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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-03-14"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 58</biblScope>
          <date when="1918-03-14">1918-03-14</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Deutsche Truppen in Odessa. Erfolgreicher Luftangriff auf England. - Neuerdings 48.000 Tonnen versenkt. — Heftige Luftkämpfe im Westen. — Französische Gräben in der Champagne erstürmt.</p>
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          <p>Es liegt uns ferner am Herzen zu betonen. ba&amp; die lettische Landbevölkerung nicht einen eigenen Herzog, sondern den Teutschen Kaiser |mb König von Preußen als Herrscher zu haben manscht, zu dessen gerechter und fester Regier­ ung wir volles Vertrauen haben. HieraiG wurde folgendes 1 Huldigungstelegramm a n den DeutschenK atfet abgesandt: ' l Seiner Majestät dem Teutschen Kaiser! ' Ter iKurländische Landesrat, als die be­ rufene Vertretung der Gesamtbevölkerung K^urland^, hat soeben den einstimmigen Beschluß ge­ faßt, zu den' Stufen des Thrones Eurer Maje­ stät die alleruntertänigste Bitte niederzulegen. Eure Majestät wollen allergnädigst geruhen, für sich; und Eurer MajesW Thronerben die Herzogskrone Khtrlands anzunehmen. Von der Hoffnung beseelt, daß diese Bitte ein geneigtes Gehör finden werde, bringt der Landesrat in tiefster Ehrfurcht und unauslöschlicher Tankbarteit für die allendliche Befreiung Kurlands aus russischem Joch Eurer Majestät begeisterte Huldigung und das Gelöbnis unwandelbarer Treue dar. Gott schütze, Gott segne, Gott er­ halte Eure Majestät?, Im Namen des Landesrats: ' 1 ! TV ton v. Rahden-Maihof Generalsu'perinrendent D. Bernewitz' Rechtsanwalt Melville. ,i GempindMtester 9t Weschrreek Ferner wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren Rahden-Maihof. Generalsujperintendent Bernelvitz, Rechtsanwalt MelvilleLtbau, GemeindMtester Weschneek nach Berlin entsandt, die die Kundgebung des Landrats dem Reichskanzler überweisen soll, was inzwischen, wie gestern berichtet, geschehen ist. Aus der Mrrüne. * Irie-ensvcrha«vlu«.qcu Zwischen RuWand und der Ukraine. Das Ukrainische Bureau meldet: Nach Kiewer Blättern haben in Kiew die Friedens­ verhandlungen zwischen der Ukraine und Ruß­ land begonnen. '! | , ;</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Englische Anerkennung deutschet Tapferkeit. Ter englische Oberbefehlshaber Sir Dou­ glas Haig gedenkt in einem amtlichen Berichte anerkennend eines deutschen Offiziers, der bei Flesquieres mü frwoTvagentxt Tapferkeit ge- aus Petersburg. Ter Widerstand im letz gen die Tanks kämpfte. Tie VBatD) News" veröffentlicht über den Borgang folgende Mitteilung eines Augenzeufien: [ Ter Offizier war ein Oberleutnant, der ein Tankabwehrgeschütz befehligte. Ein Treffer Breitung des Schreckens scheint femp Haupt- ernes unserer Geschüne tötete 4 von seinen 8 Sltottn und verwundere den Offizier. Er Blieb indessen auf seinem Posten und feine Leute . fuhren fort, auf die anrückenden Tanks zu feu­ ern. Unser Maschinengewehrseuer erledigte die '4 übrigen Kanoniere und verwundete den Offi­ zier nochmals schwer. Ter aber bebten« jetzt das Geschütz allein und erzielte ohne Hilfe nicht weniger als acht Treffer auf acht verschiedene Tanks, die sämt­ lich aktionsunfähig wurden. Gr wurde wie­ derholt von Granatsplttern und Maschinenge­ wehrkugeln getroffen, hielt aber weiter aus. Schließlich verwundete ein neben ihm krepieren­ des Geschoß ihn so Uwer. daß er nicht mehr aufstehen konnte. SpKtft bann versuchte er, das Geschütz, das er soeben geladen hatte, abzusenem. Ein direkter T reifer des Tanks aber been­ digte den Widerstand; und als unsere Leute her­ ankamen, war von dem Offizier und Geschütz keine Spur mehr vorhanden. Ich, glaube, das war der schönste Fall von Tapferkeit und Hel­ denmut, der mir vorgekommen ist.</p>
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          <p>Japan im Kriege. i ^(te ostasiattsche Frage. : Lowat Fraser schreibt zu dem Plan einer Besetzung Sibiriens durch die Japaner in der "Daily Mail": Die Begründung einer solchen Besetzung damit, daß, die großen Vorritte an Kriegsmaterial in Wladiwostok geschützt wer­ den müßten, sei unsinnig. Man habe nicht bloß einige Munition, sondern die Wett zu retten. ’ Japan dürfte sich daher nicht mit der Besetzung der sibirischen Bähst bis Charten begnügen, sondern müsse die ganze Bahnstrecke bis zum Uralgebirge besetzest. An eine Bedroh­ ung der deutschen Ostfront sei dabei nicht,;u denken. Ueberhauipt würde die Besetzung Si­ biriens den 9llliierten fm Westen zunächst keine militärische Unterstützung gewähren. Ein ame­ rikanisches Zusammengehen mit den Japanern komme wieder nicht in Frage. Alles Gerede, daß Man Japan vielleicht nicht trauen dürfe, sei widersinnig, da Japan ejn altbewährter Bundesgenosse Englands fei. Auch Befürch­ tungen einer ungünstigen Rückwirkung des ja­ panischen Vorgehens auf das große europäischasiatische Rassenproblem feien sinnlos,' zumal das erste Kapitel in dieser Hinsicht bereits pon den indischen Hilsstruppen in Flandern ge­ schrieben worden sei. Jetzt müsse man an Hie Bedürfnisse des gegenwärtigen Augenblicks den-' ken und die Zukunft sich, selbst überlassen.</p>
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          <p>Aus Südamerika. Flucht des Grafen Luxburg nach Chile. Ter Exchange Telegraph' meldet aus Lon­ don: Graf Luxburg, der frühere deutsche Ge­ sandte in Buenos Aires, ist nach Chile geflüch­ tet? der deutsche Militärattache fehlt ebenfalls. Seit mehreren Tagen ist die Polizei ohne jede Spur von beiden. Nach! neueren Meldungen ist Gras Luxburg gestern in Chile angekommen und hat sich in einem Automobil nach der deut­ schen Gesandtschaft in Santiago begebe«. KrieMese ans dem Osten. Berlin, den H. Mäxtz 1918. rUnberet?tigler Nachdruck, auch auszugswefte, necBoten.) Von unserem zum Ostheer entsandten Uriegfc» berichterstatrer. i Narwa, den 4. Märtz, 4918. Astr 2. Märtz kam der großrussische Kriegs­ minister, der Matrose Tlhbenko, nach Narwal mit ihm 1500 Kronstadts r Matrosen und Rote Flesquieres mü frwoTvagentxt Tapferkeit ge- aus Petersburg. Ter Widerstand im letz ten Q istfel Esthlands sollte scheinbar organi­ siert werdet^, Merkwürdigerweise erließ der Kriegsminister als ersten Befehl den der Stra­ ßenreinigung dürch die Intelligenz. Ter "Ter­ ror" sofl verbreitet werden, sagte er, Tie Ver- Tankabwehrgeschütz befehligte. Ein Treffer Breitung des Schreckens scheint femp Haupt- linie entwickeln tzum letzten Gestecht in Esthland. Um 4 Uhr flüchteten die Roten Garden nach Narwa zurück. Mit Autos, Schlitten, Wagen hasteteten die Führer gegen Petersburg. Sie vergaßen vor allem nicht, die gestohlenenGelder m itstch zu führen .Heute morgen.zogen dann unsere Truppen in die Stadt, sie Wur­ den recht freundlich begrüßt. An Dorpat ist dabei nicht zu denken: T&gt;ie ganze eoangilische Gemeinde von Narwa hat nur 1000 Seelen, und die schönen, alten .deutschen Häuser aus der Ordens- und Schwedenzeit werden von Russen und Esthen bewohnt. Asts dem Markte, in den engen Straßen unter den hohen Gie­ beln zog eine bewegte Menge,unb der.Schluß ihrer Fragen und Erzählungen war doch im­ mer: "Gott sei Tank, daß die Deutschen ka­ men." Tie großen Fabriken der Stadt waren bis Sonnabend in Betrieb .Die Rohstv&gt;fmengen, die zur Verfügung stehen .sind recht beträcht­ lich. Tie Flachsmannsa'ktur, die 1800 Arbei­ ter beschäftigte, hat noch Flachs für über 2einhalb Millionen Rubel. Tie große Krenholmer Baumwollspinnerie hat 2—300 Waggons fertige Baumwollwaren liegen, die TuchmanuTaf tut die 1200 Arbeiter hat, besitzt noch Vor­ räte an ägyptischer Baumwolle und russischer Wolle, um mehrere Monate arbeiten zu können. In der Maschinenfabrik lägern 11000 Mi­ nen. In den Arbeiterratssitzungen in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurde eifrig beraten, ob man die Fabriken sprengen sol­ le, dir? Vernunft behielt die Oberhand: "Wo­ von sollen später unsere Frauen leben? Tie Teutschen find auch Menschen,man wird ein­ fach weiterarbeiten". So unterblieben alle (Sprengungen und die Petersburger Demagogen hatten genug zu "tun, ihre Personen und jhre Räuberet in Sicherheit zu bringen. Auch die große Brücke über die Narwa ist unbeschädigt. Unter dem wundervollen Bild der alten Fest­ ungsburgen aus beiden Seiten an den Steil­ ufern der Narwa vorbei ging ich, heute Aber die Brücke, hinein ins Gonvernement Peters­ burg. Ein Haulptmann erzählte, der Frieden mit Rußland sei unterzeichnet. Blatzrot lag die Abendsonne auf der alten Schwedenfeste, Teutschlands östlichster Wacht. (Kb.i Rolf Brandt, Kriegsbericktterstat«r aufgäbe gewesen zu'sein, denn wenn auch Nar­ wa infolge seiner großen Arbeiterschaft beson­ ders viele Gewehre zur Roten Armee stellte, bleibt es'doch bezeinchend, daß von bett 10 000 Arbeitern der Baumwollspinnerei von Krenholm nur 500 bolschewistisch waren. Es ist Tatsache, daß ein großer Teil von den Arbei­ tern mit dem Revolver gezwungen wurde, sich! den (Bolschewisten anzuschließen. Am 3. ds^ stellten sich diese Roten Garden, eine geringe Anzahl verführter Soldaten und die Matrosen bei Weiwara unseren vorrückenden Abteilun­ gen zum Kampfe '.indem sie ein Panzerautowobil aus einen Güterwagen stellten und eine Reihe von T-Zug-Wagen dahinter taufen lie­ ßen. Ein paar Treffer unserer Feldartillierre zertrümmerten das Auto, eine Granate ging in den Maschinenstand der Lokomottve und zerriß den Zugführer. Ter Zug fuhr rückwärts in einen Güterwagen, auf dem eine K anone auf* gestellt war. Solche Einrichtungen mögen sich bei dem gegenseitigen Abschlachten in Peters­ burg bewähren .gegen eine regelrechte Trup­ pe sind sie zwecklos. Immerhin muß« Hinter Waiwara unsere Infanterie sich in Schwarm-</p>
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          <p>Millionen Mark Gewinn im Monat gezogen jfyabe. Tie Drohung einer Einstellung des Be­ triebes sei von der Firma niemals gegen,djie Heeresverwaltung erhoben worden. Lediglich im Zusammenhang mit einer unetr dem 12. Feb­ ruar ds. Zrs, ausgesprochenen Bitte um eine Preisrevision sei darauf hingewiesen worden, 1 daß eine evtl. Aufhebung der unrationellen Nachtschicht eines kleineren Teiles der Beleg­ schaft in Erwägung gu ziehen sei. Von giner Preiserhöhung um 50 Prozent war überhaupt! hie die Rede, sondern es ist um eine Revision der (Preise gebeten und hierbei eine Erhöhung von 10 Prozent vorgeschlagen worden, die aber nicht bewiNgt worden ist. Tire Divjdendenausschüttung der Taimlerwerke hängt in erster Linie zusammen mit der Politik starker Ab­ schreibungen der Aktiven und ider Ansammlung großer Reserven, die von der Gesellschaft schon seit vielen Jahren befolgt wurde, um allen Ausgaben und Fährnissen der Zukunft gewach1 sen z« sein. — Tie eingeleitete Untersuchung 1 muß ja zeigen, wer im Rechte ist. D Med.)</p>
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          <p>Allerlei. waren. In demselben Versteck befanden sich, zwei Mettwürste, ohne jede Einhüllung. T«er Beamte beschlagnahmte die *93 Eier, konnte ben Würsten aber feinen Geschmack abgewinnen u. ließ sie der Besitzerin. &gt; schwerer Unfall. Der Oekonom I. Grop■ per von Reichartsried wollte seinen bei den Fliegern in Schleißheim stehenden Sohn besu­ chen, traf diesen jedoch nicht an, da erltagsvorJ her auf Urlaub gefahren war. Gro'pper wollte dann zu Fuß zurück nach, München gehen, wurde jedoch aus der Straße von Schleißheim nach Milbertshofen von einem gerade in der Lan-dung begriffenen Flieger ersaßt und getötet; feine mit ihm gehende Tochter blieb unverletzt. Ter bedauerliche Unfall erfolgte, als Gropper einigen am Flugplatz abstartenden Maschinen zUsah. Infolgedessen übersah er, daß hinter seinem Rücken ein t5n N u () u:g nieder ging. Grvp- ' per wurde von dem Propeller am Kopfe ge-' troffen und erlitt einen schweren Schädelbruch. Kirchenraub. In der Nacht vom letzten Sonntag auf Montag wurde in der Jachenau in die Pfarrkirche eingebrochen und der Kelch samt den Hostien und der Monstranz gestohlen. | Ter Täter ist unbekannt. II Stic Hosen der Hamsterin. Ein sehr intiü ,mes Hamsterversteck ist durchs die Findigkeit f eines Polizeibeamten in Wiedenbrück festgei stellt worden. Ter Beamte beobachtete eine Frau auf dem Bahnhöfe und bemerkte, daß sie einen sehr merkwürdigen Gang hatte, als ob sie auf Eiern gehe. Er stieg in dasselbe Abteil und sah, daß die Frau beim 'Sitzen nicht die Haltung normaler Menschen einnahm, sondern sich beim Niedersetzen zunächst einmal halb die Glieder verrenkte unb dann eine mehr liegende Stellung einnahm. Aus Veranlassung des Beamten wurde die Frau an ihrem Reise­ ziel körperlich durchsucht. Dabei stellte es sich hrraus, daß sie in ihren Beinkleidern 93 Eier verborgen hatte, die in Papier eingewickelt</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. ! Passau, 11. Mich,. (Schleichhändlern),] welche, ihr unsauberes Gewerbe wohl schon län­ gere Zeit und zwar in nicht geringem Umfange betrieben haben mochten, konnte die Polizei in den letzten Tagen auf den Leib rücken. So hatte u. a. auch, ein Bäckermeister sein Gewer­ be ziemlich, weit ausgedehnt- und war auf die Ueberraschung einer Hausdurchsuchung nicht vorbereitet. j Passau, 12. Mäch'. (Wie die deutsche Ju­ gend ihren Verwundeten dankt.) Mit 14 schön gezierten Körben und Schwingen kam die Schul­ jugend der Oberklasse Büchlberg zum 5. Male während dieser Kriegszvit nach! Passau und überbrachte den Verwundeten in den dortigen Lazaretten über 1300 Eier, Butter, Schmalz', Geräuchertes, Mehl und Gebackenes. Unter Hührung ihres Lehrers Herrn Gg. Erdl und mehrerer Damen durchzogen sie mit Fähnlein die Straßen der Stadt und lieferten die wert­ vollen Gaben direkt an unsere stets opferberei­ ten Helden ab. Tank von den bleichen Lippen, Tränen in den Augen, das war die Gegengabe für die Kinder. Gewiß wird es diesmal nicht der letzte Dank gewesen sein, den die braven Kinder ihren lieben Verwundeten dargebracht, denn — Treue um Treue!</p>
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          <p>Stadttheater. Am Dienstag tollte die lustige Vagabundiade "Robert und Bertram" von Gustav Raeder über.unsere Bühne. Tiefe wirksame Posse erhält sich trotz ihres höhen Alters ewig jung und gibt in ihrer Harmlosigkeit dem Publikum ständige LachgelegeUheit. Das Perpetuum mo­ bile war natürlich' Herr Kaspar, der als.Bert­ ram den Löwenanteil des Applauses für sich in Anspruch! nehmen konnte. Auch Herr Brück­ ner als Robert hatte reichlich Ursache, seinem Uebernrut uneingeschränkt die Zügel schießen zu lassen und trug mit dazu znm Sturm­ angriff auf das Zwerchfell des Auditoriums Als Zielpunkt und Opfer der Landstreicher fi­ gurierten die Damen Mikulska (Michel), Laschinger (Rösel), Eiselt (Isidora), Robbh (Kom'merzienrätin) sowie die Herren Walter (Strambach), Weigel (Jpelmaher), Köhler und Ober­ dörfer (Gendarm, sowie Jack und Bandheim), Seusert (Mehlmeher, Tr. Corduan). Chor und Statisten waren etwas stark verdünnt. Tie ori­ ginell zusammengestellten Musikanleihen hätten einer temperamentvolleren Wiedergabe bedurft. Ter Besuch, taar ausnahmlich der Logen wie gewohnt gut, man kam, sah und lachte, jonst hals weiter keinen Zweck. Hg.!</p>
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          <p>—* Wegen Bettel und Landstrei­ cher ei wurde gestern wiederholt die herum­ ziehende Maria Schlagbauer von Schamhaupten in der OberpMz, festgenommen und ein­ geliefert. ; —* Schwer erkran kt ist gestern abends ein in einer hiesigen Wirtschaft übernachtender 65 Jahre alter hier durchreisender Bader. Er nutzte ins stöbt. Krankenhaus verbracht wer­ den. i ! —* Für die gestohlenen Schuh e, die bei der wegen Schuhdienbstahls festgenommenen Taglöhnerin Krieger hier gefunden wurden, melden sich! noch immer Eigentümer. Trotzdew befindet sich noch eine stattliche Anzahl von Schuhen auf der Polizei, für die sich noch kchne Eigentümer gemeN&gt;et haben. —* Frl. Friedl Blom ist nach! einem sehr erfolgreichen Gastspiele als Hanne im Tretntöderlhaus dem Stadtcheater in Plauen für die nächste Wintershietzeit verpachtet wor­ den und hat das neue Engagement bereits an­ getreten. Für die Sommerspielzeit ist die junge Künstlerin an das Operettentheater in Liegnitz engagiert. ' —* Zahlungen durch Kriegsanlei­ he erhalten Vorrang. Ter President der Reichsbank Tr. Havenstein erklärte bei einem Vortrag in München, daß bei Verkäufen von Pferden, Geschirre, Fahrzeugen usw. die Reichsanleihen und Schatzanweisungen zu vol­ lem Nennwert in Zahlung genommen werden. Diejenigen Leute, die auf diese Wchse zahlen, sollen nach einer Weisung des Reichsschatzsekre­ tärs in erster Linie bei der Zuteilung berück­ sichtigt werden. , —* Die Schulhäuser St. Martin und 1918/19 wieder ihrem Zwecke zugeführt. Tas Reservelazarett in der Jnsanteriekaserne ist jetzt geräumt und die Kaserne wird ab 15. MärK zur Unterbringung des htesigenErsatzbataillons verwendet. Mit den Jnstandsetzungsarbeiten der Schulhäuser wird in den nächsten Tagen begonnen. ,. 1 I, —* Was dieNationals ammlu'n?g will, das ist weiteren preisen des Publikums immer noch! nicht genügend klar. Tie aud). in ganz Bayern mit gutem Erfolge durchgeführte Nationalsammlung von Kunst- und Wertgegen­ ständen, die bereits 300 000 Mark einbrachte, dient der Nationalsttftung für die Angehörigen der i m Felde Gefallenen. Es kann keinen schöneren Zweck geben als diesen; denn die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Gefallenen muh unserm Volke das teuerste Vermächtnis sein. Hiezu sollten alle beisteuern. Tie Begüterten vor allem dürfen nie vergessen, dah ihr Besitz durch das Blut unserer Tapfern gesichert wor­ den ist. Tie Nationalsammlung gibt den Ange­ hörigen weitester preise, die jim Besitze von Kunst- und Wertgegenständen sind, Gelegenheit auch ohne Barmittel Gutes zu tun. Auch in Niederbayern und Namentliche in Landshut tour* de bisher mit schönem Erfolge gesamwelt. Wer irgendwie kann, säumt; nicht länger die vom Kretsausschuh Niederbayern für April-Mai be­ absichtigte Gabenausstellung mit folgender Ver­ steigerung durch Spenden zu bereichern. (Siehe Aufruf im Inseratenteil.) —* Nutzholz wirb am nächsten'Dienstag den 19. März nachmi. 2 sUhr im sticht. sHosgarten versteigert. —* Käse wird ein Viertelpfung auf einen Anteil abgegeben. —* Die Seiltänzertruppe Zimmermermann ist hier eingetroffen und gibt Vor­ stellungen auf dem Viehmarktiplatze.</p>
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          <p>Die Nebelfrau. 1 Roman öött Annh Wothe. " ' i] i (Nachdruck verboten.)! t Schenkst du mir was? fragte Lorl und blickte Reimar verschmitzt an. | , Lorl! warnte die Schwester mit verdüster­ ten Augen. r , , Ja, eine Zuckertüße, lächelte Reimar. Tie mag ich nicht, ries Lorl mßt verächt­ lich, emporgerecktem Mischen. Ein Märchen, du kannst es gut, fast so gut wie Undine. Willst tm’ Ja, morgen nach, Lösch. ; Lorl, du darfst den Onkel nicht quälen, mischte sich Undine streng in das Gespräch, indem sie dem Kinde die Löckchen aus der er­ hitzten Stirn strich. Geh jetzt, mein Kleines. : Tas Kind mit dem wehenden Goldhaar nickte lächelnd und flog davon. , Verzeihe mein Eindringen, Undjne, nahm Gra s Reimar das Wort, langsam den Sessel nehmend, den ihm Undine nachlässig zuwies. Ich! hätte dich gewiß jn deiner selbstgewählten Einsamkeit nicht gestört, wenn ich djch nicht i der Avzt bedeutete mir, daß er hier doch viel­ unbedingt noch heute hätte sprechen müssen. ' leich tt mehr Bequemlichkeiten haben könnte, als yli.äBie hübsch es hier ist, unterbrach er sich, " e die dunklen Augen in 'die Ferne lichtend. Ich kannte diesen Platz noch, gar nicht. Er paßt zu dir. Wie Schön-Edda von König Helgos Schloß blickst du hinaus r'ns Meer. Es ist nur schade, daß dich kein Junker Ajobald, wie es in der Sage heißt, vom Meere aus hier ans dem Söller, erspähen kann. Tier Weg ist zu weit. |X ~ , I , I Bist du gekommen, mir das zu sagen? fragte Undine kalt, ihr Antlitz unwilsig von ihm abkehrend. I j Nesn, verzeihe, ich kam zu fragen, ob du etwas dagegen einzuwenden hättest, wenn wir meinen Bruder Timm, der sich! noch gar nicht vom seinem Unfall erholen kann, hier auf dem Gowlings-Ivf einquartieren? i ' Entbehrt er in der Wiedingharde etwas? Undine sagte es kurz, und hart, so daß Gra fReimar etwas bestürzt zu ihr herüber sah. i 1 i 1 ' Tu wünschest es also nicht? Ich hätte es t nir ja denken können. Ich! weih, daß es dir und ' vielleicht auch Timm peinsich sein ryuß, hier ' seine Genesung abzuwarten, nachdem du dam als seine Werbung abgelehnt hast. Aber Einsamkeit nicht gestört, wenn ich djch nicht i der Avzt bedeutete mir, daß er hier doch viel­ unbedingt noch heute hätte sprechen müssen. ' leich tt mehr Bequemlichkeiten haben könnte, als in dem einfachen Fischerhaus, und da meinte ich, wir wären es Timm vielleicht schuldig, ihn hierher zu nehmen. Natürlich, nicht gegen dei­ nen Willen, denn es ist dein Haus und dein Recht, zu bestimmen, wer hier als Gast einzieht. Timm hat bereits mein Anerbieten ab­ gelehnt. ; Abgelehnt? Hast du ihn denn gesprochen? Ja, ich war in der Wiedingharde, um nach seinem Ergehen zu fragen. Empört sprang Graf Reimar empor. Eine scharfe Falte furchte seine Stirn, und wie Zorn bebte es in seiner Stimme, als er hervorstieß: Tu, du hast ihn aufgesucht, du hast mit ihm gesprochen. und ich purste ihn nicht sehen? Das blonde Mädchen, das mich mit seinem Haß bechrt, stand wie der Engel mit dem feurigen Schwert vor der Tür und wehrte mir den Eingang, und dich,, dich sieh sie zu ihm? Tein Bruder wünscht keine Gemeinschaft mit dir. 1 Und warum denkst du, daß er sie nicht will? i 1 (Fortsetzung folgt.) &lt; i ^</p>
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          <p>Letzte Posten. Luftangriff auf England. WTB. Berlin, 13. Mäch.; (Amtlichst) In der Nacht vom 12. zum 13. März Mff eines unserer Marinelustschiffgeschwader mit gutem Erfolge befestigte Plätze und militärische Airlagen am Humber und in der Grafschaft Jork an. Tie Schiffe stiehen auf starke milßÄvische Gegenwehr, die den Angriff jedoch! nicht auf­ halten konnte. Alle Schiffe sind ohne Beschädi­ gung zurückgekehrt. Tie Führung hatte auch diesmal wieder Fregattenkalpitän Straher. Ter Wes des Admiralstabes der Marine. Neue U-«»»tserf»l«e. WTB. Berlin, 13. Mäch. (Amtlich.) 1. Eines unserer U-Boote, Kommandant Kapitänlentnant Ganher, vernichtete im Sperr­ gebiet um die Azoren feindlichen und für den Feind fahrenden Frachtraum von insgesamt 22 000 Brutto- Registerton neu. 2. Im östlichen Mittelmeer hat ein U-Boot, Kommandant Oberleutnant zur See Sprenger 6 Dampfer usnd 2 Segler mit zusammen ietwa 26 000 Raumtonnen versenkt. Ter Chef des Admiralftabes der Marine. Site Ententearbciter rWbWtefre« ihre Krieg»« ziele. Haag, 13. Mäch. Ter "Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London, daß nach einem Bericht des "Manchester Guardian" der Arbeiterkongreh der alliierten Länder Maßre­ geln getroffen hat, um sich; mit den (deutschen Sozialisten in Verbindung zu setzen und Ihnen mitzuteilen, dah die Denkschrift über d|e Drie= densbedingungen nicht als letztes Wort zu be­ trachten sei, sondern als Grundlage zu einer Beratung dienen soll, um dadurch; den deutschen Sozialisten Gelegenheit zu geben, ihre eigenen Friedensbedingungen zu nennen. Ter Luftangriff auf England. . , London, 13. Mäch. (Reuter. — Amt­ lich!.) Tie Verluste bei dem Luftangriff belau­ fen sich jetzt auf insgesamt 20 Tote und 40 Ver­ letzte. Man befürchtet, dah noch einige Lei­ chen unter den Trümmern begraben liegen. f WTB. Konstantin opel, 12. März, Amtlicher Heeresbericht: An der Palästinafront herrschte, abgesehen von schwachem Artillertefeuer, Ruhe. Tip am 9. Mäch bei Tagesanbruch beginnenden feind­ lichen Angriffe, die fast ohne Unterbrechung bis zum 10. März spät in die Match hineßa andauerten, wurden durch; die heldenmütige Abwehr unserer Truppen abgeschlagen. Tjer augenscheinlich vom Feinde angestrebte Zweck des Durchbruchs an der Straße JerusalemNablus ist gescheitert. . ' Bor Erzerum leisteten die Armenier un­ seren Truppen ernsteren Widerstand. Nachdem noch, gestern unser Angriff bis an die Draht­ hindernisse einer befestigten Stellung vorge­ tragen worden war, wurden alle Hindernisse in glänzendem Nachtangriff überrannt Und die feindlichen Banden zurückgeworfen. Unsere Truppen sind in Ertzerum eingerückt und sie bemühen sich;, die von den Armeniern verur­ sachten Brände zu löschen. " i</p>
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          <p>Literarisches. Literarisches. ‘ 2a» freie Wort. Frankfurter Halbnwnat». ■ Weist für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Leben». Herausgegeben von flkq ] Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. Frank. 1 fürt a. ffil. Neuer Frankfurter Verlag G. tu, B. H. Preis vierteljährlich 2 Mark. Der »erlag gibt auf Wunsch Probehefte gratis ab. Der "Baumeister", Monatshefte für Architeitur und Baupraxts, (Verlagsbuchbehandlung Georg D. W. Callwey). Das.Heft ist zum Preise vo» 3 —.Mark durch alle Buchhandlungen zu beziehe«. "Der Bortrupp", Halbmonatsschrift ftz das Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben vo» Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, usd Kapitänleutnant a. D. Hans Paafche, Berlin. Ver&gt; antwortlicher Schriftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alfted Janssen, Hamburg Preis: Jährlich 8 Mark, vierteljährlich 2 Mark. Änzelnummer 40 Pfg. ^,Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für blt gesamte Bildhauerei und Bildnerei und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von Alex. Heilmeyer, Bildhauer und Kaust» schriftsteller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Prell vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Marl Der Verlag von Gg. W. Caüowey, München.</p>
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          <p>Gesetzwidriges Verfahren. 1 Tier Vorsitzende der Preisprüfungsstelle Whlheim a. d. R., Gerichtsassessor Menne, hatte zur Bekämpfung des Schleichhandels eine dauernde Kontrolle der landwirtschaftlichen Be­ triebe, eine Ueberwachnng des Bcchn- und Postherkehrs (Einblick in Frachtbriefe, Bahngüterftndungen, Reisegepäck ' usw. durch vereidigte Pchisionsbeamte) sowie eine Ueberwachnng der Postpakete, "wie sie jetzt schon in Bayern statt­ findet," vorgeschlagen. Gegen diesen Vorschlag toenbet sich mit aller Schärfe Reichsgerichtsrat Lr. Neukamp in der "Deutschen Juristenztg'"&lt; Zn heftiger Polemik schreibt er u. a : * "Menne * will jeden einzelnen (landwirt­ schaftlichen) Betrieb einer Kontrolle unterstel­ len. Hat er sich klar gemacht, wie ein 'solcher Vorschlag praktisch durchführbar ist, und er­ wogen, daß zu einer solchen Kontrolle Millio­ nen Männer erforderlich, wären, die jetzt mehr als je im Felde nötig sind? Er will ferner auch Las gesetzwidrige Verfahren, dessen sich!, wie ich aus einer Reihe mir vorliegender amtlicher Schriftstücke festgestellt habe, die bayerischen Behörden durch Verletzung des Postgeheimnis­ ses schuldig machen, anscheinend auf das ganz« Deutsche Reich ausgedehnt wissen. Ist eine ttt den "Leipz. R N." 9M 341 vom ls.^eg. '1917 enthaltene und bisher, soviel mir bekannt, nicht widerrufene Mitteilung richtig, so Hut auch! dieses System bereits bankerott gemacht, da die von Bayern aus an den Reichskanzler persön­ lich adressierten Lebensmittelpostsendungen einer Kontrolle und Oeffnung nicht unterwor­ fen werden dürfen. Da nun für den Reichs­ kanzler kein Sonderrecht gilt, so wird auch der gesetzwidrigen 'Verletzung des Postgeheim­ nisses gegenüber anderen Personen alsbald ein Ende bereitet werden müssen. Bereits in mei­ ner Schrift (S. 29 ff.) habe ich mein lebhaftes Bedauern ausspreechn müssen, daß, ein höherer Postbeamter ein derartiges ungesetzliches Ver­ fahren, wie es die Verletzung des Postgeheimses durch, die Oeffnung von Postpaketen dar­ stellt, seinerseits verteidigt hat. Daß, nun aber ein praktischer Jurist solche gesetzwidrjige Mastnahmen empfiehlt, ist sehr betrübend und aber­ mals ein Beweis dafür, wie sehr der Sinn für Gesetzlichkeit im Teutschen Reiche ,im Abneh­ men begriffen ist, so daß wir, wenn es auf diesem Wege weitergeht, gar bald russischen Zu­ ständen zutreiben werden, die doch, ein geradezu abschreckendes Beispiel bieten sollten." Tie Schristleitung der "Deutschen Juristen­ zeitung" versieht den Artikel Tr. Neukamps mit folgender Bemerkung: "Aus zwei uns im Original vorliegenden amtlichen Ahreiben von einem bayerischen Kriegswucheramt und einem bayerischen Stadt­ magistrat vom 8, Januar 1918 geht hervor, daß, diese sogar nicht davor zurückgeschreckt sind, ein Wertpaket zu öffnen und einige ganz ge­ ringfügige Gegenstände daraus zu entnehmen. Was mit diesen geschehen ist, geht allstem einen Schriftstück nicht hervor. Ein denKvürd'iges Kriegsdokument und ein neuer Beweis da­ für, wie berechtigt die Klagen gegen das daher. Kriegswucheramt wegen Verletzung des Post' geheimnisses sind, denen neuerdings. (in der daher. Kammer bet Abgeordneten, zuletzt am 18. Januar 1918, Redner der verschiedenen Parteien Ausdruck gaben, die gegen ein solches Verfahren energischen Protest einlegten. Selbst die Vertreter der Verkehrsverwaltung gaben diese Mststände zu." Trotzdem soll Das gesetzwidrige Verfahren der Verletzung des Postgeheimnisses wohl ein dauerndes "Reserbatrecht" Layerns bleiben?</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. : Bayerische Tapferkeitsine-aille. Tier 'Kö­ nig hat verfügt, daß, die von Weiland demKurfürsten Karl Theodor am 22. November 1794 gestiftete Militär- Verdienst-Medaille, dieses Ehrenzeichen für hervorragende Tapferkeit, von jetzt ab die Bezeichnung T apferkeits-Medaille ' erhält. i Eine politische Geheimpolizei jn Bayern? Eine Andeutung der Tvnauztg. über die Tätig­ keit einer politischen GehgimPoliAei in Bahyprn ! ohne Wissen und Wollen.der bayerischen Re­ gierung haben die softaldemo kratische Frak­ tion des bayerischen Landtags zu einer Jnier-' epllätion über diese Angelegenheit veranlaßt. . Ktiegsvorträge in München. Das Ministe­ rium des Innern veranstaltete ant 11. und 12, März eine Vortrags folge ü ber kriegswirtschaft­ liche Fragen, die im großen Hürsaal der Uni­ versität München abgehalten wurden. Staats­ minister v. Brettreich, leitete dje Vorträge ein mit einer längeren Ansprache, in der er den Zweck der Veranstaltung darlegte und die äuße­ re und innere Lage charakterisierte. Er gab einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr und verbreitete sich, dann über die äußere Lage und die Kriegsabsichten der Feinde. Wfr dür­ fen uns keiner Täuschung hingeben: Letzten Endes geht der Krieg nicht um Elsaß-Lothrinigen um seiner selbst willen, und nicht "ettoa um Fragen, der Friedenssicherungen in Bel­ gien — das sind nur die Auswirkungen und äußeren Erscheinungen —, im innersten K ern geht der Krieg um die WettgeltungTeutschlands, die friedliche Stellung des Deutschtums in der Welt; sie zu erschüttern und zu untergraben, das war und ist neben Frankreichs Rachegedanke für Englands Handelsneid die K riegsursache. Noch hoffen die Feinde int Westen, dieses jihr Kriegsziel erzwingen zu können. Im Westen ist noch, Krieg. Was geschahen muß und kann, ihn zu beendigen, das wird unsere Oberste Herresleitung bestimmen, der unser ganzes Volk volles Vertrauen schenkt. Sie hat bisher den Krieg geführt, nicht im Tprauslosstürmen, Kamps um des Kampfes willen, sondern in der sorglichen Abwägung der Notwendigkeiten, in der vollen Verantwortung für die Menschenleben, die in ihre Hand gegeben waren, in, der treuesten Sorge für die Erhaltung unserer Volkskrast. Väter und Mütter, Gatten und Kinder der Krieger, wir alle dürfen sicher sein, daß nichts geschieht, was nicht ein naher Friede fordert, daß aber das Notwendige restlos bis zum gu­ ten Ende durchgeführt wird. Mit fester Zuver­ sicht sehen wir dpm Waffengang entgegen. Un­ sere Sache in der Heimat aber ist es, (gleiche ge­ schlossen wie die äußere Front in Eintracht und Treue zusammenzustehen, nm im Wirt­ schaftskrieg durchzuhalten. Jn mehr als drei­ einhalb Jahren hat die Heimat bewiesen, was ausdauernde Arbeit, opfersieudiges Tulden von Not und Entbehrung gu leisten vermag. Harte Arbeit unh Einschränkung aller Art sind wie seither auch, in Zukunft unser Los. Unsere Volksernährung ist gestellt auf die heimische .Ernte; die Ernte ist — Deutschland im ganzen betrachtet — so knapp, daß wir nur bei äußer­ ster Sparsamkeit und bei strengster Erfassung aller Vorräte ausreichen Wunen. Einige Bes­ serung wird uns hoffentlich, die Zuführ ans der Ukraine bringen. Knapp ist auch unsere Ver­ sorgung mit BeheizUngs- und Beleuchtnngsimitteln, mit BenKn" Benzol, mit Klchdern und Schuhwerk, mit Bedarfsgegenständen aller Art. In der Kohlenversorgung dürfen wir wohl für den kommenden Winter mit einer Bes-' serung rechnen, da sich voraussichtlich im Som­ mer die Anhäufung von Vorräten ermöglichen lassen wird. Bei unserer wirtschaftlichen Lage ist größtmöglichste Einschränkung und Sparsam­ keit unser aller Pflicht. Ernste Pflicht der Landwirte ist es, trotz der Schwierigkeiten, die pegreiflicherweis« von einem Kriiegsjahr zum anderen wachsen, die landwirtschaftliche Erzeu­ gung, wenn sie auch- nicht ausgedehnt werden kann, so doch auf dem bisherigen Stand zu er­ halten und durch Aufbietung der äußersten Kraft dem Acker abzuringen, was Mensch, und Tier zur Ernährung benötigen. Ter notwen­ dige Le., ^ensbedars unseres ganzen Volkes kann nur dann gleichmäßig sichergestellt werden, wenn dte Landwirte für die allgemeine Polksernährung abliefern, was sie nur irgend entbeh­ ren tonnen, wenn sie für das Wohl ! Sol¥§= ganzen restlos das letzte tun. Dem steht aber auch die Pflicht der Verbraucher gegenüber, sich nicht in Gewinnsucht und Eigennutz eine unzulässige Sonderversorgung zu verschaffen, durch die dte allgemeine Ernährungsoersorgung gefährdet wird. Wie für das Land, so.besteht die Arbeitspflicht zugunsten des Volksgauzen auch für die Stadt und hier vor allem flirr die Druck u. Verlag I. F. Metsch. Verantwortlicher Schriftleiter F. £• Wagner. Beide in Landshut. Rüstungsindustrie, die gegenüber dem Wettbe­ werb der ganzen Welt unser Heer mit Massen und Munition M versorgen hat. Für alle Stände unseres Volke-, für uns alle, die üvir ein jeder in feiner Art für die Kriegsarbeit 1h der Heimat tätig sind, gilt das Wort unseres! Königs: "Wie unsere tapferen Soldaten drau­ ßen vor dem Feind, so stelle zu Hause jeder seinen Mann. Tue jeder freudig seine Pflicht'" Tie einmütige Geschlossenheit aller Volksgenos­ sen hat sich jeweils am sinnfälligsten bet .den Kriegsanleihen gezeigt. Es ist unser Stolz, daß sie wahre Volksanleihen sind. Wie wir auch den Frieden dem Feinde abringen mögen, eines ist sicher, was wir wollen, ist kejin Friede der Gewalt, der Mederhaltung der" Völker» auch! kein Friede des satten Genusses, sondern ein Friede strenger Arbeit. Für Hü känipfen wir, für ihn sorgen sich! Staat und Ge­ meinden jetzt schon. Als wichsigste Aufgäbe der Zukunst steht vor uns der Wiederaufbau unse­ res aus tausend Wunden blutenden Volkes, die Stärkung und Mehrung der Volkskrast und der Volksgesundheit; ihr dienen vor allem die Bekämpfung der Ursachen des Bevölkerungs­ rückganges, der Ausbau der Säuglingsfürsorge, die Tuberkulose-Fürsorge, der Kampf gegen die Geschlechtskvankhesien usw. Ter im Kriege be­ sonders herporgetretenen Kfteinwohnungsnot soll durch Wiederbelebung der Baut« tgiett und Unterstützung des bürgerlichen Wohnungsbau­ es begegnet werden. Tier Friede soll unserem Volke auch die kräftige Weiterfiihrung der So­ zialpolitik bringen. Beim Wiederaufbau unse­ res Wirtschaftslebens muß neben Handel, In­ dustrie und Handwerk die Kräftigung und Er­ haltung der Landwirtschaft ein Gegenstand un­ serer besonderen Sorge sein. Tie Landwirt­ schaft tyat sich im Kriege als das Rückgrat des Staates erwiesen. Sie muß als solches erhalten bleiben. Darauf wird auch Bei der Gestaltung der künftigen zollpvlftischen Verhältnisse Rück­ sicht zu nehmen sein. Tjie Aufgaben der Landtoirtschastsförderung werden seinerzeft wiedevum mit aller Tatkraft in die Hand genommen werden müssen. Um die gewaltigen Aufgaben lösen zu können, die uns die Zukunft'bringt, die der Weltkrieg für die nächste Gegenwart dem deutschen Volke stellt; bedarf es der einigen Kraft des. ganzen Volkes. Atn der einmütigen Geschlossenheit unseres Volkes mitzuarbeiten und den noch' kommenden Schwierigkeiten mutig zu begegnen, ist unser aller vornehmste Pflicht. In treuer Eintracht, im Glauben an seine Zu­ kunft wird das deutsch« Volk den größten aller Kriege tzu'm glücklichen Ende führen, wird es auch die Kraft finden zu neuen Werken des Friedens.</p>
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          <p>Vermischtes. Moskauer Revoluttousbilder. Die folgenden Schilderungen aus Moskau find den im Journal veröffentlichten Berichten eines Au­ genzeugen zu entnehmen, eines verbannten Ruffen, der nach 40 jährigem Aufenthalt in Frankreich nach Ruß­ land zurückkehrte. Trotz ihres verspäteten Eintreffens haben die Schilderungen auch heute noch aktuellen Wert "Tagsüber sieht man immer wieder rote Fahnen diedurch die Straßen getragen werden. Alle Augen blicke hört man Revolutionslieder. Ueberall werden Versammlungen abgehalten. Man begegnet den selt­ samsten Bildern. So sah ich eine elegante Eguipage, die vou sechs herrlichen Pferden gezogen wurde. Auf eiuer Art Bank, die über den Hinterrädern angebracht war, faßen mehrere Popen. In der Eguipage aber befand sich die. wundertätige Jungfrau Jverskata", der Stern der Moskauer Revolution. — Straßes kämpfe zwischen den Bolschewist und ihren Gegm sind häufig. Hinter dem doppelten Fenster meine« Zimmers vernehme ich Gefchüßexplosionen. Aus de« Dach eines achtstöckigen Hauses erblickte ich eine ©rappt' von Bolschewist, die mit Maschinengewehren auf bm Gouvernementspalais schaffen. Die Goschoffe flogen' gewiffermaßen in Bündeln über die Köpfe der Volk«, menge. Manchmal verirrten sich auch einige in bk Menge selbst. Eines Tages stellten die Blschewill, eine schwerkalibrige Kanone in der Näheo mein« Hauses auf. Als der erste Schuß abgefeuer wurit zersprangen alle Fensterscheiben unseres Haas«. Trozdem man sie durch Teppiche und Vor finge er. setzte, haben unsere Zimmer sich in Eiskeller verwandelt zweimal wurde ich von roten Gardisten aufgesucht die mit Revolver in der Hand nach versteckten Offiziere»' fahndeten. Sie traten großartig auf, aber es schk» mir, als ob sie selbst ein wenig Angst hätten. I» der folgenden Nacht wurde das Geschütz in unfern Nähe so oft abgefeuert, daß das Haus ununterbrochen zitterte. — In der Universitätsktrche wurde ein stier» ticher Gottesdienst für die Opfer der Bolschewist abgehalten. Diese Opfer sind arme Studenten, die ihre Universität und Moskau gegen die Anarchie z« verteidigen suchen. Der Geistliche sagte in seiner Reit, daß die Bolschewikis nicht einmal vor den heiligst«, Denkmälern Moskaus Respest hätten, die sogar Stapelt­ en tm Jahre 1812 verschonte. Besondere Wut wurde ein der Bevölkerung dadurch hervorgerufen, daß tu Chrtstusbild gerade an der Stelle des Herzens durch eine Kugel durchbohrt wurde. — Inmitten allen Wirrwarrs besuchte ich eine Vorstellung im Moskauer Schauspielhaus. Auf dem Wege zum Theater läuft man aber Gefahr, von den RevoluttonSfo'daten völlig ausgeraubt und sogar halb entkleidet zu werden. Be» sonders auf die Pelze haben sie es in dieser kalten Jah­ reszeit abgesehen. Anarchie. Mord und Diebstahl sind die Beherrscher des einst so glänzenden Moskau ge» worden." 1</p>
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