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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-04-26"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 114</biblScope>
          <date when="1918-04-26">1918-04-26</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Kämpfe um den Kemmelberg. Südlich der Somme wurde in hartem Kampfe weiter Boden gewonnen. — Mehr als 2000 Gefangene, 4 Geschütze und zahlreiche Maschinengewehre erdeutet. — Me feindlichen Gegenangriffe find blutig zusammengebrochen. — Rücktritt des österreichischen Miuisterpräfidente».</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Tier Kaiser in Zeebrügge. Ter Berichterstatter des Berl. Lok.-Anz. Karl Rosner berichtet aus Zeebrügge: Am frü­ hen Morgen hatte der Kaiser die ersten Nach­ richten von dem im Laufe der Nacht erfolg­ ten Handstreich der Engländer auf die Mole und den Kanal von Zeebrügge erhalten. Nach dem Vortrage begab sich der Kaiser auf die Mole, wo er sich- davon überzeugte, daß der durch die Sprengung der Eiseirbrücke verursach­ te Schaden seine vorläufige Behebung schon gefunden hat und daß,eine «ndgiltige Ueberbrückung der Lücke in wenigen Tagen erfolgt sein kann. Ebenso überzeugte er sich von dem vollkommen guten Zustand aller unserer An­ lagen und Einrichtungen auf den äußeren, dem Angriff als Ziel gesteckten Molenteilen. Als der gefangene englische Marine - JnsanterieHauptmann eben vorübergeführt wurde, ließ der Kaiser ihn zu , sich kommen, um auch die Darstellung des Kampfes von dieser gegneri­ schen Seite zu hören. Tier Hauptmann gab zu, daß die Vernichtung unserer Einrichtungen auf der Mole und das Abklemmen unserer Untersee­ boote von den Ausfahrtsstellen in Zeebrügge ünd Ostende das Ziel des lange vorbereiteten und mit großen Mitteln ausgeführten Unter­ nehmens waren. Tier Uebersall wär» bereits viermal angesetzt und eingeleitet gewesen, jedoch jedesmal an der Wachsamkeit unserer Vorposten­ boote gescheitert. Erst in dieser hingegangenen Nacht hätten die dichten Nebel den "Raid" erinöglicht, leider, ohne daß ihm der erstrebte Er­ folg beschieden gewesen wäre. Bll ItBtfflK SÄ WTB. Berlin, 25. April 1918, mittags. Großes Hauptquartier: i «e»«i»er »ri,g»s»««Pla*. Aus dem Schlachtfelde an der Lys scheiterte ein starker Gegenangriff der Franzosen gegen die Höhen von Vleugelhoek unter schweren Ver­ lusten. Oertliche Kümpfe nordwestlich von Bethu» ne, bei Festubert und zu beiden Seiten der Scarpe. i Südlich von der Somme griffen wir Eng­ länder und Franzosen bei und südlich von Bil­ ler Bretonneux an. In hartem Kanrpfe bahnte sich unsere Infanterie den Weg durch die Ma­ schinengewehrnester des Feindes. Panzerivagen haben sie hierbei wirksam unterstützt. Wir nahmen den vieluntkämpsten Ort Hangard. Aus dem Westuser der Avre schoben wir unsere Linien an die Höhen nordwestlich- von Castel vor. Den ganzen Tag über führte der Feind mit seinen aus dem Kampsfelde bereitge­ haltenen und von rückwärts herangeführten Un­ terstützungen heftige Gegenangriffe. Sie hrachen blutig zusammen. Erbitterte Kämpfe dauerten in dem gewon­ nenen Gelände die Nacht hindurch an. Mehr als 2000 Gefangene blieben in unserer Hand, 4 Geschütze und zahlreiche Maschinengewehre wur­ den erbeutet. Bon den anderen Kriegsschauplätzen nichts neues. I ®ee X Pes-eral cmartier rneifte» i lübeeborff. » WTB. Berlin, 25. April. Amtlicher Abendbericht: Tie Armee des Generals Sixt von Arnim steht im Kampfe um den Kemmel. Ar Sstm.-BW. Bericht. WTB. Wien, den 25. April, mittags. Im oberen Tevoli in Albanien schlugen wir in den letzten Tagen französische Vorstöße zurück. Im Südwesten nichts Neues.</p>
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          <p>niehbar — von der Wachmannschaft fortgenom­ men. Eine große Reihe Gefangener starb an Hungertyphus. Um die Gefangenen zu zwin­ gen, in den Metallfabriken arbeiten, wurde der geringste Anlaß Zum Vorwand genommen, um sie — Mannschaften wie Offiziere — eng zusammengepfercht bei Wasser und Brot aus bloßer Erde einzusperren. Tie gleichen Ver­ hältnisse herrschten im Gefangenenlager Barsur-Nette, so daß sich selbst Mademiker dazu drängten, bei den Bauern arbeiten zu dürfen. Tenn, wenn sie auch dort nur Gesangenenklost erhielten, hatten sie dort auch die Möglichkeit, sich hin und wieder etwas Eßbares zu beschaf­ fen. f Pakete, die die Gefangenen aus der Hei­ mat erhielten, wurden, besonders, soweit es sich um Eßbares handelte, vor den Augen der Gefangenen beraubt. Ter übrige Inhalt wurdr — angeblich um ihn auf geheimeSchriftstücke zu untersuchen —, mehr oder weniger unbrauchbar gemacht. Tie Leiden des L. ende­ ten erst mit einer Internierung in der Schweiz^ die auf Grund ärztlicher Untersuchung erfolg­ te. Auf der Sammelstelle der Austausch gefan­ genen in Tours wurden die armen Krüppel und Schwerverwundeten derart roh behandelt, daß viele noch dort ihren Leiden erlagen. Nur durch die schärfsten Repressalien wird man den Franzosen den ihnen angeborenen Hang zu derartigen Gemeinheiten austreiben. Tie scharfen Maßregeln der deutschen Re­ gierung haben in manchen Punkten Besserung geschafft; sie werden fortgesetzt werden, bis , allen deutschen Gefangenen in Frankreich ein menschenwürdiges Los zuteil werden wird. Hi: wahre Stimmung an der franzäsix schen Front. In einem jüngst erbeuteten, nicht mehr zur Absendung gelangten Brief eines franzö­ sischen Soldaten an seine Frau heißt es: "Seit Erschaffung der Welt hat man eine solche Skla­ verei nicht gesehen! Sie (die Engländer) be­ haupten, für die Freiheit der Völker zu käm­ pfen; von Freiheit keine Spur! Tiese Ban­ diten sollen ihre Millionen selbst verteidigen. Wir wollen zu unserer Familie zurück und für unsere Kinder arbeiten. Es fehlt an 'Leuten, augenblicklich bin ich mit noch älteren Kame­ raden in vorderster Linie. Wer hätte das ge­ glaubt? Leute bis zu 50 Jahren wollen sie in die Gräben stecken! Tiese Mörder haben keinen Mut, deshalb müssen wir Alten für sie unser Leben aufs Spiel setzen; unsere Frauen und Kinder sterben darüber Hungers. T&gt;as ist die wahre Stimmung an der Fronte Was die Zeitungen schreiben, ist nichts als Lug und Trug." Tas ist ein anderes Stimmungsbild, als die französischen Blätter es zu schildern lieben. Tpntschenhetze in der englischen Provinz. Tie namentlich in London eifrig betriebe­ ne Prbpaganda gegen Deutschland, die zum großen Teil von der sich in dieser Beziehung gern der Regierung anvertrauenden Presse aus­ geführt wird, scheint ihre Wirkung auf die englische Provinz noch nicht genügend erstreckt zu haben. Tie englischen Machthaber und ihre Propaganda-Minister greifen deshalb hin und wieder zu zwar nicht der Originalität, aber auch nicht der Abgeschmacktheit (man kann der Unwissenheit des englischen Zeitungslesers al­ les mögliche bieten!) entbehrenden Maßnahmen, um den Haß gegen die Teutschen in der Provinz aufs neue anzufachen. Besonderen Erfolg scheint man sich jetzt durch das Mittel eingesand­ ter Briefe — die, um wirkungsvoller zu sein, mit Namen und Adresse unterzeichnet sind — an die Redaktion der Provinzblätter zu ver­ sprechen. Ein solches "Eingesandt" aus der "Western Tailh Iß oft" vom 16. März sei hier wiedergegeben: "Geehrter Herr! Viele Personen scheinen zu glauben, daß die Teutschen nicht eines Ue­ bermaßes brutaler Achsführung auf dem Schlachtfelde schuldig sind und daß sie sich wie menschliche Feinde betragen. Ich habe den Namen und die Adresse eines Soldaten, eines höchst zuverlässigen Mannes, der jetzt entlasSen ist. Dieser holte aus der Tasche eines deutschen Gefangenen die Hände eines 4« oder j 5-jährigen Kindes, die der Teutsche abgeschnit­ ten hatte und seiner Fra« als "Andenken^ mitbringen wollte. T. A. WiMams, 23 Berke­ ley Road, Bishopston." Ein Kommentar zu diesem plumpen Un' sinn erübrigt sich. I Meuterei australischer Truppen. * Tie australischen Truppen haben bei ihf rer Einschiffung am 25. März, wie aus er­ beuteten Papieren hervorgeht, gemeutert. We­ nigstens achtzig Mann wurden standrechtlich erschossen.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. England und Andien. Um die Stimmung des englischen Volkes ,zu heben, das nach den schweren Niederlagen an der Westfront erschütterte militärische An­ sehen Englands durch einen Hinweis aus die unerschöpflichen Menschenvorräte des britischen Weltreiches wieder herzustellen, verbreitet Reu­ ter ein an die englische Regierung und den Vizekönig von Indien gerichtetes Telegramm des indischen Nationalkongresses, nachoem In­ dien in der Lage sei, 5—10 Millionen Soldaten zu stellen. Reuter vergießt anzugeben, so schreibt die Nordd. Allp. Ztg- redaktionell, un­ ter welchen Bedingungen die Vertretung der in­ dischen Nationalisten die Ausstellung eines sol­ chen Heeres für möglich hält, nämlich die Schaf­ fung einer nationalen aus Indiern bestehen­ den, der indischen Volksvertretung verantwort­ lichen, sowie vom Londoner Kabinett und Par­ lament unabhänigigen Nationalregierung und die Bildung einer von indischen Offizieren geführten Wehrmacht'nebst einer für den Dienst in den indischen Gewässern bestimmten na­ tionalen Flotte. Ohne seine Herrschaft in In­ dien aufzugeben, heißt es in der Noröd. Ztg. Ztg., kann Großbritannien auf diese Vorschläge nicht eingehen. Schon wegen geringfügiger Re­ formen des jetzigen bürokratischen Systems wur­ de das indische Volk auf die Zeit nach dem .Frieden vertröstet. Eine Entwicklung im Sinne des Nationalkongresses ist, solange Engländer in Indien bleiben, völlig ausgeschlossen. Wie die Stimmung in Indien ist, beweist zur Ge­ nüge, das klägliche Ergebnis der indischen Re­ krutierung. Der indische Nationalkongreß und die mit ihm zusammengehende all india Mos­ lem league wählten geschickt den Augenblick,, wo Englands militärische Macht der härtesten Probe unterworfen wird, um ihre Forderungen zu stellen, denen Deutschland jedenfalls mehr Verständnis entgegenbringt. Am irischen Bei­ spiel kann Indien sehen, daß Großbritannien nicht daran denkt, den von ihm unterjochtem Völkern guten Willens nur Im geringsten ent­ gegenzukommen. Nur die Niederlage Englands wird die Freiheit Irlands, Aegyptens und an­ derer von England unterdrückter Völker ge­ währleisten können. Reuters Bluff mit dem in­ dischen Millionenheer wird daher niemand zu täuschen vermögen. 40 000 englische Soldaten in Irland. Genf, den 25. April. Aus Verlangen Ge­ neral Frenchs sind laut Pariser Meldungen aus London weitere englische Truppen nach Irland eingeschifft worden. In 'Irland seinen fetzt 40 000 Mann englische Truppen konzen­ triert, womit man die öffentliche Ordnung un­ ter allen Umständen aufrecht zu erhalten hoffe. j Englische Verschleierungen. ' Berlin, 24. April. Tie Orgie der irre­ führenden Mitteilungen über Schisssverluste u. Schiffsbau, die sich die Sprecher der Regierung seit Monaten gestatteten, erfordert, ja verlangt volle Aufklärung. So schrieb das "Journal of Commerce" am 22. März: Angeblich wünscht auch Geddes, reinen Wein über die Schifssraumsrage auszuschenken, und wählte deshalb tjrt "Taily Telegraph" vom 22. März als Ueberschrist für sein Weißbuch: Tie vollen Tatsa­ chen. Hat nun das englische Kriegskabinett den ersehnten Erfolg mit diesem Weißbuch er­ zielt? Hat es überhaupt die volle Wahrheit gestanden? Tas "Journal of Commerce" vom '25. März antwortet: Wenn man an Hand des ^amtlichen Weißbuches die Ziffern prüft, wenn der Premierminister den Reinverlust von 1.399 Millionen Tonnen innerhalb Zweier Jahre un* ter der vorigen Regierung als sehr ernst be: trachtet, so schließen wir daraus, daß er den Reinverlust von 2.846 Millionen Tonnen inperhalb eines Jahres unter seiner Regierung als nahezu katastrophal ansehen muß. Was würden die englischen Sachverständigen erst sagen, wenn sie die unerhörte Irreführung ejr= führen, die sich das Weißbuch leistet, indem es die sogenannten Marineverluste nicht mitzählt. Aüßerdem enthält das Weißbuch auch nur die durch Seegesahr entstandenen Verluste, nicht die sogenannten Kondennierungen, d. h. durch natürliche Abnutzung verursachten Abgänge. Aus diese Weise läßt sich leicht Statistik machen. Lloyd Georges Steilung erschüttert? \t Das Echo de Paris berichtet aus London: ' Tie Stellung Lloyd Georges ist durch erbit­ terte persönliche Feindschaft im Kabinett erI schlittert. Lord Northcliffe verzichtet aus die Weiterführung der Auslandspropaganda. Endlich ein wahres Wort. "Es ist leicht gesagt, man wolle Schiffe : bauen und könne es und müsse es; doch kann ■ man cs nur rm Bereich des Möglichen." Tas war der Weisheit letzter Schluß rm englischen Unterhause bei der Beratung üver die Ächisssverluste und den Schiffbau. Tier Premiermini­ ster Lloyd George selbst sah sich zu diesem GeI stäubnis genötigt durch die Angriffe gegen die | Leistungen der Seekriegsührung und der Cchiffbaupo'ttik seiner Regierung. Mit dem Meis nungsstreit über die Zahlen versentter und neu gebauter, beschädigter und ausgebesserter Schisse wollen wir uns heute nicht abgeben. Nur das eine, worüber alle Redner einig wa­ ren, wollen wir festhalten: In der Not, welche unsere Unterseeboote über die Berbandsmächte gebracht haben, "ist der Schiffbau die Grund­ lage des Erfolges oder des Mißerfolges"; "Ame­ rikas Schiff bauhil,e wird durch seine eigenen Bedürsnisfe au,gewogen". — "Tie Schiffbauleistung Englands aber hängt von der Zahl der Werft- und Maschinenbauarbeiter ab." "Aber Arbeiter aus der eigenen Front herauszuziehen," sagte Mr. Lloyd George, "sei schwierig, wolle man nicht die Leistungsfähig­ keit des Heeres gefährden. Tie Kritik vergesse oft, daß dies das vierte Kriegsjahr sei und Leute überaU gebraucht würden. Alken An­ sprüchen könne man nicht gerecht werden." — Fürwahr, die Not muß groß sein, wenn diese einfache Wahrheit von dem verschlagensten Lüg­ ner unter den völkerbetörenden feindlichen Staatsmännern ausgesprochen werden muh, demselben Manne, der seit Jahr und Tag den Ruf: Baut Schiffe, Schiffe, Schisse! erschallen ließ und alle Welt glauben machen wollte, es fehle nur an der Einsicht und am guten Willen der Arbeiter, wenn die sinkende Handelsflotte nicht wieder neu erstand. Nicht am guten Wil­ len fehlt es, es fehlt an Menschenkrästen: Die Arbeiter stecken im Heer. War das Herauszie­ hen aus der Front nach des Premierministers Geständnis schon schwierig vor Beginn der gro­ ßen Schlacht an der Westfront, so werden die schweren Niederlagen der Engländer und Fran­ zosen und ihre gewaltigen Verluste dieseSchwierig ketten sicherlich nicht erleichtert haben. Tier deutsche Wehrmann hält die englischen Schiff­ bauer mit übermächtigen Kräften fest. So ar­ beitet er unmittelbar Hand in Hand mit seinem Kameraden auf See. Tiieser versenkt die Schisse, jener verhindert ihren Neubau. Ter eine kann sich aus den andern verlassen. "Tie Schiffahrt aber ist die Schlagader; würde sie durchschnitten, so wäre das Leben der Nation vernichtet," sagte derselbe Lloyd George schon vor Weihnachten 1916 im Unterhause. — So ist der Volke Steg unser; denn "es ist leicht gesagt, man wolle Schisse bauen und könne es und müsse es; doch kann man Vs nur im Bereich des Möglichen." Endlich ein wahres Wort! &gt;</p>
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          <p>neue Wirtschaftsabkommen zwischen Holland u. Deutschland, von Gneiß, nach Berlin gereist ist. Ter Rotterdamsche Courant bemerkt, daß, der holländische Gesandte in Berlin, BaronGewers, nach dem Haag unterwegs sei. Man erwartet, daß Ende der Woche die Regierung der Kammer über den Stand der Verhandlungen Mittei­ lungen machen werde. Tie sozialdemokratische Fraktion hat sich entschlossen, eine Interpel­ lation über die bestehenden Schwierigkeiten ein­ zubringen. Tiem Wg. Troelstra wurde vom Ministerpräsidenten erwidert, daß die Regie­ rung die Absicht hege, die Kammer unter al­ len Umständen zu informieren, aber erst die Entschließung des holländischen Gesandten in Berlin abzuwarten. Es kann also erwartet werden, daß die hoWndische Regierung Ende dieser Woche Mitteilungen über den schwe­ benden Konflikt und den Stand der einzel­ nen Fragen gibt. v ' | l Tsie Gibraltar- und Marokko-Frage. Progres de Lyon berichtet, die spanische Regierung erwäge in geheimen Konferenzen die Möglichkeit, wegen der Lösung der Gibraltarund Marokkosrage mit London und Paris Be­ sprechungen einzuleiten. Diese Tatsache rufe Unruhe in den Ententekreisen hervor. Neutrale Solidarität. Tie Kopenhagener "Finanstidende" schreibt in ihrer Nr. 26: "Wenn jetzt der holländische Präsident in seinem flammenden Protest gegen die Art, wie England und Amerika Holland gegenüber aufgetreten sind, gesagt hat: "Unsere Selbständigkeit und unser Recht ist uns lieber als Brok, wir wollen treu ausharren, und wäre es bis zum Bettelstab," so erwecken diese Worte lauten Widerhall in ällen neutralen Ländern." Tie Neutralen dürften allmählich deutlich erkennen, welche der Smlpfenben Mächtegrup­ pen für Recht Freiheit und Zivilisation streitet^</p>
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          <p>Der Krieg mit Portugal. Putschverfnche in Portugal. Die Zürcher Nachr. erfahren von besonde­ rer Seite aus Lissabon: Verschiedene Blätter berichten, daß von neuem in Portugal Umtriebe der von England unterstützten Anhänger Costas festgestellt wurden. Es wurde ein Putsch­ versuch gemacht, d er aber vereitelt worden ist. Eine Anzahl Offiziere und Unteroffiziere wur­ de verhaftet. In Opvrto entdeckte Waffenlager hängen mit den von England geschürten Um­ trieben zusammen.</p>
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          <p>Finnlands Freiheitskampf. - Aus Finnland. v Wie "Aftonbladet" aus Finnland erfährt, - haben die Teutschen Ahvinge und Soeaborg besetzt. Tie Roten Garden sind zwischen Lojo und Riihimacki umzingelt. Die Grenze zwi­ schen Estland und Rußland wurde gesperrt. Ein Schärenbataillon hat unter dem SchwedenGrafen Ehrenvard Jpaeja erreicht. Tie Roten Gar­ den plündern alle Orte aus, bevor sie sie verlassen, und richten große Zerstörungen an. — Laut einem Telegramm aus Wasa dankte General Graf Mannerheim Hindenburg und Ludendorff für ihre Glückwunschdckpeschen in Telegrammen, die besonders die Befreiung von Helsingfors durch deutsche Truppen hervor­ heben. | i ■ 1</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Gegen die armenische« Türkenmassakres. Stockholm, 25. April. Laut Socialde­ mokraten halten sich augenblicklich zwei tür­ kische Sozialisten, Tümdjez und Nazlian, in Stockholm aus, um dort ein neutrales Koyntee zusammenzubringen, das die von den Arme­ niern verübten Türkenmassakres untersuchen soll. Nach ihrer Angabe ist durch diese Massakres die armenische Frage in eine besonders schwere Lage geraten, da sich die türttsche Re­ gierung, die aus Drängen der Sozialisten hin versprochen hatte, eine allgemeine Amnestte für die Armenier zu gewähren, jetzt hierzu nicht entschließen kann.</p>
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          <p>Aus Amerika. Diktator, Wilson. Obschpn Wilson gegenwärtig mit außer­ ordentlich wichtigen Geschäften der Kriegfüh­ rung belastet ist, hat er sich doch bereit erklärt, dem Gesetzentwurf zuzustimmen, durch den ihm unbeschränkte Vollmacht zur Führung desKrieges erteilt wird. i Amerikanische Sörzen. Reuter meldet aus Washington: Im Senat entwickelte sich, eine leidenschaftliche Debatte über eine Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an die Türkei und Bulgarien. Sena­ tor Brandeges brachte eine Resolution ein, in der das Senats-Komitee für auswärtige Angelegenheiten aufgefordert wurde, rechtzei­ tig den Antrag des Senators King über eine Kriegserklärung m Erwägung zu ziehen. Se­ nator Knox brachte eine zweite Resolution ein, in der vorgeschlagen wurde, Wilson aufzufor­ dern, dem Senat, falls es mir dem Staatsin­ teresse vereinbar sei, Mitteilung zu machen, ob irgend welche Gründe gegen eine Kriegser­ klärung bestünden. Beide Resolutionen vom 24. April wurden verschoben. Brandeges, das Mitglied des Senatskomitees für auswärtige Angelegenheiten, erklärte, es würde lächerlich und tragisch zugleich für Almerika sein, einem Lande den Krieg zu erklären und gleichzeitig in freundschaftlichen Beziehungen zu einem an­ deren zu stehen, das mit ersterem verbündet sei.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. U-Bootstätigkeit. Aus Madrid wird der "Kölnischen Ztg." von ihrem eigenen Mitarbeiter vom 16. April gedrahtet: Gegenüber Palafrugell in der Pro­ vinz Gerona griff ein U-Boot einen französi­ schen Geleitzug an. Einzelheiten darüber wer­ den unterdrückt, doch wurde bekannt, daß der Transatlanter "Provence" schwer beschädigt in Malamos (Provinz Gerona eingelaufen ist.</p>
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          <p>bringen ,bct§ Haus ausgelöst utib Neuwahlen angeorbnet werben sollen. Tie sogenannten Wahlrochtsparteien bes Abgeordnetenhauses ha­ ben betn Vorschlage zugestimmt. So wirb ber er­ nannte Ministerpräsident Szterenyi vermutlich! schon morgen in ber Lage sein, betn König die Ministerliste zu unterbreiten. Sollten bie Verhanblungen Szterenyis in letzter Stunde scheitern, so glaubt man, hast eine Wiederbetrauung Tr. Wekerles erfolgen würbe. Im AbgeorbnetenHause war jeboch auch bie Nach­ richt verbreitet, daß, im Falle bes Mißlingens ber Mission Szterenyi ein Kabinett ber Arheitsipartei mit betn Grasen Stephan Tisza an ber Spitze bie Führung ber Geschäfte über­ nehmen würbe. ! Prinz Sixtus. Eigenartig muten bie Berichte von Wiener Zeitungen an, welche davon sprechen, daß Prinz Sixtus von Bourbon sich! in St. Johann in Steiermark aushalte. Das ist berselbe Prinz, ber zu Beginn bes Krieges in französische Tienste treten wollte, crber bort wegen seiner "Verwanbtschast" mit bem österreichischen Kaiserhause nicht angenom­ men würbe unb hieraus in belgische Tienste trat. Sehr richtig schreiben hierzu bie Lechz. N .91. u. a.: Prinz Sixtus steht im Tienste der Feinde, er ist nach Tun und Gesinnung un­ ser Feind. Wie kommt der über die Grenze? Doch wohl nicht als Kriegsgefangener, was bis auf weiteres die einzige Möglichkeit für unsere Feinde ist, die Grenze Mitteleuropas zu überschreiten. Eine Aufklärung ist dringend erforderlich. Sollte die Meldung aber in ber Form richtig sein, wie sie in Wiener und in süddeutschen Blättern verbreitet wird, dann Permöchte keine wie immer geartete Begründung der Reise den sehr peinlichen Eindruck zu ver­ wischen, der mit der Tatsache gegeben ist, daß ein feindlicher Aristokrat, der mit der Spren­ gung des deutsch-österreichischen Bündnisses "be­ saßt war", in Oesterreich weilt. Auch bann, wenn Sixtus "zitiert" worden wäre, um Re­ chenschaft abzulegen, um aufklärende Mitteilun­ gen über die Fälschung des Kaiserbriefes abzu­ geben, bleibt die Form, in der dies offenbar veranlaßt wird, eine kaum erträgliche Nicht­ achtung der völkischen Empfindungen ber um ihr Dasein ringenden Völker Mitteleuropas', für die ein Feind unter allen Umständen ein Feind bleibt. 1 38* sächsische Regierung gegen die Reichs­ getreidestelle. Tie Reichsgetreidestelle hat be­ stimmt. daß denjenigen Kommunalverbänden, die ihr Ablieferungssoll nicht erfüllt haben, die Brotration gekürzt werden müsse. Tie säch­ sische Regierung betonte im Finanzausschuß der 2. Kanstner, daß das dem Reichsgesetze nicht entspreche, das eine gleichmäßige Rationie­ rung im ganzen Reiche vorsieht. Angesichts der Tatsache, daß in einzelnen deutschen Landesteilen vollständige Mißernten zu beklagen sind, zum Teil auch in Sachsen, wird die sächsische Regierung einer unterschiedlichen Festsetzung der täglichen Brotmenge im Rei,ch und einer Herabsetzung in einzelnen Kommunalverbänden nicht zustimmen.</p>
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          <p>Die Nebelfrau. ■ Roman von Anny Woth«. M67j (Nachdruck verboten.) Täs hätten Sie fMj wohl nicht träumen lassen, bester Toktor, daß ich Ihnen hier so einfach in Ihre Bude falle. Was verschafft mir die Ehre, Frau Gväsin? Wenn Sie doch nur nicht so unausstehlich förmlich sein wollten. Ich hasse das. Ich denke, Sie waren Marnars bester Freund,! Ich glaube noch nie einen Gegenbeweis ge­ leistet zu haben, gnädigste Gräfin! Fridrnn hob die wunderschmalen Hände bittend wie ein Kind zu'ihm auf. Bitte, bitte, nicht schelten, lieber Freund. Ich weiß ja alles, was Sie sagen ^vollen. Ich Hanne das. Undine wiederholt mir das alle Taae $ur Genüae. 'Jcki bin unverständig, un­ dankbar, leichtfertig, und "wer weiß, was noch alles. Ich kann Lorl nicht erziehen, und ich verstehe nicht hauszuhalten mit dem, was ich habe. Kurzum, ich bin ein ganz nichtsnutziges Geschöpf. Ist es nicht so? Der Mann vor dem großen, eichenen Schreibtisch schob etwas verlegen einen Stoß Akten ptrM und entgegnete: x Ich maße mir kein Urteil an, Gräfin. Wollen Sie mir nicht lieber Ihr Anliegen mit­ teilen? Fridrun atmete beklommen, dann aber stand sie hastig auf und sagte, an das breite Fenster des ziemlich großen, aber sehr einfach ausgestatteten Zimmers tretend: Ich weiß gar nicht, Doktor, wie Sie es hier aushalten. Die Luft ist geradezu erdrükkend in der Stadt. Ich denke immer, wir haben es schon trostlos im Herbst auf dem Gorlingshof,a ber hier, Ihre alte, graue Stadt erscheint mir noch viel, viel trauriger. 1 Ja, es ist still hier, gab Ebbo Klas mit abgewandtem Gesicht zu. Nur der harte Schrei der Wandergänse klagt jetzt durch die Herbst­ nächte und der Nebel drückt schwer auf die grauen Dächer. Aber ich liebe doch unser armseliges, lleines Nest, Gräfin, denn wenn jetzt der unwirtliche Herbst und Winter sich einstellen, dann denke ich schon wieder an den frischen Meeresduft, der mit dem Frühling zu uns herüberfliegt. Ich denke an die Ler­ chen. die dann jauchzend zum Himmel steigen, ich sehe sammetgrün die Wiesen, die Felder in junger Saat, und ich stehe in Gedanken auf unserem Meeresdeich- und genieße die ganze goldene Sonnensülle, die auch- unsere alte graue Stadt überflutet. Und ich sehe dieses Sonnen­ gold immer, selbst jetzt in den Sturmnächten, wo das Meer wild aufschäumt, gischtbestäubt, und sich haushohe Wogen gegen unsere Teiche wälzen. Es ist eine feste Wehr unser Teich, an dem der Wellenschlag seine grausigen Zähne wetzt. Wohlgeborgen sehe ich und fühle ich täglich seine trotzige Kraft. Ebbo Klas hatte zuerst seltsam versonnen, dann leidenschaftlich erregt gesprochen. Seine große, breite Hand spielte dabei leicht mit einem Papiermesser aus Elfenbein, an dem jetzt seine braunen AUgen verloren hasteten. In Fridruns Augen stieg ein Flimmern auf. Fast erschreckt senkte sie die langen, sei­ denglänzenden Wimpern darüber. Sie sollten unter die Tächter gehen, Ebbo Klas, spöttelte st» Warum erzählen Sie mir das, Ebbo? " Ihre Stimme war plötzlich, so sanft und klagend geworden. Wortsetzung folgt.) -&gt; .-a *.</p>
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          <p>Allerlei. 3,mit Tode verurteilt. Nach dem Berl. Tgbl. verurteilte das Schwurgericht in Bochum den Schuhmachergesellen Fenste aus Köln-Sülz, der in der Nacht zum 1. Februar in Riemke die Mjährige Schuhmacherswitwe Emilie Mockler erwürgt und beraubt hatte, zum Tode.</p>
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          <p>* Die Abrech nung der Straßen­ bahn für das Jahr 1917 ergibt eine Einnahme von 109838/39 Mark (70 000 Mark im Etat vorgesehen), an ' Ausgaben 75 201.69 Mark (66 394 Mark) und somit eine Mehreinnahme von 34636.70 Mark, die sich durch einet} Ueberschuß im Materialienkonto von 179.78 Mark aus 34 860.48 Mark erhöhen. Ter Gleiswert steht noch mit 88 504 Mark zu Buch, da zur Zeit der Pferdebahn zu wenig abgeschrieben wurde. In einigen Jahren werden aber sämt­ liche Gleise vollständig erneuert werden müssen. Deshalb stellte Herr Baurat Scheller in der letzten Sitzung des Magistrats den Antrag, größere Abschreibungen vorzunehmen und dem Erneuerungssonds weitere 8200 Mark zuzufüh­ ren. Ta die Angestellten der - Straßenbahn keine Beamteneigenschaft besitzen, die Stadt aber nach längerer Beschäftigung bei Tienstunslähigt'eit doch Unterstützungen wird gewähren müs­ sen, so soll ein eigener Unterstützungssonds ge­ schaffen werden, dem Heuer zum ersten Male 1800 Mark zufließen sollen. Ta die 179.78 Mark Ueberschuß aus Materialien nicht flüssig sind, sollen diese aus neue Rechnung vorge­ tragen und somit an die Stadt insgesamt noch 24 636.70 Mark abgeführt werden. Ter Magistrat erklärte fidji damit einverstanden. —* Keine neuen Fonds für Stra­ ßenbahnen. In der letzten Magistratssrtzlung erklärte Herr Baurat Scheller, er stehe aus dem Standpunkt, daß eine 'Zurücklegung von Geldern für künftige Neuanlagen einem Spa­ ren von Geldern sür die Zukunft gleichkomme. Es hege aber nicht im Interesse der steuerzah­ lenden Bürger, wenn jetzt derartige GeldaufWeicherungen vorgenommen werden. Neuan­ lagen müssen aus Anlehensmitteln gemacht und so abgeschrieben werden, daß sie aus sich her­ aus das Geld wieder erbringen, ev. muß hie zu­ künftige Generation die Mittel für diese An­ lagen selbst beschaffen. Im Vorjahre wurden für die Weiterführung der Trambahn zur pro­ testantischen Kirche 7000 Mark zurückgelegt, heuer habe er dies unterlassen, denn das Geld werde jetzt zur Umlagendeckung gebraucht. —* Kettenbriese werden gegenwärtig wieder versandt. Als Absender der unter der mißbräuchlichen Bezeichnung "Feldpostbrief" ge­ henden Sendungen ist ein "Wilh. Unbekannt" verzeichnet. Tie Post erhebt selbstverständlich für solche Briefe das Porto von dem Empsänger, der bei Oefsnen des Briefes dann findet, daß er 'sein Geld umsonst geopfert hat. Bor Annahme solcher Sendungen ist daher zu war­ nen —* Ueber die B agd adbahn, ihre Er­ bauung und ihre Bedeutung als kstlrurförderndes Verkehrsmittel sprach vorgestern im letz­ ten Vortrage des kath. Preßvereins für dieses Vereinsjahr im Leiderersaal ein Beamter her Bagdadbahnbaugesellschaft Herr Rollenz in einem längeren Vortrag. Er schilderte Land und Leute, die politischest Jrnd wirtschaftlichen Verhältnisse in der Türkei vor und seit dem Kriege, die Ersck ießungsmöglichkeiten der viel­ fach an Bodenschätzen reichen Länder der asia­ tischen Türkei. Seine Ausführungen an Hand einer Karte fanden regen Beifall.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Passau, 24. April. (Das Eiserne Kreuz 1. Klasse) wurde dem erst 19 Jahre alten Unter­ offizier Natter, Sohn des Kreisoberrealschulprosessors Tr. Natter dahier, von feinem Ge­ neral persönlich überreicht.</p>
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          <p>Letzte Posten. Kein Friedensschritt des Papstes. Berlin, 25. April. Wie verschiedene Blätter melden, weiß man im Vatikan nichts von einem angeblich bevorstehenden Friedens­ schritt des Papstes bei den Kriegführenden. Sias Verfahren gogur Lichnowskh. Berlin, 25. April. Tas Herrenhaus wird sich am Freitag mit dem Antrage des Staatsanwaltes auf Genehmigung der Straf­ verfolgung gegen Lichnowskh beschäfttgen. Tas Haus dürste dem Antrag stattgeben. Unabhän­ gig davon wird das Herrenhaus über den Anttag aus dem Hause, den Fürsten Lichnowskh auszuschließen, geheim beraten. Tie Entschei­ dung hierüber wird nicht umgehend erfolgen, da der betreffendst Ausschuß erst jetzt zusam­ mentritt. Site britischen und französischen Verluste. Berlin, 25. April. Tie Höhe der brittschen Verluste in der letzten Zeit geht daraus hervor, daß der Ersatz allgemein aus ganz jungen Rekruten besteht. Tie Kriegsmüdigkeit der altgedienten Soldaten ist sehr gewachsen. Nicht selten mußten sie von den Sanitätsmanwschaften aus Trichtern von Gasgranaten ver­ trieben werden, wo sie sich durch Einatmen der Gasrückstände einen Heimatsurlaub verschaffen wollten. Tie ständigen großen Verluste und die Notwendigkeit, sie vor der Deffentlichkeit' zu verbergen, veranlaßt die Franzosen, den Ersatz für den Truppenteil nicht mehr, wie zu Astfang, au? "feinem ursprünglichen Ersatz­ bezirke, sondern aus allen Teilen Frankreichs zu nehmen. So verteilen sich die Verluste auf verschiedene Gegenden und fallen nicht in so erschreckender Weise aus. Nene U-Bootserfolge. WTB. Berlin, 25. April. (Amtlich.) An der Westküste Englands wurden von unse­ ren U-Booten wiederum 17 000 Brutto-Reg &lt;= Tonnen vernichtet. Unter den versestkten Schif­ fen war ein tief beladener 5000 Tonnendampfer und ein ebenfalls tiesbeladener Tankdampfer von 4000 Brutto-Register-Tonnen. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Site Beschießung von Paris. Paris, 25. Alugust. Tas weittragende Geschütz setzte die Beschießung des Pariser Ge­ bietes am 24. April fort. Keine Todesfälle. v. Kühlmann und die Parteiführer. Berlin, 25. April. Ter Staatssekretär des Auswärttgen Amtes Tr. von Kühlmann machte heute den Führern der Parteien des | Reichstages vertrauliche Mitteilungen über die i Bukarester Verhandlungen. Nachdem er ge­ schlossen hatte, nahm der Vizepräsident Tr. Paasche das Wort, um dem Staatssekretär für seine Ausführungen zu danken und im Namen der anwesenden Abgeordneten dem Bedauern und dem Unwillen darüber Astsdruck zu geben, wie von der "Deutschen Zeitung" gegen den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes mit persönlichen Verdächtigungey gekämpft wird. Er sei überzeugt, daß keiner ihm widersprechen werde, daß dieses Hereinziehen persönlicher Verhältnisse in den politischen Kampf mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden müsse, Tiefe Ausführungen wurden mit lebhafter Zu­ stimmung aufgenommen. Berlin, 25. April. Ter Staatssekretär des Auswärttgen Amtes von Kühlmann, der gestern abends nach! Wien abgereist ist, um sich mit dem österr.-ungar. Mnister des Aeuhern Baron Burian nach Bukarest zu begeben, ver­ breitete sich in der BeWrechung, die er mit den Fraktionsführern des Reichstages gestern hatte, eingehend über die Fragen, die mit dem rumänischen Friedensvertrag zusammenhängen. An seine Darlegungen, die auch auf die Königs­ frage eingingen, knüpfte sich eine kurze Erör­ terung. Me nach der "Vosskschen Zeitung" verlautet, gewannen aus dem Berichte des Staatssekretärs die Teilnehmer an der Bespre­ chung den Eindruck, daß der formelle Abschluß des Friedensvertrages mit Rumänien nunmehr in kürzester Frist erfolgen werde. .</p>
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          <p>Literarisches. Täs junge Europa. Das zehnjährige Be­ stehen der ungarischen Zeitschrift "Kelet Nepe", die seit Kriegsbeginn unter betn Namen "Das junge Europa" in deutscher Sprache erscheint, gibt dem Herausgeber Dir. Elemer Halmay Ver­ anlassung, x m über 100 Zuschriften hervor­ ragender Staatsmänner, Politiker. Militärs, Künstler, Gelehrter. Schriftsteller usw. sowohl Ungarns wie Deutschlands, Oesterreichs, Bul­ gariens und der Türkei einen Gesamtüberblick der Auffassungen zu bieten, die in den maß­ geblichsten Kreisen über das deutsch-ungarische und im weiteren Sinne über das mitteleuro­ päische Bündnis herrschen. Tie Zeitschrift, zu deren ungarischen ständigen Mitarbeitern die ersten Namen Ungarns zählen, kann sich das Verdienst zurechnen, an ber Vertiefung der deutsch-ungarischen Beziehungen wesentlich mit­ gewirkt zu haben. Dieses kommt auch in all den Stimmen zum Ausdruck, die sich hier ver­ eint haben, um nochmals ihr Bekenntnis zu der von Bismarck und AUdrassh begründeten Bündnispolitik abzulegen. Tas deutsche Sparkochluch für Kriegs- u. Friedenszeit mit Gesundheits- und häuslichem Ratgeber. Herausgegeben von Frau V. Lö­ benberg, München. 18.—27. Tausend. Preis 2.20 Mark. Grundsatz: Größtmögliche Ein­ sparung von Fleisch, Fett, Eiern, Mehl. Mög­ lichste Nitsnützung aller Werte. Haltbarma­ chung aller Vorräte. Einkochen der Früchte, Dörren der Gemüse, Herstellung und ^Anwen­ dung der Kochkiste. Meine Flucht durKs mongolische Sand­ meer von k. u. k. Hauptmann Franz Wlad'. Ein Abenteuerbuch, das den Reiz spannenden, gefahrvollen Erlebens mit betn fremdartiger, bunt wechselnder Völkerschilderungen verbin­ det, das sich liest wie erng länzend geschriebe­ ner Roman, ist dieses Kriegsbuch eines tapfe­ ren österreichisch-jungarischen ^Offiziers. '(Ver­ lag Ullstein u. Co. Preis 1 Mart und 25 Pfg. Teuerungszuschlag.)</p>
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          <p>Berlin, 24. April 1918. lUnberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Der Anteil der Flieger an der Großen Schlacht. (Telegramm unsres Kriegsberichterstatters.) Ter Anteil der Flieger an der Großen Schlacht hat bestätigt, daß die zahlenmäßige jUeberlegenheit der Luftstreitkräste kein Begriff Ist, äüf den unsere Feinde Siegeshosfnungen bauen können. Schon bei der Vorbereitung gelang es, unsere Vorbereitungen und gewalti­ gen Bereitstellungen dem Auge der feindlichen Flieger zu verbergen. Bei Beginn des Vor­ marsches wurden unsere Flieger offensiv, in­ dem sie feindliche Munitionslager und Flug­ häfen zerstörten, das Fernfeuqc auf wichtige Knotenpunkte, wie die Bahnhöfe von Nohon und Montdidier lenkten, die Quartiere und Befehlsstände der feindlichen Stäbe störten und während des Trommelfeuers die Battertesühreo über den Erfolg der Beschießung genau auf dem Laufenden erhielten. Ganz tief fliegende Infanterieflieger waren durch Maschinenge­ wehrfeuer, Handgranaten, Wurfgranaten und Bomben hervorragend an der Niederkrmpfung der feindlichen Maschinengewehrnester in Rouph und im Senecawalde beteiligt. Tas Auftreten dieser Schlachtslieger machte auf die feindliche Infanterie tiefen moralischen Eindruck. Weit vorgeschobenen Sturmtruppen warfen die Flie­ ger Verpflegung, Munition und Verbandmate­ rial ab. Alles dies geschah meist unter gerin­ ger Gegenwirkung der feindlichen Flieger, denn diese wurden von Engländern und Franzosen zum Ausgleich der verlorenen oder bis #ur Wirkungslosigkeit niedergehaltenen Artillerie benötigt. In einem Maße, wie es dieser Krieg noch nicht gekannt hat, .hatte der Feind alle verfügbaren Luftstreitkräste zu der Ausgabe herangezogen, welche sonst seiner schweren Ar­ tillerie zugefallen iväre, zur Störung unserer Anmarschwege und Kolonnen. Hierbei haben sie sich stellenweise lästig gemacht, ohne un­ seren Sieg mindern oder richtig geleitetes Fern­ feuer ersetzen zu können. . (KV.) W. Steuermann. Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Die Goldankaufswoche in Bayern und ihr Ergebnis. Der Leiter der Zentrale für die Pressepropaganda zu Gunsten des Goldankauss in Bayern, Regierun,israi Herold, zugleich Leiter der Gold- und Sisterankaufsstelle Nürnberg, fchreibt uns: M 73 Das Ergebnis der Goldavkaufwoche im rechtsrheinischen Bay'rn vom 1.—10. II. forme der pfälzischen Goldwoche vom 17.-24. II. liegt nun bis aus wenige Plätze vor. Es ist ein außerordentlich erfreuliches, indem Ranhgold, Münzgold und Juwelen im Gesamtbetra &gt;e von nahezu einer Million Mark in ganz Bayern eingeliefert wurden Dieser große Erfolg ist außer der rührigen Tätigkeit bet Goldantaufftellen selbst namentlich auch »er Mitwirkung der k. Bezirksämter und nicht in letzter Linie der ausgiebigen Unterstützung durch die bayer. Presse zu verdanken. In einzelnen seien folgend: Zahlen hervorgehoben: In AnaSbnrg fielen an rund: Mk. 26 00Rauhpold, über Sit. 13 Odo.— Münzgold, in Amberg insgesamt Mk. 3200.— Gold, in Bamberg Mk. 3H00 — Gold und Mk. 5000.— Ju orlni, in vahrenth mit Kulmbach gegen Mk. 3506 — Gold, gegen Mk. 3000. - Juwelen, m Er­ langet» über Mk. 3000.— Gold, M. 1620 — Juwelen, in Fürth Mk. 600i&gt;.— «anhgold, Mk 240o. - Munzgold u. Mk. 20 000.— Juwelen, in Hersbuck insgesamt Mk. 1400 Gold und Juwelen, m Hof gegen Mk. 3500.— Gold und Mk 1600.- Juwelen, m J»«olstadt über Mk. 6 000.— Gold und Mk. 2510.— Juwelen, in Lindan über Mk. 2500.— Gold, m Münch-« fast Mk- 66 &lt;&gt;00.— Rauh. gold, fast Mk. 68 000.— Münzgold und Mk. 213 000.— Juwelen, in Nördlingen geoen Mk 7500.— Gold und Mk 3600.— Juwele«, in Nürnberg über Mk. 32 000.— Rauhgold, gegen Mk 13 000.— Münzgold u ü:&gt;n Kt. 3 i 000 Juwelen, bei etwa 2400 Einreichern und gegen 6000 Gegen­ ständen, Pafsau Mk. li 000.— Gold und M 2800.— Juwelen, Regendbnrg über Mk. 25 000.— Rauhgold, fast Mk 8600.— Münzgold und Mk. 22 &gt; 000-— Juwelen, m Rothenburg o. T- m°geiamt gegen Mk 2500 Gold, in Weide« I £&gt;. über Mk 2000 — Gold und Mk. 9 0.— Juwelen, endlich Würzburg Mk. 5064.— Rauhgold. Mk. 1200.— Münzgold und Mk. 2550.— Juwelen. Auch ernt Reihe anderer hier nicht genannter Golda (aufstellen im rechtsrheinischen Bayern hat teilweise bettächilichere Resultate ergeben. In der Rhempsalz, wo noch einzelne Stellen aus­ stehen» sind die Anfälle teilweise recht bedeutend So ergab sich in Bad Dürkheim über Mk. 20# 0— Gold und fast Mk 13 000.— Juwelen, in Fiankeathal insgesamt über Mk. 14 000.—, in Kaiserslautern über Mk. 3000.— Gold und Mk. 8000.— Juwele», üonbtm Mk. 16 ow&gt;.~ »old und Mk. 1600.— Juwelen, Landgntzl über Mk. 1700.— Gold und Mk. 500.— Juwelen, LndwtgShafe« 3Ät. 6600 Gold und einige tausend Mark Juwelen, Neustadt a. H. Mk. 8006.— Gold und fast Mk 35 000.— Juwelen. Dpever Mk. 2600.— Gold und Mk 1*00.— Juwelen, Zweibrücken Mi. 6180 — Gold und Mk. 2160.— Juwelen. Insgesamt rechtsrheinisches Bayern rund Mk 210 000.— Rauhgold, Mk. 105 000.— Münzgold und Mk 520 000.— Juwelen. Rheinpfalz ca. Mk. 650 '0 — Rauh- u. Münz­ gold u. ca. Mk. 75000.— Juwelen; Gesamt rechtsrheinisch: Mk. 865 000.—, Pfalz ca. Mk. 140 009.—, also über eine Million Mk. als TotalergebmS.</p>
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          <p>Druck tt. Verlag I. F. WetW. Verantwortlich«! SchjrMeiter F. X. Wagner. Beide in Landshut.</p>
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