Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-02-07. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 31, 1918-02-07. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Februar 1418. ffNtüttc» l&nti N# Ve»er»lfekd««rsch«N» HrnttrHl Wmttwttt «wcher». ' In einzelnen Abschnitten der flandrischen Front, in der Gegend von Ad mentieres und sm La Bassee-Kanal war die Artillerietätigkeip «m Nachmittag gesteigert. ^ ■ 1 Bei Lens lebhafter Minenkampf. 1 Ain der Scarpe und westlich von CanrbraZ nahm das Artillerieseue».' vielfach gegen Abend ÖÜ. ' / Frowt »e» »ewtfibe» »tontimtSe*. ErkundungsVorstöße des Feindes in de« Argonnen östlich Von Avocourt wurden abge­ wiesen. ! Gestern wurden 7 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgeschossen. Leutnant Bvngart errang seinen 29. Lust sieg. [ .Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichtt Neues. , 1 Da 1. ®em«ic!imrtt«eoit«tesa B»besfc@x?|. » WTB. Berlin, 6. Februar. Amtlicher Whendbericht: Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der deutsche Bericht. ────────── die militärischen Bemühungen der Alliierten fortzusetzen, bis deren Truck in den feindli­ chen Regierungen und Völkern einen Stim­ mungsumschwung hervorgebracht hat» der die Hoffnung auf den Abschluß eines Friedens unter Bedingungen rechtfertigen würde, die keine Aufgabe aU der Grundsätze der Freiheit, Gerechtigkeit und Achtung vor dem Völkerrecht, für das die Witterten eintreten und vor einem angriffslustigen, nichts bereuenden Militm ss» mus bedeutet. Tie Alliierten, sind innerPch I einig und wollen nicht durch! irgendwelche ge­ heimen Pläne siegen, sondern durch den offe­ nen Entschluß, die Zivilisation gegen den ge­ wissenlosen, brutalen Versuch, gm: Herrschaft zu gelangen, zu verteidigen. Zugleich wurde ein Entente oberbefehlsha6er gewählt. Vom Frieden scheint der Kriegsrat in Versailles nicht gesprochen zu haben. Seine Beschlüsse sind jedenfalls eine strikte Ablehnung jedes Friedensgedankens. Der französische «cttmrl Koch EntenteGeneralissinrn». WTB. Bern, 5. Febr. Tie französische Presse 'hebt bei der Besprechung der inter­ alliierten Konferenz mit auffallendem Nach­ druck die Tätigkeit des Generals Fach hervor, sodaß sich annahmen läßt, er sei der Oberleiter der künftigen Operationen. ."Echo de Paris" betont, das Werk des Generals Foch habe aus der Konferenz die höchste Würdigung gefun­ den. Tie Alliierten würden jetzt unter einem einheitlichen Impuls wkrsphßeren. , Der österr.-ung. Bericht. ! WTB. Wien, den 6. Februar. Wittags. fifäKtt- - ««*?» !«&»»> Keine besonderen Ereignisse. >j*r «*t*t des BenerEad«. Tr, Krieg wird fortgesetzt. London, 5. Febr. Ein amtlicher Betit|t gibt Besannt: Der oberste Kriegsrat besMfttgte sichj sehr eingehend mit den letzten Aeußerungen des deutschen Reichskanzlers und do» üsterreichischtunga» Äschen Ministers des Aeu-, Gern. Er konnte «Bo: keine tatsächliche An­ näherung an die gemäßigten Bedingungen ftndqy, die von allen Regierungen der Alliierten «Mgestellt worden waren. Tiefe Ueberzeugung nHtde nur voctßseft, durch den Gegensatz Mische» Wat Verlautbarten idealen Zielen, mit denen die elmächte in die Verhandlungen in Brestieintraten und ihren nun offen und Hit zutage liegenden Eroberiungs- und Mexaubungsplänen. Unter diesen Umständen «Hchied der oberste Kriegsrat, daß die einzige rmMttelbare Aufgabe der Alliierten darin be­ stehe, mit der äußersten Krgstanstrengung und Sn «eUiwssenster, wir-samster ZujfaWmensrbeitz ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. 8 Pariser Hoffnungen. I Nach einem Pariser Hajoasberlcht erwartet 1 man in Frankreich, daß an de«: Ostfront die ■ Kanonen wieder das Wort e» greisen. !' Franzöfifchc 'Arbeiter für den Berständiguugsfriede«. Am 3. Februar fand itmi Pa»:iser Gewerkschaftsgebäude ein Kongreß des Metallarbeite, 1 Verbandes statt. 1000 Delegierte, die übe»: I 180 000 Metallarbeiter F»:,ankreichs vertraten, I nahmen einstimmig eine Entschließung an, die I gegen die innere und auswärtige Politik bet* ji ClemenceauWen Politik protestiert und den sofortigen Friedensschluß aus de«: Grundlage der Ablehnung von Annexionen und Entschä­ digungen und das SelbstbesttmmUngsrecht der Völker verlangt.' ────────── Me Kriegsgefangenen in RnUand. Der "Mailänder "Secolo" meldet aus Pe­ tersburg: 300 österreichischs-dentsche Kriegsge­ fangene, in der Mehrzahl Offigitere, seien nach Finnland abgereist, von wo aus sie in ihre Heimat zurückkehren. Ter "Secolo" schreibt dazu, daß es seines Wissens kein Ueberei »kom­ men gebe, das diese Gefangenen ermächtige, Rußland zu verlassen. Im übrigen erfreuten sich die kriegsgefangeuen Offiziere der Mßttebmächte in RuUand großer Freiheiten. 1 36« Lage in Esthland. WTB. Stockholm, 5. Febr. Das EsG. »rische Bureau wendet sich! gegen die Erklä»:ung der Repräsentanten der Mtter schaßten Eschlands und Livlands und erklärt, daß nie: die konstituierende Versammlung Esthlands das Ktqcht habe, über dße Geschicke Esthlands zu entschWden. ! Großsürst NiL-Vaus Konstantinvwitfch f. WTB. Petersburg, 5. W.:. (P.T.lAj) Wie die "Poschta" meldet, ist Mßsürst NikolaiK Konstantinvwitsch kn TaflDent gestorben. Der Verstorbene Großfürst, geboren 1850, war ein Neffe des Zaren Alexander II. Aufhebung des russischen .stultus-invgrts. : WTB. Petersburg, 5. Febr. (P.TE) Tste Ainsgaben für» Kultus und Geistlichkeit sind aufgehoben worden. i t t ────────── Finnlands Freiheitskampf. Finnland und die BcflschewDki. Im Saufe das Tonnerstag gehen aus Pe­ tersburg artfllertstische Verstärkungen und ver­ schiedene Spezi-altruppen na»h Finnland ad !8i!ns Petersburg verlautet gerüchtweise, daß Trotzki aus BrestvLitowsk dem VokksLoßnMif> ° farmt vorgeschlagen habe, die neuen finnischen diplomatischen' Vertreter, als "rchtt mehr den tatsächlhhen VsrWktnissen entsprechend" zu betrachten und sie nötigenfalls über dieGrenze zu Abringen. 1 1 Aufruf «egen Finnland. WTB. Berlin, 6. Febr. Tie BolschewiLiregternng schickte gestern nachstehenden offe­ nen "FunkslhMh an alle": TringeM an alle Schiffe l Kameraden und Reservisten! Kein einziger soll seine Entlas­ sung zur Reserve nehmen, solange die bürgerli­ che Weiße Garde von Finnland nicht vernichtet ist Ihr Sieg ist ein Nachteil unsere,: Revo­ lution. Bewaffnung wird in der nötigen Men­ ge gesandt werde». 3|ie KÄnchfe m Finnland. Aus Haparanda wird nach Kopenhagen gemeldet i Mannersheims Truppen sind bis Uleabvrg vorged»:«ngen und belagern die Stadt. Tie Garnison, welche von der Roten Garde und russischen Gowaten Unterstützt wird, ist stark. TrotzAm glaubt man, daß die Regierungstruppen in der Uebermacht sind und die Stadt in kurzer Zeit einnehmen werden. Tie früher gemeldeten Kämpfe bei Tervala, nord­ östlich von Tornea, dauern fort und scheinen zu dem Siege oes Schutzkorps zu führen. ────────── Aus Rumänien. Kämpfe zwischen Russen und Rumiäuen. Reuter meldet: Nach amtlichen Telegram­ men vom «2. Februar aus Jassy entwaffnet und bekämpft ein großer Teil des >.mm!änischen Heeres jetzt die russischen Truppen. Tie Miumung der russischen Front in der Moldau dehnt sich täglich! aus. Ganze russische Ab­ teilungen ziehen nach der russischen Grenze und greifen die rumänischen Truppen und Törfer auf dem Wege an. Beim Angriff der Russen auf Galatz entwaffneten rumänische Truppen nach eintägigem Kampfe die neunte russische Tiv-ision und eroberten 50 Kanonen. Einige Abteilungen der Divisßon flüchteten nach! einem deutschen Graben. Am! letzten Mittwoch griff das 6. ruffische Armeekorps mit schwe­ rer Mttllerie Falttzeni, in derMftte derMoldaufvont, an. Es wurde von den Rumänen umzingelt, entwaffnet und nach Rußland ab= | geschoben. Außer großen T, nppenabteilnngen verlassen auch Regimenter und Kompagnien die russische Front. Tie neue Republik Beharabien ersuchte die rumänische Regierung um Truppen, um einer Verwüstung des Landes zu­ vorzukommen. Im Innern Beharabiens be­ mächtigte sich! die Maximalisthsche Rote Garde der Borratsmagazine für «die rumänische und russische Armee und hielt Züge mit Lebensmit­ teln für die Bevölkerung der Moldau an. Aus Ersuchen der beharobischen Regierung ließ daraus die rumänische 9tegier.;ung die Eisenbahn Kischinew—Ungeni—Jassy besetzen, außerdem Belgrad ,Reni und andere Vo.-ratszentren. Ter Kamps zwischen rumänischen Truppen und Bvlschewikibanden erstreckt sich! über ganz Beßarabien. Tie rumänffche Regierung ergriff alle möglichen Militärischen Maßregeln, um die eige­ nen und russischen Truppen an ber' rumäni­ schen Front sowie die Bevölkerung de,: Moldau vor Hunger zu schützen. In Rußland wurden viele rumänische Offiziere und Parlamentarier verhaftet, besonders tn Odessa. ! s ────────── Der Krieg mit Italien. (Sie itaflknische Kriegsanleihe. Bern, 4. Februcw;. Tie italienischen Zei­ tungen bringen die NachryM, daß die Zeich­ nungsfrist für die Kriegsanleihe vom 3. bis zum 24. Februar verlängert wurde, um Zeich­ nungen aus den entlegenen Orten des König­ reiches zu ermöglichen. Italienische Kriegsanleihe. Tas "Giornale d'Jtalia" meldet, daß bis zum 2. Februar auf die Kriegsanleihe 2 Mil­ liarden 290 Millionen Lire gezeichnet worden sind, davon 2 Milliarden 50 Millionen jtn bar. ────────── Der Krieg mit England. } Internationale Sozialistenkonferrnß. I WTB. London, 6. Febr. Nach ein« Reutermeldung begibt sich eine Verdatung bri­ tischer Arbeit«: naW Paris, um noch vor dem Zusammentritt der allgemeinen interalliierten Konferenz in London am 20. Februar eine Uebereinkunst der englischen und ficanzösisWn Arbeiter und Sozialisten herbeizuführen und eine internationale sozialistfsche Konferenz in ; der Schweiz vorzubereiten. ' _ 36e Lebensmittelratk m 1 in England wurde für sämtliche Truppen hm. Land« mit Ausnahme der für die Front aus­ gebildeten Soldaten um ein Drittel verrin­ gert. Lcbcnsmittelpolonaiscn in Loudo«. Laut Tailh News erklärt Artur Japp. nichts habe auf ihn einen so tiefen Eindruck gemacht, als was er am 5. Jannär im Ostend Londons erlebt habe. Er übertreibt nicht, wenn er sage, daß er an meilenlangen. Polonaisen vorübergekommen sei. Zwar tue man alles mögliche, Ujm dieser Tragödie ein Ende zu machen; er verspüre indessen große Lust, iM Westend — im weitesten Sinne des Wortes — vorzuschlagen, nicht nur einen sleischlosenTag wöchentlich«, sondern eine fleischlose Woche ein­ zuhalten. Tie Leute im Westend könnten es sich leisten, die hohen Preise für Fitztze &u zahlen. Englische Opfer des Tauchboot- und Luftkriegs. WTB. London, 5. Febr. Minister Bo­ nar Law antwortete im Unte>.hause auf eine Anfrage, es seien im ganzen 14120 am Kriege unbeteiligte Männer, Frauen und Kinde»: durch deutsche Unterseeboote unb Flugzeuge getötet worden. Bon den Teutschen seien keine Be­ richte veröffentlicht worden über die Tfitung von am Kriege Unbeteiligten infolge krieger­ ischer Handlungen der Alliierten. Lloyd George schweigt im Unterhaus. WTB. Amsterdam, 6. Febr. Ein hiesi­ ges Blatt erfährt aus London, daß nach den ausführlichen Erklärungen über die Konferenz von Versailles Lloyd George in der Schluß­ sitzung des Unterhauses wahrscheinlich nicht redet . i > Tiie englische Wahlrcfsrm, WTB. Sonban, 5. Febr. Tas Unterhaus hat mit 230 gegen 141 Stimmen die Kompronnßvorschläge des Oberhauses bezüglich! ber Verhältniswahl abgelehnt. Man erwartet, daß das Oberhaus sich diesem Beschluß fügen und daß die Wahlreformvorlage morgen endgültig angenommen wird, i ────────── Unruhen in AjmsterdaM. In Amsterdam haben am Konzertgebäude kleine Unruhen statt­ gefunden, die durch die Polizei und die Gen­ darmerie unterdrückt wurden. Wie England neutrale Schiffe in die Sperrzone zwingt. : In ganz Norwegen erweckt die Versenkung des Dampfers "Elsa" eine große Erbitterung gegen England. Tie "Elsa", die von Java üb« Indien kam, wurde von England gezwungen, Fretrrwn anzulaufen, um eine Zuckerladnng zu löjü)en. Dadurch! wurde die "Elsa" gezwun­ gen, die Sperrzone zu berühren, in der sie denn auch torpediert und versenkt wurde. Tie Ladung war überaus wertvoll und bestand aus 1000 Tonnen Reis, 2000 Donnen Kaffee, gro­ ße Posten Kokosöl, Tee usw. und hatte einen Wert von über 12 Millionen Kronen. Tie Regierung hatte zum ersten Protest gegen den englischen Zwang zum Anlaufen eines engli­ schen Hafens erhoben, zum tzwetten alles mög­ liche getan, um die Berührung der Sperrzone zu Verhindern, jedoch be geben«. 'Tie gesamt* Presse, auch die England freundliche, wendet sich in Morsen Worten gegen das englische Vorgehen und verlangt einen energischenProtest seitens der Regierung. > Aus neutralen Ländern. ────────── Japan im Kriege. FaPans Mißtrauen gegen Amerika. Tie Morningpost meldet aus Petersburg« Wie die Nowaja Schisn beruhtet, hat die ja­ panische Regierung auf die Protestnote Ruß­ lands geantwortet, daß die japanischen Kreuzer aus Wladiwostok zurückgezogen werden sollen, wenn auch die amerikanischen Kriegsschiffe die­ se Stadt verlassen, j ────────── Die Friedensverhandlungen. ! Abreise Kühlmanns und Ezernins «ach I Brest-Litowsk. Berlin, 6. Febr. Staatssekretär von Kühlmann und Gras Czernin begaben sich ge­ stern abends zur Fortsetzung der Verhandlun­ gen nach Brest-Litowsk. \ Trotzkis Marschroute. Ter Petersbui.ger "Temps"-Vertreter will wissen, daß innerhalb der maxiMalistischen Re­ gierung ein Zwiespalt in der Friedensfrage bestehe; mit einer einzigen Stimme Mehrheit fei , Trotzky bevvllmcichttgt worden, nrnfi Brest-Li-' towsk zurückzukehren unter der Bedingung, nichts zu genehmigen, ohne den Ministerrat drahtlich zu befragen. ────────── Lande herrsche volle AnairMe und Hungersnot. Tie Generale Caur.anzas ließen in den Provin­ zen plündern, da die Staatskasse leer sei. Neue Aufstände werden vorbe»:Met. Eine Bestäti­ gung dieser Nachricht bleibt imme»:hin abzu­ warten. Hierzu schreibt die "Voss. Ztg.": Wie rote erfahren, liegt eine Bestätigung diese»: Nach­ richt irgendwehchjee Mt an offizieller Stelle nicht vor. Tie "Algenzia Amerikana" gehö»:t zu der Hearstt-Peesse. Tiefe steht im Solde der amerikanischen Trusts, die stets ein In­ teresse daran haben, die Lage in Mexiko als höchst bedenklich! darzustellen, um in ihre»: Be­ strebung einer stiedlichen Turchidringung dieses Landes möglichst 'billig zu Konzessionen und wirtschaftlichen Vorteilen zu kommen. ────────── Aus Südamerika. Ljentslchländ und Honduras. Tie seit 30 Jahren im Süden der Re­ publik Honduras von Teutschen verwerteten Konzessionen wurden nach einer Meldung des Petit Parisien" vom Staate beschlagnahmt. Brasilien will Truppen senden. Einer Meldung der "Agenzia Amerikana" zufolge Hat der brasilianische Kriegsminister erklärt, Brasilien sei bereit, aus den ersten Ruf der Entente Truppen nach Europa zu entsenden. In den staatlichen Msenalen la­ gern über 1 Million Gewehre modernster Kon­ struktion. } _, : Tie deutschen SWfsle in Uruguay. * ' Aus Montevideo wird gemeldet, daß die Regierung von Uruguay Pläne de«: beschädigten deutschen Schiffe zeichnen ließ, um die fehlenden . Maschinenteile in England Herstellen zu lassen, damit die Schiffe wiederum in den Verkehr gestellt werden können. | ; Aufhebung des argentinischen Getreide­ ausfuhrverbotes. ; WTB. Buenos Air es, 5. Febr. (Agencc Havas.) Tie Regierung hat das Verbot de«: Getreideausfuhr aufgehoben. j > ' : ────────── Der Krieg zur See. r I U»Bsotserfolgr. Tie Köln. Ztg. berichtet über die Tätigkeit der deutschen Unterseeboote an de,: afrikani­ schen Küste: Ueber Las Palmas Ifamtotenbe kana­ dische Fisihjerboote melden, ein kleines Ge­ schwader deut sicher Tauchboote sei auf de»: Strecke von Dakar une»:Müdlich tätig. In der zweiten Hälfte des Januar wurden mehrere amerikanische Schiffe torpedie»:t. Von Süden her ist fortwährend Kanonendonner hörbar. Teutsche Unterseeboote kreuzen ständig hin und her und entwickeln eine außerordentliche Tä­ tigkeit. j ; Im englischen Unterhause interpellierte der Großreeder Houston die Regierung, ob es richtig sei, daß. der neue Tampser "Warthistle" (5166 Tonnen )versenkt worden sei und ob es auch ri>chlig sei, daß dieser Dampfer eines der neugebauten Modellschiffe war. Ter Staatssekretär der Wmiralitäjt antwortete aus beide Fragen bejahend, aber es sei gerade befriedigend, daß das Schiff trotz de«: 'schweren Beschädigungen sW schwimmend erhalten und den Hafen erreichen konnte. 1 In vielen Londoner Kreisen werden die Mitteilungen des Kriegsamtes und der Ad­ miralität stark bezweifelt, daß bei der Torpe­ dierung des Truppenbrgnsportdamgfers "Ara­ gon" im lMttelmver nur 610 Soldaren umge­ kommen sein sollen .Aus Mitteilungen von Ueberlebenden wird bekannt, daß de,: Tampser 2500 Mann an Bord hatte und daß das Schiff innerbalb 10 Minuten nach dem Abgriff ver­ sunken war. ────────── Tages-Uebersicht. Feinde, im Innern für Wjachtpolitik, nachj Außen für Verständigungspolitik. So wie sich deutsche Abgeordnete im Jahre 1848 betfüc begeisterten das alte deutsche Trient an galten zu geben, so wie im- ganzest 19. Jahrhundert mehr Teutsche sich; für die Wiederherstellung Polens begeisterten als für die Wiedergewinnung des alten deutschen Straßburg, so be­ geistern sich jetzt manchp für die Letten, die neulich mit den abziehenden Kosaken wieder ein Blutbad unter den Teutschen angerichtet ha­ ben, so begeistern sich viele für das Haupt­ kriegsziel aller Engländer,, die Wiederherstellung des englischen Tiplomatengebildes Bel­ gien. Ist ein solches Volk lebensfähig? .Muß es nicht trotz aller Leistungen int Frieden und im Krieg zurücksinken in Knechtschaft? 1 Teutsche Sozialdemokraten gegen Trotzti. Tas sozialdemokratische >,Hamburge>: Ejchp" knüpft an die Wiedergäbe der Rede des Uk­ rainischen Telegierten Lubinskji bei den BrestLitowsker-Verhandlungen einen Kommenta,: ,in dem es betont ,daß Trotzki und die Bolsche­ wisten aus die Tauer einen unhaltbaren Stand­ punkt angenommen hüben. Tie Beschuldigung, daß der ukrainische Staat eine Bou»:geoistererepublik darstellen werde, pralle an der Tat­ sache ab, daß die Republik die Arbeiter als gleichberechtigte Staatsbürger:, anerkenne. Tie Bolschewiki könnten weniger als je mit der deutschen Sozialdemokratie verglichen Wee­ den. Wenn Troßki und Lenin sich auf ihve marxistischen Grundsätze berufen, stehe es da­ mit ungefähr so, wie mit der Berufung der französischen Jakobiner auf die Lehren eines Rousseau. Liefe nun die bolschewikistifche Pra­ xis gar darauf hinaus, de,: vollkommen frie­ densbereiten Ukraine den Friedensschluß un­ möglich zu Mchh>en,so läge eine schwere Vevsündigung der Bolschewiki gegpn das Wohl des Volkes vor. Keine noch so schöne Thsiorie könne rechtfertigen, den Zustand de»:, rufsischjen Anar­ chie zu verlängern oder gar aus andere Län­ der auszudehnen. Wenn auch die Bolschewiki für den jetzigen Zustand Rußlands nicht allein verantwortlich zu machen seien, sei doch T»:otzkis offensichtliche Bekämpfung der Selbständigmachung der russ. Randgebiete Mit dem Hin­ weis darauf, die separatistischen Tendenzen im heutigen Rußland seien überschätzt und be­ schränkten sich! auf die besitzenden Klassen, eine Ablenkung von denx Ziele, vor allem Frieden zu erreichen. Tue das die Sowjet-Regierung nicht, so würde sie nchcht nur ihre Sympathien bei den Völkern der Mittelmächte, sondern aujchi wahrscheinlich! in Rußland bald den Boden un­ ter den Füßen verlieren. i ; Besprechungen im ReiMtage. Laut Voss. Ztg. hat vorgestern vormittags eine interfrak­ tionelle Besprechung der Mehrheit des Reichs­ tages stattgefunden. Vertreter der naktionalliberalen Fraktion haben an de,c Besprechung nicht teilgenommen. Tie Erörterungen galten vor allem der innerpolitischen Lage. Sie wer­ den voraussichtliche Ende dieser Woche fest­ gesetzt werden. | l . 1 , l . Ter Teutsche des TentsMn Feind. In den Süddeutschen Monatsheften (München) schreiben Karl Alexander v. Müller und Paul Nikolaus Cossmann in einem Artikel "An die deutschen Arbeiter" u. a.: Alles was im Teut­ schen an Gehässigkeit vorhanden ist, richtet.sich gegen Landsleute. Tjer Haß gegen Feinde liegt ihm nicht. In mancher Volksversammlung würde Llohd George, dessen Lebensarbeit die Vernichtung Deutschlands ist, zunächst unbe­ fangener und voru»:teilsloser angehört werden als Tirpitz, dessen Lebensarbeit die Teutschen es verdanken, daß es bisher bei: größten Flotte die es je gegeben hat, verbündet mit den mei­ sten übrigen Flotten der Welt, noch ni>ht gelun­ gen ist, Hamburg zusammenzuschießen. So würden auch weite Volkskreise gegen Annexio­ nen im Jnlande keine Bedenken tragen, wenn es sich darum handelte, Landsleuten ihren eh,:lich erarbeiteten Besitz abzunehmen; wählend die gleichen Volkskreise die schwersten Bedenken hätten, Feinden irgend etwas, abzunehmen, sogar den Raub aus fvühe»:.en Eroberungskrie­ gen. Weite Volkskreise sind ebenso mißtrau­ isch gegen Landsleute wie vertrauensvoll gegjen ────────── chenhall Sprengkörper, die die Fo»:m von Zi­ garetten hatten. In der Familie des Posch­ bauern Koch explodierte beim Oesfnen eines Sprengkörpers die Ladung, »riß dem beurlaub­ ten Sohne "zwei Finger weg, zerstörte ihm ein Auge und verletzte zwei weitere Fami­ lienangehörige bedeutend. Es liegt die Vermu­ tung nahe, da auch in andere HäuserSprengpatronen kamen, dgß» es sich um einen Fall von Sabotage handelt. Tie Explosionskörper wurden durch die Gendarmerie aufgesammelt. ────────── Die Nebelfrauen. Ich finde es ja begreiflich, lieber Timm, hatte er sarkatisch zu seinem jüngeren Bruder gesagt, daß Dich daß alles mächtig interessiert, denn wenn ich heute die Augen schließe, hast Du ja die nächste Anwartschaft auf den Gorlingshof, aber ich möchte dem Verstorbenen doch nicht vorgreifen, und Du mußt daher Deine Wißbegierde noch ein wenig zügeln. In das ehrliche Gesicht des jungen See­ mannes mit den lichtblauen Augen steigt der Zorn, aber er bezwang sich und entgegnete anscheinend ruhig: Es ist nicht müßige Neugielde, die mich so fragen läßt, sondern aufrichtige Teilnahme an dem Schicksal der armen Frauen, die, wenn mich ujcht alles täuscht, nun ganz von Deiner Gnade abhängig sein werden. Ist das so schwer? fragte Gras Reimar und ein fast melancholisches Lächeln zuckte um seine von einem dichten, dunklen Schnurbart umschatteten Lip­ pen. Ja sehr schwer, Reimar. Ich habe es an mir selber zur Genüge erfahren. Heftig fuhr Graf Reimar auf. Maßloses Staunen und tiefes Erschrecken stand in seinen Augen. Du Timm, Du, deffen Kindheit ich behütet, I dem ich das Leben leicht machen wollte, lckchter, als * es mir geworden? Du hattest immer eine harte Hand, Reimar Eisern hast Du mich gehalten und mir manche Jugendfreude gestört. Lassen wir das. Es ist vorbei. Ich segnete die Stunde, die mich von Deiner Knechtschaft frei machte, in dem Augenblick, da mir das kleine Erbe zufiel, auf welches ich nie zu hoffen gewagt. Da lernte ich erst leben, mit eigenen Augen sehen da, Er erschrack vor der tiefen Verzweiflung, die da so unvermutet aus den dunklen Augen des Bruders zu ihm sprach. Was war das? Wie seltsam die braunen Au­ gen aufglühten, und wie dann wieder das leise Spottlächeln, das Timm so haßte, auf des Bruders Lippen trat. Da machtest Du Dich frei von der Knechtschaft in der ich Dich gehalten, ergänzte Graf Reimar. Ich weiß es, es war Dir ein stolzes Gefühl, mir sagen können: Sieh, ich brauche Deine Hilfe nicht mehr find Deinen Rat. Deine Sorgen, Dein Schutz ist überflüssig. Ich gehe meine eigenen Wege, die weitab von den Deinen führen. ' Fortsetzung folgt.) I " Roman von Anny Wothe. ! ' 7] I [ ‘ l I ^Nachdruck verboten.) • Noch flofseu die schwarzen Trauerdraperien schwer herab von den Wänden, !noch hing ein Duft von welken Kränzen und Blumen in allen Räumen, so das es Reimar von Randolt dünkte, als stehe sein Atem still unter der dumpfen Beklemmung, die auf ihm lastete. Der lange, dunkelverhangene Eichentisch in der Mitte des Saales, mit den brennenden Kerzen, um­ geben von hochlehnigen, feierlichen, altväterlichen Stühlen, flößte ihm etwas wie Graue» ein. . Er stand jetzt an einem der großen Fenster seinem Bruder Timm gegenüber, dessen Augen wie gestern, feindlich den seinen begegneten. Der Marineleutnant hatte versucht, war ihm gestern nicht gelungen war, da Graf Raimar sich sofort nach dem Begräbnis zurückgezogen hatte, seinen Bruder noch vor der Testamentseröffnung zu sprechen und von ihm eine Aufklärung über die letzten tragi­ schen Vorkommnisse in der Familie zu erhalten. . Graf Reimar hatte rundweg jede Auskunft verweigert. ────────── Lokales. Landshut, den 7. Februar x-* Das Militär-Verdien st kreuz mit Krone und Schwertern wurde dem Unter» ossizier Herrn Frz. Lader Müller, Spengler von hier, zu seinem Eisernen Kreuz und dem Steinmetz Herrn GeorH Hummel, Färberssohn von hier, verliehen. i • r-* Zur letzten Ruhe bestattet tour* de vorgestern Stach mittag im städt. F»:iedhofe der hier vsrstorbene Herr K. Rechnungsrat a. D. Julius Joseph. Im Trauerzuge befanden sich Vertreteir des hiesigen Offizierskorps und der Mannschaften der hiesigen Truppenteile, Herren Beamten und Vsr.eine, wie zahlreiche andere Leidtragende aus der hiesigen Bevölker­ ung. Herr Prot. Staptpfarrer Lindner^ hielt eine tiesergreifende Gedächtnisrede am offenen Grabe des Verblichenen. i —* Brigadekommandeur Gene>. alleutnant Exz. von Hehdenaber ist zur Reb.utenbisichtigung beim hiesigen Ersatzbataillon einge­ troffen. Heute kehrt der Herr Inspekteur wie­ der nach München zurück. ! —* sWegen Unterschlagungen von Postpaketen wurde ein hiesiger Postpackmeister vom Dienste suspendiert. | i —* Ehrliche Finderin. Ein hiesiges Tienstmädchen verlor gestern die Geldbörse mit 25 Mark Inhalt. Eine hiesige Tame fand die Börse und brachte sie zur Polizeiwache, wo sie der Verliererin wieder ausgehändigt wurde. —* In Strei t gerieten gestern abends nach 8 Uhr in der mittleren Altstadt ein Zigarren­ macher aus dem Elsaß und ein hiesiger Metz­ gerlehrling. Tier Streit artete in Tätlich keften aus, bei denen beide Gegner blutende Perlvtzungen erlitten, der Lehrling auch eine Biß­ wunde. j 1 1 | , i i i 1 i ( I —* Ein taubstummes Kind, ca. 8 Jahre alt, trieb sich gestern ohne Aufsicht auf den Nebengleisen am Bahnhof herum. Eine am Bahnhosplatz wohnende Frau nahm sich des offenbar verirxten Kindes an. Tie Eltern desselben sind noch nicht ermittelt. | —* P etroleum^Bersorgung. ?ie städt. Lebensmittelstelle schreibt uns: Tie Kla­ gen über die zur Verfügung stehenden gerin­ gen Mengen än Beleuchtungsmaterial wollen nicht verstummen. Sie bestehen, wie anerkannt werden muß, leider zu Recht. Kerzen sind kaum auszutreiben, Petroleum ist nur in ver­ schwindend kleinen Menge» vorhanden, ebenso Spiritus, und die Karbidbeleuchtung scheuen gar viele. Ein Trost ist wenigstens vorhanden, daß die Tage allmählich länger werden und da­ mit das Beleuchtungsbedürfnts abnimmt. Tie für Februar zugewiesene Petroleummenge ist so gering, daß höchstens nah ein Viertelliter aus die Karte verteilt holden kann und auch die Gewerbetreibenden nur mit geringen Zu­ weisungen rechnen könne«. Es ist deshalb aller­ größte Sparsamkeit am Platze. I —* Der Viktualienmarkt, der aus Anlaß des gestrigen Monatmarktes hier statt­ fand, blieb nahezu unbeschickt. Es waren daher nur wenige von den zahlreich er:fif;|tenenen' Hausfrauen, denen der Markt die Erfüllung ihrer Etnkaufswünsche brachte. —* Der Monatviehmarkt war gestern mittelmäßig bestellt. AM hiesigen Bahnhof ge­ langten 19 Wagen Großvie hzur Verfrachtung. —* Fahrpreisermäßigung für An­ gehörige Pranke»' oder verwundeter oder verstorbene»: Kriegsteilnchmer (zum Besuch oder zur Teilnahme an der Beerdigung) wird seit 1. Dezember 1917 nur gewährt, wenn außer der dem bereits frühe»: vorgeschriebenen Ausweis - der Ortspolizeibehörde eine mit Siegel oder I Stempel versehene Bestätigung oder ein Tele- gramm der Lazarettverwaltung oder des bes handelnden Arztes über die Erkrankung, Ver| wundung oder das Ableben des Kriegsteilnehp mers sowie darübe»: vorgezeigt wird, daß dem £ Besuch nichts entgegensteht. Es besteht Veran| lassung, die zahlreichen Angehörigen von s Kriegsteilnehmern wiederholt auf diese Bestim| mung aufmerksam zu mächen ,da die auf der j Rückseite der polizeilichen Befjcheinsigung aufE gedruckten Vorschriften noth, nicht ergänzt werI den konnten. I —* Schutz der PalmkätzMen. Es sei jj darauf aufmerksam gemacht, daß nach BerfüP gung des stellvertretenden Generalkommandos | das gewerbsmäßige Sammeln und Feilbieten £ der männlichen Blütenzweige der Weiden (sog. $ Palmkätzchen oder Weidenkätzchen) sowie' das Verarbeiten solcher Zwerge zu Kränzen ver­ boten und mit Strafe belegt ist. — s Stadttheater. Zugunsten der Goldankausswoche findet am Dienstag den 12. Feb­ ruar eine Aufführung der Tragödie "TasNürnbergisch Ei" statt. Zu dieser Verstellung er* S halten alle diejenigen eine Freikarte auf ei8 neu Sitzplatz,' welche in der Wojche vom ,3. jj bis 10. Februar Gold an die Goldankaufs1 stelle abgelte,ert haben. Tie von dieser Stelle I ausgegebenen Ablieserungsscheine gelten als 8 Legitimation. Ebenso erhält jeder eine FreiI karte, der ein Goldstück zum Einwechseln bringt. I Tie Ausgabe der Karten erfolgt ab Montag s den 11. Februar im Theaterbureau von 10 ls bis 12 und 4 bis 6 Uhr, sowie an der Abend| lasse. Tie Vorstellungen beginnen ab Tonf| nerstag laut polizeilicher Vero»:dnung um 7 Uhr. ────────── Letzte Posten. 9te*e U-Bootserfolge. * I .WTB. Berlin, 6. Februar. (Amtlich.) Im Aermelkanal fielen unseren »rastlos tätigen Unterseebooten 5 Tampfer, 1 englische,: Segler und 1 englisches Fißchjerfahrzeug zum Opfe»:. Tie Dampfer waren fast durchwegs tief. be­ laden, einer aus dem Wege nach Cherbou,:g aus starker Fischdampsersifcherung herausgeschossen. Er hatte offenbar Kriegsmaterial geladen. : Protest gegen die Beschlagnahme der t ! Klöster. i London, 6. Febr. (Reuter.) Aus Pe| tersburg wi»:d vom 3. Februar gemeldet, daß Tausende von Frauen in großer: Prozession! gegen die Beschlagnahme des Alexander Newski-Klosters protestie»:ten. Aus betn Wege vom Alexander Newski-Prospekt zw: Kasankathedra­ le hielten der Bischof von Petersbw:g und an­ dere Geistliche den Gottesdienst unter freiem Himmel. i Tvr SchiMraummangel. London, 6. Febr. (Reuter.) "Taily Mail" meldet aus Washington: 1 Million Ton­ nen Schiffsraum sollen ' für Kriegszwecke da­ durch gewonnen werden, daß die in den atlanti­ schen Häsen liegenden niederländischen Schisse, sowie die für den Tienst in der Gefahrenzone nicht geeigneten französisch^ Segelschiffe' die südamerikanische KüstenWffahrt im tSillen s Ozean übernehmen, i | Aus RttßMttb. I ' Petersb urg, 6. Feb»:. Ter große wirtÜ schastliche Beirat beim Rat der Volkskommissa»:e I erklärte alle Be» gwerke im Donezbecken, welche | von ihren Eigentümern ve»:lassen sind, für $ staatliches Eigentum. I I Site Berlindung Petersburg -Brest-Litowsk ' unterbrochen. ' Pete rsburg, 6. Feb»:. Seit 4 Tagen sind die direkten telegraphischen Vs bindungen mit BrefvLitowsk unterb» ochen. Bisher wurde keine amtliche Meldung über die Friedensve»> handlungen veröffentlicht, j i i ; Die Lage der Schweizer in Rußland. ' Zürich, 5. Febr. Tie Es hweize»: Gesandt­ schaft in Petersburg teilt mit: Auslände,', die I Rußland verlassen wollen, dürfen im Höchstjj falle 2000 Rubel von ihrem Bankguthaben abI heben, sowie nur die zu ihrem p»:sönlichen Gebrauch bestimmen Schumckgegenstän> e m t sich nehmen. Tie Schweizerische Gesani-tscha t in Petersburg, hält dafür, daß jeder (Jcfjrit , der zurzeit zugunsten des RückWges von «Ban krediten von seiten schweizerische»: Staat sang, höriger gemacht wü»r,de, ohne Erfolg blieb:. . Trotzt» in Helsingsors. i Kopenhagen, 4. Febr. Londoner Blät. ter melden, daß Trotz'ki jn Helsingfo»rs eilige troffen ist. Er hat vo»:, dem Regterrmgsgk bände eine Rede gehalten, in der ec ds: Bdvöi. kernng riet, dem Beispiele Rußlands zu folgen, das seine volle Unterstützung zusage. Tie Rote Gatde in Hetjiugfors. Kopenhagen, 5. Febr. Aus Helsing sors wird gemeldet: Tie Stete Garde dran; in das Haus des hochbetagten Generals 2jii vershielm, um dort eine Haussuchung vorzn nehmen. Silverhielm widersetzte sich in it bei. Revolver in der Hand den teinteetenbi n un > schoß einige der Roten Garde niebe»:. Ter Ge neral beging darau s Selbstmord. , Italienische Sorgen. Lugano, 5. Febr. Ter "Corxierv delb. Sera" widmet den Ereignissen ds: Bei fällte : Konferenz einen Leitartikel, De»:, sehr trü o selig 1 Betrachtungen anstellt. Tas Blatt sprij hfl di Hoffnung aus, daß es nach dieser Koi.seren, nicht wieder gehen möge, wie nach'den frühe reu, wo alles beim alten blieb uno jeder Pessi mismus berechtigt war. Tie Völke»: dec En­ tente würden eine neue Enttäuschung nick c ruhig hinnehmen, wie sie auch andererseits z t den schwersten Opfern und zum äußersten W derstande entschlossen wären. L Tie Amerikaner. j Sern, 5. Febr. Ter amerikanische Krieg, I minister warnte betreffend die Gerüchte üb< r die inneren Unruhen und Streiks in Teutsck - . land, die eine Gesinnungsänderung des L olfi s beweisen sollten, das amerikanische Volt m r allzu großem Optimismus. Aus der anoerc t Seite sei auch wegen der artilleristischen Hebe * legenheit der Teutschen an der Westsrpnt kein Pessimismus am Platze. Tas einheitliche Vo gehen der Verbündeten müsse schließlich bc tt endgültigen Erfolg sichern. Tie Amerilän r haben neuerdings in Frank»:eich zahlreiche Ko: :» träkte au s Truppenlage»:, Unterkunstsräume t. s. w. aus 5 'Jahre abgeschlossen. Sie geh n bei ihrer Festsetzung in Frankreich andauert d rücksichtslos vor und lassen ganze Häuser m derlegen, wenn sie ihnen im Wege stehen. ────────── Bayerische Nachrichten. Ausnutzung der Wasserkräfte. Jn i v Kammer der Abgeordneten gab in der sortgef, t¥ ten Beratung des Etats des Ministeriums d s Innern das Kapitel "Staatsbauverwaltung' Veranlassung zu einer eingehenden Ausspra e über die Abtrennung des staatlichen Straßz t ,, Brücken- und Wasserbaues vom Ministe,:! 111 des Innern an das Berkehrsministerium, b::t Ausbau der Wasserkräfte, Flußreguliernng< i, Cutwässerungsbauten, Umwandlung von O Schleichhändler scheitert säst stets daran, l’Ofi ────────── bei derartigen Strasperfahren an Aussagen beteiligter Zeugen fehlt, da diese Geschäfte rer ^heimlich adgeschjlossen werden und Käuunb Verkäufe»: in gleicher Weise den Arm Gerechtigkeit fühlen müssen. Um dieses dernis zu beseitigen, schlägt der bat>mpp chter vor, den Gedanken, de»' das englische Recht zur Schaffung des Instituts des "Kroneugen" veranlaßt hat, zur erfolgreichen Verolgung unserer Schieber' und Wucherer in an­ derer Form zu verwirklichen. Wesentlich! zur kekämPjUng des Lebensmittelwucyers ist, daß die bewucherten Personen ohne Gefahr- für sischj selbst reden dürfen, ohne ©tiefe gewärtigen zu «üssen und als Zeugen vor Gericht erscheinen dürfen. Ter in Nummer 64 der Münchenlbrgsburger Abendzeitung enthaltene besondere Meachtung verdienende Artikel, der auch, eine andere weittragende gesetzgeberische Maßnah­ me aus zivilrechtlichen^ Gebiet (unter Hinweis aus Paragraph 817 B.G.B.) anregt, schlägt folgende gesetzgeberische Maßnahme vor: Dem! Höchstpreisegesetz vom 4. August und 17. Dez. 1914 bezw. 23. März 1916 wird folgender Absatz beigefügt: "Straffrei bleibt der Verbrau­ cher, welcher das von ihm abgeschlossene, die Höchstpreise verletzende Gesftäft behuss straf­ rechtlicher Verfolgung des Verkäufers anzeigt." hiermit wäre die Handhabe gewonnen, daß die wucherten Verbraucher nicht zum Schweigen ib Dulden des Wuchers gezwungen wären, "tb daß, die Behörden für das Verfahren gegen »je Wucherer Zeugen gewinnen würden. Einige ' itzend Strafverfahren, auf Grund Anzeigen r ,elidierter Ve»'brau>,chjer eingeleitet, würden, so bemerkt der Verfasser mit Recht, ihren Gin» Irudf nicht versehlen, da kein wushp'ischer Pro­ duzent oder Zwischenhändler sich, mehr sicher Wen würde vor Aufdeckung seine,: Geschäfte. Männliche Abteilung: Offene Stellen: 2 Bäcker, 1 Brauer, 20 Bauschlosser, 2 Dreher, 10 Maschinenschlosser, 1 Mälzer, 4 Schäffler, 6 Schreiner, 2 Schuh­ macher, 10 Schmiedgehilfen, 10 Spengler, 20 Streckenarbeiter. Stellen suchen: 2 Bäcker, 1 Contvrist, 1 Obermüller, 1 Wagner. I Weibliche «bteiknng: Offene Stellen: Privat: 24 Dienstmädchen, 6 Köchinnen. Gasthäuser: 8 Küchienmädchen, 2 Kellnerinnen. Landwirtschaft: 20 Oekovomiemägde, 2 Schweizerinnen. Stellen suchen: 1 Haushälterin, 1 jtafU fierin, 1 Näherin. ! Lehrstelle«: Lehrstellen sind offen für: 1 Gärtner-, 3 Friseur-, 1 Bürstenmacher^, >1 HamiMerschmied-, 1 Maler-, 2 'Schäffler-, 2 Schreiner-, und 1 Schneiderlehrling; ferner, 1 Ladenlshr£ mädchen. r I Lehrstellen suchen: 4 Bäcker-, 1 Kaufmann-. | 1 Maschinen sthjlosser-, 1 Metzger», 2 Schlojsser-, I 1 Schneider- und 1 Ghjreinerlehrllug. I «ricMttvalidenfürsorge. ! Stellen suchen: 10 Hilfsarbeiter, 1 f9&*> l ler, 8 Ausgeher, 2 Portiere. Inserate. Bekanntmachung. Betreff: Verkehr mit Zucker. Gemäß Anordnung der Bayer Libensmittelßel, Verwaltungsabteilung — Landeszuckerstelle — Mün­ chen vom 31. Jan. c. ergeht folgende Bekanntmachung: Familien, in welchen Kinder bi« zum vollendete» 2. Lebensjahr vorhanden sind, werden hiermit ver­ anlaßt, falls sie für diese Kinder erhöhte 3wfernsten beanspruchen, die Kinder bis 15. ds. Mts. schriftlich bei der städt. LebeuSrittelsiellr — Verwaltungsab­ teilung Magtstratsgebäude Zimmer Nr. 5 — anzu­ melden. Die Anmeldung hat zu enthalten: Vor- und Zuname des Kindes, GeburlSzett- u. Ort, Wohnung der Eltern, die Nummer der Lebensmittelkarte unter Angabe ob rechts oder links der Isar. Ebenso muß angegeben werden, bet welchem Kaufmann die zuletzt mitgegebenen Zuckermarken ab­ gegeben worden sind. Anmeldungen, Sie später erfolge«, könaeu für diese» Monat nicht mehr berücksichtigt werden. Lands Hut, den 6. Februar 1918. 36« Marschall. ────────── Die Heeresberichte.