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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-12-12"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 339</biblScope>
          <date when="1918-12-12">1918-12-12</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Unstimmigkeiten in Berlin. Dr. Solf will zurücktreten. — Die Franzosen in Elsaß-Lothringen.</p>
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          <p>Aus England kommen Stimmen, nach! de­ nen in den dortigen Regierungskreisen die Ang­ licht herrscht, daß. sich England nicht an Friedensverhandlungen beteiligen soll, an denen deutsche Vertreter der Arbeiter- und Goldatenräte ober der revolutionären Parteien teil­ nehmen, die nicht zur Regierung gehören. ! i Tiefe Auffassung besteht auch in Frankreich und der Gegenstand wird auf der am 12. Tezember in London beginnenden Konferenz Beraten werden. Gestern konnten wir zudem eine Meldung bringen, nach, welcher die Entente sich anfchjickt, an uns ein vierwöchiges Ultimatum zur Besei­ tigung der A.- und S.-Räte zu stellen. Bei uns aber beschäftigen sich die Regie­ renden mit gegenseitigen Anrempelungen. Mi­ nisterkrisen sind an der Tagesordnung. Tie Frage der Sozialisierung wird ernstlich! beraten, Erlasse über alles mögliche kommen heraus, nur zur Herstellung der Ordnung in der Ver­ waltung und in den Finanzen haben unsere Regierenden keine Zeit. Der Feind zieht seine Truppen an der Grenze zusammen. In Elsaß und Lothringen werden alle «vehrfähigen Teutschen interniert. Tie Pfalz und das Rheinland seufzen unter dem Truck der feindlichen Besatzung, aber un­ sere Regierung hat theoretische Probleme zu lösen. Sie hat keine Zeit, die brennendste Frage der Zukunft, die Friedenssrage in Fluß zu bringen. Nur in Hessen hat man den Ernst der Lage erkannt und ist daran gegangen, die A.- und S.Räte zu Volksräten unter Beteiligung aller Volksschichten auszugestalten. Aber selbst hier ist die Lösung noch, nicht voll gefunden. Ter Hessische Schritt ist insoferne unvollständig, als er nur die-Elemente berücksichtigt, die auf dem Moden der Republik und der Demokratie ste­ hen. Tie wahre Demokratie verlangt Selbst­ herrschaft des ganzen Volkes. Sie schließt we­ der Monarchisten noch Anti-Temotraten aus. Auch« jene haben dasselbe Recht, ihre Stimme in die Wag schale zu werfen. In Bayern hat man auch, einen schüchternen Versuch! gemacht, die bürgerlichen Elemente heranzuziehen und hat gnädig drei Pertreter des Bürgerrates in die regierende Körperschaft aufgenommen. Das Programm der Sozialifiermtg Berlin, 10. Tez. Die Sozialisierunzs­ kornmission veröffentlicht folgenden vorläusigen Arbeitsplan: "Tie Kommission für Sozialisierung be­ trachtet es als ihre Aufgabe, jene Maßnahmen vorzubereiten, die geeignet sind, die Ueberführung von Produktionsmitteln irr die Verfü­ gungsgewalt der Gemeinschaft zu bewirken. Sie ist sich bewußt, daß die Vergesellschaftung der Produktionsmittel nur in einem länger wäh­ renden organischen Aufbau erfolgen kann. Tie erste Voraussetzung aller wirtschaftlichen Re­ organisation bildet die Wiederbelebung! der Produktion. Vor allem erfordert die wirtschaftliche Lage Deutschlands gebieterisch die Wiederaufnahme der Exportindustrie und des auswärtigen Han­ dels. Tie Kommission ist der Ansicht, daß für diese Wirtschaftszweige die bisherige Organi­ sation gegenwärtig noch, beibehalten werden muß, ebenso erfordert die Instandsetzung der Industrie die Aufrechterhaltung und Erwei­ terung des Zirkulationskredits und damit die ungestörte Funktion der Kreditbanken. Im In­ teresse unserer Lebensmittelversorgung wird auch« nicht vorgeschlagen werden, in die bisheri­ gen Besitz- und Betriebsevrhältniffe b&amp; bäu­ erlichen Bevölkerung einzugreifen. Hier soll durch, der Landwirtschaft angepaßte Maßnah­ men und durch! die Unterstützung der Genossen­ schaften die Produktivität gehoben und die Intensität gesteigert werden. Tagegen ist die Kommission der Ansicht, daß jene Gebiete der Volkswirtschaft, in denen sich I . ! ' : ■ ! I i Kein Friede des A.- uns A-Räten. Tie beste Lösung dieses Chaos wäre ja die Nationalversammlung, aber int Reich« kommt diese Lösung' zu spät, selbst wenn viel­ leicht der Wahltermin aus Mitte Januar vor­ verlegt werden sollte. Auch« Bei äußerster Be­ schleunigung des Zusammentritts wird die Na­ tionalversammlung bei einer solchen — aber «noch! nicht erfolgten — Vorverlegung nicht vor Mitte Februar in Tätigkeit treten können. 4ut-HHUHy iu|v*.yv uv*, vulivuvuivh tfiUUgVULUUUM Wilson befindet sich aber bereits auf dem [ geeignet sind, in die Gemeinwirtschast überge Wege nach Paris, die Borfriedensftage soll j führt zu werden, welche Wirtschaftszweige sonj daher in der nächsten Zeit gelöst werden. Mit j ihrer Natur nach, wie z. B. das Versicherungs den 81.« und S.-Räten will der Feind nicht t wesen und die Hypothekenbanken, für eine Verhandeln. Es bleiben also nur zwei Wegch I Sozialisierung Itt Betracht kommen.</p>
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          <p>Tie Kommission ist sich« bewußt, daß der Erfolg einer Sozialisierung abhängt von der Erhöhung der Produktivität, die durch« beste Organisation der Betriebe und die Ersparung aller unnützen Zirkulationskosten unter der Leitung bewährter Techniker und Kaufleute er­ zielt werden muß. Sie wird sich, durch diesen Gesichtspunkt auch auf dem Gebiete der Land­ wirtschaft leiten lassen, wo die Verfügung Wer Latifundien und die großen Forste der Gesamt­ heit zustehen muß. Tie Kommission ist der Ansicht, daß es von der Natur der Wirtschastszweige abhängt, welche Maßnahmen für die Sozialisierung am geeignetsten erscheinen, ob die Verfügung dem Reiche, den Kommunen oder anderen Selbstverwaltungskörpern zu­ stehen soll, oder ob für einzelne Produktions­ zweige die Ausdehnung der Eigenproduktion der Genossenschaften das geeignete Mittel ben Ausschaltung des kapitalistischen Prosits dar­ stellt. In gleicher Weise werden auch die f Mittel der Sozialisierung s je nach, der Natur der Wirtschaftszweige sichs verschieden gestalten müssen. Neben der völ­ ligen Uebernahme kommen noch, andere For­ men der Beteiligung und Kontrovw durch die Gesamtheit in Betracht. Tie Kommission! glaubt, daß die bisherigen Besitzer Mr die« Uebergabe ihrer Betriebe durch« AblösuMgsrenten entschädigt werden sollen, damit Härten und Ungleichmäßigkeiten in der Heranziehung des Besitzes zu den Aufgaben der Gesamtheit vermieden werden. Es unterliegt dann einer: politischen Entscheidung, in welchem Umfange, vor allem aus dem Wege der Vermögensabgabe und der Besitzbesteuerung, die allgemeine Her­ anziehung der gesamten besitzenden Klaffen er­ folgt. Tie Kommission ist getoillt, von dieser allgemeinen Grundlage aus ihre Arbeit zu unternehmen und mit aller Beschleunigung ihre Vorschläge für die einzelnen Zweige der Wirt­ schaft zu erstatten." ‘ Das Programm der Sozialisierung Berlin, 10. Tez. Die Sozialisierunzs­ kornmission veröffentlicht folgenden vorläusigen Arbeitsplan: "Tie Kommission für Sozialisierung be­ trachtet es als ihre Aufgabe, jene Maßnahmen vorzubereiten, die geeignet sind, die Ueberführung von Produktionsmitteln irr die Verfü­ gungsgewalt der Gemeinschaft zu bewirken. Sie ist sich bewußt, daß die Vergesellschaftung der Produktionsmittel nur in einem länger wäh­ renden organischen Aufbau erfolgen kann. Tie erste Voraussetzung aller wirtschaftlichen Re­ organisation bildet die Wiederbelebung! der Produktion. Vor allem erfordert die wirtschaftliche Lage Deutschlands gebieterisch die Wiederaufnahme der Exportindustrie und des auswärtigen Han­ dels. Tie Kommission ist der Ansicht, daß für diese Wirtschaftszweige die bisherige Organi­ sation gegenwärtig noch, beibehalten werden muß, ebenso erfordert die Instandsetzung der Industrie die Aufrechterhaltung und Erwei­ terung des Zirkulationskredits und damit die ungestörte Funktion der Kreditbanken. Im In­ teresse unserer Lebensmittelversorgung wird auch« nicht vorgeschlagen werden, in die bisheri­ gen Besitz- und Betriebsevrhältniffe b&amp; bäu­ erlichen Bevölkerung einzugreifen. Hier soll durch, der Landwirtschaft angepaßte Maßnah­ men und durch! die Unterstützung der Genossen­ schaften die Produktivität gehoben und die Intensität gesteigert werden. Tagegen ist die Kommission der Ansicht, daß jene Gebiete der Volkswirtschaft, in denen sich I . ! ' : ■ ! I i kapitalistischi-inonopoli sti sche HerrschaftsVerhältnisse herausgebildet haben, für die Sozialisierung in erster Linie in Betracht kommen, insbeson­ dere muß der Gesamtheit die Verfügung über die wichtigsten Rohstoffe, wie Kohle und Eisen, zustehen. Es soll geprüft werden, welche an­ deren Zweige der Produktion ünd der Krastgewinnung infolge der erweiterten Konzentration 4ut-HHUHy iu|v*.yv uv*, vulivuvuivh tfiUUgVULUUUM Wilson befindet sich aber bereits auf dem [ geeignet sind, in die Gemeinwirtschast überge Wege nach Paris, die Borfriedensftage soll j führt zu werden, welche Wirtschaftszweige sonj daher in der nächsten Zeit gelöst werden. Mit j ihrer Natur nach, wie z. B. das Versicherungs den 81.« und S.-Räten will der Feind nicht t wesen und die Hypothekenbanken, für eine Verhandeln. Es bleiben also nur zwei Wegch I Sozialisierung Itt Betracht kommen.</p>
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          <p>Aus dem Reiche. Die preußische Regierung wendet sich« in einem scharfen Erlasse gegen die Abtrennungsbestrebungen in einzelnen Gebiets­ teilen Preußens. j , 1 Tie Engländer in Tianzrg. Danzig, 11. Tez. Englische Offiziere der im Hafen liegenden englisch«en Kreuzer Centaur und Coventry nahmen nachts den deutschen Marineposten gewaltsam die Karabiner ab. Englische Matrosen haben die mit derAufschrift des Magistrats der Stadt Danzig im Hasen hängenden Rettungsgürtel fortgenommen. , Eine polnisch»-auierikanische Tivisiou für ! 1 Posen und Schlesien? , Havas meldet aus Amsterdam: Tie pol« nischj-amerikanische Tivisiou, die unter dem Be­ fehl des Generals Haller steht, ist nach« Havre? abgereist, von wo aus sie sich« nach Tanzsil einschiffen wird. Sie werde die Provinzen Posen und Schlesien besetzen und ihr Haupte quartier in Posen auffchlagen. « ! ; j</p>
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          <p>Aus Bayern. Sie Forderungen der Landgemeinden. ^ Zn den Versammlungen, die, tote tot? bereits mitteilten, der Verband der Landge­ meinden Bayerns in Neumarkt i. Oberpfalz und anderen Orten abhieH^ wurde folgender Beschluß einstimmig angenommen: Tie Gemeindevertretungen erklären —ohne ihre persönliche, politische und religiöse Ueberzeugung irgendwie zu beeinträchjtigen — freiwillig mit bet neugebildeten Volksregierung und wie bisher so auch künftig mit der Staats­ regierung, Bezirksämtern und Behörden getreulich, zusammenzuwirken, um Ruhe und Orduung im Vaterland« aufrecht zu erhalten. Tie Gemeindevertretungen werden die alsbaldige Anlieferung und restlose Erfassung der land­ wirtschaftlichen Produkte zur Ernährung der Bevölkerung in Stadt und Land mit allen 'Kräften fördern, sowie ihren ganzen Einfluß geltend maden, daß die Landwirte ihre Liefere Pflicht erfüllen. Jer Errichtung von BürgerWachen, der Wohnungsfiirsorge, Schaffung von Arbeitsgelegenheit, Unterstützung der zurück­ kehrenden Krieger, sowie der Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer werden die Gemeinde^ Vertretungen ausgiebigste Förderung zuteil werden lassen. i &gt; Tie Gemeindevertretungen fordern aber von der Staatsregierung: i ' i i 1. Schutz vor Eigentumsschädigung und Plünderung des Landes. ' i 2. Beseitigung der bisherigen Fehler im System der Volksernährung, ernftlM;« Bekämpftmg des Schleichhandels, des Wuchers und rücksichtslose Heranziehung der Kriegsgewinn­ ler zu den öffentlichen Lasten. 3. Einleitung einer entsprechenden Preis­ politik, insbesondere für die landwirtschaft­ lichen Produkte, sodaß es der Landwirtschaft möglich! ist, die Anforderungen und Auflagen der kommenden Zeit tragen zu können. ' &gt; 4. Größere Selbständigkeit Bayerns ge­ genüber dem Reiche auf allen Gebieten. 5. Förderung der Niederlassung von Aerz­ ten aus dem Lande. &gt; ! 6. Ausgiebige Unterstützung des gesam­ ten ,Mittelstandes, der Landwirtschaft, des Kleingewerbes und Handels. 7. Beschleunigung der Versorgung der bayeri­ schen Landgemeinden mit elektrischer Kraft. ; 8. Gesetzliche Einräumung größerer Selb­ ständigkeit der Gemeindevertretungen in den Mittelbaren Gemeinden, gründliche Reform der Gemeindeordnung, Beiziehung von Gemerndeund Volksvertretern zur Erledigung der Ge­ schäfte der Tistriktsverwaltungsbehörden, An­ erkennung der Organisation des Verbandes der Landgemeinden als Gesamtvertretung der baye­ rischen Landgemeinden. . ! '' . 1 ( 9. Einräumung zeitgemäßer größerer Be­ fugnisse für die Bürgermeister der mittelbaren Gemeinden und gesetzliche Regelung der Min­ destgehalte, Unfall- und Krankensür sorge der Bürgermeister sowie aller Gemeindeorgane der mittelbaren Gemeinden Bayerns durch! gleich­ mäßige Beripflichitung aller Gemeinden zum Persorgungsverband. ! Für die den Gemeinden aus der Aufstel­ lung von Bürgerwehren oder Bürgerwachen entspringende Haftpflicht wird der Verband der Landgemeinden eine gemeinsame Versicherung in die Wege leiten. &gt; &gt; i : M M</p>
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          <p>—* Das Eiserne Kreuz wurde dem In­ fanteristen Herrn Josef Striedl, -Sohn desHrn. Weichenstellers Eichmüller und dem Artille­ risten Herrn Wch. Hchider Volonteur hier ver­ liehen. i ! ! I i 1 i [ ; I —* Das Eise rn e Kreuz wurde demLandsturmmann Herrn Wolfg. Schütz, Schuhmacher und Hausbesitzer am Gries hier verliehen. —* Mit Mufikklang zog gestern vor­ mittags die Bagage des 1, Bat. 16. Jnf,Rgts. mit 110 -Pferden und 48 Fahrzeugen vom Bahnhöfe zur Reiterkaserne. &gt; : —* Eine Standparade hielt gestern mit­ tags die Musik des 16. Jnf.-Rgts. vor dem Rathause ,zu der sich eine stattliche Zuhörer­ schar eittfand. Wt klingendem Spiel zog die Musik dann zur Kaserne zurück. ; ■ —* Ein feierlicher Gottesdienst fand heute vormittags 10 Uhr aus Anlaß der glücklichen Heimkehr unserer 16er und zugleich zum Gedächtnis der gefallenen Bataillonsan­ gehörigen in' der -St. Warttnskirche statt. An demselben nahmen die staatlichen und sta­ tischen Behörden, das Militär und eine gro­ ße Besucherschar aus der hiesigen Einwohner­ schaft teil. : i : III:' 1 i i—* Einen -Protest hat die Vorstandschaft des Bayer. Bauernbundes an den Mi­ nister Auer gegen di« unsinnige Bchrzinvergeudung gerichtet .Es werde jetzt zu Autofahr­ ten Benzin verbraucht, das den Bauern zum Dreschen mangelt. Man mußte an diesen Pro­ test denken und den Bauern recht geBejn, wenn man gestern mittag das mit weiblichen In­ sassen vollgepfropfte Wlitärautvmvbil durch unsere Stadt fahren sah unter Gelächter und -Scherzen. Sind denn die Mlitärautomobile jetzt zu Spazierfahrten da und wo kommt das Benzin her, das anderen Leuten, die es drin­ gend Benötigen, mit dem Fingerhut zugemes­ sen wird? [ ' ! | i ; —* Aus dem Bäckergewerbe. Am Dienstag abends wurde im Hotel Drei Mohä­ ren eine freie Vereinigung der Bäckermeister, Sitz Landshut, gegründet. Tie.sehr zahlreich erschienenen Bäckermeister sind nach den Re­ feraten der Herren Bäckermeister Karl Mayer und Michael Wagner, denen sie mit größter Aufmerksamkeit folgten, bis auf einen der neuen freien Vereinigung sämtliche beigetre­ ten. Als Obmänner der Bereinigung wurdest einstimmig gewählt: Bäckermeister Karl Mayer, Ludwig Zisler und Hintermeier. —* Die Bayer. Fletsch verso rgungsi« stelle hat entzogen die Erlaubnis zur Ver­ mittlung von Nutz- und Zuchtvieh: dem Frz. Laubenbacher von Schwaigen bet Tingolfing; zum Aufkaufe von Schlachtvieh dem Watth. Zinkl von Eggenfelden. . » i —* Liedertafel. "Tu holde Knickt, in wieviel grauen Stunden, Ta mich des Leben» wilder Kreis umstrikt, Hast Tu mein Her', zu , Nu .,:.er Lieb' entzünden, Hast mich in eine bej*^ sere Welt entrückt". Liese ergreifende Wjid-Y mung «Schuberts an die Musik wird in unseren j schweren Tagen ,im Herzen aller Musikfreunde ] lebendig, die nicht Lustbarkeit, sondern Trost j und Erbauung in Hier Musik frühen. Diesem ‘ Zwecke soll auch, der von der Liedertafel für ihre Mitglieder veranstaltete Liederabend die­ nen, der reiche Abwechslung in Orchester-, Chor­ werk- und Liederoortragen bietet. Herr Semi­ narlehrer Berthold wird neben Liedern von Wolf in einem anläßlich des deutschen Frie­ densangebots vom 12. Dezember 1915 ver­ faßten eigenen Werk "Gib Friede, Herr" für Bariton, Klavier und Violine die Gesangspar­ tie übernehmen. Die Münchner Konzertjängerin Elisabeth May singt Lieder von Schubert und Wolf, begleitet von Frau Schäsfner-Zieske. Soli, Chor und Orchester vereinigen sich! am «Schlüsse in dem hier bereits bekannten herr­ lichen Werke Mayer-Olbersstben "Das begrabe­ ne Lied", das jetzt -hier zum ersten Male mit dem Bereinsorchester ausgeführt wird. Ten: neuen Dirigenten der Liedertafel, Herrn Anton -Pröbst, der bisher in aufopfernder Weise den nun mit per Liedertafel zusammenwirkenden Musikoerein stets erfolgreich! geleitet, bringen wir einen herzlichen Willkommgruß entgegen. I * Deutsche Volkspartei in Bahn­ ern (Teutsche Temokraten-.Partei). Heute Don­ nerstag abends 7 Uhr Wtglieder-Verjammlung Anschließend hieran Besprechung von Tagessragen, zu der auch! Gesinnungsgenossen und Frauen willkommen sind. , , ! « —* Zur Rottregulierung hat der Landrat aus Antrag des Landrates Tr. Leeb einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: "Tie Staatsregierung wird ersucht, die Gesamtregu­ lierung der Rott von der niederbaherischen Kretsgrenze bis zur Mündung zur Beschassung von Arbeit für die heimkehrenden Krieger ohne Belastung der Kreisgemeinde aus Staatsmit­ teln als Notstandsarbeiten zur Ausführung zu bringen, hiezu aber keine bisher in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeitskräfte zu verwenden: die Staatsregierung wird weiter gebeten, die Ausführung des bei der Regierung von Niederbayern bereits vvrlliegenden Pro­ jektes, Abt. 3, sofort anzuordnen und Auftrag zu geben, die Regulierung der übrigen Fluß­ strecken so zeitig zu projektieren, daß die Aus­ führung und Fertigstellung der Abteilung 3 sofort in Angriff genommen werden kann; die Regierung von Niederbayern wird gebeten, den Landratsbeschluß als vordringlich umgehend der Staatsregieruug zur Verabschiedung vorzule­ gen." ; , . I i , i 1 ! ■ , i i —* Stadttheater. Morgen Donnerstag abends findet eine Wiederholung der mit gro­ ßem Beifall aufgenommenen Operette"Schwarzwaldmädel" statt, j | ,</p>
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          <p>Literarisches. Hundespart und Aagd. Amtlich« Zeitsiche Zeitschrift des Deutschen Reichsverband«» für Polizei- und Schutzhunde, E. V. mtt 20 Unterabteilungen und anderer Verbände. Er­ scheint wöchentlich einmal im Verlage Gunldlach-Bielefeld. Preis vierteljährlich 2.25 #1. "Wachtfeuer" (Architektur - Verlag "Dsr Zirkel" G. m. b. H., Berlin, Wilhelmstr. 48, Prti, 30 Pfg.) ist das neueste 145. Heft erschienen rihrzeii da elewW» StrißaiW». Ab DrcifaltigkeitSplatzr Bonn. Nachm. Abends 9 .10 bis | Depot eee</p>
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          <p>schäumte, all das Begehrliche, Leidenschaft­ liche, Selbstsüchtige in seinem Herzen, das ihm zwingen wjollte, Merret mit Gewalt an sich zu reißen .bracht zusammen /Unter dem reinen Glanz des vom Schmerz verklärten Antlitzes, das sich so vertrauend ihm entgegenhob. EEr neigte sich! auf ihre Hand, und eine Träne, heiß Md brennend, fiel aus sejnem Auge daraus nieder. Tie Stimme versagte ihm, er wollte reden, aber er konnte nicht. "Ich« füge mich, Merret, dein Wille sei der meine", rang es sich endlich im Weiterwandern von seinen Lippen. Merret schritt jetzt hoch ausgerichtet ihm zur Seite durch den tiefen Sand, dem Torfe zu, ihre Hand ruhte in der seinen. SV schritten sie vereint, wie einst als Kinder durch! die Wildnis der Dünen. Ter Wind heulte, und wie dunkle Ungeheuer, wie eine wilde, verderbenbringende Räuberschar jagte das Meer die schwarzen, grauen Wasserberge in das Land. Ter Regen rauschte hernie­ der, aber sie merkten es nicht. Lächelnd sahen sie lichtumsäumt dje goldenen Tore einer ver­ sunkenen Welt sich! austun» als sie so Hand in Hand, wie verirrte Kinder, durch! Sturm und Wetter schritten. i Nun war das Torf bald erreicht. Merret stand still. "Hier scheiden sich unsere Wege, Mtles Stöven," sagte sie m.ild, noch immer den Abglanz reinen Friedens auf dem blassen Antlitz. "Muß es denn sein, daß w,ir scheiden, sMerret?" lehnte sich! Ditlef Stöven noch ein­ mal auf und preßte, wie um die leidenschaft­ lichen Schmerzenslaute zu ersticken, die krampf­ haft geballten Hände gegen seine Brust. "Gibt es keinen anderen Weg, Merret?" "Keinen, Ditlef! Leb wohl!" 1 Er nickte stumm. "Und wenn du jemand brauchst, Merret," kam Vs stockend aus seinem Munde, "einen Freund, meine ich, der dir hilft/ aus Not und Gefahr, der bereit ist, sein Leben für dich zu geben, willst du dann an mich den­ ken?" t 1 i ' "In Not Und Gefahr, Ditlef, ja, dann will ich! zu dir kommen, denn du bist treu!" Ihre Hände fanden sich! noch einmal. Tann schritt Merret über die 'Heide. I Vom Regen durchnäßt, vom Winde zer­ zaust, war Merret glücklich, heimgekehrt in den DÜfhoog. Maiken Taten saß, die Füße weit von sich! gestreckt, behaglich am Herdfeuer der Küche, schlürfte heißen Tee und trocknete ihre Kleider. Dabei sang sie Mit breitem Lächeln vor sich! hin. , | 1 f &gt; 1 Merret war, das triefende Megenrad und die Kappe abwerfend, in die Kammer geeilt, wo der kleine Olaf jetzt vermutlich! einen Msif tagsschlaf hielt. In plötzlicher Angst bsieb Mp- ret jetzt einen Augenblick an der Schwell« stehen. Wie seltsam, die Holzläden der Kammer waren geschlossen, unfr! stur ein matter Lichtschein drang durch! den Raum. i/ "Ols!" rief sie eindringlich!. Alles blieb still. Eine beklemmende Angst legte sich! auf jMerrets Seele. "Wo ist das Kind?" schrie sie Karlinten an, die eben mit rotem, verlege­ nem Gesicht in die Wohnstube trat, die neben der Kammer lag. 1 i Tas Mädchen grinste sie einfältig an. 1 .Habe ich dir den Jungen nicht anver­ traut, damit du ihn hütest?" rief Merret auf­ geregt. "Ist er bvi Mutter Kressen? K0 ant­ worte doch!!" i 1 s l "Rein, Frau," gab Kärlinken zurück und strich! unaufhörlich ihre steife, große Schürze glatt, "der Junge ist beim Vater!" ( " "Beim Vater?" fragte Merret, und eine bleierne Schwere legte sich in ihre Glieder. "3ft denn Jens Jürgens schon von feiner Fahrt zurück?" ' Tas Mädchen sah der Frau unsicher ins Gesicht. "Ter Herr kam heute, ehe der Tag anbrach!," berichtete sie schüchtern, "aber er kam nicht allein." 1 1 1 "Wer war denn bei ihm? Ko tmttotirte poch!" rief Merret ungeduldig. -! ! i !(Fortsetzung folgt.) t •, U/" i</p>
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          <p>Während die Direktion den Spielplan in der Operette durch! ein gewandtes, studiertes^ Personal ziemlich, reichhaltig, gestalten kann,', ist ihr im Schauspiel eine gewisse Reserve aus-1 erlegt. Sie mutz sich, also hier, um Besetzungs!-1 schwierigkesten zu vermeiden, Stücke nähten, i die an die vorhandenen Schauspielmitglieder' nicht zu hohe Anforderungen stellen, da sonsts eine künstlerische Wiedergabe in Frage gestellt! ist. 'Das war auch, offensichtlich die Trieb­ feder für die Auswahl älterer Theaterliteratur am Dienstag. Richard Voß' idealistisches (Schauspiel "Zwischen zwei Herzen" steht hart an der Grenze. Verlangt es doch! von den Schauspielern neben eingehender Tialogbehandlung auch innerliches Mitleben, das sich nicht allein durch. Maske und Pathos ersetzen läßt.! Herr Weigel entledigte sich! der Regie, soweit es die Mittel erlaubten, mit Eifer und Umsicht; Letzte Wa. Tie Franzosen in Wsaß-Lothringjen. Stuttgart, 11. Tez. An hiesiger mi­ litärischer Stelle ist ein Bericht aus Metz ein­ gegangen, aus dem hervorgeht, daß die Fran­ zosen in Metz und in ganz Lothringen alle männlichen Personen, deren Eltern nicht vor dem Jahre 1870 in Lothringen wohnten, ohne Unterschied internieren. So weit bekannt ist, wurden allein von Metz 380 Offiziere und 6000 zMann nach. Nancy geschafft, von wo sie weiter .nach, Nordftankreich gebracht werden sollen. !Für Lebensrnittel sorgen die Franzosen. ; I Tr. Sols will zurücktrete«. ' I Berlin, 11. Tez. Tie "Kreuzzeitung" well wissen, dasß der Staatssekretär des Aus!wärtigen Amtes Tr. Sols wegen Unstimmigkeiiten, die zwischen ihm und den unabhängigen '.Sozialdemokraten in der Regierung, insbesonIders Herrn Haase bestehen, sein Abschiedsgesuch eingereicht hat. Wie die "Frkf. Ztg." meldet, stiegt ein solches Abschiedsgesuch schon seit län­ gerer Zeit vor, ist aber noch! nicht erledigt worden. / &gt; Ador Bunvespräsivent. 1 1 j t Bern, 11. Tez. (Schweiz. Dep.-Agentur.) Tie Bundesversammlung hat zum Schweizer Pundespräsidenten für das Jahr 1919 den .Bundesrat Gustav Ador in Gens gewählt. Als ;;33unbe§Eanäter wurde getvählt der bisherige jVizekanzler von Steiger. * j | Stadttheater.</p>
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          <p>und spielte dazu, abschweifend von seinem Fa­ che, den gesetzten Liebhaber Ebenthal diesmal auch sprachlich recht brav, ohne indessen auf die seelischen Tiefen der Rolle einzugehen. Frl. Kippers Klothilde bewies Hingabe für ihre «Aufgabe, doch« klang ihr Organ für die erste Liebhaberin v'iel zu spröde, um warme Ge­ fühlsausdrücke glaubhaft zu machen. Viel Sym­ pathie erwarb sich! Frl. Koller mit ihrer hübsch angelegten Märchen-Ilse, nur muß sie noch trachten, die häufig angeivandte Theatralik durch! natürlicheren Ton und Gebärde zu erset­ zen. Herrn Kollers Baron Seeben dürste we­ niger prägnante Sprechweise und dafür mehr Nonchalance und vornehme Ruhe zeigen. Tie Baronin des Frl. Kißlinger war als betrogene Gattin zu oberflächlich und zu gefaßt. Ein wirksames Gegenstück zu dem Weltschmerze Ilses gab Frl. Fernandez muntere, lebenslustige Lo­ la. Als jugendlicher Liebhaber (Eberhard) stell­ te sich&gt; erstmals Herr Beutler vor und ließ sich slprachtechnisch ganz gut an. In kleineren Rol­ len seien noch, genannt der würdevolle Dekan des Herrn "Sadik und die gütige Schwester Martha des Frl. Mtkulska. Ter nicht sehr zahlreiche Besuch des Abends ließ erkennen, daß sich! das hiesige Publikum leider des Schauspiels ziemlich, entwöhnt hat. Hg. Letzte Wa. Tie Franzosen in Wsaß-Lothringjen. Stuttgart, 11. Tez. An hiesiger mi­ litärischer Stelle ist ein Bericht aus Metz ein­ gegangen, aus dem hervorgeht, daß die Fran­ zosen in Metz und in ganz Lothringen alle männlichen Personen, deren Eltern nicht vor dem Jahre 1870 in Lothringen wohnten, ohne Unterschied internieren. So weit bekannt ist, wurden allein von Metz 380 Offiziere und 6000 zMann nach. Nancy geschafft, von wo sie weiter .nach, Nordftankreich gebracht werden sollen. !Für Lebensrnittel sorgen die Franzosen. ; I Tr. Sols will zurücktrete«. ' I Berlin, 11. Tez. Tie "Kreuzzeitung" well wissen, dasß der Staatssekretär des Aus!wärtigen Amtes Tr. Sols wegen Unstimmigkeiiten, die zwischen ihm und den unabhängigen '.Sozialdemokraten in der Regierung, insbesonIders Herrn Haase bestehen, sein Abschiedsgesuch eingereicht hat. Wie die "Frkf. Ztg." meldet, stiegt ein solches Abschiedsgesuch schon seit län­ gerer Zeit vor, ist aber noch! nicht erledigt worden. / &gt; Ador Bunvespräsivent. 1 1 j t Bern, 11. Tez. (Schweiz. Dep.-Agentur.) Tie Bundesversammlung hat zum Schweizer Pundespräsidenten für das Jahr 1919 den .Bundesrat Gustav Ador in Gens gewählt. Als ;;33unbe§Eanäter wurde getvählt der bisherige jVizekanzler von Steiger. * j | Die Franzosen in Elsaß-Lothringen. Stuttgart, 11. Tez. An hiesiger mi­ litärischer Stelle ist ein Bericht aus Metz ein­ gegangen, aus dem hervorgeht, daß die Fran­ zosen in Metz und in ganz Lothringen alle männlichen Personen, deren Eltern nicht vor dem Jahre 1870 in Lothringen wohnten, ohne Unterschied internieren. So weit bekannt ist, wurden allein von Metz 380 Offiziere und 6000 zMann nach. Nancy geschafft, von wo sie weiter .nach, Nordftankreich gebracht werden sollen. !Für Lebensrnittel sorgen die Franzosen. ; I Tr. Sols will zurücktrete«. ' I Berlin, 11. Tez. Tie "Kreuzzeitung" well wissen, dasß der Staatssekretär des Aus!wärtigen Amtes Tr. Sols wegen Unstimmigkeiiten, die zwischen ihm und den unabhängigen '.Sozialdemokraten in der Regierung, insbesonIders Herrn Haase bestehen, sein Abschiedsgesuch eingereicht hat. Wie die "Frkf. Ztg." meldet, stiegt ein solches Abschiedsgesuch schon seit län­ gerer Zeit vor, ist aber noch! nicht erledigt worden. / &gt; Ador Bunvespräsivent. 1 1 j t Bern, 11. Tez. (Schweiz. Dep.-Agentur.) Tie Bundesversammlung hat zum Schweizer Pundespräsidenten für das Jahr 1919 den .Bundesrat Gustav Ador in Gens gewählt. Als ;;33unbe§Eanäter wurde getvählt der bisherige jVizekanzler von Steiger. * j | 1 r 1 1 I Freigelassen. 1 i Berlin, 11. Tez. Die wegen angebli­ chen Hochverrats verhafteten Großindustriellen sind auf Anordnung des preußischen Ministeri­ ums des Innern sämtlich! freigelassen worden. , i : | Hein Reichstag. i Berlin, 11. Tez. Tie Mitteilung des "Berk. Tagebl." über eine unmittelbar bevor­ stehende Einberufung des Reichstages oder über Beratungen der Regierung in einem sol­ chen Kinne entbehren jeder Begründung. (</p>
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          <p>In seinem Schlußworte meinte Herr Tr. Hohmann, moralische Schäden seien in ältest Kriegen vorgekommen. Gott fei Tank, daß die­ ser Krieg zu Ende ist, daß die aulfbauende« sittlischen Kräfte in unserem Volke wieder Worte haben, wirken können ift unserem Volke. An dem gegenwärtigen Elend sind nicht ! &lt;utr die bürgerlichen Parteien schuld gewesen, sondern , auch die Sozialdemokraten. Prinz Max hat i es uns Sesagt: Ter deutsche Reichstag hätte die Macht in seiner Hand gehabt. Er hätte ; sich selber besser zur Geltung bringen könnet», f. Aber er hat es nicht getan. Wir haben eine Mehrheit auf der fortschrittlichen Seite geI habt. Tas ist die Schuld der bergangenenSqt und darum ist auch die Neuordnung in den bürgerlichen Parteien eingetreten. Wienekchr hat mit keiner der jetzigen Parteien zu tun. Er vertritt ein neues Schuiprogramm mit ganz extremen Forderungen, der Selbständigmachung der Schüler, mit Forderungen, die wir nicht un­ terschreiben können, weil sie darauf hinaus­ laufen, der Familie ihren Einfluß aus die heranwachsende Jugend zu rauben. Tie Fa­ milie muß aber das Gefäß sein, kn Dem die fugend ihre erste Erziehung bekommt sind von der sie auch weiterhin einen wohltätigen, sitt­ lichen und religiösen Einfluß für ihr Leben bekommt .Aus dem Grunde können wir uns mit solchen extremen Forderungen niemals ein­ verstanden erklären. Was wir brauchen, das ist mehr Sinn für das Allgemeine und weniger Selbstsucht. Eine Verschmelzung der Parteien gehe nicht, denn es wäre doch! unsäglich lang­ weilig, wenn jetzt plötzlich jeder dasselbe sa­ gen wollte. Wir würden in einen upfruchvbaren Kamps hineingeraten und es würde nichts Fruchtbares mehr herauskommen. In dem Kampfe gegen den Bolschewismus können wir mit der gemäßigten Sozialdemokratie an einem Strange ziehen. Es lebt in manche^ Köpfe« eine unsinnige Angst vor den Bolsche­ wisten .Sie meinen, wenn mau einen bürger­ lichen Block zusammenschließen würde, dann wäre der Bolschchvismus beschworen. Man würde aber damit nur das eine erzeugen, daß man auch die gemäßigte Sozialdemokratie den, als den Mann hinstellt, der alles vertritt,, was bayerische Vollspartei ist. Wir toböen ei­ nen klaren Kamps der Ueberzeugung. Tie Teutsche Vollspartei will eine Partei des Fortschritts sein, eine Partei der innerenUeberszeugung, der Gerechtigkeit und der Anerken­ nung jeder wahrhaften Meinung. ' 1 Herr Tr. Buhl erklärt, daß er nach dem Gehörten freudig seinen Beitritt zur Teutschen Vollspartei bekunde. Er betonte dann weiter, bei der Vergesellschaftung könne nur die Ver­ staatlichung in Betracht kommen. Kohle, Erze müssen in die Hand der Gesamtheit überge­ führt werden. Aber auch hier wird der beste Weg jener der Hauptbeteiligung des Staates am Besitze sein. In der Bodensrage müsse.für möglichst umfangreiche Bodenausnützung ge­ sorgt werden. Er sei fest überzeugt, daß viele Leute der bayer. Volkslpartei beitreten, weil sie glauben, daß diese auf ihre Weise das Volk zu sittlichen Menschen wache. Er ver­ lange aber, daß sie auch anderen glaube, wenn diese das gleiche Ziel auf anderem Wege er­ reichen wollen, und diese nicht verunglimpfe. Bei der Loslösung der staatlichen Bindung der Kirche ist diese in einer Gefahr, aber in der Gefahr der Verinnerlichung. Tie Frauen for­ dert der Redner aus, Gefühl und Sentimenta­ lität beiseite zu lassen. Wir wollen aber auch keine Mannweiber zur Seite ha­ ben. Toch sollen die Frauen bei allen franlichen, schwesterlichen, mütterllchen Gefühlen I kühl und ruhig überlegen. Von der Partei vev-j! langt er Aufklräung für die Frauen, denen er. eine tiefe echte Vaterlandsliebe wünschte. Tie! Zeit ist furchtbar schwer, aber vielleicht doch \ nicht so schwer, wenn man von vvüneherein j den richtigen Standpunkt zu ihr einstimmt. 1 Wir wollen froh fein, wenn wir für unsere ' Familien das notwendigste erwerben köwnen. Aber sie bringt uns auch ein Gutes, das Recht, einzutreten, für eine bessere Zukunft.! Nicht der Abgeordnete kann die Politik mm-! chen, jeder kann in feinem Kreise arbeite^, ‘ dadurch, daß er tüchtige Kinder heranziehe, in seiner Familie aufklärend wirkt. Herr de Temple (anfangs von der lin­ ken Seite des Hauses häufig unterbrochen), ruft die Hunderttausenden von Wahlberechtig­ ten, die bei früheren Wahlen ihr Wahlrecht nicht ausgeübt haben, auf, einzutreten in ehne der 2 großen bürgerlichen Parteien. Zeder solle in die Partei gehen, deren Programm ihm entspricht, aber alle sollen sich einer Partei anschließen. Es kann eine Zeit kommen, ■— die letzten Tage haben einen deutlichen Fipsgerzeig gegeben —, wo sich auch die gemäßigte Sozialdemokratie an diese beidenParteien anlehnen muß, um der Sturzwelle des Bolsche­ wismus zu entgehen. Es solle Daher jetzt kein Parteihader getrieben werden. ganz auf die linke Seite hinübertreiben undk. damit den letzten Wall zerstören würde. (Zu­ rufe: Sehr richtig.) Wir haben dies an dem BiÄmarck- nni&gt; Büllüvblock gesehen. Wir werden! allein marschieren, aber unter Umständen 6e| den einzelnen Vorlagen vereint schlagen, aber wir dürfen nicht einen Kampf führen gegejtt eine Partei. Ter Bolschewismus ist nicht so­ zialdemokratisch, sondern anarchistisch und rich­ tet sich gegen die Sozialdemokratie selbst, wie das Attentat auf Auer zeigt. Turch einenKampf gegen die Sozialdemokratie würde die Gefahr nicht beschworen, sondern die Wellen des Anar­ chismus würden auch, die Sozialdemokratie über den Haufen rennen und das Bürgertum, das &gt; keine Waffen hat, das stünde dann alleip. Es ist lächerlich,, wenn gesagt werde, daß wir die Religion in Gefahr bringen. WeM dies in Regensburg im Bischofshvs verkündet wur­ de, so ist dies nicht geeignet, die Einigkeit! j zu fördern. Sachlich, wollen wir den Wahl­ kampf führen, aber sachlich, ist es nicht, wenn i Tr. Heim, mit dem ich, befreundet bin und \ den ich schätze wegen seiner großen Sachkenstb,nis auf landwirtschaftlichem Gebiete in seiner jRede dort zu den Richtlinien der Teutschen .Vollspartei meinte, "ein schwaches Produkt von schwachen Köpfen". Tadurch stellt man die Sachlichkeit der Diskussion nicht her. Täs sollte man schon etwas bedenken in der schweren Zeit, in der wir leben. Bei der Ver­ staatlichung ist die Form ausschlaggebend.Wer mutz kaufmännische Führung eintreten, wobei vielleicht die Mehrheit der Aktien im Besitze des Staates ist. Ten Frauen ist das Wahlrecht als ein Geschenk in den Schoß gefallen ip dem Augenblick, in dem sie gar nicht mehr daran gedacht haben. Ich, habe dies bedauert, ich hätte gewünscht, daß sie es sich, ebenso hart hätten erMmpfen müssen, wie in England, Was moto geschenkt bekommt, schätzt man nicht. Nun aber müssen die Frauen ihr neues Recht auch! in vbllem Maße benützen. Sie müssen überzeugt sein, daß ihnen dieses Recht auch, schwere Pfttchjten auferlegt und auch eine schwere VerantwjoOtung. Er schloß mit dem begeistert aufgenom-n!Äneu Worte: Es gebe jetzt nichts im Lande als den Ruf "das Vaterland ist in Gefahr, das Vaterland muß neu ausgebaut werden, es ist unser Land." , i i 1 1 t</p>
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          <p>Vor den Friedensverhandlungen. ; M 1 Sic Friedenskonferenz. MM ' Dem Amsterdamer Handelsblad zufolge schreibt der politische Mitarbeiter der Taily Mail es sei nicht unwahrscheinliche daß die vorbereitende Versammlung der Friedenskon­ ferenz vor Weihnachten stattfinden werde. Man erwarte, daß die Eröffnung am Montag statt­ finden werde, man sei aber mit allen Vorbo­ rrettungen noch nicht fertig und es werde zwischen den alliierten Regierungen über die i Feststellung des Datums für die Konferenz j beraten. Bei der Eröffnungssitzung werde Clemenceau den Vorsitz führen. &gt; I Wilsons Absichten. ; ' ' Lugano, 11. Tez. Nach, hier eingetrofifenen Meldungen scheint Wilson unverrückbar an seinem Programme festzuhalten. Wilson äußerte, um zu einem alle Volker befriedigen-den Zustande zu gelangen, müßten alle Völker Opfer bringen. Sollte England auf die Vor­ herrschaft auf dem Meere nicht verzichten! loot len, so werde Amerika eine Flotte bauen, dje der englischen an Macht überlegen sei. Wie das Echo de Paris meldet, wirdMkson am kommenden Samstag der bereits zum allgemeinen Feiertag erklärt ist, in Paris ein­ treffen. Wilson wird um 10 Uhr vormittags im Bahnhöfe im Bois de Doulvgne ankomlmen, wo er vom Präsidenten Poincare und der gesamten Regierung feierlich! empfangen wird. Wilson fthrd sich im offenen Wagen nach! seiner Wohnung im Palais des Prinszen Murat begeben. — Tie interalliierteKonferenz, auf der Wilson sich, mit den englischen, französischen und italienischen delegierten be­ raten wird, sei immer noch auf den 7. Terzember festgesetzt. , i Petit Parisien meldet aus Rom: Tie ame­ rikanische Botschaft hat das päpstliche Staats­ sekretariat verständigt, daß Wilson am 23. De- t zember dem Papst einen offiziellen Besuch! ab- ] statten werde. Genf, 11. Tez. Eine Delegation der fran­ zösischen Friedensgesellschast unter der Fühlrung von Charles Richet, sowie der Abge­ ordneten Lucien $e Fotzen und Tvkanowskl ist von dem apterrkanischen Botschafter in Paris empfangen worden und hat dem Botschafter eine Adresse an Wilson Übermittelt, in der ein gerechter Friede verlangt wird. Ter Botschaf­ ter erwiderte Wilson halte unerschütterliche an 1 den Prinzipien einer demokratischen OrganpJ fation bete Welt fest und der Friede müsse I gerecht werrden und eine allgemeine Enti.räff| nung brincgen. , Wilson und die franzöffschi-englische 1 i , ( . Allianz. ' Genf, 11. Tez. Journal de Geneve nimmt William Martin Bezug auf die geheimen Ver­ handlungen in Paris und London, wo sich die Staatsmänner Frankreichs und Englands sowie Italiens über die Friedensbedingungen und die einzelnen Ansprüche geeinigt zu ha­ ben scheinen. Vergangene Woche hatten beim Tiner im Elhsee der König von England und der Präsident der französischen Republik die formelle und dauernde Allianz zwischen den beiden Ländern proklamiert. Martin frägt dann, welches wohl die Ansicht des Präsiden­ ten Wilson über die neue Allianz sei, der natürlich auch Italien angehören werde. Tas europäische Publikum könne es nicht wissen, da die Agentur Havas zwei wichtige Stellen aus der Rede, die Wilson im Kongreß hielt, weggelaffen habe. Wilson habe von einer unpparteiischen Gerechtigkeit gesprochen» die leh­ nen Unterschied machen dürfe zwischen denen, gegen welche man gerecht sein möchte und de­ nen^ gegen die man ungerecht sein möchte. — Tiefe Gerechtigkeit dürfe keine anderen Maß­ nahmen kennen, als gleiche Rechte für alle, die am Kriege beteiligt waren. Weiter habe er gesagt, es dürfe keine Liguen noch, Allianzen noch Separatabkommen im Schoße der allgemei­ nen Familie und der allgemeinen Liga der Na­ tionen geben. Diese Erklärung, sagt William Martin, habe nicht nur theoretischen Wert, sie bedeute ein feierliches Versprechen, die per­ sönliche Ehre des Präsidenten sei dabei enga­ giert. Weder die 20 Millionen Teutschf-Amerikaner, noch die 12 Millionen Irländer in den Bereinigten Staaten hätten den Präsi­ denten und den Krieg so begeistert unterstützt, wenn er ihnen nicht die Gerechtigkeit für alle , versprochen hätte. Man kann versichert sein, der Präsident hat bei seiner Reise nach Europa kein anderes Ziel, als sein gegebenes Wort einzulösen und wir müssen hoffen, daß sein Werk nicht gehindert ober unmöglich gemacht wird durch! neue Mlkanzen. Tie ganze Frage | ■ Nr. 339 der Gesellschaft der Völker steht auf demSpiel. Aber wir haben das Vertrauen, daß Präsident Wilson sein Werk vollenden und den gerechten Frieden verwirklichen kann, den er den Völ­ kern versprochen hat. i &gt; ( i :</p>
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