Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-04-18. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 106, 1918-04-18. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 106 18. April 1918 ────────── Eine neue Schlacht in Flandern. Raschendaele, Whtschaete, Langemarck und Boelkapelle genommen. An der Somme heftige Feuerkämpfe. — Fortschritte in Finnland. - Eine deutsche diplomatische Mission nach Rußland abgegangen. Die neuen Steuerforderungen. ────────── jeder Erschütterung bewahren. Leute vom % Schlage Take Ionescu und Bratianu müssen | das Land verlassen. Leider sehen diese Herren | von selbst noch nicht ein, daß sie das von ihnen ! betrogene Vaterland verlassen müßten. Es wäre ein Verdienst, wenn ihnen dies gründlich beigebracht würde. chifllan» und Rumün.rn. Ter Zürcher Tagesanz. meldet aus LonZdon: Im Unterhause erklärte Balfour, daß Rumänien nach dem ihm zur Verfügung ste­ henden Nachrichten noch ein verbündeter Staat sei. Ter britische Gesandte in Jassy stehe noch täglich mit dem Londoner Auswärtigen Amt in Verbindung. Irr ülstvitß. I Luftangriffe auf das deutsche Heimütgeoiet I im März 1918. | Ter Gegner lenufyte die im März besonI ders günstige Wetterlage zu J2 größeren An­ griffen auf das lothringisch-luxemburgische In­ dustriegebiet, 11 Angriffen gegen die Städte Mainz, Untertürkheim, Cannstatt, Coblenz, Freiburg i. Br., Zweibrücken, Kaiserslautern, Mannheim-Lndwigshasen, Köln, sowie einige 1 Städtchen in der Pfalz und im Rheinland, f Trotz des Einsatzes stärkerer Geschwader erziel« | ten die Angriffe keinerlei militärischen Erfolg. I Bei den Angriffen au, das Industriegebiet an | der Saar und Mosel fanden Betriebsstörungen * von irgendwelchem Belang nicht statt. Auch 1 der in der Nacht vom 4. zum 5. März mit f einem Aufgebot von 50 bis 60 Flugzeugen un1 Genommene Angriff blieb völlig wirkungslos. Ebenso ergebnislos war der Angriff auf die Badische Anilin- und Sodasabrik bei Mann­ heim-Ludwigshasen am 18. März. Ter ein­ zige militärische Schaden, den die Angriffe anI richteten, war das Jnbrandsetzen einiger Wagen I mit Benzol. An nichtmilitärischen Gebäuden I wurde überall einiger Sachschaden angerichtet. * Bei Dem Angriff "ans Ireiburg am 13. März I wurden außer mehreren Privathäusern die I Martinskirche und ein Krankenhaus erheblich | beschädigt. Den Angriffen auf das Saargebiet | fielen 5 Tote, 4 schwer- und 11 leichtverletzte | zum Opfer. Die Verluste bei den Angriffen auf die oben genannten offenen Städte waren hauptsächlich infolge des unvorsichtigen Ver­ haltens eines Teiles der Bevölkerung höher als in den Vormonaten. Sie betrugen insge­ samt 32 Tote. 22 Schwer- und 86 Leichtverwun­ dete. Ter Feind büßte diese Angriffe mit' einem Verlust von 8 Flugzeugen. Der stieg mit England. Unangenehme Achsragen im englischen I Unterhaus. Im Unterhaus fragte der Abgeordnete Leo Smith, ob die Regierung die Versicherung ab­ geben könne, daß sobald die Sicherheit in Wla­ diwostok wieder hergestellt fei, die englischen und japanischen Truppen zurückgezogen wür­ den. Lord Cecil antwortete verneinend. Er hofse aber, daß der Zwischenfall bald beendet sein werde. Uebrigens sei es lächerlich, solche Fragen zu stellen. Leo Smith fragte dann weiter, ob wenigstens die englischen Truppen zurückgezogen würden. Achs diese Frage ant­ wortete Lord Cecil überhaupt nichr mehr. Sfrc Dienstpflicht für Irland. Tie "Times" melden aus Dublin, daß die Besorgnis wegen der Einführung der Tienstpflrcht zunächst die irischen Parteien, die ein­ ander feit drei Jahren stark befehdeten, zusam­ mengeschweißt habe. Dillon habe mit Tevelera Healy und O Brien Besprechungen angeknüpft, werbe von der katholischen Geistlichkeit geleiTie. ganze Bewegung gegen die Dienstpflicht tet. Letzten Sonntag warnten 5 Bischöfe in Ir­ land tue Gläubigen vor übereilten Taten, gleich­ zeitig ober auch die Regierung vor der Einfüh­ rung der Dienstpflicht. Das Oberhaupt der katholischen Kirche in Irland Kardinal Loge erklärte in einer Predigt, Me er in der Patriekathedrale in Dunerman hielt, die Einführung der Dienstpflicht würde im Lande ein Chaos herbeiführen und auf starken passiven Widerstand stoßen. Er betete znm Himmel, daß das Land verschont bleiben würde, einen aktiven Widerstand organisieren zu müssen. Lor» Lansdowne für einen Berstiindrgnuzssrieden. Lord Lansdowne hielt am Sonntag in Birmingham eine öffentliche Ansprache, in der er die militärische Lage aller Kriegführenden als reif für einen Verständigungs frieden be­ zeichnete. Im Anschluß an die Rede Lord Lansdownes 'kam es zu Kundgebungen der Pa­ zifisten in Birmingham. Tier Bnttermanger in England. Die englische Regierung kaufte, um den Margarinemangel zu beheben, den ganzen zur Ausführung bestimmten Ueberschuß an westafrikanischen Erdnüssen, Palmkürnern, die gesamte amerikanische Banmwollsamenernte und einen Teil der indischen Leinsamenernte. Alle üligen Samen, Nüsse und Kerne in ganz Großbri­ tannien wurden beschlagnahmt. Ferner iburde der zur Ausfuhr verfügbare Teil der austra­ lischen und neuseeländischen Butter angekauft. Mich wurden Einkäufer Mich den Vereinigten Staaten und nach Kanada geschickt, um sich dort weitere Vorräte zu sichern. England preßt Russen zum Heeresdienst. Unter den Gefangenen, die die Teutschen von einem Regiment der 40. englischen Divi­ sion machten, befanden sich 3 in Glasgow an­ sässige Russen, die gegen ihren Willen einge­ zogen und nicht einmal der englischen Sprache mächtig waren. $lie Homerule-Frage. WTB. London, 16. April. (Reuter.) Tie Lösung der Homerulesrage darf jetzt als wahrscheinlich betrachtet werden und $vat auf der Grundlage, daß die Wehrpflicht in Irland nicht eingeführt wird, bevor die Homerule Ge­ setz geworden ist und daß die Regierung zurücktrreten werde, wenn das Oberhaus die Home­ rule-Bill ablehnen würde. Irische Selhstrcgrernng. Aus London wird gemeldet: Es ist die allgemeine Meinung, daß die Regierung einen Gesetzentwurf über die Selbstregterung für Ir­ land einbringen werde, sie überlasse es aber dem irischen Parlament, die Schwierigkeiten der Zwangsdienstpslicht zu meutern. Vernarb Shaw macht im "Manchester Guardian" den Vorschlag, die irische Konvention zur vorläusigen irischen Regierungen ernennen. Tos Blatt selbst unterstützt den Vorschlag. Ar flmtnfia. Amerikanische Truppen für Wladiwostok. Gens, den 17. April. Lansing kündigte im Ausschuß des Senats bevorstehende Trup­ pensendungen nach Wladiwostok an. Aus China. Chinesische Kriegsschiffe in Wladiwostok. Wie die französischen Blätter aus Tient­ sin erfahren, beabsichtigt die chinesische Regier­ ung ebenfalls Kriegsschiffe nach Wladiwostok zu entsenden. " ' > ────────── samten deutschen Volkes bon Oesterreich dem tiefen Bedauern über den Rücktritt des Mini­ sters des Aieußsrn Grafen Czernin Ausdruck gibt, dem Grafen Czernin für seine Verdienste um die Festigung und Vertiefung des österr.deutschen Bündnisses und für die Herbeifüh­ rung eines gesicherten Friedens den Dank ans­ spricht und schließlich erklärt, daß auf keinen die Richtung unserer unter vollen Wahrung der konstitutionellen Verantw-ortlichkeit zu füh­ renden auswärtigen Politik, die von dem star­ ken Willen aller staatstreuest Elemente in bei­ den Teilen der Monarchie getragen wird, einer Aenderung oder Schwankung unterzogen wer­ den darf. Tages-Uebersicht. f Abordnung baltischer Landrätc in Berlin. ! Tie Abordnung der vereinigten Landesräte von § Livland, Estland, Riga und Oesel, die gestern I in Berlin eingetroffen ist, wird in den nächsten | Tagen vom Kaiser und vom Generalfeldmar| tier empfangen werden. Sie überbringt den 1 schall von Hindenburg im Großen Hauptquar1 Beschluß der Landesräte, in dem der Wunsch J Union mit Preußen ausgesprochen wird und auf Anschluß an Deutschland und der Personaberhosft, daß ihr von seiten des Kaisers und der deutschen Regierung eine zustimmende Ant­ wort erteilt werden irütb. Stet Betbandsausschuß bet deutsch-nat-oua-| len Partei in Wien hat einstimmig eine Ent3 schließjung angenommen, die namens des ge­ ────────── üBWgg fBt MeSkriiMDM $ englischen Kriegsherrn völlig unimeressierren l Volkes ganz tapfer geschlagen. In den Stru­ del des Zusammenbruches mußten die Englän­ der Hineinwerfen, was sie zur Hand hatten. Erst schmolz eine zur'Aolöiung der Portugie­ sen bor bestimmte englische frische Division zu­ sammen. J£amt zogen sie an der Somme abge­ kämpfte, mit halbausgebildetem Ersatz ausge­ füllte Divisionen heran. In Bethune lagernde Ersatztruppen und Ruhebrigaden hinter der Flandernsront, schließlich Armierungssoldaten wurden aus Kraftwagen eilig herbeigefahren und in die Schlacht geworfen. 5od) konnten sie den deutschen Vorstoß ebenso wenig aushal­ ten tote die aus Flandern nach 'der Somme auf dem Marsch befindlichen Truppen, die unter­ wegs ausgehalten wurden, um von der Eisen­ bahn her sofort in das Trommelfeuer zu mar­ schieren. Ter vierte Angrissstag hat uns als wich­ tigsten Gewinn die Erreichung der ersten Höhe jenseits der Lysniederung bei Rossignol und südwestlich vvn Bailleul.gebracht. Verzweifelt sucht der Feind, der. sein wichtiges Kohlengebiet bei Bethune, der Hazebrouk, den großen Verkehrstnotenpunkt. bedroht und schon unter deut­ schem Feuer liegen sicht, mit Älen verfügbaren Kräften eine neue Linie zu bilden. Aber der Angriff geht weiter vorwärts. (Kb.) 88. Scheuermann, Kriegsberichterstatter, f Vt, dessen Hauptaufgabe die Gewinnung des L'hsüHerganges in breiter Front war. Tiefe war ohne kräftige Artillerieunterstützung nicht nwglich. Aber hatten sich schon am ersten Tage die Begleitbatterien unmittelbar hinter den C«turmtruppen in den Kamps gestürzt, um die feindlichen Maschinengewehrnester zu erledi­ gen, wobei alle, Infanteristen, Pioniere, Arruierungssoldaten, zugepackt hatten, um die Gashütze durch die Granattrichter zu ziehen, so wetteiferten setzt auch die vorgehenden Reserbetruppen, da jeder wußte, was aus.dem Spiele stand, um den Zugtieren den Weg durch den grundlosen Sumpf zu Hahnen. Offiziere and Mannschaften überboten sich im Herbeischleppen 1 on Balken und Faschinen, um die Trichter nnd Wassergräben" zu überbrücken. So tarnen , .uch die schweren Geschütze mit ihrer Munition twrwärts, und der Nachschub war aus den I oiederhergestellten Straßen schon in voller Ordnung, als Pen« Feind der zweite Angriff'aus >en Lysstellunzen warf. Armentieres, welches schon bei Beginn der Flandernschlacht, als die Engländer in den Straßen ihre Batterien massiert hatten, von uns in Trümmer geschossen worden war, hatte mit seinen bedeutenden Feldbefestigungen einem frontalen Angriss große Schwierigkeiten be­ reitet. Um unnötige Opfer zu sparen, wurde daher die Stadt umgangen, aber die darin bep sindlichen Batterien und Maschinengewehrne­ ster wurden niedergehalten, damit ihre flan­ kierende Stellung möglichst wenig geltend wer­ den tonnte. Noch am Abend des zweiten Angrifsstages nahm indessen eine sächsische Tivision unter hervorragender Auszeichnung eines von Major von Einsiedel geführten Regi­ ments die südliche Vorstadt mit den gespreng­ ten Eisenbahn- und Straßenbrücken, von denen die letztere bald wieder fahrbar wuroe. Tieselbe Division nahm dann in selbständigem Vordringen Steernwerk, wo der Feind erbit­ terte Gegenangrisse ansetzte, da er noch ver­ suchen wollte, Armentieres zu raumen Ta inzwischen aber die Armee von Arnim im Nor den der Stadt Ploegsteert, Messines und Holle­ bete genommen hatte, fiel diese völlig um schlossen als reise Frucht in unsere Hand. Das geschah am dritten Angrissstage, wo im wei­ teren Vordringen der Bahnhof Steernwert, der Süd- und Ostrand von Nieppe von den Sachsen gewonnen und weiter südlich der Uebergang über die Lawe und der Besitz des fDvrfes Locon erstritten wurde. Bei allen diesen Kämpfen hatten sich die Engländer sehr zähe gehalten uno vielfach eher erschlagen lassen^, als daß sie vom Platze wi­ chen. Zwei ihrer Divisionen hatten die bei den portugiesischen Divisionen beiderseits einaesaßt und unterstützt. An diesen Flügeln war der Kampf besonders heiß. Doch haben sich Abteilungen der Portugiesen trotz der bcgreifli chen Kriegsmüdigkeit dieses am Siege seines Jie RebelskM. ' ! Roman von Anny Wothe. 60j ! (Nachdruck verboten.) Wie gleichgültig sein Ton war. Nein, lieben konnte er die Frau nicht, die er soeben halbtot ins Haus getragen, und die er nun an­ deren zur Pflege überließ. Tie beiden Menschen kamen sich bis in alle Ewigkeit nicht nä­ her, und wie gut, daß es so war. Webe, ' ernt er es wagen sollte, hier vielleicht den zärt­ lichen Ehegatten zu spielen. Webe ihm. Aus Lorls Zimmer klang leises Weinen. Fridrun hörte es nicht. Sie hatte noch immer den Klang seiner «Stimme im Ohr, die gleichgültig und kalt war, so unendlich lalt. In Undines Schlafzimmer aber kniete Dor­ ret vor dem Lager der Freundin und hielt die beiden schlanken Hände der jungen Frau zärt­ lich umfangen. Ich bin ja so froh, Undine, flüsterte sie, daß sie dich gesunden haben. Diu glaubst gar nicht, wie sehr wir uns um dich ängstigten, Gras Timm und ich. Endlich lief ich in meiner Herzensangst hierher. Tärf ich die Nacht bei dir bleiben? Timm ließ ich es gleich sagen, damit er 'sich nicht weiter' sorgt. Fühlst du dich besser? ────────── dern daß blindwütender Haß tagelang gedulidig an der Sandtat gewerkt und geschwitzt hat. Wif l .t ^ ────────── daillen werden daher an Stelle der bisher aus' gegebenen, nachträglich neue Verleihungsurkun­ den ausgestellt werden. Um sie vor Beschädigun' gen zu bewahren, werden sie den Inhabern nicht ins Feld nachgeschickt, sondern nach FerI tigstellung den .Heimatgemeinden usw.' für seiI neuzeitige Aushändigung an die Beliehenen | oder an ihre Angehörigen vom Kriegsministe­ rium unmittelbar zugestellt. _____ I Entlassung von Laudsturmlcuten. Wie : kürzlich mitgeteilt, sind die 1869 geborenen, aus i Grund der Landsturmaufrufe zu den Fahnen I einberufenen Landsturmleute spätestens am 1 30. April zu entlassen, soferne sie nicht srei£ willig im Dienst bleiben woUen. Soi reit sich - solche Leute vorübergehend, beispielsweise als I Urlauber, im Heimatgebiet aufhalten, sind sie | von der Verpflichtung zur Rückkehr ins Feld, ( in die Etappe oder in das besetzte Gebiet entI bunden. Sie haben sich alsbald zu der für sie zuständigen Erfatzformation zu begeben, die ihre Entlassung veranlaßt. Tie Gemeindevor­ stände werden ersucht, die ortsanwesenden Ur­ lauber hiervon in Kenntnis zu setzen. Tie Forderung einer Kriegsentschädigung, jj In der Abgeordnetenkammer wandte sich der $ Abg. Speck p> quartier meldet unter dem 15. April: Ein Schaerenbataillon unter Führung des Leut­ nants Ehrenwared besetzte Abo und nahm die dortigen russischen Truppen gefangen. Die Ro­ ten räumten die Küstengegend zwischen Hangö und Nystad und ziehen sich schnell nach dem Landesinnern zurück. An der Tavastländiscyerr Front fortgesetzte lebhafte Feuertätigkeit bei Lempäälä, Asikkala. Kirchdorf am Westrjer des Päsanne. wurde von unseren Truppen be­ setzt. In Savolaks und Karleien heftige Gesechtstätigkeit. Eine deutsche diplomatische Mission in Ru Wand. Berlin, 17. April. Dias Volkskommissar ciat für auswärtige Abgelegenheiten in Mos­ kau teilte der deutschen Regierung mit, daß, es dem Eintressen einer deutschen diplomatischen Abordnung in Moskau entgegensehe und alle Anordnungen für den Empfang getroffen habe. Die russische Regierung stellte für den Grafen 'Mrbach bereits ein Haus in Moskau zur Ver­ fügung und wird die Mission, welche morgen Berlin verläßt, an der russischen Grenze mit einem Extrazug abholen lassen. Rücktritt des ungarischen Ministeriums. Budapest, 17. April. (Meldung des urgarischen Korresp.-Bureaus). Heute fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Wekerle ein Ministerrat statt, an dem fast sämtliche Mitglieder des Kabinetts teilnahmen. T«er nur kurze Zeit dauernde Ministerrat beschloß den Rücktritt der Regierung, worauf die anwesenden Mitglieder des Kabinetts die RücktrittsurlUnde unterzeichneten. Achs Polen. Warschau, 17. April. Nach betn "Kur. Wavzawsky" ist der Termin für die Einberu­ fung des Staatsrates auf den 3. Mai festgesetzt. Me neue Flandernschlacht. Berlin, 17. April. Bei der Erstürmung von Whtschaete wurden über 400 Mann, da­ runter 18 Offiziere gefangen genommen. Tie eingebrachte Beute beträgt 4 Geschütze, darunter eines des schwersten Kalibers und eine große Anzahl Maschinengewehre. Bei der Erober­ ung von Baillerrl, die in den ersten Morgen­ stunden stattfand, tonrbert 700 Gefangene zweier englischer Divisionen eingebracht. Die bluti­ gen Verluste der Engländer sind hier ganz besonders schwer. In anerkennenswerter Ta­ pferkeit opferten sie hier immer wieder neu eingesetzte frische Kräfte. ────────── Litemisch«. Ernheits - Sienügraphic (Stolzr-sSchrey). Methodisches, leichtfaßliches Lehrbuch zum Selbstunterricht von M. Oetjen, Lehrer der Stenographie. Verlag L. Schwarz u. Comp., Berlin C. 14, Dresdener Straße 80. Preis 1.35 Mark. Litemisch«. Ernheits - Sienügraphic (Stolzr-sSchrey). Methodisches, leichtfaßliches Lehrbuch zum Selbstunterricht von M. Oetjen, Lehrer der Stenographie. Verlag L. Schwarz u. Comp., Berlin C. 14, Dresdener Straße 80. Preis 1.35 Mark. ────────── Kriegsopfer der Familie Keilhofer gefallen. Sein Bruder Johann schrieb nach Hause, daß er ihn selbst in das Heldengrab gelegt habe. Tu trie (ältern schon zwei Söhne auf dem Felde der Ehre verloren hatten, wurde nun der dritte Bruder Johann aus der vordersten Front gezogen und einem Lastwagen als BeI gleitet beigegeben, um außerhalb der direkten I Gefahrzone den Eltern erhalten zu bleiben. Tä traf ihn mit drei Kameraden eine Flieger­ bombe und tötete nun auch den dritten Sohn Johann. ────────── Gencraldirektion der Zölle und ind. Sten­ ern. Vom 1. Mai an wurden versetzt in etatsm. Weise aus Ansuchen die Oberausseher Nik. Sö­ der in Neuhaus a. I. an das Hauptzollamt Passau und Joh. Priller in Frankenthal an das Nebenzollamt 1 Neuhaus a. I.; befördert . in etatsm. Weise zum Steuerrevisor der gepr. Steuerdienstaspirant , Grenzaufseher Leopold I Kurzhals in Hohenberg beim Steueramt Kötzting. Dienstesnachrichten. ────────── Lokales. Landshut, den 18 Aml. —* Das Eiserne Kreuz 2. Klasse (nicht 1. Klasse, wie es gestern infolge eines Tiruckfehlers hieß) wurde dem Jäger Hans ©reiner Sohn des Herrn k. Obersekrehärs ©reiner hier, verliehen. , / N —* Das Militür-Verdien st kre UZ mit Krone und Schwertern wurde Herrn Seb. Unterhäuser, Gastwirt in Deutenkofen. verlie­ hen. —* Todesfall. Nach längerem schweren Leiden starb gestern die Gattin des Herrn f. Landgerichtssekretärs Felix Meindl, Frau Rosa Meindl. An der Bahre der geliebten, treubesorgten Mutter steht trauernd der Gatte mit 3 unmündigen Kindern. —* Für die 8. Kriegsanleihe zeichneI ten tue Schüler des hiesigen humanistischen Gymnasiums die Summe von 8900 Mark. —* I m Westen haben sich die Kämpfe wei­ ter nach Norden verlängert. Unser neuer Vor­ stoß erstreckt sich auf das Gebiet rund um Ipern, das sowohl von 'Süden als von Nor­ den bereits umfaßt ist, während von Osten her unsere Truppen dem Vormarsch folgen. Im Süden wurde Whtschaete genommen, im Nor­ den die Orte Paschendaele, Poelkapelle und ! Langemark. Es wurden hierbei 1100 Englän­ der gefangen, Kanonen und Maschinengewehre erbeutet. —* Die herkömmliche Georgifei er findet am Sonntag aus der Trausnitz statt. Aus : diesem Anlasse sind die alten Zimmer der Burg I dem Besuche geöffnet. —* Ein gewerblicher BuchführI ungsk urs beginnt, vom Gewerbeoerein ver­ anstaltet, am nächsten Samstag. —* Bort rag. Bei der nächsten Zusam­ menkunft der Jugend-Abteilung vom FrauenVerein vom Roten Kreuz am 20. April (Tväxlmair halb 4 Uhr) wird Herr Regierungsrat Frhr. v. Aufseß die Jugend mit einem heiteren Vortrage über "Kriegstiere" erfreuen. Wir die große Liebenswürdigkeit des Vortragenden, dessen Rednerkunst im Preßverein schon ver­ schiedene Male Bewunderung erntete, sich auch in den Dienst der Jugend zu 'stellen, gebührt diesem herzlicher Tank. Wr musikalische und i andere Vorträge aus ihrer Mitte wird auch l Raum sein und wer kann, soll mithelfen, den I Nachmittag zu beleben und zu verschönern. I —* Elektrischer Strom für das Gew e rb e. Tie Wagnermeister haben ein Ge1 such an den Magistrat gerichtet, mit Rücksicht auf die vielen Aufträge, unter denen sich auch Kriegsaufträge befinden, für das Wagnerhand­ werk die Einsparung für Strombezag auszu- ; heben. Wie Herr Baurat Scheller betonte, ist hierfür der Magistrat nicht zuständig, sondern die Reichsverteilungsstelle für Kohlen. Tie Kriegsamtsstelle ist auf dem Standpunkt, daß eingespart werden muß Tjer Leutnant des Abnahmekommandos hat nun vergeschlagen, bei anderen weniger notwendigen Betrieben Strom einzusparen und diesen den wichtigeren Ge­ werben zuzuführen .Es wäre dies möglich, wenn man vielleicht jeden Kino zwei Tage in der Woche sperren würde und den ersparten Strom dem Handwerk zukommen ließe. Das Elektrizitätswerk muß 20 Prozent einsparen. Es hat aber bis jetzt nicht nur keine Einspa-, rung sondern eine Zunahme des Stromver­ brauches um 2000 Kilowattstunden stattgefun­ den. Eine Einsparung ist vielleicht möglich, wenn die nächsten Rechnungen mit den Stra­ fen hinausgehen. Ter Besitzer des Thalia­ theaters hat sich, an das Kriegsministerium gewendet, das den Vorschlag machte, den an­ deren Kinos den Strom für das Thaliatheater abzuziehen. Herr Scheller meinte aber, wenn er den Strom den Kinos abziehe, dann müsse er ihn doch eher anderen notwendigen Ge­ werben geben, als einem neuen Kino. Er be­ antrage daher, den Kinos den Strom einige Tage zu sperren und den ersparten Strom dem Handwerk zur Verfügung zu stellen. Ter Besitzer des Thaliatheaters halte zudem das Kino nach leuerpolizeilichen Anforderungen für einwandfrei, was int Magistrate widersprochen wird. Herr M.-Ri Hintermaier meinte, die Sperre der Kinos solle lieber aus einige Stun­ den im Tage, als auf ganze Tage ausgedehnt werden. Herr Scheller erklärte, daß auch die­ ses Vorgehen in Erwägung gezogen werden soll. Stach dem 'Herr M.-M Heilmaier noch um möglichste Berücksichtigung des Gewerbes gebeten hatte, beschloß der Magistrat, im Sin­ ne der Anregung des Herrn Baurat Scheller zu erledigen. Herr M-iR. Kohlndorfer legte untere Zustimmung noch, den magistratischen Standpunkt dahin fest, daß die bestehenden Kinos in Anbetracht der bestehenden Notlage Strom einsparen müssen. An die Errichtung neuer Kinos kann vorerst nicht gedacht werden, wenn sie Anspruch auf städt. Strom erheben. Tie Brauerei Gebrüder Wittmann ersucht den Magistrat um eine Kinokonzession in der Jä­ gerhalle. (Sollte hierfür der der Jägerhakle bezw. dem Heißgarten zustehende Strom nicht ausreichen, so erklärt sich die Brauerei bereit, den fehlenden Strom aus ihrer Stromzentrale in der Brauerei in Achdorf zu entnehmen. Außerdem stellen sie ihr Kino auch zur Vorfüh­ rung von Gemeindefilms zur Verfügung, die von dem Städtetag zu allgemein bildenden Zwecken herausgegeben werden. Ter Magistrat beschloß hierzu, tzie Bewilligung zu kinematographischen Vorführungen in der Jägerhalle auf Ruf und Widerruf zu erteilen nnter der Bedingung, daß außer dem dem Betriebe zuste­ henden Strom kein Strom aus dem städt. Elek­ trizitätswerk beansprucht wird. ────────── Stadttheater. Heinrich! Reinhardts Operette ,Tas süße Mädel" brachte schon seinerzeit den Operetten­ bühnen schöne Kassenersolge und auch heute noch erfreut sie sich dank ihrer populären Mu­ sik der Gunst des Publikums. Am letzten Sonn­ tag ging das Werk nach- mehrjähriger Pause auch wieder über unsere Bßihne, besucht und be­ klatscht von den ewig seeligen Operettenliebha­ bern, deren Zahl namentlich in den letzten Jah­ ren eine beängstigende Erhöhung erfahren hat. Von rührender Dankbarkeit erfüllt, nahmen sie das Dargebotene mit ungemischter Freude entgegen und diktieren so durch ihren Massen­ besuch und ihre enthusiastischen Beisallskundgebungen der Tirektion die Operette mehr denn je in den Spielplan. Tie Aufführung bot das übliche Bild, teils gute, teils weniger günstige Interpretationen. Eine vortreffliche Lola Win­ ter sang und spielte Frl. Lafchinger, die man I immer mehr beglückwünschen dars zu bem « Sprunge von der Soubrette zur Tiva. Sie wird wenn sie sich auch noch das Graziöse dieses Faches voll und ganz angeeignet hat, einer glücklichen Laufbahn entgegenschreiten. Tier Graf Hanns des Herrn Tr. Quedenseldt hat neben der hübschen stimmlichen Wiedergabe auch noch den Vorzug vornehmen und natürlichen Spiels. Herrn Brückners Florian war entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit etwas ruhiger und deshalb sicher nicht weniger wirksam, viel­ leicht entschließt er sich auch noch seiner Stim­ me mehr Sorgfalt und Schule zu widmen, das Material wäre vorhanden. Erfrischend wie im­ mer wirkte Frl. Mkulska als fesche, eifersüch­ tige Fritzi. Herr Almas hat für Operettenfstr!sten im Genre des Grafen Liebenburg sowohl stimmlich wie darstellerisch wenig übrig, hier hätte Herr Kaspar wenn auch unter Verzicht- 1 leistung auf seinen urgelungenen Klapper ein­ springen müssen. Ms Lizzi versuchte sich Frl. Zink; das stimmliche Hervortreten, das diese Partie namentlich im Tuett mit Prosper (Herr Horst) verlangt, war nicht gewährleistet- Im Orchester vermißte man wieder das Einverneh­ men zwischen Dirigenten und Mitgliedern und stieß aus schwer zu überwindende Tempischjrierigkeiten. .Hg. ────────── Stimmen aus dem Publikum. Ter volkstümliche Vortragsabend der Her­ ren Humbert, Brückner und Mjüller-Herrneck am letzten Tienstag scheint beim hiesigen Publikum nicht das gewünschte Interesse erregt zu haben. War der äußerst schwache Besuch der Ermüdung durch andere Veranstaltungen zuzuschreiben oder hat man die Sympathien überschätzt. Tie Stimmung auf der Bühne und tnt Zuschauer­ raume wurde natürlich durch die Leere 'des Hauses beeinträchtigt. Herrn Theodor Humperts klangvoller Bariton ertönte in Liedern von Mendelssohn, Schumann, Henschel, Kreut­ zer, Gumbert und Leoneavallo. Sein kräftiger Tonansatz kam in den dramatischen Gesängen weit mehr zur Geltung, als in der Lyrik Schu­ manns und Mendelssohns, an deren Stelle er Löwe setzen sollte. AM besten gelang ihm wohl der Prolog aus Bajazzo und die Kühle­ born-Arie von Gumbert^ wofür ihn anhalten­ der Beifall lohnte. Herr Müller-Herrneck er­ wies sich als gewissenhafter Begleiter und tat sich auch hervor als Solopianist in Griegschen Kompositionen, im Liebeswalzer von Moskowski und in der für den Charakter desAbends nicht sehr glücklich gewählten Sonate pathetique von Beethoven. Als dritter tnt Bunde ließ sich Herr Brückner hören, dessen Musikmappe für Einzelvorträge neuerer Art nicht beson­ ders reichlich bestellt schien. übermäßige Hilfe aus dem Kasten kommt beim Brettlgesang störender zum Ausdruck, als in der durch das Forte des Orchesters gedeckten Operettenpartie. Ter reichlich gespendete Applaus klang für je­ den der Vortragenden gleich herzlich, Herrn Brückner wurden am Schlüsse verschiedene Aügebinde überreicht. Hg. etiinten ras dem PudlAm. (®