Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-04-12. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 100, 1918-04-12. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 100 12. April 1918 ────────── Die Schlacht bei Armentieres. Die Lys und die Lawe überschritten. - Unsere Truppen sind in die Vorstädte von Armenlieres eingedrungen — Reuve Chapelle und Hollebeke genommen; Die Höhe von Messines erstürmt. — Bisher über 10,000 Gefangene. Deutsche Kriegsschiffe vor Helsingfors. ────────── Rnrier pkr ließ er durch seinen Verteidiger Salles dem Staatssekretariate für Militärjustiz mitteilen^ daß er wichtige Erklärungen abzugeben habe. Im Aufträge des Kriegsministers begab sich Leutnant Jusselin in Pas Gefängnis und un­ terzog den Verurteilten einem langen Ver­ hör. Nach diesem Verhör telephonierte Jusselin dem Ministerium, das sofort alle Befehle zur Hinrichtung widerrufen ließ. Taß es sich um sehr wichtige Enthüllungen handeln muß, ist aus der großen Bewegung zu schließen, die alle offiziellen Kreise ergriffen hat. Die ganze Nacht fanden Konferenzen im Kriegsministe­ rium u. Militärgouvernement von Paris statt. In der Provinz und im Auslande wurden tele­ graphisch Vernehmungen angeordnet. An den Konferenzen nahmen auch italienische Offiziere teil. Bolos neue Aussagen betreffen die Fälle Caillaux und Humbert. Vcrnchinuug Clemenceaus. Router meldet aus Paris: Tie Karnrnerkonmrission für Auswärtige Angelegenheiten hat beschlossen, den Ministerpräsidenten Clemenceau am 17. April über die Erklärungen des Grafen Czernin zu hören. Tie Mitglieder der Kommission für Armee und Marine werden dabei anwesend sein. im Westen durch die Lawe und im Südwesten durch den La Bassee-Kanal begrenzt. Die Ebene reicht bis zu hen umschließenden flandrischen Hügeln, aus denen tnt Norden tose eine Warte der bekannte Kemmelberg Hervorragt; er be­ herrscht die ganze Gegend bis Ipern. Weithin sichtbar thront aus den Höhen von Godewaresvelde ein Trappisterkloster. An den feind­ lichen Stellungen toar seit drei Jahren gear­ beitet toorden, in letzter Zeit tourden neue rückwärtige Linien westlich 'von Armentieres ausgebaut. Tem Verteidiger bietet dasKarnpsfeld außerordentliche Vorteile. Nur.zusam­ mengefaßtes Artillerief'euer konnte die vielen Kunstbauten, die allerdings des nassen Bodens wegen oberirdisch angelegt waren, sturmreif machen. Tie Geheimhaltung jeder Vorberei­ tung war auch hier wiederum glänzend ge­ lungen. Um 4 Uhr 30 Min. morgens begann die Artilleriebeschießung und Vergasung der feindlichen Stellungen und Batterien. Dier dichte Nebel begünstigte das Gasschießen, ver­ hinderte dagegen die Aufklärung und die Un­ terstützung durch Flieger. Um 8 Uhr 45 Min. vormittags trat die Infanterie zum Skurm an. Bereits nach zwei stunden waren die drei ersten Grabenlinien genommen. Mit be­ wundernswerter Energie und Schnelligkeit folg­ te" der Infanterie auf dem Fuße die gesamte Artillerie, obwohl ihr in dem oben beschrie­ benen Gelände große Schwierigkeiten erwuch­ sen. Harte Kämpfe entspannen sich um die Uebergänge. Tie feindlichen Verluste .sind außerordentlich blutig, die deutschen Verluste blieben infolge 'des dichten Nebels und der völlig geglückten Ueberraschung ebenso gering wie am 21. März. 3sic Kämpfe an der Oise. B erlin, 10. April. Ter 7. und 81 April brachte auf dem Südufer der Oise dem linken Angrisssflügel der Heeresgruppe Teutscher Kronprinz trotz der Ungunst des Wetters und des Geländes die tolle Auswirkung des am 6. April erzielten Erfolges. Nachdem am 6. April von Chaunh nach dem Süden vorstoßend der Uebergang über die Oise erzwungen und im ersten Ansturm das nach Westen sortartig aus­ gebaute Amignh mit seinen weithin den Oisefumps beherrschenden Höhen genommen wor­ den war, versuchte der Feind in dem stark ausgebauten Walde von Couch und in den Dörfern südlich der Oise seinen Widerstand neu zu organisieren. Lurch das ungestüme Vor­ wärtsdrängen der deutschen Truppen gelang es den Franzosen nur an wenigen Stellen, sich wieder. zu setzen. - Bei jedem erneuten An­ sturm wurde der Feind geworfen. Am Abend des 7. April war bereits der ganze Wald v on Couch in deutschen Händen und die Linie Bichancourt—Pierremande — Follembrah — Fresnes erreicht. Ueber die wenigen Chausseen die wie Däthine durch den Sumpfsee Zwischen Chaunh' und Sewais führen, über schnell ge­ schlagene Notbrücken, auf Faschinenstegen, durch Furten und granatzerschlagene Schluchten folg­ ten die deutschen Batterien und Kolonnen den unermüdlich Vorstürmenden. Am Morgen des 9. April wird trotz des Regens, der die Wege in Schlammflüsse verwandelt, die Kanallinie vpn Bichancourt bis Brancourt erreicht. Wie überraschend der Stoß dem Feinde war. zeigt die bunte Zusammensetzung der 2000 französi­ schen Gefangenen. Beben Kampftruppen wur­ den Territoriale, Armierungssoldaten, Pionie­ re und Kavalleristen eingebracht. Alle waren erstaunt, daß dieser Angriff von den Teutschen überhaupt gewagt wurde. Sie hatten sich auf den Höhen, die die Uebergänge über den Sumpf beherrschen, in den Betonkellern der Dörfer voMommen sicher gefühlt. Ten Teutschen, seufzte ein französischer Offizier, ist nichts un­ möglich. Täs ist unser Unglück. Mit der Schnelligkeit, in der alle diese Resultate erreicht werden, wächst die Bedeutung der Oisekämpse Paris abgeschlossen. Tie Vorstädte und die französischen Ba.hnhöse an den Grenzstationen geben bekannt, daß bis auf weiteres Fahrkarten nach Päris nicht ausgegeben werden. Polos Enthüllungen. Genf, 11.April. Bolo sollte am Mittwoch früh erschossen werden. Einen Tag" vorher ────────── Aus Rußland. Ententetruppen in Archangelsk? "Morgenbladet" (Christiania) meldet aus Vadsö, daß etwa 6000 Mann englischer und französischer Truppen dieser Tage die End­ station der Murmannbahnlinie besetzten. Auch die Besetzung ton Archangelsk soll seitens der Entente beabsichtigt sein. Rußlands Protest gegen Japans Aktion. Tier "Rotterdamsche Courant" meldet aus Petersburg: Gestern hat Lenin in Moskau er­ klärt: Wir sind von vielen Gefahren umge­ ben. Im Süden machen sich Anzeichen von neuen Unruhen bemerkbar. Im Osten sind die Japaner in 'Wladiwostok zusammen mit den Engländern getf-Nn. Man umschließt uns mit einem engen Ring. Wir tun das Aeußerste, üfn neue Greuel zu vermeiden, doch wird alles vergebens sein. Wir werden von neuem käm­ pfen müssen. Ein osstzieller Protest ist nach Washington abgesandt worden. Ter Kommis­ sar für Auswärtige Angelegenheiten ist da­ mit beschäftigt, die Geheimdokumente zu ver­ öffentlichen, Die den Beweis erbringen, daß die Aktion Japans bereits zu Beginn der rus­ sischen Revolution vorbereitet wurde. Finnlands Freihettskauchf. Teutsche Kriegsschiffe vor Helsingfiors Reuter meldet aus Petersburg: Teutsche Kriegsschiffe sind in Sicht von Helsingsors Kriegsschiffe sind in Sicht von Helsingsors, das wahrscheinlich binnen kurzem besetzt werden wird. Tie Teutschen fordern die Schleifung der Forts und die Entwaffnung der Kriegsschiffe. Tie russischen Volkskommissare bewilligten die Forderungen. Aus Livland, Kurland und Esthlanv. Estlands Anschluß an Tentschland. i Wie das Berl. Tgbl. hört, hat nunmehr ansch der estländische Landesrat in Reval be-. schlossen, in Berlin die Anerkennung des estländischen Staatswesens zu erbitten und gleich­ zeitig den engsten politischen und wirtschaft-! sichen Anschluß an'das Teutsche Reich anzustre­ ben. ────────── Die Friedensverhandlungen. Teilnahme der Ukraine am Bukarester Friedensschluß. Ministerpräsident Holubowitsch richtete an die ukrainische Regierung ein Telegramm, in welchem er mit Rücksicht aus das Interesse der Ukraine an Beßarabien die Hinzuziehung bet | Ukraine zu den Bukarester FriedensverhandI hingen fordert. ────────── Der Krieg mit England. Stenererhöhungen in England 1 I Laut Tiailh Mail wird Bonar Law beim neuen Staatshaushalte grosse Erhöhungen der Steuerabgaben verlangen ,so daß die gesam­ ten Steuereinnahmen eine Milliarde Pfund Sterling betragen werden. Tie Einkommen­ steuer wird durch eine Ergänzungssteuer aus die größten Einkommen erhöht; ferner wird eine erhebliche Steuer aus Bier, Spirituosen, Kaffee, Tee und Zucker gelegt. Die Gesamt­ einnahmen aus Steuern und Abgaben betrugen im Vorjahre 700 Millionen Pfund, es müssen .also 300 Millionen Pfund neue Steuern aus­ gebracht werden. Mehr Soldaten ! Das englische Unterhaus nahm mit 229 gegen 80 Stimmen das Mannschaftsergänzungs­ gesetz (Erhöhung des Mannfchastsalters aus 50 und 55 Jahre) an? Llohd George hielt eine Jammerrede, aus welcher hervorging, daßJohn Bull das Wasser an den Mund reicht. 3ift Rücktritt Lloyd Georges von der "Mornsitgpost" gefordert. Tie Morningpvst schreibt der Berl. Ztg. zufolge am Montag früh: England ,ühle, daß des Entscheidung des Weltkrieges jetzt bevor­ stehe und daß man der gegenwärtigen Re­ gierung die fernere Leitung des Krieges nicht mehr anvertrauen dürfe. Tas Blatt verlangt den Rücktritt Llohd Georges. ────────── Aus Amerika. Amerikanische Kritik des englischen Imperialismus' Tie Tepeche de Toulouse bespricht die tnt Century Magazine zuerst erschienenen krittschen Alussätze des Amerikaners Gibson über "Po­ len und die Orientsrage" als Freund, als Ver­ bündeter, meint das Blatt, zeig, er uns das Uebel, das wir uns selbst zugefügt haben, da wir den Grundsätzen nicht gefolgt sind, als deren Vertreter wir uns ausgerufen hatten. Tie französischen und englischen Staatsmänner haben, so erklärt Gibson, das Nationalitäten^ Prinzip im selben Augenblick verletzt, wo sie es proklamierten, um dem Imperialismus der Verbündeten zu genügen. Tie Entente hat Po­ len vergebens aus ein Wort der Ermutigung warten lassen und hat untiäitig zugesehen, bis die Mittelmächte die Rolle des Befreiers durch­ führten und auf alle Fälle etwas taten. Ein Riesensehler, der den Ententemächten vielfach Unheil brachte,war die Unterstützung des rus­ sischen Begehrens nach Konstantinopel. Damit wurde (immer nach Gibson) nicht nur der deut­ sche Imperialismus herausgefordert, es wur­ den auch die Balkanvölker aujs tiefste beun­ ruhigt. Ebenso verhängnisvoll wirkten dieZugeständnisse an den italienischen Imperialis­ mus. Sie verhinderten rechtzeitige Hilfe für Serbien, reizten die Griechen, vereitelten jede Annäherung zwischen Serbien und Bulgarien, trieben die Südslaven erst recht in die Arme Oesterreichs und verschuldeten den unbestreit­ baren Triumph der Teutschen im Orient. ────────── Hierbei sei besonders erwähnt, daß das kriegs­ erprobte U 35 unter Führung zweier Komman­ danten bisher über 6OOOO1O Brutto-Register-j Tonnen feindlichen Schiffsraumes vernichtete. ────────── Tages-Uebersicht. ReichSbicrsteuer. Tie Wünch. ZtA schreibt:Wie selbstverständlich, sind über die Einzelhei­ ten der im Reichsschatzamt in Ausarbeitung begriffenen Reichsbiersteuervorlage auch die Brauindustrie und das Gastwirtsgewerbe gehört worden. Es hat zu diesem 'Zwecks schon eine Reihe von Sitzungen stattgefunden. Tie Bier­ fabrikatssteuer ist, wie man hört, so gut wie beschlossene Sache. Einsprüche und Einwendun­ gen bestehen vor aslem gegen die geplante Staffelung und das Fortbestehen der Kontigentierung nach dem Kriege, gegen die Beschränukng der Ein- und Ausfuhr auswärtiger Biere, gegen die in Aussicht genommene Höhe der Steuer, gegen die Festsetzung von Höchstgewinn-Aufschlägen im Ausschankgewerbe und gegen die Verdoppelung der Gemeindebier­ steuern. — Tas Gastwirtsgewerbe verlangtFestsetzung der Grenzen der einzelnen Biersorten, in Prozenten der Stammwürze und Schutz der bestehenden GenossenschafLsbrauereien, die sich ihrerseits gegen die Biersteuerpläne des Reichs­ schatzamtes erklärt haben. — Tas Gastwirts­ gewerbe .hat ferner durch den Zentralvorstand der deutschen Wirtevereinigung das Reichs­ schatzamt wissen lassen, daß bei der von die­ ser geplanten Form und Ausdehnung derBiersteuer das Gastwirtsgewerbe nicht mehr be­ stehen könne. Zudem Müsse die neue Biersteuer die kleinen und mittleren Brauereien lahm legen und das Ueberwuchern des Groß­ betriebes im Braugewerbe direkt begünstigen, womit den Expansionsgelüsten des Großkapi­ tals in der Brauindustrie weiter der Weg geebnet werde. Lite Fortschrittler und die Reichstagsreso« kution. Das Berk. Tgblk schreibt zu der an­ geblichen Aufgabe der Reichstagsresolution durch die Fortschrittliche Volkspartei: Wie wir feststellen möchten ,liegt ein solcher offizieller Beschluß-der Fortschrittlichen Volkspartei Zich^ vor. Tie ganze.Verwirrung hat der fortschritte liche Abg. Müller-Meiningen angerichtet, der in einer soeben erschienenen Broschüre die Frie» densresolution des Reichstags vom Juli 1917 über Bord geworfen und sich zum Annexionist mus.bekehrt hat. In iLhnlicher Weise hat der fortschrittliche Abg. Tv. Ablaß sich vor seinen Wählern in Hirschberg geäußert. — Wenn die Fortschrittliche Volkspartei wirklich noch an der Resolution vom 19. Juli vor. Jrs'. als Tvgma festhält, so ist der Abg. Müller-Meinin­ gen doppelt zu beglückwünschen, daß er den Weg der Erkenntnis gegangen ist und den Stein des Abstoßes energisch beseitigt hat. " Ijx Welfm." ' s Roman von Anny Wothe. ' ! 56 "i 1 l (Nachdruck verboten.) Unwillkürlich hatte Graf Reimar den Arm schützend um die schlanke Frauengestalt gelegt, die so hoch aufgerichtet, so düster wartend an seiner Seite stand. I • 1 Undine lauschte angestrengt in die Nacht. Komm, ich bitte dich, Undine, komm! Wir müssen fort. $ier Nebel wird dichter. Nie mehr finden wir nutz aus den Tiünen heraus. Undine tastete fetzt, mit den Händen in der Dunkelheit um sich. Wie ein Freuden­ schrei klang el von ihren Lhppen. /Was hast du? forschte Graf Reimar ängst­ lich. Eine Moosbank. Festgefügt liegt sie hier zwischen den Tünen. Hier wollen wir ivarten. Undine, das ist doch unmöglich. Doch, beharrte diese, sich vorwärtstastend und Reimar mit sich ziehend. Es ist die einzige Möglichkeit zur Rettung. . > Und nun entdeckte er auch zwischen den hohen Dünenwänden eine windgeschützte Bank aus Sand und Moos, groß genug, um ihnen beiden Platz zu gewähren. ! Tier Krieg und das Zeitungswese«. Wäh­ rend des Krieges sind nach« einer Mitteilung des Staatssekretärs des Reichspostamtes an den Verein deutscher Zeitungsverleger von den in deutscher Sprache herausgegebenen Zeitungen und Zeitschriften insgesamt 3572 Blätter ein­ gegangen, darunter 898 politischen Inhalts. Dem Rückgang steht ein 'Zuwachs durch Neuan­ meldung von 1763 Zeitungen, darunter 446 politischen Inhalts gegenüber. Keine Wahlrechtsverständigung in Ungarn. Gestern fand zur Herbeiführung eine? Ver­ ständigung in der Wahlrechtsfrage eine Kon­ ferenz zwischen Ministern und Oppositionsfüh­ rern in Budapest statt. Eine Verständigung kam in der Konferenz nicht zustande. Site ungarische Wahlrechtsvorlage Im letzten Ministerrate ist, wie von Regierungs­ seite betont wird, völlige Einigung über die etwaigen Aenderungen in der Wahlrechtsdorlage sowie betreffs einer Parlamentsauflösung erzielt worden. Tie radikale Presse sieht hierin einen Sieg ihres Standpunktes. Tie Tschechen Tas sozialistische Organ "Pravolida" meldet aus Wien: Wie verlautet, bereitet Ministerpräsident Tr. v. Seidler für den Tschechenverband eine beruhigende (!) Er­ klärung hinsichtlich der letzten Kundgebung des Grafen Czernin vor. Er wird darin nach­ drücklich betonen, daß hinter der Erklärung des Grafen Czernin keinerlei Pläne eines neuen tschechenfeindlichen Kurses ober einer neuen Verfolgung s ich verbergenTierMinisterpräsident hat über die Frage mit dem Grafen Czernin zweimal konferiert und sei auch von Kaiser Karl in Audienz- empfangen worden. Gemeinsame Beratungen der polnischen Fraktionen Site polnischen Fraktionen des Reichstages und des preußischen Abgeordneten­ hauses hielten gestern eine gemeinsame Sitzung zur Beratung der Allgemeinen politischen Lage und der Erklärung des Fürsten Radziwill im Reichstage ab. ────────── Allerlei. Ans der Hamsterreise gestorben ist in Neuhausen bei Ebersberg ein, Münchener Herr, den Wohl infolge der Abstrengungen und Auf­ regung im Bahnwärterhäuschen ein tödlicher Schlag traf. Er hatte einen großen Vorrat zusammengekaufter Lebensmittel bei sich. ────────── Tb wirst dich erkälten, grollte Reimar. Wir sollten versuchen, durch den Nebel zu kommen. Ich, will dich tragen, Undine. / Deine Kraft würde bald erlahmen. Tu kennst den trügerischen Dünensand nichts so, wie ich 'ihn kenne. Ich warte. So nimm wenigstens meinen Mantel. Ich friere nicht. 1 s l Aber ich wünsche es. Graf Reimar konnte kaum einen Schatten von Undines Gestalt epkennen, und doch meinte er den großen erstaunten Blick ihrer Augen zu fühlen. Deine Wünsche sprechen hier nicht mit, klang es kühl zurück. Hier muß die Klugheit das Maßgebende bestimmen. Graf Retmar knirschte heimlich mit den Zähnen. ! 1 Richt mal in der Stunde der Rot und Gefahr war Undine ein nachgiebiges, schwaches Weib. Am liebsten hätte er sie weit von sich geschoben, aber sie saß hier im Nebel ganz dicht an seiner Seite, den. Kopf mit der schwär­ zen Kapuze fest gegen die hohe Sandwand gelehnt, und es war ihm, als ob er ihren heißen Mem spürte, der wie Blumendust zu ihm her­ überwehte. 1 . [ : 1 netzes insgesamt 154000 Wk. und für Ver­ vollständigung des bayerischen Telephonnetzes insgesamt 4 543 000 Mk. In der Begründung dazu heißt es u. a., patz die zu Heereszwecken abgegebenen Fahrzeuge durch, neue ersetzt sverden müssen, pm nach, dem Kriege den Betrieb der Motorpostlinien im früheren Umfänge wie­ der aufzunehmen und weitere neue Motorpostlinien einrichten zu können. Tlie Posten für den Ausbau des Telegraphen- und des Tlephonnetzes sind mit der Tiringlichkeit wei­ terer Bauvornahmen begründet. Verbotener Malzhanvel und kein Ende. Vom Landgerichte Aschaffenburg war im Au­ gust v. Jrs. der Malzfabrikant 'Leopold Ries wegen verbotenen Walzhandels und übermä­ ßiger Preissteigerung zu einer Geldstrafe von 100 000 Mark verurteilt worden. Seine zum .Reichsgericht eingelegte Revision ist nunmehr verworsen worden. — Tie Strafkammer Würz­ burg hat den Brauereibesitzer Leicht aus Biebelried, der unberechtigter Weise mehrere hun­ dert Tvppelzentner Malz um höheren Preis verkauft hatte, zu einer Geldstrafe von 3500 Mark verurteilt. 1 Mit dem Flugzeuge sind bei Fürstenfeld.bruck zwei Unteroffiziere abgestürzt. Tier Be­ obachter wurde getötet, der Flugzeugführer, dem die erste Hilfe durchs einen kriegsgesängenen Russen geleistet wurde, wurde schwer­ verletzt ins Lazarett Fürstenfeldbruck ver­ bracht. i Tier Lnstpostverkchr dürfte in der Zukunft eine Rolle spielen. Rach einer Mitteilung des bayer. Berkehrsministers schweben auH zwi­ schen Deutschland und Oesterreich-Ungärn be­ reits Verhandlungen über die Errichtung eines' Lustpostoerkehrs zwischen beiden Ländern. Tie Reichspostoerwaltung will allerdings nicht selbst Luftpostbeförderung errichten, sondern dies Un­ ternehmungen überlassen. Tier bayer.Mnister meinte hierzu im Finanzausschuß der Abgeord­ netenkammer: "Anders liegt die Frage für die bayerische Verkehrsverwaltung, für die es nicht gleichgültig sein kann, ob dieses neue Verkehrs­ gebiet ' der Privatunternehmung oder dem vornherein Staatsbetrieb in Aussicht zu nehStaatsunternehmen überlassen wird oder von men ist. Ob es möglich! sein wird, schon jetzt atj die Beförderung von Personen durch Flug­ zeuge heranzutreten, möchte ich bejahen. Ich würde es auf das lebhafteste begrüßen, wenn .sich in Bayern eine Industrie austäte, die den Bau von Großflugzeugen zur Beförderung von je etwa 30 bis 40 Personen in die Hand nähme' Tie Frage, ob ein staatlicher Betrieb schon jetzt wird in Aussicht genommen werden kön­ nen, bin ich zurzeit noch nicht imstande, zu be­ antworten." i Neue bayerische Postwertzeichen. Tie bay­ erische VerkHrsverwaltung hat die Ajusgabe von Friedensmarken in Erwägung gezogen. Tie Entwürfe sehen Stücke vor, die tm allSchweigend rann die Zeit. _ Undine hatte Reimar fragen wollen, wie es zugegangen, daß er so plötzlich an ihrer Seite gestanden, aber sie 'schwieg/ Sie war so müde, und es war ihr im Grunde auch gleich­ gültig. 1 Reimar fühlte, wie seine Frau stüstelnd zusammenbebte. Auch! ihm hing die feuchte Luft schwer in den Kleidern. Und ohne Besinnen riß esc seinen Mäntel herunter, um ihn Undine um die Schultern zu legen. 1 Aber sie wehrte ängstlich,. Tu brauchst ihn selber. Du würdest dich zu Tode erkälten. 1 So laß uns teilen. Und ehe sie noch ein Wort der Mwehr fand, hatte er sie mit seinem Mantel fest um­ schlungen. Enger zog er sie an sich, und Un­ dine, deren Körper vor Nässe und Kälte zit­ terte, leistete keinen Widerstand. Still saßen sie dann, wider Willen eng aneinander geschmiegt, einer den arideren wär­ mend, in dieser dunklen Nebelnacht und war­ teten. " 1 (Fortsetzung folgt.) . .,,u Die Nebelfrau. ' s Roman von Anny Wothe. ' ! 56 "i 1 l (Nachdruck verboten.) Unwillkürlich hatte Graf Reimar den Arm schützend um die schlanke Frauengestalt gelegt, die so hoch aufgerichtet, so düster wartend an seiner Seite stand. I • 1 Undine lauschte angestrengt in die Nacht. Komm, ich bitte dich, Undine, komm! Wir müssen fort. $ier Nebel wird dichter. Nie mehr finden wir nutz aus den Tiünen heraus. Undine tastete fetzt, mit den Händen in der Dunkelheit um sich. Wie ein Freuden­ schrei klang el von ihren Lhppen. /Was hast du? forschte Graf Reimar ängst­ lich. Eine Moosbank. Festgefügt liegt sie hier zwischen den Tünen. Hier wollen wir ivarten. Undine, das ist doch unmöglich. Doch, beharrte diese, sich vorwärtstastend und Reimar mit sich ziehend. Es ist die einzige Möglichkeit zur Rettung. . > Und nun entdeckte er auch zwischen den hohen Dünenwänden eine windgeschützte Bank aus Sand und Moos, groß genug, um ihnen beiden Platz zu gewähren. ! ────────── MtzerluaW ÄtW» Passau, 11. April. (Ein Schadenfeuer) entstand gestern unter den mit Preßstroh bela­ denen Wagen am Lagerhaus an der Donau. Es wurde durch Funken einer vorbeifahrenden Lokomotive verursacht und erstreckte sich auf 4 Waggons. Feuerwehr und Militär leistete langwierige Arbeit. MtzerluaW ÄtW» Passau, 11. April. (Ein Schadenfeuer) entstand gestern unter den mit Preßstroh bela­ denen Wagen am Lagerhaus an der Donau. Es wurde durch Funken einer vorbeifahrenden Lokomotive verursacht und erstreckte sich auf 4 Waggons. Feuerwehr und Militär leistete langwierige Arbeit. ────────── Letzte WN. Neue U-Bootserfolge. WTB. Berlin. IU April. (Amtlich.) ' Eines unserer U-Boote, Kommandant Kapitänleutnant Georg, hat in der irischen See und vor dem Westausgang des Aermelkanals 8 Dampfer und 2 Segler mit zusammen 28 000 Brutto-Megistertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen waren ein besonders wertvollen Dumpfer, ein neugebau­ ter Tumpfdr vom Einheitsthp von 5000 To. uNd zwei Frachtdampfer hon mindestens 6000 Tonnen Größe. Einer der 6000 Tonnen-Dampfer war ausfällend stark gesichert. Gewählt wurden etwa 20 Torpedbooote, Motorböiöttz und andere Bewachungsfahrzeuge. 3 Dam­ pfer wurden in geschickt durchgeführten An­ griffen aus stark gesicherten Geleitzügen her­ ausgeschossen. Sämtliche Dämpfer waren be­ waffnet und meist beladen. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Letzte WN. Neue U-Bootserfolge. WTB. Berlin. IU April. (Amtlich.) ' Eines unserer U-Boote, Kommandant Kapitänleutnant Georg, hat in der irischen See und vor dem Westausgang des Aermelkanals 8 Dampfer und 2 Segler mit zusammen 28 000 Brutto-Megistertonnen vernichtet. Unter den versenkten Schiffen waren ein besonders wertvollen Dumpfer, ein neugebau­ ter Tumpfdr vom Einheitsthp von 5000 To. uNd zwei Frachtdampfer hon mindestens 6000 Tonnen Größe. Einer der 6000 Tonnen-Dampfer war ausfällend stark gesichert. Gewählt wurden etwa 20 Torpedbooote, Motorböiöttz und andere Bewachungsfahrzeuge. 3 Dam­ pfer wurden in geschickt durchgeführten An­ griffen aus stark gesicherten Geleitzügen her­ ausgeschossen. Sämtliche Dämpfer waren be­ waffnet und meist beladen. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Stic Engländer in der Enge. Berlin, 11. April. Der englische Be­ richterstatter Gibbs meldet aus Frankreich: Esist heute klar, daß die Schlacht bei La Bassee eine bedeutende Offensive ist, und daß sich die deutsche Heeresleitung entschlossen hat, die ganze Wucht ihrer Armeen gegen uns los zu lassen. Sie ist entschlossen, unlsere Streitkvästej an der Nordfront zu zerschmettern, anstatt ihre Kräfte durch Angriff gegen die sranTiie Schlacht bei Airmentieres. zösischs Front zu zersplittern. 'Berlin, 11. April. Im Laufe be§ 10. April wurde bei fortschreitendem. Angriff der Südrand vgn Armentieres errckkcht pttö der Uebergang ‘über die Lys bei Erquinghem er­ zwungen. Nördlich von Armentieres wurde das Torf Plvesteert im Sturme genommen. Von der 40. und 50. engst Division, die be­ reits in der großen Schlacht beiderseits der Somme geblutet hatten, wurden Gefangene ein­ gebracht. Weitere Gefangene stammen von der 34., 57., 14, 21., 29. und 51. Division. Die beiden letzteren waren aus Flandern eilig ab­ transportiert und ebenfalls in abgekämpftem Zustande zum zwertenmale eingesetzt. Feind, der an einzelnen Stellen außerordent­ lich hartnäckigen Widerstand leistete» erlitt schwerste blutige Verluste. Tank der ausge­ zeichneten deutschen Artillerievorbereitung und der völligen Ueberraschung des Feindes so­ wohl nördlich wie südlich Armentierös blieben die deutschen Verluste gering. Gegen ElemmceaH. i Ber lin, 11. April. Ein Lyoner Blatt veröffentlicht die erste Mitgliederliste der neu­ en "Eoalition republicaine", die den Sturz des Kabinetts erstrebt. , Tie Eoalition bildet Ausschüsse in allen Departements und die An­ deutungen der Presse lassen auf baldige heftige Kämpfe gegen Elemenceau schließen. . ll, Sitzung des StndlwGstML Lands-nt Vorsitzender: Oberbürgermeister Hofral M arschal l. Samstag, den 5. April 1918. V e rsch iedene Dankschreiben für Bewilligungen etc. wurden bekanntgegeben. Eine Reihe von Beschlüssen des magistratischen Verwaltungsirmitwurde zu­ stimmend erledigt, von denen der vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeindekollegiums ge­ nehmigte Abschluß von Unfall- und Kautions­ versicherungen öffentliches Interesse. haben dürste. • i Einen Stadel mit Stallung will die Hausbesitzerin Therese Gaßner, Exerzierplatz­ straße 12, erbauen. Wird genehmigt. Eine baiyi che Aenderung an dem Wohnhause Bismarckplatz 6 des Herrn Waschan­ staltsbesitzers Geier wird genehmigt. ────────── Stic Engländer in der Enge. Berlin, 11. April. Der englische Be­ richterstatter Gibbs meldet aus Frankreich: Esist heute klar, daß die Schlacht bei La Bassee eine bedeutende Offensive ist, und daß sich die deutsche Heeresleitung entschlossen hat, die ganze Wucht ihrer Armeen gegen uns los zu lassen. Sie ist entschlossen, unlsere Streitkvästej an der Nordfront zu zerschmettern, anstatt ihre Kräfte durch Angriff gegen die sranTiie Schlacht bei Airmentieres. zösischs Front zu zersplittern. 'Berlin, 11. April. Im Laufe be§ 10. April wurde bei fortschreitendem. Angriff der Südrand vgn Armentieres errckkcht pttö der Uebergang ‘über die Lys bei Erquinghem er­ zwungen. Nördlich von Armentieres wurde das Torf Plvesteert im Sturme genommen. Von der 40. und 50. engst Division, die be­ reits in der großen Schlacht beiderseits der Somme geblutet hatten, wurden Gefangene ein­ gebracht. Weitere Gefangene stammen von der 34., 57., 14, 21., 29. und 51. Division. Die beiden letzteren waren aus Flandern eilig ab­ transportiert und ebenfalls in abgekämpftem Zustande zum zwertenmale eingesetzt. Feind, der an einzelnen Stellen außerordent­ lich hartnäckigen Widerstand leistete» erlitt schwerste blutige Verluste. Tank der ausge­ zeichneten deutschen Artillerievorbereitung und der völligen Ueberraschung des Feindes so­ wohl nördlich wie südlich Armentierös blieben die deutschen Verluste gering. Gegen ElemmceaH. i Ber lin, 11. April. Ein Lyoner Blatt veröffentlicht die erste Mitgliederliste der neu­ en "Eoalition republicaine", die den Sturz des Kabinetts erstrebt. , Tie Eoalition bildet Ausschüsse in allen Departements und die An­ deutungen der Presse lassen auf baldige heftige Kämpfe gegen Elemenceau schließen. . ll, Sitzung des StndlwGstML Lands-nt Vorsitzender: Oberbürgermeister Hofral M arschal l. Samstag, den 5. April 1918. V e rsch iedene Dankschreiben für Bewilligungen etc. wurden bekanntgegeben. Eine Reihe von Beschlüssen des magistratischen Verwaltungsirmitwurde zu­ stimmend erledigt, von denen der vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeindekollegiums ge­ nehmigte Abschluß von Unfall- und Kautions­ versicherungen öffentliches Interesse. haben dürste. • i Einen Stadel mit Stallung will die Hausbesitzerin Therese Gaßner, Exerzierplatz­ straße 12, erbauen. Wird genehmigt. Eine baiyi che Aenderung an dem Wohnhause Bismarckplatz 6 des Herrn Waschan­ staltsbesitzers Geier wird genehmigt. Stic Engländer in der Enge. Berlin, 11. April. Der englische Be­ richterstatter Gibbs meldet aus Frankreich: Esist heute klar, daß die Schlacht bei La Bassee eine bedeutende Offensive ist, und daß sich die deutsche Heeresleitung entschlossen hat, die ganze Wucht ihrer Armeen gegen uns los zu lassen. Sie ist entschlossen, unlsere Streitkvästej an der Nordfront zu zerschmettern, anstatt ihre Kräfte durch Angriff gegen die sranTiie Schlacht bei Airmentieres. zösischs Front zu zersplittern. 'Berlin, 11. April. Im Laufe be§ 10. April wurde bei fortschreitendem. Angriff der Südrand vgn Armentieres errckkcht pttö der Uebergang ‘über die Lys bei Erquinghem er­ zwungen. Nördlich von Armentieres wurde das Torf Plvesteert im Sturme genommen. Von der 40. und 50. engst Division, die be­ reits in der großen Schlacht beiderseits der Somme geblutet hatten, wurden Gefangene ein­ gebracht. Weitere Gefangene stammen von der 34., 57., 14, 21., 29. und 51. Division. Die beiden letzteren waren aus Flandern eilig ab­ transportiert und ebenfalls in abgekämpftem Zustande zum zwertenmale eingesetzt. Feind, der an einzelnen Stellen außerordent­ lich hartnäckigen Widerstand leistete» erlitt schwerste blutige Verluste. Tank der ausge­ zeichneten deutschen Artillerievorbereitung und der völligen Ueberraschung des Feindes so­ wohl nördlich wie südlich Armentierös blieben die deutschen Verluste gering. Gegen ElemmceaH. i Ber lin, 11. April. Ein Lyoner Blatt veröffentlicht die erste Mitgliederliste der neu­ en "Eoalition republicaine", die den Sturz des Kabinetts erstrebt. , Tie Eoalition bildet Ausschüsse in allen Departements und die An­ deutungen der Presse lassen auf baldige heftige Kämpfe gegen Elemenceau schließen. . ll, Sitzung des StndlwGstML Lands-nt Vorsitzender: Oberbürgermeister Hofral M arschal l. Samstag, den 5. April 1918. V e rsch iedene Dankschreiben für Bewilligungen etc. wurden bekanntgegeben. Eine Reihe von Beschlüssen des magistratischen Verwaltungsirmitwurde zu­ stimmend erledigt, von denen der vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeindekollegiums ge­ nehmigte Abschluß von Unfall- und Kautions­ versicherungen öffentliches Interesse. haben dürste. • i Einen Stadel mit Stallung will die Hausbesitzerin Therese Gaßner, Exerzierplatz­ straße 12, erbauen. Wird genehmigt. Eine baiyi che Aenderung an dem Wohnhause Bismarckplatz 6 des Herrn Waschan­ staltsbesitzers Geier wird genehmigt. Kre di tüberschreitungen werden \ genehmigt bei Unterhalt der Anlagen UndWege, I städt. Freibad, Einwohneramt, Arbeitsamt, der I Stadtwage, der Eichanstalt, dein Standesamt, 1 den Bade- und Schwimmanstalten und dem I Stadts Uhrwerk. .jie Ueber tr a g u n.g von Krediten beim Stadtbauamt wird gutgeheißen. Ein Nebengebäude des Frühlings­ gartens will die Brauerei Wittmann für Wohn­ zwecke umbauen. Wird untere Auslagen geneh­ migt. ' : De,r Berka ns des Teeranfalles der städt. Gassabrik wird gutgeheißen. Für die Lustbenteausstellung Hat aus Anregung des BezirksverbandesBayern der Elektrizitätswerke auch das hiesige Elektri-, zitätswerk 50 Mark genehmigt. ────────── —* Gesunden wurde gestern ein grö­ ßerer Geldbetrag, 'für den sich? bisher ein Ver­ lierer nicht gemeldet hat. 1 —* Auf den anfahrenden Zug nach Neumarkt wollte gestern im hiesigen Bahnhöfe eine Frau aufspringen. Sie wurde vom Zuge erfaßt und zu Boden geschleudert, kam aber glücklicherweise neben das Gleis zu liegen, so daß 'der Zug über sie hinwegging, ohne ihr besonderen Schaden zuzufügen. Sie kam mit einigen Hautabschürfungen davon. —* Nette Juge nd. Ein lljähriger Fabrikarbeitessohn von Ergoldsbach wurde ge­ stern hier festgenommen. Tier hoffnungsvolle Zunge hatte im Friedhofe Gräber beschädigt^, Strahenbäume durch Anschneiden verletzt und einen Diebstahl verübt, worauf er flüchtig ging' —* Ein Fliegergruß wurde in einem Garten an der Staudenrausstrgße verspätet pusgefNnden. Er ist vom 10. Mürz 1918 datiert ,mtb lautet: Dien lieben Landshutern freund­ lichen Gruß aus der Höhe von Fliegerleutnant Martin Sturm. —* Sta n dmusik. Die Kapelle des ßrf? 2. Jnf. —* Entlassung der ältesten Landsturmjahrgänge. Dias Verordnungsblatt des K. Bayer. Kriegsministeriums meldet, Tie int Jahre 1869 geborenen, auf Grund der Landsturmaufruse zu den Fahnen einberusenenLandsturmleute sind spätestens am 30. April zu ent­ lassen, sofern sie nicht freiwillig im Tienst bleiben wollen. Dementsprechend ist von der Einberufung solcher Leute in Zukunft abzu­ sehen. —* Hunde on die Front! Bei den ungeheuren Kämpfen an der Westfront haben die Hunde durch stärkstes Trommelfeuer die Meldungen aus vorderster Linie in die rück­ wärtige Stellung gebracht. Hunderten unse­ rer Soldaten ist durch Abnahme des Meldegan­ ges durch die Meldehunde das Leben erhalten worden. Militärisch, wichtige Meldungen sind durch die Hunde xed^tgeitig, an Die richtige Stelle gelangt. Obwohl der Nutzen der Melde­ hunde im ganzen Lande bekannt ist, gibt es noch immer Besitzer pon kriegsbrauchbaren Hun­ den, welchv sich nicht entschließen können, ihr Tier der Armee und dem Vaterlande zu leihen! Es eignen sich der deutsche Schäferhund, Tvbertttattn, Airedale-Terrier und Rottweiler, auch Kreuzutzgen aus diesen Rassen, die schnell, ge­ sund, mindestens 1 Jahr alt und von über 50 Zentimeter Schulterhöhe sind, ferner Leonber­ ger, Neufundländer, Bernhardiner und.Dog­ gen. Tie Hunde werden von Fachdresseuren in Hundeschulen ausgebildet und im Erlebens­ fälle nach dem Kriege an ihre Besitzer zurück­ gegeben. Sie erhalten die denkbar sorgsamste Pflege. Sie müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. An alle Besitzer der vorge­ nannten Hunderassen ergeht daher nochmals die dringende Bitte: Stellt Eure Hunde in den Menst des Vaterlandes! Die Anmeldungen für die Kriegs-Hunde-Schule und Meldehund­ schulen sind zu richten an die Inspektion der Nachrichtentruppen, Berlin W., Kurfürsten dämm 152, Abt. Meldehunde. ────────── Stimmen aus dem Publikum. (Die Redaktion übernimmt fu* Einsendungen unter dies« Rubrik betn Publikum gegenüber keine Shrantroottitog.) Zur Stadtbanratssrage wird uns noch geschrieben: Auch wir sind der Anschauung, daß der städtische Baurat "eigentlich von beiden Din­ gen etwas verstehen muß". Im Gegensatz zum Artikelschreiber in der gestrigen Nummer des "Kurier" glauben wir aber, daß für die offene Stelle eines Stadt­ baurates nur ein Ingenieur und kein Architekt in Betracht kommen kann. Tenn Kasernenbauten, soweit solche noch notwendig find, werden von den 'Militärbehörden pro jektiert und ausgeführt; für die Stadjerweiter-' ung hat ein auswärtiger Architekt mit Namen bereits einen Plan angefertigt, der aber nichts taugt, weil bei der Festsetzung der Baulinien, Strahenzüge de. die hiesigen Hochwasferver-, hältnisse nicht berücksichtigt worden sind; bei einem Gaswerkneubau ist die Beiziehung eines. Truck u. Verlag I. F. Rietsch. Verantwortlicher Bdriftletter F. £. Wagner. Beide in Landshut. Spezialisten nicht zu umgehen, wenn der Bau mit den Errungenschaften der Neuzeit ausge­ stattet werden soll usw. Dagegen hat ein Tiefbauingenieur hier viele und dankbare Aufgaben zu lösen, die ein Architekt infolge seiner einseitigen Ausbildung nicht lösen kann. AIs solche sind zu nennen: die Wiederinstandsetzung etc. unserer Straßen und Trottoire, die Tteferlegung der Hochwas-, sermulden, die Verlängerung der südlichen Eisenbahnflutmulde aufwärts bis zur Isar, die Erweiterung der städt. Kanalisation und Wasserleitung, die Anlage einer Kraftzentrale innerhalb des Stadtbereiches. Wer sich noch näher über die wichtigen ingenieurtechnischwassertechnischen Aufgaben eines Stadtbaurlates informieren will, der studiere die städt. Aimtsakten: 1. Verlegung des Bahnhofes (1870 bis 1880) und 2. Einleitung der Pfettrachhoch Wasser in die beiden Bahnhofflutmulden. Die Lösung aller dieser Aufgaben kann nur durch einen Ingenieur und nicht durch einen Ar­ chitekten erfolgen. Walther Rathenau sagt in seiner erst kürz­ lich erschienenen Broschüre: "Tie neue Wirt­ schaft" ganz richtig (Seite 67): "Tie Zeit der Rathauspaläste, der Schlachthlausburgen, der Abdeckerei-Idylle Und der Gasanstalt-Feen­ schlösser ist vorüber; vielleicht besinnt sich auch unsere Architektur, d,ie an Zügellosigkeit und Wettbewerbsphantasttk verenden Wollte, indem sie wieder an ein 'Gesetz gebunden wird, das Gesetz der Sparsamkeit." AUch für die Stadtvertretung hat dieses Gesetz zu gelten, sie hat daher gewissenhaft zu prüfen, ob die Ausstellung eines Architekten als Stadtbaurat ein Luxus ist oder nicht. ────────── ßemeimn etwas größer sind als die zur Zeit im Verkehr stehenden Marken. Als Marenbilder wurden gewählt: Friedensgöttin, Frie­ denstaube^ ^appensäule mit Schwert und Kranz, Löwe mit Rautenwimpel und FriedensgAtin mit einem Löwen. Tie Zeichnung der Bilder ist scharf, die Farben sind warm und lebhaft. Tie Entwürfe stammen von den Künstlern Tasio, Diez, Hupp, Kaulhach und Rabowt. Der Bierpreis bleibt! Der Bayer. Gastwirteperband hat vor kurzer Zeit an die stellv. Generalkommandos die Bitte gerichtet, den Bierausschankpreis von 28 auf 32 Pfg. zu erhöhen, da die Notlage der Gastwirte eine bedeutende sei. Tvs Generalkommando hat dem Verbände nun mitgeteilt, daß es zurzeit nicht in der Lage sei, der Frage der Erhöhung des Bierpreises näher zu treten. Tie Ein­ nahmen der Wirte hätten ohnehin durch die Erhöhung der Bierlieferung eine Mehrung er­ halten. 'Außerdem müsse die Teuerung aller Lebensmittel in Betracht gezogen werden. Großer Wald brand' In der Waldabteilung Sinnberg bei Brückenau brach Feuer aus, das von Verwundeten nach längeren Bemüh­ ungen gelöscht werden konnte. Ter angerid)* tete Schaden wird auf über 20 000 Mark ge­ schätzt.