Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-04-23. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 111, 1918-04-23. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Westlich vom Wardar lebhaftes' ge­ genseitiges Artilleriefeuer. Fm Dorfe Huma zerstreuten.unsere Posten eine starke feindliche Patrouille. Bei Toiran bemerkenswerteFeuertätigkeit auf beiden Seiten,^Oestlich vom Toiransee und südwestlich von Serres zerstreuten wir durch Feuer mehrere feindliche Jnsänte« rieabteilungen. . ( Is t8r«W Bericht. K o n st a n t i n o p e l, 20. April. Amtlicher Bericht: . ■ Palästinafront: Unter dem Schutze starken. Artillerieseuers machten mehrere englischeKavallerie-Brigaden, denen auch Infanterie folg­ te, einen Vorstost auf das östliche Jordanufer Im Gegenstoß wurde der Feind zurückgewor­ fen; unsere Artillerie brachte ihm schwere Ver­ luste bei. ' ! Kaukasus front: Unsere Bewegungen schrei­ ten planmästig vorwärts. 1 Tier Kaiser zur achte» Kriegsanleihe. Vom Kaiser ging dem Staatssekretär des Reichsschatzamtes nachfolgendes Telegramm zu: Ich empfange mit gröstter Befriedigung und Freude die Meldung von dem gewaltigen Er­ folge der achten Kriegsanleihe. Ich begrüße ihn als herrliches Zeichen der starken Opserwilligkeit und unbeugsamen Siegeszuversicht, des gesamten deutschen Volkes. Dieser in der Heimat errungene Sieg reiht sich würdig den unendlich grasten Taten von Armee und Ma­ rine an. Teutsches Schwert.und deutsche Kraft werden mit Gottes Hilfe den Willen der Feinde zuschanden mpchen Und werden die Zukunft des Vaterlandes aus einen festen Grund stellen. Mein warmer Tank gilt Ihnen, der Reichsbank und allen, welche durch Wort und Tat bereit gewesen sind, zu "helfen. Wilhelm. I. R. Ein »euer Friedensschritt des Papstes soll bevorstehen. Nach einer Meldung des "Secölo" sind zahlreiche italienische Kardinäle und Bischöfe zum Zwecke einer besonderen Bera­ tung in Rom eingetroffen. 3.5 Millionen Kriegsgefangene. Bis zum 1. März 1918 machten die Mit­ telmächte im ganzen 3 450 000 Gefangene. Diese Zahl überschreitet die Gesamtzahl der männli­ chen Erwerbstätigen Schwedens, Norwegens u. Dänemarks um mehr als eine halbe Million und übersteigt ein Fünftel der männlichen Er­ werbstätigen Deutschlands im Frieden. Tie Mittelmächte gewannen damit ein Arbeiterheer, das auf wichtigen Gebieten der Volkswirt­ schaft wertvolle Dienste leistet und einen grotzen Teil der zum Kriegsdienst einberufenen eigenen Arbeitskräfte besetzt. Mit der Tauer des Krieges wächst dieses .Arbeiterheer und seine Anpassung an die wirtschaftlichen und technischen Bedürfnisse der Mittelmächte. Brach­ te doch die siegreiche Westschlacht TeutsMand' in einem Monat einen Gefangenenzuwachs von rund 125 000 Mann. ! Ser 6ent|@t 9ert<6L 1 WTB. Berli n. den 22. April 1918. — Großes Hauptquartier: W e s t l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a t z. An den Schlachtfronten örtliche Ins anterieunternehmungen. Versuche des Feindes über den La Bassekanal nordwestlich von Bethune vorzudringen, scheiterten in unserem Feuer. Nördlich von Allbert nahmen wir 88 Engländer, draunter 2 Offiziere gefangen und erbeuteten 22 Minenwerfer und einige Maschinengewehre. Ter Artilleriekanchf lebte nur in wenigen Ab­ schnitten auf. ■ An der übrigen Front ■ blieb die Gefechtstätigkeit in mastigen Grenzen. -Südivestlich von Mtkirch machten wir bei ei­ nem Erlündungsvorstost Gefangene. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. i ! Dr« 1. ÄsNeralauarrtermeiSBr: Hisfre*6orf?. * WTB. Berli n, den 22. April. Amtlicher Abendbericht: Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Srr Sstttr.-Mg. Vericht. WTB. Wien, den 22. April, mittags. Amtlich wird gemeldet: Ler Geschützkampf an der Tiroler Südfront und in den Sieben Gemeinden hält an Der Ehef des Veneralstad-8. ────────── Die U-Bootsbeute im März. 689,000 Brutto-Registertonuen; feit Kriegsveginn wurden 16 Millionen 469,000 Brutto - Registertonnen der Welttonnage vernichtet Feindliche Nevergangsversuche. am < La Bassee-Kanal vereitelt. - Rumänien wünscht schleunigen Friedensschluß. — Straßenlämpse in Moskau. - Die Erfüllung der baltischen Wünsche. ────────── Gefecht gesetzt und gewissermaßen erstürmt. Tie französische Infanterie, die voller Vertrauen den voranfahrenden Panzerwagen unmittelbar folgte und teilten ernsthaften Widerstand mehr erwartete, wurde unter verheerendes Feu:r ge­ nommen. Sie flüchtete im deutschen Verfol­ gungsfeuer in ihre Ausgangsstellung bei Rouvrel zurück. Ter bei Beginn des Angriffs nach Norden abgeschwenkte Tank versuchte mit gro­ ßer Bravour nochmals einen Angriff aus eigene Faust, wobei er in Brand geschossen wurde., Seine tapfere Besatzung kam ums Leben. Französische Behandlung der Heimatchoseu. 1 Tie Einwohner der von den Franzosen geräumten £rte im Kriegsgebiete sind durch die Schuld der französischen Regier'ung dem größ­ ten Elend preisgegeben. Auf Grund eigener Anschauung gibt u. a. der Sozialist Renaudel in der "Humanite" eine Schilderung dieser Zustände. Darnach fehlt vom Augenblick des Räumungsbefehls ab' jede Unterweisung oder Unterstützung 'der Betroffenen. Tie Verwal­ tungsbehörden und die militärischen ^Stellen tun nichts für die Avrmsten. ES wird ihnen nicht einmal gesagt, aus welchen Wegen sie ab­ zuziehen haben. Tie Versprechungen hinsicht­ lich der Verpflegung sind wertlos, da die Durchführung infolge der völlig versagenden Organisation ausbleibt. In den Unierkunftsorten sind die Häuser stets mit durchziehenden Truppen belegt/ sodaß die von ihrer Scholle Vertriebenen kaum in Ställen und Schuppen Zuflucht finden und ratlos einem unbestimm­ ten Schicksal entgegensehen. In vielen Blättern wird schleunige Hilfe bringend verlangt, ohne daß aber bisher ernstlich Wandel geschaffen wurde. Und Paris hat es aus guten Gründen durchgesetzt, daß, es von dem Zustrom der Hei­ matlosen verschont bleibt. ' England läßt seine Bundesgeiwss.'n voran. Ber l in, 21. April. Bei den letzten Käm­ pfen an der Lysfront wurden mehrere franzö­ sische Divisionen urto eine starke französische Artillerie auch auf diesem Kampfplatz festge­ stellt. Sie waren infolge der 'britischen Nie­ derlage auf den Hilferuf der Engländer eiligst nach Flandern abtransportiert worden. Wäh­ rend lurz vor der Offensive auf Frankreichs Trängen die Engländer ihre Front bis über die Oise verlängern mutzten, stehen nunmehr überall wieder französische Truppen an den Hauptlampssronten von Noyvn bis in die Ge­ gend von Hazebrouck. Auch unter dem Ober­ befehl des Generalissimus Fach verwenden die Engländer französische Divisionen, die sie nach 'ihrem Belieben genau so wie die Iren, Schot­ ten, Kanadier', Australier und Neuseeländer stets an den Brennpunkten der Großkämpse einsetzen. Mit Vorliebe werden die französi­ schen Truppen 'dazu bestimmt, die schwierigen Gegenstöße auszuführen. Dabei erleiden sie naturgemäß besonders schwere blutige Verluste. 38c Verdienste der Fernsprecher. Neben der Erfolgen der deutschen Kampf­ truppen verdienen die Leistungen der Jernsprechbedienungen besondere Erwähnung. Ab­ gesehen davon, daß sie wiederholte Male bei Angriff und Verteidigung zu Gewehr und Handgranaten greifen muhten, haben sie durch ihre Unerschrockenheit unzähligemake viele Hun­ derte ihrer Kameraden aus gefährlicher Lage errettet. So trugen sie bei den jüngsten Er­ oberung von Sieenwerck nicht zum wenig­ sten dazu bei, d aß der erstürmte Ort gegen alle erbitterten Gegenstöße des Feindes gehalten wurde. Mt dem voraneilenden Regimentsstab waren sie unter den ersten, die in die Stadt ein­ drangen. Ihre Drahtrollen auf dem Rücken, ihre Kästen in der Hand, durchliefen sie den Eisenhagel. Als die Munition der Infanterie knapp wurde und ein Abtilleriebeobachtungsoffizier aus der vordersten Linie das Feuer 1 feiner Batterie zur Entlastung der Infanterie auf die dichten Massen der,anstürmenden Eng­ länder richten wollte, stellten sie trotz des stärk­ sten Feindfeuers die Verbindung her. Immer wieder zerrissen die in die Stadt prasselnden » englischen Granaten den Draht, doch unermüd­ lich stürzten die FernspvechMannschaften durch die Stadtruinerr, besserten die zerstörten Stel- len aus und vermochten in letzter Stunde die Verbindung mit der Batterie herzustellen, die nunmehr die feindlichen Sturmkolonnen zusammenschoß, sodaß der Ork gehalten werden konnte. Erregung in Paris. Berlin, 21. April. In Paris wächst dauernd die Grregung über das Versagen der Engländer, das Frankreich neue ungeheure Blntopser auferlegt. Militärische Kreise er» klären es als ganz unverständlich, daß währenb der langen Kampfpause, die der Einnahme Montdidiers folgte, kein, einziger Versuch gemacht wurde, den Teutschen das eben eroberte und nicht befestigte Gebiet wieder zu entreißen. Eine große Sorge kommt hinzu, Paris kann * nicht mehr genügend verpflegt werden. Tie I Unterbrechung der regelmäßigen BahntransI Porte und die Notwendigkeit der Neueinrich| tung von Lagern und Depots zwingt die franI zösische Heeresverwaltung, alle greifbaren Vor1 täte an sich zu Flehen. Zur Besserung der I Volksstimmung Werden fortwährend deutsche I Gefangene durch Paris geführt. Es sind jedoch I keine neuen Gefangenen, sondern alte JnsasI sen der Gefangenenlager. I Die Niederlage der Amerikaner bei 1 ' St. Mihieß 1 S Das Unternehmen gegen die Amerikaner I beiderseits Seichegreh führte dank sorgfältiger I Vorbereitung und gutem Zusammenwirken alI ler Waffen zu einem vollen Erfolg. Nach wir| kungsvoller Feuervorbereitung, durch die ArI tillerie und Minenwerser, während der der I Feind' bereits schwerste Verluste erlitt, stürm» § ten wie Teutschen die Stellungen der gegen» I überliegenden amerikanischen Division in 2einhalb Kilometer Breite und stießen teilweise bis zu 2 Kilometer Tiefe durch. Ter Ort Sei| chepreh wurde erstürmt. Er lag voller ameri­ kanischer Leichen. Um die Unterstände, Stütz­ punkte und Keller entspannen sich erbitterte Nah Kämpfe, bei denen "die sich tapfer wehrende Besatzung fast bis auf den letzten Mvnn umkam. Auch in einzelnen Unterstandsgruppen im ReI nierewalde kam es zum Handgemenge. Hier 1 waren die amerikanischen Verluste besonders hoch. Tie anfangs mäßige artilleristische Ge­ genwirkung steigerte sich im Laufe des Ta­ ges von 10 Uhr 30 Mn. vormittags an, flaute aber schon nach 3 Uhr nachmittags wesentlich I ab. Nördlich Beaumont sowie 'über Bernieonrt | sah man feindliche Abteilungen gegen 2 Uhr | nachmittags heran'marschieren. Unser gutliegen» des Vernichtungsfeuer faßte die dichten Marsch­ kolonnen an und zersprengte sie unter schwer­ sten Feindverlusten. Um 5 Uhr 30 Min. nachfi mittags wurde das Auffüllen der feindlichen | Gräben am Jurywald beobachtet. Gleichzeitig | stellten die heutigen Flieger weiter rückwärts fl feindliche Reserven fest und griffen sie so| fort mit Maschinengewehrs euer an. Gegen die I dichtgesüllten Gräben am Jnrhwalde faßten I zahlreiche deutsche Batterien ihr Feuer zu| sammen, das mitten in die bereitgestellten Sturmtruppen schlug. Nach Einbruch der Dun­ kelheit und nachdem die feindlichen Vertei­ digungsanlagen unp Unterstände zerstört und gesprengt waren, wurde die genom­ mene Stellung planmäßig und vom Gegner un­ bemerkt wieder geräumt. Tank der guten Vor­ bereitung der Unternehmung blieben die Ver­ luste der deutschen kriegserprobten Truppen 1 gering, kvährend die 'kriegsungewohnten Ame­ rikaner außer ungewöhnlich hohen blutigen Verlusten 5 Offiziere, darunter einen Haupt­ mann und einen Arzt, 178 Gefangene und 25 Maschinengewehre einbüßten. Evakuierung von Paris. Ter Züricher Tagesanzeiger meldet aus Paris den Beginn der teilweisen Evakuierung I von Paris. Infolge der Fortdauer der Be| schießung sollen 100 000 Einwohner nach aus­ wärts gebracht Werdern ────────── Finnlands Freiheitskampf. Tier ermordete "Kriegsminister". Wie "Stockholms Tidningen" aus Haparanda erfährt, haben die Roten Gardisten ihren Kriegsminister? Haapalainen ermordet, weil sie unter seiner Führung so große Verluste erlit­ ten haben. Haapalainen war vor der Revolu­ tion Vertrauensmann der Sägewerksarbeiter und wurde zuerst zum Zivilminister und später Kriegsminister der Roten ernannt. ────────── Aus Livland, Kurland und Esthland. Die Erfüllung der baltischen Wünsche. Berlin, 22. April. Am 21. April hat der Reichskanzler im Großen Hauptquartier I die estländische und livländische Abordnung em­ pfangen und ihr tm Aufträge des Kaisers dessen wärmsten Tank für das in den Beschlüssen des Landesrats ihm ausgedrückte Vertrauen aus­ gesprochen. Weiter teilte er der Anordnung I mit, daß der Kaiser bereit fei, den baltischen Landen den militärischen Schutz des Teutschen Reiches gegenüber Rußland bei der Verwirkli­ chung der Loslösung von Rußland zu gewähren, und die baltischen Lande als selbständigen kon­ stitutionellen Staat anzuerkennen. Mit be­ sonderer Genugtuung habe der Kaiser schließ-lich, den Wunsch der Balten nach einer Perso­ nalunion begrüßt.' und diesem Wunsche wohl­ wollendste Prüfung und baldigste Erfüllung in Aussicht gestellt. Am Schlüsse seiner Ausspra­ che übermittelte der Kanzler dem Landesrat noch die besten Wünsche für sein weiteres Ar­ beiten. - ────────── ten Premierminister es gar nicht so unlieb, wenn sein Kabinett jetzt "Selbstmord" begehen würde. ' v ────────── Aus Rumänien. Tste rumänische Friedenssrage. Ter Korrespondent der Amsterdamer Zei* tung "Tijd" hatte eine Unterredung mit einem rumänischen Diplomaten, der erklärte: Seit dem Lode König Carols lag die rumänische Politik vollkommen in. der Hand der Königin Maria. Ter König spielte eine jämmerliche Rolle. Pratianu und Jonescu taten nur, was ihnen von der Königin diktiert wurde. Tie Niederlagen und' Enttäuschungen haben die Königin Mar tief getroffen, aber sie selbst war es, die vor dem Sturze Kerenskis schon, die Versöhnung mit den Zentralmächten wünschte und den Weg zum Frieden bereitete; ihre einzige Friedens­ bedingung war, daß, der Thron sür die Thnastie des Königs Ferdinand gesichert bleiben müsse. Nach den neueren Meldungen scheut sich diese Hoffnung der ehrgeizigen Königin nicht zu erfüllen. Berlin, 22. April. Ende dieser Woche • wird Staatssekretär Kühlmanrz zusammen mit Baron' Burian sich zur Fortsetzung der Ver­ handlungen nach Bukarest begeben. Dadurch wird der geplante Besuch des Barons Burian in Berlin etwas hinausgeschoben werden. Wenn die Unterzeichnung T)e§ Friedensvertrages in Bukarest bisher noch nicht zustande geklommen ist, so ist das darauf zurückzuführen, daß die Verhandlungen von einer Koalition geführt werden, bei der ein Teil auf den anderen Rück­ sicht nehmen muß. Aus deutsche Hemmnisse ist diese Verzögerung jedenfalls nicht zuruck!zuführen. Rumänien wünscht Beschleunigung der Friedensverhandlnngcn. \ Wien, 22. April. Nach Schweizer Infor­ mationen, die dem Korrespondenten der Telegraphen-Pnion zugingen, hat der rumänische Ministerpräsident Marghiloman einen Schritt bei den Regierungen der Mittelmächte unter­ nommen, um eine Beschleunigung ber Frie­ densverhandlungen durchzusetzen, da Rumänien des Friedens nicht mehr Bänger entraten könne. ────────── Aus neutralen Ländern. Holländische Abrüstung? Haag, 22. April. Bei der Etatsberatung in der holländischen Ersten Kammer hat der früher Kriegsminister Colhn die Möglichkeit ei­ ner Beschränkung der Heeresausgaben erörtert. Er sagte, daß bei Fortsetzung der gegenwärtigen Offensive an ber Westfront in wenigen Mvnanaten eine Lage eintreten werde, die es Holland ermöglichen würde, seine Neutralität auf einer anderen Basis zu behaupten als bisher. — Aus den holländischen Zeitungen geht hervor, daß nach Colhns Ansicht die deutsche Offensive einen so günstigen. Einfluß auf die militärisch­ politische Lage Hollands ausüben werde, baß die holländische Regierung teilweise zu meiner Abrüstung schreiten könne. Neuer englischer Raubversuch. 1 Ein Berliner Telegramm der,Möln. Ztg." verzeichnet das Gerücht, dag, der Vierverband wohl versuchen werde, die rn den holländi­ schen Kolonien liegenden deutschen Schiffe weg­ zunehmen, und bemerkt dazu, dies würde eine Verletzung der holländischen Souveränität be­ deuten, die sich Holland nach mehrfach abgege­ benen ausdrücklichen Erklärungen nicht gefallen lassen würde. Diese Auffassung werde Holland auch zweifellos im vorliegenden Falle bestim­ men müssen. ────────── Japan im Kriege. Tie japanische Aktion beendet. , Genf, 22. April. Eine Note der japa­ nischen Regierung an die Ententeregierungen betont, die japanische Aktion in Sibirien habe mit der Truppenlandung in Wladiwostok nicht begonnen, sondern ihren Abschluß gefunden. Japan ertlärt in dieser Note formell, daß ein Vormarsch in das Innere Rußlands nicht un­ ternommen werde. Tie Vorgänge in Wladi­ wostok seien örtlicher Natur. ZttfammeustöM in Wladiwostok. "Daily Telegraph" erfährt unterm 10. April aus Tokio: Gestern haben die Bolsche­ wik auf die japanischen Marinesoldaten in Wladiwostok geschossen. Tiefe haben das Feu­ er erwidert aber keine Verluste erlitten. In gut unterrichteten Tokioter Kreisen glaubt man, daß die Gegenwart von Truppen in Wladi­ wostok die Bevölkerung in Respekt halten und die Lage retten werde. Die japanische Regier­ ung gab zu verstehen, daß dir Unruhen sich nicht weiter ausbreiten dürfen, sie glaubt aber vorerst nicht zu einer Sntcroention streiten zu müssen. ' t ────────── Aus Amerika. Wnerrran'kVcher Chauvinismus. Tier Mattn meldet aus Washington: Das 1904 vom Kaiser geschenkte Standbild Fried­ richs des Großen ist von seinem Platz vor der Kriegsschule entfernt >und in einen Keller ge­ bracht worden. Tie Selbstverstümmelungen in der amerikanischen Airmee mehren sich. Tie Kriegsstimmung der amerikanischen Truppen, die nicht in geschlossenen Verbänden unter amerikanischem Befehl sondern regimenterweise zwischen den englischen und französischen Trup­ pen angesetzt werden, nimmt mehr und mehr ab. Aus einem erbeuteten Krankenbuch eines amerikanischen Avztes, überschrieben "Selfinslioted Wounds", geht hervor, daß allein bei einem Bataillon in ber Zeit von drei Tagen nicht weniger als 6 Soldaten sich durch Selbst­ verstümmelung (Selbstschuß beim Gewehrreini­ gen) dem Dienst in der vordersten Linie entzo­ gen haben. Tie Mängel im amerikanischen Sanitäts­ dienst. Berti 21. April. Aus.dem Tagebuch eines amerikanischen Truppenarztes, der ' bei den letzten Kämpfen an der Westfront gefangen! wurde, geht hervor, daß an Sanitätspersonal der letzten 'diesbezüglichen Eintragungen bes und Material größter Mangel herrscht. Eine amerikanischen Arztes lautet "wörtlich: Wir be­ kommen weder Unterstützung an Krankenträgern noch das beantragte Verbandszeug. Unsere Vorgesetzten tun eben nicht ihre Pflicht. ────────── Der Krieg zur See. Tie Folgen der Versenkung eines italienischen i Tiampfers. WTB. Rom, 21. April. (Agenzia Stefani.)' Ter Dampfer "Tripolt", der den Dienst zwischen Sardinien und dem Festlande versieht, wurde am 17. Wirz 10 Uhr 20 Minuten nachts torpediert und versenkt. — Ter Marineminister hatte eine strenge Untersuchung angeordnet!, um die Umstände der Versenkung und die Borgänge beim Rettungsdienst feststellen zu lassen. Tie Untersuchung ergab, daß der Kommandant des Schisses, das den Auftrag hatte, die "Tripoli" zu geleiten, für die Versenkung verant­ wortlich zu machen sei; er werde demzufolge vor ein Marinekriegsgericht gestellt. Außer­ dem wurde bei der großen Bedeutung des Ver­ kehrs zwischen Sardinien und dem Festlande ein Ausschuß ernannt, um eine weitere Unter­ suchung über dieses schmerzliche Ereignis an­ zustellen. Ferner wurden Maßnahmen getrof­ fen, um eine größere Sicherheit der Verbin­ dung zwischen Sardinien und dem Festlande zu ermöglichen. i l i < , , ────────── Wie sein Vater human und mildtätig, wandte er allen kulturellen- und wirtschaftlichen Be­ strebungen lebhaftes Interesse zu. Tier "Lokal­ anzeiger" erinnert daran,.daß der Herzog, der mit Leib und Seele Soldat war, in Berlin, von 1877 bis 1882 aktiven Dienst getan hat. Ein Ohrenletden zwang ihn, aus dem Tienst zu scheiden. Seitdem lebte er hauptsächlich seiner Neigung zur Kunst. Daß der Herzog ein kerndeutscher Fürst war, der dem gewaltigen Völkerringen das lebhafteste Interesse entge­ genbrachte, beweisen die wiederholten Besu­ che, die er seinen Truppen an der Front ab­ stattete' und die.Begünstigung, die er allen pa­ triotischen Unternehmungen in seinem Herzog­ tum zuteil werden ließ. ────────── Die Nebelfrau. Roman von Annh Wüthe. 64j l (Nachdruck verboten.) Ich möchte dir etwas sagen,' Dorret. Aber bitte recht schnell. _ Ich muß gleich wieder zurück in den Gorlingshof. So schnell geht das nicht, wandte Olaf verlegen ein. Weil ich die Worte nicht so sein und zierlich setzen kann, wie deine hochgebore­ nen Herren Grafen. Nein, das kann ich nicht. Aber ich wollte es dir schon lange sagen. Ich habe dich lieb, und ich wollte dich fragen, ob du meine Frau werden willst. Ja oder nein? Potz, Blitz, sieh mich doch nicht so verängstigt an. Bin ich denn ein Mörder? Willst du es mit mir versuchen? Nein, nein, rief Torret, die Hände zur Abwehr erhoben, wert von ihm forttretend. Nie, Ohm, werde ich Eure Frau. Warum nicht? fragte er hart, ihren Arm ergreifend und ihn mit seiner eisernen Faust fest zusammenpressend. Warum nicht? Ist dir etwa das bleiche Milchsuppengesicht lieber, das du Tag und Nacht pflegtest, als wäre es das kostbarste Gut? Gestehe es, und ich schlage dem Kerl jeden Knochen einzeln entzwei. Es [ ist ein Glück, daß 'er hier den Staub von ben 1 Füßen schüttelte, sonst fyiätje ich ihn laufen x j gelehrt. Schämt Euch, Ohm, so sündhaft und schlecht zu reden. Wenn Ar meint, mich da­ mit gewinnen zu können, so seid Ihr damit gründlich im Irrtum. Ich mag Euch nicht. 1 Torret! schrie der Kapitän wild aus, die breiten Hände vor sein heißes Gesicht pres­ send. Geht! rief Torret, heftig mit dem Fuße stampfend. "Ich will Euch nicht sehen- Ihr seid nicht gut zu mir, und Eure Frau werde ich nie! Das wird sich finden^ gab Olaf xauh zu­ rück. Unmündige Kinder haken keinen Wil­ len,-und der Grootvader hat es so bestimmte Richte dich danach. Zu' Petri Stuhlfest'soll die ' Hochzeit sein. > Mit- Euch, Ohm? Dorret lachte gequält auf. Geht, schlaft Euren Rausch aus, unv wenn Ihr nicht vernünftig to erbet, dann laufe. ich lieber in das tiefste Meer, als in Eure Arme. Habt Ihr mich verstanden, Ohm? Ich muh wohl, du bist ja sehr deutlich. Aber hüte dich, daß dich dein Wort nicht noch mal gereut. Hüte dich, Torret. Hatte Ekke Thornsen nicht heute schon ähnlich zu ihr geredet? Ein leiser Schauer rann durch Torrets Glieder, aber der Trotz verscheuchte gleich wie­ der das ängstliche Bangen. Ohne den Kapitän noch eines Blickes zu würdigen, ging sie zu der alten Tjalda in die Küche. Olaf aber sank wie gebrochen auf dem breiten BinsenstuHle zusammen und drückte sei­ ne breiten Fäuste aus stöhnend fest gegen oie brennenden Augen. Sie hat kein Herz, murmelte er dumpf vor sich hin, kein Herz füt bas, was ich ßlühle. 3116er mein soll sie doch werden. Sie ist Pas einzige, was ich liebe. Ihretwegen klebe ich jetzt schon hier Jahr um Jahr -an der Kcholle, wo alles mich drängt, hinauszufliegen auf das wilde Meer. Aber nur Geduld, ich kann toar ten, lange warten, und endlich wird ber Sieg doch mein sein. Draußen rührte die alte Tjalda die Suppe im kupfernen Kessel über dem Feuer und sagte gedankenvoll zu Torret: i (Fortsetzung folgt.) . , ────────── Lokales. Landshut, den 23. Apül.' —* Das Eis erne Kreuz wurde dem Ge­ freiten Herrn Hans Hengl, Kras'twagenjuhrer bei einer Armeekras froagenkolonne im Westen verliehen. ^ —* Das Eiserne Kreuz wurde bent Infanteristen Lader Siebzehnriebel, Sohn des Magistratsboten Herrn Siebzehnriebel hier, verliehen. z —* Das Wilitürp Verdien st kreuz mit Krone und Schwertern wurde dem Infan­ teristen bei einer Sturmabteilung Herrn Joseph Rötzer, Sohn des Herrn. Joseph Rötzer, WzU? germeister hier, verliehen. —* Dcvs österr. Militär - Verdienshkreu z 3. Kl. mit Kriegsdekoration wurde vom Kaiser von Oesterreich dem Oberleutnant Kurt Lenze, Regimentsadjutant im 2. Schw. ReiterRegiment zuerkannt. —* Das Kön ig Ludwigkreuz wurde der Kunsthändlersgattin Frau EmMY Enders Und der Privatiere'Frau, Sophie Krug hier verliehen. - U« —* Den Held 6 ntod für das Vater­ land starb der Gefreite einer Munitionsko­ lonne Herr Hans Laütenbacher, früher Arbeiter der Biskuit- und Keksfabrik hier. —* Mandatsniederlegung. Wie ver­ lautet, hat Herr M.-R. Gerstenecker sein Man­ dat als Magistratsrat niedergelegt. Tikfserenzen bei der Neuwahl des städt: Baurätes sollen die Ursache dieses Rücktrittes sein. —* Das 7 0. Geburtssest begeht heute der besonders in Jmkerkreisen wohlbekannte Herr Kaufmann Emslander von hier. —* Landshuter Kunst in Konstautin o p e l. In einer Ausstellung, welche die Mün­ chener Kunstvereine und Kunstgewerbevereine in Konstantinopel veranstaltet haben, sind auch Kunstkeramiken aus der keramischen Kunstan­ stalt des Herrn Ingenieur Keerl hier ausge­ stellt. , | i ; !. ; ! ; s ! —* Sammlun g zugunsten deutscher Soldaten he i m e. An Geldspenden für deut­ sche Soldatenheime hinter der Front finb' bis heute aus Zimmer Nr. 2 des Rathauses 1085.— Mark eingezahlt worden und werden weitere Interessenten darauf aufmerksam gemacht, daß, bis spätestens 25. ds. das Endergebnis an die Vereinsbankfiliale Landshut abgeliefert sein muß,. i , " i —* <£tn Schwindlerpaar aus Leipzig hatte hier vor einiger Zeit Wohnung genom­ men, die sich als Ehepaar Strathmann aus­ gaben. Tie Frau war aber eine verwitiriete Maurers- und Kriegersfrau Lademann aus Sachsen und die Geliebte des Ätannes.. Strath-' mann machte nun einer hiesigen Krämerin vor, er könne ihr mehrere tausend Zigaprtzn in Leipzig besorgen, wohin er auch alsbald ab­ reiste. Von dort schrieb er, daß- die Zigarren versandbereit liegen, jedoch eine Anzahlung von 500 Mark geleistet herben müsse. Tie Kräme­ rin sandte den Betrag ab. Ms aber dann die Geliebte Atrstalten machte, dem Strathmann nachzureisen, schöpfte die Kvämerin Verdacht, den sie auch der Polizei mitteilte. Tiefe nahm die Frau fest und beschlagnahmte das Gepäck. Ms die Frau uicht folgte, kam Strathmann gestern nochmals hierher, um sich zu erkun­ digen, wurde aber gleichfalls festgenommen. Nachforschungen ergäben, daß, die Zigarrenge­ schichte ein Betrug war zu dem Zwecke, Geld zu erlangen. Strathmann hatte noch über 400 ] Mark im Besitz. i —* Gänse lüden werden auch in der hie- | sigen Gegend, besonders in Orten links der jj Isar um Den Preis von 7—10 Mark von den 3 Züchtern verkauft. Es besteht ernstliche Ver- j anlasjung, daraus hinzuweisen, daß, für Gänse- jj kücken der gesetzliche Höchstpreis mit 3 Mark j festgesetzt ist. Es scheint aber, daß, Gewinnsucht I und andere unedle Motive dick Leute vergessen j lassen, daß, sie auch Pflichten gegen ihre Mit- | menschen haben. Sache der behördlichen Or- jj gane wird es sein, diesen Wucherern energisch j klar zu machen, daß, die Höchstpreise nicht er- 3 lassen sind, um übertreten zu werden. 1 I —* Ueber d en Verkehr mit Honig | hat die Honigvermittlungsstelle folgende Be- j kanntmächung erlassen: '1. Tie Erzeuger von Honig sind verpflichtet, mindestens den vierten Teil ihrer Honigernte an den Kommunalver­ band, in dessen Bezirk der Honig geerntet wur­ de, oder an die von diesem bestimmte Stelle zu den gesetzlichen Höchstpreisen abzugeben. 2. Mt Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark wird bestraft, wer die Abgabepflicht nicht oder nicht recht­ zeitig erfüllt. . l : i : —* Preis für Kasfee-Ersatzmittel. Ter Preis für Kasfee-Ersatzmittel aus Getreide oder Malz darf ab 15. März beim Verkauf' an Verbraucher für War;e,' die in geschlossenen Packungen oder Behältnissen an Kleinhändler geliefert werden, 56 Pfennig für -1 Pfund und für lose Ware 52 Pfennig für 1 Pfund nicht übersteigen: der Preis für andere Kasfee-Ersatz­ mittel (Mischung aus Rüben, Obsttrestern, .Ci­ chorien, usw.) darf bet Waren, die in geschlos­ senen Packungen oder Behältnissen an den Kleinhändler geliefert worden sind, höchstens 64 Pfg. für das Pfund und für lose Ware höchstens 80 Pfg. für 1 Pfund betragen. -^* Hilfsdien st-Meldepf licht. Nach den Vollzugsvorschzisten zum Hilfsdienstgesetz haben die Einberüfungsausschüsse die Pflicht, jede Außerachtlassung der Meldevorschristen zu bestrafen. Um sich vor Unannehmlichkeiten zu bewahren, empfiehlt es sich daher für alle Hilssdienstpslichtigen und für alle Arbeitgeber, die Hilfsdienstpslichtige beschäftigen, die Mel­ devorschristen, welche überall öffentlich ange­ schlagen sind, nochmals genau durchzulesen und eine etwa versäumte Meldung nachzuholen. Tie Hilssdienstpslichtigen haben sich nicht nur an­ zumelden, sondern auch jeden Arbeits- und Wohnungswechsel, die Arbeitgeber jeden Aus­ tritt der bei ihnen beschäftigten Hilfsdienstpslichtigen anzuzeigen. . Zuwiderhandlungen werden bestraft, Kontrollen sind zu gewärtigen. (Amtlich.) —* Saatkartosseln werben heute unb morgen im Schrannengebäude abgegeben. —* Ueber die Einführung des Ein­ heitspreises für Gas ist eine Bekanntmachung im Anzeigenteil der heutige^ Nummer enthal­ ten. . ! ! ' ! ────────── Letzte Posten. Die' U-Bootsbeute im März. j WTB. Berli n, den 22. April. (Amtlich,.) Im Monat März wurden insgesamt 6819000 Brutto-Register-Tonnen des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschisfsraumes vernichtet. Ter unseren Feinden zur Verfügung ste­ hende Welthandelsschiffsraum wurde somit al­ lein durch kriegerische Maßnahmen seit Kriegs­ beginn um rund 16 Millionen 4fj9 000 BruttoRegistertonnen verringert. i Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Kämpfe bei, Allbert. Berlin, 22. iApril. 'Bei dem erfolg­ reichen Unternehmen, das gegen abend des 21. April hie Teutschen nördlich Albert durchführ­ ten, erlitt der Feind schon während der Feuer' Vorbereitung durch Artillerie und Minenwerfer schwerste blutige Verluste. Die beiderseits der Bahn nördlich des Weges Anthuille—Mesnil eingedrungenen deutschen Sturmtruppen fän­ den die englischen Gräben voller Leichen. In hartnäckigem Kampfe wurde der Rest der Be­ satzung überwältigt. Aiußer den gemeldeten 36 Gefangenen und der.großen Zahl an fiftimn* Werfern wurde zahlreiche Maschinengei.rehre er­ beutet. , ; , ; Feindlicher Ueöergangsversuch über de« La Basseekanal angewiesen. . .Berlin, 22. April. In der Nacht vom 20. zum' 21. versuchte der Feind nach stärkster Artillerievorbereitung den La Basseekaual nordwestlich, Bethune mittels Pontons zu über­ schreiten, um an dieser Stelle' die deutschen Linien zurückzudrängen. Unter starkem Feuer­ schutz lieh er vier dicht besetzte Pontonß zu Wasser. Zn diese hinein schlugen die deutschen Granaten und schossen die sämtlichen Pontons in Grund und Boden. Bon den Insassen dürs­ te kein einziger entkommen sein. v'diio dem Reichstag. Berlin, 22. April. Ter Ausschuß der Mehrheitsparteien des Reichstages trat gestern zu einer Besprechung zusammen. Es ergab sich über alle Fragen, die verhandelt wurden eine weitgehende Einmütigkeit. * Rückkehr des Reichskanzlers. B e r l i n, 22. April. Wie das WTB. hört, trifft der Reichskanzler am Mittwoch vormit­ tags wieder in Berlin ein. Ans Irland. Zz Amsterdam, 22. April. "Allgemeen Handelsblad meldet aus London: Man schätzt die Zahl der Personen in Irland, die sich, durch das von den Bischöfen und politischen Führern vorgeschlagene 'Gelöbnis zum Widerstand gegen die Dienstpflicht verpflichtet haben, schon jetzt aus etwa 3 Millionen. Tiie Einziehung der englischen Geistlichen. London, 22. April. Ter Bischof von London erklärt in einer Ansprache, daß die Freistellung der Geistlichen nicht verhindern wird, daß in der Londoner Diözese alle Geist­ lichen im wehrfähigen Älter einberufen wür­ den. In einem Gespräche teilte er noch mit, in jeder Gemeinde soll nur ein Geistlicher bleiben. In einer Versammlung von Bischöfen', die morgen stattfinden soll, wird beschlossen,, daß dieser Grundsatz auch, in anderen Diözesen angewendet werde. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Baherbach a. Rott, 20. April. (Blutver­ giftung.) Tie 20jährige Polizeidienerstochter Kufsner von hier zog sich, an der Schneidma­ schine eine geringfügige Verletzung am Finger zu. Am nächsten Morgen verspürte sie heftige Schmerzen und starb unter surchtbarenSchmerzen an Blutvergiftung: Atting, 20 April. (Festgenommen) wur­ de hier der längst gesuchte gefährliche Ein­ brecher und Dieb Deserteur Alfons Färber von Mtlitärarrest entsprungen und machte seit- geRoid hei Wörth a. Di., welcher 15 Jahre Ober­ haus zu. verbüßen hätte. Färber ist aus dem raumer Zeit die ganze Umgebung durch, schwere Einbrüche unsicher. ────────── M belassen, während die Entlastungsangriffe, zu denen er gezwungen ist, ohne die deutsche Linie verschieben zu können, die-Zahl seiner abgedämpften Divisionen rasch steigert. So sind bei dem vorgestrigen großen französischen An­ griff an der Avre drei französische Tivifr­ onen, unterstützt von zahlreichen Tanks, einge­ setzt und abgekämpft worden. Tiefer Angriff war vielleicht unter dem Druck der unberufenen Ratgeber aus der Pariser öffentlichen Meinung unternommen. Indessen kam er trotz des gro­ ßen Krästeverhrauches nicht über einen kleinen, sofort wieder ausgeglichenen Geländegewinn hinaus. ' 1 ; 33. Steuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Kriegsbriefe aus dem Osten. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Der Kongreß Ser deutschen Kolonisten in Odessa. Bon unserem statt Ostheer entsandten Kriegs­ berichterstatter. Odeffa, den 13. April. Ueber die Lage der deutschen. Kolonisten im ehemaligen Südrußland sind während des Krieges nur wenige und — um das vorweg zu nehmen — falsche Nachrichten nach Deutschland gekommen. Von der Wuhtigleit und der Bedeutung dieser Kolonien, die ein und eine halbe Million Seelen umfassen, und denen z. B. im Gouvernement Chers etwa 70 °/ 6 des Bodens gehören, haben in Deutschland die wenig­ sten Menschen einen Begriff, weil diesen schwäbischen Bauern eine akademische Oberschicht fehlte, die für sie und ihre Jutereffen in Deutschland wirken konnte, und weil die Kolonien keine feste Organisation hatten, die ihrer wirtschaftlichen Bedeutung entspricht. Die Rot des Krieges hat diese kerngesunden deutschen Bauernkolonien zusammengeschweißt. Durch die Ge­ setze vom Februar und Dezember 15 sollten die Kolo­ nien und der deutsche Grundbesitz enteignet werden, da sie aber die Hauptstütze der Landwirtschaft im Süden waren, konnte man diese Enteignung nicht durchführen, wenn man nicht die Versorgung de? russischen Heeres gefährden wollte! So schleppten sich die Dinge hin, bis die Revolution im Februar 17 die Liquidation aufhob. Nun begann die Organi­ sation der Kolonisten. Im März trafen sich eine Anzahl Männer in Odeffa, die den Delegiertenver­ band der deutschen Kolonisten, in Bessarabten, Cherson, Jekaterlnoslaw, Taurien, dem Don-Gebiet gründeten und von 14,-16. Mai 17 lamm über 3000 deutsche Kolonisten zusammen, gründeten den Verband der deutschen Kolonisten, der sich damals noch allrussisch nannte. Die Verwüstung des Landes, die dann während der Bolschewisten-Henschaft Rußland an den Abgrund brachte, konnte nicht auf die deutschen Kolonien übergreifen. Daß die deutschen Kolonisten den Taumel, der die russische Bauernschast ergriff, nicht mitmachten, war klar, da sie in geschloffenen. Siedelungen saßen und ebenso wie die andern bis Ott die Zähne bewaffnet waren, wiesen sie auch die bolschwlsttschen Banden ab und behaupteten das blühende Erbe ihrer Väter, auf dem sie seit' über 100 Jahren saßen. So kamen sie bis auf die üb­ liche Kriegsnot, die harte Requisitionen und Aushe­ bung mit sich' brachte noch einigermaßen gut durch die Unglücksjahre. Von ihnen kann Deutschland mit Sicherheit Getreide erwarten, sie sind eine feste Stütze in der schwierigen ukrainischen Rechnung. / Am 11. und 12. April, 'gestern und vorgestern tagte nun in Odeffa ein - neuer Delegiertenkongreß des Verbandes der deutschen Kolonisten. Der erste Kongreß, seitdem Odeffa unter deutschem Schutz steht Etwa 700 Delegierte waren erschienen. Vor allem wollte man Stellung nehmen zu dem Befehl der Zentralrada in Kiew, sich innerhalb von 3 Monaten zu erklären, ob man die ukrainische Staatsangehörig­ keit erwerben wolle. Ein Gesetz, das natürlich für alle Bewohner der Ukraine Gültigkeit hat. In langer Debatte wurde offen und frei erklärt, daß es nur zwei Möglichkeiten gäbe: "Wird düs Land sozialisiert so hält keine Macht der Erve den Kolonisten in der Ukraine zurück. Geht aber der Wahn der Sozialisten kn Rauch aus, und die Besitzverhästniffe gestalten sich erträglich, 'so werden die Kolonisten dem Haffe der ruffischen Bauernschaft ausgesetzt sein. Denn diese werden ten deutschen Kolonisten dafür verantwortlich machen, daß sie um die Utopien der Revolution: viel Land wenig Abgaben, Macht über alle Tüchtigen gekommen sind, unter diesem Haffe könne man nicht leben." Außerdem und das ist das Bezeichnende an der Gesinnung dieser deutschen Bauern, die Vertreter des flachen Landes führten aus: Man müsse wieder ein Kulturideal haben. "Unserer Kirche, Schule und Sprache können wir in der Ukraina nicht abgewinnen, was uns als deutsche wert und tüchtig macht." So wurde beschlvffen, von der Leistung des Untertanen« etdes an die Ukraina einstweilen abzusehen. Et» Vertrauensrat soll sich über. die Mittel und Wege der Rückwanderung unterrichten und außerdem alle Maßregeln treffen, um Leben und Gut der Kolonisten zu schützen. Führer, mit denen ich heute sprach, sagten mir: »Wir sehen nach Deutschland. Wir wollen, nicht um Schutz mit leeren Händen bitten. Hier auf der reichen Erde, in der die Gräber unserer Väter sind/können wir Deutschland nützen mit allem, was e» braucht: Getreide, Vier, Fette. Wir reden nichts wir bearbeiten den Acker» unsere Felder werden Ernten, bringen." Dazu ohne Kommentar noch einmal Zah­ len: Um Odeffa allein sitzen 200000 deutsche Bauern und 70, °/o der.reichsten Kouvernements gehören ihnen an Land. In der Krim sind fest 90 e / 0 des Bo renS in deutscher Hand! Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Lwuck u. Verlag I. F. Rietsch. Beranttvortltcher Schriftleiter F. $. Wagner. Beide in Landshut. ────────── Bekanntmachung. Einführung des Einheitsgaspreises betr. Gemäß übereinstimmender Beschlüffe der beiden städt. Kollegien vom 9 März und 11. April 1918 wird mit Wirkung der ab 15. März bis 15. April er. vorgenommenen Mefferablesung nachstehender EinheitS« gaspreis festgesetzt: Es kostet: dmbm.Leocht-,Hriz-u.Kochgas20Psg. " , Motoren-».GMNbWj 17 " » , AntomtenW " 22 " Die Gasabnehmer der Gemeinde» Berg o. L. und Achdors zahlen nach wie vor pro Kubikmeter 2 Psg. mehr gegenüber den für Landshut gültige« Preisen. Mit der Einführung vorstehenden EircheitSgaSpreises kommt der Pauschalflammenzuschlaz in Weg­ fall; desgleichen können alle jene Gasabnehmer, welche für ein und denselben Hausbalt Koch- und Leuchtgas getrennt beziehen, zur Ersparung von Mesiermtete die Entfernung eines Messers beantragen. Landshut, den 22. April 1918. Stadtmagistrat Landshiit. I. V.: Ambros. 1134 Schwarz. ────────── Aus Rußland. 3lrä russische Chaos. Ter Temps meldet: Nach gewissen au| Moskau eingetroffenen Nachrichten habe die maximalistische Regierung zum Zwecke der Ver­ eitelung von Komplotten, die von Pen Anarchi­ sten vorbereitet wurden, tu der Nacht vom , 11. zum 12. April mit Maschinengewehren die | Häuser beschossen, in denen sich die Anar­ chisten in verschiedenen Vierteln der Stadt ein­ gerichtet hatten. Nach schwachem, Widerstand wurden die Häuser von den Roten Garden besetzt.