<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-04-15"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 103</biblScope>
          <date when="1918-04-15">1918-04-15</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg mit Italien. Italien scheint hinsichtlich der barbarischen Behandlung seiner Kriegsgefangenen nicht hin­ ter seinen Verbündeten Frankreich und Eng­ land zurückbleiben zu wollen. , ■ Italienische Mahnungen an die Westmächte. In politischen Kreisen Roms sieh! man in dem Brief des Kaisers Karl insbesondere einen Versuch, in die Entente eines Keil zu treiben. Ter "Carriere della Sera" mahnt die Alliierten in Paris und London, der Donaumonarchie endlich jede Illusion zu neh­ men üjöer die Möglichkeit, den Alliierten einen "deutschen Frieden" abzuzwingen. Ans ÄSsib. Ttzutsch-rufsischer Handel. Tiie Petersburger Handelshäuser erhielten den Befehl der bolschewistischen Regierung, den Handelsverkehr mit dem bisher feindlichen Auslande unverzüglich wieder aufzunehmen. Schiffsverkehr mit Riga und anderen deutschen Häsen soll anfangs Mai aufgenommen wer­ den. Finnlands Freiheitskampf. Tvntfche Flottenstreitkyäfte in Hclfingfors. WTB. Berlin, den 13. QlptiC. Amtlich. Ter die Hilssunternehmung der Armee nach Finnland unterstützende Teil Unserer Seestreit­ kräfte ist am 12. ds. nachmittags in den Hafen von Helstngfors eingelaufen und vor der Stadt vor Anekr gegangen. Nach Meldungen aus Rotterdam sind ins­ gesamt 250 russische Schisse, darunter Linien­ schisse, Kreuzer und Transportschiffe, von Helsingsors nach Kronstadt abgefahren. Das erste Geschwader hat Kronstadt bereits erreicht. Tiie Kämpfe in Finnland. Nach einem Telegramm aus Wasa tan "Tagens Nhheter" tobt augenblicklich bei LempääV, südlich von Tamrnersfvrs, ein heftiger Kampf zwischen der Roten und Weißen Garde, die bei­ de in einer Stärke v on ungefähr 7000 Mann einander gegenüberstehen. Nach dem "Svenska Tagbladet" soll die Umzingelung der Roten Gardisten bereits gelungen sein, sodaß Gerüchte entstanden sind, sie wollten um Frieden bitten. Laut "'Stockholms Tidningen" ist der finnische Senat nach Tammersfors gegangen, um die Befreiung der Stadt zu feiern. Aus der Ukraine. Tier Schiffsverkehr mit der Ukraine. WTB. Wien, 14. Apriv. Ans dem Kriegspresiequartier wird gemeldet: Tie Flottillenabtrllung Wulfs, bestehend aus vier Mo? Die österreichische Offensive. "Taily Telegraph" berichtet aus Mailand: Tie österreichische Absicht einer großen Offen­ sive gegen die italienische Front ist, nicht mehr zweifelhaft. Las Wetter in den Alpen ver­ hindert ein sofortiges Vorgehen. Tie Kon­ zentration von Truppen und Material, die vor drei Monaten begonnen hatte, hat ihr Maximum erreicht. Aus Wien wird berichtet: Tier Kronrat, der in dieser Woche zusammentritt, wird ohne Zweifel über den Beginn der Offensive ent­ scheiden. Tie "Jtalia" meldet aus Paris: Ter mili­ tärische Kriegsrat in Versailles hat Verstär­ kungen für die italienische Front beschlossen.. Tie Verstärkungen werden den in französi-! schen Häsen angekommenen amerikanischen Te, tachements entnommen und durch erprobte Ko­ lonialtruppen der Eütente verstärkt werden. Zusammentritt des italienischen Par­ laments. Wie die westschweizerische Tepeschen-Agentur aus Mailand vernimmt ,ist die italieni­ sche Kammer zum 18. April einberufen worden. Gleichzeitig wird der Senat zusammentreten. Wie der römische Korrespondent der Stampa vermutet, wird die Regierung Erklärungen zur äußeren Lage und zur Verproviantierungsfrage abgeben. Tiie Kriegsgefangene« in Italien. Ter in dem italienischen Gefangenenlager Avezzano internierte Gefreite H. schreibt über die dortige Behandlung: "Kriegsgefangene, die beim Wecken nicht sofort aufstehen, werben mit 15 Tagen Arrest bei Wasser und Brot bestraft. In gleicher Weise toerben Leute, die sich krank fühlen, aber vom Arzt nicht krank geschrieben werden, eingesperrt. Beim täglichen Appell müssen die Leute unnötig lange Zeit im Regen und Schnee stehen, ohne Rücksicht darauf, daß viele von ihnen nur mangelhaft bekleidet find. Klei­ dung und Mäntel werden nicht geliefert. Tie Verteilung der Lebensmittel geht nicht ord­ nungsgemäß vor sich, so daß die Gefangenen oft die ihnen zustehende Ration nicht erhalten?"</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Finnlands Freiheitskampf. Tvntfche Flottenstreitkyäfte in Hclfingfors. WTB. Berlin, den 13. QlptiC. Amtlich. Ter die Hilssunternehmung der Armee nach Finnland unterstützende Teil Unserer Seestreit­ kräfte ist am 12. ds. nachmittags in den Hafen von Helstngfors eingelaufen und vor der Stadt vor Anekr gegangen. Nach Meldungen aus Rotterdam sind ins­ gesamt 250 russische Schisse, darunter Linien­ schisse, Kreuzer und Transportschiffe, von Helsingsors nach Kronstadt abgefahren. Das erste Geschwader hat Kronstadt bereits erreicht. Tiie Kämpfe in Finnland. Nach einem Telegramm aus Wasa tan "Tagens Nhheter" tobt augenblicklich bei LempääV, südlich von Tamrnersfvrs, ein heftiger Kampf zwischen der Roten und Weißen Garde, die bei­ de in einer Stärke v on ungefähr 7000 Mann einander gegenüberstehen. Nach dem "Svenska Tagbladet" soll die Umzingelung der Roten Gardisten bereits gelungen sein, sodaß Gerüchte entstanden sind, sie wollten um Frieden bitten. Laut "'Stockholms Tidningen" ist der finnische Senat nach Tammersfors gegangen, um die Befreiung der Stadt zu feiern. Aus der Ukraine. Tier Schiffsverkehr mit der Ukraine. WTB. Wien, 14. Apriv. Ans dem Kriegspresiequartier wird gemeldet: Tie Flottillenabtrllung Wulfs, bestehend aus vier Mo?</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>nitoren, zwei Patrouillenbooten und zwei Tmn!psern, ist am 12. April nachmittags in Odessa eingelaufen. Tie genannten Einheiten sind bestimmt, als Repräsentanten der Flotten der Mittelmächte im Hasen von Odessa und in den angrenzenden Stromgebieten an der Ausrechterhaltung eines geregelten Schiffsverkehrs mit züwirken. Am Mett, Bulgarische Unzufriedenheit über Beßarabien. Sofia, den 14. April. Tie Nachricht über die erfolgte Einverleibung Betzarabiens in Ru­ mänien ruft hier in allen Kreisen einen un­ günstigen Eindruck hervor. Tie Meinung der maßgebenden Kreise geht dahin, daß sich weder Das ivBetzarbien stark vertretene russische Ele­ ment noch besonders das über 2ÖOO0O Köpfen zählende bulgarische gutwillig dem drückenden rumänischen Joch beugen werden. Wien, den 13. April. Wie von maßge­ bender Seite mitgeteilt' wird, kann die ru­ mänische Proklamation wegen der Einverleib­ ung Betzarabiens noch nicht als endgiltiges Faktum angesehen werden, da in Gemäßheit des Abkommens Rumäniens mit den Zentral­ mächten die Lösung dieser Frage von der Hal­ tung Rumäniens gegenüber den Zentralmäch­ ten abhängig gemacht wird. Eine Offensive in Mazedonien. Schweizerischen Blättern zusolge besürchten maßgebende französische Militärkreise den Beginn einer Offensive an der mazedonischen Front. Tie französischen Blätter bringen Nach­ richten, wonach der Feind in dieser Kampfzone erhebliche Verstärkungen erhalten habe.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg mit England. Britische Furcht vor Flottenäktioneu. "Tmlh News" erklären, es lagen Abzei­ chen vor, die Anlatz geben, mit der Möglichkeit zu rechnen, datz "Teutschland in Verbindung mit der Offensive zu Lande eine grotze U-BootOssensive gegen die englischen Kanalverbin-, düngen nach Frankreich oder sogar gegen Eng­ land selbst plane. England in Not. Eine der ersten Matznahvren, die in Eng­ land unter dem Eindruck der Ereignisse an der Westfront getroffen wurden, war die Oesfnung der Kirchen, auch der berühmten WestminsterAbtei, für einige Stunden des Tages, eine Maßnahme, die nur in Zeiten schwerer nationa­ ler Not getrossen wird. Tse Kirchen sind wäh­ rend der Gvttesdienststunden voll von Betern. Tie Bischöfe und Geistlichen - so die Bischöfe von Birmingham, Herford und Manchester, so­ wie der bekannte Jesuiten-Schriststeller Bau- ghan — veröffentlichen in den Zeitungen kurze I religiöse Artikel, die dem Volk Trost und Mtt § in seiner Not bringen sollen. Me Kämpfe in, Kanada. 1 Be rlin, 13. April. Tie Unruhen in Ouebeck in Kanada dauern an. Tie fvanzösis sche Bevölkerung widersetzt sich den Rekruten-aushebungen. Bis jetzt werden etwa ein Du­ tzend Tote und eine große Anzahl Verwundete gemeldet. Tie Zwistigkeiten in Kanada wach­ sen, wie der "Voss. Ztg." aus Bern gemeldet wird, immer mehr zu einem nationalen Kamps zwischen englischen und französischen Teilen der Bevölkerung an.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Amerika. Amerikas militärische Ohnmacht. Theordor Roosevelt hat unterm 20/ Ja­ nuar im "Cansas Cith Star" eine Kritik Wil­ sons int Hinblick auf den Weltkrieg veröffent­ licht. Tie "Teutsche Ztg." bringt daraus einen Auszug, aus dem die amerikanische Ohnmacht deutlich hervorgeht. Roosevelt erklärte u. a.: Tie Vereinigten Staaten sind heute militärisch völlig unfähig und wirtschaftlich ganz außer Ordnung gekommen. Es herrscht Kohlenman­ gel, Verkehrsstörungen aller Abt machen sich breit; besonders verhängnisvoll aber ist die unglaubliche Schließung von industriellen Ab­ lagen, während deren Erzeugung aufs höchste gesteigert werden sollte. Tie Geschäftswelt ist voll Mißtrauen. Nie wieder darf Amerika so trostlos dastehen wje gerade jetzt. 'Amerikanischer Kriegsarbeitsrat. Reuter meldet aus Washington: Präsident Wilson richtete einen nationalen Kriegsar­ bertsrat ein, an dessen Spitze der von den Arbeitgebern gewählte Expräsident Tast, und als Vertreter der Arbeiter Frank C. Waalfh stehen. ' 1</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Günstiger Fortgang der Schlacht an der Lys. Nienwekerke, Merris und Bieux-Berquin genommen. Erfolgreicher Vorstoß gegen Amerikaner bei Mihiel. — In 2 Tagen 37 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone abgeschossen. — Luftschiffangriff auf Mittelengland. Fortsetzung der Beschießung von Paris. Gras Czernin zurückgetreten</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Gens wird berichtet: Tie englischen Verluste bei Armeptieres und Bethune über­ steigen nach ergänzenden Mitteilungen selbst die pessimistischsten Voraussagen. Ueber die wahrscheinlichen Ruckzugswege Haigs sind die Meinungen sehr verschieden. Als mögliche Stützpunkte für die Haigschen Re­ serven gelten Hazebrouk und St. Omer. Tvr "TemPs" erklärt: Die Lage an der englischen Front ist kritisch und bedroht auch französische Frontstellen. Nur der schleunige Einsatz von mindestens 1.5 Millionen Mann neuer Truppen könne den Ansturm zurückwer­ fen und den Alliierten wieder den Besitz der alten Frontlinie bringen. &gt; Arras in Trümmern. Pariser Blättern zufolge wird Arras seit LI. März ununterbrochen beschossen. Tier an­ gerichtete Schaden ist unübersehbar; die Stadt bildet nur noch einen riesenhaften Trümmer­ haufen. Elementen»» als Wischer. WTB. Wien, den 13. April. Amtlich wird gemeldet: Tier von dem französischen Ministerpräsidium in dem Communique vom 12. ds. veröffentlichte Brief S. K. u. K. Apost. Majestät ist verfälscht. Vor allem sei erklärt, daß unter der "im Rang weit über dem Minister des Aeußern ste­ henden Persönlichkeit", welche, wie in der amt­ lichen Verlautbarung vom 7. April zugegeben wurde, int Frühjahr 1917. Friedensbemühun­ gen unternommen hat, nicht Se. K. u. «K.Apost. Majestät, sondern Prinz Sixtus von Bourbon verstanden werden mutzte und verstanden wur­ de, da Prinz Sixtus im Frühjahr &gt;1917 mit der Herbeiführung einer Annäherung der krieg­ führenden Staaten befaßt war. Zu dem von Clemenceau veröffentlichten Brieftext etzklärt das k. und k. Ministerium des Aeutzern über Allerhöchsten Befehl, daß S. K. tu. K. Apost. Majestät seinem Schwager, dem -Prinzen Sixtus von Bourbon, im Früh­ jahr 1917 einen rein persönlichen Prsivatbrief geschrieben hat, der keinen Auftrag an den Prinzen enthielt, eine Vermittlung beim .Präsidenten der französischen Republik oder sonstwie einzuleiten und die ihm gemachten Mitteilungen weiterzugeben, sowie Gegener­ klärungen zu veranlassen und entgegenzünehtnen. Tiieser Brief erwähnte die belgischeFrage überhaupt nicht und enthielt bezüglich ElsatzLothringens die folgende Stelle: "Ich hätte meinen ganzen persönlichen Einfluß zugunsten der französischen Rückforderungsansprüche be­ züglich Elsatz-Lothringens eingesetzt, wenn dieAnsprüche gerecht wären; sie sind es "jedoch nicht." ' Von dem int Communique des französi­ schen Ministerpräsidiums vom 8. ds. erwähn­ ten zweiten Brief des Kaisers, in dem S.'K. uc\f?. Apost. Majestät erklärt haben soll, daß etf^.mit seinem Minister einig sei", erwähnt das fran­ zösische Communique bezeichnenderweise nichts. Calais — die Entscheidung des Weltschicksals. "Es ist keine Illusion mehr möglich," so schreibt Hannotaux im "Figaro", "das Welt­ schicksal, Amerika und Japan einbegriffen, wird in Calais besiegelt."</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Rußland. Ttzutsch-rufsischer Handel. Tiie Petersburger Handelshäuser erhielten den Befehl der bolschewistischen Regierung, den Handelsverkehr mit dem bisher feindlichen Auslande unverzüglich wieder aufzunehmen. Schiffsverkehr mit Riga und anderen deutschen Häsen soll anfangs Mai aufgenommen wer­ den. Finnlands Freiheitskampf. Tvntfche Flottenstreitkyäfte in Hclfingfors. WTB. Berlin, den 13. QlptiC. Amtlich. Ter die Hilssunternehmung der Armee nach Finnland unterstützende Teil Unserer Seestreit­ kräfte ist am 12. ds. nachmittags in den Hafen von Helstngfors eingelaufen und vor der Stadt vor Anekr gegangen. Nach Meldungen aus Rotterdam sind ins­ gesamt 250 russische Schisse, darunter Linien­ schisse, Kreuzer und Transportschiffe, von Helsingsors nach Kronstadt abgefahren. Das erste Geschwader hat Kronstadt bereits erreicht. Tiie Kämpfe in Finnland. Nach einem Telegramm aus Wasa tan "Tagens Nhheter" tobt augenblicklich bei LempääV, südlich von Tamrnersfvrs, ein heftiger Kampf zwischen der Roten und Weißen Garde, die bei­ de in einer Stärke v on ungefähr 7000 Mann einander gegenüberstehen. Nach dem "Svenska Tagbladet" soll die Umzingelung der Roten Gardisten bereits gelungen sein, sodaß Gerüchte entstanden sind, sie wollten um Frieden bitten. Laut "'Stockholms Tidningen" ist der finnische Senat nach Tammersfors gegangen, um die Befreiung der Stadt zu feiern. Aus der Ukraine. Tier Schiffsverkehr mit der Ukraine. WTB. Wien, 14. Apriv. Ans dem Kriegspresiequartier wird gemeldet: Tie Flottillenabtrllung Wulfs, bestehend aus vier Mo?</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus neutralen Ländern. Ein festgehaltener Geleitzng. Wie "Nieuws jo an den Täg" meldet, darf ein in Hoek van Holland liegender englischer Geleitzug nicht aussahren.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Luftkrieg. TIeutjcher Fliegerangriff ans die Um­ gebung von Paris. Paris, den 13. April. (Amtliche HaoasMeldung.) Teutsche Flugzeuge überflogen in südlicher Richtung unsere Linien. Zwei ver­ mochten die Gegend von Paris zu erreichen und einige Bomben abzuwerfen. Tie Zahl der Opfdr ist noch nicht ermittelt.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Lchlcppverkehr nach Bulgarien und Ru­ mänien. Ter Bayerische Lloyd, Schissahrts-' AM., Regensburg, gibt bekannt, daß in den Stationen Regensburg, .Passau und Wien Frachtgüter (mit Ausnahme von Salz) bei Auf­ gaben in Mengen von mindestens 5000 Kilo­ gramm pro. Frachtbrief zur Beförderung nach den bulgarischen Tonauhäfen Loch, S,stow und Rustschuk und den rumänischen Tvnauhäfen Turnn Severin, Giurgiu und Brailg vom 15. April 1918 an bis aus weiteres angenommen werden. Wegen der Frachtsätze und der Verf frachtungsbedingungen, sowie über die Moda­ litäten, die bei Beförderung von Gütern, in ganzen Schleppladungen (solche auch nach ande­ ren als den vorbezeichneten Stationen) in Bei­ tracht kommen, erteilt die Direktion des» Bayer. Lloyd bereitwilligst Auskunft. ; \ Schwere Erkrankung des Herzogs von An­ halt. Tvs Befinden des Herzogs Friedrich von Anhalt, der seit Monaten an einem schwe­ ren Mageni- und Herzleiden erkrankt ist, hat sich, wie der "Voss. Ztg." aus Köthen gemeldet wird, seit einigen Tagen erheblich verschlechstert. T ie KriegsteuerungöMlagen im Reiche und in Preußen an die Beamten wurden mit Wir­ kung vom 1. .April c. erhöht!. Gleichzeitig sind die Erlasse an die einzelnen Ressorts bereits ergangen. Soweit die Auszahlung, der erhöh­ ten Teuerungszulagen in einzelnen Fällen noch nicht erfolgt sein sollte, dürste sie in aller­ nächster Zeit zu erwarten sein. Anerische RnihriAen. König Ludwig und die Kriegsanleihe. Kö­ nig Ludwig weilte am Samstag bei dem Turnersandsturmregiment. Tier König kam bet einer dort gehaltenen Rede auch auf dieKriegsanleihe zu sprechen und führte hierbei aus: » "Ich zweifle nicht daran, datz die Kriegsanleihe ein glänzendes Resultat erzielen wird. Im Gegensatz zu früheren Kriegsanleihen, zu deren Zeiten wir viel schwerere Kämpfe zu bestehen hatten, geht die gegenwärtige Kriegsanleihe unter sehr günstigen militärischen Aussichten vor sich. Ich brauche die Kriegsanleihe nicht zu empfehlen, sie ist eine gute Kapitalsanlage. Vor allem ist es eine Pflichterfüllung, datz, wie unsere Kämpfer draußen vor dem Feinde, vor allem wir in der Heimat alles tun, um durch den Erfolg der Kriegsanleihe dazu M ver­ helfen, daß wir in nicht allzu ferner Zeit den Frieden haben werden." Ueber das Schicksal der Reichsratskammerresorm erfährt die "M. A. Ly ": Aus Reichsratskreisen verlautet, daß die Reichsratskammerresorm erst im kommenden Winter durch das Parlament erledigt werden dürfte. Wohl sei der Gesetzentwurf im Ministerium des Innern ten. Und noch immer wollte das graue Ge: spenst nicht weichen, das alles in undurch­ dringliche Nacht hüllte. In qualvoller Unruhe und Pein, hier zur Untätigkeit verdammt zu sein, ohne helfen zu können, verharrte Graf Reimar an Undines Seite. . ( Er fühlte das Haupt seines Weibes an seiner Brust. Sein Herz hämmerte in wildem Takt, und er dachte wieder einen Augenblick: Jetzt kannst du sie küssen, die Widerspen­ stige, sie kann sich nicht wehren, und sie weih es nicht.- 1 t Unwillig wies er die versuchenden Gedan­ ken von sich. Tann aber lauschte er angestrengt durch die Nacht. Wurden nicht Stimmen laut? Klang es nicht wie ein lautes Rufen? Sein Herz begann noch stürmischer zu klo­ pfen. Nein, es war still ringsum. Er hatte sich wohl getäuscht. Undine richtete jäh den Kopf empor. Sein heißer Atem hatte sie ge­ streift. &gt; i Oorffetzung folgt.) . .</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>. fertiggestellt, aber es ist noch so umfangreiches - Material auszuarbeiten, daß die parlamentari­ sche Behandlung dieses wichtigen Gesetzentwur­ fes erst in der Nachsession möglich sein wird-' M Wfi 9Um ««Bootserfolge. WTB. Berlin, den 14. April. (Amtlich.) Unsere U-Boote vernichteten auf dem nörd-; lichen Kriegsschauplatz wieder -15 000 Tonnen feindlichen Handelsschiffsraum. • Ter Chef des Admiralstabes der Marine. 2er gefälschte Kaiserbries. Wien, 14. Aprils (Amtlich.) Tie letzten Ausführungen Clemenceaus ändern. nichts an der Wahrheit der bisherigen amtlichen Erklä­ rungen des k. u. 1 Ministers des Aeußern. Prinz Sixtus vpn Bourbon, dessen Sr. k. ti. t apostolischen Majestät bekannter Charakter eine Fälschung ausschließt, wird derselben ebenso wenig beschuldigt, wie irgend eine andere spe-, zielle Persönlichkeit, da vom k. u. k. Minister des Aeußern nicht festgestellt werden kann, wo die Unterschiebung des falschen Briefes erfolgt ist. Hiermit wird die Angelegenheit als be­ endet erWrt. Kaiser Karl an Kaiser Wilhelm. Wien, 14, April. So. k. u. k. apostolische. Majestät hat an den deutschen Kaiser folgende Depesche gesandt: Tie Anschuldigungen Herrn Clemenceaus gegen mich sind so niedrig, daß ich 'nicht geson­ nen bin, mit Frankreich über die Sache ferner zu diskrrtieren. Unsere weitere Antwort sind meine Kanonen im Westen. In treuer Freundschaft . . Karl. Graf Lzernins Demission. Wien, 14. April.' Ter Minister des Aeußern Gras Czernin hat Sr. Majestät seine Temission unterbreitet. Das Temissionsgesuch wurde angenommen und Graf Czernin vom Kaiser bis zur.Ernennung eines'Nachfolgers mit der Fortführung oer Geschäfte betraut. Ein deutsches N-Boot vor Monrovia. Amsterdam, 13. April. Nach einer Mitteilung des Washingtoner S^ackisdepartckments erschien ein deutsches Unterseeboot vom größten Typ am 10. April auf der Höhe von Monrovia (Liberia), beschoß die drahtlose Station und verursachte außerordentlichen Scha­ den; dann richtete es das Geschütz auf die Kabelstation.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Nebelfrau. Ich? Nein! Wie sollte ich? Nur der Ge­ danke, datz.ich unerfüllte Pflichten zurücklasse, könnte mir den'Tod schwer machen. Ich möchte auch noch nicht sterben. Heute war es mir, als überkäme mich plötzlich- ein schier unersättlicher Lebensdurst. 'Kannst Du das begreifen? Jahve lang sind, mir Leben und Tod höchst gleichgültig gewesen, und jetzt mit einem_ Mal dieser Lebenshunger. Ich weiß nicht, 'woher, es kommt, aber oft ekelt mir vor mir selbst. Undine antwortete nicht. Ihr Kopf sank immer tiefer aus die Brust. Seltsam schwer war es ihr, und Graf Reimar bemerkte mit Schrecken, datz sie sich nur noch mühsam auf­ recht hielt. Dä bettete der Graf sorglich das Haupt seines jungen Weihes an seine Schulter. Fester zog er den Mantel, der sie beide um­ hüllte, um den fiebernden Körper der jungen Frau. Schlafv, Undine, mahnte er, und es bar 5 , als klopfe eine leise, dringende Zärtlichkeit in seiner -Stimme. Schlafe doch. Und die Lider Undines sanken müde auf die weichen Wangen.' Stunde um Stunde verrann. Ter. Nebel zog sich fest in die Kleider, die von Nässe trief» ( Und noch immer wollte das graue Ge: spenst nicht weichen, das alles in undurch­ dringliche Nacht hüllte. In qualvoller Unruhe und Pein, hier zur Untätigkeit verdammt zu sein, ohne helfen zu können, verharrte Graf Reimar an Undines Seite. . ( Er fühlte das Haupt seines Weibes an seiner Brust. Sein Herz hämmerte in wildem Takt, und er dachte wieder einen Augenblick: Jetzt kannst du sie küssen, die Widerspen­ stige, sie kann sich nicht wehren, und sie weih es nicht.- 1 t Unwillig wies er die versuchenden Gedan­ ken von sich. Tann aber lauschte er angestrengt durch die Nacht. Wurden nicht Stimmen laut? Klang es nicht wie ein lautes Rufen? Sein Herz begann noch stürmischer zu klo­ pfen. Nein, es war still ringsum. Er hatte sich wohl getäuscht. Undine richtete jäh den Kopf empor. Sein heißer Atem hatte sie ge­ streift. &gt; i Oorffetzung folgt.) . . ’ t Roman von Anny Wvthe. 57} i (Nachdruck verboten.) i Zwischen ihnen lastete ein bedrückendes Schweigen, aber es war, als hörte einer den Herzschlag des anderen. Graf Reimar hielt mit seinem Arm Undine umfangen, um sie besser zu stützen. Einen Au­ genblick kam ihm der Gedanke: Dieses Weib ist dein, du brauchst sie nur an dich zu ziehen, und du kannst das süße, herbe Gesicht küssen, bis die feindlichen Augen : in Liebe erstrahlen, aber er rührte nicht den Arm. Er fühlte voll Besorgnis, wie Undines ganzer Körper bebte. Willst du nicht versuchen zu schlafen. Tu kannst es ruhig tun. Ich wache gut, sprach er endlich. I i l l • Nein, wir dürfen nicht schlafen. Wieder saßen sie eine Weile im Schweigen. Nur das Meer rauschte, als wäre es ganz nahe, als spülten die Wellen vor ihren Füßen. ■ Hast du Furcht vor dem Sterben, Undine? fragte Graf Reimar plötzlich leise.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. 9Um ««Bootserfolge. WTB. Berlin, den 14. April. (Amtlich.) Unsere U-Boote vernichteten auf dem nörd-; lichen Kriegsschauplatz wieder -15 000 Tonnen feindlichen Handelsschiffsraum. • Ter Chef des Admiralstabes der Marine. 2er gefälschte Kaiserbries. Wien, 14. Aprils (Amtlich.) Tie letzten Ausführungen Clemenceaus ändern. nichts an der Wahrheit der bisherigen amtlichen Erklä­ rungen des k. u. 1 Ministers des Aeußern. Prinz Sixtus vpn Bourbon, dessen Sr. k. ti. t apostolischen Majestät bekannter Charakter eine Fälschung ausschließt, wird derselben ebenso wenig beschuldigt, wie irgend eine andere spe-, zielle Persönlichkeit, da vom k. u. k. Minister des Aeußern nicht festgestellt werden kann, wo die Unterschiebung des falschen Briefes erfolgt ist. Hiermit wird die Angelegenheit als be­ endet erWrt. Kaiser Karl an Kaiser Wilhelm. Wien, 14, April. So. k. u. k. apostolische. Majestät hat an den deutschen Kaiser folgende Depesche gesandt: Tie Anschuldigungen Herrn Clemenceaus gegen mich sind so niedrig, daß ich 'nicht geson­ nen bin, mit Frankreich über die Sache ferner zu diskrrtieren. Unsere weitere Antwort sind meine Kanonen im Westen. In treuer Freundschaft . . Karl. Graf Lzernins Demission. Wien, 14. April.' Ter Minister des Aeußern Gras Czernin hat Sr. Majestät seine Temission unterbreitet. Das Temissionsgesuch wurde angenommen und Graf Czernin vom Kaiser bis zur.Ernennung eines'Nachfolgers mit der Fortführung oer Geschäfte betraut. Ein deutsches N-Boot vor Monrovia. Amsterdam, 13. April. Nach einer Mitteilung des Washingtoner S^ackisdepartckments erschien ein deutsches Unterseeboot vom größten Typ am 10. April auf der Höhe von Monrovia (Liberia), beschoß die drahtlose Station und verursachte außerordentlichen Scha­ den; dann richtete es das Geschütz auf die Kabelstation.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Kvmpagnieführer, bei einem Angriff im We­ sten dem Vaterland sein Leben hingab. Von den Brüdern der beiden Gefallenen sind noch '4 im Felde, ^ von denen der jüngste, Otto, sich in englischer Gefangenschaft besindet. Gertnan Botz war 1899 als Fahnenjunker in das IU. Regiment in Regensburg eingetreten. We­ gen Krankheit nahm er im Jahre 1905 seinen Abschied, trat dann in die Verwaltung der "Neuesten Nachrichten" ein, deren Aiufsichtsrat er seit Jahren angehörte. In einem Nachruf rühmt tl‘r genannte Verlag seine Arbeitsfreudigkeit, seinen Pflichteifer, sein ruhiges und sachliches Urteil. Tie hochbetagte Mutter des Gefallenen, die in München lebt, trauert um einen treuen Sohn. Eine Schwester lebt in Augsburg als Gattin des bekannten und ge­ suchten Arztes Tr. Thallmeher. Ter Vater ist vor einigen Jahren heimgegangen: Tie Stadt Landshut trauert mijt der Familie um einen der Ihren. R. Ji. P. —* Frachtgüterverkehr. Ab Mon­ tag den 15. April wird die am 31. (März ver­ fügte Frachtstück gut- und Frachtgutwagenla-Lungssperre auch, im Bezirk der Eisenbahndirektion Nürnberg und deren Uebergangsverkehr nach autzerbaherischen Stationen wieder aufgehoben. Es ist sonach! im rechtsrheinischen Bayern nur noch der Verkehr der Eisenbahndirektion Würzburg gesperrt. —* Das Hausschl achtungsverbot ist ab heute wieder aufgehoben. Gesuche sind an die Kommunalverbiände -einzureichen. Diese werden zwar, tote im Frühjahr und Sommer letzten Jahres die Gesuche genauestens dahin prüfen, ob wirklich ein Bedürfnis nach einer Hausschlachtung vorliegt, im übrigen aber den üblichen und notwendigen Hausschlachtungen, insbesondere zur Versorgung der' landarbeiten­ den Bevölkerung, keine Schwierigkeiten in den Weg legen. —* A n Fett erhalten wir für diese Woche 55 Gramm für den Ainteil und izwar Butter und Mragarine. —* Die Leben smittelmarken gelan­ gen heute zur Ausgabe. — * Zum Verkaufe des Anwesens Bis­ marckplatz 6 ist richtig zu stellen, daß, der Käufer nicht Herr Waschanstaltsbesitzer Geyer, sondern Herr Bahnhofskolporteur Geier ist. —* In den Krön Prinz-, Licht spie­ len gastiert zurzeit Henry -Porten in "Glaudi vom Geiserhos", ein packendes Lebensbild in 4 Akten, mit prächtigen Gebirgsaufnahmen, Die hochdramatische Handlung, welche im bah. Gebirge spielt, ist lebenswahr dargestellt, und die Trägerin der Titelrolle gibt in dieser ihr bestes Können. Zwei große Lichtspiele "Hoheit Radieschen" und "Verheiratete Junggesellen" rufen große Heiterekit hervor. — Infolge der Beschränkung des Kraftstrombezuges beginnen die Vorstellungen am Montag, Dienstag, Don­ nerstag und Freitag erst um halb 6 Uhr abends^ —* Im Weltkino wurden am Samstag die Vorstellungen durch die neue Gesch-äftsführung eröffnet mit dem ergreifenden Drama tn 4 Akten "Die nicht lieben dürfen" mit Rosa Porten in der Titelrolle. Zwei heitere Akte "Fräulein Leutnant" tragen auch dem Bedürf­ nis nach Humor Rechnung. —* Die Sommerzeit hat heute begoninen. Mag sie auch, vielfach Widerspruch fin­ den, für uns Städter bringt sie eine Reihe von Vorzügen, vor allem für jene, die in Bureaus, Kontoren oder Verkaufsräumen ihre Tagesl arbeit verrichten. Ihnen und auch jenen, die tagsüber in Werkstätten und Fabriken beschäf­ tigt sind, wird eine volle Tagesstunde zu der bei der angestrengten Tätigkeit, die jetzt in allen Berufszwegen' herrscht, doppelt notwen­ digen Erholung gegeben. —* Von herrlichem Sonnenschein war der gestrige Sonntag begünstigt. Nur in den Abendstunden zogen dunkle Regenwolken am Horizonte aus, zogen aber ohne Meder­ schlag vorüber. Das prächtige Wetter wurde auch voll ausgenützt. Tie Straßen der Stadt . und Umgebung waren dicht belebt v on Aiusislüglern, die hinauszogen, um sich an der Wiel dererwachten Natur, dem Blühen und Grünen in Wald und Feld Äuge und Herz zu erquicken. I</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Am Balkan. Bulgarische Unzufriedenheit über Beßarabien. Sofia, den 14. April. Tie Nachricht über die erfolgte Einverleibung Betzarabiens in Ru­ mänien ruft hier in allen Kreisen einen un­ günstigen Eindruck hervor. Tie Meinung der maßgebenden Kreise geht dahin, daß sich weder Das ivBetzarbien stark vertretene russische Ele­ ment noch besonders das über 2ÖOO0O Köpfen zählende bulgarische gutwillig dem drückenden rumänischen Joch beugen werden. Wien, den 13. April. Wie von maßge­ bender Seite mitgeteilt' wird, kann die ru­ mänische Proklamation wegen der Einverleib­ ung Betzarabiens noch nicht als endgiltiges Faktum angesehen werden, da in Gemäßheit des Abkommens Rumäniens mit den Zentral­ mächten die Lösung dieser Frage von der Hal­ tung Rumäniens gegenüber den Zentralmäch­ ten abhängig gemacht wird. Eine Offensive in Mazedonien. Schweizerischen Blättern zusolge besürchten maßgebende französische Militärkreise den Beginn einer Offensive an der mazedonischen Front. Tie französischen Blätter bringen Nach­ richten, wonach der Feind in dieser Kampfzone erhebliche Verstärkungen erhalten habe.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
