Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-02-13. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 35, 1918-02-13. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 043 13. Februar 1918 ────────── Trotzkis Friedensersatz. ────────── Die Verkündung des Friedens in Rußland zurückgezogen. — Ein englischer Zerstörer gesunken. — Schwere Kämpfe in Finnland. — Selbständigkeitserklärung Litauens. ────────── Die Heeresberichte. Der icElime Bericht. ! WTB. Berlin, den 12. Februar 1918. Wrohe-s Hauptquartterg «»«llcher K«ie-»schw«tz»wkt Imti N# #k»crelM»iie«ri*«m «rsWwW, **iW«*t iw» »wim*. und Front »es »ewtfAm Kron»ri«»eu. An vielen Stellen der Front ArtillerieTätigkeit. Jnsanterieabtellungen sühnten süd­ lich von St Quentin und aus dem östlichen Maasufer, am Cauriereswalde, erfolgreich Er­ kundungen durch und machjten dabei Gefangene. Armee des 8e«eralf«ldmarschaNs Herz,o» Albrecht von Württemberg Zwischen Flireh und der Mosel Artillerieund Minenkampf, der sich heute morgens be­ sonders in der Gegend von Rennecovillers ver­ schärfte. • i i 1 Lestlicher ÄrlegSf*«a>Iw*. ' Die /militärische Lage ist an der Front gegenüber den Großrussen und Rumänen urvverändert. 1 Ftallenischer Kriegsschauplatz. : Aus der Hochfläche der Sieben Gemein­ den tagsüber lebhafter Feuerkamps. Im örtlichen Angriff säuberten öfterreichh ungar. Truppen feindliche Stützpunkte aus dem Südhange des Saffv Rossv und nahmen dabei 6 Offiziere und 170 Mann gefangen. > MszcSonische Arom. RtöiS Neues. Ter 1. Ge neral ouar fier me tfkv ' Ludendorff. -» WTB. Berlin, 12. Februar. Amtlicher Aüendbericht: Westlich von Mvesel flaute die Gefechjtstüätigkeit nach dem Scheitern französischer Vorst»ße am Vormittag wieder ab. P-m den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. DK österr.-Wg. Berichl. WTB. Wien, den 12. Februar 1818. ■toiktä um» iaectautbatxt KrkOsschwutzra». Aus der Hochslächje der Sieben Gemeinden und im Gebiete des Monte Asolone lebhafte Artillerietätigkeit. Nördlich Balstagna warfen unsere Truppen den Gegner aus seinen Stel­ lungen. Hierbei wurden 6 Offiziere und 170 Mann Gefangene eingebracht. | Ter Chef des Generalstab-. Str Mimifet Bericht I WTB. Sofia, 12. Februar. Amtlicher Heeresbericht: Mazedonische Front: Im oberen Skumbital vertrieben wir durch Feuer eine starke französische Jnsänterieabteilung. Unsere Ar­ tillerie zerstreute einige englische Abteffungsm, die gegen unsere Stellungen an der Sirumamünbunc- vorzr'/gehen versuchten. ────────── 1 Kaiser Karl über den Frieden. 1 Auf der Rückreise von der Siebenb ürgischen Front traf Kaiser Karl heute pt Vert­ eidigung der beiden neuen Minister Tr. Popowie und Serenyi in Budapest ein. Bei der Verabschiedung sagte der Kaiser zum Buda-> pester Oberbürgermeister: Ter heutige Tag ist der glücklichste meines Lebens. Ter erste Schxitt I auf dem Wege zum allgemeinen Frieden ist | getan und das war wohl das schwierigste. , < ■ 56c entgleist« Entente. I 1 "Rache an der Ukraine!" ruft der "Temps" § und fordert Japan aus, rechtzeitig vorzusorgen, daß, kein direkter oder indirekter Einfluß der Mittelmächte in Ostasien fühlbar werde, und Herves "Victoire" schreibt: Wir waren, gestehen wir, verblendete Toren, den Niederbruch des Larismus als Ententesieg zu feiern. Heute müssen wir und alle Völker, die mit uns das gekleisterte sranzösisch>-englisthe Bündnis als heil erklärten, unseren schweren Irrtum bitter büßen. | ────────── Aus Rußland. Ein holländisches Urteil. Ueber die Erklärung der Beendigung des Kriegszustandes mit Rußland schreibt der "Nieuwe Rotterd. Courant" u. a.: Trotzki hat nicht gefragt, was die Tevtstk«n zu einer ErI klärung der ^Kriegsbeendig'mg sagen. Aber I das ist auch nicht notwendig. Sie können ja I alle Bedingungen bestimmen und durchführen, I was sie für richtig halten. Wenn es eine I Macht der Welt gibt, die Teutschland daran I verhindern könnte, ist diese Macht aus keinen I Fall Rußland. Trotzki läßt sich jedenfalls auf I weiteres nicht ein. Er erklärt den Krieg für § beendet und geht nach Hause, wie die russisch,pn I Soldaten auch. ' T6§ser.Friede ist für Rußland I weit schlimmer als der, den die Zentralmächte I bereit waren, ihm in den Verhandlungen, zu I gewähren. | | ,. i : f ' Kein Zuzug nach Petersburg. 1 Der Rat der 'Volkskommissare in Peters­ burg erließ durch seinen Vorsitzenden 'Benin folgenden Befehl an die Kreisstäbe und Cffenbckhnausschüsse: Es sind die entschiedensten re­ volutionären Maßnahmen zu treffen, damit nicht ein einziger Gefangener oder Flüchtling! sich najch, Petersburg oder nach dem hungern­ den nördlichen Gebiet wendet. Wir machen int Voraus aufmerksam, daß hier Kriegsgefangene oder Flüchtlinge kein Brot erhalten und zum Hungertode verurteilt sind. Sie sind nur nach i den mit Getreide versehenen Gouvernements | zu leiten, “egt euch unbarmherzig auseinander | mit den Provokatoren, die danach trachteiz, £ die hungernden Gouvernements mit überslüssiI gen Mäulern zu überfluten und daraus rechnen, » die Revolution, mtt der knochigen Hand des 1 Hungers zu ersticken. Glaubt nicht den ver-I sandten provokatorischen Telegrammen, die die § Kriegsgefangenen nach Petersburg leiten. Tie § Losung ist: Kein einziger Ueber flüssiger soll $n I den hungernden Gouvernements sein. | Ehrliches Bekenntnis. I Tie Zeitung "Jswesttja" veröffentlicht in f einer der letzten Nummern einen Aufruf an dis } Burger des freien Rußland über die Lage der uriegsgefangvnen in Rußland, in dem es heißt: Aus den Zeitungen kennt ihr nur Mißchandlungen unserer Gefangene« in Deutschland.^ Taffachen über die schreckliche Behandlung in Rußland durften wir nicht veröffentlichjen. Mit $ Bedauern und Scham müssen wir sagen, daß I sich die Lage der Kriegsgefangenen aush- setzt | noch in vielen Winkeln des weiten Rußland | nicht besserte. Das darf ein freies Volk nichjt : zulassen. Wenn wir jetzt bei Kriegsende dem Feinde die Hand reichen, dürfen wir nichjt länger zusvhen, daß die Gefangenen von den ruffischen Soldaten und Bürgern eines freien Landes unbillig behandelt werden. Bürger, Soldaten und Bauern erleichtert das Los der Gefangenen! — Der Ausruf zeigt die bedau­ erliche Tätschle, daß das Los der Kriegsgefan­ genen in Rußland an vielen Stellen noch imI mer ein recht trauriges ist. Umsomehr ist die in der ruffischen Presse selbst zu Tage tretend« Einsicht anzuerkennen, daß die Sünden, die i sich die frühere Regierung in der Behandkungs der Gefangenen zuschulden kommen ließ, mög­ lichst wieder gut zu machjen sind. ────────── eilnartet werden könne. Tie russischen Solda­ ten plündern, täten, brennen und schießen aus ihre Gefangenen mit Maschinengewehren. Fürchterchche Greueltaten in Finnland■ WTB. W a f a, 10. Febr. (Svenska Telegr. Bhran.) Gestern und heute haben bei MäntHharju südlich von Sankt Michel heftige Käm­ pfe stattgefunden. Set einem Angriff gegen eilten Panzertzüg verlor die Weiße Garde zwei Verwundete, die Rote Garde mehrere Tote. Die Berichte aus allen Teilen des Landes, in denen die Rote Garde noch die Herrschaft hat, find überaus fürchterlich,; ihre Greueltaten ge­ gen Miänner jeden -Alters sind zahllos. ────────── Aus der Ukraine. Proklamation der Ukraine gegen die BolschetoifiLaut "Basler Nachrichten" meldet der Pa­ riser "Mattn", daß die Zentralrada, die noch immer in Kiew tagt, in einer Proklamation den heiligen Krieg gegen die Bokschewiki er­ klärt. Nach der gleichen *Quelle steht die Pro­ klamation der Abtrennung der Ukraine von Großrqßland bevor. Albrcise der Entcnteoffizicre aus der Ukraine. Das "Echod e Paris" meldet: Tie in Kiew beglaubigten militärischen Vertreter der Enten­ te erhielten Befehl, sofort die Ukraine zu ver­ lassen.: An der ukrainischen Front standen In den letzten Wochen noch, 35 Offiziere der Entente, deren Abreise aus Kiew am letzten Samstag erfolgt ist. ────────── Am Balkan. Anschluß der Dobrudschg an Bulgarien. Sofia, 12. Febr. Eine Deputation aus der Todrudscha, die vom Kronprinzen Boris und den Gesandten Lesterreich-Ungarns und Deutschlands empfangen wurde, begibt sich, die­ ser Tage nach- Wien unb ! Berlin, um ein Memo­ randum über den Anschluß der Tobrudschg an Bulgarien zu .überreichen. Beifallsstürme in der bulgarischen Sobranje. WTB. Sofia, 11. Febr. (Agence Bulg.) Ter stellvertretende Ministerpräsident Peschew teilte gestern in der Sobranje eine Tepesche mit, in der Radoslawow, das Haupt der bulgarischen Delegation bei der Friedenskonferenz in BrestLitowsk, dem Kabinett von der russischen Er­ klärung über die Beendigung des Krieges mit dem Viervnnde.undd er vollständigen Demo­ bilisierung der russischen Streitkräfte an allen Fronten Kenntnis gibt und seine Glückwünsche für die Regierung sowie das bulgarische Volk anläßlich des mit Rußland eingetretenen Frie­ dens Ausdruck gibt. Tie Verlegung der De­ pesche wurde mit einem Beifallssturm aus allen Bänken des Hauses aufgenommen: die So­ branje beschloß, die Sitzung zu Ehren des Frie­ dens aufzuheben. ────────── Aus Rumänien. Tie Ursachen des Kabincttswcchsels in Rniniinien. Be rlin, 12. Febr. Tie "B. Z. am Uffttag" meldet aus Grund von Aussagen eines Ausländers, der mit der Jasshyer Regiertrng noch in Verbindung steht: Eintreffende Nach­ richten besagen, daß in Rumänien ein völliger Umschwung der Verhältnisse unmittelbar be­ vorstehe. Diese Nachrichten führen die ange­ kündigte Wendung der Tinge zurück auf ein Ultimatum des Generalfeldmarschalls von Makkensen, an die rumänische Regierung gerichtet. In dem er verlangt haben soll, daß innerhalb vier Tagen die Regierung! sich entscheide, ob sie Friedensverhandlungen einzuleiten wün­ sche oder nicht. In letzterem Falle würde na­ türlich auch der Wassenstillstand sein Ende fin­ det, da eine Verewigung des Waffenstillstandes eme unmögliche Lage schaffen würde. Als eine Folge dieses Ultimatums habe, so wird weiter berichtet, Bratiann am 9. ds. Mts. seinen Rück- tritt vollzogen und General Aperescu sei zum Ministerpräsidenten ernannt worden. ' ' | Wenn man den erwähnten Nachrichten wei­ ter Glauben schenken darf, so würde auch- die Vermutung, daß 'Bratianus Rücktritt auf die Stellung König Ferdinands selbst wirken müsse, sich sehr schnell bewahrheiten, denn Pariser Meldungen wollen wissen, daß der König zu­ gunsten seines Sohnes abzudanken beabsich­ tige. All diese Meldungen stehen in Zusam­ menhang mit der Tatsache, daß Bratiann be­ reits zurückgetreten ist. Jedenfalls geht das eine mit Sicherheit hervor, daß in Rumänien eine Klärung der Lage in kürzester Zeit ein­ treten werde . i Rumänien durch Rußland "verraten". l Ter rumänische Gesandte ig. Paris erklärte dem Beauftragten des "Petit Journal", Ru­ mäniens Lebensinteressen wären dstrch Ruß­ lands Verrat aufs schwerste betroffen. Er erwarte ibt fieberhafter Spannung die Jassyer Entscheidung. ────────── Der Krieg mit England. Englische Pläne. Berlin, 11. Febr. In der "Financial News" vom i. Februar wird ausgeführt, ein Völkerbund als solcher biete nicht genügende Sicherheit für eine Verhinderung zukünftiger Kriege. Um das System praktisch durchführbar zu machen, müsse zunächst Teutschland in eine Reihe kleiner Staaten aufgeteilt werden, damit jeder von ihnen abgetan werden könne, ohne daß die anderen mitbeteiligt seien. Als ganzes wie es jetzt bestehe sei Deutschland zu schwer in Ordnung zu halten, selbst wenn eine Aen­ derung der Regierung) Platz greifen würde. Diese Aufteilung Deutschlands müsse. daher eines der Hauptziele des Verbandes sein. Eine ähnliche Aufteilung fei übrigens auch- für ande­ re Länder ins Auge zu faffcn, die 'zu groß seien, um von Polizisten in Ordnung gehalten zu werden, beispielsweise für Irland, das in vier oder mehr Teile zerlegt werden müsse. / 1 ────────── 1 Eine Konferenz in Washington. Einer Matin-Meldung zufolge steht eine wichtige Washingtoner Konferenz bevor, an der neben dem Präsidenten Wilson Minister San* fing, Oberst 'House und der Nahrungsmittel minister Hoover teilnehmen werden. Die amerikanischen Tausch,bootjäger — ■ u eine Enttäuschung. WTB. Washington. 11. Febr. Ter amerikanische Admiral Benson legte im Ma­ rineausschuß des Kongresses dar, daß der Typ der sogenannten Tauchbovtjäger die Erwartun­ gen nicht erfüllte und die Bauten daher be­ schränkt worden seien. Aus Amerika. ────────── Der Krieg zur See. Amerikanisches Lob des Geistes der deutschen Tauchbootbefatzungen. WTB. Wash ingtvn,'11. Febr. Gegen-^ über den von England perbretteten Gerüchten, daß die Moral der Besatzungen der deutschen Tauchboote stark gelitten habe, erklärte der ame­ rikanische Admiral Benson am 3. Januar vor dem Marineausschuß des Kongresses, die frag­ lichen Gerüchte seien unsinnig. Ans den Ver­ hören deutscher Gefangener sei zu entnahmen, daß die Moral der deutschen Tauch,bootbesatzungen die beste in der Marine sei. ────────── Allerlei. In kvchcnves Wasser gefallen. Während die Kriegerswitwe Friedrichin Berlin Kartof­ felbuffer briet, fiel ihr zweijähriges. Töchtevchen Frida in einen Bchälter mit kochendem Wasser. Leider erwiesen sich die Verletzungen des Kindes als so schwer, daß es kurz nach, der , Einlieferung im Krankenhause verstarb. | ’ Eine schwere Bluttat ereignete sich! in Oet- | fingen. Vor dem Gasthause zum "Roß" kam es | zwischen jungen Leuten wegen eines Mädchens 1 zu kurzem Wortwechsel. Ohne ein Wort der | Drohung ausgesprochen zu haben, versetzte der I 22Mrige Weißbinder itübler dem 17jährigen 1 Kutscher Johann Schönamsgruber einen Stich in die Herzgegend. Tier ,chwer Getrostene starb alsbald. 1 , t ────────── Niederbayerische Nachrichten. Landau a. Asar, *10. Febr. (Grausiger Fund.) In einem Walde in der Nähe von Haingersdorf ^wurde die Leiche eines Erwach,senen aufgefunden, die schon lange in Ver­ wesung übergegangen ist und Wohl schon einige Monate im Walde gelegen sein Mag. Pafsau, 12. Februar. (Goldene Hochzeit.) Morgen kann der Pens, hiesige WagKnwärter der Staatsbahn Johann Lackner mit seiner Ehefrau Therese die goldene Hochzeit feiern. «wh '»« w a inijgmwir mMcamsmammmBM Sieben Kinder sind der Ehe entsprossen, von denen sechs noch, am Leben sind. 1 ────────── Dienstesnachrichten. Bahndicnsv Versetzt in etatsmäßiger Wei­ se aus Ansuchen: Oberbahnmeister Georg Sat­ tel von Eisenstein nach Mundenheim. Beför­ dert in etatsmäßiger Weise: ab 1. Jan- 1918 Oberlokomotivsührer: Loklomvtivsührer Franz Tettenhoser von Straubing in Regensburg, Jo^ Hann Berger in Landshut, Georg Fiedler von Weiden (Ops.) in Plattling, Ludwig Scheuer und Max Möstel in Landshut, Lorenz Meier von Bohenstrauß in Plattling; Zugführer: Schaffner MiMel Tinglreiter in Pas sau Hbf., Georg Landler in Plattling, Isidor Sievi in Landshut, Wolsgang Kistner von Regensburg in Plattling, Johann Nickl in Landshut; Loko­ motivführer: Führerheizer Friedrich SeemMler von Bamberg in Landshut, Friedrich Vier­ ling von Grafenau in Regensburg!, Michael Kaußner in Simbach (Inn), August Engelhardt in Simbach (Inn), Max Kronschuabl in Platt­ ling ; Schaffner: Stationsdiener im Nebenbahn­ dienst Xaver Käusl von Mainburg in Hos Hbf., Franz Lenz von HenMrsberg in Nürnberg, Hbf., Johann Wiesner von Passau Hbf. in Mümhen Ost, Sebastian Hummel von Hautzenberg in HWnchen Hbf. Ernannt in etatsmästger Eigen- ' schast ab 1. Jan. 1918: Stationsausseher: Ge­ hilfe Xaver Hausladen in Geisenhausen; Lo­ komotivheizer: Eduard Pöll, Eduard Kantner, Joseph Pöll, Johann Temmelmeier in Lands­ hut, Johann Keimel, Alto Stöber in Passau Hbs.; Lokomotivheizer: Gehilfe Johann Hangeneder, Jakob Meisinger in Passau Hbf., An­ ton Schwinghammer, Sebastian Birnkamwer, Joseph Lerch in Landshut; Wagenwärtergehil­ fen: Gehilfe Alois Janker, Joseph Sandtner in Landshut Johann Maurer, Joseph Drechs­ ler tu Passäu Hbf. Versetzt in etatsmästger Weise auf Absuchen: Bahnmeister Max Reith­ mann von Neuofsingen nach Vilsbiburg; Oberlokomotivführer Ludwig Kainz von Plattling nach Regensburg, Andreas Töllingxr von Plattling nach Regensburgjs Wagenwärrer: Alois Wittmann von Lichtenfels nach! Platt­ ling, Schaffner: Friedrich, Knödelseder von München Hbf. nach, Landshut; Schrankenwärter: Joseph Hochmut von Bm. Eggmühl nach! Bw. Neufahrn (Ndb.). Behufen in.etatsmäßiger Weise: Zugführer Anton Streicher von Furth (Wald) nach Landshut, Peter Hitl von Furth (Wald nach Landshut. \ f ────────── Rette U-B»ots«rf»l-e. WTB. Berlin, 12. Februar. (Amtlich.) Neue U-Bootserfolge auf dem nürdlichenKriegsschauplatze: 20 000 Brutto-Reg i stet tonnen. Tie versenkten Schiffe waren meist tief beladen. Da­ runter befanden sich zwei große Dampfer von etwa 5000 Tonnen, deren einer der Btblhlinie angehörte. ! > - Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Ein britischer Zerstörer gesunken. London, 11, Febr. (Reuter. — Amt­ lich.) Ter britische Zerstörer "Boxer" ist in der Nacht zum 8. Februar infolge eines Zu­ sammenstoßes im Kanal gesunken. Ein Mann wird vermißt. Zurückziehung des rassischen Friedensmanifestes Berlin, 12. Febr. Me die Wendblätter melden, machte der russische Oberbefehlshaber Krhlenko, dessen angebliche ' Gefangennahme durch polnische Truppen sich nicht bewahrhei­ tet, in Gemeinschaft mit dem Mitglied des Obersten Kollegiums Florowski in einem Funk­ spruch "An Alle" den russischen Soldaten Mit­ teilung von dem Demobillsierungsbesehl. "Frie­ de, Friede, Friede! Ter Krieg ist zu Ende", heißt es in dem Fun'kspruch, der mit der Auf­ forderung schließt, die Disziplin zu wahren und durch keine Aussch-reitung die Friedensfeier zu stören. 3 Stunden nach Ausgabe dieses Funkspruches erging ein neuer Befehl Florowskis, die Verbreitung der Mitteilung einzustel­ len. i > : i Besprechungen im Großen HauptquartierBerlin, 12. Febr. Ter Reichskanzler be­ gibt sich heute zusammen mit Staatssekrestjär von Kühlmann, der aus Brest-Litowsk zurück­ gekehrt ist, in das Große Hauptquartier zu Besprechungen mit der Obersten Heeresleitung über die durch Trotzkis Erklärung geschaffene Lage. [ i , i i - I i 5 sie Kämpfe in Finnland, Stockholm, 12. Febr. - Ueber die Käm­ pfe in Finnland liegen in den letzten Tagen keine genauen Nachrichten vor. Hammersford, Wiborg, Bjonneberg und Raumo befinden sich noch in den Händen 'der Roten Garde. Tos Hauptquartier des Generals Mannersheim ist von Wasa nach Seinariski perlegt worden. Nach den Aeußerungen seines Stabes rechnet Man­ nersheim mit einem langwierigen Feldzug. ' finnischer Truppen auf' Aialand. Eine Abtei lung der Bürgergqrde sei von Nystad aus über das Eis nach Aälaud vorgedrungen, wo - ein Zusammenstoß mit dem Militär bevorstehe. Letzte Posten. Kein Ultimatum an Rumänien. : Berlin, 12. Febr. Me WTB. erfährt, ist die durch die Ajgence Havas verbreitete Meldung von einem Ultimatum Deutschlands an die rumänische Regierung nicht zutreffend. Richtig ist, daß Generalfeldmarschall v. Macken­ sen mit der rumänischen Heeresleitung in Ver­ handlungen eingetreten, ist, um eine Entschei­ dung über das Fortbestehen des seinerzeit mit General Tscherbatscheff abgeschlosMnen mit Russen und Rumäne ngemeinsamen Waffen­ stillstandes herbeizuführen, nachdem durch das augenblickliche Verhältnis zwischen den Ukrai­ nern und den Rumänen eine Klärung dieser Frage notwendig geworden ist. Litauen selbständig. i Bern, 12. Febr. Ter oberste litauische Nationalrat in der Schweiz hat in Uebereinchtimmung mit dem titanischen Landesrat tn Wilna an sämtliche in Bern befindliche 'Mis­ sionen eine Erklärung gerichtet, in der der von dem litauischen Landesrat in Wilna gefaßte bekannte Beschluß mitgeteilt wird, der die Wiedevherestllung eines unabhängigen litauischen Staates mit Wilna als Hauptstadt proklamierst. Berlin, 12. Febr. Ter Bischof von Kowno, Karewicz, weilt zurzeit in Berlin. Er hat am Samstag dem General Ludendorff einen Besuch im Großen Hauptquartier abgestattet, konferierte am Sonntag in Köln mit Kardinal von Hartmann Und hatte gestern eine Audienz beim Reichskanzler Grafen von Hertling in Sachen der litauischen Frage. Me die "Ger­ mania" vernimmt, sei der Bischof von dem Entgegenkommen, das er im Großen Haupt­ quartier und bei der Reichsregiernng gefunden habe, sehr befriedigt und man wird demnach. Wohl mit einer baldigen Klärung der litauischen Frage rechnen können. Rumänische Not. Bern, 12. Febr. Tie "Mprningpost" meldet aus Jassy: Tie für den 15. Februar ausgestellten Einberufungsbefehle für die int Januar ausgemusterten rumänischen Heeres­ pflichtigen wurden aufgehoben. — General Aberescu hat neben der Ministerpräsidentschast das Amt des Armeeoberkommandanten über­ nommen. Landung finnischer Truppen auf de» Aälandsinseln. ' Kopenhagen, 12. Febr. Tie "Nat.Tidende" meldet aus Malmoe die Landung ────────── —* Die Schlußf eier 'des 40stündigen Gebetes versammelten gestern in der Pfarr­ kirche St. Martin und in der Klosterkirche Seligenthal dichtgedrängte Scharen von Gläu­ bigen, die den Predigten lauschten und an den SchluWrozessionen teilnahmen. —* Stadttheater. Tiie allseits miß sehr großem Beifall aufgenommene Ausführung der Spieloper "Der Waffenschmied" wird am Diens­ tag, den 19. Februar, wiederholt. In Athletik und Equi libristik geben am Sonntag im Leiderersaal mehrere Künstler Vorstellungen mit abwechslungsrei­ chen, Programm. —* Aschermittwoche Mit dem heutigen Tage beginnt für die Gläubigjen die große Fastenzeit, die 40tägige Vorbereitung auf Ostern. Zn den Kirchen fand heute vormittags die Zeremonie des Einäscherns statt. I l ────────── Vermischtes. Bo» Land und Leute« in Litauen deren Schiksal in den Verhandlungen vo» BrestLttowSk mit entschieden wird, handelt ein Heines Buch "Bilder aus Litauen", das soeben in erweiterter Auflage von Dr. R. Schlichtung und Leutnant Orman im Verlage der Kownoer Zeitung herausgegeben wird unbfm Buchhandel bei L. Friederichsen u. Co. in Hamburg zur Ausgabe gelingt. In zahlreichen Abbilduuugen und in einer Reihe von Aussätzen wird ein scharsumrissenes Bild von den Litauern geboten, das für die Beurteilung der jetzt im Vordergründe stehenden Fragen von Interesse ist. Vom GroßSlavenium als slavischer Unterstam in Anspruch ge­ nommen, tun Weißruthenevlum lange Zeit hindurch geistig bevormundet, vom Polentum seit einem halben Jahrtausend für die polnische Sache bearbeitet, in den letzten 100 Jahren von Großrufsentum zu Ehren des .größeren Rußland' oft gewaltsam rusfistztert, hat das litauische Volk mit seltener Treue und Zähig­ keit sich seine Sprache bewahrt, seine völkischen Sitten, und Kultur bis auf den heutigen Tag gerettet. Daß das war, inmitten des großslavtschen Volksmeeres ist wohl der beste Beweis dafür, daß die Litauer in Wahrheit nichts mit den Slaven zu ht» haben, daß sie vielmehr einen eigenen Zweig der alten aiifchen Völkerfamilte bilden. Die litauische Sprach, gehört mit der altpreußischen und der lettischen zu einer Ge­ meinschaft, die, als baltischer Sprachslamm bezeichnet zu den arischen Sprachen zu rechnen ist. In ihrem Aufbau erinnert sie von allen heute noch lebenden Sprachen am meisten an das Sanskrit und hat eine nahe Verwandschaft mtt-bem Griechischen nnb Latei­ nischen, die auf die gemeinsame vrabstammunz zurück­ zuführen sein dürfte. Durch diese ist der Litauer den Germanen verwandt: das kommt auch in der äußeren Erscheinung des tn seiner Raffe rein erhaltenen Litauers zum Ausdruck. Es ist ein schöner Volks­ schlag. Langknochtge, große Gestalten mit blonden Haaren, grauen oder blauen Angen und schmalen langen Gesichtern, ähneln sie viel mehr den Friesen und Ntedersachsen als den Slaven. Allerdings hat äußerlich die polnische Beetnfluffung die völkische Selbständigkeit des $.'Uauertum8 vielfach verwischt; besonders tn den höheren GesellfchaflSschichten war die Zugehörigkeit zum alten Volksstamm lange Zelten hindurch tn Vergessenheit geraten, die litauische Sprache wurde im Lause der Jahrhunderte zur Sprache des'einfachen Mannes. Ein festgeschloffenes Bürgertum gab es in Litauen bi» tn die neuesten Zeiten hinein nicht; sondern eigentlich nur Großund Kleinadel und Bauern. Der Litauer ist eben der geborene Landwirt. Handel und Industrie sind ihm rote auch die Wissenschaften fremd geblieben. So kam es. das die eigentlichen Träger der litau­ ischen Spache in betn Gebiet rechts des Njemen die Kleinbauern wurden. Diese lehnten mit einer bewun. dernöwerten Zähigkeit polnische Sprache und polni­ sches Wese» ab und hielten zäh an der Sprache und den Gebräuchen der Väter fest. Noch heute sind Litauer, obwohl sie fromme katholische Christen find, sehr abergläubisch und halten an alten Gebräuchen fest, ‘ die ihren Ursprung aus der alten Hetdenrellgtou »erraten. "Besprechen" von Krankheiten usw. ist tm Lande noch gewaltig im Schwünge. Durch jahrhundertelange Bedrückung ist das lttautfche Volk mißtrauisch und zurückhaltend geworden. Der lttausche Bauer ist den Fremden gegenüber verschlossen und gibt, wenn er um Auskunft gefragt wird, meist schon aus Vorsicht die Antwort: "Ich weiß von nichts." Dabei ist der Litauer tn feinem Kern harmlos und gastfreundlich wie alle Bauer»; seine große Liebe zum Vieh, die besonders zu den kleinen Litauer Pferden sehr ausgeprägt ist, zeigt, daß er ein gutes Herz unter oft rauher Schale verbringt. Seine Datnos, die uralten litauischen Volkslieder, lege» Zeugnis für seine tm Innersten fröhliche Natur ab. Sie sind eigentliche das einzige, was aus älterer Zeit an litauischer Literatur auf uns überkommen ist. Wenn heute eine entwicklungsfähige lttausche Schrift­ sprache vorhanden ist, so ist das in erster Linie der Pflege zu verdanken, die die Hohenzollernfürsten der Stammessprache der Litauischen Untertannen zuteil werden ließen. An der Unioecfiiät Königsberg ist seit ihrer Begründung das Studium der litauischen Sprache stetrh gepflegt worden; während in Pole», wo der Litauer lange Zeit hindurch der politisch führende war, seine Sprache und völkische Kultur mit gewaltsamer Unterdrückung bedroht wurde, konnte sich in Preußen, wo er der politisch Geführte war. sich beides nicht nur frei entwickeln, sondern wurde sogar von der Regierung aus alle Weise gepflegt und unterhalten. Erst zu beginn des 19. JahrHunderts begannen auch die Litauer rechts des Njemeu sich allgemein aus ihr Volkstum zu beginnen, und zwar waren es tn der Hauptsache Geistliche und Angehörige des Kleinadels, die sich als Vorkämpfer für Litauens Sprache hervortaten Aber durch die Polenaufftände von 1831 und 1863, in die auch die Litauer mit htneingerlffe» wurden, erhielt dieses aufstrebende Volkstum scharfe Schläge. Nach 1863 wurde sogar die Herstellung von Druckschriften tn litauischer Sprache gänzlich verboten. Von da an bis zum Beginn unseres Jahrhunderts war das litauische Schrifttum wieder völlig auf Preußisch-Litauen an­ gewiesen, wo auch das ruffisch-litauische Schrifttum im weiten Maße Gastfreundschaft und Pflege genoß, bis endlich die Revolution von 1905 tn Rußland auch den Litauern wieder etwas mehr Freiheiten gab. So ist es zu verstehen, daß den völkischen Bestrebungen der Litauer, die nur über eine zahlenmafig geringe "Intelligenz" verfügen, noch sehr viel Ju­ gend schlacken anhaften und daß über gewisse utopische politische Phrasen und Erinnerungen das Nächstliegende, die wirtschaftliche Hebung des litauischen Bauerstandes, vernachläfftgt worden ist. Wenn diese Aufgabe durch­ geführt wird so wird, dadurch auch der litauische Volkscharaker günstig beeinflußt werden, indem er von dem Druck befreit wird, der lange Jahrhunderte schwer auf ihm gelastet hat. (S) ────────── Laftfptel in 8 Akten vo« Gerhard Dm»««««« Mer ans lern Tierreich. Kronprinz-Lichtspiele UlhpiilhM L langes. Botel Kronprinz. 1 Spielpla» 423 vom 13. bis einschlietzl. 15. Februar. Mittwoch, Donnerstag unb Freitag. Hella Moja-Serie 1917/1918. Me Schnurzel zn einer 5röit Hub ────────── tionen von Mozambique, Mozjimbpa da Prasa und einem englischen Schiffe, das im Hasen von Moztmboa lag, wiederhergestellt. 2. Laut Nachrichten von Senhor Guerra Lage sind unsere Truppen noch im Besitz von Oisulo. Tie deutschen Truppen haben Matarika, MoeMbe und Luabbala genommen und in Matarika tausend Lasten mit Lebensmitteln er­ beutet. Tie Deutschen haben Garundio und Mnebbe verlassen und befinden sich in Montpuez. 3. -Es ist dringend notwendig, daß ein an­ deres Kriegsschiff nach, Moztmboa kommt, uro dort, an der Verteidigung teilzunehmen, da der "Adamastor" nicht gebrauchsfähig ist. 4. Ter Kommandant der Expedition teilt mit, daß die Rekrutierung von Personal für die Operationen in Mozam'bthue sehr schlecht vor sich geht, daß die Formationen unvollständig sind und es an Offizieren fehlt. Tie Flugzeuge konnten aus Mangel an Mechanikern nicht mon­ tiert werden. Die Chauffeure, die Sanitäter und das Personal für die Maschinengewehre konnten nicht verwendet werden, weil sie nicht genügend Instruiert worden sind. Ter Kom­ mandant verlangt den Rücktransport einer gro­ ßen Anzahl Kranker und die sofortige Sendung von Jnfanterieofsizieren, Aerzten und Sani­ tätern,' sowie von Geschützen, die schon seit langem angefordert worden sind, und die Or­ ganisation von Etngeborenen-Maschinengvwehrbatterten. - . . : Ueber diese ernsten Fragen, für die die jetzige Regierung nicht verantwortlich, ist, ver­ handelte der Ministerrat und faßte die nötigen Beschlüsse, deren schnelle Ausführung dem Kolonialminister übertragen wurde. Lettow-Borbcst in siegreichem Vordringen in P ortngicji sch-O stafrika. Tie portugiesischen Zeitungen bringen fol­ gend« amtliche Darstellung des siegreichen Vor­ marsches unserer unermüdlichen Ostafrikaner: Im Kolonialministerium' wurden folgende aus­ führliche Telegramme vom Gouverneur von Mozambique empfangen: 1. Laut Nachrichten vom Gouverneur des Distrikts Mozambique haben die Deutschen von dem Posten Nhassa ant, linken 'Ufer des Luria Besitz ergriffen. Sie haben den Fluß bei Tuthirwto, 30 Kilometer westlich von dem Posten Nante, überschritten. Einige von unseren Häuptlingen sind aus ihrer Seite (!). Ter Posten Salana wurde am 1. Januar angegrif­ fen und der Chef der Garnffon gefangen ge­ nommen. 9Jhtcuft wurde von den Teutschen 1 genommen und die telegraphische- Verbindung I mit der Expedition abgeschnitten. Die Verbfnl düng wurde durch die radiotelegraphischen Sta- Aus den Kolonien. ────────── klub die Beziehungen mit der üsterreichischjen Negierung gelöst. Stic SchnellMgHnWäge. Wie in ' der "N»rdd. Mlg. Ztg." mitgeteilt wird, steht es keinesfalls fest, daß, die Ergänzungsgebuhr zu den'Fahrpreisen für Schnell- und Eilzüge am 1. April dieses Jahres aufgehoben werden soll. Die Ergänzungsgebühr ist Eingeführt worden, um bei den herrschenden Betriebsschwierigkei­ len die dringend erforderliche Einschränkung des Verfihrs der schnellfahrenden Züge .her­ beizuführen. Es wird daher lediglich von der Betriebslage abhängig!, wenn diese Maßnahme wird beseitigt werden können. Lias schwerste Hindernis.^ In einem Ar­ tikel über das wirtschaftliche Vermögen der Ukraine und die zu erwartenden Lieferungen von dort meinen die "Leipz. N! N." u. a. nicht unrichtig: Wir brauchen nicht zu bezweifeln, daß, die Ukraine in der Lage ist, uns reiche Men­ gen von Gütern abzugeben,, die wir außer­ ordentlich gut gebrauche können. Wann wir sie bekommen, das wird von den Verkehrsverhältnissen abhichlgen, die sich einstweilen noch« jeder Berechnung entziehen. Ernsthafter Wille sollte allerdings auch hier ^selbst Hindernisse überwftkden können, die aus den ersten Blick hoffnungslos erscheinen. Vielleicht besteht das schwerste Hindernis autfi gar nicht darin, wie wir ukrainisches Getreide und ukrainisches Le­ der ins iianb bekommen, sondern darin, wie wir die schätzbaren Güter der Verwirtschfaftung durch die Berliner Zentral­ stellen entziehen. Der Reichstag, der dem­ nächst zusammentritt, könnte sich sehr nützlich macheli, wenn er diesen Dingen seine ganze Aufmerksamkeit schenken wollte, be bor es zu spät ist. ‘ Ajex polnische Staatsrat. Die erste Aus­ gabe des polnischen Staatsanzeigers "Monitor Polski", die vergangene Woche in Warschau erschienen ist, enthält die Bestimmungen über den polnischen Staatsrat, der 110 teils zu wählende, teils zu ernennende Mitglieder zählt; sein Sitz ist Warschau; Mitglied des Staatsrates kann jeder männliche polnische Bürger über 80 Jahre werden, der der polnischen Sprache tt< Wort uftb Schrift mächtig ist. Ter Regentschaftsrat beruft und eröffnet den Staajisrat und Ernennt auch dessen - Vorsitzenden. Der Staatsrat hat an der Gesetzgebung mitzuwir­ ken, insbesondere über den Entwurf einer Ver­ fassung des Königreiches zu beschließen. Ter Gtaatsrat hört auf zu bestehen mit dem Augen­ blick des Zusammentritts des ersten Landtages. ────────── Bayerische Nachrichten. Tie Zulagen zu den Invaliden- und Un-f sallrenten, die zunächst für die Zeit bis zum" 31. Dezember 1918 in Aussicht genommen wur­ den, werden' voraussichtlich! auch später ge­ währt, da die Teuerung, die der Anlaß für die Gewährung dieser Zulagen ist, aller Vor­ aussicht nach, auch nach dem 31. Dezember 1918 nicht behoben sein dürste. Es besteht dem­ gemäß die Absicht, im Wege der Gesetzgebung die Weiterzahlung der Zulagen über den 31. Dezember 1918 hinaus herbeizuführen. Gegen die daher. Steuerreform faste der Allgemeine Gewerbe-Verein München folgende Entschließung: Tie Versammlung spricht ihr lebhaftes Bedauern aus, daß nach den vorgeleg­ ten Abänderungsvorschlägen zu den oaher. Steuergesetzen die steuerliche Belastung des Ge­ werbebetriebes nicht nur keine Einschränkung erfährt, sondern er allein neben der neuen Vermögenssteuer die stärkste Heranziehung gu den Umlagen ungemildert ertrage^ soll, wie sich aus der zu erwartenden beträchtlichen Er­ höhung des Umlagenprozentsatzes ergfbt. Ta der Gewerbetrieb setzt schon und in Zukunft wohl noch mehr zu.direkten Reichsabgaben her­ angezogen wird, so erhebt die Versammlung ge­ gen eine zweifache Anrechnung der Gewerbe­ steuer zur Umlagenberechnung lebhaften Ein­ spruch |unb richtet an die beiden Kammern des Landtages die Bitte, bei Beratung der Abänderungsvorschläge eine Herabsetzung dieser An­ rechnung, die die Staatseinnahmen ja gar nicht berührt, eintreten zu lassen. 1 ────────── , Nichts geschehen? Alles ist geschehen, was geschehen konnte. Er, der Schreckliche, Harte, Eigennützige, ist nun der Herr vom GorlingDhof. Er Hot euch nicht in eurem alten Besitz gelassen. O, wie ich ihn hasse, der Euch hier verdrängt, wie ich ihn. hasse. Kind, Kind, mahnte Undine mit einem melancholischen Lächeln um den seinen Mund, der neue Herr ist in seinem Recht. Komch, sei vernünftig, Dorret. Ich weiß sa, daß es nur Liebe zu mir ist, die Dich, so letzdenschvstlfch. etwas begehren läßt, was nicht sein kgnn. Aber auch du, Kind, mußt dich! wie wrr alle bescheibeu lernen. Und du wirst ganz gewiß fortgehen vom Gorlingshos. Ich weiß es, du erträgst es nicht, hier nur geduldet zu sein, und Dorret wird dann niemand mehr haben, keinen einzigen Menschen auf Gottes weiter Welt. Ein heißes Schluchzen erzitterte den jun­ gen, blühenden Leib des Mädchens, das jetzt verzweifelt fein Antlitz in Undines Hände barg. , Steh auf, Dorret. Sieh, hier ist der Bru­ der des neuen Herrn, Graf Timm von Randolt. Er ist unser Freund, er wird nicht dulden,' daß uns Unrecht geschieht. Komm, Dorret« gib Graf Randolt die Hand und fei ein ver-, nünstiges Mädchen und mach mir das Herz, nicht noch unnütz schwer. > * Mur zögernd erhob sich Dorret Bunsen. Tie blonden Zöpfe, unter der bunfien FrieseNhanbe hervorlugend, leuchteten in der Sonne, die durch die halbverhangenen Scheiben brach, so daß es Timm war, als glitten ihr breite Goldströme über die Brust. Tie großen, blau­ en Augen mit den dunklen Brauen, die sich über der Nasenwurzel berührten, sahen ihn einen Augenblick prüfend an, dann schüttelte sie ernst den Kopf und verschränkte beide Hän­ de fest aus ihrem Rücken. Dorret Bunsen wird niemals gut Freund mit einem von jenen sein, die da drüben folms* men, den Gorlingshos zu nehmen. Ein Lächeln glitt über des Seemanns Züge. ! ' Tas ist Friesenart, entgegnete er. Fest und treu. Las ist auch mein Wahlspruch, Dorret Bunsen, und darum laßt uns treu zusammen­ halten und wachen über das Glück der Frauen vom Gorlingshos. Wollt Ihr mir das ver­ sprechen? ' . ' [ Nein, Herr, durch Taten müßt Ihr bewei­ sen, daß Ihr es treu meint! Worte sind wohl­ seil und Grootvader sagt, von den Randolts da drüben, die als Feinde nahen, kann nie ^etwas Gutes kommen, f Verzeih, fuhr sie fort, Undines schlanke Hand demütig an ihre Lippen führend, ich hatte so Angst um dich, und Grootvader hat mir auch so Angst gemacht. Er redet feit dem Begräbnis so viel wunderliches Zeug, die ganze Nacht sah er dich! als Nebelfrau über das Was­ ser gehen. Er rief mich, ich sollte dich auch sehen. Ach sah! 'aber nur die Nebel wie silberne Schleier wallen. Tfch sah! ich nicht. Graf Timm lauschte mit widerstreitenden Empfindungen der jungen Stimme, in der ge­ heimnisvolle Angst zitterte. Was war das für ein merkwürdiges, junges Geschöpf, das jetzt einen Augenblick zärtlich den blonden Kopf an Undines Wange schmiegte und dann mit einem kühlen, ernsten Gruß für ihn stolz wie eine Königin an ihm vorüber ans dem Zim!m«er schritt? . Tie Kleine ist ja eine Tyypannin, Cousine, versuchte er zu Merzen. Was wollte sie denn mit den mystischen Andeutungen sägen? Undine hatte, die gefalteten Hände am Hinterkops verschränkt, einen Augenblick ins Leere gestarrt. Jetzt lieh sie die Hände sinken und sagte leise: f , (Fortsetzn!, folgt.) > ────────── Trotzkis Friedensersatz. wird sehr vorsichtig zu behandeln sein. Lenin hatte einmal angekündigt, er werde keinenKrieg' führen »und keinen Frieden schließen. Ties scheint nun durchs die Erklärung Trotzkis in die Wirklichkeit umgesetzt zu sein. Dazu Bom'mfc noch, daß die Miteren Verhandlungen natzi dem Willen Trotzkis und vermutlich auch, Lenins in Petersburg geführt werden sollen. Inwie­ weit dieser Vorschlag von uns angenommen wird, steht noch nicht fest. Die Oberste Heeresleitung steht auf dem Standpunkt, daß, der von Herrn Trotzki in Brest-Litowsk gemachte Vorschlag nach keiner Richtung hin als ein ehrliches Friedensange­ bot betrachtet werden kann, sondern daß es nur ein neues Verschleppungsmanöver darstellt, das den Zweck hat, vor der Welt uns die Verant­ wortung sür die mit Rücksicht auf unsere mili­ tärische Lage zu treffenden Maßnahmen aufzu­ bürden. Wie es die-Herren in Petersburg mei­ nen, geht aus einem neuen Befehl des russischen Oberkommandos hervor, in dem die russischen Truppen aufgefordert werden, die deutschen Truppen zur Ermordung ihrer Offiziere austznhetzen. Solange unsere Gegner nicht den ernsten und ehrlichen Willen bekunden, einen wirklichen Frieden zu schließen, und solange sie nicht Garantien geben, daß sie von der nie­ derträchtigen Beeinflussung des deutschen Vol­ kes absehen, können wir uns auf keine Verhand­ lungen mehr einlassen. Das Gebot der Stunde sür unsere Oberste Heeresleitung geht dahin, in kürzester Frist absolute Klarheit zu schassen, da unsere militärische Lage es nützt duldet, der bisher von den Russen geübten Verschleppungs­ taktik weiter untätig zuzusehen. : Tie Diplomaten haben noch nicht gespro­ chen. Wenn die maximaltstische Regierung ims übrigen den Friedenszustand erklärt und die Demobilisierung verkündet, so erinnert sie stark an die Fabel vom alten Wolf, der, zahnlos geworden, keine Schafe mehr rauben konnte und sich deshalb mit den Hirten anzubiedern suchte. Tie Demobilisierung des russischen Hee­ res vollzieht sich bereits ganz von selbst ohne obrigkeitliche Ainweisung aus Petersburg, und was den uns offerierten Friedenszustand be­ trifft, so ist er bedingt durch den — Kriegszu­ stand in Rußland. Rach zuverlässigen Bericht ten, die uns aus "Groß-Rußland" zugehen, nimmt dort die Zersetzung iimi Heer und Volk ihren unaufhaltsamen Fortgang. In Peters­ burg wie in Moskau herrscht völlige Anarchie, sodaß die Regierung sich genötigt gesehen hat, den verschärften Belagerungszustand über das ganze Land zu verhängen, während sie zu­ gleich den telegraphischen Verkehr mit der Provinz unterbrochen hat. Tie maximaltstische Regierung chat also ihrerseits vollwichtige Gründe zu ihrem son­ derbaren Friedensangebot, welches das wert­ volle Eingestäikdnis des politischen und mili­ tärischen Bankerotts enthält. Silber zu einem Frieden gehören andere Tinge, tote dies am deutlichsten aus dein weitläufigen und dochj noch nicht erschöpfenden Friedensvertrag mit .der. Ukraine hervorgeht. : . , Immerhin ist der Kampf an der Ostfront als beendet zu betrachten, da den Russen jede Möglichkeit einer Fortsetzung fehlt. Ob aber Lenin und Trotzki noch dazu kommen, einen ausführlichen Friedensvertrag mit uns zu ver­ einbaren, das wird sich vermutlich! bald ent­ scheiden,' denn, wenn nüchjt alle Anzeichen trü­ gen, wird die nächste Zeit schon 'in Rußland schwere innerpolittsche Kämpfe bringen und es ist noch nützt abzusehen, wer aus ihnen als Sieger hervorgehen wird. Wer es aber auch sei., die Notwendigkeit eines Friedens nach außen wird immer gebieterischer auftreten und die Machthaber zwingen, für ihr Land den vollen Friede» zu bringen anstelle des von Trotzki. ihm jetzt bescherten Friedensersatzes. ────────── Inserate. ────────── Der Luftkrieg. Wcr warf die erste Fliegerbombe ans offene Städte. Berlin, 11. Febr. Im Altschluß an den Vergeltungsatt gxisf deutscher Flieger auf Paris wurde verschiedentlich, wieder die Frage aufgeworfen, welche kriegführende Mäht zuerst Fliegerangriffe gegen hinter der Front geleqem Städte unternahm. Das ^Journal de Geneve" vom 6. Februar sucht zu beweisen, daß die Deutschen diese Angriffsform eingeführt hät­ ten. Dieser haltlosen Behauptung gegenüber sei auf das unzweideutige englische Eingeständ­ nis hingewiesen, das C. G. Grey in der Lon­ doner Fachzeitschrift "Aleroplane" vom 10. Oft1917 machte: "Tie ersten Fliegerbomben in die­ sem Kriege wurden von englischen Marinefliegem auf Düsseldorf, Köln, und. Friedrichs­ hafen geworfen." — Das beweist, daß damals die Engländer den Nutzen von Bombenabwür­ fen erkannten. Es kann einem übel werden, wenn jetzt fortwährend nach Vergeltungsmaß­ regeln geschrien wird. Tie Engländer waren also die ersten, die unbefestigte deutsche Städte mit Bomben bewarfen und wie auch bei dem letzten Angriff auf Paris war es stets nur not­ gedrungene Abwehr und Veraltung, wenn die Teutschen mit dem gleichjen Mittel antworteten.