<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-11-07"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 304</biblScope>
          <date when="1918-11-07">1918-11-07</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Am Tore des Friedens. Die Antwort WilfonS and der Alliertea. — Die deutsche Delegation zur Aabahnng der Waffenstillstands- und Friedensverhandlnngen an Sie Front gereist. — Aufruf des Kanzlers an das deutsche Voll. — Der Kriegsrat in Versailles beendet.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>WTB. Berlin, 6. November, mittags. Vrvtzss Hauptquartier: ,T»e18It#et Jtvieg*f Jnfänteriekämpse in der Scheldeniederung. Auf dem Schlachtfelds zwischen der Schelde und der Oise haben wir uns btwro Gegner abgesetzt^ Der Feind, der gestern nach, stärkstem Artillerie­ feuer seine Angriffe wieder aufnehmen wollte, stieß auf geräumte Stellungen. Bei seinem weiteren Vorgehen wurde er durch unsere Nahbluten in EinzeWüchse verwickelt, die im Wal­ de von AlorMal und südöstlich von Lanorecies größeren Umfang annähmen. Ter Feind stand am Abend westlich von Ravai, am Ostrsande des Waldes von Movmäl, Mlich von Landrecies und östlich von Gutse. Auch, zwischen der Oise und der Maas hüben wir größere Bewegungen durchgeführt. Ter Gegner ist im Laufe des Tages -gefolgt und hat westlich der Aisne die allgemeine Linie Dfttrle—Dizh ls Gros—Eclhj erreicht. Oestlichj der Aisne standen wir mit ihjml nördlich von Le Chesne und westlich, von Beaumont in GefechtsfüWung. Stärkere An­ griffe des Feindes bei Beaumont und Setamte wurden abgewiesen. 1 ; Südlich von Dun stieß der Amerikaner unter heftigem Feuerschutz Wer die Maas und drang in die Waldungen auf den östlichen Maashöhen zwischen Millh und Bilosnes ein. Das sächsische Jäger-Regiment Nr. 7 warf den in der Mitte der Kampffront aus Fontaine vordringenden Feind zurück und nahm den Epinoh-Wald wieder. Tie Kämpfe fanden auf beim Kamm der östlichen Maashöhen ihren Ab­ schluß. Auf dem Ostufer der Maas schlugen brandenburgische und sächsische Regimenter er­ neute Angriffe der Amerikaner auf den Höhen östlich von Stvry und in dem Wald von Etrahe ab. s Wir schossen am 4. November 45 feind­ liche Flugzeuge ab. Oberleutnant Bolle und Leutnant Könneke errangen ihren 35. Lustsieg. Der 1. GLneralquartiermeisier: Groener. • WTB. Berlin, 6. November. Amtlicher Abendbericht: Heftige Angriffe nordöstlich von Valencrennes, bei Ravai und bei Aulnoy an?er SeMbre konnten sie die Durchführung der zwi­ schen Schelde und Oise eingeleiteten Bewegun­ gen nicht hindern. Von der Oise bis zur Maas keine größeren Kämpfe. Auf dem Ostufer der Maas erneute Angriffe der Amerikaner. Oestlich von Tun konnten sie etwas Boden ge­ winnen. Im 'Wrigen sind sie gescheitert. ; Der deutsche Bericht.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>ihnen Tommen, zittern die Banditen vor den Folgen ihrer Taten. Das deutsche Anerbieten wird zurückgewiesen und jeder neue Angrijf mit Hundertsachen Zinsen zurückgegeben, i i 1 , Die bolfchewWSchp Gefahr. "Dailh News" sagt zu der Auslösung der Habsburger Monarchie: Es bestehe ernsthafte Gefahr, daß die beiden Zentralmächte stich, in Bolschewismus und Blutvergießen auslüsten. Tie Alliierten müßten den neuen Nationals­ ten Hilfe leisten, um) die Ordnung wieder Her­ zustellen. Tielm Liberalismus, wie ihU Wilson Und Asquith' predigen, müsse freiet Lauf ge­ lassen werden. Die Konsequenz dieser Fe­ derungen wäre, daß den Teutsch-Oesterreichevn die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts in derselben Weise garantiert wird, wie den ande­ ren Nationalitäten. Nur eine derartig des­ interessierte Unterstützung Wune den Bau der neuen Staaten sichern Und damit die Welt bor der üben genannten Gefahr retten. "Mlehända" lStockholm) bespricht die Bolschewiki-Gefahr in Rußland und Schweden und meint: Ziehe man in Mitteleuropa die gleichen Krankheitskerme hoch, wie in Ruß­ land, indem, man die dortigen Völker durch un­ nötige grausame Leiden zur Verzweiflung treibe, so sei Europa verloren. Wie man in Frankreich Tatsaschen fälscht. | Ilm "Matin" vom 20. Juni 1918 wurde unter der Spitz marke "Deutsche Barbarei" mit den üblichen lügenhasten Aufbauschungen die Meldung verbreitet, daß M. Novent, der Ge­ meindeschreiber der Stadt Verviers, trotz seiner 60 Jahcce in ein Gefangenenlager überführt worden fei, in betn er Entbehrungen und Lei­ den auszustehen habe. So habe er bon den ihmi übersandten Lebensmtttelpaketen nichts empfangen und sei außerstande, sich von der ihstt verabreichten Kost zu ernähren. Als Grund für seine Internierung führt das Pariser Blatt in völliger Entstellung des Sachverhaltes an, daß Novent einemt in Belgien verstorbenen gefangenen Engländer ein anständiges Leichen­ begängnis habe bereiten wollen; die Deutschen aber, wütend über die Ehrungen der sterbli­ chen Hülle eines feindlichen Gefangenen, hät­ ten nachts den Novent aufs roheste festgenom­ men und ihn in Deutschland interniert. j Demgegenüber steht fest, daß Novent im Gegensatz zu den anderen Beamten der Stadt­ verwaltung außerordentlich deutschfeindlich ge­ sinnt war und auch, im! 9N)ke 1916 mit einer Geldstrafe von 1000 Mark bestraft wurde, weil er fortgesetzt von den deutschen Behörden er­ teilte Aufträge gar nicht oder in höchst lässiger Weise ausführte. Er war es auch,, der jener Beerdigung des englischen Kriegsgefangenen^, den demonstrativen Charakter einer politischen Kundgebung verleihen tooltte. Da die deutsch­ feindliche Gesinnung des Novent bekannt war und ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten der belgischen Stadtverwaltung in Verviers mit der deutschen Behörde nichch gewährleistet werden konnte, schien die Entfernung des Notoent aus seinem, Amte geboten. 1 Daß Novent imi Lager Havelberg,' wo er sich seit dem, 10. April 1918 aushält, nicht Hun­ ger zu leiden braucht, geht aus einem ärztlijDn Gutachten hervor, welsches bestätigt, daß das allgemeine Aussehen des N. blühend, der Ga­ sich tsausdruck frisch! und gebräunt, jugendlich und gesund sei. Irgend welche Besorgnisse hinsichtlich! seines Gesundheitszustandes be­ stünde in keiner Form'. Ebenso sind die Paketie, wie Herr N. selbst protokollarisch erMycte, ihm! nach der Zensierung stets unverzüglich, zugestellt worden, daß er keine Klagen zu erheben hat. Er selbst stellt fest: "Ich, habe niemals, seitdem ich. Ihn Lager bin, Hunger gelitte^, sondern stets reichlich, zu essen gehabt." - r Obwohl die Tatsachen so klar tote nur irgend möglich liegen, spricht der "Mattn" bdtt einem Fall ausgesprochener UnmensWichkeit. Das Urteil des Parkser Blattes ist »ach Vor­ stehendem wissentlich unwahr. Im Hinblick aus diese Behauptung ist die Frage berechtigt, wel­ che Bezeichnung das französische Bückt für die Verschleppung deutscher Ziothgesangener in die berüchtigsten Lager Afrikas oder ihve völker­ rechtswidrige Festsetzung in franzÜstschjenStaatAgesängnissen anwendet. Hierüber spricht der "Mattn" offenbar nicht gern. , ,</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Französische Rohheit««. [ , ! , Berlin, 5. Nov. Nach zuverlässigen Mel­ dungen wird das Verhallen der Franzosen ge­ genüber neugemachten deutschen Kriegsgesangenen immer bösartiger und grausamer, obwohl Frankreich sich, in den Berner Vereinbarungen |u menschlicher Behandlung der Kriegsgefan­ genen verpflichtet hat. Noschi immer werden die Deutschen bei der Gefangennahme Beraubt und verbleiben zunächst mehrere Wachen im Etappengebiet, wo sie unter freiem Himmel liegen und keine Fürsorge erfahren. Abge­ rissen, verhungert und krank treffe* sie in den dauernd überfüllten Sichtungslagern in Rouen-Croiffet, Orleans und Fort d'Asnseres bei Dijon ein. Hier Schnürt ans drei Mann ein Stroh sack; trotzdem liegen noch viele Deut­ sche seit August ohne Decken im Freien. Die Nahrung 'ist so ungenügend, daß die Kriegsge­ fangenen sich aus Speisereste, Rübenschalen und rohe Feldsrüchte stürzen. Bekleidung wird ihnen nicht geliefert. Das französische Perso­ nal schlägt und beschimpft sie, nur die schon in den Lagern anwesenden Kameraden Helsen ihnen nach ihren schwachen Kräften. l Gegen diese nichtswürdigen Verletzungen des Völkerrechts ist sofort energischer Protest eingelegt worden. Ferner ist die schweizerische Gesandtschaft in Paris ersucht worden, die Ver­ hältnisse in J)en Sichtung Klägern sofort durch, Delegierte prüfen zu lassen und Bei der franzöösischen Regierung nachdrücklichst aus Ab­ hilfe zu dringen. , &gt; &gt; I fTie Richtigkeit dieser Meldung können wir aus Grund der Erzählung eines Augen­ zeugen, der bis vor seinem, Ende der vorletzten Woche erfolgten Austausch, tat Lager in Rouen weilte, voll bestätigen. D. Schr.) NeberschhrvrMmunge« bei Antwerpen. 1 Haag, 6. Nov. Von der Holländischen Grenze wurde am' 4. November gemeldet: Tie Teutschen haben die ©tfleufen der Schelde zwi­ schen der Grenze und Vlaajmschi und Hoosd bei Antwerpen durchstoßen; das Land ist unter Wasser gesetzt worden. 1 1 1 '</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Polen. Tie kriegsühreNve polnische Streitmachjt. | 1 Wie Reuter aus Washington meldet, hat die Regierung der Vereinigten Staaten das polnische Heer als selbständige kriegsÜHrende Streitmacht unter der obersten Leitung des neuen polnischen Nationalkomitees anerkannt.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg mit England. Armenien und England. I 1 AtlgeMeen Handelsblad meldet aus Lon­ don: Hier wird bon verschiedenen Seiten be­ dauert, daß in die Waffenstillstandsbedingun­ gen Mit der Türkei keine Bestimmung über die Besetzung des armenischen Bilajets dur|.H bri­ tische Truppen ausgenommen wurde. Lord Brtzce verlangt in einer Erklärung tat "Man­ chester Guardian" über die armenische Frage die Besetzung von Türkisch-Arabien mit aus­ reichenden Streitkräften, da seiner Ansicht nach! die Bestimmung, daß die Alliierten dieses Vilafet tat Falle von Unruhen besehen würden, nicht genügt, weil die MiWichkeit besiehe, daß Zahlreiche Missetaten begangen würden, ohne daß es zu direkten Unruhen lamme.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg mit Italien. i SKwIienW «rVetzWGe. 1 _ ' 1 Die Ikckßenische Regierung lsttzt durch bte Agenzia Stesani folgende Rote verbreiten: Nachdem der Feind, der ant hartnäckigsten auf Italien gedrückt hat, außer vstfecht gesetzt ist, schließt Italien den Kreis seiner Unabhängigkeits- Und EinHektSiKtege. die fein» kühnste« , Träume verwirklichen und SeflBel einen äußerst mutigen und wirksamen Beitrag zum gemein­ samen Sieg aller Verbündeten über alle ge­ meinsamen Feinde. Deutschland, der Feind, aus dem die größte und blutigste Verantwor­ tung für den Krieg liegt, steht aufrecht da. Es' will sich nvfhj nicht besiegt erklären und noch, üicht anerkennen, daß die Erfolge, die es mit seinem schmählichen Ueberfall und seiner bru­ talen Gewalt hatte, nur vorübergehender Na­ tur sind. Die Verbündeten werden den Krieg fortsetzen bis der Endsieg erreicht ist und Ita­ lien wird dabei aus feinem Ehrenposten blei­ ben. v ' i Blinder Eifer. . . 1 Wie die Neue Züricher Zeitung aus Sa­ lden meldet, traten bei der italienischen Of­ fensive auf Umbra.il etn Zug Italiener und acht Oesterreicher aus Schweizer Boden über. Die Italiener schossen aus die Oesterreicher und verletzten dabei zwei Schweizer Soldaten und zwar einen tödlich. " ;</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus neutralen Ländern. Tas BolWkaisertuhni. ' Noch dem "Neederlander" vom 4. Nov. beginnt in Deutschland eine Periode des Volks­ kaisertums, in der das Blatt von Kaiser Wil­ helm, noch große, bedeutende Dinge erwartet. Der "Neederlander" sieht als Mittel gegen d;e Revolutionsgefahr das Festhalten an der Ein­ heit des deutschen Staates und in der Er­ klärung Kaiser Wilhelms einen Versuch, diese Einheit zu handhaben. Nach ,Het Volk" vom! 4. Nov. sind die aus der Erklärung Kaiser Wil­ helms gezogenen Schlüsse über das Bleiben oder Abtreten des Kaisers überholt durch die inzwischen eingetretenen Umstände, da die Er­ klärung des Kaisers bereits eine Woche alt fei. Tie "Vertretung". Aus Batavia wird nach beut Hpäg gemel­ det: Die Niederländisch-Indische Preßagentur berichtet: In Sverabaja wurden sieben Ma­ trosen gefangen genommen, die beschuldigt wa­ ren, int) Monat Oktober des Vorigen Jahires aus dem! Gebäude der deutschen Gesandtschaft in Peking 60 000 Dollars gestohlen zu haben. Diese Matrosen, so bemerkt das Amsterdamer Handelsblatt, dürsten zu der holländischen Gesandtschastswahe in Peking gehören, dse sei­ nerzeit mit der Vertretung, der deutschen In­ teressen in China beauftragt worden war.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>PartaMentarisiernng in Oldenburg. Ter! oldeuburgische Landtag wurde im großherzogli­ chen schloß vom GrvMrzvg persönlich er­ öffnet. In der Thronrede, die der Grvßherzvg verlas, kündigte er folgende Parlamentarisieriung an: Es soll ein ständiger Landtagsaus­ schuß als einheitliche Behörde mit der Regier­ ung zusammen über alle wichtigen Staattstngelegenheiten Beschluß fassen. , 1 ' Auch in Mecklenburg wird jetzt bte .Parla­ mentarisierung der Regierung und die Ein­ führung des direkten, geheimen Wahlrechts in Aussicht genommen. I 1 f 1 I Gejmvine Gesinnung. In Nr. 300 vom 27. Oktober bringt der "Corrierre della Sera" fol­ gende Nottz: "Wo hatten nur die Einwohner von Lille die zahlreichen französischM, ita­ lienischen, englischen, amerikanischen und so­ gar russischen Fachnen herbekommen, mit denen sie die englischen Truppen bei ihrem Einzug in die wiedereroberte Stadt begrüßten? "Es scheint unmöglich!, aber die Fahnen waren ge­ kommen aus — Deutschland! Einige Indu­ strielle aus Bonn am! Rhrin — berichtet der Sonderberichterstatter des "Temps" — voraus­ sehend, was kommen würde, begaben sich vor drei Wochen Mit Wagen doll FahNen des Ver­ bandes nach Lille und verkauften sie dort ntfit der größten Unverfrorenheit mit gutem Ge­ winn an die Einwohner. Zn den Airgen die­ ser Händler ist der Handel wie die Kunst; er hat kein Vaterland." — Soldaten sollen die Nachritten bestätigen. Hoffentlich findet der Staatsanwalt in Bonn die Schuldigen und zwar bald. 1 j * 1 Tages-Uebersicht.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Allerlei. Brand i-w! Zuge. In Brand geriet ein Wagen des Personenzuges 511 auf der Fahrt von Völklingen nach Butz bei Saarbrückens Der Zug wurde bei Kilchrstter 14,5 durch Ziehen der Notbremse zum Stehen gebracht, doch, war das Löschen des Wagens nt# mehr möglich^ so daß der ganze Oberwagenkasten Ausbrannte. Dabei verunglückten 14 Reisende tödlich, wähirend etwa &gt;13 Personen Verletzungen erlitten. Vermutlich ist Benzin oder ein anderer feuer­ gefährlicher Stofs heijmiW im Wagen mitge-, führt worden, i i i 1 &gt; !, Tie "Räuimnng Belgiens". Tie "Mchn.' Post" schreibt: Auf dem, Hauptbahnhof Würz-! bürg sind 12 Waggons beschlagnahmt worden,! die ans Belgien nach. Würzdurg an die Adresse, hoher Militärpersonen unter dem Schutz mili-! tärischer Begleitung und mit Hilfe von Militär­ frachtbriefen befördert worden waren. Diese Waggons enthielten ganze ZimMereinrichtun-! gen, Klaviere, Salonmöbel, Betten und Spie-! gel S,ofas und Kücheneinrichjtnngen, Hühner­ völker und Schafwolle. Die "Räumung Bel­ giens" ist also schon tm! Gange. Diese Form der Räumung wird jedoch dem deutschen Volk teuer zu stehlen kommen. —'Tie Verantwor­ tung für die Richtigkeit der Meldung müssen wir dem Blatte überlassen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bayerische Nachrichten. Zur Reichssragc nahm eine Versammlung der liberalen Partei in Slugsburg folgende Re­ solution an: "Die Versammlung stellt sich ein­ mütig aus den Boden der im Reich und in Bay­ ern geschaffenen Neuordnung. Sie erwartet von der neuen deutschen Volksregierung die Ueberwindung der schweren Nöte und Folgen des Krieges und den Abschluß eines gerechten Friedens, welcher die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes wahrt. Sie ersucht die liberalen LandtagsabMvrdneten, bei pller Wah­ rung der berechtigten Eigenart und Ansprüche des bayerischen Volkes noch, weiter für die unzerstörbare Zusammengehörigkeit aller deut­ schen Stämme und für den Rehchsgedanken zu wirken getreu der Ueberlieferung unserer Vor-, fahren. Tie Versammlung fordert die untierk zügliche Sammlung aller liberalen mnb deutsch-! freiheitlichen Kräfte Bayerns aus allen Sschichten und Ständen und deren organisatorische' und programmatische Zusammenfassung in einer einheitlichen, geschlossenen Lcmdespartei.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>bieten, um, die volle Selbständigkeit Bayerns zu erreichen und sicherzustellen, aber i,m Ber&gt;bande des Reiches wollen und müssen wir bleiben, weil einem! politisch, und wirtschaft­ lich, isolierten Bayern der Lebensnerv, abge­ schnitten iväre. Wie es einem, Reichs ergehst, das auseinandersällt, ersehen wir an Oester­ reich-Ungarn. Was uns jetzt vor allem nottut, .das ist ein fester Zusammenhalt aller deutschen Staaten und Volksstämme. "Kamps und Arte­ nden sind unsere gemeinsamen Ausgaben, Staat !und Reich jtnb unsere gemeinsame Zukunft", .heißt es in dem, Aufruf, den die deutsche Volks­ regierung dieser Tage an das ganze deutsche Volk erlassen hät. Jedes Zeichen von Un­ reinigkeit, das sich jetzt imi Deutschjen Volke ’äeigt, ist Wasser auf die Mühle unserer Feinde und gefährdet das Zustandekommen eines bal­ digen Friedens. / s &gt; [ Eine Bolksversalrnnrlnns hat aus heute. nachmittags 3 Uhr die sozd. Partei Münchens aus der Dherestenwiese einberufen. Es soll dabei Wohl den Persammlungen der Unab­ hängigen ein Gegengewicht geschaffen werden. Erneu daher. Sondrrfrieden hätte der Äbg. Gäßler in seinem, Blatte, dem "Lamdauer Bo­ ten" verlangt. Hierzu-schreibt diie "Landsh. Ztg.": "Tiefer Artikel ist sehr bedauuerlich, weil er einer seit einiger Zpit tmi Stillern aber sehr nachdrücklich, betriebenen Agitation! Vorschub leistet, die zweifellos von unseren Fieinden aus­ geht." Tie Verschiedenheit der Ans! Hauung, die in djeser Frage in Zentrumskreisen herrschst gibt nach dem gleißen Blatte eine Aeußerung des Zentrumssraktionsvorsttzenden Held auf dem Telegiertentage der Bayerischen Zrentrumsparl tei wider. Held hüt den Gedanken einer Zer-! trütnmerung des Reiches mit größter Entschloß1 senheit zurückgewiesen. Wir müssen alles aus-i</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Psawkirche«, 2. Nov. (Tödlicher Unfall.) Samstag nachmittags scheuten am Städtplätz die Pferde eines Fuhrwerkes vor einem Mslitärauto. Der Lenker kam au Fall und ge­ riet unter die Pferde und den Wagen, konnte sich zwar wieder erheben und das Fuhpverk bis zur Stglschen Gastwirtschaft bringen. Tort wurde ihm&gt; unwohl und er verstarb, ehe Arzt und Priester eintrafen, scheinbar infolge in­ nerer Verletzungen. ! Passau, 6. Nov. (Bürgermeisterwahl.),' An das Geweindekollegium und den Magistrat ist gestern die Mitteilung gekommen, daß die Wahl eines bürgerlichen Bürgermeisters aus den 16. November anberaumt ist. Wahlkominisfar ist Herr Bezirksamtmann Regierungs|rat Hochgraßl. , 1 , Passau, 5. Nov. (Passauer Jndustrie-A.-G. in .Passau.) Unter diesem Namen wurde eine neue Akttengesellschast mit einem Kapital von 300 000 Mark gegründet, welche die För­ derung von Handel, Industrie und Schiffahrt der Stadt Passau bezweckt. Die Gründer sind die Bayer. Vereinsbank, München, die Stadtgemeinde Passau. das Bischöfliche Klerikalseviinar St. Stephan in Passau, die Holzhpndlung Hugo Jorchheimer in Passau, die Firma Gebrüder Martin in Passau und Bankdicektori Franz Müller in Passau. , , r Niederbayerische Nachrichten.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>zzudfische und belgische Städte weit hinter der Kampffront. Durch deutsche Jagdflieger meist schon weit vor ihren Zielen auseinanderge­ sprengt, kehrten sie unverrichteter Tinge zu­ rück und warfen ihre Bomben wahllos ins Gelände. Einige feindliche Flugzeuge, die wahrscheinlich auf Mons angesetzt waren, entledigten sich ihrer Bomben über dem militärisch völlig bedeutungslosen Städtchen Quaregnon westlich Mons. Die Wirkung war furchtbar von der belgischen Bevölkerung wurden über 40 getötet und viele verwundet, meistens Kinder. Der Zerstörungen, welche die Bombenabwürfe in den französischen und belgischen Städten bewirken, stehen in keinem Verhältnis zu dem Nachteil, den das deutsche Heer durch sie erleidet. Die Zivilbewohner sind sich dessen sehr wohl bewußt; denn bei dem Herannahen feindlicher Geschwader haben sie nur eine Sorge, daß die deutschen Jagdstaffeln. rechtzeitig zur Stelle sind, um sie vor ihren "Befreiern" zu schützen. 26 Tanks von einer Division erledigt. Die Gardedivision, welche auf den kahlen Hügeln zwischen den Dörfen Quentin und Banogne lag, hatte den feindlichen Angriff er­ wartet. Im "Saugrund", einem 600 Meter ausberechnung erwies sich! als richtig, denn hinter dem Feuerqualim der letzten Granate breiten Tal, das sich weit zwischen die Hügel hineinschob, mußten die Tanks kommen. Alle Vorsichtsmaßregeln waren getroffen. Die Vortauchten in Reihen die Tanks auf. Das Geschütz des Unteroffiziers Brockmann erfaßte die erwarteten Ziele schnell, und im Tempo einer Treibjagd brachte dieses Geschütz allein im "Saugrund" zehn Tanks zur Strecke. Ein anderes Geschütz derselben Batterie unter dem Gefreiten Renschke hatte sich die Tanks ausersehen, die über die Pulverkuppe gegen die Straße Quentin-Banogne vorrollen wollten. Er hatte das Glück, acht Tanks lahmzulegen. Die dichtauffolgende feindliche Infanterie beganu im Vorgehen zu stocken. Zwar gelang es einigen Tanks weiterzukommen, aber nachdem acht weitere Sturmwagen durch unsere Infanteristen außer Gefecht gefetzt waren, war die Wucht des feindlichen Angriffs gebrochen. Das Flugzeug in der Bibel. die französische Zeitschrift "La-Groir" daran, daß bei dem Propheten Jesaja sich eine Stelle findet, die wie eine Vorahnung dieser modernsten Errungenschaften der Technik klingt. Im 60. Kapitel lautete der achte Vers: "Wer sind die, welche fliegen wie die Wolken und wie die Tauben zu ihren Fenstern?" Die Zeitschrift hebt hervor, daß in dieser Frage der Flug der Apparate sehr genau beschrieben ist; denn der Prophet vergleicht die Fliegenden nicht mit den Vögeln, die durch Flügelschläge sich vorwärts bewegen, sondern mit den Wolken, die in der Luft gleiten, und ihre Auf Freiers fützerr lauserr. In Lappland heißt es nicht, auf Freiersfüßen gehen, sondern auf Frekersfüßen laufen. Wer um die Hand eines Mädchens anhält, muß sich mit ihr auf einen regelrechten Wettlauf einlassen. Sie erhält einen Vorsprung, der den dritten Teil der vereinbarten Laufbahn beträgt. Wider dem Willen des Mädchens kann sie der Freier nicht einholen. Nur von dem Freier, dem sie geneigt ist, läßt sie sich fangen. Damit ist aber nicht gesagt, daß alle jungen Männer, die den Mädchen nachlaufen, darum gleich für Lappländer gehalten werden müssen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>du meine Meinung. Morgen schon werde ihj | zu dem Kerl hinübergehen und ihm meinen; nachbarlihen Besuch und zugleich meinen Standpunkt klarmachen." ; r "Das wirst du nicht tun, Jens, if; bitte dich," flehte Merret mit erhobenen Händen. "Es wäre zu schrecklich^. Ich bitte dich! Laß uns wie bisher fern von dem Helhoog leben. Es bringt uns den Tod. Ich ertrage es nicht!" I f ( : ' ! 1 ■ • Ein zischender Laut drang von Jens Jür­ gens Lippen. "Aha, blast der Wind daher? Na, ohüe Furcht, Merret, es wird nihst so schlimm, wie es aussieht. Merkst du kleines Schaf denn nicht, welch großes Vertrauen ich in dich setze, baß ich! so myt dir rede? Meinst du, wenn ich deiner nhht ganz sicher wäre, ich&gt; würde es aus die Probe ankommen lassen? Nein, Merret, so dumm bin ich, denn dochj nicht. Aber rein mitj: die Lust werden, if| will klar sehen, und ich weiß, daß du im|r und dir selber helfen wirst, nicht wahr, Merxet, wenn 'ich bi|f| recht herzlich darum bitte?" Seine Stimme war ganz weich geworden und ein siegesgÄvisses Leuchten stand in seinen Augen, als'er seiner Frau die große braune Hand entgegenstreckte. "Jens," sagte sie un­ sicher, "ichj bitte dich, du spielst mit Ditlef Stöven ein gefragtes Spiel." :H i 'fl. I "Nein," rief Jens, "das Alte soll nur ; untergehen. Tot soll es sein, und das neue soll in der Sonne strahlen." s r "Und wenn eht Wetter koftiMt, Jens, und der Blitz uns erschlägt?" / . i r "So schlage das Wetter drein," särie der Schisser wild. Jim gleisen Augenblick erhellte ein Blitzstrahl die ganze Stube und in belml Rahmen der Tür stand hoch aufgenietet eine ! große Frauen gestalt mit lang herabfallendem ;Haar, das unter einer alten Matrosenstlütze ^Hervorquoll. ' . [ | "Walken Taken," rief Jens und Merret ; tote ause ine^ni Munde. 1 "Ja, ja, Kindings," kicherte die Alte, die großen Schuhe von den Nackten Füßen strei­ fend und das Wasser daraus gelassen durch die Tür auf die Steinsliesen des Hausflures gießend, "es ist ein böses Wetter heute, da kömmt Marken Taken aus eueren Hos und fragt: Jst's genehm!? : Jst's bequeM? Ich bleibe bei euiii In euerem! Reich. Wie die Tauben über den Hügel fliehen, Muß Marken Taken beim Wetter ziehen." "Geht in die Küche, Marken Taken," ge­ bot Merret streng, als sie sah; daß von Maikens zerlumptem Rock kleine Wasserbäche herab in die Stube rannen. "Wärlmt und trocknet euch, ckm Feuer und laßt euch von Jnken einen Im­ biß geben." . ' I , : i 1 Tie Alte kicherte leise und schlug die Ma­ trosenmütze, die sie abgenommen hätte, gegen die Bettsponde, daß die Regentropfen nur so flogen. Tann holte sie aus den weiten Ta­ schen ihrer alten Matrosenjacke über der un­ sauberen Bosuntje eine kurze Tonpfeife und hielt sie Jens mit der Gebärde des Stopfens' entgegen. ^ * ■ &gt; "Plagt dich der Teufel, Weib. Scher dich raus." 1 I ’ 1 1 \ 1 ! "Gemach, mein Söhning," grinste die Alte und schob die leere schinmtzige Pfeife zwischen die Zähne. Ein paarMsil zog sie kräftig, dann ließ sie die Pfeife wehmütig aus dem linken Mundwinkel herrriederhängen, während sie zwi­ schen den Zähnen mürmelte: "Immer stolz, im­ mer oben hinaus, der Herr Jens Jürgens. Sitzt auf dem Hos als stolzer Mann und Mäiken Taken mutz betteln ge'hen, betteln gehen! Kressen war schöner als Maiken Täten, da. nahim Pier Jürgens, dein Vater, Kressen Lührfsen zum Weib. Marken Taken aber ging in den Sand, weit ab in den Sand —" . ! 1 i I ! ; (Fortsetzung folgt.) .i j.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Nachtrag. Trotzki zurückgetreten. Helfinfors, 6. Nov. Aus Wiborg wird mitgeteilt, daß Trotzki zurückgetreten sei. Petersburger Zeitungen enthalten gleichzeitig die Meldung, daß Siljanski vor einigen Tagen zum Vertreter des Kommissars für Kriegsangelegenheiten - der Posten, den Trotzki bekleidete - ernannt worden ist. Weiter wird mitgeteilt, daß von Pleskau aus eine gegenrevolutionäre Armee von mindestens 12 000 Mann gegen Petersburg marschiere. Teutsche Truplprn i« Nordtirol. Innsbruck, 6. Nov. Das bayerische Kriegsministerium hat dem Tiroler Nationalrat mitgeteilt: "Die Waffenstillstandsbedingungen zwischen Osterreich-Ungarn und der Entente zwingen uns, zur Sicherung unserer Landesgrenzen Truppen nach Nordtirol zu schicken. Gleichzeitig sollen diese Truppen mithelfen, den Abfluß der aufgelößten Teile des österrischen Heeres nach Osten zu ordnen und das Land vor Zuchtlosigkeit zu schützen. Unsere Vorhuten überschreiten am Mittwoch die Grenze, stärkere Kräfte folgen." Der Aufruf betont: "Die Bayern kommen als Freunde; falls ihnen Hindernisse entgegentreten würden, würden die Truppen sich mit Waffengewalt den Weg bahnnen. Unterzeichnet ist die Mitteilung von General Kraft von Delmensingen. Die Bayern wollen angeblich den Brennerpaß während des Winters halten. (m.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Landshut, den 7. November -* Das Militär-Verdienstkreuz 2. Kl. mit Krone und Schwertern wurde zu seinem Eisernen Kreuze dem Sergeanten einer bayer. Munitionskolonne Herrn Karl Espach, Sohn des Herrn Oberlokomotivführer a. D. Espach hier verliehen. g —* IM! Reservekazarett starben hier I em italienischer und ein französischer Kriegst [ gefangener. j ; ; j I —* Besitzwechsel. Tie Gaflw'irtjMft ! znm "Münchner Hof", bisher im Besitze der Brauerei WittMann, ging durch Kauf an den Werkmeister des städt. Elektrizitätswerkes Hrn. Graup über. , • —* Durch Kauf erwarb Herr Privatier Schreiner bas Anwesen 423—425 am Heuwag­ platz, bisher im Besitze der Firma Dinges. —9. KriegsanleWeErgeb n'Psx! der Garnison Landshut: Ersatzbatail­ lon 582 700 Mark, Ersatzeskadron 539 700 Mk., Gefangenenlager, Reservelazarett, Bezirkskomimando, Proviantamt und Garnisonsverwjal tung zusammen 759 400 Wart, insgesamt 1 881 800 Mark. Obkvohl kaum mehr ein Drit­ tel des damaligen Mannschastsstjandes nofh hier in Garnison steht, wurde das Ergebnis der 8. Kriegsanleihe mit 1542 6Q0 Mark weit übertrosfen. | - : , ‘ . —* Ein Erdbeben war gestern abend zu spüren. Aus München wird berichtet, daß bei der Sternwarte vom Seismographen etwa um 8 Uhr 28 Min. ein sehr starkes Nahbeben ausgezeichnet wurde. , 1 i i ; —* Ein Br and entstand durch Selbstent­ zündung von Waren heute Nacht im Lagerhause Binder am Bahnhof. Ter Wachtposten entdeckte jedoch das Feuer re&gt;chtzeitig und lösch­ te dasselbe, eh!e es größeren Schaden ver­ ursachte. . I ! . [ | ; j 1 j | üh! —* Fliegergerfüchte erfüllten aujch! ge­ stern unsere Stadt. Sie kamen aus München, wo mittags 1 Uhr Fliegerallarm stattgefunden hiatth. Es handelte sich um drei Flieger, deren Hoheitsabzeichen infolge des Nebels nii# fest­ gestellt werden konnten. ( f ! . ' —* Sperre des Privat'paket- und Private güterverkehrs nach, der Westfront. Tie Sperre des Pri'vatpaket- und Privatgüterverkehrs nach der Westfront ist neuerdings, zunächst bis Mitte November verfügt worden. Wiederaufnahme des Verkehrs wird seinerzeit bekanntgegeben!, Frachtstücke unter Stundung. ! —* Frachtgutsper re. Zur Gewinnung von Wagen für den Versand von dringenden Lebensmitteln, besonders von Kartosseln, wird gleichwie auf den übrigen Bahnen Teutsch«lands, im! rechtsrheinischen Bayern von Don­ nerstag, den 7. mit Samstag, den 9. November die Annahme von Frachtstückgut allgemein ge­ sperrt. Ausgenommen s ind Lebensrnittel,Nähr­ und Genußmittel und Verpackungsmaterial für Lebensmittel. Erteilte Beförderungsgenehmi­ gungen treten für diese drei Tage außer Kraft. Militärgut unv Privatgut für die Militärverlwaltung wird nur in dringenden Fällen mit Genehmigung der Linienkommandantnren an­ genommen. ~ '</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Wahlkaisertum. Die "Mch. Kost" regt jin einem Artikel ."Systemwechsel" anstelle des erblichen Kaiser­ tums im Teutschen Reychp die Einführung des WahlkaisertunK an. Sie führt als Beweis für dessen Richtigkeit die Rede Robert Blums aus den Verhandlungen des Frankfurter Parla­ ments hon 1848 an. ; : s 1 : i Tast auch innerhalb der Sozialdempkrftjtie keine Einigkeit in dex Kaiserfrage besteht, geht aus den Reden aus einer soziald. Ver­ sammlung in Karlsruhe hervor. Dort warnte der sozd. Landtagsabg. Marüm, sich in dieser Frage von Stimmungen leiten zu lassen: "Ge­ wiß, wir Sozialdemokraten sind Republikaner Und hüben als solche keine Veranlassung^ uns als Schuchvall bor die Hohenzotiern zu stel­ len, aber darüber dürfen wir uns keiner Täu­ schung hingeben: die Mehrheit des deutschen Volkes ist heute noch Monarchisch gesinnt. Much wenn man heute vielfach unbedachte Aeußer­ ungen über den Kaiser zu hören bekommt von Leuten, die vordem gewaltige Patrioten waren, und von denen man solches zuletzt er­ wartet hätte — für uns als Sozialdemokraten handelt es sich darum, daß wir einen Rechts­ staat bekommen. Die Frage mit oder ohne Monarchie ist von untergeordneter Bedeutung. Wir können aber richtige Politik in einem Rechtsstaat nur mit der Mehrheit und nicht gegen die Mehrheit des Volkes machen, wenn wir nicht russische Zustünde bekommen wollen, i- .. . Und der sozialdemokratische Stadtrat Dir, Dietz bezeichnete es als unwahrhastig, jetzt imj 'Kaiser den Sündenbock finden zu wollen. "Ge­ wiß, wir haben vordem! nicht auf dieser Seite gestanden und Kaben ihn bekämpft, aber der Kaiser hat umgelernt, wie so viele umlernen Mußten. Er hat uns am 4. August 1914 die Hand geboten, und wir haben eingeschlagen, Und es hat sich gezeigt, daß während des gan­ zen Verlauses der harten Kriegszett der Kaiser ehrlich zum Wolke gehalten hat." Interessant ist in dieser Frage auch der Eindruck, den der deutsche Streit um den Kaiser lim feindlichen Ausland macht. Der Pariser ),Temps" schreibt in seinem Leitartikel vom 27. Oktober Unser der bezeichnenden Ueberschrist: ."Die HakbgötterdäMMerung": . "Tie heutige deutsche Regierung hält sich ihren Kaiser nur als Prügelknaben, dem! man zur Genugtuung der Umstehenden die Rute gibt. Jedesmal, wenn die Alliierten die Un­ aufrichtigkeit des Preußischen Regiments de­ nunzieren, reiht m»n ein Ornament von der Uniform Wilhelms II. ab, und die Propagan­ da des Herrn Erzberger schreit den Alliierten zu: Sind wir euch nun noch nicht aufrichtig genug?" Also Spott und Verachtung ist der nijcht Unverdiente Lohn.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Früher hat der Kontoinhaber die Gebühr der Zahlkarte bezahlt, jetzt muß sie der Ab­ sender entrichten; die Briefe an das Postp scheckamt mußten seither mit Ortsporko freige­ macht werden, jetzt kostet ein Scheckbries an das Postscheckkonto nichts. ' l Besonders für mittlere Leute,die sehr oft Heine Zahlungen leisten müssen, ist das Post­ scheckkonto jetzt durch die gä&gt;ührenf reieUeb ert= • Weisung besonders vorteilhaft. Wenn manHauSAins, Licht-, Bäcktzr-, Milch- usw. -Rechnungen bezahlen will, so liefert der Staat den Vordruck dafür kostenlos; überweist kostenlos dem Em­ pfänger das Geld und gestattet sogar noch, uns dem Abschnitt de» Ueberweisung demEm^ psänger Mitteilungen zu machen, ohne daß er feinem Pfennig Kostgeld erhebt. , v Wer sich ein Postscheckkonto errichten las­ sen will, fülle Bei einem Bestellpvstamt einen entsprechenden Vordruck aus. Gr mutz sich nur verpflichten, immer ein Guthaebn von wenigWens 25 Mark auf seinem Konto zu unterhal­ ten. &lt; ; r | Ueb«weistmgsvvrdrucke liefert i hm b&lt;t8 Mrstscheckamt Mit Eindruck feines Namens und seiner KontvnuMmer kostenlos; Schecks, die zu Auszahlungen an solche Empfänger benützt wer­ den, die kein Postscheckkonto haben, kosten das Heft von 50 Stück 50 Pfennige mit Naimenein^ druck. Postscheckumsjchläge kosten 1 Ps. dasStüDt Jeden Tag sendet das Postscheckamt alle Abfnchitte eingegangener» Zahlungem demKunden zu und fügt einen genauen Kontoauszug bei .Das kostet weder Gebühr noch, Postgeld. Wer an einen Kunden zahlen wijll, kann es kostenlos tun, wenn er selbst eine: Postscheck­ konto hat. Sonst nimMt er eineZachlkarte.Tiefe kostet dann bis 25 Mark nur 5 Psg. (statt 15 oder 20 PsM bei einer Posttanweisungs und Wer 25 Mark nur 10 Psg. Po»stgeld (statt 25 Psg. bis 70 Psg. 6d, 800 Mk. umd mehr bei einer Postanweisung zu zahlen). &lt;Es werden daher durch Postscheckkonto besonders kleine Zahlungen leichter bezahlt werden, denn man scheut bis 6 Wk. 25 Psg. Postamweisungsgebühr — aber eine Zahlkarte foiftet nur 5 Mg., eine Ueberweisung gar nichts. Will man selbst zahlen, so filöSft Man — wenn der Empfänger ein Postschecckkonto hat, eine Ueberweisung aus. Diese Art bter Zahlung kostet gar nichts. Hat er kein Komto, nimmt man einen Scheck. Dafür wird eiine Gebühr von 5 Psg. und ferner von je 1(00 Mark 1 Psg. berechnet .Also einschließlich! der Kosten des FormÄattes von 1 Psg. kostet eine Aus­ zahlung durch Scheck von z. B. 50 'Mark bein­ halb Pfg., von 800 .Mark 14 Psg. Tue so ausge- _ lallten Vordrucke steckt man in eimen gelben vorgedruckten Postscheckumschlag unw wirst ihn ohne .Marke m den nächsten Briestkasten. Das.Scheckamt zahlt dann am amderenTgjge dw Anwersungen aus und am übermächsten Tag l mon ^ ,u 'i±tumflen dasüir mit der Abrechnung zurück. Wer sich das Quittieren von Postanweijunflen ersparen will, öeaujtcagt Was zuständrge Postamt, alle für ihn bestimnnie Auweiasungen aus fern Postscheckkonto zu überweisen. Es werden ihm dann jeden Tag die Abschnitte der eingegangenen Anweisungen zugestellt.Tas Geld wird durch Zahlkarte aus bas eigene Pvstscheckkont« eingezahlt. Das Postscheckkonto.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>WTB. Berlin, 6. Nov. (Amtlich.) Der Reichskanzler erläßt folgenden Aufruf an das deutsche Volk: Präsident Wilson hält heute auf die deutsche Note geantwortet und mitgekeilk, daß seine Verbündeten den 14 Punkten, in denen er seine Friedensbedingungen vom Ja­ nuar ds. Jrs. zusaiMnrengesäßt hatte, mit Aus­ nahme der Freiheit der Meere zugestimmt ha­ ben und daß d ie Wasfenstillstandsbedingungen durch Marschall Joch mitgeteilt werden. Da­ mit ist die Voraussetzung für die Friedens- und Wassensttllstandsverhändlungen gleichzeitig ge­ schaffen. Um dem Blutvergießen ein Ende zu machen, ist eine deutslhe Abordnung zum Ab­ schluß eines Waffenstillstandes und zur Auf­ nähme von Friedensverhandlungen heute er­ nannt worden und nach dem Westen abgereist. Die Verihandlungen werden durch Unru­ hen und disziplinloses Verhalten in ihrem er­ folgreichen Verlaufe ernstlich gefährdet. Ueber 4 Jähre hat das deutsche Volk in Einigkeit und .Ruhe. die schwersten Leiden und Opfer des Krieges getragen. Wenn in der entscheidenden Stunide, in der nur unbedingte Einigkeit des ganzen deutschen Volkes große Gefahren für seine Zukunft abwenden kann, die inneren Kräf­ te versagen, so sind die Folgen nicht abzusehen. Die Anfrechterhältung der bisher gewahrten Ordnung in freiwilliger Manneszucht ist in dieser Entscheidungsstunde eine unerläßliche Forderung, die.jedeBolksregierumg stellen muß. Möge jeder Staatsbürger der höhen VsränbWortung bewußt sein, die er in Erfüllung die­ ser Pflicht seinem Volke gegenüber trügt. x r ! ! " Der Reichskanzler: , ; ; : 1 Max Prinz von Baden. ( ' s Ein Aufruf des Kanzelers.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Inserate.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Anschluß ans Teutsche Reich abzuhalten. In einem Telegramm heißt es: Fortgesetzt erheben stch in Frankreich! Pressestimmen, die gegen eine Auflösung Oesterreichs und gegen den An­ schluß an Deutschland nachdrücklich Verwahrung einlegen. "Gaulois" findet, wenn sich Teutsche Oesterreich dem Deutschen Reich anschließen würde, Hütte dieses den Krieg nicht verloren, sondern ^etvonnen/was die Entente unbedingt verhindern müsse. Tatsächlich, ist man in Wien der Ueberzeugung, daß Teutsch-Oesterreich. und das gesamte deutsche Volk als Sieger hervor­ gehen würden, wenn nach den furchtbaren vier Jahren der Prüfung das Ende zur Einigung aller deutschen Volksstämme auf freiheitlich^', bundesstaatlicher Grundlage führen würde.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Wilsons neue Antwort. ' Berlin, 6. Nov. In der neuen ameri­ kanischen Note Vom 5. ds. Mts. wird mitge­ teilt» baß der Präsident ein Memorandum der alliierten Regierungen erhalten hat, in dem es heißt: Mit den fönenden Einschränkungen erklären die alliierten Regierungen ihre Be­ reitschaft zum Friedensschluß mit der deutschen Regierung auf Grund der Friedeusbedingungen, die in der Ansprache des .Präsidenten vom 8. Januar 1918, sowie der Grundsätze, die in seiner späteren Ansprache niedergelegt sind. Der gewöhnlich sogenannte Begriff der Freiheit der Meere schließt verschiedene Tavlegungen ein, von denen sie einige nicht an­ nahmen können. Sie müssen sich deshalb Wer diesen Gegenstand beim Eintritt in die Frie­ denskonferenz volle Freiheit vorbehalten. Fer­ ner hüt der Präsident in seiner Ansprache vom 8. Januar 1918 erklärt, daß die besetzten Ge­ biete nicht nur geräumt und befreit, sondern auch wieder hergestellt werden müsse». Ti« alliierten Regierungen sind der Ansicht, daß Über den Sinn dieser Bedingung kein Zweifel­ bestehen darf. Sie verstehen darunter, daß Deutschland für allen durch feine Angriffe zu Lande, zu Wasser und in der Lust der Zivilbe­ völkerung der Alliierten und ihrem Eigentum zugefügten Schaden Ersatz leisten soll. Tie Note fügt hinzm'daß'der" Prästdent'mit der im letzten Teile des angeführten Memorandums thalienen Auslegung einverstanden Ist, und daß der Präsident den Staatssekretär beauftragt Ihat, der deutschen Regierung mitteilen g tt lassen, daß Marschall Fach, von der Regierung der Bereinigten Staaten und den alliierten Regierungen ermächtigt worden ist, gehörig 6e» glaubigte Vertreter der deutschen Regierung gu empfangen, um sie von den Waffenstillstandsbedingungen in Kenntnis zu setzen. Die deutsche Delegation. Berlin, 6. Nov. Der deutschen Delegation, die zum Abschluß des Waffenstillstandes und zur Aufnahme der Friedensverhandlungen heute nachmittags von Berlin nach dem Westen abgereist ist, gehören an; Staatssekretär Gesandte in Kopagenhagen Graf Rantzau, General von Winterfeldt, General Gündell und Kapitän Manselow. I ; Slusstand i« Hapeburg. s 1 WTB. Berlin, 6. November .(Amtlich,) In Hamburg sind die Betriebe angestanden. Es ist zu Disziplinlosigkeit und gewaltsamen Uebergrisfen gekommen. Gleiches wird aus LWeck gelMeldet. Abgesehen von Ausschrei- Lungen in einigen Weicken, ist das Privateigen­ tum nicht beschädigt oder angetastet worden. Tie Bevölkerung ist nicht gefährdet. i ! Böhmen bleibt rmgeteili. Prag, 6. Nov. Aus tschechischen Kreisen verlautet, daß Krammarsch aus der Schweiz die Zusicherung! mitbrachte, daß Böhmen un­ geteilt dem t scheschp-slowakischen Staate zufal­ len solle. r t \ [ ' i Kein englisches Friedensangebot 1916. ; Von unbedingt maßgebender Regierungs­ stelle berichtet die "Köln. Ztg.": "Tie Gerüchche von einem englischen Friedensangebot im Jahre 1916, das von Deutschland abgelehnt worden sei, verneine ich, entschieden. Wenn ein solches Angebot vorliege, wüßte ich s es sicher; denn bei meinen nahen Beziehungen zum früheren Reichskanzler von Bethmann Hollweg hätte Ich sicher Kenntnis däovrr erhalten. Es ist nchchch nur kein Friedensangebot, sondern nicht ein-, miäl der leistete Friedensschritt von England erfolgt." : 1 . s ! , ! * Die Italiener in Bozen. ' r r WTB. Wien, 5. Nov. Aus Botzen Melden; die Blätter: Tie ersten italienischen Offiziers-. Patrouillen trafen hier im Kraftwagen von. Trient ein. In Bozen, "Gries und Weran. herrscht eine ruhkge, gedrückte Stimmung. J</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
