<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-04-18"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 106</biblScope>
          <date when="1918-04-18">1918-04-18</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Eine neue Schlacht in Flandern. Raschendaele, Whtschaete, Langemarck und Boelkapelle genommen. An der Somme heftige Feuerkämpfe. — Fortschritte in Finnland. - Eine deutsche diplomatische Mission nach Rußland abgegangen. Die neuen Steuerforderungen.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>jeder Erschütterung bewahren. Leute vom % Schlage Take Ionescu und Bratianu müssen | das Land verlassen. Leider sehen diese Herren | von selbst noch nicht ein, daß sie das von ihnen ! betrogene Vaterland verlassen müßten. Es wäre ein Verdienst, wenn ihnen dies gründlich beigebracht würde. chifllan» und Rumün.rn. Ter Zürcher Tagesanz. meldet aus LonZdon: Im Unterhause erklärte Balfour, daß Rumänien nach dem ihm zur Verfügung ste­ henden Nachrichten noch ein verbündeter Staat sei. Ter britische Gesandte in Jassy stehe noch täglich mit dem Londoner Auswärtigen Amt in Verbindung. Irr ülstvitß. I Luftangriffe auf das deutsche Heimütgeoiet I im März 1918. | Ter Gegner lenufyte die im März besonI ders günstige Wetterlage zu J2 größeren An­ griffen auf das lothringisch-luxemburgische In­ dustriegebiet, 11 Angriffen gegen die Städte Mainz, Untertürkheim, Cannstatt, Coblenz, Freiburg i. Br., Zweibrücken, Kaiserslautern, Mannheim-Lndwigshasen, Köln, sowie einige 1 Städtchen in der Pfalz und im Rheinland, f Trotz des Einsatzes stärkerer Geschwader erziel« | ten die Angriffe keinerlei militärischen Erfolg. I Bei den Angriffen au, das Industriegebiet an | der Saar und Mosel fanden Betriebsstörungen * von irgendwelchem Belang nicht statt. Auch 1 der in der Nacht vom 4. zum 5. März mit f einem Aufgebot von 50 bis 60 Flugzeugen un1 Genommene Angriff blieb völlig wirkungslos. Ebenso ergebnislos war der Angriff auf die Badische Anilin- und Sodasabrik bei Mann­ heim-Ludwigshasen am 18. März. Ter ein­ zige militärische Schaden, den die Angriffe anI richteten, war das Jnbrandsetzen einiger Wagen I mit Benzol. An nichtmilitärischen Gebäuden I wurde überall einiger Sachschaden angerichtet. * Bei Dem Angriff "ans Ireiburg am 13. März I wurden außer mehreren Privathäusern die I Martinskirche und ein Krankenhaus erheblich | beschädigt. Den Angriffen auf das Saargebiet | fielen 5 Tote, 4 schwer- und 11 leichtverletzte | zum Opfer. Die Verluste bei den Angriffen auf die oben genannten offenen Städte waren hauptsächlich infolge des unvorsichtigen Ver­ haltens eines Teiles der Bevölkerung höher als in den Vormonaten. Sie betrugen insge­ samt 32 Tote. 22 Schwer- und 86 Leichtverwun­ dete. Ter Feind büßte diese Angriffe mit' einem Verlust von 8 Flugzeugen. Der stieg mit England. Unangenehme Achsragen im englischen I Unterhaus. Im Unterhaus fragte der Abgeordnete Leo Smith, ob die Regierung die Versicherung ab­ geben könne, daß sobald die Sicherheit in Wla­ diwostok wieder hergestellt fei, die englischen und japanischen Truppen zurückgezogen wür­ den. Lord Cecil antwortete verneinend. Er hofse aber, daß der Zwischenfall bald beendet sein werde. Uebrigens sei es lächerlich, solche Fragen zu stellen. Leo Smith fragte dann weiter, ob wenigstens die englischen Truppen zurückgezogen würden. Achs diese Frage ant­ wortete Lord Cecil überhaupt nichr mehr. Sfrc Dienstpflicht für Irland. Tie "Times" melden aus Dublin, daß die Besorgnis wegen der Einführung der Tienstpflrcht zunächst die irischen Parteien, die ein­ ander feit drei Jahren stark befehdeten, zusam­ mengeschweißt habe. Dillon habe mit Tevelera Healy und O Brien Besprechungen angeknüpft, werbe von der katholischen Geistlichkeit geleiTie. ganze Bewegung gegen die Dienstpflicht tet. Letzten Sonntag warnten 5 Bischöfe in Ir­ land tue Gläubigen vor übereilten Taten, gleich­ zeitig ober auch die Regierung vor der Einfüh­ rung der Dienstpflicht. Das Oberhaupt der katholischen Kirche in Irland Kardinal Loge erklärte in einer Predigt, Me er in der Patriekathedrale in Dunerman hielt, die Einführung der Dienstpflicht würde im Lande ein Chaos herbeiführen und auf starken passiven Widerstand stoßen. Er betete znm Himmel, daß das Land verschont bleiben würde, einen aktiven Widerstand organisieren zu müssen. Lor» Lansdowne für einen Berstiindrgnuzssrieden. Lord Lansdowne hielt am Sonntag in Birmingham eine öffentliche Ansprache, in der er die militärische Lage aller Kriegführenden als reif für einen Verständigungs frieden be­ zeichnete. Im Anschluß an die Rede Lord Lansdownes 'kam es zu Kundgebungen der Pa­ zifisten in Birmingham. Tier Bnttermanger in England. Die englische Regierung kaufte, um den Margarinemangel zu beheben, den ganzen zur Ausführung bestimmten Ueberschuß an westafrikanischen Erdnüssen, Palmkürnern, die gesamte amerikanische Banmwollsamenernte und einen Teil der indischen Leinsamenernte. Alle üligen Samen, Nüsse und Kerne in ganz Großbri­ tannien wurden beschlagnahmt. Ferner iburde der zur Ausfuhr verfügbare Teil der austra­ lischen und neuseeländischen Butter angekauft. Mich wurden Einkäufer Mich den Vereinigten Staaten und nach Kanada geschickt, um sich dort weitere Vorräte zu sichern. England preßt Russen zum Heeresdienst. Unter den Gefangenen, die die Teutschen von einem Regiment der 40. englischen Divi­ sion machten, befanden sich 3 in Glasgow an­ sässige Russen, die gegen ihren Willen einge­ zogen und nicht einmal der englischen Sprache mächtig waren. $lie Homerule-Frage. WTB. London, 16. April. (Reuter.) Tie Lösung der Homerulesrage darf jetzt als wahrscheinlich betrachtet werden und $vat auf der Grundlage, daß die Wehrpflicht in Irland nicht eingeführt wird, bevor die Homerule Ge­ setz geworden ist und daß die Regierung zurücktrreten werde, wenn das Oberhaus die Home­ rule-Bill ablehnen würde. Irische Selhstrcgrernng. Aus London wird gemeldet: Es ist die allgemeine Meinung, daß die Regierung einen Gesetzentwurf über die Selbstregterung für Ir­ land einbringen werde, sie überlasse es aber dem irischen Parlament, die Schwierigkeiten der Zwangsdienstpslicht zu meutern. Vernarb Shaw macht im "Manchester Guardian" den Vorschlag, die irische Konvention zur vorläusigen irischen Regierungen ernennen. Tos Blatt selbst unterstützt den Vorschlag. Ar flmtnfia. Amerikanische Truppen für Wladiwostok. Gens, den 17. April. Lansing kündigte im Ausschuß des Senats bevorstehende Trup­ pensendungen nach Wladiwostok an. Aus China. Chinesische Kriegsschiffe in Wladiwostok. Wie die französischen Blätter aus Tient­ sin erfahren, beabsichtigt die chinesische Regier­ ung ebenfalls Kriegsschiffe nach Wladiwostok zu entsenden. " ' &gt;</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>samten deutschen Volkes bon Oesterreich dem tiefen Bedauern über den Rücktritt des Mini­ sters des Aieußsrn Grafen Czernin Ausdruck gibt, dem Grafen Czernin für seine Verdienste um die Festigung und Vertiefung des österr.deutschen Bündnisses und für die Herbeifüh­ rung eines gesicherten Friedens den Dank ans­ spricht und schließlich erklärt, daß auf keinen die Richtung unserer unter vollen Wahrung der konstitutionellen Verantw-ortlichkeit zu füh­ renden auswärtigen Politik, die von dem star­ ken Willen aller staatstreuest Elemente in bei­ den Teilen der Monarchie getragen wird, einer Aenderung oder Schwankung unterzogen wer­ den darf. Tages-Uebersicht. f Abordnung baltischer Landrätc in Berlin. ! Tie Abordnung der vereinigten Landesräte von § Livland, Estland, Riga und Oesel, die gestern I in Berlin eingetroffen ist, wird in den nächsten | Tagen vom Kaiser und vom Generalfeldmar| tier empfangen werden. Sie überbringt den 1 schall von Hindenburg im Großen Hauptquar1 Beschluß der Landesräte, in dem der Wunsch J Union mit Preußen ausgesprochen wird und auf Anschluß an Deutschland und der Personaberhosft, daß ihr von seiten des Kaisers und der deutschen Regierung eine zustimmende Ant­ wort erteilt werden irütb. Stet Betbandsausschuß bet deutsch-nat-oua-| len Partei in Wien hat einstimmig eine Ent3 schließjung angenommen, die namens des ge­</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>üBWgg fBt MeSkriiMDM $ englischen Kriegsherrn völlig unimeressierren l Volkes ganz tapfer geschlagen. In den Stru­ del des Zusammenbruches mußten die Englän­ der Hineinwerfen, was sie zur Hand hatten. Erst schmolz eine zur'Aolöiung der Portugie­ sen bor bestimmte englische frische Division zu­ sammen. J£amt zogen sie an der Somme abge­ kämpfte, mit halbausgebildetem Ersatz ausge­ füllte Divisionen heran. In Bethune lagernde Ersatztruppen und Ruhebrigaden hinter der Flandernsront, schließlich Armierungssoldaten wurden aus Kraftwagen eilig herbeigefahren und in die Schlacht geworfen. 5od) konnten sie den deutschen Vorstoß ebenso wenig aushal­ ten tote die aus Flandern nach 'der Somme auf dem Marsch befindlichen Truppen, die unter­ wegs ausgehalten wurden, um von der Eisen­ bahn her sofort in das Trommelfeuer zu mar­ schieren. Ter vierte Angrissstag hat uns als wich­ tigsten Gewinn die Erreichung der ersten Höhe jenseits der Lysniederung bei Rossignol und südwestlich vvn Bailleul.gebracht. Verzweifelt sucht der Feind, der. sein wichtiges Kohlengebiet bei Bethune, der Hazebrouk, den großen Verkehrstnotenpunkt. bedroht und schon unter deut­ schem Feuer liegen sicht, mit Älen verfügbaren Kräften eine neue Linie zu bilden. Aber der Angriff geht weiter vorwärts. (Kb.) 88. Scheuermann, Kriegsberichterstatter, f Vt, dessen Hauptaufgabe die Gewinnung des L'hsüHerganges in breiter Front war. Tiefe war ohne kräftige Artillerieunterstützung nicht nwglich. Aber hatten sich schon am ersten Tage die Begleitbatterien unmittelbar hinter den C«turmtruppen in den Kamps gestürzt, um die feindlichen Maschinengewehrnester zu erledi­ gen, wobei alle, Infanteristen, Pioniere, Arruierungssoldaten, zugepackt hatten, um die Gashütze durch die Granattrichter zu ziehen, so wetteiferten setzt auch die vorgehenden Reserbetruppen, da jeder wußte, was aus.dem Spiele stand, um den Zugtieren den Weg durch den grundlosen Sumpf zu Hahnen. Offiziere and Mannschaften überboten sich im Herbeischleppen 1 on Balken und Faschinen, um die Trichter nnd Wassergräben" zu überbrücken. So tarnen , .uch die schweren Geschütze mit ihrer Munition twrwärts, und der Nachschub war aus den I oiederhergestellten Straßen schon in voller Ordnung, als Pen« Feind der zweite Angriff'aus &gt;en Lysstellunzen warf. Armentieres, welches schon bei Beginn der Flandernschlacht, als die Engländer in den Straßen ihre Batterien massiert hatten, von uns in Trümmer geschossen worden war, hatte mit seinen bedeutenden Feldbefestigungen einem frontalen Angriss große Schwierigkeiten be­ reitet. Um unnötige Opfer zu sparen, wurde daher die Stadt umgangen, aber die darin bep sindlichen Batterien und Maschinengewehrne­ ster wurden niedergehalten, damit ihre flan­ kierende Stellung möglichst wenig geltend wer­ den tonnte. Noch am Abend des zweiten Angrifsstages nahm indessen eine sächsische Tivision unter hervorragender Auszeichnung eines von Major von Einsiedel geführten Regi­ ments die südliche Vorstadt mit den gespreng­ ten Eisenbahn- und Straßenbrücken, von denen die letztere bald wieder fahrbar wuroe. Tieselbe Division nahm dann in selbständigem Vordringen Steernwerk, wo der Feind erbit­ terte Gegenangrisse ansetzte, da er noch ver­ suchen wollte, Armentieres zu raumen Ta inzwischen aber die Armee von Arnim im Nor den der Stadt Ploegsteert, Messines und Holle­ bete genommen hatte, fiel diese völlig um schlossen als reise Frucht in unsere Hand. Das geschah am dritten Angrissstage, wo im wei­ teren Vordringen der Bahnhof Steernwert, der Süd- und Ostrand von Nieppe von den Sachsen gewonnen und weiter südlich der Uebergang über die Lawe und der Besitz des fDvrfes Locon erstritten wurde. Bei allen diesen Kämpfen hatten sich die Engländer sehr zähe gehalten uno vielfach eher erschlagen lassen^, als daß sie vom Platze wi­ chen. Zwei ihrer Divisionen hatten die bei den portugiesischen Divisionen beiderseits einaesaßt und unterstützt. An diesen Flügeln war der Kampf besonders heiß. Doch haben sich Abteilungen der Portugiesen trotz der bcgreifli chen Kriegsmüdigkeit dieses am Siege seines Jie RebelskM. ' ! Roman von Anny Wothe. 60j ! (Nachdruck verboten.) Wie gleichgültig sein Ton war. Nein, lieben konnte er die Frau nicht, die er soeben halbtot ins Haus getragen, und die er nun an­ deren zur Pflege überließ. Tie beiden Menschen kamen sich bis in alle Ewigkeit nicht nä­ her, und wie gut, daß es so war. Webe, ' ernt er es wagen sollte, hier vielleicht den zärt­ lichen Ehegatten zu spielen. Webe ihm. Aus Lorls Zimmer klang leises Weinen. Fridrun hörte es nicht. Sie hatte noch immer den Klang seiner «Stimme im Ohr, die gleichgültig und kalt war, so unendlich lalt. In Undines Schlafzimmer aber kniete Dor­ ret vor dem Lager der Freundin und hielt die beiden schlanken Hände der jungen Frau zärt­ lich umfangen. Ich bin ja so froh, Undine, flüsterte sie, daß sie dich gesunden haben. Diu glaubst gar nicht, wie sehr wir uns um dich ängstigten, Gras Timm und ich. Endlich lief ich in meiner Herzensangst hierher. Tärf ich die Nacht bei dir bleiben? Timm ließ ich es gleich sagen, damit er 'sich nicht weiter' sorgt. Fühlst du dich besser?</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>dern daß blindwütender Haß tagelang gedulidig an der Sandtat gewerkt und geschwitzt hat. Wif l&lt;ent ganzen, mehrere hundert Grab­ stätten umsassenden Friedhose ist Wohl kein Denkmal oder Kreuz verschont geblieben, wenigstens habe ich keines gesehen. Eine Aus­ nahme bildet nur die hölzerne Grabstelle eines jüdischen Soldaten mit hebräischer Inschrift und dem "Mögen Diovid". Da sich diese in der Nachbarschaft französischer Gröber befand, so wußten die Grabschänder wahrscheinlich nicht, ob es sich um einen deutschen Keeresangehörigen handle. Dagegen haben sie die fran­ zösischen Gräber aus der Umzäunung genom­ men, die vor; uns daraus gesetzten Kreuze als besten Beweis für die würdige Ausstattung dieser Feindesgräber durch uns darauf belas­ sen, außerdem aber noch allerhand Zugaben im echtesten französischen Ungeschmack hinzu,gesügt, blau» weiß-rote Perlenkränze, Riesenstiefmütterchen aus bunten Glasperlen, Mar­ mortäfelchen mit vergoldeten "Souvenirs". Keinem deutschen Krieger wird es beifallen, an diesen Gräbern Vergeltung zu üben, so heiß auch jedem die Zornesadern schwellen, der vor die geschändeten Gräber seiner Ka­ meraden auf den Kirchhos in Nesle tritt. Wir dürfen es ohne Ueberhebung sagen: dazu ist unser Volk zu groß, dazu ist der letzte Mann, der unter den deutschen Fahnen ficht, ohne Unterschied des Bekenntnisses und jeder in seiner Akt zu fromm und zu ehrfürchtig vordem Tode. Tie Lebenden, die uns bekriegen und vernichten wollen, die wollen it'iir besiegen, und die werden wir besiegen. Vor dem ehren­ voll für sein Vaterland gefallenen Feind aber senken wir den Degen und entblößen wir das Haupt. So soll es bleiben. Die Franzosen brauchen nicht zu befürchten, daß wir an einem der Hunderttausenden von französischen Krie­ gergräbern in dem von uns besetzten Gebiete "Rache" nehmen werden. Dazu ist deutsche Art zu groß und anständig. Wohl aber wird xs nötig sein, einem solchen Feinde gegenüber in den Friedensbedingungen Gewähr und Bürg­ schaften für die würdige Erhaltung unserer Kriegergräber, pie uns Heiligtümer sind, zu er­ langen. Noch in den Tagen der schweren Nieder­ lagen, der dauernden Rückzüge, versucht der französische Nachrichtendienst den geschlagenen Truppen vorzulügen, daß sie nie besiegt wor­ den seien, nie besiegt werden könnten, sie, die Helden von der Marne, der User und Ben dun. Tier geschändete Friedhof von Nesle straft alles dies Siegesgefasel Lügen. Nur ein Volk, welches sich hoffnungslos besiegt fühlt, läßt sich zu solchen hysterischen Schandtaten hin-, reißen, wie diese französischen Soldaten von der Marne, von der User und von »Verdun, die deutsche Heldengräber verwüsten und entweihen. &lt;Kb., W. Scheuermann. Kriegsberichterstatter Bayerische Nachrichten. Reichsrat Gras Prehsing, der durch seine Taten im Balkan- und im gegenwärtigen Kriege ebenso bekannt war, wie durch seine tempera­ mentvollen Reden im Reichsrat, ist im Westen gefallen. Verlängerung des Landtages. Durch eine Kgl .Entschließung vom 14. April wird die bis einschließlich 30. April verlängerte Tauer der Sitzungen des gegenwärtig versammelten Land­ tages bis einschließlich 28. Juni 1918 weiter verlängert. Die Wahlzeiten der ortstirchlichen Ver­ tretungskörper wurden bis 31. Dezember 1919 verlängert. Tapserkeitsmedaillen. Um die Taten der Inhaber der silbernen und goldenen Tapfevkeitsmedaillen auch deren Nachkommen zum Vor­ bild Opferfreudigster Vaterlandsliebe zu über­ liefern und die Erinnerung an diese Helsen für alle Zeiten 'im Volke wach zu halten, soll in den Verleihnngsurkunden eine kurze Schilderung der Tat Ausnahme finden, ähnlich wie dies bisher schon in den Urkunden über die Verleihung des Militär-Max-Josephordens ge­ schah. Für alle Inhaber der Tapserkeitsme­</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Nebelfrau. ' ! Roman von Anny Wothe. 60j ! (Nachdruck verboten.) Wie gleichgültig sein Ton war. Nein, lieben konnte er die Frau nicht, die er soeben halbtot ins Haus getragen, und die er nun an­ deren zur Pflege überließ. Tie beiden Menschen kamen sich bis in alle Ewigkeit nicht nä­ her, und wie gut, daß es so war. Webe, ' ernt er es wagen sollte, hier vielleicht den zärt­ lichen Ehegatten zu spielen. Webe ihm. Aus Lorls Zimmer klang leises Weinen. Fridrun hörte es nicht. Sie hatte noch immer den Klang seiner «Stimme im Ohr, die gleichgültig und kalt war, so unendlich lalt. In Undines Schlafzimmer aber kniete Dor­ ret vor dem Lager der Freundin und hielt die beiden schlanken Hände der jungen Frau zärt­ lich umfangen. Ich bin ja so froh, Undine, flüsterte sie, daß sie dich gesunden haben. Diu glaubst gar nicht, wie sehr wir uns um dich ängstigten, Gras Timm und ich. Endlich lief ich in meiner Herzensangst hierher. Tärf ich die Nacht bei dir bleiben? Timm ließ ich es gleich sagen, damit er 'sich nicht weiter' sorgt. Fühlst du dich besser? f Undine lächelte. Ein traumhaftes, ver­ klärtes Lächeln. Zärtlich strich ihre Hand über den blonden Kopf des Mädchens. Mir ist so Wohl, Zerret, flüsterte sie. Tu glaubst es gar nicht. Und die roterf Locken, die ihr ausgelöst in das Weiße 'Gesicht fielen, müde durch die weißen Finger 'gleiten lassend, fuhr sie fort: Es war so Srft Int Nebel und so finster, und sich hastig int Bett ausrichtend und mit wirren Augen um sich blickend, sprach sie ge­ heimnisvoll weiter: Ich habe sie gesehen, die Nebelsran. Sie kam zu mir und lockte und winkte, und dann war ich es selbst, und ich lachte, weil ich sterben sollte. Sterben! Ich hörte den lauten Schlag seines Herzens. Hörst du nichts, Dor­ ret? Rein. Undine. du mußt jetzt schlafen. Schlafen, gab die junge Frau mit einem traumhaften Lächeln zurück, immer schlafen' Er sagte es auch. -5tls der Arzt kaig, fand er Undine in hef­ tigem Fieber. * Wie düstere Trauerschleier wallten diese Nacht bis in den Morgen hinein die grauen Nebel um den Gorlingshof unb ballten sich um den alten Turm. zosen erfolgreiche Schlacht bet Nesle, und sie haben nicht geruht, bis sie das letzte deutsche Grabkreuz siegreich zur Strecke gebracht hatten, die Vorkämpfer für Freiheit itnb Menschlich­ keit! Links vom Südosteingange des Städtchens Nesle, das in der Zeit der deutschen Besetzung eine freundliche kleine Etappe war» und jetzt dtrrch englische Brandgranaten zu Treiviertelu in ratschenden Schutt verwandelt worden ist, befindet sich der Ortsfriedhof. An seinem Ran­ de waren aus zwei Seiten um feie französischen Bürgerbegräbnisse herumgelagert neue 'Gväbertstreifen erschlossen worden, aus denen wir un­ sere Toten vom Vormärsche unb die in den Lazaretten von Nesle während der Besetzungsr zeit vom Spätsommer 1914 bis zum Frühjahr 1917 verstorbenen deutschen und französischen Verwundeten bestattet haben, Ades Grab, gleichgültig, ob es einen Kameraden oder einen Feind barg, erhielt ein schwarzes Kreuz, wo­ raus der Name und Truppenteil, der Todestag und bei den Teutschen das Eiserne Kreuz mit weißer Farbe ausgemalt waren. Einzel­ nen Toten hatten die Angehörigen in der Heimat, hatten Freunde oder beiMassengräbern die Truppenteile einfache Grabsteine errichten lassen. Tie Gräber waren durchweg mit Im­ mergrün und einigen Stauden bepflanzt. Täs Ganze bot einen würdigen, der Heiligkeit der «Stritte entsprechenden Eindruck. Tie Franzosen haben vor allem den Lanzen Bereich der deutschen Grabstätten durch eine über 2 Meter hohe Wand aus Balten mit Dachs bappenbes-annung umgeben, als ob der un­ reine" Aüblick der deutschen Heldengräber die Augen der französischen Kirchhossbesucher nicht beleidigen dürfe. Hinter diesem Zaune haben sie dann die Grabstätten Planmäßig entweiht. Tabei haben sie eine besserer Tinge werte «Evjindungskrajt und Abwechslung betätigt. Im einfachsten Falle haben sie sich damit begnügt, den Querbalken der Kreuze abzuschlagen oder diese mit der Axt zu spalten. Sonst haben sie die Namen und kn allen FällenidierEisernew Kreuze mit Teer überschmiert ober die Schrift mit Messern ausgekratzt. Anderwärts sind die Kreuze ganz verschwunden, die Schmuckpslanzen abgeschnitten unb geknickt, die Gräber zer­ trampelt An den Grabsteinen ist überall aus­ nahmslos das Eiserne Kreuz roh herausgemeix ßclt, oft auch ist die Schrift verstümmele vder ausgelöscht. In vielen Fällen aber hat sich die Wut der Grabschänder damit nicht begnügt, sondern die Grabdenkmäler sind umgestürzt und zerschlagen oder gar, wie es in mehreren 'Fälleir scheint, mit Pulver zersprengt worden, svdaß nur ein wüster Trümmerhaufen noch ihre Stätte bezeichnet Manche auch sind in ganz kleine Brocken zu Schotter zerklopft, sodaß man sicht, daß nicht eine augenblickliche Aufwal­ lung hier ihren Fanatismus gekühlt hat, sonTie Lampe erlosch nicht diese Nacht in dem alten Gemäuer. Graf Reimar wachte. Tas waren merkwürdig stille, traumhaft gleitende Herbstwochen, die nun folgten für die Bewohner des Gorlingshvses. Undine kämpfte mit einem schweren Fieber, wochen­ lang war sie ans Bett gefesselt. To rret pflegte sie. Gras Timm war, leidlich erholt, abge­ reist, und Dorret war froh darüber, weil sie sich nun ganz der Pflege Undines widmen konnt?. Ohm Olaf schalt zwar, daß sie fast gar nicht mehr daheim war, aber was kümmer­ te iie der alte Brummbär? Ter Großvater wurde durch die alte Tialda aut versorgt und Graf Timm bedurfte ihrer pflegenden Hand nicht mehr. e Zuerst hatte sie heimlich gefürchtet, öfter Gras Reimar begegnen zu müssen, aber Dorret hatte sich in ihrer Voraussetzung getäuscht. Ta sie allein mit Undine speiste, hatte sie gar keine Gelegenheit, den Grasen zu sehen. Sie hörte aber, daß er zuweilen die Mahlzeiten mit der alten Gräfin, Fridrun und Lock ein­ nehme. und als sie es Undine berichtete, lä­ chelte diese so eigen und nickte mit dem Kopfe. (Fortsetzung folgt.) , &gt; .t ^</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>daillen werden daher an Stelle der bisher aus' gegebenen, nachträglich neue Verleihungsurkun­ den ausgestellt werden. Um sie vor Beschädigun' gen zu bewahren, werden sie den Inhabern nicht ins Feld nachgeschickt, sondern nach FerI tigstellung den .Heimatgemeinden usw.' für seiI neuzeitige Aushändigung an die Beliehenen | oder an ihre Angehörigen vom Kriegsministe­ rium unmittelbar zugestellt. _____ I Entlassung von Laudsturmlcuten. Wie : kürzlich mitgeteilt, sind die 1869 geborenen, aus i Grund der Landsturmaufrufe zu den Fahnen I einberufenen Landsturmleute spätestens am 1 30. April zu entlassen, soferne sie nicht srei£ willig im Dienst bleiben woUen. Soi reit sich - solche Leute vorübergehend, beispielsweise als I Urlauber, im Heimatgebiet aufhalten, sind sie | von der Verpflichtung zur Rückkehr ins Feld, ( in die Etappe oder in das besetzte Gebiet entI bunden. Sie haben sich alsbald zu der für sie zuständigen Erfatzformation zu begeben, die ihre Entlassung veranlaßt. Tie Gemeindevor­ stände werden ersucht, die ortsanwesenden Ur­ lauber hiervon in Kenntnis zu setzen. Tie Forderung einer Kriegsentschädigung, jj In der Abgeordnetenkammer wandte sich der $ Abg. Speck &lt;Ztr.) bei Beratung des Haushalts I der Staatsschuld in der Generaldebatte nach| drückstch gegen etwaige Pläne, die ReichsschulI den auf die Einzelstaaten abzubürden und beI grüßte die seinerzeitige Aeußerung des Finanz­ ministers aus Forderung einer Kriegsentschä­ digung. Eine solche Kriegsentschädigung scheine unbedingt notwendig zu sein. Eigentliche Geg­ ner einer Kriegsentschädigung finde man nur noch bei den Sozialdemokraten. In dem Wun­ sche nach Frieden sind auch wir einig, aber wir haben es nicht in der Hand, den Kampf zu beenden. Das ceterum oenseo unserer Geg­ ner wird immer lauten: Germanian esse delendaM! Redner wandte sich schließlich auch gegen jede Beschlagnahme von Vermögen. Abg. TV. Hammerschmrdt (Itb.) vertrat die gleiche ableh­ nende Haltung in Bezug einer Abbürdung der Reichsschulden aus die Bundesstaaten und wür­ de eine Wegnahme von Vermögensteilen für verhängnisvoll halten. Ten Umschwung nach Forderung einer Kriegsentschädigung kann man nur sieudigst begrüßen. Sie braucht ja nicht in Bargeld zu bestehen. Die damaligen Worte des bayerischen Finanzministers haben int gan­ zen Reiche einen freudigen Widerhall gefunden. dern daß blindwütender Haß tagelang gedulidig an der Sandtat gewerkt und geschwitzt hat. Wif l&lt;ent ganzen, mehrere hundert Grab­ stätten umsassenden Friedhose ist Wohl kein Denkmal oder Kreuz verschont geblieben, wenigstens habe ich keines gesehen. Eine Aus­ nahme bildet nur die hölzerne Grabstelle eines jüdischen Soldaten mit hebräischer Inschrift und dem "Mögen Diovid". Da sich diese in der Nachbarschaft französischer Gröber befand, so wußten die Grabschänder wahrscheinlich nicht, ob es sich um einen deutschen Keeresangehörigen handle. Dagegen haben sie die fran­ zösischen Gräber aus der Umzäunung genom­ men, die vor; uns daraus gesetzten Kreuze als besten Beweis für die würdige Ausstattung dieser Feindesgräber durch uns darauf belas­ sen, außerdem aber noch allerhand Zugaben im echtesten französischen Ungeschmack hinzu,gesügt, blau» weiß-rote Perlenkränze, Riesenstiefmütterchen aus bunten Glasperlen, Mar­ mortäfelchen mit vergoldeten "Souvenirs". Keinem deutschen Krieger wird es beifallen, an diesen Gräbern Vergeltung zu üben, so heiß auch jedem die Zornesadern schwellen, der vor die geschändeten Gräber seiner Ka­ meraden auf den Kirchhos in Nesle tritt. Wir dürfen es ohne Ueberhebung sagen: dazu ist unser Volk zu groß, dazu ist der letzte Mann, der unter den deutschen Fahnen ficht, ohne Unterschied des Bekenntnisses und jeder in seiner Akt zu fromm und zu ehrfürchtig vordem Tode. Tie Lebenden, die uns bekriegen und vernichten wollen, die wollen it'iir besiegen, und die werden wir besiegen. Vor dem ehren­ voll für sein Vaterland gefallenen Feind aber senken wir den Degen und entblößen wir das Haupt. So soll es bleiben. Die Franzosen brauchen nicht zu befürchten, daß wir an einem der Hunderttausenden von französischen Krie­ gergräbern in dem von uns besetzten Gebiete "Rache" nehmen werden. Dazu ist deutsche Art zu groß und anständig. Wohl aber wird xs nötig sein, einem solchen Feinde gegenüber in den Friedensbedingungen Gewähr und Bürg­ schaften für die würdige Erhaltung unserer Kriegergräber, pie uns Heiligtümer sind, zu er­ langen. Noch in den Tagen der schweren Nieder­ lagen, der dauernden Rückzüge, versucht der französische Nachrichtendienst den geschlagenen Truppen vorzulügen, daß sie nie besiegt wor­ den seien, nie besiegt werden könnten, sie, die Helden von der Marne, der User und Ben dun. Tier geschändete Friedhof von Nesle straft alles dies Siegesgefasel Lügen. Nur ein Volk, welches sich hoffnungslos besiegt fühlt, läßt sich zu solchen hysterischen Schandtaten hin-, reißen, wie diese französischen Soldaten von der Marne, von der User und von »Verdun, die deutsche Heldengräber verwüsten und entweihen. &lt;Kb., W. Scheuermann. Kriegsberichterstatter Bayerische Nachrichten. Reichsrat Gras Prehsing, der durch seine Taten im Balkan- und im gegenwärtigen Kriege ebenso bekannt war, wie durch seine tempera­ mentvollen Reden im Reichsrat, ist im Westen gefallen. Verlängerung des Landtages. Durch eine Kgl .Entschließung vom 14. April wird die bis einschließlich 30. April verlängerte Tauer der Sitzungen des gegenwärtig versammelten Land­ tages bis einschließlich 28. Juni 1918 weiter verlängert. Die Wahlzeiten der ortstirchlichen Ver­ tretungskörper wurden bis 31. Dezember 1919 verlängert. Tapserkeitsmedaillen. Um die Taten der Inhaber der silbernen und goldenen Tapfevkeitsmedaillen auch deren Nachkommen zum Vor­ bild Opferfreudigster Vaterlandsliebe zu über­ liefern und die Erinnerung an diese Helsen für alle Zeiten 'im Volke wach zu halten, soll in den Verleihnngsurkunden eine kurze Schilderung der Tat Ausnahme finden, ähnlich wie dies bisher schon in den Urkunden über die Verleihung des Militär-Max-Josephordens ge­ schah. Für alle Inhaber der Tapserkeitsme­ dern daß blindwütender Haß tagelang gedulidig an der Sandtat gewerkt und geschwitzt hat. Wif l&lt;ent ganzen, mehrere hundert Grab­ stätten umsassenden Friedhose ist Wohl kein Denkmal oder Kreuz verschont geblieben, wenigstens habe ich keines gesehen. Eine Aus­ nahme bildet nur die hölzerne Grabstelle eines jüdischen Soldaten mit hebräischer Inschrift und dem "Mögen Diovid". Da sich diese in der Nachbarschaft französischer Gröber befand, so wußten die Grabschänder wahrscheinlich nicht, ob es sich um einen deutschen Keeresangehörigen handle. Dagegen haben sie die fran­ zösischen Gräber aus der Umzäunung genom­ men, die vor; uns daraus gesetzten Kreuze als besten Beweis für die würdige Ausstattung dieser Feindesgräber durch uns darauf belas­ sen, außerdem aber noch allerhand Zugaben im echtesten französischen Ungeschmack hinzu,gesügt, blau» weiß-rote Perlenkränze, Riesenstiefmütterchen aus bunten Glasperlen, Mar­ mortäfelchen mit vergoldeten "Souvenirs". Keinem deutschen Krieger wird es beifallen, an diesen Gräbern Vergeltung zu üben, so heiß auch jedem die Zornesadern schwellen, der vor die geschändeten Gräber seiner Ka­ meraden auf den Kirchhos in Nesle tritt. Wir dürfen es ohne Ueberhebung sagen: dazu ist unser Volk zu groß, dazu ist der letzte Mann, der unter den deutschen Fahnen ficht, ohne Unterschied des Bekenntnisses und jeder in seiner Akt zu fromm und zu ehrfürchtig vordem Tode. Tie Lebenden, die uns bekriegen und vernichten wollen, die wollen it'iir besiegen, und die werden wir besiegen. Vor dem ehren­ voll für sein Vaterland gefallenen Feind aber senken wir den Degen und entblößen wir das Haupt. So soll es bleiben. Die Franzosen brauchen nicht zu befürchten, daß wir an einem der Hunderttausenden von französischen Krie­ gergräbern in dem von uns besetzten Gebiete "Rache" nehmen werden. Dazu ist deutsche Art zu groß und anständig. Wohl aber wird xs nötig sein, einem solchen Feinde gegenüber in den Friedensbedingungen Gewähr und Bürg­ schaften für die würdige Erhaltung unserer Kriegergräber, pie uns Heiligtümer sind, zu er­ langen. Noch in den Tagen der schweren Nieder­ lagen, der dauernden Rückzüge, versucht der französische Nachrichtendienst den geschlagenen Truppen vorzulügen, daß sie nie besiegt wor­ den seien, nie besiegt werden könnten, sie, die Helden von der Marne, der User und Ben dun. Tier geschändete Friedhof von Nesle straft alles dies Siegesgefasel Lügen. Nur ein Volk, welches sich hoffnungslos besiegt fühlt, läßt sich zu solchen hysterischen Schandtaten hin-, reißen, wie diese französischen Soldaten von der Marne, von der User und von »Verdun, die deutsche Heldengräber verwüsten und entweihen. &lt;Kb., W. Scheuermann. Kriegsberichterstatter Bayerische Nachrichten. Reichsrat Gras Prehsing, der durch seine Taten im Balkan- und im gegenwärtigen Kriege ebenso bekannt war, wie durch seine tempera­ mentvollen Reden im Reichsrat, ist im Westen gefallen. Verlängerung des Landtages. Durch eine Kgl .Entschließung vom 14. April wird die bis einschließlich 30. April verlängerte Tauer der Sitzungen des gegenwärtig versammelten Land­ tages bis einschließlich 28. Juni 1918 weiter verlängert. Die Wahlzeiten der ortstirchlichen Ver­ tretungskörper wurden bis 31. Dezember 1919 verlängert. Tapserkeitsmedaillen. Um die Taten der Inhaber der silbernen und goldenen Tapfevkeitsmedaillen auch deren Nachkommen zum Vor­ bild Opferfreudigster Vaterlandsliebe zu über­ liefern und die Erinnerung an diese Helsen für alle Zeiten 'im Volke wach zu halten, soll in den Verleihnngsurkunden eine kurze Schilderung der Tat Ausnahme finden, ähnlich wie dies bisher schon in den Urkunden über die Verleihung des Militär-Max-Josephordens ge­ schah. Für alle Inhaber der Tapserkeitsme­</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lejjtk Wiica Neue U-Bootserfolge. i WTB. Berlin, den 17. April. (Amtlich.) ,Jm Sperrgebiet um die Azoren wurden von einem unserer Unterseeboote in den letzten Wo­ chen 5 Dampfer und 2 Segler versenkt. "Das U-Boot hat 27 Tonnen Gummi und 5 Tonnen Wachs für die deutsche Kriegswirtschaft in die Heimat mitgebracht. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Die neuen SteuersorDerungen. Berlin, 17. April. Im Reichstag wur­ den die großen neuen Stenervorlagen einge­ bracht. Sie setzen sich aus folgenden Punkten zusammen: Branntweinmonopol, Biersteuergesetz, Gesetz betreffen!) Besteuerung von Mine­ ralwasser und künstlich bereiteten Getränken, sowie die Erhöhung des Zolles auf Kaffee, Tee. Kakao und Chokolade, ferner Erhöhung der Post- und Telegraphingebühren, Kriegs­ steuer der Gesellschaften im 4. Kriegsgeschästsjahre, Aenderung des Reichsstempelgesetzes, Ge­ setz zur Aenderung des Wechselstempelgesehes!, Umsatzsteuer für Edelmetalle und Edelsteine, Kunstwerke, Antiquitäten, fho.ographische Handapparate, Musikinstrumente, Handwaffen, Motorfahrzeuge für Land und Wasser, Teppiche und Pelzwerke; ferner ein Entü nrf eines Ge­ setzes über die Steuerflucht, der Bierzölle. DiErträge bezw. Mehrertnäge weroen geschätzt in Millionen Mark: Kriegsstell er der Gesell­ schaften 600, Wechselstempel usw. 214, Umsatzund Luxussteuer 1000, Erhöhung der Post­ gebühren 125, Branntweinmonopol 650, Bier­ steuer 340, Weinsteller 106, Schaumweinsteuer 20, Mineralwasser 50, Zölle auf Kaffee, Tee, Kakao und Chokolade 75 Millionen. i Lejjtk Wiica Neue U-Bootserfolge. i WTB. Berlin, den 17. April. (Amtlich.) ,Jm Sperrgebiet um die Azoren wurden von einem unserer Unterseeboote in den letzten Wo­ chen 5 Dampfer und 2 Segler versenkt. "Das U-Boot hat 27 Tonnen Gummi und 5 Tonnen Wachs für die deutsche Kriegswirtschaft in die Heimat mitgebracht. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Die neuen SteuersorDerungen. Berlin, 17. April. Im Reichstag wur­ den die großen neuen Stenervorlagen einge­ bracht. Sie setzen sich aus folgenden Punkten zusammen: Branntweinmonopol, Biersteuergesetz, Gesetz betreffen!) Besteuerung von Mine­ ralwasser und künstlich bereiteten Getränken, sowie die Erhöhung des Zolles auf Kaffee, Tee. Kakao und Chokolade, ferner Erhöhung der Post- und Telegraphingebühren, Kriegs­ steuer der Gesellschaften im 4. Kriegsgeschästsjahre, Aenderung des Reichsstempelgesetzes, Ge­ setz zur Aenderung des Wechselstempelgesehes!, Umsatzsteuer für Edelmetalle und Edelsteine, Kunstwerke, Antiquitäten, fho.ographische Handapparate, Musikinstrumente, Handwaffen, Motorfahrzeuge für Land und Wasser, Teppiche und Pelzwerke; ferner ein Entü nrf eines Ge­ setzes über die Steuerflucht, der Bierzölle. DiErträge bezw. Mehrertnäge weroen geschätzt in Millionen Mark: Kriegsstell er der Gesell­ schaften 600, Wechselstempel usw. 214, Umsatzund Luxussteuer 1000, Erhöhung der Post­ gebühren 125, Branntweinmonopol 650, Bier­ steuer 340, Weinsteller 106, Schaumweinsteuer 20, Mineralwasser 50, Zölle auf Kaffee, Tee, Kakao und Chokolade 75 Millionen. i Erfolge itt Finnland. Berlin, 17. April. Das finnische Hau&gt;p&gt; quartier meldet unter dem 15. April: Ein Schaerenbataillon unter Führung des Leut­ nants Ehrenwared besetzte Abo und nahm die dortigen russischen Truppen gefangen. Die Ro­ ten räumten die Küstengegend zwischen Hangö und Nystad und ziehen sich schnell nach dem Landesinnern zurück. An der Tavastländiscyerr Front fortgesetzte lebhafte Feuertätigkeit bei Lempäälä, Asikkala. Kirchdorf am Westrjer des Päsanne. wurde von unseren Truppen be­ setzt. In Savolaks und Karleien heftige Gesechtstätigkeit. Eine deutsche diplomatische Mission in Ru Wand. Berlin, 17. April. Dias Volkskommissar ciat für auswärtige Abgelegenheiten in Mos­ kau teilte der deutschen Regierung mit, daß, es dem Eintressen einer deutschen diplomatischen Abordnung in Moskau entgegensehe und alle Anordnungen für den Empfang getroffen habe. Die russische Regierung stellte für den Grafen 'Mrbach bereits ein Haus in Moskau zur Ver­ fügung und wird die Mission, welche morgen Berlin verläßt, an der russischen Grenze mit einem Extrazug abholen lassen. Rücktritt des ungarischen Ministeriums. Budapest, 17. April. (Meldung des urgarischen Korresp.-Bureaus). Heute fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Wekerle ein Ministerrat statt, an dem fast sämtliche Mitglieder des Kabinetts teilnahmen. T«er nur kurze Zeit dauernde Ministerrat beschloß den Rücktritt der Regierung, worauf die anwesenden Mitglieder des Kabinetts die RücktrittsurlUnde unterzeichneten. Achs Polen. Warschau, 17. April. Nach betn "Kur. Wavzawsky" ist der Termin für die Einberu­ fung des Staatsrates auf den 3. Mai festgesetzt. Me neue Flandernschlacht. Berlin, 17. April. Bei der Erstürmung von Whtschaete wurden über 400 Mann, da­ runter 18 Offiziere gefangen genommen. Tie eingebrachte Beute beträgt 4 Geschütze, darunter eines des schwersten Kalibers und eine große Anzahl Maschinengewehre. Bei der Erober­ ung von Baillerrl, die in den ersten Morgen­ stunden stattfand, tonrbert 700 Gefangene zweier englischer Divisionen eingebracht. Die bluti­ gen Verluste der Engländer sind hier ganz besonders schwer. In anerkennenswerter Ta­ pferkeit opferten sie hier immer wieder neu eingesetzte frische Kräfte.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Litemisch«. Ernheits - Sienügraphic (Stolzr-sSchrey). Methodisches, leichtfaßliches Lehrbuch zum Selbstunterricht von M. Oetjen, Lehrer der Stenographie. Verlag L. Schwarz u. Comp., Berlin C. 14, Dresdener Straße 80. Preis 1.35 Mark. Litemisch«. Ernheits - Sienügraphic (Stolzr-sSchrey). Methodisches, leichtfaßliches Lehrbuch zum Selbstunterricht von M. Oetjen, Lehrer der Stenographie. Verlag L. Schwarz u. Comp., Berlin C. 14, Dresdener Straße 80. Preis 1.35 Mark.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Kriegsopfer der Familie Keilhofer gefallen. Sein Bruder Johann schrieb nach Hause, daß er ihn selbst in das Heldengrab gelegt habe. Tu trie (ältern schon zwei Söhne auf dem Felde der Ehre verloren hatten, wurde nun der dritte Bruder Johann aus der vordersten Front gezogen und einem Lastwagen als BeI gleitet beigegeben, um außerhalb der direkten I Gefahrzone den Eltern erhalten zu bleiben. Tä traf ihn mit drei Kameraden eine Flieger­ bombe und tötete nun auch den dritten Sohn Johann.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Gencraldirektion der Zölle und ind. Sten­ ern. Vom 1. Mai an wurden versetzt in etatsm. Weise aus Ansuchen die Oberausseher Nik. Sö­ der in Neuhaus a. I. an das Hauptzollamt Passau und Joh. Priller in Frankenthal an das Nebenzollamt 1 Neuhaus a. I.; befördert . in etatsm. Weise zum Steuerrevisor der gepr. Steuerdienstaspirant , Grenzaufseher Leopold I Kurzhals in Hohenberg beim Steueramt Kötzting. Dienstesnachrichten.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Landshut, den 18 Aml. —* Das Eiserne Kreuz 2. Klasse (nicht 1. Klasse, wie es gestern infolge eines Tiruckfehlers hieß) wurde dem Jäger Hans ©reiner Sohn des Herrn k. Obersekrehärs ©reiner hier, verliehen. , / N —* Das Militür-Verdien st kre UZ mit Krone und Schwertern wurde Herrn Seb. Unterhäuser, Gastwirt in Deutenkofen. verlie­ hen. —* Todesfall. Nach längerem schweren Leiden starb gestern die Gattin des Herrn f. Landgerichtssekretärs Felix Meindl, Frau Rosa Meindl. An der Bahre der geliebten, treubesorgten Mutter steht trauernd der Gatte mit 3 unmündigen Kindern. —* Für die 8. Kriegsanleihe zeichneI ten tue Schüler des hiesigen humanistischen Gymnasiums die Summe von 8900 Mark. —* I m Westen haben sich die Kämpfe wei­ ter nach Norden verlängert. Unser neuer Vor­ stoß erstreckt sich auf das Gebiet rund um Ipern, das sowohl von 'Süden als von Nor­ den bereits umfaßt ist, während von Osten her unsere Truppen dem Vormarsch folgen. Im Süden wurde Whtschaete genommen, im Nor­ den die Orte Paschendaele, Poelkapelle und ! Langemark. Es wurden hierbei 1100 Englän­ der gefangen, Kanonen und Maschinengewehre erbeutet. —* Die herkömmliche Georgifei er findet am Sonntag aus der Trausnitz statt. Aus : diesem Anlasse sind die alten Zimmer der Burg I dem Besuche geöffnet. —* Ein gewerblicher BuchführI ungsk urs beginnt, vom Gewerbeoerein ver­ anstaltet, am nächsten Samstag. —* Bort rag. Bei der nächsten Zusam­ menkunft der Jugend-Abteilung vom FrauenVerein vom Roten Kreuz am 20. April (Tväxlmair halb 4 Uhr) wird Herr Regierungsrat Frhr. v. Aufseß die Jugend mit einem heiteren Vortrage über "Kriegstiere" erfreuen. Wir die große Liebenswürdigkeit des Vortragenden, dessen Rednerkunst im Preßverein schon ver­ schiedene Male Bewunderung erntete, sich auch in den Dienst der Jugend zu 'stellen, gebührt diesem herzlicher Tank. Wr musikalische und i andere Vorträge aus ihrer Mitte wird auch l Raum sein und wer kann, soll mithelfen, den I Nachmittag zu beleben und zu verschönern. I —* Elektrischer Strom für das Gew e rb e. Tie Wagnermeister haben ein Ge1 such an den Magistrat gerichtet, mit Rücksicht auf die vielen Aufträge, unter denen sich auch Kriegsaufträge befinden, für das Wagnerhand­ werk die Einsparung für Strombezag auszu- ; heben. Wie Herr Baurat Scheller betonte, ist hierfür der Magistrat nicht zuständig, sondern die Reichsverteilungsstelle für Kohlen. Tie Kriegsamtsstelle ist auf dem Standpunkt, daß eingespart werden muß Tjer Leutnant des Abnahmekommandos hat nun vergeschlagen, bei anderen weniger notwendigen Betrieben Strom einzusparen und diesen den wichtigeren Ge­ werben zuzuführen .Es wäre dies möglich, wenn man vielleicht jeden Kino zwei Tage in der Woche sperren würde und den ersparten Strom dem Handwerk zukommen ließe. Das Elektrizitätswerk muß 20 Prozent einsparen. Es hat aber bis jetzt nicht nur keine Einspa-, rung sondern eine Zunahme des Stromver­ brauches um 2000 Kilowattstunden stattgefun­ den. Eine Einsparung ist vielleicht möglich, wenn die nächsten Rechnungen mit den Stra­ fen hinausgehen. Ter Besitzer des Thalia­ theaters hat sich, an das Kriegsministerium gewendet, das den Vorschlag machte, den an­ deren Kinos den Strom für das Thaliatheater abzuziehen. Herr Scheller meinte aber, wenn er den Strom den Kinos abziehe, dann müsse er ihn doch eher anderen notwendigen Ge­ werben geben, als einem neuen Kino. Er be­ antrage daher, den Kinos den Strom einige Tage zu sperren und den ersparten Strom dem Handwerk zur Verfügung zu stellen. Ter Besitzer des Thaliatheaters halte zudem das Kino nach leuerpolizeilichen Anforderungen für einwandfrei, was int Magistrate widersprochen wird. Herr M.-Ri Hintermaier meinte, die Sperre der Kinos solle lieber aus einige Stun­ den im Tage, als auf ganze Tage ausgedehnt werden. Herr Scheller erklärte, daß auch die­ ses Vorgehen in Erwägung gezogen werden soll. Stach dem 'Herr M.-M Heilmaier noch um möglichste Berücksichtigung des Gewerbes gebeten hatte, beschloß der Magistrat, im Sin­ ne der Anregung des Herrn Baurat Scheller zu erledigen. Herr M-iR. Kohlndorfer legte untere Zustimmung noch, den magistratischen Standpunkt dahin fest, daß die bestehenden Kinos in Anbetracht der bestehenden Notlage Strom einsparen müssen. An die Errichtung neuer Kinos kann vorerst nicht gedacht werden, wenn sie Anspruch auf städt. Strom erheben. Tie Brauerei Gebrüder Wittmann ersucht den Magistrat um eine Kinokonzession in der Jä­ gerhalle. (Sollte hierfür der der Jägerhakle bezw. dem Heißgarten zustehende Strom nicht ausreichen, so erklärt sich die Brauerei bereit, den fehlenden Strom aus ihrer Stromzentrale in der Brauerei in Achdorf zu entnehmen. Außerdem stellen sie ihr Kino auch zur Vorfüh­ rung von Gemeindefilms zur Verfügung, die von dem Städtetag zu allgemein bildenden Zwecken herausgegeben werden. Ter Magistrat beschloß hierzu, tzie Bewilligung zu kinematographischen Vorführungen in der Jägerhalle auf Ruf und Widerruf zu erteilen nnter der Bedingung, daß außer dem dem Betriebe zuste­ henden Strom kein Strom aus dem städt. Elek­ trizitätswerk beansprucht wird.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Stadttheater. Heinrich! Reinhardts Operette ,Tas süße Mädel" brachte schon seinerzeit den Operetten­ bühnen schöne Kassenersolge und auch heute noch erfreut sie sich dank ihrer populären Mu­ sik der Gunst des Publikums. Am letzten Sonn­ tag ging das Werk nach- mehrjähriger Pause auch wieder über unsere Bßihne, besucht und be­ klatscht von den ewig seeligen Operettenliebha­ bern, deren Zahl namentlich in den letzten Jah­ ren eine beängstigende Erhöhung erfahren hat. Von rührender Dankbarkeit erfüllt, nahmen sie das Dargebotene mit ungemischter Freude entgegen und diktieren so durch ihren Massen­ besuch und ihre enthusiastischen Beisallskundgebungen der Tirektion die Operette mehr denn je in den Spielplan. Tie Aufführung bot das übliche Bild, teils gute, teils weniger günstige Interpretationen. Eine vortreffliche Lola Win­ ter sang und spielte Frl. Lafchinger, die man I immer mehr beglückwünschen dars zu bem « Sprunge von der Soubrette zur Tiva. Sie wird wenn sie sich auch noch das Graziöse dieses Faches voll und ganz angeeignet hat, einer glücklichen Laufbahn entgegenschreiten. Tier Graf Hanns des Herrn Tr. Quedenseldt hat neben der hübschen stimmlichen Wiedergabe auch noch den Vorzug vornehmen und natürlichen Spiels. Herrn Brückners Florian war entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit etwas ruhiger und deshalb sicher nicht weniger wirksam, viel­ leicht entschließt er sich auch noch seiner Stim­ me mehr Sorgfalt und Schule zu widmen, das Material wäre vorhanden. Erfrischend wie im­ mer wirkte Frl. Mkulska als fesche, eifersüch­ tige Fritzi. Herr Almas hat für Operettenfstr!sten im Genre des Grafen Liebenburg sowohl stimmlich wie darstellerisch wenig übrig, hier hätte Herr Kaspar wenn auch unter Verzicht- 1 leistung auf seinen urgelungenen Klapper ein­ springen müssen. Ms Lizzi versuchte sich Frl. Zink; das stimmliche Hervortreten, das diese Partie namentlich im Tuett mit Prosper (Herr Horst) verlangt, war nicht gewährleistet- Im Orchester vermißte man wieder das Einverneh­ men zwischen Dirigenten und Mitgliedern und stieß aus schwer zu überwindende Tempischjrierigkeiten. .Hg.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Stimmen aus dem Publikum. Ter volkstümliche Vortragsabend der Her­ ren Humbert, Brückner und Mjüller-Herrneck am letzten Tienstag scheint beim hiesigen Publikum nicht das gewünschte Interesse erregt zu haben. War der äußerst schwache Besuch der Ermüdung durch andere Veranstaltungen zuzuschreiben oder hat man die Sympathien überschätzt. Tie Stimmung auf der Bühne und tnt Zuschauer­ raume wurde natürlich durch die Leere 'des Hauses beeinträchtigt. Herrn Theodor Humperts klangvoller Bariton ertönte in Liedern von Mendelssohn, Schumann, Henschel, Kreut­ zer, Gumbert und Leoneavallo. Sein kräftiger Tonansatz kam in den dramatischen Gesängen weit mehr zur Geltung, als in der Lyrik Schu­ manns und Mendelssohns, an deren Stelle er Löwe setzen sollte. AM besten gelang ihm wohl der Prolog aus Bajazzo und die Kühle­ born-Arie von Gumbert^ wofür ihn anhalten­ der Beifall lohnte. Herr Müller-Herrneck er­ wies sich als gewissenhafter Begleiter und tat sich auch hervor als Solopianist in Griegschen Kompositionen, im Liebeswalzer von Moskowski und in der für den Charakter desAbends nicht sehr glücklich gewählten Sonate pathetique von Beethoven. Als dritter tnt Bunde ließ sich Herr Brückner hören, dessen Musikmappe für Einzelvorträge neuerer Art nicht beson­ ders reichlich bestellt schien. übermäßige Hilfe aus dem Kasten kommt beim Brettlgesang störender zum Ausdruck, als in der durch das Forte des Orchesters gedeckten Operettenpartie. Ter reichlich gespendete Applaus klang für je­ den der Vortragenden gleich herzlich, Herrn Brückner wurden am Schlüsse verschiedene Aügebinde überreicht. Hg. etiinten ras dem PudlAm. (®&lt;e Redaktion übernimmt für Einsendungen uniei dies« Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Zur Bauratswahl soll morgen die Entscheidung fallen. Gestern meinte ein Schreiber einer St. a. d. P., daß unser neuer Baurat von Hoch- und Tiefbau etwas verstehen müsse. Tos habe 'ich schon vor einiger Zeit betont. Immerhin aber Tann man nicht verlangen, daß per Baurat in beiden Dingen gleich beschlagen ist. Das Baufach ist nun einmal geteilt und darum auch der Streit, ob Landshut einen im Hoch- oder im Tiefbau hervortretenden Baurat benötigt. Es muß nun aber immer wieder bei aller Hochschätzung vor der Tiefbaukunst gesagt werden, daß Landshut in erster Linie einen Hochbautechniker oder wie ihn andere nennen, timen Architekten braucht, weil der Baurat auf diesem Gebiete volle Be­ schäftigung findet und hierin auch bestimmend aus die fernere Ausgestaltung unserer Stadt zu wirken vermag. Mit komplizierten Tiefbau­ fragen wird die Stadt nichts @u tun haben. Bei dem Ausbau des Kanalnetzes, bei einer ev. spä­ teren Vereinigung der Leitung von Stadtbau­ amt und Wasserversorgung wird ja meist an die schon bestehenden Anlagen und Pläne an­ zuknüpfen sein. Das Hauptgewicht der Dätigkeit eines Baurates in unserer Stadt ist und bleibt der Hochbau. Tjarum auch die immer wiederkehrende Forderung nach, einem Sach­ verständigen auf diesem Gebiete. F. t</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Handel und Verkehr. 21er Geschäftsbericht der Bayer. Versichcrungsbank München ist im Anzeigenteil i der heutigen Nummer veröffentlicht, woraus Interessenten verwiesen werden.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
