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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-04-29"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 117</biblScope>
          <date when="1918-04-29">1918-04-29</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Zurückweichen des Feindes bei Wern. — Französische Angriffe auf den Kemmel gescheitert. Weitere Fortschritte in Finnland. - Ein Fliegerangriff auf Calais. — Kars von dm Türken genommen. — Wiederbeginn der Friedensveryandlungen in Bukarest. Der Kampf um Ypern.</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Langemar? ging er über den Steenbach, östlich von Apern in seine Stellungen vom Herbstl914 bei Zillebecke über tzuiese hinaus zurück. In scharfem Nachdrängen zwangen wir den Feind vielfach zum Kampfe. Hierbei nahmen wirBelgier und einige hundert Engländer gefangen. Wir erreichten die Linie südwestlich vonLangemarl'—Westuser des Steenbaches—Verloren­ holk— Hooge—Zillebeckej—Voormezecke. &gt; Die im vergangenen Jahr'schwer umkämpf­ te Höhe 60 ist in unserem Besitz. Starke Artillerietätigkeit im Abschnitt des Kemmel. Nach Abwehr der von Franzosen am Abend des 26. April gegen den Westhang des Berges geführten Gegenangriffe stieß unsere Infanterie aus eigenem Entschluß dem ge­ schlagenen Feinde nach und erstürmte den Ort Loker. .. .Aus dem Nordufer des Lys scheiterten feindliche Vorstöße. Hierbei nahmen wir ebenso wie bei einer erfolgreichen Unternehmung nord­ westlich von Festubert Engländer gefangen. Bei Givenchy wurden starke englische An­ griffe abgewiesen. Auf dem Sch lach tfelde zu beiden Seiten der Somme blieb die Gesechtstätigkeit auf Er­ kundungen und zeitweilig auflebenden Artil­ leriekampf beschränkt. Im Hangardwaldo brach ein französischer Teilangriff zusammen. Osten. Finnland. General Graf von der Goltz hat Tavaste« hus nach Kampf genommen, Beim Einzug in die Stadt wurden unsere Truppen von der Bevölkerung begeistert empfangen. Der 1. tgrmerakauarttermeiste Bubenborff. WTB. Berti n, 28. April. Amtlicher Abendbericht: Von den Schlachtfronten nichts Neues. 9er östm.-M. Bericht WTB. Wien, den 27. April, mittags. Amtlich wird gemeldet: Im Südwesten schränkte schlechtes Wetter die Kampftätigkeit ein. Der Chef des Generalstabs. » WTB. Wien, den 28. April, mittags. Amtlich wird gemeldet: An der italienischen Front keine größeren Kampfhandlungen. Ter Chef des Generalstabs. 9er tLMsche Bericht. Konstantinopel, den 26. April. Amt­ licher Bericht: , | i ; , |, j ; : Palästinafront: Stellenweise Patrouillengefechte. Bei Nablus wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen; der Beobachter ist tot, der Führer wurde verwundet gefangen genorw men. , j Kaukasusfront: Unsere Kämpfe um Kars haben zum Fall der Festung geführt. 800 Ge­ schütze verschiedenen Kalibers wurden erbeutet. Ein Telegramm Hindenburgs. Berlin, 28. April. Vom Generalfeld­ marschall von Hindenburg ist dem Präsidenten des Preußischen Abgeordnetenhauses, Grasen Schwerin-Löwitz, folgendes Telegramm z u ge­ gangen: "Dem Preußischen Abgeordnetenhaus beehre ich mich für die freundlichen Glückwün­ sche besten Tank zusagen. Die Erstürmung des Kemmelhanges ist ein neuer Beweis der unge­ brochenen Angrifsskraft und des Siegeswillens unserer unvergleichlichen Truppen. Tie An­ erkennung der Heimat für das Geleistete wird der Truppe ein Ansporn sein, dem geliebten Vaterlande den baldigen siegreichen Frieden zu erkämpfen." Bedrohliche Gärung in Marokko. ! Laut Pariser Journal herrscht eine be­ drohliche Gärung in Marokko als Folge der deutschen Siege an der Westfront. Man fürchtet eine Vereinigung aller feindlichen Scheichs un­ ter der Führung des früheren Sultans und Raisulis. Her WN Sericht. ' WTB. Berlin, 27. April 1918, mittags. Großes Hauptquartier: , Westlicher »ri«g»fO«*pla tz. Nördlich von Whtschaete stießen wir bis an den Südrand von Voormezeele vor. Französische und englische Divisionen ver­ suchten vergeblich, uns den Kemmel wieder zu entreWn. Ihr am Vormittag an der Front von Tikkebnfch bis Loker^ in den Abendstunden aus der Gegend von Loker bis westlich' von Tranoutre angesetzter Abgriffs bracht in unserem Feuer verlustreich' zusammen. Wo der Feind unsere Linien erreichte, unterlag er im Nahkanchs. Nordwestlich von Merville, auf dem Süd­ ufer der Lhs und bei Givenchy scheiterten feind­ liche Vorstöße. Zwischen Scarpe und Somme Erkundungsgesechte. Südlich von der Somme verbluteten sich die Franzosen in mehrfachem Ansturm bei und südlich von Villers-Bretonneux. f Nach dem schweren, starken Frühangriff am und nördlich vom Walde von Hangard faßte der Feind am Nachmittag seine Kräfte, vornehmlich Marokkaner, zu erneutem Vor­ stoß gegen den Hangardwald und nördliche vom Lucchach zusammen. Die mehrfach wiederholten durch stärkstes Attilleriefeuer eingeleiteten Versuche, unsere Linie zu durchstoßen, schlu­ gen fehl. Aus freiem Entschlüsse schritten Jnsanterieabteilungen beiderseits des Lucebaches zum AUgriss, säuberten mehrere Maschinengewehr­ nester und nahmen hierbei Franzosen gefangen. An der übrigen Front nichts von Be­ deutung. Osten. Finnland. Versuche des Feindes, unsere Linien bei Lasti nach Osten zu durchbrechen, scheiterten. 1. Wsseco . WTB. Berlin, den 27. April. Amtlicher .Mbendbericht: Der Engländer hat uns weitere Teile flandrischen Bodens überlassen. Wir stehen in der Linie südwestlich. Langemark— Verlorenhoek —Ho oge—Zillebecke. WTB. Berlin, den 28. April 1918. — Großes Hauptquartier: Westlicher KriegSschanplatz. Aus dem flandrischen Kampsselde wich der Feind in rückwärtige Linien aus. Südlich von</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Das Schicksal von Calais und Tünkirchrn. Ter Militärkritiker des "Journal" schreibt: Das Schicksal von Calais Und Dünkirchen ist unlösbar mit dem Schicksal von Apern ver­ knüpft. Es gibt hinter Apern keine neue er­ folgreiche stabile Verteidigungslinie, sondern nur provisorische Widerstände. Heldentat eines dvntschen Stoßtrupps. WTB. Berlin, den 27. April. Am Ka­ nal von Hollebecke stieß am 26. ds. ein aus Er­ kundung befindlicher Offizier mit einemStoßftrupp östlich, von Gosthoek über den Aserkanal nach Norden vor, rollte in kühnem An­ griff nördlich des Kanals eine Teilstellung aus, nahm 120 Engländer gefangen und erbeute­ te 10 Maschinengewehre.</p>
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          <p>Am Balkan. Griechenland als Verbündeter der Entente. Nach Pariser Meldungen hat die griechi­ sche Regierung den Londoner Vertrag gegen einen Separatfrieden unterzeichnet und damit offiziell das Los Griechenlands mit dem der Entente verknüpft. Auch! für die griechische Kirstenslotte wurden englische Seeoffiziere nach Griechenland beurlaubt.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. DMu«mit&amp; Afas durch die Zivilbevölkerung. Aus Bozen wird berichtet: In den letzten Tagen wurde die Bevölkerung von Ala von den Italienern ins Hinterland verbracht. Tie im südlichsten Tirol an der Südbahn gelegene Stadt Ala war im Jahre 1915 den italieni­ schen Truppen kampflos ü erla sen morden: seit­ her hatte sich! dort ein italienischer Zivilkom­ missär niedergelassen. Ein irredentistischer österreichischer Bürger von Ala wirkte als Sinba co, ein österreichischer Gerichtsbeamter von gleicher Gesinnung als Bezirksgerichtsvorsteher. Tie Räumung der Stadt, der einzigen in Tirol, die die Italiener "erlöst" haben, ist ein Zei­ chen, daß sie die österreichische Offensive als unmittelbar bevorstehend ansehen. Beschlagnahme deutschen Eigentums in Italien. I Ter.Präfekt von Genua sequestrierte durch Dekret Eigentum pnd Güter zahlreicher Teut­ scher, darunter F. Joseph, Grandhotel inSestri Levante; Gras und Gräfin von der Greben, Bille Nervi; Aügust Kuntzner und Adolf Wie­ der in Genua, Eheleute Bühlau in Sestri Pomenta und andere. Italienische Furcht vor österreichischen Landungen. Der österreichische Landungsversuch in Aücoittt, von dem letzthin eine amtliche italieni­ sche Meldung^, berichtete, hat in Italien gro­ ßes Aufsehen hervorgerufen. Man befürchtet weitere österr .Landungen an der ausgedehnten adriatischen Küste. In der italienischen Kammer wurden über den Vorfall in Ancona zwei An­ fragen gestellt, die der Avanti unter dem Titel veröffentlicht: "Was ist in Ancona vorgefal­ len?" -</p>
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          <p>Aus Rußland. Eine Polentiundgebung in Petersburg. Ter "Kurjer Polski" in Warschau berich­ tet über eine am 10. April in Petersburg abge­ haltene politische Versammlung der hervor­ ragendsten Vertreter des dortigen Polentums, die sich zu einer Kundgebung für den polnischen Staat gestaltete. Es nahmen u. a. teil: Be­ vollmächtigte des polnischen Regentschaftsrates und verschiedene Parteien in Litauen und WeißRußland.</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Envcr Pascha in Batum. Nach Meldungen aus Trapezunt ist Enver Pascha in Begleitung des Großen Hauptquar­ tiers am 21. April in Batum eingetroffen, wo ein sehr herzlicher Empfang stattfand. Tie Stadt hat kaum gelitten, es ist auch keine ein­ zige Plünderung vorgekommen. Tie Beute von Batum beträgt außer 200 Kanonen und großen Munitionsvorräten bedeutende Mengen an Manganerzen, Schmieröl und Petroleum. Ter Petroleumhafen in Batum ist vollständig un­ versehrt. .</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Schlechte Gefangenenbehandlung in England Die in Berlin erscheinende Zeitschrift The Continental Times veröffentlicht folgende Zuschrift an ihren Herausgeber: "In England erhebt man dauernd Klage über die Behandlung britischer Kriegsgefangener in Deutschland. Es ist dies eines der Repertoirstücke, von welchen England täglich Gebrauch macht. Es dürfte Ihre Leser interessieren zu erfahren, wie deutsche Kriegsgefangene auf der Insel Man behandelt werden. Ein Austausch- ' gefangener, der kürzlich nach Teutschland zu­ rückkehrte, macht die folgende Beschreibung von ; den Leiden, welche die Teutschen in dem oben ' genannten Lager zu erdulden haben. Tie Bai racken sind so schlecht gebaut, daß Wind und Regen hindnrchfegen. In kalten regnerischen Nächten müssen die Insassen aufstehen, um ' warm zu werden und sich einen trockenen Fleck j zu suchen. Während der letzten 4 Monate j bestand die Verpflegung ausschließlich cm 5 Reis und Heringen. Brot, Fleisch, Gemüse und die I allergewöhnlichste Abwechslung in der Ernäh- j rung sind nicht bekannt. Ich habe diese Nach- 1 richten aus einer absolut zuverlässigen*Quslls, und ich hoffe, daß die deutsche Presse und j ganz besonders die deutschen Behörden von : dieser Sache die gebührende Notiz nehmen wer­ den. gez. A. Reoborp, Lindau i. B., *9. 3.18." Tie deutsche Presse kann es nur begrüßen', wenn die Oessentlichkeit durch derartige pri­ vate Zuschriften darüber aufgeklärt wird, tote übel unseren armen Landsleuten in England j I mitgespielt wird. Unsere Behörden werden j : zweifellos ihre entsprechenden.Maßnahmen tres$ fett, um unsere tapferen Soldaten in Fein- j ' deshand vor weiterer Verelendung zu bewah- s I rett. I Irland und der Friede. | Ter allgemeine Widerstand, der sich in Ir- j I land gegen das neue Wehrgesetz erhebt, wird : ? nicht nur von den offen revolutionären Sinn- z ' Feinern organisiert, sondern auch von den Va- ! ; tionalisten unterstützt .Ter neue Führer der 1 l Iren im Unterhause, Tiillon, hat der engli- ! • scheu Regierung keinen Zewifel darüber gelasi sen, wie Irland zu der KrieLpolitik steht. In | seiner ersten öffentlichen Rede nach seinerWahl f zum Parteiführer stellte er die heuchlerischen I Kriegsziele der Engländer in schroffen Ge$ gensatz zu ihrer Haltung gegen Irland und er$ klärte es laut Times vom 18. März als seine I wichtigste Aufgabe, "England vor allerWelt zu sagen, daß, seine Staatsmänner aufhören müssen, von einem Bund der Völker zu reden, oder vorzugeben, daß dieser Krieg zur Vertei­ digung der kleinen Nationen geführt werde, bis sie Ordnung im eigenen Hause gemacht und Freiheit einem Lande gegeben haben, das seit 700 Jahren guter ihrer Regierung steht." ' Tier Manchester Guardian vom 18. März zieht I aus dieser Erklärung den rchtgen Schluß, wenn er sagt: "Wie können wir auf dem Friedens­ kongreß als die Vorkämpfer der kleinen Völ­ ker und der Volksfrerheiten erscheinen, wenn wir in demselben Augenblick mit der Unter­ drückung des Aufruhrs in einem Lande beschäf­ tigt sind, das wir nur durch Gewalt zu be­ herrschen imstande sind. "</p>
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          <p>Aus Amerika. Annullierte Schulden? Einer Washingtoner Meldung des "Petit Parisien" zufolge soll der frühere GeneralStaatsanwalt Beck eine Bewegung ins Leben zu rufen beabsichtigen, die dafür eintritt, daß die Vereinigten Staaten die Schulden der Al­ liierten in Amerika annullieren (?).</p>
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          <p>Japan im Kriege. Zur ostasiatischen Frage. 1 Laut "Temps" meldet die "Jsvestija^l die Einstellung der japanischen Intervention in Sibirien sei aus den Widerstand der Vereinigten Staaten und Englands zurückzuführen, die es ablehnten, sich an der japanischen Aktion weiter zu beteiligen. Ter Vertreter Englands in Mos­ kau bestätigte diese Mitteilung. Japans Forderungen für den Frieden. Bern, 27. April. Die wichtige japanische Zeitung "Gorodzuchono" stellt bei Erörterung der möglichen Friedensbedingungen folgende japanische Mindestforderungen auf: 1. Aufhebung aller deutschen Konzessionen in Schantung; 2. Verzicht Deutschlands auf alle jetzt von den Japanern besetzten Südseeinseln; 3. Verwaltung und Kontrolle über die russisch-sibirische Bahn und die chinesische Ostbahn; 4. Ersatz der Kriegskosten; 5. Anerkennung der Vorherr- schaft Japans in China; 6. Freihafen in Wla­ diwostok; 7. Zurückziehung der Garnisonen von Charbin, Nikolajew usw.; 8. Aushebung der Beschränkung für die Einwanderung von Ja­ panern in Australien und Südafrika, und 9. Aufhebung aller antijapanischen Maßnahmen in den Vereinigten Staaten.</p>
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          <p>Aus neutralen Ländern. Spanische Zeitungen von der Entente | bestochen. | / Gegenwäctig sind bei der Madrider StaatsI anwaltschaft 95 Prozesse gegen die spanische S Hetzpresse wegen Beleidigungen Deutschlands «anhängig. Wegen gleicher Vergehen gegen England liegen nur 9 Fälle, gegen Frankreich nicht einer vor. Diese Tatsache erklärt sich daraus, daß hie wirklich neutralen Zeitungen Spaniens an den Fingern einer Hand aufzu| zählen sind. Site Mehrzahl steht im englischen I und französischen Sold. Beweis hierfür bietet folgende Mitteilung des wirklich neutralen ! "Correa Espanol": Mit einem amtlichen Siegel \ der englischen Regierung schickt man uns aus j London den Protest einiger schwedischer ProfesI soren gegen die deutsche Barbarei und ersucht i uns, ihn sogleich zu veröffentlichen. Gleich| zeitig erbietet man sich, uns den Betrag, den | wir für die Veröffentlichung festsetzen, postS wendend zu vergüten. Jene Engländer haben l sich in der Türe geirrt. Ter "Correa Espanol" i veröffentlicht keine Lügen, wenn sie noch so gut bezahlt toerbän sollten. — Tie anständige spanische Presse, zu der %. 18. das »roße Blatt "ABC" und "La Accion^ gehören, bedauert ! den moralischen Tiefstand der heimischen SchandbG'tter. , 1 Islands Loßrcißnng von Dänemark. Kopenhagen, den 27. April. Hier fürch­ tet inan, daß sich Island von Dänemark los­ reißen und sich. als Republik erklären wird. Ter englische Einfluß ist dort außerordentlich stark. Man glaubt, daß die neue Republik sich später vollständig an England anlehnen werde. Proklamier««- der persischen Nnalchkiugigkeit. ' . Konstantinopel, 26. April. Das per­ sische Ministerium des Aeußern teilte der hie­ sigen persischen Botschaft mit, daß alle Vertväge und Beschlüsse, die mit der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit sowie mit der Integrität seines Gebietes im Widersprüche stehen, aufgehoben und annulliert werden.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Tier Beichtvater der Kaiserin. Zu der Meldung des Wiener Korrespondenten des Budapester "AzEst", daß die Verfälschung des vielerörterten Briefes Kaisers Karl an den Prinzen Sixtus durch den französischen Beicht­ vater der Kaiserin begangen worden sein soll, wird von einer in Hosängelegenheiten best­ informierten Persönlichkeit folgendes mitge­ teilt: Ter französische Beichtvater der in der Geschichte angeführt wird, existiert nicht. Es scheint, daß aussen Pater Audlau angespielt werden soll. Tiefer Pater Audlau, der gar nicht der Beichtvater ist, heißt richtig: Karl Maria Graf Andlaw-Homburg. Tiefe Fami­ lie entstammt dem elsässtschen Adel und ist deutschen Ursprungs. Tie Umgebung des Kai­ sers Karl weG übrigens, daß der Kaiser sehr gut Französisch versteht. Außerdem deckt sich die vom "Az Est" angegebene Lesart der aus Elsaß-Lothringen bezüglichen Stellen weder mit betn in Wien noch mit dem in Paris ver­ lautbarten Text. Auszeichnung des österr. Kriegsministers. Der Kaiser verlieh dem Kriegsminister von Stöger-Steiner zu seinem 40jährigen Dienstjubiläum den Freiherrnstand.</p>
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          <p>der vor kürzest: erst erfolgten Herabsetzung der Selbstversorger-Brotgetreidemenge von 8.5 auf 6.5 Kilogr. Pro Kopf und Monat die Frage der Beibehaltung der Selbstversorgung. s Jtad), einem Bericht des 2. Präsidenten Landesökono­ mierats Mittermeier wurde einstimmig der Be­ schluß gefaßt: "Ten K. Staatsminister dringend zu bitten, seinen ganzen Einfluß geltend Zu machen, nicht nur dahingehend, daß die ge­ kürzte Ration der Selbstversorger wieder hin­ ausgesetzt wird, sondern auch, daß die land­ wirtschaftlichen Arbeiter und die selbstarbeiten­ den Landwirte die Brotration für Schwerar­ beiter und in der Erntezeit für Schwerstarbei­ ter erhalten." Bezüglich der Frage der. Auf­ hebung der Selbstversorgung richtet der Bayer. Landwirtschaftsrat nach dem ebenfalls einstim­ mig angenommenen Antrag Mittermeier-Steinlnger: "an die K. Staatsregierung Vre Bitte, in ganz bestimmter und zuverlässiger Weise Auf­ schluß zu geben, ob eine Gefahr ^wirklich nicht besteht oder ob wir nicht doch Ueberraschungen zu erwarten hätten. Wenn eine solche Antwort nicht gegeben werden kann, soll sich der kriegs­ wirtschaftliche Ausschuß neuerdings mit dieser Frage befassen, um diejenigen Wege zu gehen, die eine Wirkung und einen Erfolg verspre­ chen." In der sehr ernsten Erörterung war man nach dem ausgegebenen Berichte auf allen Seiten darin einig, daß die Aufhebung der Selbstversorgung der Landwirte zu einem be­ denklichen und folgenschweren Rückgang, ja zu einem Versagen der Erzeugung führen müßte. Bekleidung der Toten. Tas Ministerium des Innern erinnert an die Anregung der Reichsbekleidungsstelle, daß die von den Ver­ storbenen bei Lebzeiten getragenen und ge­ brauchten Kleidungsstücke tunlichst erhalten und, soweit dieselben nicht von den Angehörigen selbst benötigt werden oder vernichtet werden müssen, den kommunalen Altbekleidungsstellen zugeführt und von diesen für die bürgerliche Bevölkerung hergerichtet werden. Diese An­ regung sei um so beachtenswerter, als die Pa­ piergarnindustrie imstande ist, durchaus würdige Kleider aus Papiergewebe für Bestattungs­ zwecke herzustellen. Es sei daher darauf hin­ zuwirken, daß die Verstorbenen soweit tun­ lich, nur mit einer Oberkleidung aus Papier­ gewebe versehen bestattet werden. In den mei­ sten Fällen wird die Bekleidung mit einem Totenhemd genügen. Aüch für die Kissen, aus die die Leichen gelegt werden, können Ersatz­ stoffe gedachter Art verwendet werden.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Walvkirche«, den 27. April. (Einbruchdieb­ stahl.) Gestern nachts wurde bei der Häuslerssrau Zarda in Ratzing eingebrochen und außer 200 Mark auch Kleidungsstücke und Wäsche im Werte von über 400 Mavk gestohlen. Freyung, 28. April. (Besitzwechsel.) Herr Gastwirt Holler von hier hat das Anwesen des Bauern Fuchs von Perlesod erworben. \ Tas Anwesen wird dem Vernehmen nach zer­ trümmert. ; Straubing, den 28. April. (Verurteilter | Schleichhändler.) Ter Händler Jos. Braun von * München wurde vom Schöffengerichte hier we­ gen unbefugten Lebensmittelhandels undHöchstpreisüberschreitung zu 3 Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe verurteilt.</p>
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          <p>Stadttheater. Tie Aufführung der neueinstudierten Fallschen Operette "Tie Dollarprinzessin" am letz­ ten Freitag stand in musikalischer Hütsicht auf sehr, sehr mäßiger Höhe. In der Operette sist es vor allem Pflicht des Dirigenten auch im Orchester etwas mehr aus peinliche Arbeit zu sehen, als es in letzterer Zeit üblich war. Wenn man auch in mancher Beziehung sich mit sog. Ersätze zufrieden geben muß, so sollte doch nicht vergessen werden, daß dies Verfahren nur zur Ausnahme und nicht zur Regel gemacht werden darf, und daß mäßige Ansprüche nicht noch mehr herabgesetzt werden können. Ebenso wie eine Schwalbe keinen Sommer macht, ebensowe­ nig reicht eine Orchesterprobe für eine genieß­ bare Wiedergabe aus und dies festzustellen, obliegt in erster Linie dem verantwortlichen Musikleiter. Abgesehen von den verschiedenen Unebenheiten im Orchester, gab es auf der Büh­ ne manch Erfreuliches. Frl. Laschinger zeigte in der Tite.parlke namentlich stimmlich und auch darstellerisch ein günstiges Bild weiteren, er­ folgreichen Emporstrebens. Frl. Mikulska, eine der Hauptstützen der Operette, war eine famose Taisy und ermunterte auch öhren Partner Hrn. Mauras (Hans von Schlicht) zu ziemlich lebhaf­ tem Spiele. Letzterer tritt wohl das Erbe des Herrn Brückners an. Stimmlich zwar etwas­ befangen, zog er fich doch ganz nett aus der Affäre, eilt endgültiges Urteil wäre noch, abzu­ warten. Abgerundete Leistungen boten die Her­ ren Tr. *Quadenfeldt als sympathischer Wehrburg, Kaspar, jederzeit Extempore hilfsbereit, als Kohlenkönig Cvuder, Horst, ,Tick), Almas (Tom), sowie die Tckmen Zink (Olga, und Rol ..) (Miß Thompjou). Oberspielleiter Kaspar verbürgte für die Inszenierung. Tas wieder zahlreich erschienene Publikum zollte fleißig Beifall, nahm aber auch die Gelegen­ heit wahr, die verschiedenen selbst den Laien auffallenden Orchesterunfälle spitzig zu kriti­ sieren. : i i Hg.</p>
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          <p>europäischen Rußland. Weiterhin sind die holz und wildreichen Waldungen, die Gold-und Silberlager sowie das Vorkommen von Kupfer. Blei, ®i\er&gt;, Zink Schwefel usw. beachtenswert, die erst durch bte Amur­ bahn der Weltwirtschaft zugeführt werden können. Auf der anderen Seite darf allerdings auch nicht vergesien werden, daß der Besitz des Amurgebketes nicht ganz ungestört erscheint, da die Japaner durch systematische Ansiedelungen am Amur beretS seit längerer Zeit ihren Appetit verraten.</p>
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          <p>Die Nebelfrau. Roman von Anny Wothe. Machdruck verboten.) Niemals! rief er ganz laut. Unsere Wege, Frau Gräfin, führen weit auseinander, denn ich bin klug genug, zu wissen, daß all Ihre Glut nur Strohseuer ist. Ich weiß genau, wie es kam, daß meine Leidenschaft für Sie in hellen Flammen aufloderte. Ich sah, wie Sie lächelnd diese Flammen nährten, wie Sie — verzeihen Sie — absichtlich den Gatten lieb­ kosten, um mich zu reizen, um meine Eifersucht zu entfesseln. Ich las in Ihren Angerß daß Sie triumphieren würden, wenn ich mich hätte reizen lassen, den Freund, der mir Bei Ihnen int Wege war, niederzuschlagen und — mich grauste vor Ihnen. Wenn ich Sie einst geliebt habe, Gräfin, mit tausend Schmerzen geliebt, so muß ich Ihnen doch heute sagen, daß ich nur ein Weib besitzen möchte, dessen Pkftmmng rein und ohne Makel ist. Weil ich das nicht kann, und weil des Toten Hand sich warnend aus dem Grabe hebt, sollen Sie wissen, daß trotz Ihrer Freiheit Sie für mich! doch ewig besesselt sind. Lassen Sie uns zu Ende kom­ men, Gväfin Fridrun, und Schweigen über die Vergangenheit breiten, die manchen Stachel in meine BrWi gedrückt hat. Als Freund, als | Marnars Freund, als Lorls Vormund werde $ ick Ihnen immer treu zur Seite stehen, aber £ sonst scheiden sich unsere Wege. I Fridrun atmete tief und schwer. Unter | den leichtverschleierten Augen traf den großen, | breitschulterigen Mann, der so abwehrend vor I ihr stand, ein dunkel drohender Blick, dann jj aber sagte sie wie in weher Klage: Es ist mein Schicksal, immer verkannt zu werden. Ich werde also immer einsam sein. Fridrun! bat der Rechtsanwalt unsicher, seltsam erschüttert von dem Klang ihrer Stim­ me. ’ [ Lassen Sie das, Ebbo Klas! Nur zu viel haben wir schon über unsere Gefühle geredet. An das Herz des Freundes habe ich vergebens appelliert, aber der Rechtsanwalt wird mir hoffentlich seinen Beistand nicht versagen. Ich stehe jederzeit zu Treusten, Frau Grä­ fin! i i ' ( i ! : mm Einen Augenblick zögerte die junge Frau noch, dann sprach sie langsam: Ich klage den Grafen Reimar Randolt an, schuld an dem Tode des rechtmäßigen Majorats erben Lutz von Randolt zu sein, um sich in den Besitz der Güter zu setzen. ) - Erregt schob Ebbo Klas seinen Schreijb£ sessel zurück, daß er dröhnend gegen die Wand stieß. Täs ist ja eine grauenhafte, unerhörte i Beschuldigung, Gräfin, entgegnete er streng. I Wie können Sie es nur wagen, einen derartigen * Verdacht gegen den Grasen laut werden zu lassen? Fridrun lächelte höhnisch und zog lang­ sam ihre schwarzen Stulphandschuhe wieder an. Ich meine, Sie, Herr Rechtsanwalt, hät­ ten gar reine Ursache, den Grasen in Schutz zu nehmen. Er war mehr als ungezogen gegen Sie. ! Er hat sich in aller Form bei mir ent­ schuldigt und ich habe, wie Sie wissen, die Entschuldigung gelten lassen. Damit ist die dbngelegenheit erledigt. Jetzt lachte Fridrun laut aus. Ich möchte wohl wissen, was Sie nicht noch Undines wegen alles einstecken werden. Ein anderer Mann Ijiätte den Grafen gefordert, aber Sie — ! ! i 1 i : Es lag etwas wie spöttische Verachtung in ihrer Stimme. (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Fahrzeit der elektrischen Straßenbahn.</p>
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          <p>ums anlange, so möchte er konstatieren, daß chn Herr Mayer nicht ins Kollegium der Ma­ gistratsräte gewählt und ihn auch nicht hin­ auszuschaffen habe. Wenn die Herren, welche ihn im Gemeindekollegium zur Ehre eines Ma­ gistratsrates gewählt haben, ihn gerne draußen hätten, dürfen diese es nur sagen. Er sei jederzeit gerne bereit, die Bürde,, die schon lange auf ifytn laste, abzugeben. Allein auf eine Aurenchelung des Herrn Mayer hin gehe er nicht. Herr Mayer soll jenen Männern, die er gewählt habe, sein Mißtrauen aussprechen, aber ihn solle er in Ruhe lassen. Herr M--R. Bartmann schloß sich den Worten des Herrn M.-'R. Gerstenecker, soweit dieselben die Kolle­ gien betreffen, an und bedauerte nur, d.aß von gewisser Seite seit Jahren die Gelegenheit, ihren Privathaß gegen gemeindliche Mitglieder zu stillen, dazu benützt wird, um immer wieder derartige anonyme Artikel zu fabrizieren, ohne Rücksicht daraus, daß durch die Veröffentlichung derselben in auswärtigen Blättern der Ruf und das Ansehen der Stadt schwer geschädigt werden. Herr Rechtsrat Aimbros betonte, daß der Magistrat offiziell zu der Angelegenheit keine Stellung zu nehmen habe, weil von Seite des Semei udekollegiums nichts vorliege. Im übri­ gen bringe der Magistrat den Heiden Herren das volle Vertrauen entgegen. Er sei ihnen auch zu Dank verpflichtet für die verdienst­ volle Arbeit, die sie im Magistrat stets gelei­ stet haben. —* Die Wahl einer Hausfrau en vertr eterin in den Kommunalverband kam in der letzten Magistratssitzung zur Sprache. Es lag das Ersuchen vor, einen Bericht der "ß. Ztg.", daß Frau Kommerzienrat Gersten­ ecker durch die Hausfrauen-Vereine gewählt worden sei, richtig zu stellen. Herr Rechtsrat Ambros betonte, daß es richtig sei, daß die Wahl nicht durch die Hausfrauenorganisatio­ nen erfolgt sei, weil sie auch, nicht durch diese erfolgen konnte. Zuständig ist hierzu aus­ schließlich der Magistrat allein. Zur Auswahl der Persönlichkeit ist zu bemerken, daß die Wahl der Frau Kommerzienrat Gerstenecker einstimmig erfolgte und daß die Wahl in voll­ kommen zutreffender Weise stattgefunden hat, weil gerade diese Frau eine sehr große Erfahr­ ung hat in Volksernährung. Sie führt seit Bestehen mit großem Erfolge die städt. Volks­ küche und ist auch selbst in allen Fragen der Volksernährutzg sehr bewandert und erfahren. Es sei auch noch zu erwähnen, daß Frau Kom­ merzienrat Gerstenecker ursprünglich die Wahl ablehnen wollte und erst auf sein (Ambros) persönliches Drängen veranlaßt wurde, 'ist die Kommission einzutreten. Außerdem war die Frau Kommerzienrat auch vom kath. Frauen­ bund vorgeschlagen. Herr M.-R. Gerstenecker bemerkte zu der Konstatierung, daß die Wahl einstimmig erfolgte, daß er in der betreffenden Magistratssitzung nicht anwesend gewesen sei, da er im Landtag weilte. Er hätte dagegen ge­ stimmt, weil er der Ansicht sei, daß seine Fran durch die Kriegsfürsorge ohnehin mehr als ge­ nug von der Familie ferngehalten werde.</p>
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          <p>"Ruhleben nach dreieinhalb Jahren Krieg." Unter diesem Titel schreibt "ein Neutraler auf Reisen" in Stockholms 'Tagblad vom 9. April: "Ruhleben ist das größte deutsche Lager für englische Zivilgesangene. Es umschließt eine der bitteren Folgen des Krieges, die voll,ständige Abschließgug mehrerer tausend Men­ schen, die nichts mit dem Kriege zu tun haben. Man hatte erwartet, eine Menge haßerfüllter und erbitterter Leute zu finden, fand aber eine Welt für sich. Da Arbeit das beste Mittel gegen Leid ist, haben die deutschen Behörden verbucht, auf jede Weise die Arbeitslust zu fördern und im stager Arbejtsmöglichlkeiten zu bereiten, Be­ mühungen, welche die meisten Engländer in hohem Grade zu schätzen wissen und die zu einer sehr bedeutenden, selbständigen Weiter­ bildung geführt haben. So gibt es in Ruh­ leben eine von hervorragenden Talenten ge­ leitete, umfangreiche Lehranstalt, an der kaum irgend ein Gebiet menschlichen Wissens nicht vertreten ist. Man treibt hier weitgehendeStubien in den lebenden und den klassischen Spra­ chen, in Kunst, Literatur, Geschichte, Philoso­ phie und Religionswisssenschaft. Im technischen Laboratorium Ruhleben^ sind wertvolle^ chemi­ sche Untersuchungen vollendet worden, z. B. Synthesen der Mineralsette und des Petro­ leums, und im biologischen Laboratorium be­ schäftigte man sich gerade mit einer Reihe histo­ logischer Untersuchungen, von denen die wissen­ schaftliche Literatur der ZulUnft sicher sprechen wird. Eine Werkstatt zur Verfertigung mecha­ nischer Apparate ist vorhanden, eine Buch­ binderei, eine Leder- -und Gerberei- Abteilung, in der man Geldtaschen und ähnliches anfer­ tigt. Jede Woche gewann die Bücherei Ruhlebens an Umfang und Wert. Tie Beiträge flie­ ßen teils aus eigenen Mitteln der Gefangenen, teils kommen sie von Interessenten ans Deutsch­ land und England. Besonders für wissenschaft­ liche Untersuchungen hat die Universität Ber­ lin Interesse gezeigt und viel dabei geholfen. Einige Gebäude sind von den Gefangenen selbst gebaut. Zahlreiche kleine Klubs haben darin ihre eigene Rnänine. Ruhleben ist bei­ nahe überproviantiert, jedenfalls reichlich ver­ sorgt. Ueber die deutsche Behandlung läßt sich kaum irgendwelche berechtigte Klage führen» tote aus Gesprächen mit Gefangenen leicht zu entnehmen war. — Tie Wohnungsverhältnisse sind nach und nach verbessert 'worden, vor allem half man dem engen Beisammenwoh­ nen ab. Tie Erwärmung wurde durch Auf­ stellung von Lokvrnobilen verbessert. Auf der Rennbahn, die frei von Baracken blieb, findet sich Gelegenheit zu g'llerhand Sommer- und Wintersport, tote Lawn Tennis,Fußball,Schnee­ schuh- und Schlittschuhlaufen, denen man eif­ rig obliegt. Vor dem Kinematographen, dem Theater und der Oper Ruhlebens beobachtet man die Lagerinsassen stets in langen Reihen Also auch für solche Vergnügungen ist ge­ sorgt. Ter Besuch schloß mit der Besichtigung der großen Küchenabteilung, wo unter dem Szepter einiger hervorragender Fachleute das leibliche Wohl sichergestellt ist. Es gab uns dank dem großen, uns bewiesenen Entgegen­ kommen ein klares Bild von dem eigenarti­ gen Leben, das der Weltkrieg hervorrief, und das hier vielleicht weit weniger schwer emp­ funden wird, als an mancher anderen Stelle." Diese Schilderung ist ein erneuter Beweis für die Haltlosigkeit der durch- feindliche Pro­ paganda verbreiteten, geflissentlichen - Lügen über schlechte Behandlung der in Deutschland internierten Engländer. Wenn es unseren in England festgesetzten, bedauernswerten Lands­ leuten nur halb so gut ginge, wie den Eng­ ländern in Ruhleben, könnten sie sehr zu&gt; frieden sein!</p>
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          <p>Letzte Posten. 250(M) Tonnen versenkt. WTB. Berlin, 27. April. (Amtlich.) Nene Unterseebootserfolge an der Westküste Englands: 25 000 Brutto-Register-Tonnen. Ein Dämpfer von mindestens 12 000 Tonnen Größe und ein bewaffneter Dampfer von 6000 Tonnen wurden aus stark gesicherten Geleitzügen her­ ausgeschossen. Tier Chef des Admiralstabes der Marine. Reue U-BoorSerfolge. WTB. Berlin, 28. April. (Amtlich.) Im Aermelkanal wurde von einem unserer UBoote ein mindestens 10 000 Tonnen großer Transportdampfer, der durch, Kreuzer, mehrexe Zerstörer und Bewachungsfahrzeuge außeror­ dentlich stark gesichert war, torpediert. Ge­ samtsumme des versenkten Handelsschifssraumes nach neu eingegangenen Meldungen 17 000 Brutto-Register-Tonnen. Das Führerflugzeug einer unserer Jagd­ staffeln in Flandern (unter der bewährten Füh­ rung des Oberleutnants zur See Christiansen hat gelegentlich, eines Aufklärungsfluges in den Hoofden ein feindliches Curtisboot abgeschossen. 1 Ter Chef des Admiralstabes bet Marine. , b. Kiihlmamr in Bukarest. • Bukarest, 27. April. Staatssekretär von Kühlmann und der Minister des Aeußern Baron Burian sind mit Begleitung heute früh zu den Friedensverhandlungen in Bukarest ein­ getroffen. Mus Finnland. Stockholm, 27. April. Das finnische Hauptquartier meldet: Willmannstrand ist von unseren Truppen genommen worden. Vor Wiborg neue Erfolge. Der rechte Flügel des Fein­ des wurde durch eine umgehende Flankenbewe­ gung von der Festung Wiborg abgeschnitten. Kaiserliche Bertrauenskundgebung. Wien, 28. April. Kaiser Karl richtete an den Präsidenten des Herrenhauses, Fürsten Windischgrätz, ein Handschreiben, in dem er in Würdigung der vorbildlichen Treue und Er­ gebenheit und der Notwendigkeit des Verblei­ bens des Fürsten auf seinem Posten in dieser schwersten Zeit dem Ansuchen des Fürsten um Enthebung von seinen Obliegenheiten als Prä­ sident des Herrenhauses nicht willfahrt und dem Fürsten als erneutes Zeichen seiner beson­ deren Gewogenheit seine Mit seiner Unterschrift versehene Photographie übersendet. Teutscher Fliegerangriff auf Calais. Bern, 28. April. Wie "Petit Parisien" mitteilt, überflog ein deutsches Flugzeugge schwader in der Nacht zum 1. April trotz heftig­ ster Luftabwehr Calais und warf eine Anzahl Bomben auf ein bestimmtes Viertel ab. Es soll nur sehr beträchtlicher Sachschaden ange­ richtet worden sein. Ter Angriff dauerte drei­ viertel Stunden. Finnland Königreich? "Stockholms Tidningen" weiß zu berichten, daß Finnland trotz aller Dementis ein König­ reich werden dürfte. "Berlingske Tidende" weiß zu derselben Sache tzu berichten, daß vor­ aussichtlich Prinz A!xel von Dänemark der kom­ mende König von Finnland sein werde. Achs Petersburg. Kopen Hagen, 28. April. "Politiken" meldet aus Stockholm: Asus Finnland wird be­ richtet, daß General Alexejew und General Kornilow, die sich- in Petersburg aufhalten, sich zu Herren der Stadt machten. Tie Richtigkeit der Meldung ist unmöglich nachzuprüfen, da Rußland telegraphisch abgeschnitten ist. Sltr Angriff auf Ostende. Bern, 27. April. Laut Pariser Blättern haben bei dem englischen Angriff gegen Ostende und Zeebrügge auch, französische Torpedoboots­ zerstörer mitgewirkt. Bon der Salonikisrout. L o n do n, 27. April. Ter amtlicheKriegsbericht.von der Salonikisrvnt meldet: Während der Nacht vom 28. April zogen wir unsereTruppen ungestört aus den Dörfern im Strnmatal zurück, die wir am 16. April genommen hatten. Tie Ortschaften wurden später von der feind­ lichen Artillerie beschossen. Siet Marinerat der Alliierten. , Bern, 27. April. (Agenee Havas.) Ter Marinerat der Alliierten hat seine Arbeiten beendet. Er hat wichtige Entscheidungen ge­ troffen, die das Zusammenarbeiten der Alliier­ ten enger knüpft und ihre Unternehmungen zur See kräftiger gestalten soll. Ein englisches Torpedoboot gesunken. Gens, 29. April. Wie die Agenee Havas ans Algeciras meldet, ist ein englisches Torpe­ doboot während einer Erkundungsfahrt vom Sturme überrascht worden und untergegangen. 12 Matrosen sind ertrunken. 20 Personen ertrunken. Eßlingen, (Württemberg), 28. April. Nach Beendigung eines Fußballspieles stürmte heute Nachmittag aus dem Neckar oberhalb Etz? Hingen eine mit mehr als 60 Personen besetzte Fähre um. Sämtliche Insassen stürzten ins Wasser. Tie meisten konnten gerettet werden. Tie Zahl der Vermißten steht noch nicht fest. Sie wird ans 15—20 geschätzt. 3 Tote wurden! bis jetzt geborgen. i ; ! 1 ! i</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Lebensmittelmarken-Abgabe und Abgabe von Berteilungewaren betr. Die Verteilung der LeSevsMMMell findet am Dienstag Sen 30. April 1918 während der Zeit von nachmittags 3 Uhr bis abends 1/2? Uhr in den 15 Abgabelokalen statt. Die Abgabelokale sind auf den LebenSmittelauSweiskarten vermerkt. Die Brotmarken gelten für die Zeit vom 1. bi« einschließlich 15. Mat 1918. Die für April ausgegebenen Marken dürfen nur noch bis einschließlich S. Mat angenommen werden. Die Abgabe der Schwerarbeiterzulagen er­ folgt am Freitag den 3. und Samstag de» 4. Mai in den Räume« der Geschäftsakt etlung der stöbt. Lebensmittelstelle. An denselben beiden Tagen können dke Zulagemarken für Kinder bis zum voll­ endeten 2. Lebensjahr abgeholt werden. Die Zucker­ zulage für die Kinder beträgt 800 Gramm pro Marke Auf Grund der Bekanntmachung über die Er­ richtung von Preisprüfungsstellen und die VersorgungrsteÜen von 25. September 1915 wird sodann bestimmt: Ab Samstag de» 4. Mai c. kann der für Mai treffende Zucker ln den einschlägigen Geschäften in Empfang genommen werden und zwar gelangt für jeden abgelieferten Zuckeranteil 700 Gramm Zucker zur Abgabe. Vor dem 4. Mat c. darf der Zucker weder von den Käufern verlangt, noch von den Geschäftsinhabern abgegeben werden. Wer gegen diese Verordnung verstößt, setzt sich nicht nur der Gefahr der in der angezogenen Bekanntmachung vorgesehenen Strafe aus. Geschäftsleute, die Zucker früher abgeben, haben außerdem zu gewärtigen, daß ihnen die Zuteilung von Verteilungswaren für ein Monat gesperrt wird. Mit der Abgabe des Zuckers werden pro Anteil 1 | 2 p.@rie$ö. , / 2 W.$eiflioertii verteilt. Die Lebensmittelstelle ist bemüht, noch Kaffeersatz zu beschaffen, damit auch solcher verteilt werden kann. Haben die Bemühungen Erfolg, dann ergeht gesonderte Bekanntmachung. Die am Dienstag de» 30. April c. zur Abgabe gelangenden Zucker- uud Kasemarken müssen bis spätestens Samstag, den 4. Mai e. in den Geschäften abgeliefert werden. Die Geschäfte liefern die gesammelten Marken bis'spätesten» 6. Mai c. den Großkaufleuten ob. Die Großkaufleute haben bi» 7. Mai e. Abltrserung an die städt. Lebens­ mittelstelle zu betätigen. Für die Ablieferung der Zucker-, Käs- und Fettmarken und den Eintrag in die Kundenliste werben unter Hinweis auf die an­ gezogene Bekanntmachung vom 25. September 1915 folgende Vorschriften erlassen: Dle auf eine Lebensmittelausweiskarte abgehobenen Zucker-, Käs- und Fettmarken dürfe« für jeden ein­ zelnen Artikel nur in einem Geschäft abgegebenen werde«. Es ist unzulässig z B. die Zuckermarken ln zwei oder mehreren Geschäften abzuliefern. Bei der Ablieferung der Marken ist die LebenSmtttelausweiskarte vorzulegen; der Verkäufer ist verpflichtet, sich zu überzeugen, ob die Zahl der abgelieferten Marken mit der auf der Lebensmittelausweiskarte verzeichneten Personenzahl übereinstimmt. Es dürfen nicht mehr Marken abgenommen werden, als die Lebensmittelausweiskarte Personen zeigt, es sei denn, daß der Ablieferer sich über den Besitz der weiteren Marken einwandfrei ausweisen kann. In die Kun­ denliste ist die LrbevSmittelk'rtennummer, Name, Stand und Wohnung des Kunden sowie dke Zahl der abgelieferten Marken einzutragen. Eine Abschrift der Kundenltste ist der städt. Lebensmittelstelle vor­ zulegen. Zands Hut, den .27. April 1918. Stadtmagistrat Landshut. Ilse I. V.: Ambros.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Fleisch und Fleischware». Den Metzgern der Stadt Landshut ist soviel Vieh zugewiesen worden, daß die Bevölkerung für alle abgelieferten Fleischmarken ihr volle» Quantum Fletsch oder Wurst für die laufende Woche hätte bekomme« mäßen. Trotzdem haben manche Metzger, wie zahlreiche Klagen beweisen, das volle Fletsch- und Wurst Quantum nicht abgegeben. Es ergeht an alle jene Personen, welche für die abgelltferten Fleifchmarken nicht voll beliefert worden sind, die Aufforderung sich am Dienstag, de» 30. April c. bei der städt. Lebensmittelstelle — GeschäftsableNung, Rofengasie 350 — zu melden u. dort ihre Angaben zu machen. Stadtmagistrat Landshut. % 3. 93.: Ambros. 1197</p>
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          <p>Am 20. April 1918 ist eine Bekanntmachung Nr G. 130J/3. 18 K. R. A. betreffend: Bestanbserhebung von Kautschuk, Gummi, Billardbande tn Kraft getreten. 1 Tie Bekanntmachung ist öffentlich ange| schlagen und samt bei den K. Bezirksämtern und den Stadtmagistraten sowie bei den Han­ dels- und Handwerkskammern eingesehen wer­ den. ! ; | . 1 I i 1 I ; : I, München, den 20. April 1918. Der*K ommandterende General: v. d. Tann. 1194 K. Stellv. Generalkommanöo 1. Bayer. Armee­ korps. Bekanntmachung.</p>
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          <p>Finnlands Freiheitskampf. Wiborg eingeschlossen. Ans Helsingsors wird gemeldet :Tie Wei­ ße Garde eroberte Tavastehus und schloß Widorg ein. Tie Frontstellung der Roten Garde wurde in der Nähe von Wiborg durchbrochen.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Verkehr mit Fett. Es wird hiermit bekanntgegeben, daß für die laufende Woche 50 Gramm Fett (Butter und Margarine) zur Verteilung gelangen. L a n d s h u t, den 27. April 1918. Stadtmagiftrat Laudshnt. I. SS.: Ambros. 11 b</p>
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