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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-02-25"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 45</biblScope>
          <date when="1918-02-25">1918-02-25</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Der türkische Bericht. Konstantinopel, den 21. Febr. Awtlicher Bericht: An der Paläftinafront erneuerte der Geg­ ner am 20. seine Angriffs gegen unseren lin­ den Flügel. Sie konnten nicht überall abgewie­ sen werden. Unsere Trichpen bezogen teilweise neue, vorher bestimmte Stellungen. Sonst keine besonderen Ereignisse.</p>
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          <p>Aus Polen. Achs Polen. ' Berlin, 22. Febr. Nach Mitteilungen von amtlicher Stelle ist die Meldung, daß in Czenstochau, Lodz und Woclawek der Belager­ ungszustand verhängt sei und daß der polnische Regentschaftsrat den Feldmarschalleutnastt Rozwadowski zum Generalissimus aller polnischen Abtei iungen ernannt wurde, unzutreffend. Tie Nachricht ist erfunden.</p>
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          <p>Aus Kurland, Livland und Esthland. Räumung Revals. Ans London wird gemeldet: Tie Mvrninpost meldet aus Petersburg: Ter Gedanke, Pe­ tersburg zu verteidigen, ist aufgegeben worden, | da die Befestigungswerke in schlechtem Zustande I sind. Tie Räumung Revals ist beendet. Der I letzte Zug aus Reval ist am sTonnerstag in Pe­ tersburg eingetroffen. Trotzki soll die Absicht haben, sich! per­ sönlich nach Tünaburg zu begeben, um bki den Teutschen bessere Friedensbedingungen durch­ zusetzen.</p>
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          <p>Gewaltige Fortschritte im Osten. Cin französischer Vorstotz Sei Mülhausen gescheitert — Ein italienischer Angriff abgeschlagen. Unsere Truppe« im Vormarsch ans Reval. — Dnvno besetzt. — Hilfskreuzer Wolf »ach ISmonatigrr Tätigkeit zurückgekehrt. - Ein englischer Geleitzng durch Sturm zerstört. «in französisches Leuttuftschiff gescheitert.</p>
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          <p>Aus Rußland. RnMsthe Tiemsbilisierung. Tie DenwvUisation der Petersburger Gar­ nison stößt aus große Schwierigkeiten. Tie Regimenter galten Versammlungen ab, um die Bedingungen festzulegen, unter denen sie nach Häufe gehen wollen. Sie verlangen Uniform Gewehr usw. mit nach Hause nehmen zu dürfen. Der Volkskommissar für miltüä.ische Abgelegen­ heiten Strvginow hat gegen ihre Forderungen lebhaften Einspruch erhoben. Er betonte, die Bewilligung der Forderungen würde die Staatskasse um 10 bis 18 Milliarden Francs belasten. (Bitte deutsche FlottenaAnm? Tailh Expreß, meldet aus Petersburg: Hier traf eine Nachricht ein, daß eine deutsch« Flotte von 45 Kriegsschiffen ,in der Richtung aus Reval im Anmarsch sei und daß, an der Küste bereits Truppen gelandet seien. Tie näch­ ste ' Operation dürfte eine Landung in 'Finn­ land sein, um der Anarchie dort ein Ende zu machen . Ter Bert. Lok.-Auz. bemerkt dazu: An unterrichteter Stelle hat man hier in Ber­ lin von dieser angeblichen Tätigkeit der deut­ schen Flotte mit Interesse Kenntnis genom­ men. Der Marmeroinister ausgehängt? Tepeschs de Lyon Dringt eine Mitteilung vom Roten Kreuz der Vereinigten Staaten aus Petersburg, die Kosaken hätten den Marine­ minister in einem Eisen bähn zng festgenommen und ausgehängt. 5sie gegenrevolutioniirc Strömung in . Rußland. Stockholm, 2.4 Fedr. Nach einem Befehl des Kriegskommissariats vom 21. ds. über die Verteidigung der Revolution ist ein außer­ ordentlicher Generalstab für den Bezirk Pe­ tersburg eingesetzt, der auf Grund des Be­ lagerungszustandes die augenblickliche Unter­ drückung der vorbrecherischen Versuche gegenvevolurionärer Elemente, Ausschreitungen anzu­ stiften, anordnet. Gleichzeitig wird die sofor­ tige Beschlagnahme aller in Privatbesitz be­ findlichen Explosivstoffe besohlen und Massregeln zur Bestandsaufnahme und Verteilung^ der Lebensrnittel getroffen. Tjp gesamte Bevöl­ kerung wird für Verteidigungtzarbeiten mobili­ siert und äur Verfügung der Militärbehörden gestellt. Außerdem werden alle Immobilien, Me zur Vrf.eidiaung notwendig sind, beschlag­ nahmt. I “3fef • Für: * -"tt Petersburg. iier Petersburger Berichterstatter de. "fi­ rnes" meldet vom Tonnerstag: In Petersourg herrscht die Ueberzeugung, daß die Hauptstadt das Endziel des deutschen . Vormärsche- fei. Tiefe Tatsache hat in der Petersburger oriristhen Kolonie große Aufregung und Besorg­ nis hervorgerufen. Tas britische Konsu'.ar ist Kitt aufgeregten Leuten angefüllt, die so rasch ars möglich fortflüchten. Eine große Zahl Eng­ länder muß aus verschiedenen Gründen zurückbleiben. Tie noch in Petersburg lebenden bri­ tischen Untertanen in mrlitärpflichifigem Alter, die bisher vom Kriegsdienst befreit waren, wur­ den aufgefordert, sich bereit zu halten, um sechs Stunden nach der Einberufung nach -England befördert zu werden. Tie anderen englischen - Untertanen erhieltest den Diät, u.tverweilt Ruß-land zu. verlassen. "Havas" wird aus Petersburg gemel­ det: Laut Verfügung des Vol.skonmifiar: für den Krieg ist ein außerordentlicher Generalstao für aen Bezirk PeterAurg ins Leben gerufen / ) worden, wo der Belagerungszustand prokla­ miert wurde. Es wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, um Unruhen vorzuoengen. So wurden die Explosivstoffe ionfisziert und die Lebe,'.smittel einer Beftandsaufnägme un­ terworfen. Tie ganze Bevölkerung ist mobili­ siert. Tie Gesandten der alliierten Mächte sind _ zu einer dringlichen Sitzung zusammengetreten, um über die Lage 'zu beraten.</p>
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          <p>Finnlands Freiheitskampf. Finnischer Sieg übet die roten Gardisten. Aftonbladet meldet aus Uleaborg. daß die finnischen Regierungstruppen bei Dar barten nördlich von Konvolo einen Sieg über die coten Gardisten 'erfochten.</p>
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          <p>Am Balkan. Rumänien und Griechenland. Nach einer Meldung des "Seeolo"- wurde für die äm 2s. März in Versailles beginnende neue Alliiertenkonferenz. aus der die Friedensbedinguugen neuerdings festgelegt werden sol­ len, dfe Vollmach: des russischen Vertreters zurückgezogen. — England har, wie das ..Echo de Paris" berichtet, aus der neuen Lage bereits die Konsequenzen gezogen. In Der Grafschaft London wurde mir der Registrierung Ser rumänh’di-en Staatsangehörigen begonnen. Man rechnet, rote die ,,Tim.s" aus Athen gört, mir l'ber Äöglirykei: 'eines Ultimatum» der Micieb| mäckre an 'Griechenlau: wvald der &gt;neDe nut I Rumänien unterzeich i:: ist. :f ' 2 ic Lage in Grieckwitianv. , Aus '.'i/sjen wirb .er-chtet: Ein Teere: ruft Ü now fünf ..Nassen verschiedener Bezirke Airi- kas unter die Fahnen, ebenso zwei im Pelopon­ nes. — Tie Kammer soll in der nächsten Woche einberufen werden.</p>
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          <p>Aus Rumänien. I Ausbruch der Revolution? Tas Svenska Telegram Bhran verzeichnet unterm 21. Februar folgenbe Meldung der Pe­ tersburger Telegraphiert-Agentur: In Rumä­ nien ist die Revolution ausgebxochen. Ein Teil der Armee hat sich erhoben. Ter König und der Ministerlpväsident sollen verhaftet sein. Mine Bestätigung dieser Nachricht liegt nicht' vor. Sie ist auch nicht sehr wahrscheinlich, denn Ministerpräsident Avereseu soll sich ja nach anderen Meldungen diesseits unserer Li­ nien befinden. Es wird bei den Petersburger Machthabern also wohl der Wunsch der Vater des Gedankens sein.)</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Englische Truppcrt in Jericho. ' Eine amtliche Reutermeldung besagt: Am Morgen des 21. ds. nähmen unsere Truppen nach einer ereignislosen Nacht an der Pa-, lastinafront den Vormarsch gegen Jericho er­ neut auf. Nach geringem Widerstand rückte um 8 Uhr 30 Min. morgens unsere Kavallerie in das Torf. j i ’ f</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Englische Presse-Unfreiheit. Vor einiger Zeit war bereits die einzig« gute Tat des Weiland Buren Smuts, seine Anklageschrift gegen England mit dem Titel "Ein Jahrhundert des Unrechts" in Südafrika verboten worden. Soeben ist nun auch der .Verkauf eines anderen burischen Erinnerungs­ buches betitelt "Hos zij stterven" (Wie sie star­ ben) in Südafrika untersagt worden. Tie Burenölätter beklagen sich bitter darüber. Vom englischen Standpunkt aus ist das'Verbot sehr leicht zu begreifen. Tas Werk enthält eine von G. Jordaan 'veranstaltete Sammlung von, wie der Nieuwe Courant mitteilt, herzergreifenden Briefen, geschrieben von Buren aus der Kap­ kolonie, die an dem Burenkrieg teilgenommen hätten und von den Engländern als Rebellen hingerichtet wurden. Tas einflußreiche südafri­ kanische Blatt "Te Burger" protestiert gegen das Verbot und weist darauf hin, daß das englische Buch "Wie wir Kimberley für die Kö­ nigin hielten", das von falschen Beschuldigun­ gen gegen oTe Buren strotzt, keineswegs verbo­ ten werde. &gt;</p>
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          <p>Jm japanischen Abgeordnetenhaus erklärte der Führer der Opposition Osaii. daß man das elfaß-lothringische Problem nicht vom prin­ zipiellen Standpunkt aus betrachten müsse. Bei aller Bewunderung für Frankreich müsse doch die Frage gestellt werden, ob Elsäß-Lothrin^ gen in dieselbe Kategorie falle, wie die wäh^ renv des jetzigen Krieges eroberten Gebiete. Wenn man von einer Tesannexion Elsaß-Loth­ ringens spreche, so bedeute das ein Prinzip, dessen Anwendung auch andere umstrittene Teile der Erde zu unentwirrbaren Verwicklungen fiihreit müßte. Japan im Kriege. Llsäßl-Lothringen in der — jaPanifchen Kammer.</p>
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          <p>werde über die amerikanischen Friedensbedin­ gungen und über die Stellungnahme der Verei­ nigten Staaten gegenüber den Beschlüssen der Allierten aus der Konferenz in Versailles spre­ chen.</p>
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          <p>Der Luftkrieg. Ein französisches Luftschiff vernichtet. Häbas meldet: Ein französisches Lenklust­ schiff das am Mittwoch morgens im Aermelkanal aus der Höhe bort Samte Adresse Er­ kundungen vornahm, hatte einem Ausfall mit dem Steuer und stieß gegen eine Klippe Blei le Havre. Es kam zu einer schrecklichen Explo­ sion, durch die Major Fleuch, sowie ein Fun­ kentelegraphist auf der Stelle getötet wurden. Ein abstürzender Unteroffizier brach sich den rechten Arm. Infolge Aufstoßens platzten die an Bord befindlichen Bomben und verletzten mehrere Personen, die herbeigeeilt waren. Tas Luftschiff ist vollkommen zerstört. Fliegerangriff auf Padua. Nach einer Stefanimeldung führten feind­ liche Flieggr in der vergangenen Nacht drei Flüge über Padua aus. Sie warfen mehrere Bomben ab, die einige Gebäude zerstörten und anbete beschädigten. Unter der Zivilbevölker­ ung wurden 8 Tote gezählt.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. läßt sich der Ausfall ermessen, den die englische Volksernährung durch den U-Bootskrieg auch auf diesem Gebiet erleidet. Ein französisches Unterseeboot vermißt. ! Havas meldet: Tas Unterseeboot."Bernnouilli", das vor einigen Tagen zu einer Kreuzfahrt ausli.es, ist bisher nicht an seinen Stützpunkt zurückgekehrt \ i , , Schwere Verluste eines englischen Ge­ leitzuges. Kopenhagen, den 24. Febr. Tie hie­ sigen Blätter melden aus Berget!, daß ein gro­ ßer englischer Handelsgeleitzug von einer Ka­ tastrophe betroffen worden ist. '29 Schisse ver­ ließen Montag abends England, um nach Nor­ wegen zu fahren, es war 18 skandinavische und 11 englische Fahrzeuge. Auf See geriet der Geleitzug in einen furchtbaren Sturm. Am Mittwoch vormittags sank plötzlich ein dänischer Tampfer. Die Besatzung konnte nicht gerettet werden. Mittwoch nachmittags ver­ sank der englische Tampser "Harrowgate", am selben Abend der schwedische Tampser "Svanä"; auch ein 'untrerer schwedischer Tampfer ging noch verloren. Während der ganzen Reise wurden weder Unterseeboote noch Kriegsschiffe gesichtet. ( s Von den 29 Schiffen sind nur 8 in Ber­ gen eingetroffen, später sind noch zwei in Stavanger eingelaufen .Man hasst, daß es einer größeren Anzahl der bisher vermißten ande­ ren Schisse gelingen wird, einen Nothäfen zu erreichen, j , ! S«er N-Bootskrieg. ' h Berlin, 22. Febr. Ter englische Hilfs­ kreuzer "Drama" war ejn neues schnelles, mit Turbinen und drahtloser Telegraphie ausgerü­ stetes Schiff von 12 927 Brutto-Register°-To&gt;.' und wurde am 19. Oktober 1917 versenkt. An Fahrzeugen über* 12 000 Brutto-Register-. Tonnen zählte die englische Handelsflotte 1914 nur 71 Stück. Auch der fast tägliche Verlust vieler kleiner Fischerfahrzeuge schädigt die Er­ nährung Englands empfindlich, denn die Hoch­ seefischerei und der Gemiß 'von Fischen spielen drüben eine erheblich wichtigere Rolle, als bei uns. Von der ehemals etwa 2200 Dampfer zählenden Fischerflotte steht heute, soweit er noch vorhanden ist, der größere Teil als Minen­ sucher, Begleit- oder Wachtschrsse im "Marinedienst. Unter Hinweis auf diesen Notstand be­ antragte der Abgeordnete Bellairs im Unter­ haus am 29. Januar die Freigabe von 200 Fischdampfern Wr den Fang. Tet Vertreter der englischen Admiralität erwiderte, .daß in­ folge des wachsenden Bedarfs zur Zeit an keine Freigabe von FischdaMpfern zu denken sei. Ta der Fang eines Fischdampfers in Friedens­ zeiten auf ein«: zwei bis dreiwöchigen Reise 100 000 Pfund Fische und mehr beträgt, so</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Site Besprechungen im deutschen Großen Hauptquartier gelten in erster Linie denje­ nigen militärischen Problemenen, bei denen ein Zusammenwirken Livischen Deutschland und 1 Oesterreich Ungarn in Frage steht. Ueber das Ergebnis wird voraussichtlich! eine haltamtllche Veröffentlichung berichten. Staatssekretär to. Kühlmann und Gras Czernin haben sich bei ihrem Zusammentreffen in Wien über die Vor­ aussetzung für die Wiederaufnähme der Friedensverhändulngen mit Rußland verständigt. Tiefe Bedingungen werden den Russen dem­ nächst mitgeteilt werden. Tie Friedensverhandlungen mit Rumänien werden morgen begin­ nen. ' ' Uebergangswirtschaft. In der Sitzung des' Reichstagsansschusses für Handel und Gewer­ be teilte der Vorsitzende mit, daß am 21. Febr. eingehende Verhandlungen zwischen dem Staatssekretär und dem Unterstadt SifeFretär des Reichswirtschaftsamtes einerseits und Vertre­ tern sämtlicher Reichstagsfraktionen anderer^ seits in der Frage der Uebergangswirtschaft stattfanden. Aus allen Seiten herrschte Ueber-, einstimmung darüber, daß auch nach dem Krie-' ge für die ersten Jähre besondere behördlich^ Maßnähmen, vor allem zur Behebung des Roh­ stoffmangels nötig wären. Demnächst soll dem Reichstage ein Entwurf zu einem besonderen Ermächtigungsgesetz für die Ueberganqswirtschaft zugehen. Alle Uebergangsmatznahmen von Bedeutung sollten mit dem Ausschuß für Handel und Gewerbe durchberaten werden. ' Vom Mörder des Erzhiertzogs Franz Ferdi­ nand. Aus Theresienstadt in Böhmen wird ge­ meldet, daß der Mörder des Erzherzogs Franz Ferdinand und der Fürstin Hohenberg, Princip, der bekanntlich die über ihn verhängte 20jähr. Kerkerstrafe in Theresienstadt verbüßt, vor eini­ gen Tagen im Garnisonsspitale operiert wurde. Infolge Knochenfraßes mußte ihm eine Hand abgenommen werden. | Ein polnisches Schreiben an den Kaiser. Tie "Köln. Volksztg." berichtet von zuverlässi­ ger Seite, daß ein Abgeordneter des polnischen Regentschaftsrates, der Adjutant .des -Erz­ bischofs von Kakowski, In Berlin eingetroffen ist, der dem Reichskanzler ein Handschreiben des Regentschaftsrates an den Kaiser überreicht häjt. 'Im ungarischen ^Parlament sprach! im Ver­ lause der Debatte über das Budgetprovisorium der 916g. Paul Farkas (Diszapartei) über die Außenpolitik der Kavoly-Partei. Tie Karolyp Partei behauptete einerseits, sie sei pine Ahhängerin des Bündnisses tritt Deutschland, an­ dererseits wolle sie eine Vertiefung des Bünd­ nisses und engere wirtschaftliche Beziehungen vermeiden. Redner meint, man solle jetzt die Aufmerksamkeit von den großen Zielen und großen Erfolgen des Bündnisses nicht ablenken. Zwischenrufe aus der Karolh-Partei: S8.tr wol­ len nicht alldeutsch werden!) Es fällt niemand ein. dies zu wollen. Wenn jedoch der Herr Abgeordnete Zeuge des Jubels gewesen wäre, mit dem im Herbst 1916 die deutschen Truppen, die zur Befreiung Siebenbürgens herbeigeeilt waren, von der Bevölkerung aufgenommen wurden, er würde nicht unkhin können, die heißesten Tankgefühle zu hegen, die jeder ehren­ hafte Ungar für unseren Bundesgenossen em­ pfinden muß. .(Lebh. Beifall.) Er stelle fest, daß die große deutsche Aryiee in den glorreichen Kämpfen hervorragenden Anteil an der Rück­ eroberung Siebenbürgens genommen hat, und es ist nicht richtig, diese Tatsache verdunkeln oder entstellen zu wollen. (Allgemeiner leb­ hafter Beifall.^ &gt; ‘ * -</p>
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          <p>Allerlei. Wegen Landesverrats. Dias Reichsgericht verurteilte wegen Landesverrats den Postaus­ helfer Joseph Diesenbach von Düsseldorf und den Bautechniker Philipp Krepel von Mün­ chen-Gladbach. zu je 7 Jähren Gefängnis und den Hilssdreher Julius Kaske zu 10 Jahren</p>
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          <p>Zuchthaus. Diefenbach war in der Lage, sich geheimzuhaltende Schriftstücke zu verschaffen, welche die drei nach bem 1 Ausland brachten, wo sie einen größeren Geldbetrag für die Schriftstücke erhielten. Ta diese aber unvoll­ ständig waren, entstand nur geringer Schaden. Das Gericht ncchm einen minderschweren Fall an. Tiefenbach und Kreppe! waren bet Be­ gehung der Tat noch minderjährig, j j Lias Reichsgericht verwarf die Revision des Maschinenwärters Reinhold Krug aus Nisma, der vom Schwurgericht Naumburg (Saale) am 10. Dezember des Vorjahres zum Tode verurteilt wurde, weil er in der Nacht zum 16. Juni des Vorjahres den Schulknaben Frie­ drich Keidel ermordet hatte.</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Osten. Berlin. 21. Febr. 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Telegramm unsres zum Ostheer entsandten . Kriegsberichterstatters. ; Riga, 20. Februar. 1 Als Antwort aus Trotzkrs schlecht verhüll­ tes Manöver, deutsche Geduld zu mißbrauchen, um im Hinterland eine Rote Armee auszustel­ len mit der Aufgabe, alle Randvölker und die Ukraine, die ehrlich Frieden, Freundschaft und Schutz bei uns suchten, blutig niederzuwerfen und danach di« Möglichkeit zu gewinnen, mit der siegreichen Äevolutionsarmee und dem Geist der Anarchie uns anzufallen, als eklrzig Mögliche Antwort auf den Ausvottungsversuch aller Teutsch ballen und aller nicht maximalistisch gesinnten Eschen und Letten erfolgte am 18. Februar mittags 12 Uhr, der Stunde des Ablausens des Waffenstillstandes, der Vor­ marsch der deutschen Armeen von Riga bis Kowel, auf der gesamten großrussischen Front. Nennenswerter Widerstand wurde von der zer­ fallenen russischen Armee nirgends geleistet. An der Riga-Front bewegte sich der Vor­ marsch planmäßig nach Livland hinein. Längs der Küste auf der großen Straße Riga—Wen­ den. Pskow, auf der dazwischen, liegenden Ne­ benstraße und weiter südlich über "Sunzel hin­ aus. Auf der Hauptstraße erreichten schon am 19. Stoßtrupps den Bahnhof Ranozki, wäh­ rend die Linie ^potap, Silan, Lember, Jnzeen, Widdrisch den Halbkreis des Vormarsches an­ gibt, eine Linie, die hvute schnell erweitert wurde. Tier Vormarsch jn das winterliche Land bet 8 Grad Kälte har viele Schwierigkei­ ten zu überwinden, aber die Notschreie aus Livland und Esthland, aus Reval und Tiorpat beschwingen den Marschschritt. Es ist keine po­ litische Sentimentalität, sondern einfach eine Pflicht, eine Notwendigkeit, 'um uns selbst zu achten, daß wir die Teutschen dort, die auf un§ ihre letzte Hoffnung setzen, vor schmachvollem Untergang bewahren, daß wir ein schwerblüti­ ges Volk wie die Esthen, das uns um Hilfe bit­ tet, nicht an Deutschlands Willen zum Helfen verzweifeln lassen, um es England in die Arme zu treiben, i Jeden Tag kommen Flüchtlinge aus Liv­ land und Esthland durch unsere Linie oder gehen über das Eis des Movnsundes nach Mvon und berichten über den Schrecken in ihrer Hei­ mat. Mt vielen habe ich gesprochen, es ist immer das gleiche Bild allerhöchster Todes­ gefahren für jeden Teutschen und jetzt auch für jeden Letten und Eschen, der nicht an Raub, Mord und Plünderung teilnimmt. In der Nacht vom "9. zum 10. Februar — in der Zeit, als wir uns von Herrn Trotzki Phrasen über russische Frecheitsbeglückungen vordeklamieren lassen mußten — wurden alle Teutschen in Livland und Esthland verhaftet. In Reval allein wurden etwa 1500 Männer aus Reval und Umgebung jn Gruppen zu 20 Mann nach dem Hafen geschleppt und in dem ElevatorenGebäude, dessen Keller voll Granaten und Sprengmunition lagen, eingekerkert, auch die Frauen wurden fortgeschleppt, später aber wie­ der freigelassen. Durch Hunger und Entbehr­ ung sind schon eine Anzahl gestorben, andere wurden geisteskrank. Jedes Gefühl empörend sind alle diese Berichte, vielleicht am ergrei­ fendsten der eines Torpater Herren, in dessen Haus die Roten Gardisten in das Schlafzimmer der ein Kind erwartenden Frau drangen, wäh­ rend der Mann wie Än gehetztes Wild auf der Straße Umherirrte Und den Lichtschein tm Fen­ ster seines Hauses sah'. Ter Eigentumsbegriff hat amtlich aufgehört, aber nur für die Nichtmaxtmalisten, denn die Rote Garde darf Rin­ ge, Gold, Silber rauben und nach Räubev. hauptmannsmanier, Permögen zusamlmenstehltzn. Aber nicht nur Fllichtlinge erscheinen aüj Moon, sondern auch Abgesandte der esthnischen Regimenter, die nur zum kleineren Teil Maximalisten sind. Sie bäten um sofortige Besetz­ ung des Landes "da auch allen Esthen das Messer an der Kehle sitze!" Alle Bedingungen wären gleich, denn wenn Deutschland nicht so­ fort helfe, wäre der Untergang des deutschen und esthnischen Bürgertums besiegelt. Zum Schluß noch ein paar Sätze aus den Unterredungen, die die Lage grell beleuchten: "Tie Propoganda der Engländer, auch in der Lokalpresse, wird täglich eindringlicher". "(Sjtn Teil d er Geschütze der Revaler Befestigungen sind nach Finnland gebracht worden gegen die Weiße Garde." "Es werden Bauern- unb Rittergüter zu guten Preisen für englische Rechnung gekauft." "Tie gesamte Flachsernte Livlands und Esthlands, groß genug, Deutsch­ land zu versorgen, ging nach England, und man wolle sie sich weiter sichern." Das Politische dieses Vormarsches ist mit Händen zu greifen, und es wird tief wirken trotz allen Geschreis, das das Gewicht von Tatsachen noch nie umgeworfen hat. ^Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter</p>
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          <p>Letzte Posten. Reue U.B»otserf-ls-. V WTB. Berlin, 24. Februar. (Amtlich h Neue U-Bootserfolge auf dem nördlichenAriegsschauplatze: *"19000 Brutto-Register-Tonnen. Unter den versenkten Schiffen befanden sich, "der englische Truppentransportdamqfer "Tuskania", 14 348 Tonnen, mit amerikanischen Truppen an Bord. Ter Dampfer wurde vor dem Einlaufen in die irische See in geschicktem Angriff bei stärkster feindlicher Gegenwirkung aus einem Geleitzug, an dessen Spitze er führ, herausgeschossen. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Tier Großherzog von Mecklenburg-Strelitz ge­ storben. WTB. Neu-Strelitz, 24. Febr. (Awtlich.) Plötzlich und unerwartet ist Se. K. Höh., der Großherzog Adolph Friedrich VI. aus die­ sem Leben abgeschieden. Ties erschüttert durch diesen furchtbaren Schicksalsschlag "steht 'das großherzogliche Haus und mit ihm das ganze Volk an der Bahre seines im blühenden Alter Heimgegangenen geliebten Landesherrn. ' Adolph! Friedrich VI., Großherzog von Mecklenburg, Fürst zu Schwerin und Ratzeburg, K. Hoheit, war geboren am 17. Juni 1882. Er folgte seinem am 22. Juli 1848 geborenen und am 11. Juli 1914 gestorbenen Vater, Groß­ herzog Adolph Friedrich. ! Ter Großherzog, der sich aus einem Spa­ ziergange befand, wurde mit einer Schußwunde in der Brust tot aufgefunden. Einzelheiten feh­ len noch. Mecklenburg-Strelitz fällt jetzt'voraussicht­ lich an Mecklenburg-Schwerin, zunächst in "'Per­ sonalunion. ' Wiederbeginn der Verhandlungen in BrestLitowsk. • Berlin, 24. Febr. In Wiener unterrich­ teten Kreisen wird laut "Berl. Lokalanz." an­ genommen, daß die Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk in dieser Woche beginnen werden. Die Cntentedelegationen in Petersburg sollen in den nächsten Tagen die russische Hauptstadt verlassen.</p>
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          <p>infolge der Unmöglichkeit, einen besonders brei­ ten Riemen zu ersetzen, eine Neuanlage längere Zeit nicht in Betrieb genommen werden, so daß, eine Schädigung unserer Kriegsmacht vorlag. —* Der letzte Februarsonntag brach­ te uns warmes mildes Vorfrühilingswetter. Von Mittag an blieb der Himmel zwar bewölkt, doch hielt die warme Temperatur an. Immerhin hielt sich der Ausslugsverkehr infolge der schlechten Beschaffenheit der Straßen in der Umgebung in mäßigen Grenzen. —* Di. e Rechnung der gemeindlichen Aufivendungen für das Stadttheater im Jahre 1915 läßt bei, 5567, Mk. Einnahmen und 8236 Mark Ausgaben eine Mehrausgabe von 2668 Mark ersehen. Tie Vermögensrechnung weist bei. 7775 Mk. Vermögen und 2668 Mk. Schul­ den 5106 Mk. Reinvermögen aus. &gt; —* Die städt. Pensionsanstalt hatte im Jahve 1915 bei 40 680 Mk. Einnahmen und 38 245 Mk. Ausgaben eine Mehreinnahme von 2435 Mk. Das Reinvermögen beträgt 296 771,85 Mk. ' Be völkerungs politische Vor träge. Durch den verwerflichen Munitions­ streik ist das alte Wort, daß der Deutsche nur durch den Teutschen zu besiegen ist, roicotr in aller Mund gekommen. Ost im Laufe der * Geschichte war der Teutsche nähe daran, die$ ses Wort in die Tat umzusetzen und am größI ten war die Gefahr, als er seinen eigenen l Nachwuchs zu beschränken begann. Aber je gröi ßer Die Gefahr, desto gründlicher die Umkehr. I In den Parlamenten wurde die Bevölkerungsi frage behandelt und die Folgen zeigen sich ! schon jetzt in der Bevorzugung kinderreicher [ Familien bei den Kriegsteuerungszulagen und I werden in den neuen Gehaltsordnungen ersti recht zum Durchbruch- kommen. Bevölkerungs-| politische Bücher erscheinen, Presse und Flug« &gt; schriften tragen die Aufklärung in die brei­ testen Schichten, eine eigene Zeitschrift ist im Entstehen. Neue Gesellschaften mit dem ausge­ sprochenen Zweck, für eine gesunde Bolksvermchvung zu wirken, bilden sich; alte raffen sich zu neuem Leben auf. Selbst Vereinsgruppen, denen die Frage fern zu liegen scheint, I greifen helfend.ein, wie z. B. der Leipziger Le'hrerverein, der eine Reihe von Vorträgen über Bevölkerungspolitik unter lebhafter An­ teilnahme veranstaltet hat. Vom Reiche unjterstützt, ist vor allem die deutsche Gesellschaft für Bevölkerungspolitik, die Männer und Frauen aus allen Ständen und allen Rich­ tungen umfaßt, in den Mittelpunltz getreten; sie ist auch daran gegangen, durchs lebendige Wort in Vorträgen für Wachstum und Kräf­ tigung des deutschen Volkes zu wirken. Durch das Entgegenkommen des Magistrats, der zu diesem Zwecke das, Stadttheater überließ, kann hier selbständig gleichfalls mit Vorträgen ein­ gesetzt werden, zunächst mit einem Probevortrag ,',Tie deutsche Frau und die deutsche Zukunft", der morgen Dienstag abends 8 Uhr stattfindet. Bei entsprechender Anteilnahme sollen in der Folge durch hiesige und auswärtige Redner die Grundfragen der Bevölkerungspolitik zur Erörterung kommen, damit alles geschehe, um deutsche Volkskraft zu mehren und Deutsch­ land seine bedeutungsvolle Stellung im Rate ».der Völker auch fürderhin zu wahren. |1 i -* Einbruchsversuch! e wurden wiederDlt nachts tm Wiener Kassie unternommen. Mn ist den Tätern auf der Spur. —* $ ec I o re n hat gestern eine Bauersfrau der Umgebung ihre Geldbörse mit ca. 40 Mark Inhalt. Ein Finder hat sich nicht gemeldet. —* Gefunden wurde gestern am Friedhöfe von einer hiesigen Frau eine Handtasche mit 28 Mark Inhalt. Tie ehrliche Finderin brachte die Tasche zur Polizeiwache, die sie der bald darauf sich meldenden Verliererin wieder Wlweisen könnte. —* Di e Landesbran.dve rsicher»ngsanstalt hat auch heuer der Stadt einen Zumschuß von 1050 Mark gewährt, wofür in der letzten Magistratssttzftng der Tank zum Ausdruck gebracht wurde. -* Jugend für so rgeheim. Ter Magi­ strat gewährte auch für das heurige Jahr einen Jahresbeitrag von 10 Mark für das Münchener Jugendheim, in dem auch Landshuter Jugend­ liche Aufnahme finden. Ter Zuschuß soll bis zur Errichtung eines eigenen Heimes in Landstzut fortgewährt werden, für welches bereits «in Baufond von 40 000 Mark vorhanden ist. Zum Offitziersste llvertreter beför­ dert wurde der Vtzefeldwebel Xaver Ho, bei ei­ nem bayer. Ers.-Jns&gt;Rgt.j Müller der Verei­ nigten Kunstmühlen hier. —* Schlechte Fleifch belieferung. Nach einer in der Magistratsifitzung am letzten Samstag gebrachten Mitteilung find non oer Kleijchverteilungsstelle für einen durch, Martenablieferung nachgewiesenen Verbrauch von 6-51 Kilogramm nur 5610 Kilogramm angeliefert worden. Ta deshalb ein Fehlbetrag von rund 640 Kilogramm vorliegt, mußte in dieser Woche bei den Metzgern die Abgabe von Fleisch um ein Zehntel der Markenmenge gekürzt werden. Ter Fehlbetrag ist, wie festgestellt wurde, weniger auf die Zahl, als aus das geringe Durchschnitts­ gewicht der angelieferten Viehstücke zurückzu­ führen, von denen Schweine durchschnittlich nur 38 Kilo Großvieh jm Durchschnitt nur 247 Kilo wogen. Bei letzteren ist dies das schlech­ teste Durchschnittsgewicht seift Monaten. —* Erhöhung des Kartosselprei­ fes. Tiie städt. Lebensmittelstelle teilte dem Itadtmagistrat mit, daß zwar seijr 15. Dezember »or. Jrs. die Schnelligkeits-Prämie für Lie­ ferung von Kartoffeln in Wegfall gekommen fei, daß aber jetzt eine Lagerungsgebühr von 1 Mark für den Zentner zu bezahlen sei. In­ folgedessen käme der Zentner Kartossel dem Kommunalverband selbst aus ungesähir 7 Mark pro Zentner. Bisher wurde an Minderbemit­ telte der Zentner Kartoffel für 5 Mark, für Die übrige Bevölkerung um 7 Mark abgegeben. Lies lasse sich jetzt nicht Inehr halten und müsse daher der Zentnerpreis hür Minderbe­ mittelte aus 7 Mark (den ungefähren Selbst­ kostenpreis) und für die übrige Bevölkerung iuf tz^Mark festgesetzt werden. Jm Magistrat vurde die verlangte Einlagerungsgebühr als fehr hoch befunden und betont, daß früher ein w. Verlust am Einlagern den Produzenten traf, jetzt aber dem Konsumenten auferlegt «erde.' Es seien bis jetzt ca. 500 Ausweise für billige Kartoffeln vorhanden, was bei dem ge­ genwärtigen Preise einen Ausfall von 1500— 2000 Mark im Monat und ein Jahresdefizits WN 15—18 000 Atari ergeben würde. Den ms der Abgabe öo»i billigen Kartoffeln ent­ stehenden Mindererlös har der Kommunaloer­ band zu tragen. Immerhin müsse dieser auf rin erträgliches Maß gebracht werden. Ter Magistrat stimmte der beantragten Preiserhöhimg zu. —* Treibriemen diebsth-le sind jetzt in der Tagesordnung. Infolgedessen dürste ein llrtei! interessieren, das von dem außerordent­ lichen'Kriegsgericht der Festung Köln erlassen vurde. Dieses verurteilte einen — übrigens schon vielfach vorbestraften — Arbeiter, der für 5000 Mark Treibriemen gestohlen hatte }u neun Innren' Zuchthaus. Das Kriegsgericht vertete die Tat als vollendeten Landesverrat in Tateinheit mit schwerem Einbruchdiebstahl, veil die entwendeten Treibriemen für den Brrrief) von int Heeresinteresse arbeitenden Fa­ briken unenrböhrtich waren. Namentlich konnte</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Bo» de» Forstbcanrte» fielen nach einer Mitteilung des Finanzminrsters von Breuchig* 125 int Kriege. Ueber sie Beschäftigung der barer. Mühle« gab in der 'Abgeordnetenkammer Oberst Hörnte Aufschluß dahin, daß von Seiten der bayer. Proviantämter 132 Mühlen beschäftigt sind, darunter 116 Wassermühlen beliefert wurden. Tie .Stoufuiiisvcreinofragc wurde in der Abgeordnetentammer behandelt. Abg. Osel I regte hierbei an, einmal ernstlich oen Versuch | zu machen, prohibierend auf die Konsumver­ eine einzuwirken und die Frage zu prüfen, ob sich der Mittelstand, besonders der Tetailhanbei, nicht zusammenführen lasse, um die Mög■! lief)feit zu schassen, den Abnehmern des Terail' Handels die gleichen oder ähnliche Vorteile Zu verschaffen, wie sie die Mitglieder der KonsumVereine haben. Staatsrat von Meine! führteaus: Tie Staatsregierung steht auf dem ^Stand­ punkt, daß 'die Staatsbeamten fn ihrer wirt­ schaftlichen Betätigung sich geioiffe Schranken auferlegen sollen, die Freistehenden nicht in diesem Maße gezogen sind. Allgemein staatspvlitische Erwägungen sollten dähin führen daß die Beamten sich sagen, wir dürfen uns nicht so organisieren, um einem verrächtlichen Teil des Mittelstandes Vas Brot wegzunehmen. Wir verkennen nicht, daß der Staatsxegierung ein Verbot auf diesem Gebiete gegenüber den Staatsbeamten nicht möglich- ist. Aber die Staatsregierung wird keine Zweifel darüber aufkommen lassen, daß die Beamtenkonsuln­ vereinsbeteiligung von khr als eine unerfreu­ liche Erscheinung betrachtet tofrb und von Mk mißbilligt werden muß. Tie Beamten sollten bedenken, daß die Berufsstände aufeinander angewiesens ind, Tem Wunsch, durch Ausffärung zu wirken und größere Klarheit zu schaffen über die wirtschaftlichen Folgen ‘bet ^Konsumverei'nsbewegung, werden wir nach Möglichkeit nachkommen. Die Hauptsache scheint aber zu fein, daß sich- der Handel ernst­ lich bemüht, den Weg der Selbsthilfe zu beschrch» ten. Ter Kleinhandel muß sich die Vorteile des Großeinkaufes wie die Konsumvereine ver­ schaffen. Tie Regierung wird ihrerseits aller tun, um es auch dem Kleknhandel zu ermögstchen, sich in rationeller Weise durch Zusammen­ schluß oder auf andere Art den modernes Anforderungen der Güteroerteilnng mögliW gewachsen zu zeigen. Wir dürfen hoffen, daß auch dieser Stand nach dem Kriege, wenn auch an Zahl verringert — was kein wirtschaftli, Schaden ist —, 'seine ^ExistenzßäGgkeit nach vor behalten wird.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Justizdienst. Ter Gerichtsassistent außstr dem Status bei dem Amtsgerichte Grafenau Georg Klimm wurde aus sein Ansuchen ß» etatsmäßiger Weise auf die statusmüßige Stellv eines Gerichtsassistenten bei dem Aimtsgerichre Schweinsurt versetzt.</p>
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          <p>Niederbayer. Schwurgericht. Straubing, 23. Febr. (Schwurgericht.) Me bei dem Bauern Max Pilger in Kaltwasser bedienstete Magd Lina Holzbauer Hatte sich mit dem gleichfalls dort Arbeitenden gefange­ nen Fränzosen Regme in intimere Beziehun­ gen eingelassen und wurde deshalb wegen un­ erlaubten Verkehrs mit Gefangenen trotz ihres Läugnens vom Schöffengerichte Waldkirchen zur Gefängnisstrafe von 6 Wochen verurteilt, ihre eingelegte Berufung wurde von der Straf­ kammer in Passau verworfen. Nach der Be­ hauptung des Franzosen soll auch Pilger mit der Holzbauer intimeren Verkehr gepflogen (jaben, was Pilger jedoch unter Eid in Abrede stellte .Tiefe Aussage bildet nun an Flagege* maß einen Meineid, er jedoch bleibt daraus stehen die Wahrheit beschworen zu haben, bier Holzbauer gab heute entgegen ihrem früheren , Leugnen zu,, daß sie mit dem Französin tzu I tun 'hatte, stellte aber Dies auch heule mit - Pilger in' Abrede. Tie schwurgerichtliche Ver­ handlung endete schließlich mit der Freispre­ chung des Pilger von der erhobenen Anklage wegen Meineids.</p>
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          <p>6. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut Vorsitzender: Oberbürgermeister Hofral M au schall. Samstag, 23. Februar 1918. Ausgewiesen wird aus die Tauer von 2 Jähren aus Landshur und Umgebung der be­ reits 43 Mal vorbestrafte Hafnergehilse Karl Köchelin von Nürnberg. | Die Konzession zur pachtweisen Aus; Übung der Gastwirtschaft zum Frühilingsgarten jj erhält der Metzger und Mehhändler Micha. 5 Maier von hier. Staatsgebühr "28 Mark, 58-= i schlußgebühr 15 Mark. . 1 .., ,,</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Aus der Ukraine. Verhaftete Bolschcwiki-Ngitatoren. v Aus Krakau lvird berichtet: Tie Dobrowaer "Gazeta PolSka" meldet, daß in Toürowa durch die Okkupativnsbe'hürden drei Bolschewijki-Agfitatoren verhaftet wurden, die aus Rußland durch die Front eintrafen. Tie bei ihnen ge­ fundenen Papiere und Proklamationen zeigen deutlich auf eine plangemäße in den polnischen Gebieten geübte Bolschewiki-Agitation. Niederlage der (5-harkvwer Radi? Aus Wien wird berichtet: Tas in Charkow erscheinense Blatt "Jujhni Krar" meldet, daß die von drei Personen geführte bolschewikisch« Rada ht. Charkow sich nicht behaupten konnte und nach Petersburg geflohen sei. Tie Kiewer Zentralrada 'habe somit auch in Charkow wre} der die Oberhand. — Tie Meldung ist noch nicht bestätigt.</p>
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