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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-12-03"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 330</biblScope>
          <date when="1918-12-03">1918-12-03</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Worte! Worte! Worte!</p>
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          <p>J Was er in seiner Rede über die National Versammlung sagt, ist ein Gemeinplatz. So' gar jetzt, wo das Reich, den Termin der Wah-, | len endlich festgesetzt hat, wo selbst ein Mit| glied der bayerischen Regierung erklärte, dies bayerische Nationalversammlung müsse vor der, Versammlung int Reiche zusammentreten, gibtj "Eisner" noch, immer "Versprechungen". Er stellt wirllich, große Ansprüche an die Lang--, mut des bayerischen Volkes. Tatz er die Pille! durch, den Nachsatz von der Ermächtigung zu Friedensbemühungen versüßen will, machjt sie! nicht schmackhafter. Was wir bis jetzt an 'Eis-, nerschen Friedensbemühungen erlebt habest, läßt unsere Zuversicht nicht höher steigen. Im! Gegenteil muß sich, da die Befürchtung regen,, daß den bereits genügend vorhandenes Dummheiten weitere folgen. I Wir haben aber an den bisherigen wirk)lich genug und erwarten endlich, daß diö "Volks"regierung endlich, zu einer wirklichen Vollsregierung wird, damit endlich einmal dev unerträgliche Münchner Worteschwall einem! ernsten Arbeiten und Schaffen im Jstteresse, des bayerischen Volkes Platz macht. Las Vorrücken der BeWxr. Köln, 2. Tez. Tie belgischen Besatzungs­ truppen rückten heute vormittags in Jülich, ein. Tie Zeitungen dürfen nicht erscheinest. , Abberufung Hintzes aus dem Große« j i Hauptquartier. ^ Berlin, 1. Tez. Ter frühere Staats­ sekretär Admiral von Hintze, der zuletzt Ver­ treter des Auswärtigen Amtes int Großen Hauptquartier war, • ist von dieser Stellung, abberufen worden. ; Gcneralvcrsammluug der Berliner Ar- &gt; beiterrtäe.. &gt; In der Generalversammlung der Berli­ ner Arbeiterräte wurden bemerkenswert ge­ mäßigte Stimmen von bisher radikalen Poli­ tikern laut. So erklärte der Volksbeauftrag­ te Emil Barth, daß der Sozialismus praktische Arbeit leisten müsse, um sich, zu behaupten. Tas Interesse der Allgemeinheit erfordere es daß planmäßig organisch, und großzügig so­ zialisiert werde .Heute drehe sich, alles um, die drei großen Fragen — Friede, Freiheit und Brot. In der Debatte wurde, nach, dem Bericht des Berl. Tgbl. dann noch darauf hin­ gewiesen, daß heute unter keinen Umständest! in den Betrieben gestreikt werden dürfe, weil damit die auch, ohnehin überlastete sozialeMa-! schsne zum Stillstand gebracht werden würde. BlUttger Zusammenstoß in Wanne. ! Bochum, 1. Tez. Auf dem Bahnhof Wanne kam es zwischen der Bahnhvfswache des Arbeiter- und Soldatenrates und einem aus dem Felde heimkehrenden Gardebataillon zu! blutigen Zusammenstößen. Tie Fronttruppen hatten einen Bahupvsten niedergeschlagen. Da­ rauf entwickelte sich, ein Feuergefecht, wobei Schwere französische Verletzungen der Waffenstillstandsbedingungen. - Starke Gegenströ­ mungen in München. Der König von Montenegro abgesetzt. Worte Worte Worte! Aus München kommt folgende offizielle C. Meldung: Mün che n, 2. Dez. Heute nachmittags 5 Uhr erschienen sämtliche Minister im LandesSoldatenrat, woraus Ministerpräsident Eisner im Namen des Ministerrates folgende einstim­ mig gefaßte Erklärung abgab: "Tie Regierung des bayer. Volksstaates fußt auf der revolutionären Grundlage, auf der sie entstand. Sie ist entschlossen, tote bisc­ her Ruhe und Ordnung nachdrücklich zu sichern. Es gilt, aus dem Zusammenbruch des alten Systems rasch, und zielsicher durchs um­ fassende und tiesgründige Erfolge den Wieder­ aufbau des Staatswesens im Sinne der frühe­ ren Proklamation durchzuführen. Sie wird die Selbstenttoicklung Bayerns auf alle Weise fördern und die Interessen des Landes gegest alle Zentralisierungsversuche ebenso fest wahr­ nehmen tote sie den Loslösungsbestrebungest vom Reiche entgegentritt. (LeHH. Bravo.) Tie Zukunft Deutschlands wird nur ge­ kichert durch die Schaffung eines föderativen Staatstoesens, das durchs die Demokratie alle sozialen Kräfte des Volkes zu lebendiger Mihtoirkung sammelt und erzieht. Tie Regier­ ung des Volksstaates Bayern verbürgt sich, dem Auslande gegenüber, daß das neue Staatstoesen in ruhiger Weise sich, entwickelt und in dem Vertrauen und der Mitarbeit der weitesten Kreise des Volles verankert ist. Tie Vollsregierung Bayerns ermahnt das Publikum und die Presse, den wild umlaufen­ den Gerüchten keinerlei! Glauben zu schenkest. Tiefe Gerichte sind die Folge der durch die lange Kriegszeit und ihre Nöte hervorgerufe­ nen Erregungen und Erschöpfungen. Wir brauchen hier eine klare und ruhige Einsicht. Von den Mächten der Entente erwartest wir, haß sie, um in der Bevöllerung Teutsch^ lands die Ruhe und politische Kraft aufzurichsten, den Gerüchten entgegentritt, deren Fort­ dauer Zustände wilder Verzireiflung schaffen könnte, als ob sie beabsichtige, Teutschland auf­ zulösen, weitere deutsche Gebiete zu besetzen und die Feindseligkeiten wieder zu beginnest. Tie Volksregierung Bayerns bekämpft ein­ mütig die Methode des Terrors und der Privatexpropriation, tote sie auch unter den heutigen Verhältnissen eine sofortige umfassende So­ zialisierung der Produktion nicht für mög­ lich, hält. i [ I Aber nicht minder will sie die in der Re­ volution geschaffenen Organisationen des Vol­ kes, der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte entwickeln und erchucht die Regierungen der Entente, zu veranlassen, daß in dem Okkupa­ tionsgebiete diese Vollsräte wieder hergestellt werden, die wohl nur in der mißverständlichen Annahme aufgelöst worden sind, daß sie terro­ ristische Körperschaften seien, während sie |tt Wahrheit demokratische Organisationen der öf­ fentlichen Kontrolle und Mitarbeit sind. | Tie Vollsregierung Bayerns ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß in Zukunft die Völker durch, die gänzliche Abschaffung der be­ stehenden Heere und der allgemeinen Wehr­ pflicht für alle Zeiten von dem Truck des Militarismus und der Kriegsbesorgnisse erlöst werden, daß alle Bürger hinfort für die schaf­ fende Arbeit freigestellt werden können. Tie Vollsregierung Bayerns wird ihr Ver­ sprechen, eine Nationalversammlung so rasch als möglich, einzuberufen erfüllen und gegen umlaufende Gerüchte erkläre ich, daß der Mi­ nisterrat mich, zu Friedensbemühungen ermäch­ tigte. Schließlich ist der Ministerrat des VoMstaates Bayern durchdrungen von der Not­ wendigkeit, daß sich, alle Regierungen Teutsch­ lands unverzüglich, auf ein festes Programm der äußeren und inneren Politik vereinigen. I I* Worte, Worte, Worte. Eisner, der "Liebling" der Entente, ersucht höflich um Wiederherstellung bei Arbeiter- und Soldaten-Räte in den besetzten Gebieten. Er wird wahrscheinlich eBenf&lt;clentg, eine Antwort da­ rauf erhallen, wie auf seine Frnedensbilte. Es fällt der Entente und besonders den Frastzosen gar nicht ein, Eisner eine Beachtu/ng zu schenken. Im Gegenteil. Eine heutige Meldung be­ sagt, daß die Mitglieder des Arbeiter- und Sol­ datenrates in Metz, soweit sie nicht geflohen waren, verhaftet würden. Auch, aus anderen Gebieten sind die Franzosen nicht zu Kon­ zessionen bereit. Tie Bergarbeiter des Saar­ gebietes verlangten die Einführung des AchtStundentages. Tie Tireftion wandte fidji an den französischen Kommandanten, der verfüg­ te» daß auf den Säargruben bezüglich, der Ar­ beitszeit und Löhne nichts geändert werde, ehe dazu die Genehmigung des französischen Kriegsministers eingeholt sei. Ueber das wei­ tere Auftreten der Franzosen wird berichtet» daß Marschall Foch mit sofortiger Wirffamkeit die strengste Grenzsperre zwischen Elsaß-Loth­ ringen und den angrenzenden Säubern ange­ ordnet habe. Hervorzuheben ist, daß auch! das Gebiet von Saarbrücken und Saarlouis in die elsässtsche Zone einbezogen ist. Tiefe Grenz­ sperre bedeutet die schjärffte Verletzung der Waf­ fenstillstandsbedingungen die überhaupt vojn seiten der Franzosen bis jetzt verübt worden sind. Man kann sie nur auffassest als einen Vorläufer der Annexion. Zn Aachen habest die Franzosen Geiseln aus der Stadt hinweggeführt, desgleichen die Belgier in Jülich. Tort verlangen die Belgier auch,, daß die Zei­ tungen in deutscher und französischer Spra­ che erscheinen. Tie Zivilbevölkerung muß die Offiziere der 'Belgier durch, Abnehmen der Kopfbedeckung grüßen und dabei den Bürger­ steig verlassen. Also Geßlertaten bietet der Feind dem deutschen Volke. Tagegen findet "Eisner" keine Worte, wohl aber für die Ar­ beiter- und Soldatenräte. Tas Volk scheint für "Eisner" also aus zweierlei Menschen zu bestehen. Mi* i I i. , i ; , Aus dem Reiche.</p>
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          <p>auch Maschinengewehrs in Tätigkeit traten. La­ det wurden 4 Frontsoldaten schfter verletzt. Die Gardisten stürmten alsdann das Amtsge­ bäude vor dem Bahnhof. Hiebet wurde ein Ajähriger Knabe getötet, ein Gardist und ein Bahnposten verletzt. , ' •' LtävtiWjes und ländliches Siedlungswescn. Einem Vertreter der N. Europäischen !Ztg. gegenüber machte der Staatssekretär des Meichsarbeitsamtes Bauer Bemerkungen über städtisches und ländliches Siedlungswesen. Für das städtische Wohnungswesen wer­ den in diesen Tagen verschiedene Verordstungen das Recht der Enteignung erheblich, erweitern imtb vereinfachen. In Frage komme, ob man den Ertragswert der letzten drei Jahre vor dem Kriege als Grundlage der Wertberechnung nehmen solle oder die Selbsteinschätzung zu den Wehrbeiträgen. ! i Was das ländlicheSiedlungswesen anlangt so ist vereinbart Worden, und das wird schon jin diesen Tagen als Gesetzvorschrift heraus­ kommen, daß Pandlieferungsverbände gebildet Werden, selbstverständlich! unter staatlicherKontrolle als Selbstverwaltungsköriperschäften,weljche dafür zft sorgen haben, daß von jedem Gut über 100 Hektar ein Drittel zur Schaffung von Bauerngütern zur Verfügung gestellt wird. Die Landlieferungsverbände, aber vor allem die staatliche Kontrolle, werden natür­ lich- dafür zu sorgen haben, daß die abgegebe­ nen Teile von einer durchschnittliches Güte sind und die Gutsbesitzer nicht etwa bloß ihre Anßenschläge hergeben. Es ist selbstverständ­ lich! in Aussicht zu nehmen, daß, falls, was ja sicher ist, eine hochprozentige, sagen wir einmal 30 vom Hundert oder noch, höhere Ver­ mögensabgabe zur Deckung unserer Schulden eingeführt wird, die Grundbesitzer diese Ab­ gabe in Form von Grund und Boden tragest können. Tas erleichjtert die Durchführung des -Siedlungswesens, und anderseits ist natürlich/ der Grundbesitzer durchaus nicht immer in der Lage, solche Abgaben bar zu tragen. ■. i Die Nntersuftjung der Behandlung der i ; , f ■ Kriegsgefangenen. I ' ' . Berlin, 2. Dez. Tie Kommission zurUntersuchung der Anklagen wegen völkerrechts­ widriger Behandlung von Kriegsgefangeneft in Deutschland ist heute vormittags halb 11 Uhr in Berlin in den Räumen der Waffepstillstandskommission zusammengetreten. TieSitzäng wurde durch! eine Begrüßungsansprache des Staatssekretärs Erzberger, des Vorsitzenden ber Waffenstillstandskommission, eingeleitet. So­ dann wurde in die sachliche Beratung einge­ treten. . i ' | Amerikanische Lebensmittel für Teutschland. Tie "Times" berichten aus Newhork: T-ie amerikanische Regierung charterte 32 deutsche Handelsschiffe für den Lebensmitteltransport nach! Deutschland. Tie Schiffe sollen über Ante werpen geleitet werden. Tie Versorgung be­ ginnt jedoch!, nach einer Erklärung Lagsings in der Kommission des Senats, erst nach den Wahlen zur Nationalversammlung. i</p>
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          <p>Aus Bayern. Die Schlifft des bayerischen Llohd. Ter bayerische Lloyd ersuchte die ungari­ sche Regierung mit Rücksicht auf die sreundrffchäftlichen Beziehungen zwischen Ungarft und Bayern, den Lloydschiffen weiterhin freie Aus­ fahrt zu gestatten und von ihrer Auslieferung an Serbien Abstand zu nehmen.</p>
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          <p>1 Trotz dieser Abfuhren wirtschäftet der Lei. ter der daher. Geschicke ruhig weiter und weiß tttti tönenden Phrasen beim Münchester Ar­ biter- und Soldatenrat sich, Sekundanten zuverschäften. f t . ; Unser schönes Bahernland wird weiter, wie ein norddeutsches Blatt neulich schrieb, zum Narrenhaus gemacht. Besonders starke Proben hiervon legt München ab. Man läßt dort Frontsoldaten vom Pöbel mißhandeln, int Felde ausgezeichnete Offiziere mit Kolben nie­ derschlagen, man duldet weiter den Unfug des Achselstücke- und Kokardenabreißens, man bil­ det bewaffnete Horden zum Schätze "Eisners". besetzt die Regierungsstellen mit lauter Gali­ ziern und Galizierrnnen, die plötzlich, aus al­ len Winkeln der Welt herbeiströmen und g-eduh det die skandalösesten Ausschreitungen ftemder Gefangener. Tas ist die Weisheit Eisnerscker Regierungskunst und die "Freiheit des bayeri­ schen Volkes". i ■ ' , Wer Eisner ist noch! nicht fertig. In Bertlin hat er anscheinend mit Liebknecht jneue Plän-chen ausersonnen. Er soll- auch aus dem; Osten sich! neue Horden Bolschewisten bei­ stellt haben zur "Volksaufklärung". Und zu all dem Unsinn hilft getreulich! der Herr Fi­ nanzminister Sasse. Tas Geld fließt inStrömen, der Verwaltungsapparat ist doppelt teuer geworden, weil überall die Behörden "Überfracht" werden müssen. ; , Da hört auch bayerische Gemütlichkeit auf. Die Meh rheitssozialisten, auf deren Hilfe jetzt das Volk vorläufig allein angewiesen ist, ver­ sagen gänzlich. Selbst Auer getraute sich nicht, seinem Herrn und Meister gegen den Wilieft zu handeln und seine Stimme für eine bal­ dige Aenderung der Dinge durch! Einberufung der Naitonalversammlung zu erheben. Diese Haltung aber wird im Volke mäch verstanden und die Sch,nid für die tieft Schmach, die das, bayerische Volk erdulden muß, vielleicht noch der Sozialdemokratie in ihrer Gesamtheit aufgebürdet werden. Frankreich. Die Pariser derlänglett Entschädigung für die 1871er Kontributiowe«. ' Nach! Pariser BMtermeldungen wurden im Pariser Gemeinderat und int Generalrat der Seine Anträge eingebracht, die im Jahre '1870/71 von den Teutschen auferlegten Kon­ tributionen zurückzufordern. Diese sind mit Zinseszinsen seither auf 1.5 Milliarden Francs angewachsen.^, ^ ul J Abfuhren hat sich der famose Leiter der bayerischen Ge­ schicke Kurt "Eisner" in den letzten Tagen in Menge geholt. ' ' Der Parteiausschstß der sozialdemokrati­ schen Partei Deutschlands hat sich scharf gegen jene gewandt, welche dem deutschen Volke das Selbstbestiimmungsrecht nehmen wollen. Er forderte die schleunigeEinberufung der Nationalversammlung, die von "Eisner" be­ kanntlich nicht gewünscht wird. f Zu der "Entschließung" des Vollzugsaus­ schusses des Arbeiter-, Soldaten- und Bau­ ernrates München, in welchem auf "Eksners" Befehl bie Absetzung von Sols, Erzberger,Schep bemann und David verlangt wird, hat der glei­ che Ausschuß ecklrät, daß die Personen der Regierung durchj Verabredung der beiden so­ zialdemokratischen Parteien ausgewählt wur­ den und djeft sichj das Recht, ihre Vertrau/ ensmänner selbst zu bestimmen, nicht nehmen lassen. i "Eisner" hatte Professor Förster alsBvtschafter in die Schweiz geschickt. Dieser soll nun auf Anraten von Clemenceau Eisner gerie­ ten haben, Enthüllungen über die deutsche Kriegsschuld zu machen, um Nachsicht Bei den Gegnern zu erhalten. "Eisner" bestritt diese Ursache. Tas Dementi mag richtig sein, denn die Agence Havas erklärt, daß . Clemenceau mit Kurt Eisner nichts zu tun huben will. Tas war die -zweite Abfuhr. ■ &lt; ^ i "Eisner "hatte Sols und Erzberger als kompromittierte Männer des alten Systems er­ klärt. Tarauf wurde ihm von dem "Vorwärts­ redakteur Kuttner erwidert, daß "Eisner" selbst kompromittiert sei, da er den Svzialisten vor Kriegsausbruch! geraten habe, die Kriegskredite zu bewilligen zu einer Zeit, in der die Mehrheitssvzialisten durchaus noch nicht dazu entfäfoffen waren. "Eisner" erließ dagegen eine umfassende Berichtigung, die aber im Grunde nur das beestätigte, was Kuttner sagte, nämZ lich, daß "Eisner" vor dem Kriege anders über denselben dachte als nachher, also selbst zu j den Kompromittierten gehört. ' Auch- im neutralen Auslande würdigt man "Eisners" Tätigkeit bereits entsprechend. So schreibt in Helsingfors "Tagens Preß": y Tas neue Deutschland folgt dem von den Bolschewisten gegebenen Beispiel. Ein großer Unterschied ist jedoch vorhanden. Während im­ perialistische Mächte richteten, die früherRußlands Bundesgenossen waren, gaben die deut­ schen Sozialisten diesen selben Mächten Gele­ genheit zum Triumph über Teutschjland und stärken ihr Unfehlbarkeitsgesühl. Die Münchener Herrschaften hatten ja auch« die Notwendigkeit empfunden, einen Wrchtsch Clemenceaus zu erfüllen und eine Felonie ge­ gen den Reichsgedanken zu begehen. Diese Felonie wird durch- folgende Dar­ legung des holländischen "Allg. Handelsblades" richtig eingeschätzt: 1 Im Grunde genommen wird Erzbergers Ansicht richtig sein, wonach, Frankreich auf die Mitwirkung Eisners bei der Zersplitterung Deutschlands rechnet. Eisner ist anscheinend^ der Mftinung, daß man gegenüber dem Feind und seinen Forderungen best Mund halten muß und ihn für sich, gewinnen kann, wenn man auch, solche Mitarbeiter der früherenMachhhaber, die jetzt in der revolutionären Regie/ rung sitzen, zerschmettert und bestraft. Aus Stimmen der englischen Presse ergibt sich, daß Herr Eisner auf einen solchen Erfolg nicht sehr rechnen darf. Bayern wird keineft Nutzen davon haben, wenn es sich! je"t völ­ lig loslösen und vom alten Preußentum rein­ waschen will. Daily Telegraph sagt bereits, daß auch! bei einer möglichen Scheidung zwi­ schen Nord- und Süddeuffchland die Entente doch! keinen Unterschied zwischen den verschie­ denen Reich steilen machen und bett Süden von der Verantwortung Mr den Krieg nicht frei­ sprechen kann. Eisner, der dem Feinde so gerfn zu Wftlen Ist, um günstigere Behandlung zu erhalten, wird ebenso tote Ungarn sicherlich die Erfahrung machen, daß seine Bestrebun­ gen frnchtlos bleiben.; ’ | ,, t " , / , i</p>
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          <p>Oesterreich OcsterreiWsche Mannschaftsrrerlnste. l Wien, 1. Dez. Eine parlamentartschjeKor/ respondenz veröffentlicht auf Grund der amt­ lichen Verlustlisten eine Zusammenstellung der Verluste Oesterreichs int Kriege. Danach betra­ gen die Gesamtverluste an Toten und Ver­ wundeten bis zum ffllal 1918 vier Millionen Mann. Gefallen sind davon 800 000 Maftrn und etwa 17 000 Offiziere. &gt; Tschechische Hilft für Salzburg. SalzPurg, 1. Dez. Eine wegen Be­ schaffung von Kohlen, Zucker uno cmöerejrt Le­ bensmitteln von der Landesregierung nach, Prag geschickte Kommission -erhielt vom dor­ tigen Ernährungsminister die Zusage, nach; Möglichkeit zu helfen. Kompensationen seien erwünscht, aber nicht Bedingung.</p>
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          <p>Rußland. Ucbergabe der Schwarz-Meer-Flotte. ' ■ Aus London wird gemeldet: Tie Admi­ ralität teilt mit, daß die alliierte Flotte am 26. November vor Sebastvpol ankam. Tie rus­ sischen Schiffe sowie mehrere deutsche U-Boote, im Schwarzen Meer haben sich ergeben.</p>
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          <p>E«AWje Verluste. ! I Amsterdam, 1. Tez. Na,ch, einer Mittei­ lung der britis'chssn Admiralität betragen die Gesamtverlnste jm Maxinepersonal vom Bet­ ginn des Krieges bis zum 11. November 1918 39 766 Mann einschließlich der Verluste des Marine-Jnf.-Personals, aber ohne die bereits mitgeteilten Verluste der 'Schiffsdivision; inbe­ griffen sind auch! die Verluste der Marines stieget bis zum 31. März 1918, ebenso gewisse Verluste der Handelsmarine und der Fischevboote, die im Dienste des Staates standen. Tie Verluste der indischen Armee während des Krieges bis 30. September betragen insge&gt; samt 101439 Mann, davon 24 945 in Frank­ reich. ; . 1</p>
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          <p>Am Balkan. Der König von Montenegro abgesetzt. , Tas tschecho-slowalische Pressebüro melbet' aus Podgoritza in Montenegro vom 29. 9tob.: Tie große montenegrinische Spopfchttna hat einstimmig beschlossen, den König Nikita und' sein Haus abzusetzen und Montenegro rchrter Köönig Peter mit Serbien zu vereinigen. j Tie Stimmung in Bulgarien. [ Ueber die Stimmung in Bulgarien schreibt der Sofioter Korrespondent der "Times": Als General Franchet b'Espereh bett alliierten Truppen, die im Begriffe standen, in Bulfgarien einzumarschieren, die Einstellung der Feindseligkeiten befahl, ergriff die serbischen Offiziere und Mannschaften ein Zorst, der sich schcher schildern läßt. Sie waren auf dem Wege na&gt;,, Sofia; sie hatten das Gefühl, drei Jahre lang umsonst gelitten und gestritten zu haben. Ter serbische Oberbefehlsha er erklärte damals den englischen Publizisten, die Bul­ garen würden, sobald sie sich, vor Invasion sicher wstßten, bald ihre arrogante Haltung wieder annehmen und ihre Abtvenbuing vom Krieg als freien Willensakt hinstellen. Schon jetzt sei zu sehen, bemerkt dazu der Korreslpon^ dent, daß diese beim Abschluß des bulgarischen Waffenstillstandes gemachten serbischen Prophe­ zeiungen sich, zu erfüllen beginne^. Heute, nachdem sich die Bulgaren von ihrem Schrec­ ken erholt hätten, würden Presse und Politik schd Führer schon beginnen, die dem bulgarischjen Volk so unliebsamen Ereignisse zu ver­ wischen, und schon käme es vor, daß Befehle französischer und englischer Militärbehörden umgangen werden. Alle Bulgaren würden die­ selbe Methode verfolgen; daß für alles Vor­ gefallene König Ferdinand und Radoslawow als Sündenböcke herhalten müßten. — Weiter gibt der Korrespondent Einzelheiten über die Behandlung, die die Bulgaren ihren KriegÄgesangenen zuteil werden ließen. Am bestep seien die französischen und englischehr Solda­ ten weggekommen, dagegen sei das Los der Serben, Griechen und Rumänen schrecklich, ge­ wesen. Nach Mitteilungen aus halbamtlicher Quelle feien von 100 000 internierten Serbehr 53 000 übrig geblieben. Nicht viel besser sei es der sevbischen und griechischen Zivilbevölker­ ung ergangen; mehr als 18 Monate hindurchj seien Tausende nngMcklicher Menschen jedes Alters, Standes und Geschlechts zu Sklavenavbeiten angetrieben worden, und dabei habe die Ernährung jeder Besch,reibung gespottet.</p>
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          <p>(einem aufoktroyierten Parlament bevormun­ den und ausschalten Aßt. ! In seinem ersten Erlaß hat Kurt Eisner die baldigste Einberufung der Nationalver­ sammlung versprochen. Jetzt schickt er sich. an, seine ungesetzliche, auf keinerlei Willensäußer­ ung des Volkes begründete Herrschest ä 11 ver­ ewigen. Wir erheben Protest dagegen und Hoffen, daß nicht nur die übrigen bürgerlichen Parteien, sondexn auch! die Sozialdemokraten (mit uns einig gehen. Wir sind nicht gewillt, Uns von dem'Tiktator Verfassung, Recht und Gesetz, Steuern und Wirtschaftsform vor­ schreiben zu lassen. Was er verfügt, beruht (auf keinem Gesetze, er vermag es höchstens Ulst brntalster Gewalt durchzusetzen. Mit diesem Zustand muß aufgeräumt werden, er verhindert den Wiederaufbau des politischen Und wirtschaftlichen Lebens, er macht den end­ gültigen Abschluß des Krieges unmöglich. i Wer mit uns des nämlichen Sinnes ist, der komme uns im Kampfe um die elementarsten Wolksrechte znhilfest Wer politisch auf unse­ rem Boden steht, der ermögliche uns die Ar­ beit durch den Beitritt zur Teutschen Volksspartei und durchs einen Zuschuß zu Unserem Wahlfondsl! Tie Tuvchsührung der Wahlen zur deutschen Nationalversammlung und der Kampf um die Bolksrechte in Bayern erfor­ dern Mittel von einem riesigen, bisher uner­ hörten Ausmaß. Jttur die größte Op-fersreusdigkeit der Gesinnungsgenossen fajttn uns im die Lage versetzen, diesen Kampf erfolgreichj tzu gestalten. Wir wenden uns an dep politi­ schen Willen und an den Opfersinn jedes Man­ nes und jeder Frau. Tie Einzahlungen zu unserem Zentrahwahlsonds erfolgen entweder an das Postscheck­ amt München unter Nummer 12 862 (Teutsche Wolkspartei) oder durch Postanweisung an die Hauptgeschäftsstelle, München, Finkenstraße 3. Tie Quittung erfolgt brieflich,. Beweist Eure politische Reife! Ohne Wahlschatz kein Wahlkampf, kein Erfolg und kein Rechts! Wenn Ihr den traurigen Zustand, ln dem sich Volk und Vaterland befinden, be­ heben, wenn Ihr den Einmarsch, der Feinde verhüten wollte dann eilt uns znhilfe, öffnet die Taschen, gebt freudig und reichlich,, MÄnuer und Frauen, Volksgenossen!! Wir rufest Euch ! Hört urtö opfert!! f , f Tie Teutsche Volkspartei in Bayern. *</p>
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          <p>roae ihre Ehe barg, woraus sie aufgebaut war, ver- I Here«. Sie wehrte sich gegen das Schicksal, das, verhängnisvoll seine schwarzen Fittiche um sie legte. Aber je mehr sie kämpfte, desto widerstandsloser stylte sie sich. Die brutale Schonungslosigkeit ihres Mannesftiß unbarmherzig an jedem ihrer Gedanken. Da» bißchen Jllustonsfreudtgkeit, das sie sich müh­ sam gerettet hatte, zerstörte er mit rauher Hand und zeigte ihr mit häßlichen Worten die unerquickliche Wirklichkeit und die ernüchderndeu Tatsachen. Früher hatte sie oft wie zu einem gute» Freunde mit. ihrem Manne über Ditlef Stöoen gesprochen, und wenn sie zaghast und ängstlich waren, weil der finstere Jugendfreund seinen Hoog an den ihren baute, dann halte Jens sie liebevoll getröstet, und aus. seinen Augen hatte ihr wie eine Wunderblume da» gläubige Vertrauen entgegengeblitzt. Und jetzt war alles anders Jetzt grub und fraß die Eifer­ sucht an seinem Herzen und machte ihn hart und ungerecht und roh, so daß er ihr alle Tage fremder wurde und nur noch ein» ihre Seele erfüllte: die Furcht vor Jen« Jürgens Jähzorn. Dazu kam, daß sie feitet sich nicht mehr klar war über ihr eigenes Empfinden. Immer sah sie Ditlef Stöoers dunkel glühende Auge» auf sich gerichtet, wie sie in jener Nacht sich in sie hineinbrannten, als sie vom Fenster au» auf da» Meer bückte. Nicht finster grollend in Haß, nicht vorwurfsvoll anklagend, sondern wie in Selb völlig verloren. Merret ging wieder zur Tür. Etwas wie Furcht glomm plötzlich tu ihrer Seele auf. "Schön Merret hat goldenes Haar," lachte es da ln der Stube. "Mallen Talen, Ihr? Was bringt Ihr so spät, Ihr kommt von Jnken?" ries Merret mit heißer Angst im Herzen. Mailen Talen, die in der Tür stand, nahm die Mütze ab und schwenkte sie vor Merret mit einer tiefen Verbeugung bis auf die Erde. "Die Tage fliehen," raunte sie geheimnisvoll. "Jnken will auch fliehen, wett. . . dorthin, wo sie keiner findet. . . aber Jnken will dich sehen, schön Merret, bevor sie auf te« Weg geht. Ich soll dir Führer sein, noch diese Nacht. Kommt mit mir!" Nein, ich kann nicht," stöhnte Merret auf. "Ich kann das Haus und das Kind nicht verlasien. Jens Jürgens ist nicht daheim. Er ist nach Helgoland, und erst in drei Tagen kehrt er zurück in den Düf« Hoog." "Siehst du, mein Schätzchen", grinste die Alte, "wie gut es ist, daß ich; heute abend kam? Ta, schgu her, ich habe dir etwas miigebrachjt." Und sie begann in der unergründ­ lichen Tasche ihrer allen Matrosenjacke herum zu suchen. Was kam da alles ans Tageslichts Maiken Takens berühmte Pfeife, die sie acht­ sam auf den Tisch; des Hauses legte, dann ein kleiner Hammer, Bindfaden, Muscheln,Nä­ gel, zerknütwrtes Papier, das Maiken Taken mit einem Jubelruf begrüßte. Dann strich sie sorg­ lich das Papier mit ihren groben Finger« glatt und reichte es triumphierend Merret herüber, augenschein lich tief befriedigt, daß sie ihre Mission so gut voll­ bracht. Merret las bet dem trüben Licht der Oellampe, was Jnken schrieb: "Schwester! Morgen, ehe der Abend sinkt, habe ich das Listland für immer verlaffen. Ich will nicht wieder in die Gewalt von Uwe und Jens zurück, lieber sterben. Sie haben hier jede Hütte nach mir durchsucht. Maiken Take» brachte die Kunde, daß sie ausgezogen sind, mich zu finden. Ich hielt mich in den Dünen verborgen und sie verließe» List, aber ich fühle mich nicht mehr sicher hier. Gute Menschen halfen mir bisher. Maiken Taken ist der besten eine. Ich will nun fort in die Welt. Die Schwester unsere» Vaters, bet der Du ja auch warst, um zu lernen, Merret, will mich der sich aufnehmen. Ich habe sie darum gebeten. Ich will arbeiten für sie, wie eine Magd, wenn ich da­ für lernen kann. Ich möchte so gern lernen, Merret alles was mir fehlt. Ich bta voll Sorge, daß ich, Dir Kummer mache, Merret, aber ich kann nicht anders ich muss, fort. Mir graut vor dem Düshoog und feinen Bewohnern, graut vor dem Los, das, Du klaglos trägst, aber sehen möchte ich Dich, Mer­ ret ach, nur ein einziges Mal noch, bevor ich scheide. Niemand darf misten wohin ich gehe. Uwe darf mich nicht finden. Komm, zu Deiner kleinen armen Jnken." ! ! I W-rtketzung w.) ! ; j</p>
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          <p>Lokales. Laudshut, ben 3. Dezember. —* Käsemarke II wird von heute ab mit !100 Gramm Käse eingelöst, i —* Deutsch e Volkspartei in Bay­ ern, Ortsverein Laudshut. Morgen Mittwoch, abends findet im Tnrnerzimmer des Hotel Bernlochner eine Zusammenkunft mit Bespre­ chung der politischen Lage, Diskussion und Vor­ trag statt. Hierzu sind auch, Gesinnungsgemossen, die nicht Mitglieder sind und Frauchr herzlich, willkommen. Ter Anfang ist wegen der Gassperre auf halb 8 Uhr festgesetzt. Zitz gleich, geben wir heute schon bekannt, daß am nächsten Sonntag, 8. Tez. nachmittags 2 Uhr jim Hotel Bernlochnersaak eine öffentliche Volks­ versammlung mit freier Diskussion stattfindet. Wir danken zugleich, unseren Mitgliedern für ihre bisher entfaltete rege Werbetätigkeit, die sich, in bet? zahlreichen neuen Beitrittes kund gibt. Wir bitten, in diesem Sinne weiter zu wirken. Das Rüstzeug hierfür bieten die Tiskusstonsabende, zu denen wir daher alle Mit­ glieder dringend einladen. ' j —* Deutsche Volkspartei — Bacher. Pvlkspartei. Tie ,^Ldsh. Ztg." erklärt ge­ stern, daß unsere Auseinanderscheidung der Parteien, nach! der die Bayer. Volkspartei sich lediglich! ans den bisherigen Anhängern des Zentrums zusammensetzt, nicht richtig ist. Tas Wort "lediglich&gt;" haben wir nicht gebraucht. Wenn sie aber dann weiter schreibt, "Tas Pro­ gramm der Bayer. Pvlkspartei ist ein so frei­ heitliches, volkstümliches ynb fortschrittliches, daß alle Staatsbürger konservativer Weltanschaunng, ob Katholik, Protestant ober Indes, Eich, dazu bekennen kann," so. ist des Rätsels Lösung wohl fertig, der wir nichts hinzuzufü­ gen haben. i : —* Der Reger-Abend unserer einhei­ mischen Konzertsängerin Fanny Dehner in München fand trotz der schweren Tage ein sehr gut besuchtes Haus. Tie gesamte Münch­ ner Kunstkiätik hebt die lichten, hellen und sympathischen Stimmittel, die ausgezeichnete Schulung und die im Ansdvucksbereich des An­ mutigen und Heiteren sich, besonders glücklich auswirkende Vortragsart hervor. Auch, von dem Publikum wurde die Künstlerin mit rei­ chem Beifall ausgezeichnet. —* Stadttheater. Tie heute Dienstag stattfindende Ausführung der Komödie "Schnei­ der Wibbel" findet wie gewöhnlich! um halb 8 Nhr, nicht halb 7 Uhr statt, wie es irrtümlich auf dem Theaterzettel hieß. r —* Für Leimbezng enthält der heu­ tige Anzeigenteil eine Bekanntmachujng. —* Gegen den Fremdenznzng hat das Ministerium für Demobilmachung den Ge­ meinden empfohlen, Einschränkungen zu ver­ fügen, daß die Uebersiedlnng von Personen von Der Genehmigung des Magistrats abhän­ gig sei. Tiefe soll versagt werden, wenn der Gesuchsteller seine auswärtige Wohnung bei­ behält. Sie kann auch, versagt werden, so lange die Wohnungsnot und die Ernährupgslage es angezeigt erscheinen lassen. Herr Rechtsrat Costa fügte an diese Mitteilung, die in der letz­ ten Magistratssitzung zum Beschlusse erhoben wurde, die Mahnung an, es möchten alle Wohnnngsinhaber, welche verfügbare Räume haben, diese anmelden. Wenn eine Zwapgseinmietung kommt, könnten besondere Wünsche glicht mehr berücksichtigt werden. t —* Das Bürgerrecht wurde gegen Ge­ bühr dem Viehhändler Herrn Peter Engl und für löjähr. treue Dienstleistung bei der sreiw. Feuerwehr kostenlos dem Musiker Alois Brun­ ner und dem Hausmeister Johann Münster, ebenso dem Kriegteilnehmer techn. Sekretär im Stadtbauamt Franz Hüttner verliehen. i —* Eine Einschränkung des elektri­ schen Stromverbrauches um 30—40 Prozent empfahl die Kriegsamtsstelle München. Herr städt. Banrat Scheller meinte dazu iin der letz­ ten Magistratssitzung, es fei hier eine solche Verfügung nicht notwendig, da zurzeit Treib­ öl zu erhalten sei. Herr MsiR. Koblndorser warnte vor zu optimistischer Auffassung der Lage, da Transportverhältnisse etc. leicht auch eine Rationierung der elektrischen Kraft not­ wendig machen könnten. Herr städt. Baurat Scheller ergänzte, daß Treiböl vorhanden sei, nur die Maschinenkraft reiche nicht ans. Des­ halb könnten feine weiteren Abschlüsse mehr gemacht werden. Deshalb mußten auch die Sperrzeiten eingeführt werden, aus die er wiederholt die Kraftstrvmabnehmer hinweise, damit das Elektrizitätswerk betriebsfähig blei­ be. Auch! der Herr Bürgermeister anerkannte zwar die bessere Lage des hiesigen Werkes ge­ genüber jenen, welche ans Kohlen cngewiesest sind. Immerhin sei eine optimistische Auf­ fassung angesichts der vielen Verkehrshemmnisse heute nicht zu'Hegen. —* Frauen und Töchter werden auch an. dieser Stelle auf den am Donnerstag, den 5. Dezember, beginnenden "Schusters Anstajndsjlehr-, Tischdeck- und Servierkursns" hingewie­ sen, der unter der bewährten Leitung einer geprüften Fachlehrerin von Schusters FychlehrJnstitnk für zeitgemäße Frauenbildung, Sitz Stuttgart steht. (Näheres' siehe Inserat.) , —* Der Voranschlag der Realschule Straubing, der mit 43108 Mark (gegen das Vorjahr um 1249.99 Mark mehr) abschließt, wurde vom Landrat genehmigt. —* Der Voran schlag der Realschule Deggendorf, der mit 37 891.01 Mark (gegen das Vorjahr um 508.34 Mark mehr) abschließt, wurde vom Landrat genehmigt. !. : Eine Fraget! &gt; : Wie kann die "Bayer. Dolkspartei" die von Unterfertigtem in der Volksversammlung im Bernloch ner-Saal bei Herrn De Temple erbetene, aber erst nach deren, laut Rezeptur einzig, Men rettenden , überraschend schnellen Entlassung, durchs das Büro programmäßig ' verweigerte Redefreihett in Einklang bringen! mit ihrem gegen das jetzige Regierungssystem geschleuderten Vorwurf brutaler Kuratel üBer den Willen des Volkes in Wort und Schrift? 1 Sind die moralischen und politischen Glau­ bensartikel der B. Vj.-P. ein Vetos!, das die Erhnie "Ehrlichkeit" zwingen soll, ihre "Wahr­ heit" abzurüsten?' z . i ' Bewertet die "B. V.-P." das TenkoermÄfcen seiner Hörer sp nieder, daß sie uns in thrchtz. durch einen solch kategorischen Imperativ "Mo­ li tangere circulos meos“ (l’etat (fest moi! Cod. Map.) noch unterstrichenen Verhalten nicht das Zittern verrat vor der Wahr­ heit, als deren wahres Gesicht uns nach Entfernung ihrer Maske eine von Gott be­ gnadete Autokratie in neuer Auflage angrinst? Ter Wckhrheft die Ehrest I ! ! • . 1 VLsD. Schloeder Josef, ! &lt; I. i 1 Ers.-Esk. 2. Schweres Reiter-Rgt:</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Gegen die Käsemarke n gültig für November können ab heute 100 Gramm Käse abgegeben werden. 3375 Landshut, den 2. Dezember 1918. Stadtmagistrat.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Die Firma "Sgl. Filialbank Landshut" wurde geändert in die Firma "Bayerische Staatsbank Landshnt". Laudshut, den 28. November 1918. 3367 Amtsgericht.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Gtutragung im Firmenregister. Im Firmenregister für Landshut wurde als neue Firma eingetragen: Swrtbtfiifen — Drogerie- u. Arzuetmittelfabrik Laudshut, Rudolf Berger, Znhaber der Firma: Rudolf Berger, Apotheker in LandShut. Sitz der Firma: Landshut. , Laudshnt, den 29. November 1918. 3366 Amtsgericht.</p>
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          <p>Japan und Deutschland Reuter berichstet aus Tokio: In einer am 26. November auf einem Festmahl der al­ liierten Vereinigung in Japan gehaltenen Rede sagte der Minister des Aeußern Oschida, daß, Rußland sich, eine ewige Tankesschuld erwor­ ben habe, die, wie er erklärte,, wir zurück­ zuzahlen haben. Viel könne auch, für Teutsch^ land gehofft werden, das erst wahrhaft gto&amp;j sei, wenn es verteilt sei und die deutschen | Staaten Gelegenheit hätten, ihre Probleme in Ruhe zu lösen. f Japan.</p>
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