<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-02-20"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 40</biblScope>
          <date when="1918-02-20">1918-02-20</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Deutscher Vormarsch nach Osten. Dünavurg und Luck besetzt. — Calais von deutschen Fliegern bombardiert. — Ter Belagerungszustand über Berlin aufgehoben. Der Friedeusvertrag mit der Ukraine vom Bundesrat genehmigt. — Tie Ententegesaudten aus Rumänien abberufen. — Ein Ultimatum Schwedens an Rußland? - Die Kämpfe in Brtzarabien.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Elsaß-Lothringen und die "Bökkerzesell- | ' ' schuft". Henderson tat folgende Aeußerung vor den bereinigten französischen Arbeitergruppen: -Niemals werden wir einem Ausrottuugskriegp zustimmen .Tie Feindseligkeiten dürfen nur so­ lange als unbedingt erforderlich fortgesetzt wer­ den .Ter internationale Präsident Huysmans, der gleichfalls aus die tiefgefühlte allgemeine Friedenssehnsucht hinwies, erklärte, man könne sich damit bescheiden, die Frage per 'Zugp» yorrgkeit Elsaßchothringerl» der künftigen Ge­ sellschaft der Völker als vorwiegend europä­ ische Frage zu überlassen. England und Amerika als Apostel der Menschlichkeit! WTB. Berlin, ly. ge Br. Tie meistge­ lesene englische Zeitschrift "John Bull" schreibt ernt 9. 'Februar wörtlich: Amerika müsse sich eine Flotte von mindestens 1000 Flugzeugen verschaffen, beenr einziger Zweck sei, deutsche Städte zu bombardieren, ihre Gebäude zu zer­ stören, Tod, Unheil und Entsetzen zu verbreiten. Weder Mann, noch Frau, noch Kind dürfe geschont werden. Tas sei das Evangelium des Hasses, der Barbarei und der Wildheit, aber es sei jetzt Krieg. Sott Berger' Folgen. Wie in Lemberg verlautet, werde der Statt­ halter Graf Huhn demnächst zurücktreten und durch‘ den General jgarbotff, Generalstabschef der 2. Armee..ersetze werden. Str öftnl.-s»g. Bericht. WTB. Wien, den 19. Februar mittags. Itietou« Mtt*D aemeüfom Mn der Piave und im Gebiete des Monte Wvlvne war die Artillerietätigkeit lebhaft. Truppen der Heeresgrupge Linsingen ha, ben Luck kampflos besetzt. t i | ^ Bet Chief des GenerakstabS. Die Heeresberichte. Ser deutsche SerW. S8TB. Berlin, den 19. Februar 1918. Trohes Hauptquartier: ! j «etlicher Jtriefiftf •««»!«*. 6ww* »e» Ge»erMseteW«rsch«U» Jtroiyrii iw* Vtoftem Nächtliche Vorstöße des Feindes amHvuthoulsterwalde wurden abgewiesen. Oestlich von Dpern und beiderseits der Scarpe am Abend gesteigerter Feuerkamps. Kro»1 »d »rutsche« Am Oise—Aisne-Kanal führten Jnfanterieabteilungen erfolgreiche Erkundungen durch. Südöstlich von Tcchure stießen badische und thüringische Kompagpren gegen die am 13. Februar in Feindeshand gebliebenen Gräben vor und brachten 125 Gefangene zurück. Ter Geländegewinn wurde vor starken feindlichen Gegenangriffen wieder» aufgegeben. Im Lüstkampf wurden gestern 7 feindliche Flugzeuge abgeschossen. . Oberleutnant Loerizer errang seinen 21. L Leutnant Übet und Leutnant Kroll errangen ihren 20. Lustsieg. Teutsche Truppen sind gestern abends in Tünaburg eingerückt. Sie fanden nur wenig lMderstand. Ter Feind war größtenteils ge­ flüchtet. Tie vorbereitete Sprengung Aer $&amp;= «abrücke ist ihm nicht gelungen. Beiderseits von Luck sind unsere Tivisio-, ne« im Vormarsch. Luck wurde kampflos be­ setzt. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der 1. Generalanartiermeister: Ludend o x , f. WTB. Berlin, 19. Februar. Amtlicher Abendbericht: Bo« Riga bis südlich Luck sind die deut­ schen Armeen im Vormarsch nach Osten. Von de« anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Siautan/M auf den italirrrischen Botschafter " tot Petersburg. WTB. Bern, 18. Febr. Laut einer Mel­ dung aus Petersburg des "Corriere della Se­ ra" wurde der italienische Botschafter an dem­ selben Tage, wo er von Trotzki ein Cntschuldigurtgjsschreiben wegen der Ausräubung der ita­ lienischen Botschaft erhielt, spät abends per­ sönlich angegriffen. Tret Männer, die einem Automobil entstiegen, versperrten dem Wggen des Botschafters den Weg, drohten ihm mit Re­ voltiern und beraubten den Botschafter aller diplomatischen Dokumente, die er von einer Beratung der Diplomaten der Entente in der amerikanischen Botschaft mit sich führte, auch entwendeten sie ihm alle Wertgegjenstände. Rüstungen der Bolschewik. "Tmlh Mail" meldet aus Petersburg: Der Rah der Volkskommissare hat die Wiederein-, filhrung der Briefzensur im Verkehr zwischen den Fronten und der Heimat vorübergehend angeordnet. Gleichzeitig sind die Strafbesftmrnmkgen über SIpionaov neu in Kraft gesetzt worden. Das russische Eisenbahnnetz, soweit es den Bolschewik untersteht, ist schon seit Tagen für jeden nichtamtlichen Verkehr ge­ sperrt. Mehr als 20 Generale des früheren Re­ gimes wurden amnestiert unter der Bedingung, daß sie sich dem Rat der Volkskommissare zur Verfügung stellen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Polen. Polnische Protestkundgebung iw Lemberg. In, Lemberg vereiniKen sich gestern sämtliche polnischen Parteien von den Konservativen bis zu'den Radikalen und Sozialisten zu einem feierlichen Protest gegen die beabsichtigte Ver­ stümmelung des Kölnischen Gebietes. Tie Ar­ beit in den Prtvatbureaus und Instituten ruh­ te. , Universität, Polytechnikum und sämtliche Schulen blieben geschlossen, ebenso sämtliche Werkstätten und Kaufläden. Aüch Notare, Ad­ vokaten und Angehörige anderer freier Berufe hielten sich von jeder Beschäftigung fern. Bei den Versammlungen betonten die Redner ver­ schiedener Parteien die Bedeutung des einmü­ tigen Protestes gegen das dem polnischen Volke widerfahrene "Unrecht" und verwiesen auf die Nathonalrechte der Polen. Hierauf begaben sich viele Tausende allen Ständen angehört ge Personen in geschlossenem Zuge truppweise zum Landtagsgebäude, wo ebenfalls Reden über den Ernst der Lage und über die Folgen 'bet jüngsten Ereignisse gehalten und nationale Lie­ der gesungen wurden. Tie 'Versammlung ldistete den Treuschwur und entfernte sich dann in Ruhe.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Finnlands Freiheitskampf. Untaten der Bolschewik tot Finnland. WTB. S tockho lm, 18. Febr. Laut "Nowaja Schisn" hat das russische Volkskom-, missariat eine besondere Truppenabteilung zufammengeftellt, die nach Finnland geschickt wer­ den soll, um dort die Roten Gardisten zu unterstützen. — Die "Jswestija" veröffentlicht ein Telegramm des russischen KriegMrmMissars, in dem dieser mitteilt, daß Artillerie und Hilfstruppen nach Finnland geschickt wer­ den, um das Rayonkomitee aufzufordern, gegen die Schutztrrkppen standzuhalten. Mehrere Rote Gardisten, die gefangen wurden, erklärten, sie seien unter Androhung der Todesstrafe zur Teilnahme an den Kämpfen gezwungen worden. Wefter enthält das Blatt eine neue Schilderung des Vorgehens der Bolschewik in Südfinn­ land und in den angrenzenden Gebieten. Tianach werden alle, die im Verdacht stehen, mit den Schutztruppen etwas zu tun zu, haben, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. In Reval wurden nicht weniger als 300 Personen für vogelfrei erklärt, sodaß jeder, der wollte, sie erschießen könnte. Auch die Jagd auf frü­ here Polizeibeamte wird eifrig betrieben so­ daß sich diese teilweise in den Kellern verstecken müssen. Werden sie ertappt, dann sind sie verloren. Einer wurde kürzlich vor sein Haus geführt und dort erschossen; dann zerstückelten ihn die Roten Gardisten und warfen seine ihren Zeitungen suchen die Bolschewik alle von Körperteile seiner schwangeren Frau hin. In Urnen selbst verübten Untaten auf die Schutzrruppen abzuwälzen. ,</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus der Ukraine. Pogrom in Kiew. Wie die Agenzia Stefani aus Petersburg meldet hat in Kiew ein Pogrom gegen die Juden stattgefunden, bei welchem 900 Häuser geplündert wurden. . ( t 'In Petersburg wurde eine Metallfabrrk in welcher sich leinhalb Millionen Rubel zur Auszahlung der Arbeitslöhne befanden, angx griffen. Das Gewehrs euer dauerte gegen 2Stunpen. Ter Angriff wurde abgeschlagen. Wein-, und Alkohollager wurden geplündert und zahl-, reiche Brände entfacht. i &lt;</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Rumänien. Die Entente und Rumänien. Wie der ,Mattn meldet, haben die Militär­ attaches der Alliiierten im rumänischen Haupt­ quartier am Samstag den Abberufungsbefehl ihrer Regierungen erhalten. I i Auch die Machthaber in Petersburg stellen sich der rumänischen Regierung feindlich gegen­ über. Einer Meldung der Petersburger Telege,Agentur zufolge wurden auf Anordnung des revolutionären Gerichtshofes der Chef der ru­ mänischen Mission, Pantasie, und alle mi­ litärischen Agenten, nämlich Krampili, Starvs und Bratianu, verhaftet. Tie in Odessa woh­ nenden Senatoren suchten zu entfliehen, wur­ den aber zurückgehalten. Weiter wird berich­ tet, daß die Beschlagnahme der rumänischen Güter vorgenommen werden soll, i</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Siet abgesetzte Robertson. Ter Rotterdamsche Courant meidet aus London: Die Lage ist durch den Rücktrftt des Generalstabschess Robertson natürlich plötzlich verschärft worden. In einer Unterredung mit dem Vertreter der Sunday Times sagte Ro­ bertson: Ich bin nicht zurückgetreten. Tie ein­ zige Erklärung, die ich abgeben will, ist, daß ich keinen anderen Posten annehmen werde. — Ter politische Mitarbeiter der SundahTimes erklärt diese Aeußerung dahin, daß Sir Wih liam Robertson der Ansicht ist, er sei abge­ setzt worden .Tie Sundah Times deutet auch auf die Möglichkeit des Rücktritts anderer Mikktärs hrn und betont die Tatsache, daß nur eine kleine Gruppe von Konservativen, welche als Militaristen bezeichnet werden könnten, durchaus mir den Ansichten Robertsons über­ einstimmt, aber der andere ihn nur aus par­ teipolitischen Rücksichten, unterstützte. Tie Stärke von Llovd George sei, daß die Opposi­ tion sich aus verschiedenen Elementen Mt ver­ schiedenen Ansichten zusammensetzt und tot den wichtigsten Fragen geteilter Meinung sei. Der Krieg mit England.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Britische Brandstifter. ^Tie zahlreichen Brandsttftungen, die in letzter Zeit in Schweden kostbare Warenlager und Industrieanlagen vernichteten, haben tot der Oessentlichkeir den nur zu sehr begründeten Verdacht auskommen lassen, daß hier englische Agenten ihre Hände im Spiel haben, zumal alle betroffenen Firmen größere Lieserungßaufträge nach Deutschland hatten. Die schwe­ dische Zeitung "Spegjeln" spricht es in ihrer Nummer vom 27. Januar o/fen aus, daß es sich bei den vielen Brandstiftungen der letzten Zeit um alles andere als um Zufälle handeln könne. An eine Beteiligung schwedischer Mit­ bürger an diesen Verbrechen möchte das Blatt kaum glauben und fährt dann'fort: "Es dürfte S schwierig sein, die Tiefe der Erbitterung zu ' messen, die sich allmählich gegen die Kategorie der halb naturalisierten Ausländer, hauptsächlich angelsächsischer Rajse angesammelt hat, denen man gleichsam mit stillschweigendem Ue= hereinkommen Öen bezeichnenden Namen "Phil­ pottor" (nach dem englischen Vrvviokateur..Philpotrs") gegeben hat. . . . Diese bitteren Re­ flexionen haben sich bei einer der^größten.Un­ glücksbotschaften der letzten Tage noch vertieft: nämlich bei dem Brand des Sägewerks Johanndal. Dabei gewinnen die Verdachtsaedanken in einem solchen Grade an Stärke, daß sie bei­ nahe aur Gewißheit werden durch den Umstand daß das Sägewerk photze Lieferung'saufträge nach Deutschland hatte. Es hat sich bereits bei mehreren verschiedenen Gelegenheiten ge­ zeigt, daß gerade bei Firmen, bei denen 'dies der Fall gewesen ist, der rote Hahn auftrat." — Britische Brandstifter in Schweden sind nach den Erfahrungen, die Sir Roger Casement in Norwegen mit britischen Meuchelmordan­ schlägen machen mußte, durchaus nichts unäefwöhnlicheS. Aus neutralen Ländern.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Japan im Kriege. Kriegszieldebatte im japanischen Avge1 , ordnelenhaus. WTB. Tokio. 19. Iebr. (Apence Hav.) TaS Abgeordnetenhaus erörterte einen Antrag der Regierung, wegen ihrer falschen Finanz­ politik und des diplomatischen Mißerfolges,in China sowie besonders wegen jhres Schweißens über die Kriegsztele Japans das Mißtrauen auszusprechen. Graf Ofak wies darauf hin, daß die Ministerpräsidenten Frankreichs und Englands sich.über diesen Gegenstand geäußert hätten, während Japsn es nicht getan»habe In seiner Antwort erwähnte Ministerpräsi? deut Graf Terauchi die Kritiken betreffend die Kriegsztele nicht. ANdere Redner sprachen sich im Sinne der Regierung- aus. Schließlich wur­ de das Mißtrauensvotum mit '241 gegen 117 Stimmen abgelehnt. ,</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Amerikanische Freiheit. Aus Bern wird berichtet: Zeitungsnach-, richten zufolge ist der amerikanischen Wochen­ schrift "Gaelio American" und zwei anderen für die irische Unabhängigkeit eintretenden Newyywrker Zeitungen ,"Irish World" und "Freemans Journal" der Postversand für die Vereinigten Staaten untersagt worden. Tie Maßregel gegen die "Gaelio American" erfolg,te auf einen in seiner Nummer vom 19. Jan. erschienenen Artikel hin, welcher das Spiel Amerikas und Englands mit betn Begriff "des Selbstbestimmungsrechtes der Völker" geißelte. Tie Zeitschrift wies darauf hin, daß dem ame­ rikanischen Senate eine Friedensresolution vor­ liege, in der für Serbien, Litauen, Polen, Grie-, chenland und andere kleine Nationalitäten die volle Unabhängigkeit, für Irland dagegen nur die Homerule gefordert werde. "Ist das", ruft das Blatt aus, "eine Art, wie Irland nach allen seinen Kämpfen und nach allem, was die Ir­ länder für Amerika getan haben, behandelt werden soll? Sollen England und seine Hin­ ten Irland wiederum betrügen dürfen? Laßt es nicht zu! Sendet eine Flut von Protesttel^, grammen nach Washington; mach! es in Nicht mihzuverstehender Weise Kar, daß Irland auf seiner vollen Unabhängigkeit besteht."^ Aus Amerika.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>den soll. Ans Antrag der Handwerkskammer Augsburg wurde beschlossen, in allen Kammer­ kreisen .Handwerker-Wirtschastsverbände zu er­ richten. Tie Errichtung von Handwerkermittel­ schulen wurden abgelehnt, dagegen soll der Ausbau der gewerblichen Fortbildung^- und Fachschulen hm Auge behalten werden. &lt; Zucker für Bienen fütterilng. Ten Bienen­ züchtern wird im Wirtschaftsjahr 1918/19 zur Not- und Reizfütterung im Frühjahr und als Vorrat für die Fütterung der Schwärme bis zu 5 Pfund Zucker für jedes überwinterte Bienen­ volk abgegeben, Zur Auffütterung 'für den Winter werden im Herbst für jedes Kastenvolk bis zu 10 Pfund Zucker zugewiesen. Tie Bestellungsaufnahme und 'die Lieferung des Zul­ kers erfolgt durch die Kreisbienenzuchtvereine.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Zur Feier der goldenen Hochzeit des Königspaares. Tier Kaiser traf gestern nach 11 Uhr in München ein, wo er am Bahnhof vom Koma mit großem Gefolge aus das ehrzlichste begrüßt wurde. Vor dem Babuboie bearüßte ihn beaeisterter Jubel der vom Bahnhof bis jitt Residenz, in dichten 'Rei­ hen hinter dem Militärspalier stehenden Be­ völkerung. 1 i ' 1 Durch die reichbeflaggten Straßen ging diü Fahrt tm Automobil zur Residenz, wo Ihre Majestät die Königin mit sämtlichen Prin­ zessinnen und fürstlichen Gästen den Kaiser begrüßte. , Im Wittelsbacher Palais ivraÄ der Kaiser dann dem Königspaar seine und der Kaiserin Glückwünsche aus und überreichte ein kostbares Augebinde. Jim halb 1 Uhr fand Familientafel in den Reichen Zimmern statt, in den Nebenräumen Marschallstafel. Während der Familientasel brachte der Kaiser einen Trinkspruch auf das Jubelpaar aus, in dem er seine Glückwün-, sche wiederholte, f i , Um 3 Uhr begleitete der König seinen holhen Gast tm Automobil zum Bahnhof und verabschiedete sich dort durch wiederholte Um­ armung von ihm. " i Um dreiviertel 4 Uhr fuhr der König durch ein Spalier von Schulttndern vom Wittelsba­ cher Palais zur Resident, um der Serenade am Max Josephsplatz beizuwohnen. Ehrenzeichen und Ehrcnntü« e. Ter König hat ein Ehrenzeichen und eine Ehrenmünze zur 'Erinnerung an die Goldene Hochzeit gestiftet. Tos Ehrenzeichen wurde bet liehen den beim Huldigunglsakte erschienenen Persönlichkeiten, die Ehrenmünze den Beam­ ten des K. Hofes, des Kabinetts, der PrivatVermögensverwaltung und Güteradministra timt, den General- und Flügeladjutanten, der Leibgarde der Hartschiere und den Personen, die von dem Regierungsantritt des Königs im Allerhöchsten Tienst gestanden sind. Ehren­ zeichen und Ehrenmün^e tragen das Toppelbildnis des Königs und der Königs». Eine Spende des Königs für kriegsverletzte Offiziere. Seine Majestät der König hat aus Anlaß feiner goldenen Hochzeit dem Kriegsminister, Generalleutnant von HeUingrath, den Betrag von 10 000 Mavk zur beliebigen Verwendung für kriegsverletzte Offiziere Überwiesen. Tiie Stadtgemeinde München hat eine Stiftung von 1 Million Mark errichtet deren Mittel zur Fürsorge für arme, dem Säuglingsalter entwachsene, aber noch nicht schulpflichtige Kinder, vor allem für Kinder von Gesalleyen, /von Invaliden und Kriegsveteraneg, sodann zur Unterstützung finderreicher Familien durch Gewährung von MietLuschüssen verwendet werden sollen. Außerdem sammelte Oberbürgermeister Tr. Borscht noch Spenden im Betrage von 1 256 169 Mark, 3ie der Landesstistung zugeführt werden. König Ludwilg an die Stadt Berlin. Berlin, 19. Febr. Asts Pas an den Kö­ nig und die Köntgstn von Bayern aus Anlaß ihrer goldenen Hochzeit gerichtete Glückwunsch­ telegramm der Berliner Gemeindebehörden ist folgende Antwort telegraphisch eingelaufen: Aufrichtig erfreut über die warm empfundenen Glück- und «Ägenswünsche, mit denen die Bür­ gerschaft der Reichshauptstadt der Feier mei­ ner goldenen Hochzeit gedacht Hat, sagen die Königin und ich herzlichsten Tvttk. Ludwig. Tie Glückwünsche der Stadt Mm. Ter Bürgermeister von Wien Dr. Weis­ kirchner hat an den bayerischen Gesandren Frei­ herrn von Tücher ein Schreiben gerichtet, in dem er ihn bittet, dem König und der Königin die tiefergebenen Glückwünsche der f. unb f. Reichsh'aupt- und Residenzstadt Wien gütigst unterbreiten zu woUen. ( Unter den Stiftungen: aus Anlaß der Goldenen Hochzeit des Königs^ Paares befinden sich folgende aus Njederbahern: Bergdirektor Wiede in Zwickau: 150 000 Mark für Jugendpflege tm Bezirke Wolfstein; Kommunalverband Teggendors-Land: 60 000 Mark zur Förderung distriktiver gemeinnützi­ ger und wohltätiger Zwecke; Stadtgemeinde Passau: 50 000 Mark für Kleinkinderfürsorge unb zur Unterstützung kinderreicher Familien; Paula von Haniel-Niethammer, 'Schloß Tun­ zenberg: 40 000 Mark für Säuglings- und Kleinkinderfürsorge; Kotzimunalverband Griese dach: 30 000 Mark für allgemeine Wohlfahrts pflege; Gemeinde Simbach: 25 000 Mark für ein Kinderheim; Stadtgemeinde Landshnt: 25 000 Mark zur Errichtung eines Walderbolungtzheimes und für ein Jugendfürsorgpheim; Stabte Pfarrer und Kämmerer Joseph Ferstl, Plattling: 23 000 Mark für ein Ktnderasyl; Tampssägewerksbesitze. Ludwial. Fels. Eisenstein' 22000 Mark für Kriegsteilnehmer; Kammer zienrat G. Bordenstock, Regen: 20 000 Mark für ein Sanitätskolonnen- und ein Feuerhaus.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Niederbayerische Nachrichten. Tjeggendorf, 18. Febr. (Raubmord?) Hieher gelangten Nachrichten zufolge wurde in Lohhvlz bei Schöllnach die Gütlerin Falter tot aufgefunden. Alle Anzeichen deuten auf Raubmord hin und soll sich auch der Ver­ dacht bereits aus eine bestimmte Person richten. 1 Zwiesel, den 19. Febr. (Brand.) Gestern nachts brannte das dem Reichsrat Eduard Frhr. von Pvschinger von Frauenau gehörige Säge­ werk, Poschingersäge, welches von der Firma Eber in Zwiesel pachtweise betrieben wird, vollständig nieder. Außer der Einrichtung sind ungefähr 2000 Bretter mitverbrannt .Nach­ dem das Sägewerk über Sonntag ruhte und seit Samstag abends nicht mehr betreten wurde, mich Brandstiftung vermutet werden. ' Passau, den 18. Febr. (Zur Bürgermeister Wahl.) Wie die Pass. Ztg. vernimmt, wird ge­ gen die Entschließungs des Ministeriums des Innern, wonach an Stelle des bisherigen rechts­ kundigen ^Bürgermeisters für die Stadt Passau ein bürgerlicher Bürgermeister zu wählen ist, Beschwerde zum Verwaltungsgjerichtshof erho­ ben werden, um die Rechtsfrage endgültig zu lösen. Passau, 19. Febr- (Eine Kolonialwaren­ kleinhändleroereinigung) zur'Wahrung der In­ teressen der Kleinhändler hat sich hier gebildet.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Ter Friedensvertrag mit der Ukraine vom Bundesrat genehmigt. B erlin, 19. Febr. Ter Friedensvertrag mit der Ukraine hat heute die Zustimmting des Bundesrates gefunden. Calais von deutschen Fliegern Lombardiert. WTB. Berlin, 19. Februar. (Amtlich.) Am 18. Februar abends belegten 4 Marine-' flugzeuge den SeebahNhvf von Calais, sowie ein daneben liegendes Barackenlager erfolgreich mit Bomben und griffen dort 3 -Scheinwerfer mit den Maschinengewehren an. Im Baracken­ lager wurden Brände beobachtet. Einer der Scheinwerfer wurde zerstört. Nene U-Bootserfolge. WTB. Berlin, 18. Februar. (Amtli h.) Im mittleren Teile des Mittelmeeres versenk­ ten unsere U-Boote 5 Tampser und 10 Seg er, wodurch hauptsächlich der Transportverü HP nach Italien geschädigt wurde. Vier der ,ernichteten Tiampser^ von denen einer italieni­ scher Nationalität war, wurden aus stark ge­ sicherten Geleitzügen herausgeschossen. Q ine U-Bootsfalle in Gestalt eines Zweimastsck To­ ners wurde durch Artillerietreffsc eines UBootes schwer beschädigt. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Ter verschärfte Belagerungszustand in Berlin aufgehoben. B erlin, 19. Febr. Tas Oberkommando in den Marken erließ eine Bekanntmachung, daß der am 31. Januar über Berlin und Um­ gegend verhängte verschärfte Belagerungszu­ stand mit dem Ablauf des 23. Februar aut er Kraft tritt. Ein amtliches Tjementi. WTB. Berlin, 19. Febr. (Amtlich.) In der holländischen Presse vom 10. Februar ist als amtliche englische Bekanntmachung^ein 3 elegramm verbreitet, nach wekkhem "bie Teut­ schen die Bedingungen des Waffenstillstand, s zwischen Teutschland und Rußland vorn 1 &gt;. Tezember durch den Abtransport von Thoisirneu zum Westen nach- dem 15. Te^ verleit hätten. Tiiese amtliche Nachricht ist eine Falsck Meldung und ein Gegenstück zu der Reuterfäl­ schung der Rede des Grafen Czernin. In der t Waffenstillstandsvertrage war vereinbart, da'; von der Front zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee keine operativen Truppenlotzr schiebungen durchgeführt werden • sollten, die nicht in dem Augenblick der Unterzeichnung schon eingeleitet waren. Truppenbewegungen, die nach dem 15. Tez. stattfanden, waren samt, lich bereits vor oder im Aügenblick der Unter­ zeichnung des Waffenstillstandsvertragjes ein­ geleitet. Tie Mittelmächte haben die Bedin­ gungen des Vertrages dem Wortlaut und dem Sinne nach aufs peinlichste eingehalten. An dieser Tatsache werden auch alle bekannten, aus durchsichtigen Gründen verbreiteten Verdäächtigungen der Entente nichts ändern.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Gefecht gesetzten feindlichen Flugzeugen: 138, von 68 deutschen 61. Im Einzelnen setzt sich die Summe der feindlichen Verluste folgender­ maßen zusammen: 107 Flugzeuge wurden im Luftkampfe, 35 durch Flugabwehrkanonen, 1 durch Maschinengewehr von der Erde aus, 1 durch Infanterie abgeschossen, 5 landeten Un­ freiwillig Hinter unserer Linie .Von diesem Flugzeugen sind 67 in unserem Besitz, 14 jenseits der Linie erkennbar abgestürzt. — Außerdem wurden 11 feindliche Flugzeuge jen­ seits unserer Linie zur Landung gelungen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg zur See. Tor U-Bootkrieg. Wie störend der U-Bootkrieg mittelbar auf den Seeverkehr unserer Feinde wirkt, wie er die volle Ausnutzung des unodrseNkten feind­ lichen Schiffsraumes schmälert^ beweist die Aus, sage eines Geretteten von dem am 22. Januar als im Mittelmeer versenkt gemeldeten Tampfer Allanton (4253 Tonnen). Dieser englische mit 6000 Tonnen Kohlen nach Malta bestimmte Dampfer gebrauchte für die Fahrt von Hüll nach Bjferta 30 Tage, wopon 14 Tage auf den wegen U-Bootsgesahr angeordneten AUfenühalt in verschiedenen Häfen entfielen .Unter friedlichen Verhältnissen hätte der Tampfer die Reise in neun Tagen zurücklegen können. Durch das Fahren in Geleitzügen, durch- das Warten auf andere Schiffe und das Stilliegen in Häfen — alles mittelbar Folgen unseres U-Bootkrieges — hat dieser Dampfer also mehr als dreimal so piel Zeit, als es ohne Unterste-« bootskrieg der .Fall gewesen wäre, gebraucht, oder, anders ausgedrückt, der Schiffsraum konnte unter Berücksichtigung der Lade- und Löschzeiten nur etwa zur Hälfte seiner früheren Leistungsfähigkeit ausgenützt werden. Ein der­ artiger Fall ist ketneswegß eine Ausnahme.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Mer-WerM Eröffnung des Reichstages. Tie gestrige Sitzung des Reichstages eröffnete Präsident Paasche mit einer Ansprache, in der er des in­ zwischen abgeschlossenen Friedens mit der Ukraine gedachte. Tann wurde eine Reihe klei­ nerer Anfragen erötert, die zunächst auf der Tagesordnung standen. Site dcutsch-österreichlsch-rmgarischen Wirtschaftsverhandlungen. Im Reichswirtschafts 4 amt begannen gestern die Verhandlungen zwi­ schen der österreichisch-ungarischen und der deut­ schen Kommission über die Behandlung der von der Ukraine in Aussicht gestellten Liefer­ ungen. Ter Aufstellungsschlüssel für Getreide ist dem Vernehmen nach gefunden. Tier Bund Der Landwirte hielt in Berlin unter DeteMgurrg von vielen Tagenden von ' Landwirten die25.Jubiläumsversammlung abTr. Roesicke gab eine Schilderung der Entsteh­ ung und Entwicklung tzes Bundes urfb seiner Bestrebungen. Es wurde eins Entschließung^ unaenomyren^ die. ausgehend von dem Frie­ densschluß mit der Ukraine, verlangt, paß die Erhaltung und Stärkung, der wirtschaftlichen Selbständigkeit Deutschlands maßgebender sichtspunkt für die Neuregelung unserer wirt­ schaftlichen Verhältnisse sowohl unseren Fein­ den, wie den Neutralen und unseren Bundes­ genossen gegenüber sein müsse. Bei der Un­ klarheit über die demnächstige Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse dürften den land­ wirtschaftlichen Interessen zuwiderlaufendeZollbegünstigungen unter keinen Umständen ein# geräumt werden. Beratungen in Wiein. Gestern haben ver­ schiedene Parteiberatungen, namentlich der So­ zialdemokraten und des Polenklubs, sowie Be­ sprechungen des Ministerpräsidenten mit ver­ schiedenen Parteiführern stattgefunden. Im Polenklub teilte der Obmann mit, daß die pol­ nischen Minister, der UnterrichtsminMer QMf. liuski und der Minister für Galizien Twardowski dem Ministerpräsidenten ihr Rücktritts­ gesuch überreicht hätten.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Allerlei. Aus Rache totgesagt. Im vorgestrigen Morgenblatt des "Berl. Taghl." war eine An­ zeige veröffentlicht von dem Tode des bekann­ ten Rechtsanwalts Justizrats Severin Behrendt in Berlin. Tie Anzeige war in ^pn«. unver­ fänglicher Form aufgegeben worden. Nun teil­ te Herr Justizrat Behrendt dem Berl. Tage­ blatt mit, daß er sich bei bestem Wohlsein be­ finde, und daß die Anzeige von einer dritten Person, die zu der Familie in keiner Begeh­ ung steht, aufgegeben sein muß. Wer der Auf­ traggeber ist, läßt sich noch nicht feststellen. Justizrat Behrendt ist der Meinung, daß es sich um einen Racheakt gegen ihn handelt und hat Bet, der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen gro, Ben Unfugs und Urkundenfälschung erstattet. ■ Verschwunden ist seit langem der Berliner Kaufmann Löwenthal, dessen Leiche auch bis fetzt nicht gesunden wurde. Löwenthal war zuktztzt bei dem Schuhfabrikanten Otto 'Gebhardt in Pirmasens. Nun wurden vom Schwurgericht Zweibrücken der Fabrikant Otto Gebhardt : LSohn) wegen Mordes zum Tode und dessen Vater Heinrich Gebhardt wegen Beihilfe zu 5 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. 1 &gt; i</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Im weiteren Verlaufe dev Verhandlung wurde der Antrag.auf Vernehmung noch weh terer Zeugen zurück gpApgen, fo daß die Ver­ handlung noch heute zu Ende geführt werden konnte. Rixinger wurde schließlich des Meineids unter dem Mlderungsgrunde des Paragraph' 157 Abs. 1 des St.-O.-B. schuldig befunden und zur Zuchthausstrafe von 2 Jahren nebst 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Gne kritische Wendung nabm die schwurgersiht-, Ache Vechandlung gegen Mxinger, als gleich der erste der vernommenen Zeugen bekundete, «itzinger hatte ihm 500 Mark versprochen, wenn «r aussage, er — der Zeugss — hätte mit der bett. Ehefrau intimeren Umgang gepflogen,. Bor 8 Tagen habe er bereits 50 Mark und heute Weitere 100 Mark von ihm erhalten, mit dem versprechen, den Rest mit 350 Mark bekomme erspäter. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde nun die sofortige Verhänochng der Unter­ suchungshaft gegen Rixinger, der /ich bisher auf freiem Fuße befand, ausgesprochen, bc-' außer auf Meineid gegen denselben noch Ver­ dacht auf unternommene Meineidsverleitung besteht. Tie .schwurgerichtliche Verhandlung pird aber am kommenden Mittwoch weiter und HU Ende geführt werden, um die Einvernahme noch zweier weiterer Zeugen be^v. Sachverstän­ digen zu Ermöglichen. I . '</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Nebelfrau. Me Rkbelstan. i ' Roman von Annh Wothe. f'! 191 i (Nachdruck verboten.) Wie lieb Sie sinij., Graf Reimar, naschte sich die junge Witwe in das' Gespräch-, und wie wohl das tut nach all den schmerzlich auf a regenden Tagen. Würden Sie mir gestatten, der Unterredung mit Undine beizuwohnen? Un­ dine kennt so wenig Meine Wünsche und Ge­ pflogenheiten, und vielleicht könnte ich- da sel­ ber gleich am besten jede Auskunft geben. Undine sa!h, wie ein saunt merkliches Spott, lächeln Reimars Lippen kräuselte. Seine Ha(. tung blieb aber tadellos verbindlich, als er sagte: Ich bebaute ungemein, meine Gnädigste, Ihren Wünschen nicht willfahren zu können. Ter Wunsch und Wille des Grafen Marnar Randolt weist mich in allen Fragen, die be­ rührt werden sollen, bireft an Gräfin Undine, seinen getreuen Anwalt, wie er sagt, dem er das Wohl und Wehe seiner Frau und seiner klei­ nen Tochter ans Herz legt. Mollen Sie über mich bestimmen, Gräfin? wandte er sich an Undine.' * Sie neigte leicht den rotblonden Kopf, pber den die flackernden Flammen des Kamins sprühende Lichter warfen, und ging mit leich­ ten Schritten zu einer Tür, die sie mit sicherer Hand öffnete. Wollen Sie, bitte, hier in mein Zjimmer treten, Graf Randolt, forderte sie ihn auf, in das kleine, von einer rosa Lampe erhellte Gemach -zeigend, ich folge Ihnen sofort . Er schritt mit einer leichten Verneigung, ohne Fridrun mit einem Blick zu streifen, an den Frauen vorüber in den Nebenraum. Fridrun umschloß plötzlich ehe Undine fol gen konnte, mit ihren beiden Händen Undines Arm mit eisernem Griff. Ties gruben sich die feinen Fingernägel der jungen Fratt in den Arm des Mädchens. Hüte dich, zischte Fridrun ihrer Stieß tochter zu. Hüte dich, aus albernem Stolz« hier unser aller Stellung zu untergrabet!. Und was wünschest du, was ich- tun soll? Alles daransetzen, daß unsere Rechte hier ungeschmälert die alten bleiben. Ich habe roe der Lust, hier meine Wohnung aufzugeben^ noch sonst meine Gewohnheiten zü ändern. Richte dich- danach. Und du würdest, um dir die Aeußerljch» feiten zu erhalten, gern jedes Opfer, das ^ge­ wünscht wird. Dringen? Natürlich. soweit ich- es vermag. Aber abgetan will ich nicht sein. Nicht in die Rum­ pelkammer _ in einem Hause, in dem ich Herrscheu will. So, und nun geh, und mache das gefälligst dem Grasen Reimar klar. Er wird sich bescheiden lernen. Ein dunkler, seltsamer Blick traf Fridrun aus Undines Augen, die ohne ein Wort der Erwiderung vorüberschritt und durch die dunkle Tür, die zu ihrem Avbeitszsimmer führte, ver­ schwand. - 1/ ( i* ! Tie Greisin saß kerzengerade in dem hohen Stuhl und starrte mit ihren hellen und doch toten Augen in die Flammen. Es war setzt ganz dunkel im Zimmer..Nur das Feuer im Kamin verbreitete noch einen matten Lichtkreis. Draußen raste der Frühlingssturm um das Haus, und das Meer grollte und murrte mit dumpfem Laut. Bist du mir noch böse, Mutting? Sei doch wieder gut. Ich wußte vorhin garnicht, was G alles sagte. Ich bin ja so unglücklich, daß mich Marnar so allein gelassen hat. Ach, ich kann ja nicht leben ohne ihn, nicht leben! Wwtsetzuvg folgt.) ;</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Lands Hut, den 20. Februar — Das König Ludwigkreuz wurde an Frau Rechtsrat Costa verliehen. 1 —* Zur Goldenen Hochzeit unseres Königspaares hat heute unsere Stadt rei­ chen Flaggenschmuck angelegt. Gestern abends bereits ertönte von den Türmen der Pfarrki,:chen Glockengeläute. Heute vormittags fan­ den in den Kirchen Schulgottesdienste statt. Um 10 Uhr fanden die offiziellen Festgottes-, Dienste in der Pfarrkirche" St. Martin und in der Protest. Pfarrkirche statt, an denen die sämtlichen hiesigen staatlichen und städttschenj Behörden, das Militär, tote die Bevölkerung der Stadt teilnahmen. Tie militärischen Ver­ eine zogen mit Fahnen vom Rathause zur 'Martinskirche. 1 , I ! —* Im Z Wangswege wurde vorgestern vor dem Notariate II das Anwesen der Frau Marie Maier, Schwimmschulstraße Nr. 7. ver­ steigert und von dem Mühlenbaugesthäftsinha, ber Herrn Michael Winkler hier üm 13 200 Mark erworben. - ' —* Durch Kauf wurde das Anwesen der Metzgermeisterswitwe Frau Rösle, hl. Geistaasse 414, von Herrn HoskunstschloUermeister M.M. Heilmaier hier erworben. —* Die Gassperre wurde wieder auf­ schoben. Es kaun daher wiedeck' den ganzen Tag über Gas in Benützung! genommen werden. Tic Rationierung des Gasverbrauches bleibt dagegen auch weiter bestehen. —* Die I ugendabteilung des hiesigen Noten Kreuzes Welt am 16. Februar im Hotel Träxlmair ihre erste, sehr gut besuchte Zusam menkunst, an der auch die Stinten des Kreise ausschusses mit der 1. Vorsitzenden Freifrau v. Lilgenau teilnähmen. Tie 1. Vorsitzende der Jugendabteilung^ Frau Regiern ngspräsideut Exzellenz v. Wracher, begrüßte die An­ wesenden herzlich. Ter Bericht über die Grün dungssitzung, der Aufruf des Zentralkomitees vom Roten Kreuz an die Jugendabteilungeri und der Arbeitsplan für die nächste Zeit wur­ den verlesen. Der Beginn der Nähnachmittagp an denen sich die jungen Midchen verpflichtet haben, Mische für ein vom Verein für Säug-, lingsfürsorge in nächster Zeit zu errichtendes Notsäuglingsheim anzufertigen, wurde auf nächsten Samstag festgelegt. Dem geschäftli^ chen Teil des Nachmittags schloß sich eine sehr angeregte Unterhaltung mit vorzüglichen musi­ kalischen und deklamatorischen Vorträgen von Mitgliedern an. —* Zucker iur Biene nfütterunZ, so wohl für Frühjahrs- wie auch für Herbstlieferung, kann im heurigen Achre zusammen nur ein einzigesmal und zwar in den nächsten Tagen bestellt werden.. Die Beschaffung des Futterzucker,' ist Ausgabe ber Kreisbienenzucht-, vereine. Zur Entgegennahme der Bestellung und zur späteren Verteilung des Zuckers ist in jeder Gemeinde eine Vertrauensperson auf­ gestellt. Einzelbestellungen können nichr aus­ geführt werden. Tie Bestellungen werden vidlmehr yemetnbetoeife zusammengssnow^eir und in Listen gebracht. Das bringt die Krtegszesjt mit sich. Wer also jetzt oder im Herbste für seine Bienen Zucker braucht, wende sich an die Vertrauensperstm feiner Gemeinde. Wer den jetzigen Bestellungßtermin übersteht und ver­ säumt, kann heuer keinen Zucker mehr erhalten. Nachträge können nicht angenommen werden.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Städtisches Arbeitsamt Landshut. RathauSrückgebände, Parterre ÄS. 2&gt;lelenruf 54» Vermittlung erfolgt kostenfrei Männliche Abteilung: Offene Stellen: 1 Brauer, 14 Tienstk-rechte, 1 Elektrotechniker, 1 Hausmeister, 1 veckh. Kut­ scher, 1 Mälzer, 1 Schäffler, 1 Schneider, 2 Schmiedgehilsen, 3 Schreiner, 10 Streckenar­ beiter', 10 Telephvnhilssarbeiter, 1 Wagner. Stellen suchen: 4 Bäcker, 1 Kontorist, 1 Obermüller, 1 Spengler. Weibliche Abteilung: Offene Stellen. Privat: 6 Köchinnen, 20 Dienstmädchen, s Haushälterin, 6 Zugeherinnen Gastwirtschaften: 6 Küchenmädchen» 2 Kellner­ innen. Oekonorme: 16 Oekonpmiemägde, 1 Schweizerin. Stellen suchen: 1 Gasthausköchin, 1 Kas­ sierin, 1 Oekonomieköchin. , Lehrstellen: Lehrstellen sind offen für: 1 Brauer-, 1 Gärtner-, 1 Maler-, 1 Hammerschmied-, 1 Satt­ ler., 1 Schneider- ittib 2 Schreinerlehrlinge. Lehrstellen suchen: 1 Metzger-, 1 Schnei­ der , 1 Schreiner-, 1 Schlosser-, 1 Schweizer: und 1 Spe nglerlehrlin gj. , Kriegsirrvalidenfürsorge. Stellen Huchen: 15 Hilfsarbeiter, 1 Bäcker, 6 Aufseher, 1 Portier, 1 Kontorist, 1 Bureau», bieuer, 1 Bote, 1 Kassendiener, 1 Bankdiener.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Stadttheater. stellerisch gebührt ihr volles Lob, Herr Kaspar: als Zwock kämpfte tapfer gegen eine Indispo­ sition und ■ bot wieder eine überaus gelungene, vielbelachte Figur. Frau Robby spielte ihre Elsriede sehr zu Gefallen des Publikums, zwei! originelle Karrikaturen (Dusel und Tschida) brachten die eHrren Weigl und Walter. Herr Köhler (Strobel) und Fr. Weigl (Babette) be­ mühten sich bestens um ihre Rollen. Abgesehen von einigen Tempidifferenzen in den EnsembleSätzen Welt sich bas Orchester reicht wacker an den Taktstock des Herrn 'Kapellmeisters Hirsch. Etwas mehr Diskretion den Sängern gegen­ über wäre notwendig gewesen, denn diesen gebührt in erster Linie die Oberhand. Tire szenische Leitung führte Herr Kaspar mit' ge wohnter sicherer Hand. Ter Zuschauerraum bot wieder das Bild des jetzt an der Tagesordnüng stehenden auSberfernsten Hauses. Hg. "Ja, das war ber Obersteiger . , der vor einigen Jahrzehnten mit seinem Bruder betn Vogelhändler von Bater Zeller in die Welt geschickt worden ist, um an allen deutschen Operettenbühnen Triumphe zu feiern. Wäh­ rend * jetzt vom Operettendarsteller als Spe- &lt; zialkunst choreographische Gliederverrenkung u. Akrobatik gefordert wird, verlangst der Meiste«: von' einst Stimme und Charakterisierungskunst Tie Zeiten sind vorbei, in benen ejtn Zeller, bin Millöcker, Sttautz, Tellinger ben Enthu-. siasmus einer begeisterten Hörerschar hervor­ rufen konnte^ dies machte sich auch bei der Obersteigerausführung am letzten Sonntag fühl­ bar. Tie textlich, wie musikalisch prächtHzen Gesangsnummern gingen säst spurlos an den Hörern vorüber, höchstens galt es hin und wieder der Person des einen oder andernTtir-, stellersSympathiekundgebungen zu erweisenEin fescher lebenslusttger Obersteiger war unser Buffo, Herr Brückner, doch scheint auch sein Interesse mehr der modernen Operette" zuge­ wendet .Gesanglich wie schauspielerisch hätte er mehr Wert auf die Partie legen müssen, - vielleicht hätte dann auch das unverwüstliche Lied von der Müllerin beifallskväfttger wir­ ken müssen. An die Zeit der guten Operette mahnte der stimmlich vorzügliche Roderich des Herrn Tr. O^tedenfeldt. Warum man die mu­ sikalisch reich ausgestattete Partie der Com­ tesse Fichtenau nicht mit der 1. Sängerin be­ setzte, sondern mit der Soubrette ist nicht rechst ersichtlich. Wir schätzen Frl. Mikulska gewiß in ihrem Fache als bewährte rputinierreKraft, die Comtesse verlangt aber die umfangreichen Stimmittel der Diva und sogar etwas Kolo­ ratur (Auftrittslied). Ms stimmfrische Nellh erfreute Frl. Laschinger, gesanglich wie dar­</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Inserate.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
