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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-11-22"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 319</biblScope>
          <date when="1918-11-22">1918-11-22</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Ein Friedensangebot 1917! Die abgelieferten deutschen Kriegsschiffe. - Heimatschutz Ost. - Die Opfer der Luftan­ griffe in England. Innsbruck von den Italienern besetzt. — Das englische Parlament aufgelöst. — Die Franzosen in Saarbrücken.</p>
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          <p>Ter "Vorwärts" schreibt: Aus den letzten Tagen sind besonders zwei Meldungen von Be­ deutung, einmal, daß der englische Admiral! Beatth Verhandlungen mit den Delegierten der Arbeiter- und Soldatenräte ablehnte, weil diese nicht Vertreter einer anerkannten Regierung seien, und dann, d atz die von den Vereinigten Staaten für Deutschland in Aussicht gestellten Lebensmittelsendungen zunächst in Rotterdam und Kopenhagen zurückgehalten werden sollen 1 , da die amerikanische Regierung abwarten will,. ob in Deutschland die von ihr als notwendig angesehene Gewähr für eine freiheitliche Ver­ fassung und ordnungsgemäße Verteilung erfüllt wird. Nachdem die deutsche Regierung erklärt hatte, sie stütze sich! auf das Vertrauen einer Volksregierung, die nach; allgemeinen und glei­ chen Wahlen gewählt sei, hat Wilson seinerzeit auf Wunsch, Deutschlands die Friedensvermitt­ lung übernommen. Tie deutsche Revolution hat eine Lücke geschaffen, und daß, sie durch die Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten aus­ gefüllt sei, will man auf der anderen Seite nicht anerkennen. Solange eine ordentlich ge­ wählte Volksvertretung nicht vorhanden sei, gebe es weder Frieden noch; Brot. Man mutz darauf gefaßt sein, daß dies von dort erklärt wird. Ten Anschein erwecken, als entwickelten wir uns nur unter äußerem Zwang einer demokratischen Staatsverfassung, dürfen wir nicht. Diese Verfassung wird vom sozialdemo­ kratischen Programm gefordert. Tie Reichs­ leitung hat erklärt, daß alle Wahlen nach, dem allgemeinen, geheimen Wahlrecht vorzunehmen seien, auch; die in ,Vorbereitung befindlichen zu einer konstituierenden Nationalversammlung Tie ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes ist offensichtlich damit einverstanden. Tas deuts l e Volk will in seiner erdrückenden Mehr­ heit Frieden und Brot. .Es wird sich! daher aus eigenem Willen die rein demokratische, frei­ heitliche Verfassung geben, die es braucht, um zu jenen Gütern zu gelangen. Wollte es nicht, so müßte es, aber es will. Diese überwältigen­ de Mehrheit des deutschen Volkes wird auch die allgemeinen Wahlen zur verfassunggeben­ den Versammlung nicht überflüssig hinaus­ schieben wollen, weil sie weiß, daß dadurch das Friedenswerk gefährdet wird. Ter "Vorwärts" bezeichnet die Sachlage Aar und deutlich, und es würde sich erübrigen, dem etwas beizufügen» wenn nicht immer wie­ der Alarmnachrichten ans dem Norden kämen, welche berechtigte Zweifel auskommen lassen, ob es denen um den "Vorwärts" gelingen wird, ihre Ansichten auch praktisch durchzu­ führen. - 1 Nur das Volk kann gms aus dieser Wirrnis helfen.. Ter Spruch, des Volkes muß dem Rei­ che die Regierung geben, die auch vom Feinde anerkannt werden muß. ' ' 1 i Keine anerkannte Regierung. Nicht mit Unrecht schreibt die "M. P.", es darf nicht der Eindruck entstehen, als ob die technischen Vorbereitungen der Wahl zur Nationalversammlung nur ein Vorwand seien, um die Wahl zu verzögern. Ferner meint das Blatt ganz richtig, wer sich gegen die Wahl sträube, weil er ein 'ihm unbequemes Ergebnis voraussehe, der gebe zu, daß er die Mehrheit des Volkes gegen sich, habe. Auf was stützt sich aber dann jpine Macht sonst, als auf die bloße Gewalt. s Gegen eine solche Gewaltherrschaft erheben sich, aber nicht nur Proteste aus den bürgerli­ chen Parteien, auch das Frontheer hat in ener­ gischen Entschließungen die Forderung nach, der Nationalversammlung zum Ausdruck gebrachch. Tie Soldatenräte der Armeeabteilung A. und der 19. Armee, die 30. daher. Reservedioision^ der große Soldatenrat in Kownv und der Zen­ tralrat der Ostfront, der allgemeine Soldaten­ rat in Litauen und die Soldatenräte int Be­ reich, des 18. Armeekorps haben in Funksiprüchen und Resolutionen die Forderung nach der Nationalversammlung ausgesprochen. Dem Drucke von innen und von außen wer­ den Wohl auch, die widerstrebenden .Elemente nicht gewachsen sein. Immerhin wird die Be­ ruhigung in unserem Volke erst wieder Ein­ kehr hatten, wenn das jetzige Provisorium durch, eine legale, vom Volke berufene Reichs­ leitung abgelöst werde. ' Diese Ablösung muß also sobald als irgend möglich, herbeigeführt werden, damit endlich wieder jene Ruhe bei uns einzieht, die zum Beginne des Wiederaufbaues unserer Volkswirtsfast notwendig ist, aber auch zugleich der feste Boden geschaffen wird, zu einem bal­ digen Beginn der Friedensberhandlungen, die unserem Volke ebenso notwendig sind als das tägliche Brot. A«r lern Reitze. ' Tie Nationalwahl. Bei einer Aussprache der sozialdemokra­ tischen Führer über die Einberufung einer Nationalversammlung für Bayern und den Zeitpunkt für die Ausschreibung der, Wahlen äußerte der bisherige sozialdemokratischeLandtagsabgeordnete Dr. Süßheim, er halte die Einberufung einer konstituierenden National­ versammlung für eine unbedingte Notwendig­ keit ,unb zwar sei sie so schnell als möglich einzuberufen, um durch sie dem Volkswillen Ausdruck zu geben. Ter sozialdemokratisch^ Hauptschriftleiter Dir'. Adolf Braun, derzeit Mitglied des Aktionskomitees Arb eite rund Soldatenrates in Nürnberg, erklärte, die Ausschreibung von Wahlen erscheine in dem Augenblicke möglich, wo die Demobilisierten wieder in djse Heimat zurückgekehrt sind. — Selbstverständlich gilt das gleiche, was hier für Bahern gesagt wurde, auch, für dasReich.</p>
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          <p>Sie Stiebet« frage. ! Tie Ir iedenslonferenz. Nach, dem »Mlgemeen Handel wlad" erfahrt die "Taily News" aus Paris, daß der Termin für die Konferenz, auf der die Friedenspräli­ minarien besprochen werden sollen, mit Rück­ sicht auf die Ankunft Wilsons und die englischen Wahlen auch, nicht annähernd festgelegt wer­ den kann. Es ist auch, unmöglich, vorher zu sagen, ob die Waffenstillstandsbedingungen alle innerhalb der festgesetzten Fristen ausgeführt sein werden. die britische Delegation wird sofort nach, den Wahlen ernannt. Wenn alle delegierten ernannt sein werden, wird ein Kommunique mit ihren Nomen gleichzeitig in iParis, London, Rom und Washington veröf­ fentlicht werden, t ; , v 1 1</p>
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          <p>Die Friedensfrage. ! Tie Ir iedenslonferenz. Nach, dem »Mlgemeen Handel wlad" erfahrt die "Taily News" aus Paris, daß der Termin für die Konferenz, auf der die Friedenspräli­ minarien besprochen werden sollen, mit Rück­ sicht auf die Ankunft Wilsons und die englischen Wahlen auch, nicht annähernd festgelegt wer­ den kann. Es ist auch, unmöglich, vorher zu sagen, ob die Waffenstillstandsbedingungen alle innerhalb der festgesetzten Fristen ausgeführt sein werden. die britische Delegation wird sofort nach, den Wahlen ernannt. Wenn alle delegierten ernannt sein werden, wird ein Kommunique mit ihren Nomen gleichzeitig in iParis, London, Rom und Washington veröf­ fentlicht werden, t ; , v 1 1</p>
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          <p>Oesterreich. ' ; Ter Streit um Galizien. Krakau, 19. Nov. (W. K.-B.) Sonntag vormittags wurde in Lemberg ein 48stündiger Waffenstillstand geschlossen, der beiderseits mit einer Mündigen Frist vor dem Endtermin ge­ kündigt werden kann, i . i Engländer in Wien. ' i Wien, 20. Nov. Am Mittwoch! ist hier eine englische Mission, bestehend aus einem Obersten, zwei Offizieren, 5 Soldaten und 9 Militärchaufseuren, eingetroffen- Nach, ihren Angaben bezweckt ihre Reife, den Kriegsgefan­ genen und internierten Zivilpersonen engli­ scher Nationalität Hilfe zu leisten, ihnen mit den mitgebrachten Vorräten auszuhelfen und ihre Dienste der Wiener Regierung zur Verfüg­ ung zu stellen. Tie Offiziere lobten das Ent­ gegenkommen, das ihnen die Bevölkerung auf ihrer Reise von dev italienischen Grenze bis nach, Wien entgegengebracht habe. Ter Oberst erklärte: Wir teilen die freundliche Gesinnung unseres Volkes gegenüber diesem Lande, das stets zu uns die freundlichsten Beziehungen unterhalten hat und wir zweifeln nicht daran, daß diese Beziehungen in der gleichen Weise, wieder aufgenommen werden Tor Obersts hat sich, noch, heute zum Staatsrat begeben, i.</p>
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          <p>Rußland. 250 000 Teutschvor dem Hungertod. Ri g a, 20. Stob. Nach! einer Mitteilung von Johann Sandberg, Bevollmächtigter des deut­ schen Generalkonsulates in Moskau, der hier als Kurier eingetrpfsen ist, befinden sich! in Moskau mehr als 250 OOOTeutfche, meist Reichs­ deutsche, darunter Offiziere, ferner Konsulats­ beamte und Mitglieder des baltischen Komitees in Hast und in großer Gefahr des Hungertodes. Schleunigste Maßregeln find erforderlich. Kiew von russischen Truppen eingenommen? Stockholm, 20. Nov. "Sozialdemokra­ ten" meldet ans Kiew: Tie Stadt Kiew würde von der ententefreundlichen Astrachaner Frei­ willigenarmee eingenommen. Ter ukrainisch^ Nationalverband sei geflohen.</p>
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          <p>! Tie ukrainische Krisis. ( Kiew, 20. Nov. Tie neue Politik d^r Ukraine ist nun klar. In der programmaEschen Erklärung des Ministeriums Gerbel wird als erster Programmpunkt genannt: Arbeiten zur Wiedererrichtung des einigen Rußland auf fö­ derativer Grundlage mit Wahrung sämtlicher Rechte der Ukraine zur Entwicklung der staatlichjen und nationalen Selbsterhaltung. Soeben treffen Nachrichten ein, nach denen die Aufständischen dicht vor Kiew stehen. Ter große (deutsche) Soldatenrat hat daher gemein­ sam mit der deutschen Kommandantur folgen­ de Bekanntmachung verbreitet: An die Ein­ wohner von Kiew! Tie deutschen Truppen verhalten sich; bei, den Kämpfen um ■ die Herr­ sch aft in der Ukraine neutral. Sie werden in die begonnenen Kämpfe außerhalb der Stadt Kiew nicht eingreifen, jedoch Straßenkämpfe verhindern und die öffentliche Ruhe Und Ord­ nung gegen jede Partei ausrecht erhalten. Bern, 20. Nov. Tas Ukrainische Preßbureau meldet: Nach« hartem Kampfe mußte Kiew gerammt werden, steil von Norden starke bolschewistiscche Kräfte anmarschierten und von Süden aus tber Gegend von Astrachan moskowitische. Tie Regierung in Kiew wurde gestürzt und durch eine moskowitische ersetzt. Tie Na­ tionalversammlung ist nach, Bila geflohen, wo, sie ein Direktorium ernannte. Ukraine.</p>
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          <p>1 Nosti Ane Explosion. , , Brüssel, 20. Nov. Havas. Heute nach­ mittags explodierten tm Bahnhöfe Cha rieb eck Munitionswaggone, wodurch! ein aüßero'rdentlicher Schaden verursacht wurde. Die Polizei ließ große Straßenzüge rjäumen. Belgien.</p>
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          <p>England. i ! Englands Kriegsverluste. Amsterdam, 21. Nov. Ter englische Un­ terstaatssekretär des Krieges, Cherson, hat im Unterhause mitgeteilt, daß. die militärischen Verluste der britischen Streitkräste, die Do­ minions und Indien eingerechnet, und die Verluste der Luftstreitkräste ausgeschlossen, bis zum 10. Oktober 1918 betrugen: An Toten, Verwundeten, Vermißten, und Gefangenen 3 049 091 Mann. , ■ ' I Tie Verluste verteilen sich! wie folgt: In Frankreich! sielen 32 769 Offiziere und 526 842 Mann; die Gesamtverluste betrugen dort!2675&gt;6 Offiziere und 2 592 895 Mann; in Italien wur­ den 866 Offiziere und 941 Mann getötet; Ge­ samtverluste 458 Offiziere und 6280 Mann. An den Tardanellen betrug die Zahl der Toten 1785 Offiziere und 31 737 Mann; Gesamtver­ lust 5.053 Offiziere und 114 676 Mann. BM Saloniki fielen 285 Offiziere und 73 202 Mann. Tie Gesamtverluste betrugen 1217 Offiziere und 26101 Mann. In Mesopotamien fielen! {1344 Offiziere und 29 269 Mann. Tiie Toten­ verluste bezifferten sich auf 4335 OMziere und ,93 244 Mann. In Aegypten wurden getötet 1098 Offiziere und 14 794 Mann. Tie Gesamt, Verluste waren 3592 Offiziere und 54 261Mann. In Ostastika würden getötet 380 Offiziere und 8727 Mann. Tie Gesamtverluste betrugen 896 Offiziere und 16 929 Mann .An den übrigen Fronten endlich! wurden 133 Offiziere und 690 Mann getötet. i ■ T ie Propaganda per SpavtaknS-L-ntie. Muß allen Berliner Fernbahnhöfen, auf denen Fronttruppen in größerer Zahl ankommen, trei­ ben die Spartaküsleute durch; Reden, Broschü­ ren, Flugblätter usw. eine eifrige Werbetätigt feit; sie überschwemmen die Soldaten geradezu mit Material aller Art. demgegenüber ver­ halten 'sich! die Mehrheitsfozialisten und die bürgerlichen Parteien völlig untätig. Tie Einignngsverhandlnngcn der Sozial­ demokraten. Vor einiger Zeit war bereits ge­ meldet worden, daß zwischen den Mehrheits­ sozialisten und djen Unabhängigen Verhand­ lungen gepflogen wurden, die eine Wieder­ vereinigung der beiden Parteien zum Ziele hat­ ten. In der letzten Zeit ist Me Stimmung in beiden Lagern einer Wiedervereinigung gün­ stig gewesen. In den Mitgliederversammlun­ gen der (Uten Sozialdemokratie am Dienstag | abends ist der Gedanke des Zusanunenschlnsfts, s stark betont worden; in mehreren Versamm­ lungen wiesen die Hauptredner auf die Not. Wendigkeit der Wiedervereinigung hin. Un­ abhängige, die sich als Gäste eingefunden hat­ ten, sprachen sich zustimmend aus. Eine Ent­ schließung, die die beiderseitigen Parteiinstan­ zen auffordert, in Einigungsverhandlungen einzutreten, wurde einstimmig angenommen!. Bayerische Nachrichten. " Tie Familie des Königs hat nun mit kleinem Gefolge in dem stillen Schlosse Wil­ denwart bei Prien Aufenthalt genommen, wo der König in voller Zurückgezogenheit den Winter verbringen wird. Ter Krankheitszu­ stand der Königin ist besorgniserregend. Tie Lebensrnittelvorräte auf dem Lande. Dem Ministerium des Innern ist von verschie­ denen Seiten mitgeteilt worden, daß auf dem Lande da und dort große Vorräte an Ge­ treide Kartoffeln, Rüben ujto. vorhanden sind, zu deren Abgabe die Besitzer in Anrechnung! auf ihre Lieferpflicht auch bereit wären. Es fehle jedo ch an Arbeitskräften und Gespannen-. Das Ministerium des Innern hat deshalb die Kommunalverbände angewiesen, fiiji umgehend zu vergewissern, inwieweit dies für ihren Be­ zirk zutreffe. Bejahendenfalls haben die Kom­ munalverbände bei dem Hauptmann der Kraft­ fahrtruppen des stelln. Generalkommandos die erforderliche Anzahl von Mannschaften und Ge­ spannen oder Lastkraftwagen anzufordern. Das Ministerium für militärische Angelegenheiten ist damit einverstanden. Tie Kosten für diese Abstellung sind zunächst von den Kommunal­ verbänden zu übernehmen ;ihre endgültige Re­ gelung muß einem späteren Zeitpunkte vor­ behalten bleiben. -. [ f • T&gt;er Land rat von 'Schwaben h at in sei­ ner ersten Sitzung folgenden Antrag dem Aus­ schuß zur raschen Beratung Überwiesen: Tie Regierung soll sofort telegraphisch, Anweisung geben, alle auf dem Lande verfügbaren Kar«,</p>
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          <p>T ie Propaganda per SpavtaknS-L-ntie. Muß allen Berliner Fernbahnhöfen, auf denen Fronttruppen in größerer Zahl ankommen, trei­ ben die Spartaküsleute durch; Reden, Broschü­ ren, Flugblätter usw. eine eifrige Werbetätigt feit; sie überschwemmen die Soldaten geradezu mit Material aller Art. demgegenüber ver­ halten 'sich! die Mehrheitsfozialisten und die bürgerlichen Parteien völlig untätig. Tie Einignngsverhandlnngcn der Sozial­ demokraten. Vor einiger Zeit war bereits ge­ meldet worden, daß zwischen den Mehrheits­ sozialisten und djen Unabhängigen Verhand­ lungen gepflogen wurden, die eine Wieder­ vereinigung der beiden Parteien zum Ziele hat­ ten. In der letzten Zeit ist Me Stimmung in beiden Lagern einer Wiedervereinigung gün­ stig gewesen. In den Mitgliederversammlun­ gen der (Uten Sozialdemokratie am Dienstag | abends ist der Gedanke des Zusanunenschlnsfts, s stark betont worden; in mehreren Versamm­ lungen wiesen die Hauptredner auf die Not. Wendigkeit der Wiedervereinigung hin. Un­ abhängige, die sich als Gäste eingefunden hat­ ten, sprachen sich zustimmend aus. Eine Ent­ schließung, die die beiderseitigen Parteiinstan­ zen auffordert, in Einigungsverhandlungen einzutreten, wurde einstimmig angenommen!. Tages-Uebersicht.</p>
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          <p>tofselbestände sofort na,ch- den Städten zu verfrafjiten, auch unter Zuhilfenahme von Kraftwagen. — Die Kreisumlage mit 44 Prozent bleibt unverändert. ' i Zur Behebung ves Zahlungsmittelmangels wird vom Kreise S(Waben Notgeld in Höhe von 10-Millionen Mark ausgegeben werden. Tie Einlösungsfrist soll auf 5 bezw. 8 Monate festgesetzt werden. Tie M-slüuvigc Arbeitswoichp in den Me­ tall- und MaMfinen-Jnduflrien. Zn einer vom Deuts Yen Metallarbeiterverband einberufenen Versammlung 6ect.t(tete Gauleiter G.-B. I chinger über die mit dem Verband daher. Metall­ industrieller gelpslvgenen Verhandlungen über die Tur.hführung des achtstündigen Arbeits­ tages mit freiem Samstag nachmittags. Unter dem Drucke der Temobilisationsverhältnisfe er-klärten fi-ti die Metall-Industriellen bereit, die wülentliche Arbeitszeit mit 44 Stunden als normal anzuerkennen unter der Voraussetzung, daß der Vorstand des Verbandes bayerischer Metall-Industrieller in Nürnberg seine Zu­ stimmung gibt, die gleiche Arbeitszeit für die Metallindustrie in ganz Bayern eingeführt wird und der Arbeiterrat die bayerische Re­ gierung veranlaßt, bei der ReichDregierung da­ hin zu wirken, daß diese Arbeitszeit für die Metallindustrie ganz Deutschlands zur Geltung kommt. Der Verdienst soll bei 44 Arbeitsstun­ den der gleiche sein wie bei der bisherigen normalen Arbeitszeit. — Die in der Versamm­ lung anwesenden Aröeiterräte der Metallin­ dustrie gaben die Zusi, lprung, daß der proviso­ rische Arbeiterrat bei der bayerischen Regierung die Ausdehnung dieser Vereinbarung auf das ganze Reich anstreben werde. Der Bayerisschr Kr icgyrbnnd erläßt einen Aufruf, in dem er an alle Bundeskameraden die dringende Aufforderung richtet, unter voll­ kommener Wahrung ihrer Gesinnung undUeber» zeugilng freiwillig und ohne Rückhalt ihre Kräfte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit betn neuen Volksstaat zur Verfügung zu stellen. TerBund soll auch: den besonderen Bedürfnissen der, heimkehrenden Kameraden Rechnung tra^en.Ta» rum gilt es, ihn auszugestalten, ihn zu kräf­ tigen und zu stärken. Ter Aufruf schließt:! Machen wir uns bereit zur Aufnahme der heimkehrenden Kameraden in unsere Reihens Bei uns sollen sie Heimat, Ruhe» Erholung fin­ dend! Unauslöschlich ist der Tank, den das ganze Volk den Braven für ihren Heldenmut sHuldet, mit dem sie die Grenzen verteidigt ha­ ben. Nun wollen wir für sie kämpfen, nun) wollen wir ihre Rechte, ihre Forderungen ver­ teidigen»! Unseres Bundes vornehmste Aufgabe soll deshalb fortan sein die nachidrücklicheVertretung und wirksame Förderung der wirtschaft­ lichen Interessen der Kriegsteilnehmer, beson­ ders der Kriegsbeschädigten. So wollen wir wenigstens einen Teil der großen T«nkesschiuld an unsern Tapfern abtragen. _____</p>
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          <p>nichtung bewahrt. Sie kehren, obwohl das ganze Staatssystem hinter ihnen zusammenge­ brochen, 1 j unbesiegt und mit unbefleckter Waffenehre heim. Helden, die um so größer erschjeinen, je tragischer das Geschick ist, das sich an ihre Siege anreihtj! f Wir haben fürwahr allen Grund, sie als Helden zu begrüßen/k Deshalb schmücke sich: jedes Haus'! Deshalb erwarte sie die berufene Ver­ tretung der Einwohnerschaft! Es soll nicht ein Parade-Einmarsch kopiert werden, wie er in änderem Falle vermutlich! vor sich, gegangen wäre. Was an Entfaltung äußeren Pompes abgeht, das soll die tiefinnerlichje Herzlichkeit ersetzen!! l ' Willkommen in der treu beschützten Heimatjt Unseren heimkehrenden Kriegern. Zn ununterbrochener Folge rollen in den nächsten Tagen die Züge mit den Feldtruppen ins Land. Tie Armeen ziehen heimwärts. In ihrem ersten programmatischen Aufruf hat die neue Teutsche Volkspartei in 'Bayern an ihre Freunde die Bitte gerichtet, unseren heimkehrenden Kriegern ein frcunvliches Willkommen zu bereiten. "Tem siegreichen Hetere — so begründet sie ihre Bitte — würden bie Massen laut 'zugejubelt und Lorbeeren im Ueberfluß gespendet haben. Tssn wackeren Truppen aber, die 110,4:1 unerhörten Opfern und umsterblichen Taten heute Bieder in bjie Heimatt kommen, müssen wir doppelt herzlich zeigen,, wie sehr wir es ihnen danken, daß sie in langten Jahren das Vaterland vor den Verheerungen des Krieges geschützt haben." Die Bitte ist eine bringlijfie, de nn in den titii listen Tagen schon werden die ersten Ver­ bände in ihren Standorten eintrefisen. Tie Bitte ist aber auchi eine durchaus berechtigte, weil die Bedingungen des- Wafsensstillstandes als Ausdruck des Kriegßausganges im der Tat geradezu niederdrückende Grfüh'e verbreitet und jede Freude getötet haben. Wenn es auch nicht der Jubel des Glückes ist, so sollt es do-chwenigstens das Zeichen des hcißrn Tmikes und der höchst,en An- crtcuumtfl sein, die über die Städte grüßende Fliaggen setzt. Fahnen herausö Tos war das Ktommando, als die Schlacht in Lothringen geschlagen und der Einbruch der Feinde in die bayerische Pfalz und in das Säarrevier vereitelt war. Fahnen heraus! 1 Tas war noch) hundermal der Ruf nach den großen Siegen Hindenburgs im Ostein, Macken­ sens in Serbien und Rumänien, bei den Erfol­ gen der Offensive im Westen. Vergessen wir nichch, daß es ein politischer Tammrutsch, der Zusamimenbriuch Bulgariens war, der unser schjließlkches Unterliegeen zeitigte,&gt; und daß wir nicht militärisch geschlcagen wur­ den, sondern nur aus den gegenübeerstehenden Kräften die Berechnung ziehen muußten, daß ein weiteres Blutvergießen nicht rmehr zum Triumphe führen könnte. Tie Truppen, die jetzt heimkehren, stan­ den ■ mitten in Feindesland. Sie haben die stolzeste und siegreichste Armee aller Zeiten ge­ bildet. Sie haben eine Welt in Schach ge­ halten und die Bewunderung aller Zeitgenos­ sen, ob Freund, ob Feinds erzwungen. Sie haben --- und das ist das Größte — bis zur letz­ ten Stunde den Boden der Heimat vor der Ver­</p>
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          <p>Freyung nahm den Käufern die Pferde natürtyfj wieder ab und neben dem Schaden haben diese Männer nolf, den Spott und sehen ihrer Bestrafung entgegen. &gt;</p>
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          <p>Licht getaucht vor ihr lag. Das Schilf am Ufer rauschte im Nachtwinde, Wie ein silbernes Aehrenfeld wogte es im Mondesglanz. Dos Dorf war wie ausgestorben, und auch am Strand war's still. Langsam schritt Stilen hinab. Noch einmal glitt ihr Blick suchend den Strand entlang, und dann strahlte er fast glücklich auf. Sie hatte gefunden. Schnell eilte sie einem Segelbot am Ufer zu. Ge­ lassen löste sie die Kette von dem Pfahl. Jnkens kräftige Hände schoben es nur mit Anstrengung von dem weißen Ufersand abwärts in die Flut. Einst und bedächtig ging Jnken daran, Merrets Boot, das auch Uwe öfter führte, flott zu machen. Es war für Jnken ein hartes Stück Arbeit, aber sie hatte es in jungen Tagen so oft an der Reede von List fertig gebracht, und jetzt galt es mehr als Spielerei und Vergnüge», jetzt galt es ihr Leben. Sorgsam hißte sie das weiße Segel. Noch ein letzter Blick auf den Taubenhügel, ein Gruß nach dem Heihoog hinüber; der leichte Nachtwind blies in das Segel, und pfeilschnell glitt das Boot hinaus ln die See. Jnken fuhr furchtlos und stolz durch die Mondnacht nach dem Listlande zu, die versunkene Welt ihrer Kindheit zu suchen. — Als Tam Erichs am anderen D orgen e&gt; wechte, mußte er sich erst besinnen, was eigentlich geschehen war. Eine dumpfe Schwere, die ihn gar nicht recht zum Bewußtsein kommen ließ, lastete ihm in Kopf und Gliedern. ! Eist der heftige Schmerz im rechten Arm, als er eine Bewegung machte, und der Verband weckten ihm langsam die Erinnerung. Er wollte sich erhe­ ben, aber er sank gleich wieder in die Kisten zurück. "Verfluchte Schwäche," grollte er, das ist ja, als wäre ich ein ziwmperliches, altes Jüngferlein. Da muß ich warten, bis der Kapitän kommt und mir ein bißchen auf die Beine hilft." Er sah sich prüfend um in dem fast eleganten, modern eingetüteten Gemach mit den grün gebeiz­ ten Etcheumöbeln, den großen, breiten Fenstern, durch die hell und warm der Tag hereinschien. Er empfand die harmonische Umgebung mit Behagen und blinzelte wohlgefällig ln das Licht. Was war das gestern nur gewesen mit dem blenden Friesenklnd? Ach jo, der Liebhaber, oder wer es sonst gewesen war, hatte ihm den Arm zerschla­ gen ... . ja, aber st-, Jnken Booije ... sie war mit ihm in den Helhoog gegangen, sie hatte dabei getan, als gehöre sie zu ihm, als hätte sie Teil an ihm . . . Wie merkwürdig ihm bek diesem Gedanken wurde! Tam Erichs dehnte völlig die Glieder. Es war doch hübsch, an Jnken Booije zu denken. Wie seidenweich ihr Haar war und wie rosig ihr Gesicht! Und die Augen so kühl und ernst und doch so leuchiend von innerer Glut! "Tam Erichs, du bist ein dummer Kerl," scha't er sich, indem er sich mit der gesunden Hand wie In leiser Selbstironie durch das dünne Haupthaar fuhr, "du hast Fieber, Wundfieber denn sonst würdest du dir nicht mit solchen Albernheiten die Zeit versretben." Er lag wieder und sann. Die Sonne warf goldene Streifen aus den Teppich. Sie spielte warm über denn Strauß von wilden Heiderosen in der schlanken Vase auf dem Tisch. Dort sollte doch eigentlich der graue Dtstelstrauß stehen! Wo war er? Tam Erichs sah sich um. Verloren! Wahrscheinlich verloren, am Wege liegen geblieben, als der Kerl ihn anfiel. Merkwürdig, Tam Erichs empfand augenblicklich nicht mal mehr Groll gegen Uwe Jürgens. Es war so schön hier, so ganz still zu liegen und nachzudenken. Und je länger er seine Gedanken auSspann, desto greifbarer wurden die Bilder seiner Phantasie. Er redete sich ein, Jnken Booije würde heute noch zu ihm in sein Zimmer treten, nach dem kranken Arm fragen, ihm dort das Glas mit dem frischen Waffer an die dur­ stigen Lippen führen, ihm die Kisten zurechtrücken, und weich sein Haupt daraus betten, ... sie würde . . . Tam Erichs fuhr erschreckt in btt Höhe. Ditlef Stöven trat ins Gemach. Sein verschlossener Blick war heute etwas freier, und die Züge waren nicht so gespannt wie sonst. , i (Fortsetzung folgt.) [ "</p>
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          <p>fein. Einige Länder bedürfen der sofortigen Unterstützung. Wir haben einen UebersMß von 189 bis 200 Millionen Tonnen Nahrungs­ mittel, wenn wir sparsam wirtschaften. So­ mit kann der Lage Nennung getragen werden^ wenn dieser Uebershjutz und andere kleinere Re­ serven in die Welt befördert werden sönnen. Im ganzen kontinentalen Europa sind.die Vieh­ bestände erhcblcht, herabgemindert und es be­ steht daher Fleiß! f- und besonders Fett-Mangel. Tie Länder in Europa brauen ihre Ernte unter geordneten Umständen ein und würde diese für einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten ausreßhpn- In diesen Zetten der Transport- und Finanznvt haben die Bauern die Neigung, ihre Erzeugnisse nicht auf den Markt zu bringen. Dadurch! befinden sich die Staaten in großen Schwierigkeiten, sogar, wenn aus dem Lande genügend Vorräte vorhanden wären. Hoover sagte ferner: Tie Bauern und Torfbewohner sorgen für sich in der Regel für ein Jahr vor. Täs.Problem erstreckt sich», .somit nur noch, auf die Städte. Tie UebereinLommen mit den alliierten Regierungen sind schon abgeschlossen worden. Frankreich, Eng­ land und Italien werden versorgt. Diese Län­ der umfassen 125 Millionen Menschen. Unsere nächste Sorge muß sein, die Blockademaßnah­ men soweit wie möglich, beizubehalten, damit die neutralen Staaten in Europa, in denen ge­ genwärtig die verschiedenen Systems der Ra­ tionierungen aufgehoben werden, im Stande sind, für ihre eigene Bevölkerung zu sorgen und tum das Anwachsen des Anarchismus zu ver­ hindern. Diese Länder umfassen eine weitere Gruppe von 40 Millionen Menschen. Ein weiteres Problem stellen uns die 5 Millionen Menschen, die in Nordrußland leben. Ein großer Teil von ihnen ist durch dep Zusammentbruifi des VerkehrsshstMs abgeschnitten und wird im Winter ohne Hilfe sein. Mit diesen Menschen hat das amerikanische Volk Mitleid und ist bereit, für sie alle notwendigen Opfers gu bringen. Ein schwieriges Problem ist das­ jenige, welches die Lage der 90 Millionen Men­ schen in den feindlichen Ländern betrifft. Es besteht nicht darin, ihnen zu Hilfe zu kommen, sondern darin, die Blockade, welche auch wäh­ rend des Waffenstillstandes weiter besteht, zu mildern, und, um die Bevölkerung wenigstens mit dem Notwendigsten zu versehen, und um eine gewisse Stabilität der Regierungen da­ durch! zu gewährleisten. Falls die Anarchie uicht unterdrückt und die Stabilität der Regier­ ungen in den feindlichen Ländern nicht erreicht werden kann, wird es niemand geben, mit dem Frieden gesblossen werden kann und niemand wird vorhanden sein, bet? die Rechnung der in Frankreich, und Belgien angerichteten furcht­ baren Schäden zu bezahlen gewillt ist.</p>
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          <p>selbst zur Vermeidung von Zeitversäumnis in unmittelbarem Verkehr zwischen Behörde und Unternehmer bezw. Unternehmergruppe erteilt werden. Innungen, Verbände, Genossenschaften und ähnlicha Handwerkerorganisationen wer­ den nach. wie vor mit der Ausführung der Ar­ beiten vorzugsweise betraut. Alle Unternehmer und Unternehmergrnppen sollen vertragsmäßig verpflichtet werden, Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer vorzugsweise zu beschäftigen und sie nach, den Vereinoarungen zu entlohnen, die zwischen den Berufenen Vertretern der Ar­ beitgeber und Arbeitnehmer bestehen. Auch, die angemessene Entlohnung der Angestellten im Geschäftsbetriebe der Unternehmer soll vertrag­ lich, gesichert werden. Handwerksmeister, die zurzeit noch im Hee­ resdienste stehen, werden nicht benachteiligt. Es sollen für sie Aufträge zurückbehalten wer­ den. Soweit es möglich! ist, wird mit ihren Ehefrauen, Geschäftsführern usw. vorsorglich verhandelt. Allen Handwerksmeistern, die aus dem Heeresdienste zu ihrem ZivilbDrufe zu­ rückkehren oder die durch, die Kriegsve rhältnisse Verdienstlos geworden sind, wird anennpfohlen, sich, entweder unmittelbar oder besjser durch, ihre beruf tilgen Organisationen (Wiirtschastsv er bände, Innungen, Genossenschaften usw.) an die Bauämter zu wenden und um Arbeitsgele­ genheit nachzusuchen. Für die nächste Zeit soll durch, möglichste Austeilung der Arbeiten und durch die Uebertragung kurzfristiger Aufträge dafür gesorgt werden, daß möglichst vieele Unter­ nehmer mit Aufträgen versehen u. einte tunlichst g'-oße Zahl von Arbeitskräften durch Uebertragung staatlicher Arbeiten sofort gebunden werden. Hinsichtlich sonstiger öffentlicher Bau­ ten für Zwecke der Kreise, Distrikte und Ge­ meinden wird an die zuständigen Stellen Auf­ trag ergehen, entsprechend den für staatliche Bauten gegebenen Weisungen zu verfahren und hierdurch, weitere Arbeitsgelegenheit ermcgliIchjen. i ! 1 , ' , 1 Sofortige Aufnahme staatlicher Bauarbeiten. Amtlich, wird mitgeteilt: Das Ministerium des Innern wird im Benehmen mit den. üb­ rigen Ministerien »in diesen Tagen Anordnung an die Bauämter dahin ergehen lassen, daß Arbeits- und Perdienstgelegenhett für Hand­ werksmeister und Arbeiter an staatlichen Bau­ werken in größtmöglichstem Umfange sofort be­ reitgestellt werde. Alle Bauvornahmen, für die im Haushalt der lausenden und der früheren Finanzperioden Mittel bewilligt worden sind, werden, soweit dies noch! nicht geschehen ist, ungesäumt in Auftrag gegeben. Auch» die Ar­ beiten auf dem Gebiete der Gebfludeunterhaltung, insbesondere solche, die Gelegenheit für Winterarbeit bieten, sollen unter Bereitstel­ lung achler Mittel sofort eingeleitet werden. Bei der Perdingung der Arbeiten und bei der Erteilung der Aufträge wird den Aemtern weitgehende Befugnis eingeräumt mit derWeifung, in eigener Zuständigkeit den Weg einzu­ schlagen, der am raschesten zu dem wichtigen Hauptziele führt, Arbeitsgelegenheit zu schas­ sen. , , Tie bei den Handelskammern begründeten Handwerkerw irischaftsverbände und sonstige be­ rufene Vertretungen des Handwerks sollen zur Mitarbeit durch "Auftragsvermittelung .heran­ gezogen werden; hingegen sollen die Aufträge</p>
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          <p>: Ein Friedensangebot. München, 22. Nov. In der Presse wird wiederum verbreitet, daß deiner ber Feinde Deutschland tm Weltkrieg jemals ein sFriedensangebot gemacht habe. Temgegenüpeer erklärt in den "M. N. N." der bayerisch^ Finaanzminsster Professor! Tr. Jasfe folgendes: Ulm keine Verdunkelung der Tatsachen eintretem zu las­ sen, erkläre ich, hierdurch, daß ich. persönlich im Spätherbst 1917 ein von dem Genfer Ver­ trauensmann des Präsidenten Wilson mir über­ gebenes Friedensangebot der Vereinigten Staa­ ten in die Hände des .Unterstaatssekretärs von dem Busche weitergeleitet habe. Dieser hat sich damals mir gegenüber verpfli.chtet, es dem Staatssekretär von Kühlmann weiterzugeben. Einige Wochen später ist ein entsprechendes Friedensangebot der Bereinigten Staaten an Oesterreil-Ungarn in die Hände des Grafen Czernin übergeben worden. Auf beide Ange­ bote ist trotz mehrfacher Anfragen der mit der Uebermittlung betrauten Personen weder von Deutschland noch von Oesterreich-Ungarn eine Antwort erfolgt. ' • München, 21. November 1918. I Professor Edgar Jasfe, , Finanzminister des ' Volksstaates Bayern. r Gegen die Plünderer. ! Berlin, 21. Nov. An Heimat und Heerl! Tie Verpflegung des Friedensheeres auf dem Rückmarsch, ist durch Plünderungen von Ver­ pflegungszügen und Verpslagungsmagazinen aufs äußerste bedroht. Heimat und Heer wer­ den dringend aufgefordert, mit allen Kräften solche Vorkommnisse zu verhindern, da sonst ein Zusammenbruch, der Verpflegung mit den schwierigsten Folgen unausbleiblich wäre. Plünderung oder der Versuch, einer solchen hat die schwersten Strafen zur Folge ( ' 1 i Ebert, Haase Göhre. , ' Tier dcutstkp Kroitpvinz. ' I Amsterdam, 21. Nov. Wie die Blätter melden, hat sich, der ehemalige deutsche Kronprinz heute vormittags von Schhoß Swal- Letzte Posten. men nach Oosterland auf der Insel Wierkngenk (Zuidersee) begeben, um dort Aufenthalt zu nehmen. Uebergebene deutsche Kriegsschiffe. London, 21. Nov. (Reuter.) Tie deut­ schen Kriegsschiffe, die heute übergeben tour« den, bestanden aus 9 Schlachtschiffen, 5 Schlacht­ kreuzern, 7 leichten Kreuzern und 50 Zerstö­ rern. An der vereinbarten Zahl fehlt somit 1 Schlachtschiff, 1 Schlachtkreuzer und 1 leichter Kreuzer. Es wurde indessen erklärt, daß diese Schiffe später übergeben würden. 1 leichter Kreuzer ist" Bei der Fahrt über die Nordsee aus eine Mine gestoßen und gesunken. 1 London, 21. Nov. (Reuter. — Amtlich,.) Ter Oberbefehlshaber der großen Flotte ist mit dem ersten und Hauptteil der deutschten Hochseeflotte zusammengetroffen, die heute 9 Uhr 30 Min. zur Internierung übergeben wur­ de. Weitere 19 deutsche U-Boote wurden heute in Harwi!ch, abgeliefert. Tas 20. U-Boot, das zu der heutigen Staffel gehört, erlitt bei der Uebersahrt Havapchel. i&gt; I " ..Tie Heimkehr der Tvulppen. Aachen, 21. Nov. Als erste Großstadt konnte Aachen die in ungebrochener Kraft heim­ kehrenden Fronttruppen begrüßen, i : Tie Franzosen nt Saarbrücken. 1 Saarb rücken, 21. Nov. Tie ersten feindlichen Vortruppen, etwa 200 Mann fran­ zösischer Infanterie sind heute vormittags hier eingetroffen. ' , HeimatWstH Ost. Berlin, 21. Nov. Wie der "Berl. Lok.Anz." hört, sind zum Stutze des Ostens der Stab und das Rtzkrutendepot der 2. Gardediviswn und 2 Pionierkomlpagnien nunmehr ngch Posen abgefahren. Kein polnischer Vormachschi. Berlin, 21. Nov. Ter Arbeiter- und Soldatenrat teilt unterm 20. November mit, daß alle Gerüchte über ein Anrücken von pol-nischen Formationen unwahr sind. Wilsons Enropareise. Berlin, 21. Nov. Ter amerikanisch^ Pressedienst bestätigt die gestrige Meldung der französischen Presse über Wilsons Reise nach Europa sofort nach, Eröffnung des Kongresses in der ersten Tezemberstwche. Innsbruck von den Italienern besetzt. Wien, 21. Nov. Die Stadt Innsbruck ist von den Italienern besetzt worden. Tas deutscheösterreichische Staatsamt für Aeußeres erhob gegen diese Besetzung Vorstellungen. ' . Tie Opfer der Luftangpissfe. , Lond © n, 21. Nov. (Reuter.) Ein amt­ licher Bericht besagt: Bei den seindlichen Luft­ angriffen un p Beschießungen wurden in Eng­ land 488 Personen getötet und 1014 verwun­ det. Tie Reparaturkosten fil* angerichteten Schäden wurden aus 617 773 Pfund Sterling geschätzt. : ! . [ .. ' Tie Italiener in Tälmatien. Solbad),, 21. Nov. "Slowenski, Narvd" veröffentlicht ein Telegramm aus Fiume, wo­ nach, die Italiener den kategorischen Befehlen der Entente, Fiume zu räumen, nicht Folge leisten, vielmehr die Besetzung auf die Um­ gebung von Fiume ausdehnen und in nörd­ licher Richtung gegen Karlstadt marschieren. In Talmatien rücken die Italiener gegen Knin vor. I ' i , &gt; Täs englisch^ Parlament aufgelöst. London, 21. Nov. Tas Parlament wur­ de heute vertagt und wird am Montag ausgelöst, , 1 Starker Siüvefall. ^ l Danzig, 21. Nov. Ueber Westpreußen geht seit der letzten Nacht starker Schneefalk nieder. Dadurch, wird die Einbringung von Millionen Zentnern Kartoffeln und Rüben, die durch die herrschende Grippe und das Abrücken der russischen Kriegsgefangenen verzö­ gert wurde, zur Unmöglichkeit. Tie Felder; sind zentimeterhoch mit Schnee bedeckt. 1 &lt;</p>
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