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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-02-26"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 46</biblScope>
          <date when="1918-02-26">1918-02-26</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Der Kanzler über die Lage. Die Friedeusverhaudtnnge« mit Rußland wieder aufgenommen, jene mit Rnmöniea haben begonnen. - Reval, Dorpat «ad Pskow in nnferer Hand, Schitomir besetzt.</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Set leatfee BerW. , 1 WTB. Berlin, 25. Februar 1918. ' Großes Hauptquartier: i «-»Nch-r .Vielfach Artillerie- und Mnenwerferkampf. An verschiedenen Stellen der Front Erkund­ dungsgefechte, die uns östlich von Airmentieres Gefangene und Maschinengewehre einbrachten. DestNcher Heeresgruppe Eichhorn. Unsere Truppen besetzten Pernau. Ein esthnisches Bataillon hat sich dort dem deutschen Kommando unterstellt. Ihrer Division voraus -haben gestern vormittags die Sturmkompagnle 18 und die 1. Schwadron Husarenregiments 16 Dorpat genommen. Auf dem Wege dorthin wurden 3000 Gefangene gemacht und viele hundert Fahrzeuge erbeutet. Diese "fliegenden Abteilungen haben somit in fünfeinhalb Tagen über 210 Kilometer zurückgelegt. Heeresgruppe Linsinge« In Rvwno ist der gesamte Stab der russi­ schen besonderen Armee in unsere Hand gefal­ len. Ihr Oberbefehlshaber war entflohen. Borrruppen erreichten Shitomir und nahmen dort Verbindung mit ukrainischen Truppen auf. Von den anderen Kriegsschauplätzen nicht Neues. i Der 1. Generalcmartiermeisterr Subenb or, f. WTB. Berlin, den 25. Februar 1918. Amtlicher Abendbericht: Stadt und Festung Reval wurde« fymie 1» Mr 30 Min. vormittags nach Kampf be­ setzt. Pleskau (Pskow) südlich vom Peupussee ist in unserer Hand. Ar öst«r.-W. Bericht. WTB. Wien, den 25. Februar mittags. An der Piave war die Artillerietätigkvjstz lebhaft. Bei' der Heeresgruppe Linsingen haben deutsche Vortruppen in Schitomir die Verbin­ dung mit den ukrainischen Truppen aufgenomJXMt.</p>
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          <p>Aus Rußland. Sirs Stand recht in Rußland. Havas meldet aus Petersburg: Tie Re­ gierung hat das Standrecht erklärt. Alle aus­ ländischen Agenten, Spekulanten, Herumstrei­ fer. Agitatoren und Spione werden mit dem Tode des Erschießens bedroht. Niederlage des Generals Mexejew. &gt; Aus Basel wird berichtet: Es bestätigt sich daß die Abteilungen des Generals Alexejew, die in der Gegend von Worvnesch operieren, eine schwere Niederlage erlitten habvn. Tie Ko­ saken wurden umzingelt uttd mußten die Waf­ fen strecken. f Hungersnot in Rußland. Tie Hungersnot im Gouvernement Mos­ kau nimmt schreckliche y-oritten an. Iw, Gouver­ nement Twer Hungert eine Million Menschen. Gewaltsame Lebensmittelenteignnng in Rußland. Um die nötigen Lebensrnittel gewaltsam zu enteignen, hat das Ernährungskomitee nach allen Gegenden Rußlands besondere Kommis­ sionen entsandt, die von Militärabteilungen begleitet sind. Im südöstlichen Rußland leisten die Bauern den Kommissionen Widerstand. In einem Ort bei Tambor empfingen die Bauern die Kommission mit Maschinengewehren, ver­ barrikadierten sich und zwangen die Kommis­ sion samt dem Militär zum Rückzüg. Russische Kriegsplänc. WTB. Berlin, 25. Febr. Russische Os-, fiziere erzählen, daß die Bolschewik ihr Frie-' densangebot benützen, um den deutschen Vor­ marsch zu verzögern und die Bildung einer Rosen Garde-Armee zu ermöglichen. An Stelle pon Krylenko sei, Moncz Brujewiez GeneraKfst-mus und Diktator geworden, der den Krieg bis aufs Aeußerste proklamierte. , Was wirb aus der russischen Flotte? 1 Nach einer Meldung des "Allgemeen Han­ delsblad" fragt man sich in englischen Krei­ sen, was mit der russischen Flotte geschehen, wird. "Daily Graphic" befürchtet, daß sie in die Hände der Teutschen fallen wird. An der Ostsee befinden sich vier russische Schlachtschiffe, einige Kreuzer und etwa 40 Torpedoboote^ Tie "Daily Mail" schreibt, daß sich. 5 russische Treadnoughts in der Ostsee befinden. Das Blatt hält es nicht für artsgeschlossen, daß dieSchwarze Meerflotte das Schicksal der Ostseeflotte hei­ len wird.</p>
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          <p>Finnlands Freiheitskampf. Ans Finnland. Aus W^sa wrrd berichtet: Ter Generalquarttermeister teilt u. a. mit, daß Varkaus an der Savolaks-Front nach hefttgem Kampfe vor­ gestern eröberr worden Ist. Tausend.Gefangene, wurden gemacht und eine Menge Gewehre er­ beutet. Im Bericht des Grstppenbefehlshabersi find die Leutnants von Zoedwitz und Gronstadt besonders hervorgehoben. An der Karolenfront wurden am 20. Febr. drei Maschinen­ gewehre erobert. Bei Ranto würde die Grenz­ wachmannschaft von dem überlegenen Feind gezwungen, sich etwas zurückzuziehen.</p>
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          <p>Aus der Ukraine. Ans der Ukraine. i Aus Worvnesch wird gemeldet, daß in der Nähe von Kiew« 200 000 ukrainische Solda­ ten zusammengezvgen wurden; ein Teil der ukrainischen. Armee wird nach Podolien und Wolhynien gesandt. In der Nähe von Kvzatyn und Zolaumowv wurden drei Bolschewik-Re­ gimenter entwaffnet, die geschworen hätten« gegen die Ukraine nicht zu kämpfen; ebenso wur­ den die Bolschewik in Brailowo entwaffnet^ Tie Kämpfe im Charkower Gouvernement und in Jekaterinvslaw wiederholten sich. ■ &gt;</p>
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          <p>falls den offiziellen Sozialisten zu. Dabei kam es zu wilden Unterbrechungen und wüstem Ge­ schrey bei dem beide Parteien einander als Perräter beschimpften. Sonnino. gab in der italienischen Kammer Erklärun­ gen Zu den Reden des Grafen Hertling und des Grafen Czernin ab, die im wesentlichen eine Ablehnung von Friedensverhandlungen in sich schlossen. Schließlich betonte er die Unmöglich­ keit, die neue russische Regierung.anMerkennen. Iprrrnug -er itolrcnisch-fchweizrrischen Grenze. Tie italienische Grenze bei Chiasso ist ge­ stern abends gesperrt worden. ,, ,</p>
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          <p>Am Balkan. A« Man. Bulgarische Hoffnung. Ans Sofia wird berichtet: Vor seiner Ab­ reise nach Bukarest beanspruchte der Finanzminister in der Sobranje eine Milliarde Kriegskredite und sagte, er hoffe, bald in der Lage zu sein, die Erklärung abzugeben, daß diese schwere Last nicht von Bulgarien getragen werde. Griechische Alobilificrung. Ueber Lugano wird berichtet: Griechenland beruft weitere fünf "Jahrgänge ein.</p>
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          <p>Der Luftkrieg. Oefterreijchische Fllegerersolge. Fllis dem Kriegspressequartier wird ge­ meldet: In der Zeit vom 20. bis 32. Februar gelang es österr.-ungar. Fliegern vier feind­ liche Äpparate zum Absturz zu bringen.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. r senen Lotsen kein Zweifel darüber bestehpn, daß England sich wieder einmal eine flagrante Verletzung der norwegischen Souveränität hat zuschulden kommen lassen. . Auszeichnung der Heide« des "Wolf". Anläßlich der Rückkehr von S.M. Hilfs­ kreuzer "Wolf" hat der Kaiser an den Komman­ danten, Fregattenkapitän Nerger, nachstehendes Telegramm gerichtet: "Ich heiße Sie und Ihre tapfere Besatz­ ung nach langer erfolgreicher 5breuz fahrt durch alle Ozeane herzlich willkommen in der Hei­ mat. Indem ick Jhinen hiermit den Orden Pour le tnerite verlmhe, lasse ich für Stab und Be­ satzung des Hilfskreuzers eine Anzahl Eisenec Kreuze 1. und 2. Klasse folgen. Ihnen allen wünsche ich. frohes Wiedersehen mit den Ihrigen und gute Evholung nach langen Entbehrungen und Anstrengungen. Wilhelm." Englische Verletzung der norwegischen Neut­ ralität. Christiania, den 24. Febr. Ter deutsche Dampfer "Biaritz" von der Gesellschaft ArgoBremen ist am 22. ds. 10 Uhr vormittags bei Buholmen-Feuer, wie die beiden an Bord ge­ wesenen norwegischen Lotsen bekunden, in sol­ cher Nähe von der Küste, daß die Menschen dort gesshvn werden konnten, durch ein unbekanntes englisches Kriegsschiff gekapert und westwärts weggeführt worden .Tie Lotsen versichern auf das Besttmmteste, daß der Dampfer innerhalb der norwegischen Hvheitsgewässer aufgebracht worden sei. &gt; i Das gleiche Schicksal ereilte den-deutschen Dampfer "Düsseldorf", der von Narwik mit Kiesladung unterwegs war, der ebenfalls, am 22. ds. bei Buholmen-Feuer innerhalb der nor­ wegischen Territorialgrenze von einem engli­ schen Hilfskreuzer gekapert wurde. An Bord die­ ses Dampfers waren außer der Besatzung vier Norweger, zwei Lotsen und zwei Zollbeamte, die bei Buholmen-Feuer gelandet worden find. • Tie norwegische Negierung hat dem Ver­ nehmen nach eine sofortige Untersuchung ein­ geleitet und ein besonderes Schiff nach Buhol­ men-Feuer zwecks Vernehmung des dortigen Leuchtturmwärters entsandjt. In beiden Fäl­ len kann nach den Aussagen der an Bord gewe-</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Osten. Kriegsöriesr ans bem Osten. i Berlin, 21. Febr. 1918 | sllnberechtlgter Nachdruck, auch mWuaSwtfe, $ verbsten.l I Telegramm unsres zu« Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. y Nordostfvont, 20. Februar. Wie auf der ganzen großrussischen Front zeigten am 18. Februar 12 Uhr Kanonen­ schüsse den Ablauf des Waffenstillstandes an. Gleichzeitig setzten sich deutsche Truppen im Abschnitt Trhswiath-See—Jlluxt in Vormarsch auf Tünaburg. Unsere Flieger meldeten nach 12 Uhr, daß die russischen Stellungen größten­ teils unbesetzt und alle Brücken über die Tiüna unversehris eien. Tie Kolonnen gingen dann aus verschiedenen Straßen vor. Auf der großen Straße Nowo-Alexandrowsk—Tünaburg sau­ sten Motorsahrer von Sedischkt ab, Keßen schnell die zerfallene große Straßenblende, die ein­ mal gegen russische Sicht gedeckt hatte, hinter sich, passierten das Niemandsland und über­ rumpelten die Posten. Tann fuhrsn 12 Uhr 13 Lastautos mit 2 Kompagnien gegen die Tüna die sie ungehindert erreichten. An der großen Eisenbahnbrücke bekamen sie durch rusI fische Wachmannschaften und von der Zitadelle Feuer ,es gelang aber, die Sprengkabel an der großen Eisenbahnbrücke rechtzeitig zu durch­ schneiden . Auch die zweite Brücke und die Holzbrücke, die mit Petroleum getränkt waren, wurden rechtzeirig genommen und ihre Zer­ störung verhindert, das war nach ein Uhr. Um 4 Uhr nachmittags war die Stadt ohne Widerstand besetzt. Durch fortwährende Angriffe unseretFlieger aus führende Züge östlich Tünaburg und zahlreiche Bahnzerstörungen durch Fliegerbom­ ben auf der Bahnstrecke Tünaburg—Rieshiza wurden mehrere Züge zum Umkehren nach Dünaburg gezwungen und die Beute an rollendem Material vermehrt. Auch erregten die Jagd­ flieger durch Angriffe gegen den Bahnhof Tubno nordöstlich Tünaburg und die Seenenge bei Whschki unter den dichten flüchtenden russi­ schen Kolonnen Panik und Auflösung. Tie Gegenwirkung gegen dieFlieqer war stellenweis recht heftig. I ( Am ersten Tage wurde fn totftetem Vor­ marsch folgende Linie erreicht: TrhswiatyvSee, Skrudelino, Lstrand Tünaburg, und nach Nor­ den wurde bis in die Höhe von Tweten vor­ gestoßen. Tie Beute ist unabsehbar, Vorläufig wurden gezählt: über 200Geschütze, weit über 1000 Fahrzeuge aller Art, 22 teilweise unbe­ schädigte Flugzeuge ^5 Funkerstationen, 70 meist sofort fahrbare Kraftwagen, 2 Panzerautos, 50 Lokomotiven — von denen 40 sofort ver­ wendbar sind — 500 Eisenbahnwagen. Am zweiten Tag ging der Vormarsch bei klarem Frostwetter planmäßig weiter. Ter Bahnhof Tubno wurde durch unsere in Auto­ kolonnen vorwärts geworfenen Truppen ge­ rade in dem Augenblick erreicht, als ein Zug aus Petersburg mit 40 Wagen eintraf; er wurde erbeutet: ebenso zahlreiches Material | in Tubno selbst. Die Versuche der Russen. I den Vvrrnrasch aufzuhalten, scheiterten überall, vor allem an der Warschfreudigkeit undSchnelligkeit der Truppen, die von der Bevölkerung überall freudig begrüßt wurden. Selbst viele russische Offiziere grüßten die Deutschen als Befreier von dem Elend der Anarchie: "Tie Ordnung marschiert ein in Rußland!" Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Berlin, 22. Februar 1918. sllnberechtigter Rackidruck. and) uuasuaowem, verboten?» Telegramm unsres zum Ostheer entsandten ; Kriegsberichterstatters. | j Nordostfront, 21. Februar. I* Bei starker Kälte, die nachts bis 16 Grad I steigt, und hellem Wetter geht unser Einmarsch auf den vereisten Wegen schnell und planmäßig werter. Eine besondere Schwierigkeit hatten lj:e Regimenter zu überwinden, die von Mvon aus über das Eis des Sundes nach Esthland einmar­ schierten. Tie Eisdecke war schon am 17. Febr. 25—35 Zentimeter dick und wurde seitdem täg­ lich um 2—3 Zentimeter stärker, aber das Eis war in Schollen gefroren und bot namentlich den Bagagen ungeheure Hindernisse. Trotzdem kamen unsere nördlichsten Truppen schnell vorivärts, nähmen Leal, wo sie etwa 100Gefangene einbrachten, und erreichten Hapsal. Eine Kolonne war über die keine Insel Worms, die von den russischen Posten schon seit einiger Zeit verlassen ist, gezogen, zwei andere, mehr südlich mit dem ersten Ziel Leal, toaren über, die Jnselchen Paternoster und Schildau gegan­ gen, Schildau, bei der 'unter dem Sundeis das Wrack der "Slawa" aus dem Seegefecht im Moonsund liegt. ! 1 Tie aus dem Halbkreis um Riga vorgehen­ den Kräfte haben die Zone, die im Herbst zwi­ schen beiden Armeen lag, und in der Straßen und Dörfer in besonders traurigem Zustande toaren, erreicht. Mit der Einnahme der hüb­ schen, einmal so sauberen Kreisstadt Wenden war hier ein Abschnitt erreicht. Wenden mit der Ruine seines Ordensschlosses, in dem der Ordensmeister Plettenberg residiert hatte zu Livlands größter Zeit, ist den Balten besonders ans Herz gewachsen, weil sich hier alljährlich die alten und jungen "Rigaer und Torpater Studenten trafen. Jetzt fand man den roten Ziegelsteinbau des Gymnasiums als Pferdestall Vor. Ter Schmutz auf den Granitstufen zum Speisesaal lag so Hoch, daß die Pferde der rei­ tenden Roten Garde mühelos wie auf einer Rampe in den Saal konnten. ' Unsere vorwärts drängenden Staffeln hiel­ ten sich nicht lange auf und erreichten schon heute Mittag um 1 Uhr das Städtchen Wolmar (etwa 5000 Einwvhuer), von wo sich die Straße nach Pernau von der .großen Strahl nach Pleskau abzweigt. Zwischen Wolmar und der Küste war fast kerne Fühlung mit den wei­ chenden Russen mehr. Weiter nördlich! wurde Spandau an der Kleinbahn Wolmar—Hahhe nasch erreicht, ein Vormarsch von atemrauben­ der Schnelligkeit, der das glänzende und feste Triebwerk unserer Slirmee wieder beweist. Rolf Brandt. Kriegsberi&lt;^terstatter.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Seinen 70. Geburtstag feierte gestern Kö­ nig Wilhielm II. von Württemberg. i (Line Stimme der Gerechtigkeit - Dem "Neuen Wiener Tagblatt" erscheint es unver­ ständlich und unentschuldbar, daß man in den verflossenen Tagen im Wbgeordnetenhause aus dem Munde der Polen und von manchem Mit­ läufer anttdeutsche Reden von solcher Heftig­ keit zu hören bekam. Man müsse erschrecken vor dem Hang zur Entstellung, mit der die unbezwingbare Grüße unseres Bundesgenossen verkleinert, sein Tun 'verdächtigt und fein Wol­ len mißdeutet wurde. Ministerpräsident bon | Seidler sei in seiner letzten Erklärung Dem' ungestümen Schmähen und Verdächtigen ent­ sprechend entgegengetreten und habe dabei end­ lich ein paar frostige Worte gebraucht. . Tvs Blatt schließt: Oesterreich-Ungarns Zuffmft ist an der Seite Deutschlands; diese Gewißheit kann kein Haß und kein Neid mehr hindern, ebensowenig jene Kurzsichtigkeit, die me|nt, mit ein wenig Nörgelei gegen Deutschland ihren österreichischen Patriotismus um so heller er­ strahlen zu lassen.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. AIs Bayer. Bevollmächtigter zu den Arie« densverhandlungen wurde an Stelle des er­ krankten Grafen Podewils der Geh. Legations­ rat der baher. Gesandtschaft in Berlin Tr. v. ! Schön abgeordnet, der bereits nach Rumänien abgereist ist. (Sitten Waldsriedhof errichtet die Stadt Füssen. Las Gelände im Umfang von nahezu 18 Tagwerk ist bereits gesichert. Tie Genehmi--.</p>
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          <p>gung der kgl. Regierung liegt vor. Aur Zeit dient das Grundstück noch der Volksernährung, indem es 'in' EinzelparMlen (ein Achtel Tag­ werk) an die Einwohäer verpachtet ist. !</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. BalMdienst. In den Ruhestand versetzt ab 1. März 1918 wird der Eisenbahnsekretär mit dem Titel und Rang eines "Bahnverwalters" Max Lachs in Straubing für ein Jahr. Berufen in etatsmäßiger Weise, wurde der Rechnungs­ führer Karl Hilbert von Bm. Neufahrn (Ndb.) zur Betriebswerkstätte Schweinfurt. Justizdienst. Ter Aufseher bei dem Zucht­ hause Straubing Joseph Quarz wurde zum Werkaufseher (Pfleger) bei diesem Zuchthause in etatsmäßiger Weise befördert.</p>
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          <p>Lokales. Landshnt, den 26. Februar —* Das Mi lttärverdienstkreuz m. Schw. wurde dem Unter o]fi}ter dec Pioniere, Herrn Otto H.rold, Sohn des Herrn Kgl PostverwllierS Herold hier verliehen. —* Das Militäv-Berdienstkre uz mit Schwertern wurde dem Infanteristen Herrn Welhelm Keller, Sohn des Herrn K. Postoberschafsners Keller und dem Gefreiten Herrn Cmil Ohnesorg, Oberinspektorssohn hier, ver­ liehen. i —* Ter Militär-Verdienstorden 4. Kl. mit Krone und Schwertern wurde dem Haüptmann der Landwehr-Infanterie 2. Aufg. Herrn Hermann Rubuer aus Landshut ver­ ließen. . —* Das Bürgerrecht wurde folgenden Kriegsteilnehmern unentgeltlich verliehen: Schreiner Franz Blöchl, Schriftsetzer Wolfgang Englhvndt, Maler und Vergolder Karl Fasching Kutscher Martin Gürtner, Militär'pensionist G. Lang, Eisenbahnpackmeister Vitus Lukas, Mül­ ler Mvis Roßmann, Regierungsbote Sebastian Uhl, Schuhmacher Johann Utz, Schwaigerssohn Ludwig Vilsmeier und Uhrmachermeister Ignaz Weinmeier. —* Ehrung. Das Mitglied der hiesigen Vereinigung ehvm. Angehöriger des 2. JnfRegts. Herr Hauptlchrer Pollwein in Frontenhaüsen, früher in Postau, hat anläßlich des gol­ denen Hochzeitsjubiläums unseres Königspaares eine von ihm verfaßte vaterländische Dich­ tung: "An des Thrones Stufen in tiefster Ehr­ furcht unserer lieben Kleinen frommer Wün­ sche" übersandt. Hierfür wurde er durch Uebermittlnng des Bildnisses Ihrer Majestäten Kö­ nig Ludwigs und der Königin Marie Therese, mit den Allerhöchsten Unterschriften ausge­ zeichnet. —* Goldsammlung. In der letzten Ma­ gistratssitzung wurde das sehr erfreuliche, al­ len Schichten der Bevölkerung zu dankende Erträgnis der Goldankausswoche in Landshut wie nachstehend bekanntgegeben: Im ganzen würden erworben 819 Posten und zwar 2395 Gegenstände im Goldwerte von 8420.04 Mark und 1006 Gegenstände im Silberwerte von 1750.7fl Mark und außerdem ausländische Goldmünzen im Werte von 316 Mark, zusam­ men 10 486.81 Mark, in gemünztem deurschen Gelde wurden 4090 Mark zur Ablieferung ge­ bracht, sodaß die Gesamteinnahme 14 576.81 Mark beträgt. Bemerkt wird hiezu noch, daß außerdem in der Zeit vom Bestehen der Sam­ melstelle bis zur Goldankausswoche 2050 Gold­ gegenstände im Werte von 14 024.64 Mark, also zusammen 28 601.45 Mark hier abgeliefert wur­ den. Besonderer Tank hiesür gebührt aber außer den Spendern aitzh dem gesamtenAibeitsausschuß, im besonderen Herrn Bankdirektor Mang und Herrn Juwelier Rieger, den so eifrigen Sammlern und Sammlerinnen, dann der Presse, den Pfarrämtern und nicht zuletzt Herrn Kaufmann Hirsch. —* Warenproben nach der Türkei. Tlen türkischen Postanstalten sind in letzter Zeit in größerer Menge Warenproben aus Deutschland zugegangen, deren Inhalt de« Vor­ schriften des Weltpostvertrages entgegen aus Waren mit Handelswert bestand. Tie ottomanische Postverwaktung hat deshalb angeordnet, daß derartige vorschriftswidrige Sendungen künftig an die Absender zurückgeschickt werden sollen. Tie Absender sind hierauf in geeigne­ ter Weise hinzuweisen, auch sind Warenpro­ ben nach der Türkei, diesen Vorschriften offen­ bar nicht entsprechen, an die Absender zurück­ zugeben. —* Die neue,'« Lebensmittelmar­ ken werden morgen Mittwoch nachmittags'von 3 bis halb 7 Uhr in den 15 Ausgabestellen zur Ab­ gabe gelangen. —* Eine ruchlose Tat wurde heute Nacht im städt. Hofgarte» verübt. Heute früh fanden die Arbeiter die beiden Rehe, Bock und Kitz, tot im Gehege vor. Ein dicker Prügel, der vor dem Gehege lernte, wies daraufhin, daß die zahmen Tiere, die Freude aller Hofgartenbefuchsr, von Bubenhänden er chlagen worden sind. Möge es gelingen, die ruch­ losen Täter ausfindig zu machen. —* Brennholz wird von der Stadt wieder abgegeben. Anmeldungen haben bis 2. März zu erfolgen. —* Leuchtmfttelverforgung. Täs Reichswirtschaftsamt Hat neuerdings eine grö­ ßere Menge Kerzen und Petroleum für die Be­ völkerung zur Verfügung gestellt. Ter hievon auf Bayern treffende Abteil wird durch die Städte und Bezirksämter verteilt werden. Wenn es sich hiebei auch, um verhältnismäßig gerin­ ge Mengen gegenüber dem großen Bedarf Han- beit, so werden sie doch in Verbindung mit der zunehmenden Länge der Tage die Beleuchtungs­ not in Stadt und Land mildern Helsen. V^aussichtlich wird auch im Monat März noch etwas Petroleum zugewiesen werden können. ' —* Güter sperre. Tie für den gesamten Frachtstückgut- und Frachtgutladu ngsverkehr bis 24. Februar angeordnete Sperre wird bis einschließlich 28. Febr. verlängert. Ausgenom­ men hievon sind Rauhfutter, Vieh, Düngemittel Wagendecken, Mehkt, Kartoffel, Brennstoffe, aus­ schließlich Brennholz und die vom Bahnbe­ vollmächtigten angeordneten Transporte unter Fahvtnmmner. • : — * Bevölkerungs-Vorträge: D e deutsche Frau und die deutsche Zu­ kunft. Wegen der z. Zt. bestehenden technischen und Verkehrsschwierigkeiten können leider nicht, wie angekündigt, Lichtbilder gebracht werden. Der Vor­ trag, der viel Jnteresiantes bieten dürfte, findet jedoch statt. —* Wichtig für das Tapezierer­ handwerk. Die staatliche Versorgung für das gesummte Tapeziererhandwerk in ganz Dentfchland beginnt am 1. März durch Bezugscheine. Es ist daher den Tapezierhandwerkern dringend anzuraten, sich sofort zu organisieren, wo es bisher noch nicht geschehen ist. Als Vertrauensmann für Lanoshut und Umgebung ist der Tapezlerermeister Emil Kel­ lermann Altstadt 72 aufgestellt. —* Aenderungen firn Postverkehir mit Belgien. Infolge anderweitiger Wbgrenzung des Generalgouvernements Belgien wird im Verkehr zwischen Deutschland und den französischen Orten AUbrives, Fomay, Givet, Hahbes und Vireux-Molhain der Post? auftrags-, Postnachnahme-, Zeitungs- und Post: scheckdienst, soweit er bestanden hat, aufgeho­ ben. ", i</p>
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          <p>Berlin, 25. Febr. In seiner heutigen Rede lim Reichstag führte der Reichskanzler UH,a. aus, daß aus die ätzten Reden der'feind­ lichen Staatsmänner Auseinandersetzungen nur im engen Kreis'für eine Verständigung von Nutzen sein könnten. , Er erklärte wiederholt, daß, Deutschland nicht daran denke, Belgien zu behalten und den belgischen Staat zu einem Bestandteil des deutschen Reiches zu machen, daß aber Deutsch­ land vor der ^Gefahr behütet bleiben mutz, daß das Land, mit dem wir nach dem Kriege wieder in Frieden leben wollen, zum Gegenstand oder zum Aufmarschgebiet feindlicher Machenschaf­ ten werden würde. Sodann ging der Kanzler auf die vier allgemeinen Punkte der Wilson-Botschaft ein, wobei er sich mit Wilson einig erklärte, datz ein allgemeiner Frieden nur aus der. Grundlage erörtert werden könne, datz alle klar umschrie­ benen nationalen Ansprüche die weitestgehende Befriedigung finden sollen, die ihnen zuteßl werden tonn, ohne neue, oder die Verewigung alter Elemente der Gegnerschaft, die den Frie­ den Europas und somit der ganzen Welt wahr­ scheinlich bald stören würden, aufzunehmen. Nur ein Vorbehalt sei zu machen: diese vier Grundsätze mützten nscht nur von dem Präsi­ denten der Vereinigten Staaten vorgeschlagen sein, sondern sie mützten auch von allen Staa­ ten und Nationen tatsächliche vorgeschlagen wer­ den. (Sehr wahr.) Ein Völkerbund sei ein Ziel, das aufs innigste zu wünschen sei. Unser Kriegsziel sei von Ansang an die Verteidigung unserer territorialen Integrität, die Freiheit unserer wirtschaftlichen Entwick­ lung nach allen Richtungen, unsere Kriegführ­ ung, auch wo sie aggressiv vorgehen müsse, sei ihrem Ziele nach defensiv. Er betone das mit besonderem Nachdruck, um keine Mißverständ­ nisse über unsere Operationen im Osten auf­ kommen zu lassen. Tier Vormarsch hat ledig­ lich den Zweck, uns die Früchte des mit der Ukraine geschlossenen Friedens zu sichern. Wenn sich daran weiterhin militärische Operationen auf anderen Gebieten angeschlossen hätten, so gelte von ihnen das gleiche. Wir dächten nicht daran, uns etwa in Livland oder Esthland festzusetzen, sondern wir hätten nur den Wunsch, mit den dort entstehenden Staats­ gebilden nach dem Kriege in gutem freundnach­ barlichem Verhältnis zu leben. 1 Nachdem dann der Kanzler die Annähme der deutschen Bedingungen (wie oben) durch die Petersburger Regierung bekannt gegeben hatte, sagte er über Rumänien, mit dem die Verhvndluygen gestern begonnen hätten, datz auch ihm gegenüber die Grundsätze leitend sein müssen, einen Frieden zu suchen, der es uns zu unserem Freunde für die Zu­ kunft machen müsse und solle. Darauf wandte sich der Kanzler gegen die noch 'heute bestehenden Eroberungsabsichten der Entente und führte dabei, bezüglich der Intri­ guen gegen Deutschland in der Schweiz aus: Er erkläre vor aller Welt, datz wir nie­ mals daran gedacht hätten, noch! daran dächten, die schweizerische Nationalität anzutasten. Der Reichskanzler schloß: Tie Welt stehe heute vor der größten und schicksalsschwersten Entscheidung. Entweder die Feinde entschließen sich., 'Frieden zu machen oder unsere herrlichen Truppen werden unter ihren genialen Führern weiter kämpfen. Daß und in welchem Matze wir dazu gerüstet seien, sei auch den Feinden zur Genüge bekannt mtb unser braves bewunderungswürdiges Volk wird auch weiter ausharren. Aber das Blut der Gefallenen, die Schmerzen der Verstüm­ melten und alles Leid der Völker wird über die Häupter derer kommen, die sich hartnäckig weigern, den Stimmen der Vernunft und der Menschlichkeit Gehör zu geben. Herr v. Payer zur Lage. Nach dem Grafen Hertling sprach, zum erstenmale vor dem Reichstag der neue Vize­ kanzler v. Payer, i Nachdem er um das persönliche Wohlwol­ len des Hauses und das Vertrauen gebeten hät­ te, sagte er, für die deutsche innere Politik gebe es heute nur einen Gesichtspunkt: Zusammenschluß aller Kräfte im Reiche, um es durch brüderliche Einigkeit und Opferwilligkeit unseren siegreichen Heeren zu ermög­ lichen, ihre schwere Aufgabe zu erfüllen. Zu diesem Zwecke müsse alles beseitigt werden, was an trennenden Hindernissen heute noch zwischen den verschiedenen Beoötkerungskreisen liege. . ■ Ueber die Wahlrechtsreform in Preußen sagte er, persönlich sei «er der Meinung, datz nach seiner festen Ueberzeugung trotz der Ableh­ nung des gleichen Wahlrechtes im Ausschütz des Abgeordnetenhauses das vorgeseheneWahlrecht für Preußen komme und datz es auch. bald komme. ; Nachdem Herr v. Pahyer sodann über die schädlichen Folgen des Streikes gesprochen hat­ te, sagte er, datz nicht bloß von links, sondern auch von rechts gegen das Gebot des Zusam­ menhaltens schwer gesündigt werde, datz inan denjenigen, die anderer Meinung seien, den gü­ ten Glauben an der vaterländischen Liebe ab­ spreche. (Große Unruhe rechts.) Aus dieser üblen Gewohnheit vergangener Jahrzehnte wür­ den nur unsere Feinde immer wieder Kraft zu weiterem Widerstände schöpfen. Daß es nur ein kleiner Bruchteil unseres Volkes sei, der sich auf diesen Boden stelle, wird von ihnen nicht weiter beachtet. Es müsse schwer schaden, wenn Schlagworte wie das von der "nieder­ trächtigen Friedensresolution des Reichstages" Gemeint ist eine Versammlung des Bundes der Landwirte) das Bild des ersehnten Reichskanz­ lers heraufbeschworen werde, aus den geschos­ sen werde, der aber auch schieße. (Große Un­ ruhe rechts, Bewegung im ganzen Hause). Teut­ sche Disziplin zu zeigen, das sei das mjtnbefte, was verlangt werden müsse. Wer das nicht kann, verivirke das Recht, sich gegen andere aufzuwersen. Nachdem der Vizekanzler weiter über die Notwendigkeit neuer Steuern gesprochen hätte, erklärte er, datz entgegen bisher bestandener Befürchtungen eine Verkürzung der Brotration zurzeit nicht in Aussicht genommen sei, datz aber gleichwohl größte Sparsamkeit dringend erforderlich sei. Er schloß mit einem nochmaligen Appell an die Einigkeit und Festigkeit, da nur eines unseren Feinden noch helfen kann: "Teutsche Uneinigkeit hinter der Front." Wir seien un­ serem ruhmreichen Heere und seinen hervor­ ragenden Führern schuldig, ohne Ansehen der Person zurückzuhalten was uns trennt und geschlossen wie ein Mann hinter sie zu treten. Daraus wurde die Fortsetzung der Debatte aus Dienstag vertagt. 1</p>
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          <p>Die Nebelfrau. Roman von Anny Wothe. 3 x (Nachdruck verboten.) Ich liebe Sie nicht, Undine, aber ich hin auch weit davon entfernt, von Ihnen Liebe, die Sie ja garnicht geben können, zu verlan­ gen. Sie sollen nur nominell meine Gattin, die Hüterin des Gorlingshofes, die Trägerin meines Namens und meiner Ehre sein, und meine Dankbarkeit bringt Ihnen den Gorlingshvf und Südegaarde zurück. Als unbeschranktes Eigentum? Sie fragte es in fiebernder Hast, so daß 'Reimar ganz befremdet zu ihv hinübersaht Als unbeschränktes Eigentum, Gräfin. Ich könnte über alle Einkünfte verfügen? Ich könnte damit die letzte großL Schuld, die mein Vater nicht meT) ! r für Lutz tilgen konnte auslöschen? Ich könnte meiner 'Großmutter und meines Vaters Fräst, die er mir sterbend ans Herz gelegt, das alte, sorgenlose Dasein erhalten, ich könnte meiner' kleinen Schwester alles das geben, was sie jetzt entbehren must? Und ihr einst, wenn Sie nicht anders ver­ fügen wollen, das Majorat, das mit meinem Verzicht aus 'Die weibliche Lirsie übergeht äls Ebbe hinterlassen. , Eine Weile war es totenstill im Gemach. ^ Sie müssen die Frau, um der Cie diese Opfer bringen, sehr geliebt haben, Graf, nahm nach einer'Weile Undine das Wort, und ihre Stimme hätte einen spröden Klang. Vielleicht, ctßev auch gehaßt. Kann sein, Graf. Aber ein elender Handel bleibt es doch. Ich Eönnte Ihnen erwidern daß ich Sie ob dieses Vorschlages verachte, daß ich mich für zu gut halte, das Wer^eug Ihrer Rache, vielleicht auch Ihrer Furcht zu sein. Ich könnte Ihnen sagen, daß Ihr Antrag mit seinen Ausfühvungen mich noch tiefer in den Staub zwingt, als es das Schicksal ohnehin getan hat, ich könnte ja schreien und toben und Ihnen ins Gesicht schlagen ffir die Schmach, die Sie mir antun, aber ich. tue nichts von alledem. Bettler, wie wir, die müssen stille halten, und wenn ich es auch für mich nicht kann, wenn ich Ihnen auch, stünde uns das Recht der freien Selbstbestimmung zu, hohn­ lachend den Rücken kehren würde, für die Mei­ nen muß rch das Geschäft, wie Sie es nennen, in Erwägung ziehen, ich mutz. Es Kana wie vin Schluchzen, etw qnttffe voller Aufschrei, so daß Graf Reimar dem bleichen Mädchen erschüttert ins Gesicht saht Schlummerte unter der kühlen -äußeren Hülle dennoch eine Leidenschaftlichkeit, die ihm zu schassen machen könnte? Täs wäre aller­ dings fatal und höchst unbequem. Ruhe wollte er, und dieses Mädchen, diese Undine, die ihren Namen mit Recht trug, sollte sie ihm sichern. Er zahlte 'ja dafür, und er zahlte einen Höhen Preis. Und Undine dachte, während sie aufstöhnend ihr Antlitz in die Weißen Hände barg: Sie ist es, allmächtiger Gott, sie, meines Vaters Frau. Und sie wird ihre Künste spielen lassen, und sie wird ihn wieder 'in ihre Netze locken, und sie wird sein werden, um dessenttvUlen sie meinen Vater betrog. Rein! rief sie plötzlich ganz laut. Niemals darf das geschehen. Lieber will ich tausendmal selber zugrunde gehen. Graf Reimar sah sie verständnislos an, dann aber sprach er mit ruhiger Bestimmtheit auf sie ein: (FortstM"-.' folgt) " ^</p>
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          <p>Letzte Posten. Nene U-Bootserfolge. WTB. Berlin, 25. Febr. (AmtlichIm Sperrgebiet um England wurden von unseren U-Booten 5 Dampfer und 2 Fischersahrzeuge versenkt. 2 Dampfer wurden aus Geleitzügen herausgeschossen. ( Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die Beratung in Petersburg. Petersburg, 25. Febr. (Pet. Tel.Agentur.) In der Nacht zum 24. Februar hat eine Vollsitzung des ausführenden Ausschusses stattgefunden. Nach einer heftigen 'Debatte wurden die deutschen Friedensbedingungen von Brest-Litowsk, die aber durch die letzten Zu­ sätze von Kühlmann ergänzt waren, angenom­ men. 126 Stimmen wurden dafür, 85 dagegen abgegeben. 26 Mitglieder enthielten sich der Stimme, 2 Anarchisten haben an der Abstim­ mung nicht teilgenommen. Am&gt; 24. Februar 7 Uhr morgens wurde durch Funkspruch an die Regierungen des Vierbundes folgendes Te­ legramm abgesandt: "Gemäß der von dem aussührendenHauptausschuß und vom Rat der Vertreter der Arbei­ ter, Bauern und Soldaten am 24. Februar viereinhalb Uhr morgens getroffenen Entschei- düng hat der Rat der Volksbeauftragten beschlossen, die von der deutschen Regierung ge­ stellten Friedensbedingungen anzunehmen und eine Abordnung zur Unterzeichnung des Frie­ dens nach Brest-Litowsk zu senden. Der Vorsitzende des Rates der Volksbe' austragten: ' . Leni n. | Ter Volksbeauftragte für auswärtige Angelegenheiten: ! Trotzki-</p>
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          <p>Literarisches. Bongs Illustrierte Kriegsgeschichte "Ter Kriegs 1914—17 in Wort und Bild" (Teutsches Verlayshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, wöchentlich ein Heft zum Preise von 35 Pfg. , "Zur Linderung der Kohlennot. Tieft Schrift gewinnt durch einen Anhang von Tr. Arthur M. Grimm: "Tie Kochkiste, ihre Bedeu­ tung und Selbstherstellung", mit 14 Abbildung gen, ganz besonderen Wert. Sie ist im Verlag der L. V- Enderssichen V.-stl. Leipzig, Königsstrahe 35/7, erschienen und in jeder Buchhand-! lung zum Preise von 60 . Pfg .oder gegen Voreinsendung von 70 Pfg. zu haben, wo nicht, da wende man sich direkt an den Verlag.</p>
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          <p>-verloren, und es hat den Anschein, als sei ihren Führern 'Lenin und Trotzki die Macht Oberste mit unverstandenen Schlagworten ererfüllten^ unter dem Niveau des natwnalen Be­ wußtseins stehenden, unreifen Massen der Ar­ beiter und Soldaten entglitten. Tie derzeitigen Machthaber üben eine vollständige Gewaltherr­ schaft gegen jede Opposition, aus und wüten in schrankenlosem Terrorismus gegen alles, was sie unter den Sammelbegriff "Bourgeoisie" ein­ ordnen, so z. B. gegen ihre eigenen Parteige­ nossen, die Menschewiki und den Führer der Mgrarsozialisten Tschernow, gegen den vor kur­ zem ein Haftbefehl erging, weil er der "Konter­ revolution" überführt sei. .Tie bolschewisti­ sche Regierung hat in den paar Monaten ihrer 'Machthaberschaft ihre Unfähigkeit zur Führung einer geordneten Verwaltung bewiesen. Nach­ dem sie die Verwaltung durch Entlassung der eingearbeiteten Beamten in die Heilloseste Un­ ordnung gebracht hatte, nachdem die Armee durch 'Abschaffung des Offiziersranges und Ein­ setzung der Soldatenräte zu einem wüsten Hau­ sen geworden war, versuchte sie übergangslos Me völlige Umschaltung der Weltordnung nach ihrem System. ; Tie Wahl der führenden Verwaltungsbe­ amten erfolgt nicht unter Berücksichtigung fach­ licher Eignung, sondern nur nach persönlichen und politischen Gesichtspunkten/ Zum Kom­ missär — einer Art Universalbeamten — kann nur der ernannt werden, der sein bolschewisti­ sches Sprüchlein von der "Tiktatur des Proletariats"bis zur"Ausrottung der Bourgeoisie^ gut gelernt hat. Kein Wunder, daß unter und Revolution erschütterten Staatsmechanissolchen Verhältnissen, in denen Leute ohne allgemeine oder fachliche Ausbildung, oft auf der niedrigsten Kultur- und Bildungsstufe ste­ hend, dazu berufen werden, den durch Krieg mus in Ordnung zu bringen, das gerade Ge­ genteil erreicht, wird. 'So ist der erste Sektions­ chef des Finanzministeriums ein Gymnasiast A Referenten für Kriegsgefangenenwesen waren innerhalb einer Woche ein Matrose, ein Lehrer und ein Arzt. Bei den Besprechungen mit deutsch-österreichisch-ungarischen Kommissionen in Petersburg war als Referent für Telegraphvnwesen ein Jüngling tätig, der von Telegra­ phie keine Ahnung hatte. Tie Fachreserenten wechselten -ständig; in den technischen Unter­ kommissionen sah man täglich neue Gesichter. Ter Kommandant des 12. Sibirischen Schützen­ regiments ist ein ehemaliger Kochs das Pawlowsche Garderegiment kommandiert eine Frau. Tiefes System durchzieht die ganze Verwaltung und beschleunigt den im vollen Gange befind^ lichen Auflösungsprozeß. Nicht nur die Bourgeoisie, auch! der größte Teil der Sozialrevolutionäre und die von ihnen geführte Bauernschaft stehen dem blutigen Ter­ rorismus der Bolschewik, deren Macht sich gegenwärtig ausschließlich auf Bajonette stützt, und deren Gewaltherrschaft alle Ueber griffe des Zarismus weit übertrifft, 'mit unauslöschlichem Haß -gegenüber, der, so weit es noch möglich! war, durch die Sprengung der Konstituante eine Steigerung erfahren hat. Die tatsächliche Herrschaft bezw. Befehlsge­ walt der Bolschewik erstreckt sich! aus einen verhältnismäßig geringen Teil Rußlands, vor­ nehmlich Petersburg und Moskau, die Gou. vernements Mtlich dieser Linie, einen geringen Teil Nordost-Rußlands und die an unb' hinter der Front gelegenen Distrikte. Die Ukraine, Finnland, das Tongebiet, der Kaukasus, Turkestan und Sibirien, sind wohl teilweise mit' bolschewistischen Elementen durchsetzt, können aber keinesfalls als ihrer Machtsphäre unter­ worfen angesehen werden; sie wehren sich viel­ mehr mit aller Kraft gegen sie, wofür unter anderem die bei den Wahlen im Tongebiet zutage getretene verschwindende Minorität bol­ schewistischer Stimmen spricht. In (Sibirien wo die Bolschewik um Einfluß ringen, gjtbt es nahezu kein industrielles Proletariat, den Hauptträger bolschewistischer Ideen, zudem macht die geringe Besiedelungsdichte die Not­ wendigkeit einer Agrarreform nicht fühlbar. Kaukasus, Turkestan und die transkaspischen Gebiete sind der bolschewistischen Herrschaft völlig entrückt. ! . 1 Nicht allein die Intelligenz, Handel und Gewerbe, selbst ein großer Teil derBauernschaft erblickt heute schon die Rettung Rußlands im Sturze der Bolschewik, denen mit Recht die Zerstörung des Landes und der Arme« vorge­ worfen wird. Tie Bolschewik verfügen gegen­ wärtig in Petersburg nur Über zwei Blätter, während die Opposition eine zahlreiche, zum Teil sehr gut getötete Presse besitzt, die täglich mit von leidenschaftlichem Hasse getragenerAgitarion gegen die Regierung erfüllt ist. In letz­ ter.Zeit beginnt auch ein Teil der industriellen. Arbeiterschaft, ernüchtert durch die furchtbare Not, von den Bolschewik abzurücken, so daß sich ihre ausgesprochene Minoritätsherrschast hauptsächlich auf die Soldaten Moskaus und Petersburgs und die sich langsam, aber stetig verlaufende Avmee stützt. Mt Bangen sieht man daher in bolschewistischen Kreisen der end­ gültigen Temobilisation entgegen. Ter Haß der terrorisierten Mehrheit gegen die Bolschewik kennt keine Grenzen. "Mimen sie nur rasch", hört man oft über die Teutschen in Studenten- und Bürgerkreisen sagen, "um unser armes Land von dem blutigen Albdruck zu befreien; wir werden ihre Truppen mit Blumen bewerfen." r ' Nach häuft gen Aussprüchen der Führer der Bolschewik ist der tragende Gedanke ihrer 4 Friedenspolitik weit weniger die Wiederher­ stellung der Wohlfahrt und Ruhe im Lande, als das leidenschaftliche Bestreben, ungehemmt durch die Zensur der Zentralmächte unb alle übrigen im Frieden entfallenden Abwehrvorsvrgen, ihre Propaganda in die Länder der Zen« tralmächte zu tragen. Bei. allen KommissionsVerhandlungen, auch dort, wo es sich um rein technische und charitative Fragen handelte, trat diese Tendenz Kar zutage; alles übrige hatte für sie. nur untergeordnete Bedeutung. Es steht außer Zweifel, daß die obersten Führer sich bei ihren Weltverbesserungsplänen von idealistischen Beweggründen leiten lassen, und reine Hände hüben; aber schon tn den mittleren Sphären gewinnen eigeüsüchttge Be­ strebungen bedeutenden Einfluß, und weiter unten herrscht die gleiche Korruption wie über­ all in Rußland. Eie AUzahl besonders laut vernehmlicher bolschewistischer Schreihälse re­ krutiert sich aus ehemaligen Lockspitzeln der zarischen Regierung, und Mtgliedern derOchrana, die Eingang in die bolschewistischen Zirkel gesunden hatten. Sie /teilten sich nach dem Sturz des Zarismus in den Dienst der herr­ schenden Partei und trugen in deren Kreise alle ftüheren Prattiken der Bestechlichkeit und dör Gemeinheit hinein.</p>
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          <p>Truck u. Verlag I. F. Rietsch. Verantwortlicher I Schriftleiter F. T. Wagner. Beide in Landshut. |</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Lebensmittelmarkenabgabe. Die Verteilung der LebensinittelnMken findet am Mittwoch de» 27. Februar c. vo» nachmittags 3 Uhr bis abends 1 /s 7 Uhr in den 15 Abgabestellen statt. Die Abgabelokale sind auf den LebenSmittelanSweiskarten vermerkt. Die Brotmarken gelten für die Zeit vom 1. mit 15. März c. Die. für Februar 1918 abgegebenen Marken dürfen nur noch bis einschließlich 5. .März 1918 angenommen werden. Die Abgabe der Schwerarbeiterznlage» er­ folgt am Dienstag de» 5. M8rz und am Mitt­ woch den 6. März 1918 in den Räumen der Geschästsabt klung der Lebensmittelstelle. Landshut, den 25. Februar 1918. Stadtmagistrat Landshut. 556 Marschall.</p>
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          <p>Stellv. Generalkommando I. Bayer. Armee­ korps. Bekanntmachung. Am 16. Februar 1918 sind 2 Bekanntmachungen 1. Nr. Bst. 1550/1.18 KRA. betreffend Beschlag­ nahme, und Bestandserhednng von Holzspäne« aller Art, vom 16 Februar 1918 u. 2. Nr. Bst. 1600/1.18 KRA. betreffend Höchst­ preise von Holzspäne« aller Art vom 16. Februar 1918 tn Kraft getreten. Tie Bekanntmachungen sind öffentlich' an­ geschlagen und können bet den K. Bezirksäm­ tern und Den Stadtmagistraten sowie bei den Handels- und Handwerkskümmern eingesehen werden. | f : i 1 ■! München, den 17. Februar 1918. Der Kommandierende General: d. d. Tann. 549</p>
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          <p>Site mitzjliche Lage der Entente. § Nach dem Washingtoner Korrejpvndenten | der "Chicago Daily Tribune" haben die Be- | richte einiger Mitglieder der nach, den Vereinig- $ ten Staaten zurückgeke'hrten ameri kanischenMis- F sinn große Beunruhigung verursacht. Es ist be- i , sannt geworden, daß, die Berichte der Mission | übet den U-Bootkrieg äußerst pessimistisch ge« I halten sind. Tie Schiffsverluste müssm viel größer sein, als aus den offiziellen Mitteilun­ gen hervorgeht, und es ist kein ausreichender Ersatz möglich. Tie Weigerung Bakers, sich über diese Frage zu äußern, wird dahin ausge­ legt, daß auch er pessimistisch denke und nicht glaube, daß die Vereinigten Staaten im Laufe des gegenwärtigen Jahres imstande sein werden, ihre volle Kraft zu entfalten. Dazu kommt, daß nach Mitteilungen von befugten Personen bei der britischen Armee ein gesähvlicher Man­ gel an Lebensmitteln herrscht und auch, die"französische und die italienische Armee be­ sorgniserregend kleine Vorräte besitzen. Von anderer autoritativer Seite wurde erklärt, die Lage der Alliierten sei sehr ernst. Tie ArtiLlerre weise so große Mängel aus, daß eine län­ gere Offensive für sie als ausgeschlossen erach­ tet wird. Tie englische Armee allein verliere monatlich 70—80 000 Mann an Toten und Verwundeten, und die Vereinigten Staaten würden noch lange nicht imstande sein, für einen Ersatz dieser Verluste zu sorgen. Ame­ rika beginne einzuseihen, was für eine geringe Rolle es in den nächstfolgenden Monaten auf dem Kriegsschauplatz spielen würde.</p>
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