als auch den I Bundesrat in seiner Eigenschaft als gesetzge­ bende Körperschaft beseitigt hat, kann auch der 1912 gewählte Reichstag nicht mehr zusam­ mentreten. gez.: Ebert, Haase." Wie WTB. dieser Nachricht hinzufügt, ist die Reichsregierrung mit den Vorbereitungen zur möglichst schnellen Einberufung einer konstituierenden Nationalversammlung beschäftigt. I Wachmänner heißen künftig die Schutzleute! in Berlin. Tages-Uebersicht.</p>
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          <p>Waffenstillstand und Ernährungslage. Durch die Presse ist dieser Tage eine Mel­ dung gegangen, wonach die Entente in Berück­ sichtigung der von Teutschland erhobenen Vor­ stellungen daraus Rücksicht nehmen wiill, daß die Fortsetzung der Blockade die ErnährumgTeutschf lands nicht behindern wird. Den Wasfenstillstandsbedingungen wird daher ein Zusatz, bei­ gefügt werden, daß sich, die Alliuerten und die .Vereinigten Staaten mit der Ernährung Deutschlands während des Waffenstilllstandes in dem als notwendig erkannten Umfamg besassen, werden. I , ! Tiefes Entgegenkommen ist begr:üßenswert und ein Anzeichen dafür, daß die Gedanken der Völkerverständigung und der für: alle Län­ der notwendigen Wiederanbahnung der wirt­ schaftlichen Beziehungen mehr und mehr an Boden gewinnen. Noch wissen wir «aber nicht, in welchen Mengen und zu welcher Zeeit die En­ tente uns Lebensmittel liefern tobte, wie sich! die Transportmöglichskeiten gestaltein werden, auchj wissen wir noch nicht, tote grosß mit dem Fortgange der Demobilmachung der: heimische Bedarf an Lebensrnitteln sein wird. ! Jedenfalls ist für die nächsten Monate eine Erlleichterung noch! nicht zu erwarten. Es könnte -deshalb zu großen Gefahren führen, wenn dieser Nachricht einzelne Bevölkerungskreise im Verbirauche der Lebensrnittel zu Sorglosigkeit oder Werschwendung verleiten würde. Nach; wie vorc ist äußer­ ster Sparsamkeit mit den Lebensmiitteln und strengste Durchführung der Lieferpsliccht wie der Rationierung notwendig, um Stadt und Land vor Hungersnot und ihren unabsehbbaren Fol­ gen zu schätzen.</p>
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          <p>—* (Bitve erregte SZene Melde sich heute Nacht in der Johannisstraße ob, Wo ein ungetreues Eheweib mit ihrem uniformierten Galan in die Wohnung ihres Ehemanns einzu­ dringen«! verfluchte. Der Ehemann griff zum Revolver und schoß auf die beiden, Worauf diese unter- Schimpfen und Lärmen die Flucht er­ soffen zur "Erbauung" der Nachbarn. i • —* Großen Spektakel verübte gestern abends^ in v einer Wirts chaft ein Soldat und Handelsmann von hier, der bereits vor einigen Tagen durch, unberechtigtes Anlegen einer roten Binde mit der Angabe, er. sei Mitglied des Soldatenrates Rosenheim, polizeiliches Ein­ schreiten notwendig machte. Auch gestern mußte die Schutzmannschaft gegen ihn einschreiten. -r-* Ferkelhandel. Erlaubnisscheine zum FerEelhandel sind -für - das ganze rechtsrheini­ sche^ Ärhern giftig. i t —* Urlaubs- und Zurückstellungs--, g e s u &gt;ch&gt; e sind auch in ZuLnnst an die züiständige« Ttenststelle« zu richten, nicht an das Kriegs­ ministerium. *,Der gestri ge Sonntag brachte küh­ les MMHerbstWetter. Ter Vermehr ans den Straßen» zeigte Wieder das gewöhnliche Bild, unbeeinflußt von den Politischen Vorfällen der ätzten Zeit. Nur an der Bahnstation War der Verkehr noch, mehr als bisher vom Feldgran beherrscht. &gt; ' . « j i LOkMkL i Ski« Friedensverhandtungen. Berlin, 17. Nov. Tem "Vorwärts" zu­ folge beginnen die Verhandlungen über den Präliminarfrieden in kürzester Zeit. Sie Wer­ den in Paris oder in Versailles stattfinden und.-sollen bis Januar beendet sein. Darnach wird die BevatuW des eigentlichen FriedensVertrages beginnen. ; ! t « &gt; Warnung au die Landwirtschaft. Berlin, 17. Nov. An die landwirtschaft­ liche Bevülkttmng «richtet sich ein Aufruf des Staatssekretärs des Kriegsermährungisamtes u. des preußischen LandWirtschaftsmiuisteriums, der u. a. besagt: Tire Lieferungen an Lebensmit­ teln, die durch die bestehenden Vorschriften zur Sicherung der Vvlksernährung den Land­ wirten auferlegt, sind, müssen nach Wie vor regelmäßig und in Volker Höhe erfüllt werden. Nur- das schMt- das deutsche Volk vor noch größerer Not und die landwirtschaftliche Be­ völkerung vor der Gefahr, daß ihr rechtswidrig mehr genommen Wirb, als sie jetzt pflichtgemäß zur Ablieferung zu bringen hat. * Tie Internierung unserer KriegHsjchsiffc. Berlin, 17. Nov. Ter erste Teil der für die Internierung bestimmten deutschen Kriegsschiffe hat gestern nachmittags den Kieler Hafen verlassen. Bis zum Abend waren aus­ gelaufen-: die Linienschllffe Bayern, Großer KurJnke« trat an den kleinen Tisch, auf dem eine Waffttflasche stand. (Belasst«, füllt« sie ein Glas «Mb hielt es Tam Erichs an die Lippe». Dieser trank in durstigen Zügen. "Dank," sagte er leise, und sich langsam wieder zurechtfindend, überschaute er mit klarem Blick die Sachlage«. .Verzeihe« Sie, Kapitän, daß ich Ihne« Ungelegenheiten mache/ entschuldigte er sich. "Der Doktor kommt hoffentlich bald, um mir den Arm wieder zurechtzuflicken." "Wie fühle» Sie sich?" fragte Dltlef Stöoen besorgt, "haben Sie Schmerzen?" "Gar nicht, lächelte der Doktor, der mit heim­ lichem vergnügen gewahrte, wie Jnken besonnen und vorsichtig» die- Naht seine« Rockärmel« auszutrennen begann und der hinzukommenden Magd befahl, eine Waschschüssel und Verbandszeug herbeizuholen. Mit der bald zurückkehrenden Maren zugleich trat auch der Arzt in die Hall«. » "Ei/ rief er, freundlich auf Jnken blickend, nachdem er den Arm untersucht hatte, "da finde ich Sie ja in den besten Händen der besten Pflegerin auf der ganzeu Insel. Jnken Bootje hat eine weiche, leichte Hand .... ich bin ihr schon oft an Kranken­ betten begegnet/ Jnken senkte einen Moment das Haupt. Dar Lob de»»:alten, freundlichen Mannes verwirrte sie. »Kann ich Euch Helsen, Herr?" fragte sie. "Versteht sich, Jnken Bootje. Na, die Wunde hat nichts zu sagen, aber der Arm ist gebrochen. Wird wohl ein Weilchen dauern, ehe er wieder gebrauchsfähig ist, lieber Kollege." Jnken ging dem Doktor, der klar und bestimm feine Anordnungen gab, geschickt zur Hand, und es dauerte nicht lange, da lag Tam Erichs gebrochener Arm geschient in einem sachgemäßen Verband. Tam Erichs hatte nicht gezuckt während der ichmerzhasten Prozedur. Jetzt sah er mit einem fegeneit Lächeln in das ganz erblaßte Gesicht des jungen Mädchens, das noch seine gesunde Hand in der ihren hielt, als schon der alte Doktor Abschied nehmend mit Dilles Stöoin an der Tür der Halle stand. Da zog Tam Erichs, ehe es Jnken hindern konnte, die braune, harte Hand des Mädchens an seine Lippen. Jnken schauerte zusammen. Noch niemand hatte ihr die Hand geküßt. "Sie haben heule dem Helhoog das blühende Leben gebracht/ sagte Tam mit einem seltsam inni­ gen Klang ln der Stimme. Werden Sie wieder­ kommen ?" "Ich will es versuchen. Geht es Euch jetzt bester, Herr?' "Ja, sehr gut, Kind, ich danke Each sehr." .Und Ihr werdet Urne Jürgens seine Schlech­ tigkeiten verzeihen und ihm nichts tun?" bat sie mit leisem Beben in der Stimme. "Ihr bittet führ ihn? Ihr habt thu lieb ? "Nein, jetzt weiß ich es gewiß, ich liebe ihn nicht." Es klang hart und kalt von den Mädchen­ lippen, und Tam Erichs lächelte. "Jetzt möchte ich schlafen." »So gehabt Euch wohl, Herr, und eine gute Nacht!" ..Gute Nacht, schön Jnken." Das junge Mädchen stand in der Tür der großen Hall-, die Dilles Stöoen inzwischen verlosten hatte, und blickte noch einmal mit fast glücklichen Lächeln auf den Lehnstuhl zurück, dann trat sie hastig ins Freie. Unter den dunklen Bäumen trat ihr die hohe Gestalt Ditlef Stöven« entgegen. Seine Augen blickten sie seltsam finster an. Als er aber ihr er­ schrecktes Antlitz sah, wurde sein Blick weich und mild. Ruhig und freundlich sagte er: "Hab' Dank Jnken Bootje, daß du mir den Freund gebracht." Das junge Mädchen sah voll ängstlicher Unsi­ cherheit nach ihm auf. Wollte er sie höhnen? Sie waren doch Feinde. "Ditlef", rief sie warm, ihre Hand auf seinen Arm legend, "verstehe ich dich recht'? Du zürnst nicht mehr, Du hast vergessen?' ! i (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Letzte Posten. —* (Bitve erregte SZene Melde sich heute Nacht in der Johannisstraße ob, Wo ein ungetreues Eheweib mit ihrem uniformierten Galan in die Wohnung ihres Ehemanns einzu­ dringen«! verfluchte. Der Ehemann griff zum Revolver und schoß auf die beiden, Worauf diese unter- Schimpfen und Lärmen die Flucht er­ soffen zur "Erbauung" der Nachbarn. i • —* Großen Spektakel verübte gestern abends^ in v einer Wirts chaft ein Soldat und Handelsmann von hier, der bereits vor einigen Tagen durch, unberechtigtes Anlegen einer roten Binde mit der Angabe, er. sei Mitglied des Soldatenrates Rosenheim, polizeiliches Ein­ schreiten notwendig machte. Auch gestern mußte die Schutzmannschaft gegen ihn einschreiten. -r-* Ferkelhandel. Erlaubnisscheine zum FerEelhandel sind -für - das ganze rechtsrheini­ sche^ Ärhern giftig. i t —* Urlaubs- und Zurückstellungs--, g e s u &gt;ch&gt; e sind auch in ZuLnnst an die züiständige« Ttenststelle« zu richten, nicht an das Kriegs­ ministerium. *,Der gestri ge Sonntag brachte küh­ les MMHerbstWetter. Ter Vermehr ans den Straßen» zeigte Wieder das gewöhnliche Bild, unbeeinflußt von den Politischen Vorfällen der ätzten Zeit. Nur an der Bahnstation War der Verkehr noch, mehr als bisher vom Feldgran beherrscht. &gt; ' . « j i LOkMkL i Ski« Friedensverhandtungen. Berlin, 17. Nov. Tem "Vorwärts" zu­ folge beginnen die Verhandlungen über den Präliminarfrieden in kürzester Zeit. Sie Wer­ den in Paris oder in Versailles stattfinden und.-sollen bis Januar beendet sein. Darnach wird die BevatuW des eigentlichen FriedensVertrages beginnen. ; ! t « &gt; Warnung au die Landwirtschaft. Berlin, 17. Nov. An die landwirtschaft­ liche Bevülkttmng «richtet sich ein Aufruf des Staatssekretärs des Kriegsermährungisamtes u. des preußischen LandWirtschaftsmiuisteriums, der u. a. besagt: Tire Lieferungen an Lebensmit­ teln, die durch die bestehenden Vorschriften zur Sicherung der Vvlksernährung den Land­ wirten auferlegt, sind, müssen nach Wie vor regelmäßig und in Volker Höhe erfüllt werden. Nur- das schMt- das deutsche Volk vor noch größerer Not und die landwirtschaftliche Be­ völkerung vor der Gefahr, daß ihr rechtswidrig mehr genommen Wirb, als sie jetzt pflichtgemäß zur Ablieferung zu bringen hat. * Tie Internierung unserer KriegHsjchsiffc. Berlin, 17. Nov. Ter erste Teil der für die Internierung bestimmten deutschen Kriegsschiffe hat gestern nachmittags den Kieler Hafen verlassen. Bis zum Abend waren aus­ gelaufen-: die Linienschllffe Bayern fürst, Kronprinz Wilhelm, Marlkgraf, König Albert itjnb Kaiserin, ferner die Kreuzer SeidIlitz und Moltke. | i ( 1 Aus TieutMOstäfrtka. London, 17. Nov. (Reuter.) Ter deut­ sche Oberbefehlshaber von Ostasrika von LetwwVorbeck kapitulierte. ' Amster dam, 16. Nov. Tie deutsche Streit ma (,t unter dem General von LettowVorbeck hat filx am Morgen des 14. November am Sambesiflutz, südlich, von Kasema (NordRodesia) ergeben ,i , 1 i 1 Eine Revolutionsfeier. ! t MAnchen, 17. Nov. Eine Revolntionsfeier, veranstaltet vom Soldaten-, Arbeiter- und »Bauernrat im Nationaltheater, fül.te am Sonn­ tag abends alle Plätze. Aus allen Gauen Bay­ erns «waren die Vertreter der Räte erschienen, auf; tue Minister des neuen Volksstaates und das Präsidium des derzeitigen provisorischen Parlaments hatten sich, eingefunden. Stürmisch begrüßt, Wanbte sich der bayerische Minister­ präsident Kurt Eisner an die Erschienenen und führte u. a. folgendes aus: In dem Augenblick, da Deuitschland, da Bayern vom Zusammen­ sturz bedroht War, «wollten |rtr aus Massen des Volkes die s lassende Armee der Rettung bilden. Wir wollten der Welt ein Beispiel ge­ ben, wie endlich, einmal eine Revolution, viel­ lei it die erste Revolution der Weltgeschichte, das Ideale und die Wirklichkeit vereinigt. Wir haben heute die Zuversichch/daß es uns gelingen wird, ohne Rückschlag, ohne Hemmung, ohne Gemalt den Weg zur neuen Zeit zu finden. Wir sind Demokraten und Sozialisten. Wir, die Wir eine neue Form der Revolution ge­ funden haben, «werden versuchen, auch eine ne«ue Form der Demokratie zu entwickeln. Wir wol­ len die ständige Mitarbeit aller S hassenden |n Stadt und Land. chLebh. Beifall.) Tiefe Temokratie ist heute schon Wahrheit. Tie Vergan­ genheit ist tot. (Stürmische Zustimmung.) Wir sind Sozialisten, d .h. «wir wollen die Hem­ mungen der Wirtschaftlichen Ordnung beseiti­ gen. T«oas War der letzte Krieg und indem Wir die «S baldigen an diesem Weltverb rechem beseitigtem, so gänzlich beiseite schojben, mit einer Rücksicht, die diejenigen nicht verdient haben, (Zustimmung) haben wir gezeigt, daß Wir Menschen sind. Wir grüßen jene, die un­ sere Heinde Waren, Wir senden unsere Grüße zu den 'Trnlppen Frankreichs, Englands, Ita­ liens und Amerikas. Wir wollen mit ihnen gemeinsam die neue Zeit aufbauen. Alle, die reinen Herzens, klaren Geistes und festen Wil-, lens sind, sind berufen, am neuen Werke mit­ zuarbeiten. Eine neue Zeitrechnung beginnt. Wir danken den geheimnisvollen Mächten, daß Wir yrithelfen durften, die Welt zu befreien. Tie Freiheit erhebt ihr Haupt. Folget ihrem Rufe/) (Wiederholter stürmischer Beisall.) Mit lebhaften Rusen "Es lebe die Freiheit, es lebe die soziale Republik, es lebe Kurt Eisner" schloß die eindrucksvolle Feier. Ter Empfang in der Heimat. 1 Bo»rlin, 17. Nov. Zn Ehren der heim­ kehrenden Krieger zeigen sich, die rheinischen Städte in reichem Flaggenschmuck. Tie Sol­ daten rücken in immer stärkeren Kolonnen an. Tie Durchführung der Verpflegnngsmaßregeln ist in vollem Gange. In Köln Wurden u. a. zur Unterkunft eine Anzahl von Schnlhänseru in Anspruh genommen. Ter Turchzng durch die rheinischen Grenzstädte vollzog sich bisher in vollster Ordnung und Ruhe. Tie Stimmung der Truppen ist gefaßt und zuversichtlich. Ein neuer Ansschilag? Haag, 17. Nov. Reuter veröffentlichst folgendes Londoner Telegramm: Tie Politik, die die Alliierten für die Lebensmittelversor­ gung Deutschlands und Oesterreichs einschla­ gen werden, beruht ans dem Grundsatz, daß in allererster Linie auf die Bedürfnisse der Al­ liierten geachtet Werden müsse, dann auf die der Neutralen und schließlich die der Feinde. Tste Alliierten können nichts tun, bevor sie nicht die deutschen und österreichischen Schiffe haben. NiW wünschenswert. Berlin, 17. Nov. Tie deutsche Reichs­ leitung hat nach, dem Berliner "Lok.-Anz." die SoWjetregiernng dahin verständigt, daß eine Vertretung der Räte in Berlin vorläufig nicht Wünschenswert fei. 'Ter Schweizer Gesandte in Belgien. Bern, 17. Nov. (Schweizer TepeschenAgentnr.) Ter Bundesrat ernannte zum au­ ßerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister der Eidgenossenschaft in Belgien den bisherigen Schweizer Gesandten in Frankreich Minister Tumant. | Ter Matrosenrat Miinjchpn erläßt eine Aufforderung an alle in Bayern be­ findlichen Marine-Angeh örigen, sich zum Ab­ transport nach! den Marinetruppenteilen bereit zu halten. &gt; i Grotze Solrmtenversamrnlrmg. * i g. Landshut, 16. Nov. Gestern nachmittags Wurde vom Arbeiter­ und Soldatenrat Landshnt im Bernlochnersaalo unter dem Vorsitz des Herrn Holl eine Ver­ sammlung abgehalten, Wozu sämtliche Offiziere Unteroffiziere und Mannschaften der Garnison erschienen Waren. Ta der stelln. Kriegsmini­ ster, Abg. Nimmerfall, am Erscheinen verhin­ dert war, sprach, als Vertreter des Ministeriums für militärische Angelegenheiten Leutnant Berg von Schleißheim. Er führte n. a. folgendes aus: / | 1 1 Seit 8 Tagen haben Wir die Republik. Gewaltiges ist geschehen, die Umwälzung ist</p>
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          <p>vollzogen, der Neuaufbau beginnt. Bewun­ derungswürdig war die Ruhe, kein Blut n)urde Vergossen. Stimmungen, die sehr ftörenb wir­ ken, müssen langsam verschwinden. Sehr un­ angenehm aufgefallen ist allgemein der &amp;aßi gegen die Offiziere, der nur teilweise berechtigt fft. Die vielfach; vorhandene Meinung, wir brauchen die Offiziere nicht mehr, ist falsch/ weil wir Leute zur Arbeit brauchen, nament­ lich,, wenn jdie Leute vom Felse zurückk.h.st.r und wieder in ihren Zivilberus entlassen werden sollen. Insbesondere brauchen wir hiezu die «ttiven Offiziere. Die Ositzziere haben sich, be­ reit erklärt, bei der Demobilmachung mitzu­ helfen. 'Lot, sind dazu auch Unteroffiziere und Mannschaften notwendig. Sie Mitglieder des Soldatenrates und alle diejenigen, die bei der Demobilmachung mithelfen, sollen neben der Löhnung und Verpflegung einen Zuschuß von etwa 5 Mark täglich bekommen, sodaß ihre Existenz gesichert ist. Vor allem keine Uebereilung, kein Fortdrängen, wer zu Hause nicht unbedingt erforderlich; ist, soll hier mithelfen. Wie sich, unsere militärische Zukunft entwickeln wird, ist heute noch, ganz unklar. Gestern erlebte ich in einer Münchner Versammlung, daß ein Offizier einen vollständigen Entwurf für den Neuaufbau der daher. Armee, üjbfer bett künftigen Soldatenrat usw. bis ins Kleinste vorlegte. -Das ist eine Entgleisung, eine Ver­ schwendung an Gejst und Zeit, wir haben jetzt Notwendigeres zu tun: Ordnung in die Demobilmaiung hineinzubringen und dazu brau­ chen wir unsere Offiziere und zwar solche, die unser Vertrauen haben. Es sind nur wenige, die nicht ihre Pflicht getan haben. Ter Pro­ zentsatz an solchen ist kein größerer als bei den Mannschaften. Es gibt überall ungeeig­ nete und unanständige Elemente. Ter Offi­ zier hat im Felde dasselbe geleistet wie der Mann. Eines wäre ratsam: Wenn jemand weiß, daß unter den Offizieren und Mannschaf­ ten ein Mann ist, der einen Defekt an seiner Ehre hat, der hat die Pflicht, dies zu melden, damit es unser Ministerium erfährt und die ungeeignete Persünlichjkert entfernt wird. Das wird aber immer nur. .die Ausnahme sein. Es geht nicht an, daß eine ganze Klasse Ehren­ männer heruntergesetzt wird. Das Nächstlie­ gende ist die Vorbereitung für die Demobilma­ chung. Wer soll sie machen? Das kann nur geschehen von den aktiven Offizieren, von ak­ tiven Soldaten und den wenigen, die sich, be­ reit erklären, gegen die vorgenannte Entschä­ digung zurückzuvleiben. Schließen Sie sich, so gut Sie können, als Helfer an. Aber vor allen Dingen verlieren Sie den Kopf nicht und stellen Sie fH, die Demobilisierung nicht so schlimm vor. Es ist sehr begrüßenswert, daß, sich, so viele Offiziere zu der Temobisisierungsarpeit gemeldet haben und jetzt, wenn die Not am größten ist, treu auf ihren Posten aushalten'. Es ist falsch, zu sagen, daß wir jetzt eine Weltgeschtchte machen. Die Revolution macht fif, selbst, die Weltgeschichte macht uns. Wir sollen nur nicht so töricht sein, uns ihr in den Weg zu stellen. Ebensowenig der Kranke vom Arzt geheilt wird, was die Natur tun muß, ebensowenig können wir der Weltgeschtchte 'in den Arm fallen. Tie Revolution ist nicht künstlich, gemacht, daher auch die Sicherheit/ daß keine Gegenrevolution kommt. Tie We­ nigsten, die es versucht haben, büßten es mit dem Leben oder gaben wieder na# Auch die Fürsten werden nicht uns den Gedanken kom­ men, zurückkehren zu wollen. Ich, habe gehört und gesehen, daß unter anderen Bürgern gar viele mit dem Grundgedanken einverstanden sind, aber nicht mit ber gegenwärtigen Ord­ nung. Das nehme ich, ihnen auch nicht übel.Es gibt niemand in Deutschland, der mit der gegenwärtigen Ordnung einverstanden sein könnte, von Kurt Eisner angefangen bis zum letzten Mann draußen, weil unsere "Zustästde nur Uebergangszustände sind. Wir müssen die­ se Zeit durchhalten. Die Krisis haben wir bald überstanden. Wir kommen sä,Ln langsam wieder zur Kraft. Die heutige Regierüng paßt niemand, paßt auch, der Regierung selbst nicht. Tie Regierung hat selbst nicht den Willen, an der Spitze zu bleiben und den Karren allein weiter zu schieben. Das sind nur die Männer, die sich, im ersten Augenblick dahingestellt ha- , ben, und nur darin ihre Pflicht sehen, jetzt die Ordnung aufrecht zu erhalten. In kurzer Zeit kommen unsere Leute aus der hiesigen Garnison wieder heim zu ihren Lieben und zu ihrer Ar­ beit. Tann kommen die von draußen herein, um ebenfalls zu Hammer und Amboß zurückzu­ kehren, dann können wir neu aufbauen; danm folgen die großen Wahlen und dann bekommen, wir die Regierung, die wir haben wollen. Das sind die Grundzüge, die sich, jeder vor Augen halten soll. Zersplittern Sie jetzt nicht die Kraft mit wertlosen Singen, denken Sie mch# wir müssen morgen einen anderen Soldatenrkit wählen, denken Sie nicht, der oder jener 'paßt nicht, ist heute nicht der rechte Mann am rechiten Platz. Tie in erster Linie berufen sind fürt die Demobilisierung zu arbeiten, das sind die Berufssoldaten; diese müssen wir unterstützen, dann ist die militärch# Sache für uns er­ ledigt. Angst brauchen Sie nicht zü haben, daß die Offiziere, die sich, zur Mitarbeit zuck Verfügung stellen, eine Gegenrevolution orga­ nisieren. Tenn die Herren sind alle ebenso tief von der Notwendigkeit der Umwälzung überzeugt wie Sie alle. Wer nicht mittun kann und will, ist so ehrlich, und anständig^ daß er erklärt, ich, kann hier nicht mittun, tun mit im neuen Geiste. Sollte wirklich, ein Schuft darunter sein, das wäre ja möglich — das kann unter allen Ständen vorkommen — der wird schon ausgemerzt werden und zwar von den Herren selbst, weil sie auf ihre Stan­ desehre sehen. ' _ .. 1 ' Als Diskussionsredner sprach Herr Bäcker­ meister Wagner hier mit Genugtuung davon, daß es mit Hilfe einsichtiger Leute gelungen ist, Ruhe und Ordnung auf re# zur. erhalten und die ganze Arbeitskraft einzusetzem, um das schwierige Werk der Temobilmachunjg glücklich durchzuführen. Wenn man bedenkt, daß man hiefür einen Zeitraum von mindesüens neun Monaten vorgesehen hatte, so könne iman selbst ermessen, welche Arbeit zu leisten iist in der uns nun zur Verfügung stehenden kmrzen Zeit. Jeder, der aus dem Felde kommt, hwt das leb­ hafte Verlangen, endlich; aus dem grauen Rock herauszukommen und wieder zu seinem Beruf zurückzukehren; einem großen Teil der Sol­ daten wird es möglich, sein, auf die eigene Scholle zurückzukehren, aber ein aniderer gro­ ßer Teil ist hiezu nt# in der Lage# In der nächsten Zeit wird unsere Garnison wieder so mit Soldaten überfüllt sein, wie arm Ansang des Krieges, und da müssen wir dafl'ür sorgen, daß sie Unter'funft und Verpslegumg finden. Finden sie das nicht, dann wird das Würgertum und die Garnison nicht die Oberhand behaupten können. Zuerst muß innerhalb der Garnison selbst Ordnung sein. Diese kann nur aufrechjt erhalten werden, wenn Sie mit den jetzt bewähr­ ten Offizieren weiterarbeiten. Ein Davonlau­ fen darf es nicht geben, weil wir dadurch in eine Unordnung hineingeraten, von, deut, daß es unanständig ist, unabgemeldet seinen Posten zu verlassen, will ich, gar nicht reden. In alter Ruhe und Ordnung wollen wir ireitet arbeiten, bis unsere Kameraden vom Felde kommen. | Zu diesen Ausführungen fügt Leutnant Berg hinzu: Reben der wichtigen Sache, daß jeder einzelne ordnungsgemäß vom Heer ent­ lassen wird, daß er berechtigte Versorgungs­ ansprüche stellen kann, ist das andere große Werk ins Auge zu fassen, daß eine ungeheure Menge Kriegsmaterial zurück und in Sicher!heit gebracht wird und dies kann nur gelingen, wenn die Hände nt# im Schoß liegen bleiben, sondern gerührt werden. Zu dem Gelingen ist vor allem notwendig, daß die Manns haften den Führern Gehorsam leisten. Das Verhältnis zwischen Offizier und Mannschaft muß auf Ver­ trauen aufgebaut sein. Ter Offizier ist nt# da, um die Untergebenen zu unterjochen, son­ dern ihnen Führer und Berater zu sein. Das waren auch, die meisten, nicht der Offizier war der Schlechteste, ddr Euch einmal eingesperrt hat, sondern derjenige, der seine Pflicht ver­ nachlässigte, dem es nur darum zu tun roac,. seinen Gehalt einzustecken; nicht der, der Euch! manchmal guf die Hühneraugen getreten ist. Ich, achte gerade diejenigen am meisten, die mit eiserner S härfe ihr Amt vollzogen haben. Viele von ihnen sind gehaßt worden, weil sie so. streng ihren Dienst versahen. Seid botst,#ig£, seid ni# kleinlich, nun heißt es gemeinsam arbeiten, die Abrechnung kann später kommen. Alles Persönliche muß nun zurückgestellt wer­ den, wohin 'Sämen wir, freun jeder einzelnst seine Bedingungen stellen würde? Möchte Sie besonders bitten, mit den Offizieren zusammen­ zuarbeiten, was wir Herr Kriegsminister Rvßhaupter besonders ausgetragen hat, Ihnen mit­ zuteilen. Ihre Wünsche setzen wir schon durch, dafür sind unsere Soldatenräte da. Bis je# hat der Soldatenrat die Revolution gema# und geführt, er ist die Schallplatte des Tele­ phonapparates, hinter dem das deutsche Volk steht, die Schallplatte hat funktioniert, den Ton kann man verstehen, wenn er auch, nicht immer gut klang. Ter tadellose Apparat wird Jeßt gebaut, dazu sollen wir mithelfen, das Parlament und die Regierung sind im Bau. Arbeiten wir vorläufig mit dem altenApparät weiter, keine Privatsachen, kein Nörgeln, nur arbeiten,! ! Leutnant Oberer macht aus den wichtigsten Punkt aufmerksam, das ist die Ernährung, und die ist in Gefahr, wenn diejenigen nicht ihre Pflichch tun, die den Verkehr zu bewältigen ha­ ben, das sind die Kommandierten der Eisen-bahn. Diese dürfen ni# zu Posten- und Wachdienst verwendet werden oder in Urlaub fahren, sondern Müssen treu aus ihrem Posten aushalten, bis die Eisenbahner vom Feldheer sie ablösen können. Ihre Wünsche bezüglich Kleidung und Bezahlung müs en erfüllt werden. Leutnant Berg verspri#, die Wünsche der Kommandierten sofort an maßgebender Stelle vorzubringen. Tie Wichtigkeit der Ernährungs» frage zugebend, versichert der Redner, daß die Landbevölkerung ebenso das große Ziel erkannt habe, die Notwendigkeit der Beschaffung von Lebensrnitteln in die grpßen Städte ernste# und heute schon viele Hände in Bewegung sind, der Ernährungsschwierigkett Möglichst abzuhel­ fen. Redner hatte Gelegenheit, bet dem Be­ gräbnis des Herrn Gandorfer mit der Landbe­ völkerung in Fühlung zu treten und war er­ staunt über das große Verständnis unter den Bauern der verschiedensten Parteien. Gefteiter Beetz spricht über das' Verhält­ nis zwischen Ofsizier itnb Mannschaft. Wir wollen keinen Klassenhatz. Ueber unsere Stel­ lung gegenüber den Offizieren wurden die wun­ derlichsten Vorschläge und Wünsche vorgebracht. '' Wohl mancher glaubt jetzt, seiner Erbitterung Luft machen zu können, nachdem er sich fot lange unter der moralischen Erniedrigung beu­ gen mußte. Viele haben Rache geschworen. Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Heute wollen wir Mitarbeiter sein am Tempelbau des neuen Volks staates. Es wäre eine gren­ zenlose Dummheit, wenn wir jetzt unsere Offi­ ziere fortjagen wollten. Gleichheit heißt die Parole, wir wollen Kameraden sein, vergesen wir jetzt Persönliches. Zwischen einst und jetzt ■ steht der 8. November, der Geburtstag' der v Revolution. i l i Leutnant Berg: Mein Vorredner hat auf das Taktgefühl verwiesen. Sie Stellung 'ist die, der Offizier ist genau so Volksgenosse wie jeder andere Bayer, ist ebenso notwendig, viel­ leicht notwendiger äls jeder andere Soldat,.' Was für Offiziere gesagt, gilt auch. für Unter- ‘ ofsiziere. Vorläufig muß alles bleiben, wenn auch, unter den Feldwebeln und Unteroffizieren weniger Geeignete sind, wir müssen uns über 1 Kleinigkeiten hinwegsetzen. 1 * ' Ellinger, der fisch, eine lange Zeit in der Schweiz aufgehalten hat, macht den Vorschlags auch, bei Uns den Gruß zu handhaben wie beim Schweizer Militär. Außerhalb der Kaserne^' ist der Soldat ein freier Staatsbürger, in der"" Kaserne gibt es Unteroffiziere, Feldwebel und alle Offiziersgrade, in ber Kaserne grüßt der Soldat frei ünd ungezwungen, nicht 'so drill-' mäßig, sondern kameradschaftlich, ohne Ha'kenzusammensjchslagen und Hand an der. Hosen­ naht. • ' " - i Herr Holl schließt die Versammlung mit dem Dank für die zahlreiche Beteiligung, mit der Bitte alles zu beherzigen und alles zu tun, Ordnung und Ruhe aufre,# zu erhalten, um -</p>
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