Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-03-04. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 50, 1918-03-04. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Des Kaisers Dank an den Reichskanzler. - Rumänien lenkt ein — Riesige Beute im Oste«. - Lebhafte KamhstStigkeit im Westen. ────────── Der Friede mit Rußland ist heute 5 Uhr unterzeichnet worden. SB. T. S. Berlin. 3. MSrz Amtlich — $tr Friede mit Rußland ist heute 5 Uhr RachmUtag unter­ zeichnet worden. Des Kaisers Dank. ' WTB. Großes Hauptquartier, den 3. Wävz. Ter Kaiser hat aus Anlaß des Friedens« schlusses mit Rußland' an den Reichskanzler folgendes Telegramm gesandt: 1 Tas deutsche Schwert hat, geführt von großen Heerführern, den Frieden mit Ruß, land gebracht. Mit tiefer Ttankbarkcit gegen Gott der Mit uns gewesen ist erfüllt ürhch stolße Freude über die Tate» meinet Armee, über die zähe Ausdauer meines Voltes, daß deutsches Blut und deutsche Kultur hiat gerettet werden fön, steit, ist mir eine besondere Befriedigung. Empfangen auch sie für Mßte treue starke Mitwirkung am großen Werke meine« warme» UlMlf. ' 1 Wilhelm F. R. ' ────────── Der österr.-ung. Bericht. Der östttt.-llllg. Bericht. ' WTB. W ie n, den 2. März, mittags. — Amtlich wird gemeldet: s - An der italienischen Front keine besonde­ ren Ereignisse. ' ,. In Podolien verlaufen die Operationen planmäßig .Unsere Truppen haben Lachowch IProskurow und Lipkanh erreicht. Bei der Besetzung von Chotin und Ka meniec—Podolsli ergaben sich Zwez. russisch« Korps und drei JnfanteriedtvKsionSLomman-: dos . 1 1 An Beute sielen bisher über 300 Geschütze. 200 Fahrkuchen, mehrere hundert Fuhrwerke, eine komplette Radiostation, sowie großeMenjgen an Niunition, sonstigem Kriegsmaterial und an Vecpflegungsvvrräten in unsereHände. Ter Chef des Generalstabs. ────────── WTB. Wien, den 3. März 1918, mittags. Amtlich wird gemeldet: \ ,,. i An der Piave mehrere Feuerübersälle. Im Gebirge verhindern starke Schneefälle seit gestern mittags jede Gefechtstätigkeit. In Podolien haben österreichisch-ungarische Vortruppen Shmerinka nach kurzem Kampfe besetzt. — Bei der Einnahme von Gorodok ergaben sich ein sibirisches Korps- und ein Jnfanterie-Tibisjonskommando. Tier Waffensttllstand»mit Rumänien wurde gestern gekündigt. Tie rumänische Regierung erklärte sich daraufhin y #u neuen Waffe nstiUstandsverhändlungen mit anschließenden Frie-? densverhiandlungen auf Grund der von den Mittelmächten gestellten Bedingungen bereit. ! Ter Chef des Generalstabs. . ────────── Ein euglischkameritawlicker Fricdensfüihler. Tie Londoner Morningpost meldet aus, Washington: In den hiesigen verantwortlichen politischen Kreisen laufen Gerückte von einem neuen deutschen^ Friedensangebot um. Nach, die­ sem soll Elsaß-Lothringen an Frankreich ab, getreten werden, während die belgische und serbische Frage offen blteBfetf. Alber natürlich wäre Deutschland nur bereit ,diese Bedingunanzunehmen, wenn es die im Osten gemachte Beute belasten dürfe. Falls Deutschland wirk­ lich ein solches Ängebot mache, würden wir bereit sein, es anzunehmen, da das von Ruß­ land bewiesene Auftreten nicht biet Sympa­ thie für diesen Staat übrig gelassen habe. Es werde jedoch für wenig wahrscheinlich gehal­ ten, daß Wilson einen derartigen Fxiedensvvrschlag annahmen werde, da er gleichbedeutend mit einem Siege des deutschen Mßlijarismus sei. Man erwarte Übrigens, daß der Präsi­ dent tut Kongreß bald eine Hiebe besonders lim Hinblick auf bjte Situation halten werde, Die durch den den Bolschewiki aufgezwungenen deutschen Frieden hervorgerufen worden ist. • Tire Poss. Ztg.', der wir diese Meldung ent­ nehmen, bemerkt dazu: Dieses "angebliche Friedensangebot" ist offensichtlich, von Wilson als Versuchsballon lanziert worden'. .. ' Kurier fit SNeVerAatzeM. Antwort WUsons an den Reichskanzler. ' Oberst Hause ist in Washington eingetrofj fen. Amerikanische Meldungen französischer Blätter bezeichnen dies als ein Anzeichen der bevorstehenden Antwort Wilsons auf Die Rede des Reichskanzlers. Nach einer vom PetitPw risien zitierten halbamtlichen Washingtoner Note der Newhorr Times werde 'Wilson in seiner im Ergebnis ablehenden Antwort als neue 15. Friedensbedingung die RäumüngRutzjlands und die Gewährung des vollen Selbst­ bestimmungsrechtes an die russischen .Randvöl- # ker verlangen .Ter übrjge Teil der Antwort werde darauf verweisen, daß $$> sich für Wil­ son nicht allein um den Anschluß an seine allgemeinen me!hr theoretischen vier Friedensgrundsätze handle, als vielmehr um die Annah­ me seiner konkreten 14 oder 15 Bedingungen. Schließlich werde der Präsident betonen, daß für eine demokratische Wandlung in den deut­ schen Regierungsmethoden noch immer keine Anzeichen vorhanden seien. i ────────── Aus Rußland. *5 sie Februarbeute im Osten. Im Februar machten die Mittelmächte über 1066 Offiziere und mehr als 30 994 Gefangene: hierzu kommen noch verschiedene höheveStä-, Be und 2 russische Regimenter. An Beute wur­ den 1383 Geschütze und 2154 Maschinenge wehre eingebracht. Außerdem sieten in Minsk den Teutschen 50 000 Gewehre und während des bisherigen Vormarsches 104 Lokomotiven, 5—6000 Fahrzeuge und 2348 Eisenbahnwa--. gen in die Hände, von denen 704 voll be­ laden waren. Protest der Neutralen gegen den russischen Staatsbankrott. 1 WTB. Bern, 2. März. (Meldung der Schweizerischen Depeschen-Agentur.) Tier rus­ sischen Regierung wurde eine von dem dänischen holländischen, norwegischen, spanischen, schwe-t dischen .und schweizerischen Gesandten unter-! zeichnete Note überreicht, in der dse Vertreter dieser neutralen Staaten Verwahrung einlegen gegen alle Dekrete, durch die die Rechte oder Güter jhrer Staatsangehörigen verletzt werden. Tier schweizerische Gesandte wiederholte damit im Einverständnis tust seiner Regierung, dies. mal in Verbindung mit neutralen Kollegen den Schritt, den er im Auftrage des politfsichen Tiepartements vor einigen Wochen für die schweizerischen Interessen allein unternommen hatte, j . ────────── Finnlands Freiheitskampf. Finnlands Freiheitskampf. ! Sie Rote Garde in Helsingfors. 1 Wegen der unmenschlichen Kampfesweise der Roten Garde /hat der schwedische Gesandte in Helftngsfors sämtliche ausländischen Kon­ suln zu einer Besprechung eingeladen, es wurde dabei über ein gemetnsames Auftreten gegen die Rote Garde beraten. Tie Konsuln haben von den ihnen übergeordneten Gesandtschaf­ ten Verhaltungsmaßregeln erbeten. ────────── Aus Rumänien. Ar Rumänien. s \ v Rumänien lenkt ei«. '' Aus Bukarest wird betn WTB. mitgeteilt, daß die Rumänen sich auf den Boden der vom Vierbund vorgeschlagenen Verhandlungsgrund­ lagen gestellt haben und Vertreter zur Bera­ tung über den' Friedensschluß entsenden wer­ den. ────────── Der Krieg mit England. 9er Stieg mit England. 1 ; Verurteilung von Schweden in England. f Reuter meldet aus Hüll: Hier sind der erste Offizier eines schwedischen Schiffes und acht Mann wegen Schmuggels von verbotenen .Waren zu 13 bis 30’ Pfund Sterling ver­ urteilt worden. I i ■ ────────── Aus Amerika. Amerikanische Schiffe nach Ehßna. Central News berichtet autz Newyork: An­ gesichts der großen finanziellen und teerte schaftlichen Interessen ,die die Vereinigten Staateri in China haben, finden zurzeit in der amerikanischen Regierung Beiprechungen über die Frage der Entsendung eines großen ame­ rikanischen Kriegsschiff-Geschwaders in die chj-' nestschen Gewässer statt, i , ────────── Aus Südamerika. Ars Südamerika. Blutige Streikexzesse in Argentinien. 1 WTB. Buenos Aires, 2. März. (Havasmeldung.) Tie ausständigen Eisenbahner griffen in der Ortschaft Junin die Nichtausständigen an und verwundeten elf. Sie schossen auch auf die Soldaten. Tiefe erwiderten das Feuer und töteten einen und verwundeten drei Ausständige. In der Ortschaft Rufino beschä­ digten die Ausständigen das Materjal und grif­ fen arbeitende Handwerker und die dlnschre^-, tenden Truppen an. Ein Ausständiger wurde getötet. Tie Eisenbahngesellschaft setzte den Aüsständigen eine Frist von 48 Stunden zur Wiederaufnahme der Arbeit. Im Weigerungs-> falle würden sie entlassen werden. ; < ────────── Japan im Kriege. Japan im Stiege, Amerikas Mißtrauen gegen Japan. Ter Newyorker Berichterstatter des "Man­ chester Guärdian "meldet: An der Newyorker Börse hält man ein Eingreifen Japans jn Ostasien für wahrscheinlich. In poetischen und finanziellen Kreisen sieht man einem solchen lEingreifen mit recht genaschten Gefühlen ent­ gegen. Tas alte Mißtrauen Amerikas gegen Japan ist noch immer nicht geschwunden. Man glaubt nicht »an eine mifftärische Aktion Ja­ pans gegen Deutschland, da dies für Japan außerordentlich kostspielig würde. Tjje japantsche Armee müßte über 10 000 Kilometer von ihrer Verproviantierungsbasis entfernt operieren, was technisch ungeheuer schwierig wenn nicht ganz unmöglich! sein würde. Man glaubt vielmehr, daß Japan die günstige Ge­ legenheit benutzen wird, um seine politischen, wirtschaftlichen und militärischen Interessen in Ostasien zu erweitern, vermutlich in der Er­ wägung ,datz das vom Schwarzen Meer und von der Ostsee abgeschlossene Rußland nach Wie­ dergewinnung seiner Kräfte Expansionsbestrebungen nach dem fernen Osten hin treiben wer­ de. An der Newyorker Börse herrscht gro­ ße Erregung. Man rechnet, aber: damit ^ daß die Haltung der amerikanischen Regierung und des jetzt plötzlich sehr stark interessiertenEhina die 'Intervention Jalpans innerhalb gewisser Grenzen halten werde, umsomehr ,da China die Politische Vormundschaft Japans schon sehr drückend entpfinde und jede günstige Gelegen­ heit benutzen werde, um Japan in die Flanke gu fahren. . * ────────── Uebersluß hüben. Wir sind leider mit starken Banden an das heilige England gefesselt. Was für eine Menge von Kondensationen hätten wi,r für die Masse von Heringen von Deutsch­ land erhülten können, tote Del, Benzin, Kohlen und viele andere schöne und notwendige Tinge, die uns in dieser Zesi des Mangels so bitter fehlen! Kriegrbkiefe es dem ölten. Berlin, t. März 1918. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.! Telegramm unsres zu« Ostheer entsandten v Kriegsberichterstatters. Gestern vormittags um 10 Uhr sind unsere vorgeschobenen Abteilungen auf Schlitten in Tvrpat eingezogen. Aus dem Wege Grafen sie auf den Rest einer russischen Division, die über Ringen nach Tvrpat marschieren wollte; sie ergab sich. 3000 Mann und 2500 Fahrzeuge zogen darauf unter Bedeckung von ein paar Mann nach Walk, die bespannten Maschinenge­ wehr-Abteilungen .fuhren selbst ihre Gewehre zum deutschen Sammelplatz. Auf der verschnei­ ten großen Straße Unter Walk hatte man den Eindruck, einen Heereszug zu erleben: Kosaken auf den kleinen, scharf trabenden Pferden, In­ fanterie, 'Schlitten über Schlitten, besetzt. mjit Mannschäften und Zivilisten, Frauen darunter, Proviantwagen — alles schob sich durcheinan­ der; alle grüßten übrigens stramm die beut? scheu Offiziere. Tie Sturmabteilungen waren inzwischen längst in Dorpat, das sie ruhig fanden, nur fn der Umgebung machten sich noch Banden bemerkbar. Nahrungsmittel scheint es in der Stadt bis auf Brot noidfj, tzu geben. Tie rein militärischen Operationen sind ja wohl durch die Abnahme unseres Ultima­ tums jetzt zu Enpe^ aber man Hüt den Eindruck, daß es doch noch einige Zeit halten wird, bis das Bandenwesen unterdrückt ist, denn bei dem rasend schnellen Vormarsch — doch etwa 60 Kilometer am Tag — vier Tage lang, gibt es natürlich abseits der Straßen noch. viele Zonen in die unser Arm noch nicht gegriffen "hat. Tie jungen Burschen — 13Whrige sind darun­ ter^ —, die monatelang nur von Raub und Plünderung lebten nnb die jeden anständigen Menschen, gleichgiltig ob 'Letten, 'Esthen ober Deutschen als vogelfrei anschien, werden sich allerdings schnell an Ordnung gewöhnen nuifjj.. sen. In den letzten Tagen vor unserem Ein­ marsch haben sie überall noch Schandtaten ge. häuft. Es steht leider fest, daß von yrn fort­ geschleppten Opfern eine größere Anzahl er­ mordet worden ist. In Walk sind neun Leichen von Ermordeten, die auf Gut Adsel verhaftet worden sind, eingeliefert worden. Ta man merftvürdigerweise in gewissen Kreisen in ────────── Kriegsbriefe aus dem Osten. Uebersluß hüben. Wir sind leider mit starken Banden an das heilige England gefesselt. Was für eine Menge von Kondensationen hätten wi,r für die Masse von Heringen von Deutsch­ land erhülten können, tote Del, Benzin, Kohlen und viele andere schöne und notwendige Tinge, die uns in dieser Zesi des Mangels so bitter fehlen! Kriegrbkiefe es dem ölten. Berlin, t. März 1918. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.! Telegramm unsres zu« Ostheer entsandten v Kriegsberichterstatters. Gestern vormittags um 10 Uhr sind unsere vorgeschobenen Abteilungen auf Schlitten in Tvrpat eingezogen. Aus dem Wege Grafen sie auf den Rest einer russischen Division, die über Ringen nach Tvrpat marschieren wollte; sie ergab sich. 3000 Mann und 2500 Fahrzeuge zogen darauf unter Bedeckung von ein paar Mann nach Walk, die bespannten Maschinenge­ wehr-Abteilungen .fuhren selbst ihre Gewehre zum deutschen Sammelplatz. Auf der verschnei­ ten großen Straße Unter Walk hatte man den Eindruck, einen Heereszug zu erleben: Kosaken auf den kleinen, scharf trabenden Pferden, In­ fanterie, 'Schlitten über Schlitten, besetzt. mjit Mannschäften und Zivilisten, Frauen darunter, Proviantwagen — alles schob sich durcheinan­ der; alle grüßten übrigens stramm die beut? scheu Offiziere. Tie Sturmabteilungen waren inzwischen längst in Dorpat, das sie ruhig fanden, nur fn der Umgebung machten sich noch Banden bemerkbar. Nahrungsmittel scheint es in der Stadt bis auf Brot noidfj, tzu geben. Tie rein militärischen Operationen sind ja wohl durch die Abnahme unseres Ultima­ tums jetzt zu Enpe^ aber man Hüt den Eindruck, daß es doch noch einige Zeit halten wird, bis das Bandenwesen unterdrückt ist, denn bei dem rasend schnellen Vormarsch — doch etwa 60 Kilometer am Tag — vier Tage lang, gibt es natürlich abseits der Straßen noch. viele Zonen in die unser Arm noch nicht gegriffen "hat. Tie jungen Burschen — 13Whrige sind darun­ ter^ —, die monatelang nur von Raub und Plünderung lebten nnb die jeden anständigen Menschen, gleichgiltig ob 'Letten, 'Esthen ober Deutschen als vogelfrei anschien, werden sich allerdings schnell an Ordnung gewöhnen nuifjj.. sen. In den letzten Tagen vor unserem Ein­ marsch haben sie überall noch Schandtaten ge. häuft. Es steht leider fest, daß von yrn fort­ geschleppten Opfern eine größere Anzahl er­ mordet worden ist. In Walk sind neun Leichen von Ermordeten, die auf Gut Adsel verhaftet worden sind, eingeliefert worden. Ta man merftvürdigerweise in gewissen Kreisen in Deutschland — vom Ausland nicht zu reden — sich so stellt, als seien die Notschreie aus den Ostseeprovinzen übertrieben, gieße ich in dem einen Fall Namen: Pastor Adolphie und Frau, der lettische Oberförster Tusch, Tr. Elias, der lettische Förster Rückweil und Frau; die m*, deren Namen waren bei, den verstümmelten Lei­ chen nicht festzustellen. Tie Frauen waren völlig entkleidet. Ter Mord geschah. von maxi malistischen lettischen Soldaten sieben Werst von Walk Bei einem alten Krug. Ties ist ja nur ein einzelner Fall aus dem System der Bolschewisten, und es mutz selbst für den, der nicht sehen will, klar, sein, wie dies Land den deutschen Einmarsch! jubelnd begrüßt, Ich sprach in Wenden mit Letten, einer Pastorsfraü der Frau eines Rechtsanwaltes, einem Schläch­ termeister, einem Schneider, ein paar letti-' scheu "Soldaten, in Walk mit Esthen, einem jüdischen Herrn, ihve Worte kommen immer auf das Gleiche: es war die höchste Zeit, daß die Teutschen kamen! Gott sei Dank, daß sie ka­ men!, wobei die Esthen vielleicht noch immer ' einen Grad wärmer in der Bekundung ihrer Meinungen sind. Tie Freude der baltischen Teutschen ist hferzexgreifend, abtzr man hat aus ihren Worten auch npch den Eindruck, daßScheit belmnbe^jb ie Jahrhunderte lang im Balticum bestanden, .in der 'Not der Zeit gefallen sind; was sich schon darin zeigte, daß esthnische Ba­ taillone viele Teutsche zuletzt vor den Bolschpwitt-Rotten beschützt hüben, indem sie angaben^ es hündle sich um Esthen, über die sie allein zu richten hätten. — Ein weiteres Beispiel ist die Expedition nach Pernau, die gestern Nacht glänzend durchgeführt wurde. Auf tele. Phonischen Anruf — die Telephonleitungen sind in. diesem Feldzug dex sechs Tage säst alle unbe­ schädigt geblieben —, hörte man in Walk, daß sich die dortigen esthnischen Truppen unter deutschen Befehl stellen wollten. Ta man in Walk neben einer vollständigen EisenbahNwerk statte, bei der Arbeiter und Ingenieure geblie­ ben waren, auch eine Kleinbahnlolomotive und, Wagenmaterial erbeutet hatte, wurde feine Sturmabteilung auf die Strecke Walk—Pernaü im Zug angesetzt. Nych siebenstüvdiger Bahn­ fahrt erreichte sie um "1 Uhr 30 Min. ngchts Pernau, wo sich Der Kommandeur des 3. Pat. des 2. esthnischen Regiments mit seinen 500 Mann sofort unter deutschen Befehl stellte. Tfer außerordentliche Erfolg dieser mili­ tärischen Expedition, die ja außer der prompten politischen Wirkung ganz ungeheure Beuteer­ gebnisse brachte, wurde vor allem auch. durch die Schnelligkeit bedingt. Tie vorgeschobenen Abteilungen erreichten Schnelligkeitslfeistungen die fast rein" sportlich außergewöhnlich sind, und das Gros der Infanterie marschierte als ob es keine Ermüdung gibt. Von zwei Reg,i-' meutern >" B. ist nicht ein Mann an MarschVerlust ausgefallen, alle wollten dabei teilt, wenn ihre Blutsbrüder befreit würden, und so zogen sie in kaum glaublicher Schnelligkeit vor­ wärts, ihr Gepäck auf kleinen Handschlitten mit sich schleifend. "Tfer deutsche Infanterist macht es immer wieder," sagte gestern dfer General, und er zitierte das Bismarcksche Watt: "Unsere Leute sind zum Küssen!" ... (Kv.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter ────────── Die Kebelfrau. Sie RebelstE. Roman von Anny W o t h e. 28 j Mach druck verboten.) Konntest auch was besseres tun, grollte die Alte. Rah, ich geh in djie Klappe. Morgen früh muß ich zKtig heraus und mchne alten Glieder wollen auch nicht mehr so, wie .sie möchten. Sorgsam verlöschte Tjalda das Licht, dann schlüpfte sie hinaus, r : Das Schiff, das von der Decke Herabhing, schwankte in dem Unsicheren 'Licht des Herd­ feuers gespenstisch auf und nieder. Ekke Thornsen saß ganz im Dunkeln und schlief. AU seine Knie geschmiegt die blonde Enkelin, sah mit großen AUgen in die Flammen und lauschte sinnend in die Sturmnacht hinaus. - Hoiahoi! klang es 'wie Gchsterruf. Tvrret schauerte leicht zusammen. Wer mochte es sein, der da draußen mit dem Tode rang? i War es jemand, um den andere Leid tru-. gen, oder waren es solche, die niemand auf Erden Hatten, die einsam waren wie sie, ganz einsam? ( * Nicht einmal Undine hüt sie mehr, nein, auch'diese nichts die sie so sehr geliebt, die sie seit ihren frühesten Kindertagen angebetet hat­ te. Seit das eine, das Unbegreifliche geschehen, seit der Stunde, d a ihr Undine gesagt, daß sie die Früu des neuen Herrn werden wollte, des Eindringlings, den Tvrret haßte, da war sie wie zerschlagen hfeimgekehrt in die Wieding-hürde, und sie hatte nicht mehr froh werden können, weil eine so hfeiße AUgst um Undine sie folterte, Tag und Nacht. ' Einst, da hatte sie nach Mädchenart bunte Träume mit der frohen Gespielin gesponnen. Ein .Märchenprinz mußte es sein/ der kommen würde, um ihre Undine zu freien. Ejin Ueber­ maß von Liebe sollte er über sie hinströmen, ein wonniges Glück ihr bereiten. Kraft und Schönheit und die herrlichsten Tugenden muß­ ten sein eigen sein. Und nun war der ernste, finstere Mann, der nie lachte, Undines Gatte geworden! Ganz still, ohne Sang und Klang, in der kleinen Kirche, in der noch der Tust der Totenkränze um den verstorbenen Vater hing. Tvrret hätte wild aufschreien mögen, als die Braut so ernst I stumm und bleich an der Seite des Mannes j vor dem Altar stand, der kaum einen Blick -f für Undine Hütte. , • i Es ist schrecklich, Undine, hätte sie kurz nach dem stillen Mahl, als sie der Freundin hüls, die 'Reisekleider anzulegen, heftig auf­ geschluchzt. Wie konntest du ihn nur nehmen, ihn, der dein Feind ist? . ! Schweige, Tvrret, hatte Undine ernst und' bestimmt zurückgegeben. Frage nicht. Es mußte sein. Wenn ich zurückkehre, wirst du dich an den Gedanken gewöhvt haben. > > Warum bleibst du nicht hier? Wje kannst du es über dich ^gewinnen, mit dem fremden Mann hinauszuziehen in die Welt, den du gar nicht kennst und den du gar nicht magst? Es ist sein Wunsch, Hütte Undine mit einem seltsamen Lächeln um den Mund zurück­ gegeben. Er meint, die Hochzeitsreise würde uns den Verkehr erleichtern und uns der Welt als regelrechtes Ehepaar zeigen. Im übrigen wird Reimar Randolt nur wenig auf dem Gorlingshvfs ein. Tiefer bleibt wenigstens unser. Tn hast dich verkauft, hatte Dorret auf­ geschrien, elend verkauft an diesen Menschen, der es wagt, dich als Kaufpreis zu fördern. Verkauft um die anderen, nicht für dich. ────────── Allerlei. die neutralen und feindlichen Zesitungen in Deutschland frei zirkulieren, sodaß die deut­ schen Sozialisten das Manifest unverkürzt wer­ den lesen können. Ttts Manifest sei kein Ulti­ matum. i üöiti Am Steinbruch des Büchlschen Kalkwerkes bei Regensburg wurde der Steinbrecher Brand von Keilberg durch einen sich löfettben Stein getroffen und getötet. ; Aus dem Zug gesprungen. Eine Frau die von. einem Ziviltranspor'teur von Ingol­ stadt nach Nürnberg verbracht werden sollte,, sprang bei Eibach aus dem fahrenden Zug und erlitt tödliche Verletzungen. , Ein großer Frachtbriefschwindel, ist von der Berliner Kriminalpolizei aufgedeckt wor­ den. Einer Hamburger Firma waren aus Ber­ lin für meiere hunderttausend Mark Wein­ stein- und Zitronensäure verkauft worden. Tie Firma bezahlte auf Grund gefälschter Fracht­ briefe einen hohen Betrag. Als die Sendung ankam, stellte es sich heraus, daß die Kisten statt der bestellten Waren mit allerhand wert­ losem Material gefüllt waren. Tie Berliner' Kriminalpolizei hat bereits zwei Verhaftun­ gen vorgenommen; die Hauptschuldigen sind allerdings noch nicht ermittelt worden. ────────── Niederbayer. Schwurgericht Niederdayer. Schwurgericht ' F. Straubtng, 2. März Schluß des Berichtes über die Verhandlung gegen den Guts- v unb Brauereibesitzer Anton Lang von Falkenfels wegen Notzuchts und Mordes. Tie VernchMung des Angeklagten nahm einen vollen Tag in Anspruch, diejenige "der Zeugen und Sachverständigen zwei Tage. Nach den übereinstimmenden Gutachten der ärztli-j chen Sachverständigen war und ist Lang ein Neurastheniker, der zwar bei Ausführung der Tat in gewissem Affekte handelte, aber auch mit einer gewissen Ueberlegung. Seine freie Willensbestimmung war durchaus hiebei nicht ausgeschlossen, er ist für seine Handlung ver­ antwortlich zu machen. Daß sich der Verlauf der abscheulichen Tat so zutrug, wie ihn der Angeklagte schilderte, hielten die "Sachverstän-i digen wohl für möglich, aber nicht für fest-; stehend. Hohe Wahrscheinlichkeit besteht, daß er sein Opfer vorher mit Faustschlägen oder mit einem stumpfen Instrumente traktierte^, so daß das 16jährige 'Mädchen das Bewußtsein verlor, worauf er sie mit ihrem Sonnentuch erwürgte, das er Miter verbrannt haben will. Tann erst hängte er die Leiche an dem Zink»? draht auf, um Selbstmord vorzutäuschen. Mit größter Spannung wurde das Urteil erwartet das gegen 9 Uhr abends verkündet wurde. Tie Geschworenen hatten ihre nach einstünpiger Beratung der Notzucht unter mildernden Um-; ständen und des Totschlags unter Ausschluß derselben schuldig befunden, worauf Lang zur Gesamtzuchthausstrafe von 12 Jahren nebst 3 Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. ^ Hiemit endete die erste SchwurperTchtstagung. ^ * Letzte Me». Schulfeiern in Preußen. Berlin, 3. Mäch. Auf Befchl des Kai­ sers ordnete der Kultusminister an, daß wegen des Friedensschlusses-mit Rußland der Unter­ richt in den Schulen der Monarchie am Montag oder wo die Durchführung wegen der Küche der Zeit nicht möglich ist, am'Dienstag ausfällt. ■ Prinz Mirko von Montenegro gestorben. Wien, 3. März. Prinz Mirko von Mon­ tenegro, der wegen seines schweren Leidens sich vor zwei Jähren in chn hiesiges, Sanato­ rium zur Pflege begab, erlag heute dort einer Lungenblutung. Tie italienjlsch-schwcitze rische Grenze gesperrt. Bern, 3. Mäch. Tie Grenze bei Chiasso ist am *2. Mäch neuerdings auf unbestimmte Zeit geschlossen worden. "5lie Unruhen in Irland. Amsterdam, 3. Mäch. Nach einer Reu termeldung traf der Oberbefehlshabjer dtzr im Inland befindlichen Streitkraste, Lord French, mit seinem Stabe heute in Dublin ein. >-/• Asszug aus des ZNstasdrregiftern des Stasdersiste; Lssdshst. SterbefSlle. 14. Februar: Franz Xaver Bilstl, Maurer, zuletzt Sanitätsunterofsizier, 29 Jahre alt. 21.: Georg Prell, k. Zugführer a. D., zuletzt Hilfs­ schutzmann, 64 Jcchre alt. 22.: Anton Müm sterer, Metzgermeisterskind, 8 Monate alt; Kres­ zenz Hofsmann, Privatiere, 75 Jahre alt. 23.: Maria Singer, Maschinen'häusgehilfenskind, 5 Jahrs alt. 25.: Maria Eßlinger, Kranken­ schwester, 85 Jähre alt; Sebastian Probst, Taglhhver, 64 Jahre alt. 26.: Karl Weinbrrger, Taglöhnerskind, 5 Monate alt; Maria Gaderhuber, Flaschenspülerin, 55 Jahre alt; Albert Kummer, k. Stadt- und Landrichter a. ,D-, 98 Jähre alt. 27.: Joses Stängl, Steindruckes 79 Jahre alt. 2k: Josef Haslwanter, Seiler­ gehilfe, 55 Jahre alt; Kreszentia Lehner.Zimmermannswitwe, 80 Jahre alt. ' : ────────── Auszug aus dem Zivilstandregister des Standesamtes Landshut. er sein Opfer vorher mit Faustschlägen oder mit einem stumpfen Instrumente traktierte^, so daß das 16jährige 'Mädchen das Bewußtsein verlor, worauf er sie mit ihrem Sonnentuch erwürgte, das er Miter verbrannt haben will. Tann erst hängte er die Leiche an dem Zink»? draht auf, um Selbstmord vorzutäuschen. Mit größter Spannung wurde das Urteil erwartet das gegen 9 Uhr abends verkündet wurde. Tie Geschworenen hatten ihre nach einstünpiger Beratung der Notzucht unter mildernden Um-; ständen und des Totschlags unter Ausschluß derselben schuldig befunden, worauf Lang zur Gesamtzuchthausstrafe von 12 Jahren nebst 3 Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. ^ Hiemit endete die erste SchwurperTchtstagung. ^ * Letzte Me». Schulfeiern in Preußen. Berlin, 3. Mäch. Auf Befchl des Kai­ sers ordnete der Kultusminister an, daß wegen des Friedensschlusses-mit Rußland der Unter­ richt in den Schulen der Monarchie am Montag oder wo die Durchführung wegen der Küche der Zeit nicht möglich ist, am'Dienstag ausfällt. ■ Prinz Mirko von Montenegro gestorben. Wien, 3. März. Prinz Mirko von Mon­ tenegro, der wegen seines schweren Leidens sich vor zwei Jähren in chn hiesiges, Sanato­ rium zur Pflege begab, erlag heute dort einer Lungenblutung. Tie italienjlsch-schwcitze rische Grenze gesperrt. Bern, 3. Mäch. Tie Grenze bei Chiasso ist am *2. Mäch neuerdings auf unbestimmte Zeit geschlossen worden. "5lie Unruhen in Irland. Amsterdam, 3. Mäch. Nach einer Reu termeldung traf der Oberbefehlshabjer dtzr im Inland befindlichen Streitkraste, Lord French, mit seinem Stabe heute in Dublin ein. >-/• Asszug aus des ZNstasdrregiftern des Stasdersiste; Lssdshst. SterbefSlle. 14. Februar: Franz Xaver Bilstl, Maurer, zuletzt Sanitätsunterofsizier, 29 Jahre alt. 21.: Georg Prell, k. Zugführer a. D., zuletzt Hilfs­ schutzmann, 64 Jcchre alt. 22.: Anton Müm sterer, Metzgermeisterskind, 8 Monate alt; Kres­ zenz Hofsmann, Privatiere, 75 Jahre alt. 23.: Maria Singer, Maschinen'häusgehilfenskind, 5 Jahrs alt. 25.: Maria Eßlinger, Kranken­ schwester, 85 Jähre alt; Sebastian Probst, Taglhhver, 64 Jahre alt. 26.: Karl Weinbrrger, Taglöhnerskind, 5 Monate alt; Maria Gaderhuber, Flaschenspülerin, 55 Jahre alt; Albert Kummer, k. Stadt- und Landrichter a. ,D-, 98 Jähre alt. 27.: Joses Stängl, Steindruckes 79 Jahre alt. 2k: Josef Haslwanter, Seiler­ gehilfe, 55 Jahre alt; Kreszentia Lehner.Zimmermannswitwe, 80 Jahre alt. ' : ────────── [ Stuttgarter Lcbensvcrsicherungsbank a. Gl. (Alte Stuttgarter). Tos Neugeschäft im abgelaufenen "63. Geschäftsjahr ist in Berücksich-i tigung der schwer auf der Lebensversicherung lastenden Kriegszeit befriedigend verlaufen. Eingereicht wurden 76331 neue Versicherungs-; antrage über 73 620 050 Mark Versicherungs­ summe (im Vorjahr "5623 Anträge über 55 25,4 350 Mark). Davon gelangten 6659 Versicherungen mit 61 551 040 Mark zur An­ nahme (im Vorjahr 4406 Versicherungen über 42 290 270 Mark). Nach Abzug des Gesamt-', abganges ergibt sich in der Todesfallversicher-; mtg ein Reinzuwachs von 778 Versicherungen mit 24 223 903 Mark Versicherungssumme (ge­ gen 8 941008 im Vorjahr). Dadurch erhöht v Handel und Verkehr. sich der Gesamtversicherungsbestand (einschließ­ lich der Altersversicherung) von 1 Milliarde 172 Millionen Mark Ende 1916 auf 1 Milhiar-. de "195 Millionen Mark Ende 1917. Pfälzische HWothekenbank in Ludwigs Ha­ fen am Rhein. In der Sitzung des Aufsichts­ rats der Pfälzischen Hyhh othekenban'k erstar-, Tete Die Direktion unter Vorlage der Bsilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung Bericht über das Geschäftsjahr 1917. Ter Gewinn des Jah­ res 1917 beträgt ausschließlich des Portrags aus dem Vorjahre 3 547$61.06 Mark gegen 3 445(40^.88 Mark im Jahre 1916. Ter Auf­ sichtsrat wird am 15. März ds. Js. der Ge­ neralversammlung vorschlagen, auf das Aktien­ kapital von 19 000 000 Mark nach den üblichen Reservestellungen wieder 9 Prozent Dividende zu verteilen und 398 072)34 Mark ([gegen 389 850.(35 Mark im Vorjahre) auf.neue Rech) nung vorzutragen. ( ────────── Sirius u. Verlag I. F. Rietschj. Verantwortlicher! Schiriftleiter F. X. Wagner. Beide in Landshiu. ────────── die neutralen und feindlichen Zesitungen in Deutschland frei zirkulieren, sodaß die deut­ schen Sozialisten das Manifest unverkürzt wer­ den lesen können. Ttts Manifest sei kein Ulti­ matum. i üöiti Am Steinbruch des Büchlschen Kalkwerkes bei Regensburg wurde der Steinbrecher Brand von Keilberg durch einen sich löfettben Stein getroffen und getötet. ; Aus dem Zug gesprungen. Eine Frau die von. einem Ziviltranspor'teur von Ingol­ stadt nach Nürnberg verbracht werden sollte,, sprang bei Eibach aus dem fahrenden Zug und erlitt tödliche Verletzungen. , Ein großer Frachtbriefschwindel, ist von der Berliner Kriminalpolizei aufgedeckt wor­ den. Einer Hamburger Firma waren aus Ber­ lin für meiere hunderttausend Mark Wein­ stein- und Zitronensäure verkauft worden. Tie Firma bezahlte auf Grund gefälschter Fracht­ briefe einen hohen Betrag. Als die Sendung ankam, stellte es sich heraus, daß die Kisten statt der bestellten Waren mit allerhand wert­ losem Material gefüllt waren. Tie Berliner' Kriminalpolizei hat bereits zwei Verhaftun­ gen vorgenommen; die Hauptschuldigen sind allerdings noch nicht ermittelt worden. ────────── Niederbayerische Nachrichten. MdttMerischr Mttötet Straubing. 3. März. (Fliegerabstur'zO Heute vormittags erschien über Straubing eiln Doppeldecker, der von zwei Fliegerofftzsseren,; dem Rechtsanwalt Wennireger und dem PostverwaltevssvhU Dachs, beide von Straubing, bemannt war. Das Fähvzeug geriet in eine gefährliche Luftströmung und stürzte ab. Beide Insassen sind tot. Walvkivchen 2. März. (Tie Biehverwertungsgenossenschaft Waldkirchen) ’ hielt am 2. März ds. Jrs. ihre ordentliche Generalver< sammlung ab. Tie Genossenschaft hat vor dem Kriege in den Verwaltungsbezirken Wolfstein, Wegscheid und Passau . ihre Tätigkeit entwikg kelt. Seit Gründung der Bayerischen Fleisch-, versorgungsstelle hat sie den Bezirk Passau I abgetrennt und versieht in den Distrikten Wolf-, stein und Wegscheid die Stelle eines Viehkom-; Missionärs. Nach dem vorliegenden Recheiß schaftsbericht wurden im vergangenen Jaihire 12 961 Stück Vieh angeliefert (Wolfstein 7574, Wegscheid 5387) mit 6 5139610.28 Mark Erlös; darunter waren 7650 Großvieh zu 6 Millionen Mark Wert, Kälber und Schafe zu 400 000 Mk. Schweine zu 140 000 Mark. Ter Jahresgewinn beziffert sich auf 33 494.61 Mark. In Kriegs-, anleihe hat die Genossenschaft bis jetzt 50 000 Mark gezeichnet. . Das Gesamtvermögen wird letzten Endes zu landwirtschaftlichen Wohl-, fahvtszwecken verwendet. An der Spitze "btiefes gemeinnützigen Unternehmens stehen seit Grün-, düng als Botzstand Herr Josef Lang, Guts­ und Bierbrauereibesitzer von Jandelsbtunn u. per Vorsitzende des Aufsichtsrates Herr Franz Tänzer, Kaufmann in "Waldkirchen. | ────────── Letzte Posten. er sein Opfer vorher mit Faustschlägen oder mit einem stumpfen Instrumente traktierte^, so daß das 16jährige 'Mädchen das Bewußtsein verlor, worauf er sie mit ihrem Sonnentuch erwürgte, das er Miter verbrannt haben will. Tann erst hängte er die Leiche an dem Zink»? draht auf, um Selbstmord vorzutäuschen. Mit größter Spannung wurde das Urteil erwartet das gegen 9 Uhr abends verkündet wurde. Tie Geschworenen hatten ihre nach einstünpiger Beratung der Notzucht unter mildernden Um-; ständen und des Totschlags unter Ausschluß derselben schuldig befunden, worauf Lang zur Gesamtzuchthausstrafe von 12 Jahren nebst 3 Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. ^ Hiemit endete die erste SchwurperTchtstagung. ^ * Letzte Me». Schulfeiern in Preußen. Berlin, 3. Mäch. Auf Befchl des Kai­ sers ordnete der Kultusminister an, daß wegen des Friedensschlusses-mit Rußland der Unter­ richt in den Schulen der Monarchie am Montag oder wo die Durchführung wegen der Küche der Zeit nicht möglich ist, am'Dienstag ausfällt. ■ Prinz Mirko von Montenegro gestorben. Wien, 3. März. Prinz Mirko von Mon­ tenegro, der wegen seines schweren Leidens sich vor zwei Jähren in chn hiesiges, Sanato­ rium zur Pflege begab, erlag heute dort einer Lungenblutung. Tie italienjlsch-schwcitze rische Grenze gesperrt. Bern, 3. Mäch. Tie Grenze bei Chiasso ist am *2. Mäch neuerdings auf unbestimmte Zeit geschlossen worden. "5lie Unruhen in Irland. Amsterdam, 3. Mäch. Nach einer Reu termeldung traf der Oberbefehlshabjer dtzr im Inland befindlichen Streitkraste, Lord French, mit seinem Stabe heute in Dublin ein. >-/• Asszug aus des ZNstasdrregiftern des Stasdersiste; Lssdshst. SterbefSlle. 14. Februar: Franz Xaver Bilstl, Maurer, zuletzt Sanitätsunterofsizier, 29 Jahre alt. 21.: Georg Prell, k. Zugführer a. D., zuletzt Hilfs­ schutzmann, 64 Jcchre alt. 22.: Anton Müm sterer, Metzgermeisterskind, 8 Monate alt; Kres­ zenz Hofsmann, Privatiere, 75 Jahre alt. 23.: Maria Singer, Maschinen'häusgehilfenskind, 5 Jahrs alt. 25.: Maria Eßlinger, Kranken­ schwester, 85 Jähre alt; Sebastian Probst, Taglhhver, 64 Jahre alt. 26.: Karl Weinbrrger, Taglöhnerskind, 5 Monate alt; Maria Gaderhuber, Flaschenspülerin, 55 Jahre alt; Albert Kummer, k. Stadt- und Landrichter a. ,D-, 98 Jähre alt. 27.: Joses Stängl, Steindruckes 79 Jahre alt. 2k: Josef Haslwanter, Seiler­ gehilfe, 55 Jahre alt; Kreszentia Lehner.Zimmermannswitwe, 80 Jahre alt. ' : ────────── Literarisches. Literarisches. : Zwischen Krieg und Frieden; dies ist die' Signatur des soeben erschienenen Doppelheftes der ungarischen Zeitschrift "Das Junge Euro­ pa". T«te Friedensfragen werden von den er­ sten politischen Führern des -Ungarlandes aus­ führlich erörtert. Aeußerst interessant sind die Darlegungen Berthold Moldens über das mit­ teleuropäische Bündnis und die -künftigen Be­ ziehungen zu Rußland. Ter Verfasser betrqch-. tet das deutsch-österreichische Bündnis als den Grundpfeiler der Zukunft beider Länder, hält aber eine politische Gemeinschaft mit Rußland für sehr wünschenswert und ihr Zustandekom­ men für äußerst wahrscheinlich. Mit der übli­ chen .wirtschaftlichen Uebersicht von Mercator schließt das sehr inhaltreiche, Heft dieser be­ kannten, um die Vertiefung der deutfch-ungär. Beziehungen verdienten Zeitschrift. Tie Fklustrierte Kriegs-Chronik des 3Nheim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Kiafittg in Bielefeld und Leipzig. Preis des Hef­ tes 60 Pfg.) Hundesport und Jagd. Amtliche Zeit­ liche Zeitschrift des Teutschen ReichSverbänvsS für Polizei- und Schutzhunde, E. B. mit 26 Unterabteilungen und anderer Verbände. Erscheint wöchentlich- einmal im Verlag« Gundlach-Bielefeld. Preis vierteljährlich 2.26 Mk ────────── Lokales. L a n d S h u t, den 4. März. —* 'Das Militär-Verdien stk re uz trat Schwertern wurde dem Hausbesitzerssvhn Herrn Alfons Rasthofer, Schuhmacher von Achdorf verliehen. ' ! —* Das österr. Eiserne Verdienst kreuz mit Krone wurde dem Kraftfahrer Hrn. Anton Barcha, Gasmonteur Wer, verliehen. —* Zur Bürgermeisterwahl hat der Magistrat in seiner letzten Sitzung geschlossen dem Asttrag des Gemeindekollegiums zuzustim­ men. Tie Stelle soll durch einen Rechtskundig' gen besetzt und baldmöglichst zur Bewerbung ^ausgeschrieben werdest. "Bur Gehastsfestsetzung folgen. Astch dieser wird vom dentschenSchvert erzwungen sein. Damit ist dann endlich dsr Friede im Osten auf der ganzen Front ge# sichert. Freude erfüllt uns über die erzielten rEfolge, die nicht nur uns, sondern vor allem unseren tapferen Kämpfern im Westen zugute­ kommen. —* Das Bürgerrecht wurde folgenden Feldzugsteilnehlmern gebührenfrei verliehen: Asbeck Joseph, Bäcker, Bayer Franz, Wacht-, Meister, Obermeier Ludwig, Tienstminn, Gchmalhofer Ludwig, Magazinsarbeiter, Züttl Ferdinand, Bähstarbeiter. Ins HI. Geistspital wurde aufge­ nommen der frühere Malermeister Herr Alfons Aberill. I - 1 * Ehrlicher Finder. Eine hiesige Bähnbedienstetenfrau verlor am Samstag aus dem Wege zur Sparkasse das Sparkassenbuch mit 868.50 Mark Wert und 600 Mark Bargeld. Ter L andsturmmann Herr Karg! fand die Wert# gegenstände und brachte sie zur Polizeiwache, die sie der Verliererin wieder übergeben konnte. —* Seines Dienstes enthoben wurde nach einer Mitteilung des Herrn R.-R. Ambros in der letzten Magistratssitzung der frühere Holzgartenaufseher Krönninger, der sich, wie gemeldet, durch Verkauf von städt. Holz und Verwendung des Erlöses für sich einer Unter­ schlagung schuldig gemacht hat. Gegen strünninger und ev. Mitschuldige wurde Strafan­ zeige erstattet. . —* A n Fett erhalten wir diese Woche 50 Gramm auf den Anteil, j —* Verloren hat gestern ein Landsturmmann Wer sein Notizbuch ntfit 103 MarkPäoiev gelb. Ei.n Finder hat sich Ws jetzt nicht gerneI# tzet. —* In der Trambahn verlor gestern eine Lehrersfrau von auswärts ihr Handtäsch---' chen mit 60 Mark. Die Tasche wurde vom Trambahsteiprsonal gefunden und der 'Polizei übergeben, die sie alsbpld der Verliererin toie4 der zustellen konnte. —* Der Ses ltänz er Zimmermann von Freising will vom 9. bis 17. März am Vieh-, marktplatze Wer Vorstollungen veranstalten. Ter Magistrat erteilte die Genehmigung hier­ zu. —* Die Rechnung des Kommunal­ verbandes für die bisherige Geschäftsfüh-i rung wurde im Gemeindekoklegium in der letz­ ten Sitzung erneut zur Vorlage gefordert. Zn der Sitzung des Magistrats am Samstag teilte nun Herr Rechtsrat Ambros mit, daß die Rechvertragsmäßigen Regelung mit dem zu WäW lenden vorbehalten bleiben solle. Für das Ausschreiben und.für die Sichtung und Vorbe­ ratung der einlaufenden Gesuche soll eine Kom^ Mission aus beiden städt. Kollegien gebildet werden. Beide Kollegien haben auch bereits -Me Mitglieder in diese Kommjissßon gewählt. —*.Zur Besetzung des Bauratspo-, stens wurde eine-Kommission aus beiden städt. Kollegien gebildet, tvelche die Anlaufenden Ge­ suche prüfen und den Kollegien dann Vorschläge für die Wähl machen soll. , —* Der Friede mit Rußlan-d ist unter dem Drucke des schnellen deutschen Vormarsches noch bor der festgesetzten Frist zur Tatsache geworden. Unser Kaiser hat Recht, wenn er in seinem Danke an den Reichskanzler sagt, das deutsche Schwert Hät den Frieden mit ütuffo land gebracht. Nicht die Znternationale^fo;ren Hauptvertreter Scheidemann für einen soziali­ stischen Verständigusigsfrieden arbeitete, nicht die Revolutionierungsbestrebungen der UnoBfr hängigen haben uns den Frieden gebracht. .Die vom "Auchdeutschen" Cohn im Reichstag erst kürzlich angepöbelten "deutschen Heerführer wa ren es, die durch ihre weitschauenden Maßsiah# men, durch die geniale Leitung des überraschend schnellen Vormarsches nach Osten die Russen gezwungen haben, den Boden der Dialektik zu verlassen und in das Reich des Realen zurück^ zukehren. Schneller als man hoffen konnte, hat dies zum Frieden geführt. Ihm dürste in find mit gestohlenem Gut. Am ersten Tage nach nicht zu ferner' Zeit der Friede mit Rumänien Herausgabe des oben genannten Dekrets arbeitete bte Räuber nur tn kleknenGruppen, seither haben sie sich aber zu starken Banden vereinigt, die manchmal aus mehreren hundert Mann bestehen und aufs beste mti Waffen und Munition versehen sind. Vorgestern 'Abend besetzte eine solche mehr als hundertköpsige Bande die Dlrektionsgebäude einer der größten Krtegswerkstätten, wo im Laufe des Tages 1 V* Millionen Rubel zur Bezahlung der Arbeiter abgellesert worden waren. Die Rote» Gardisten stellten Posten auf und verboten jedermann, die Bureauräume zu betreten. ES kam znm Kamps, und das Gewehrgeknalter dauerte viele Stunden hindurch. Man rief Regterungstruppen zu Htlfe, und schließlich mußten sich die Räuber mit ihren Toten und Verwundeten zurückziehen. Zu solchen Szenen kommt es in Petersburg fast täglich. Allein ttt der letzen Nacht wurden 51 Wohnugen ausgeräumt. In anderen Wohnungen erschienen marterte Räuber, die den Wohnungrinhabern bte Taschen leerten und dann wieder fortgingen. Die »Arbeitsmethoden" der Bandtn find eben verschieden, während bte einen alles nehmen, haben die anderen es nur auf Geld und wertvolle Schmuckstücke abgesehen. Endlich sind noch die Aulomobllbanden zu erwähnen, die am Wirk­ samkeit der berüchtigten französischen Automobtlräuber Vonnot und Genoffen erinnern. Wenn die Jnsaffen eines solchen Räuberautos eine anscheinend wohlhabende Perjuojichkett erblicken, verfolgen sie das Opfer bis in eine verhältnismäßig menschenleere Straße, sie fahren an den Mann heran, Halle», springen äuS dem Wage» und werfen sich auf ihr Opfer, um es ausrauben und nicht feiten zu entkleiden. Reben den Räubereien gibt es traurtgerweife aber auch viele s Morde. Me nachträglich festgestellt werden konnte, »urden'lm Laufe des Monats Januar 138 Leute auf der Straße ermordet. Und dabei kann.man nur , darüber erstaunt fein, daß die Zahl nicht höher ist. Es ist aber auch noch sehr fraglich, ob bte Regierung den betreffenden Bericht nicht allzu gefärbt hat. . ' mm b. > Nstng jetzt fertiggestellt fei und gegenwärtig bet Revision unterzogen werde. Hierauf wer­ de die Rechnung zur öffentlichen Astflage ge­ bracht. —* Obstbauliches. Ter Bezirksobstpau" verband Landshut hat für Landshut-Stadt u. Bezirksamt ab 15. Mävzi 1918 den Gärtner unb Kriegsinvaliden Franz ■ Hörbeck als Be­ zirksbaumwart ausgestellt, der allen Obst- und . Gemüsebautreibenden zur Arbeit und Vera-tung zur Verfügung steift. Tie Anforderung des Baumwarts hat beim Bezirksobstpkuver-' band zu geschehen. Näheres ist im bezüglichenAusschreiben der Amtsblätter des t. Bezirk' amts und des Stadtmagistrats ersichtlich. —* Für. den städt. Hofgarten und Baumschulen weist die Rechnung für das Jahr 1915 an Einnahmen 14061 Mark an Ausgaben 20 181 Mark, somit eine Mehraus­ gabe von 6119 Mark aus. Tie Vermögensrech-!, nung läßt bei 263 321 Dlark Vermögen und 9653 Mark Schulden ein Reinvermögen von 253 568 Mark ersehen. —* Die K. Landwirtsch. Winter# schule Landshut beendigte ihr 49. Schul­ jahr am 28. Februar ds. Js. mit einer Schlußprüfung. Dieselbe war wegen der beschränkten Raumverhältnisse, die eigenen Schulräume sind von Militär belegt, heuer keine üffentlichie. Das Ergebnis der Prüsiing war trotz der heuex I stark verkürzten Däner des Unterrichtes, ein" I sehir erfreuliches. Die Schule war von 41 | Schülern, hauptsächlich Niederbayern, besucht. —* Der erste Sonntag im März brach-, te uns gestern warmes FrüWngswetter. Dien I ganzen Tag über sandte die Sonne ihre wär\ menden Strahlen hernieder. Tie Stadtbvwoh| ner benutzten daher die Gelegenheit in rejch-j stem Maße zu Spaziergängen und ^lusskügen in die nähere und weitere Entfernung. —* Die Instandsetzung der landwirt­ schaftlichen Maschinen und Geräte muß, soweit irgend möglich, während der Wintermonate ge­ schehen, wenn die Bestelsungs- und Erntearr besten nicht unnötig behindert werden sollen. Tie Landwirte wollen däher ihre Geräte unb f Maschinen ungesäumt nachsehen und der In­ standsetzung zuführen. Eintretende Schwierig­ keiten bezgl. Reparäturen sowvhl bei Land­ wirten als landw. Handwerkern und Repara­ turwerkstätten bezgl. Material zur Reparatur tonnen der Wirtschaftsstelle gemeldet und wer­ den' derartige Gesuche unterstützt werden. —* Ueber selbstgemachte Straßen-«, schuhe wird morgen Dienstag nachmittags hälb 4 Uhr Frau Annemarie Walter aus Wien im kleinen Rathaussaale hier einen Vortrag halten, Frau Walter wird den ganzen Werde-^ gang der Schuharbeit unter praktischen Bor# führungen erläutern. Der Vortrag düxfte "da­ her lebhaftestes Interesse finden. —* Einführung der 4. Wagenklasse in Bayern. Airs den hayss rischen StaatseisenbahUen r. d. Rh. lausen seit einziger Zeit in den Personenzügen fdftm Wagen vierter Klasse, obwohl die vierte Klasse erst Anfang April eingeführt wird. Es hat dies seinen Grund darin, daß aus dem Wagenbestand etwa 2000 Wägen dritter Klasse, die mit der Einfüh# anmg der vierten Klasse entbehrlich werden, zurückgezogen und in Wagen vierter Klasse um­ gebaut werden' müssen. Bei bem durch die militärischen Anforderungen ohnehin schon sehr verminderten Wagenstand ergibt sich hierdurch! mitunter ein fühlbarer Mangel an Wagen 3. Klasse, dem nur dadurch abgeholfen werden tonn. daß die bereits umgebauten Wagen 4. Klasse in den Verkehr gestellt und als Wagen 3. Klasse verwendet werden. Es handelt sich also um eine vorübergehende Zwangslage, mit der sich übrigens das Publikum ihn allgemeinen schon abgefunden Hat. Nichtsdestoweniger soll aber daraus aufmerksam gemacht werden, daß man wahrend des jetzigen Uebergangsstadiums mit der Fahrkarte 'dritter Klasse nicht unter "allen Umständen aus Beförderung mit einem Wagen dritter Klasse rechnen kann. ────────── Seite 2. * 'An diese Waffenstillstandsverhandlungen sollen sich Friedensvevhanblungen anschließen. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. , SfcteJL ®enetTo!e gekostet. 'Wenn die uniformierten Räuber, die ganz Petersburg tyrannisieren, ein Wohnhaus betreten, so beschlagnahmen sie nicht nur die Wertgegenstände, sondern sie raffen häufig überhaupt allen Hausrat pfemmen, und da sie bet ihren Expeditionen Karren und Lastautomobile mit sich führen, erblickt man auf den Straßen immer wieder Wagen, die hoch beladen find mit gestohlenem Gut. Am ersten Tage nach nicht zu ferner' Zeit der Friede mit Rumänien Herausgabe des oben genannten Dekrets arbeitete bte Räuber nur tn kleknenGruppen, seither haben sie sich aber zu starken Banden vereinigt, die manchmal aus mehreren hundert Mann bestehen und aufs beste mti Waffen und Munition versehen sind. Vorgestern 'Abend besetzte eine solche mehr als hundertköpsige Bande die Dlrektionsgebäude einer der größten Krtegswerkstätten, wo im Laufe des Tages 1 V* Millionen Rubel zur Bezahlung der Arbeiter abgellesert worden waren. Die Rote» Gardisten stellten Posten auf und verboten jedermann, die Bureauräume zu betreten. ES kam znm Kamps, und das Gewehrgeknalter dauerte viele Stunden hindurch. Man rief Regterungstruppen zu Htlfe, und schließlich mußten sich die Räuber mit ihren Toten und Verwundeten zurückziehen. Zu solchen Szenen kommt es in Petersburg fast täglich. Allein ttt der letzen Nacht wurden 51 Wohnugen ausgeräumt. In anderen Wohnungen erschienen marterte Räuber, die den Wohnungrinhabern bte Taschen leerten und dann wieder fortgingen. Die »Arbeitsmethoden" der Bandtn find eben verschieden, während bte einen alles nehmen, haben die anderen es nur auf Geld und wertvolle Schmuckstücke abgesehen. Endlich sind noch die Aulomobllbanden zu erwähnen, die am Wirk­ samkeit der berüchtigten französischen Automobtlräuber Vonnot und Genoffen erinnern. Wenn die Jnsaffen eines solchen Räuberautos eine anscheinend wohlhabende Perjuojichkett erblicken, verfolgen sie das Opfer bis in eine verhältnismäßig menschenleere Straße, sie fahren an den Mann heran, Halle», springen äuS dem Wage» und werfen sich auf ihr Opfer, um es ausrauben und nicht feiten zu entkleiden. Reben den Räubereien gibt es traurtgerweife aber auch viele s Morde. Me nachträglich festgestellt werden konnte, »urden'lm Laufe des Monats Januar 138 Leute auf der Straße ermordet. Und dabei kann.man nur , darüber erstaunt fein, daß die Zahl nicht höher ist. Es ist aber auch noch sehr fraglich, ob bte Regierung den betreffenden Bericht nicht allzu gefärbt hat.