Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-04-30. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 118, 1918-04-30. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Heftige Nahkampfe nördlich des Kemmel. ────────── Die Heeresberichte. M mm Bericht. Kon stanti nopel, 28. April. Amtli­ cher Bericht: : _ Palästinafront: Oestlich der Straße Je­ rusalem—Nablus lag stärkeres feindliches Ar­ tillerie- und Maschinengewehrfeuer auf unseren vorgeschobenen Stellungen. Feindliche Erkun­ dungsabteilungen westlich der Straße und an der Jordanmündung wurden abgewiesen. Ser tzaasche Berich«. WTB. Berlin, 29. April 1918, mittags. ^Großes Hauptquartier.) «§eili#er * Auf dem Schlack) tselde in Flandern von Mittag auflebender «Artillerie kämpf. ! Tire Beute seit der Erstürmung des Kemmel hat sich auf über 7100 Gefangene, darunter 181 Offiziere, 53 Geschütze und 233 Maschinen­ gewehre erhöht. ! Zwischen dem La Basseekanal und der Scarpe, sowie nördlich! teön der Somme rege Er­ kundungstätigkett der Engländer. ^ Starke Teilangriffe der Franzosen gegen Hangard-Wald und -Dorf wurden abgewiesen. Vorfeldkämpfe an bieten Stellen der übri­ gen Front. Auf dem Ostufer der Maas brachte ein Vorstoß in die französischen Gräben Gefangene ein. I Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der 1. Ge neral quar tier me isteri NNvsrrdorsr. » WTB. Berlin, den 29. April Amtlicher Abendbericht: Nördliche born Kemmel haben sich heftige Nahkämpfe entwickelt. Nr östm.-svg. Sollt WTB. Wien, den 29. April, mittags. Amtlich wird gemeldet: In den venetianischen Bergen stellenweise Abtilleriekampf. Ter Ehef des Generalftads. Scr MgaitfsBt Bericht Sofia, 27. April. Amtlicher Bericht Ma­ zedonische Front: An der östlichen Cerna war das Artilleriefeuer beiderseits zeitweise lebhaf­ ter. Oestlich von Tobropolje und in der Moglenagegend versuchten verstärkte seroischeSturmabteilungen sich- unseren Posten zu nähernj. wurden aber durch- Feuer zerstreut. AU meh­ reren Stellen zwischen. Ward ar .und Toiransee, besonders südlich- des Torfes Bogoroditz 'verstärkte Feuertätigkeit. Westlich Toldjeli ver­ jagten unsere Patrouillen zwei englische ErkundungsckbteiluNgen. Im' Strumatal PatroUillenscharmützel. . j ────────── Ne Flucht aus Paris. ^ Tie Pariser Gemeindeverwaltung sowie die Abgeordneten und Senatoren des Tepartements Seine sahen sich durch die nächtlichen Be­ schießungen vermtlaßt, sich mit Clemenceau und dem Pariser Militärgouvernement ins Einver­ nehmen zu setzen, damit Schutzmaßnahmen für die beunruhigte Bevölkerung auch in den Nachtstunden ununterbrochen Anwendung fin­ den. Tie Untergrundbahnstationen sollen Tag und Nacht offen bleiben, ebenso die bomben­ sicheren Gebäude. Tis Pariser Schneider. Pariser Zeitungen berichten, daß die Schneider wegen der Flucht eines Teiles der Bevölkerung, besonders des wohlhabenden ohne Arbeit sind. Ter Vorstand ihrer Gewerkschaft wandte sich mit der Bitte um Arbeit an die \ amerikanische Heeresverwaltung, die sich geneigt zeigt, der Bitte zu entsprechen, wenn es ge­ lingt, über eine Verständigung der Preise zu einem Ziel zu /ommen. Ein neuer Beweis für das Plündern englischer Soldaten in Frankreich. Berlin, 28. April. In einem gegen Fliegersicht eingedeckten Geschützstand von Avmentieres wurde eine versandsertige englische Zündcrkiste vorgefunden, in der sauber verpackt eine alte sehr wertvolle französische Uhr lag. durch in anderen Unterständen fand man derar­ tig vorbereitete Sendungen, die nach der Ver­ treibung der französischen Bevölkerung aus den Häusern zusammengetragen wurden. Eitglische Soldaten als Metze. I Berlin, 29. April. Tie Einwohner aus Maresmontieres, nordwestlich von Montdidier, sagen aus, sie seien nicht geflüchtet, da sie ihr Eigentum nicht im Stiche lassen wollten. Gelegenheit zum Abtransport hatte man ihnen nicht gegeben. Tlie Engländer hätten bei ihrem Rückzug in der ganzen Gegend geplündert. Ei­ nem Nachbarn wurde durch englische Solda­ ten seine Taschenuhr weggenommen mit den Worten: "Souvenir, Souvenir". Tas sei über­ haupt bei den Engländern das Teckwort für Stehlen und Plündern. Tier Versailler Kriegsrat. Wie das Petit Journal meldet Haben dir Generale Robilaut und Sackville, die Vertreter Frankreichs und Englands im VersaillerKriegsrat, ihr Amt angetreten. Tlie belgische Regie­ rung sei durch! die Minister der Eisenbahnen, der Po stund der Marine vertreten. ────────── Italiens industrieller Niedergang. Ro nt, den 29. April. Tier Jahresüber­ blick über die Entwicklung von Handel, In­ dustrie und Landwirtschaft Italiens, den der Jahresbericht der Ban ca d'Jtalia für 1917 enthält ,läßt Italiens Ruin nur deutlich er­ kennen .Sämtliche Industrien hatten nach die­ ser Darstellung im verflossenen Jahre unter den hinschwindenden Rohstossdn und Vorrä­ ten, unter den Wirkungen der Kostensteigerung für die Beförderung der Waren zur See, nicht minder aber mufy der ,ungenügenden und un­ regelmäßigen" Landtransporte, der Knappheit der Brennstoffe und der Verminderung der Ar­ beitskräfte schwer zu Mden. Tlie Seidenindustrie konnte aus der Levante, aus China, Kleinasien und Japan nur stark vermindert Zufuhren erhalten. Für das gegenwärtigeJahr sind die Aussichten noch schlechter, da als neuer unabweisbarer Faktor die Besetzung ge­ rade solcher Gebiete hinzugekommen ist, wel­ che die Seidenindustrie am meisten mtt Roh­ stoffen versorgt. Mit denselben Schwierigkei­ ten hatte die Banmwvllindustrie zu Kämpfen. Hinzu kommen die Steigerung der Löhne und die Kohlennvt. Tire Erzeugung zahlreiche rSpinnereien, besonders derjenigen in der nahen Kriegszone mußte stark eingeschränkt werden. Außerdem wurden der italienischen Erzeugung an Gespinnsten durch! die Besetzung Venetiens 390 000 Spindeln entzogen. Der Krieg mit Italien. ────────── Aus Rußland. Wicderaufrichtung des Zarentums in Rußland? Ritzaus Büro meldet ans Stockholm: Einem Telegramm ans Abo an "Astonbladet" zufolge saufen dort bestimmte Gerüchte um, daß der ehe­ malige Thronfolger Alexe j Nikolajewttsch zum russischen Zaren ausgerufen worden sei und Großfürst Michael Alexandrowttsch, der Bruder des ehemaligen Zaren, zum Regenten. Tiefe Gerüchte sind bisher von keiner an­ deren Seite irgendwie glaubhaft gemacht. Ein russischer Amnestie-Erlaß. Wie der Temps aus maximalistischen Krei­ sen berichtet, habe Lenin die Absicht, am 5. Mai aus Anlaß des 100. Geburtstages von Karl Marx ein allgemeines Amnestie-Tekret zu erlassen, wodurch die Mehrzahl der Gefan­ genen und politischen Verurteilten begnadigt würden. Mehr als 300 000 Personen würden durch diese .Maßnahme die Vergünstigung der Begnadigung erlangen. ────────── Finnlands Freiheitskampf. Tter Finnische Landtag. Wie Stockholms Tidntngen aus Tammerssors erfährt, wird der finnische Landtag bald wieder zusammentreten. Man beabsichtigt keine Veränderung der demokratischen ftnnischen Re­ gierung, geht aber mit dem Plan um, die meisten sozialistischen Abgeordneten wegenTeilnahme an der Revolution als schuldig landes­ verräterischer Handlungen aus dem Landtage auszuschließen. Das finnische Volk für die Monarchie. ^Berlingske Tidende" meldet: Aus Helsingsors wird gedrahtet, daß die Stimmung für die Einführung der.Monarchie in Finn­ land sich immer weiter "verbreite. Tie allge­ meine Wehrpflicht soll in Finnland baldigst eingeführt werden. ────────── Aus Rumänien. Wareneinfuhr Uns Rammen. nach! Rumänien. Sofia, 28. April. Zur Wiederanbahnung der Wareneinfuhr nach Rumänien hat die Mi­ litärabteilung drei Abteilungen errichtet, je eine für Deutschland, Oesterreich und Ungarn, mit der Aufgabe, den Handel zu unterstützen durch Auskünfte, Nachweis von greifbarer Wa­ re, Vermittlung von Vertretern u. die volle Freiheit des Handels bleibt unbehindert. ────────── Am Balkan. Bulgarien und Saloniki. Sofia, 28. April. Ein Teil der neutra­ len Presse brachte die Meldung, daß Bulgarien Saloniki Verlangt und durch seine unnachgie­ bige Haltung den Gang der Verhandlungen in Bukarest verzögere. Tiefe Nachricht ist falsch. Bulgarien hat die Frage von Saloniki nicht aufgeworfen, und indem es sich strikt auf den Boden des Rechts und der Verträge stellt, hat es dem Friedenswerk keinerlei Hindernisse bereitet. Infolgedessen sind auch sämtliche, zu böswilligen Z> recken an diese Nachricht geknüpf­ ten Kommentare vollständig unbegründet. ────────── Der Krieg mit England. Tlvver als Entente-Marine-Zentrum. Gens, 29. April. Ter Marinerat der Al­ liierten beendigte seine Arbeiten. Seine Be-schlüsse werden derzeit tarnt den beteiligten Regierungen geprüft. Zur Genehmigung der sehr beträchtlichen Auslagen für die beabsichtig­ te Vereinheitlichung des Oberbefehls und al­ ler Unternehmungen sollen die Parlamente von den großen Richtlinien Kenntnis erhalten. Es verlautet, Toper sei für die Oberleitung in Aussicht genommen. Kohlennot in England. Tailh News kündigen an, daß infolge der «Einziehung von 100 000 Bergleuten die Kohlen­ erzeugung Großbrftaniens sehr gering ist und die Kohlenrationierung für das ganze Land die .Folge sein werde. . , ────────── I Rücktritt der holländischen Regierung. 1 | ^ In Amsterdam und im Haag sind Gerüchte , im Umlauf über einen bevorstehenden Rücktritt 1 der holländischen Regierung, die mit Hollands J Verhältnis zu Deutschland im Zusammenhang stehen. Ganz ohne Grund sind die Gerüchte j nicht, sagt der Parlamentarische Korrespondent des Handelsblad, aber viel Bedeutung find ihnen nicht beiznmessen. Tie Spannung im Publikum über die politische Lage kommt in wilden Gerüchten zum Ausdruck. Tie allge! meine Ausfasfsung ist, daß der Kern in der I Frage liegt, daß Deutschland friedlich oder 1 nichtfriedlich mtt Holland leben will. Tie EnI tenteblätter, die sich im ganzen einer Berner* I kenswerten Zurückhaltung befleißigten, arbeiF ten lebhaft mit Verdächtigungen der FriedensI liebe Deutschlands gegenüber Holland. TatI fache bleibt augenscheinlich, daß in einzelnen I Punkten, so in den Zollschwierigkeiten, nach 1 Meinung der holländischen Presse auch in der 1 Frage der Durchfahrt im Maastrichter Zipfel, § die Einigung aus dem besten Wege ist und man ! hofft, daß c5 doch zu einer allgemeinen ReI ge Um g kommt. 1 Me deutsch-holländischen Verhandlungen ;j haben zu keiner vollen Klärung geführt, doch ; soll Aussicht für das Zustandekommen einer Einigung vorhanden sein. Englische Arieiterwerbungen in Skanditt'to'ttn. Middagsavisen (Kopenhagen) meldet: Ter Mangel an männlichen Arbeitskräften mache sich in England seit Einführung der Zwangs­ wehrpflicht stark geltend., Englische Agenten bereisten Skandinavien, um Arbeiter anzuwer­ ben. Ein größerer Transport junger Tänen passierte kürzlich ans dem Wege nach England Christiania. Es wurde ihnen hoher Lohn und günstige Arbeitsbedingungen angeboten. Aus neutralen Ländern. ────────── Tier amerikanische Schisfstzanbankrrvtt. Amsterdam, 29. April. Aus Washing­ ton wird gemeldet: Bis jetzt sind 24 Verträge anpulliert worden und weitere Verträge mit den Schisssbauwerften sind für die Kündigung in Aussicht genommen. Eine Gesellschaft hat allein einen Aiustrag für den Bau von ,16 Schiffen verloren. Tie Lieferung von Schiffsholz hat sich verzögert, daß die Re­ gierungen die Holzpreise um 1 Million Dollar erhöhte, um zur Lieferung anzuspornen. Ta aber trotzdem keine Beschleunigung erreicht wurde, mußte die Regierung die Waldungen beschlagnahmen und die Abholzung durch staat­ liche Kräfte ausführen lassen. , i Aus Amerika. ────────── Der Krieg zur See. Deutsche N-Bootsarleit im Schwarzen Meer. Tier "Przegor Polski" meldet aus Odessa, daß ein deutsches U-Boot das Minenschisf "Oh ga" mit einer Waftenladung bei Jalta an der Südküste der Krim ausbrachte. Tie "Olga" ver­ suchte zu entfliehen, wurde jedoch durch Schüsse daran verhindert. 100 Meilen von Odessa be­ schlagnahmte ein deutsches U-Boot einen Transportdampser unter roten Flagge. Tie englischen Seevvrlnste. Secolo meldet aus, London: Tie bei Zeebrügge gelandeten Truppen der Vindictive ha­ ben schwere Verluste erlitten. Von der an Bord gebliebenen Besatzung sind nur wenige da­ vongekommen, da der Kreuzer mehrereTresser aus die Brücke erhalten hat. ────────── besitzen behauptet. A!n diesem Tage ermöglichte eine geringe Besserung des Wetters den plan­ mäßigen zusammengefaßten Einsatz unserer dort kämpfenden Fliegebverbünde, die alle ihre Aus­ gaben erfolgreich durchführen konnten, ohne daß der mindestens gleich starke Gegner auch nur die geringste Gegenwirkung erzielte. Un­ sere Schlachtflieger konnten besonders zahlrei­ che Angriffe gegen feindliche Batteriestellungen bis weit hinter die feindliche Front vortragen und unsere Infanterieflugzeuge im Verlaus des Angriffs dauernd überwachen, ohne daß auch nur ein einziges deutsches Flugzeug durch feind­ liche Einwirkung verloren ging. Unsere Jagdstrcitlräste schützten die Infanterie- undSchlachtflicgerverbände über dem gesamten Schlachtfel­ ds, ohne daß, es der Gegner wagte, ihnen mit stärkeren Verbünden entgegenzutreten. Von den feindlichen Flugzeugen, die sich zeigten, wurden vier im Luftkampfe abgeschossen. So waren die eigene Infanterie und Artillerie in vollkommenster Weise von den Luststreitkrüsten unterstützt, die bis in 10 Kilometer Tiefe die Herrschaft über das Schlachtfeld behaupteten. ────────── Zur preußischen^Wahlrechtsvorlagc erklürte der Reichskanzler den Arbeiterführern, daß er mit der Wahlrechtsvorlage stehe und falle und daß der Kaiser ihm noch- vor einigen Tagen gesagt habe, daß er nach! wie vor an seiner Botschaft festhalte. Tier Kanzler fügte dieser Mitteilung hinzu, er gebe die Hoffnung nicht auf, daß die Regierungsvorlage vom Landtag angenommen werden würde. Tas Preußische Ministeriupr hatte eine Konferenz über' diese Angelegenheit, in welcher beschlossen worden sein soll, daß die Regierung dem Landtag zu zeigen gewillt ist, daß sie Nach joie vor gesonnen ist, nicht von dem Boden der Wahl­ rechtsvorlage zu weichen. I [ Die Ablieferung der Landwirte. Bei Be­ sprechung der Ernührungssrage im preußischen Aibgeordnetenhause kam es >am Samstag zu einer scharfen Aussprache zwischen landwirtschastlichen Vertretern und dem Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes. Ter konservative Albg. Hoesch erhob gegenüber den Behörden, die für die Volksernährung verantwortlich sind, den Vorwurf der Nachlässigkeit und "Leicht­ fertigkeit. Diesen Vorwürfen schloß sich der Eons. Abg. v. Papperitz an. Er bezeichnete das Verhalten der Reichsgetreidestelle als unerhört. Tie Landwirte würden langsam zu Tode geguält, weil sie die Phantafiezahlen der Reichs­ getreidestelle nicht ablieferten. Mit diesem scharfen Angriff auf die Reichsgetveidestelle hatten beide Abgeordnete den von ihnen ver­ tretenen Jnteressenkreisen aber einen schlechten Dienst erwiesen. Tenn der Staatssekretär von Waldow nahm Gelegenheit, der Oeffentlichkeit mitzuteilen, sn welch- riesigen Ausmaßen der Tages-Uebersicht. Oeffentlichkeit Nahrungsmittel vorenthalten wurden und noch viel mehr vorenthalten wor­ den wären, trenn nicht mit aller Strenge gegen lieferungs-unwillige Landjwirte vorgegangen werden würde. Nicht unerhört sei solches Vor­ gehen der Reichsgetreidestelle, erklärte Herr von Waldow, sondern durchaus fachgemäß. In die­ sem Jahr sind bisher 200 000 Tonnen Getreide mehr abgeliefert worden, als den angegebenen Getreidebeständen nach geschätzt wurde, ein Be­ weis dafür, daß die Schätzungen nicht zu hoch, sondern eher zu niedrig waren. Täs Getreide wird noch immer nicht sorgfältig genug erfaßt. Im bongen Jahre wurden von rund 12 Milk. Tonnen nur 10.5 Millionen Tonnen ersaßt. Wo diese 1.5 Millionen Tonnen hingekommen sind, weiß ich nicht. Wahrscheinlich sind sie unerlaubt verbraucht worden. Bei der Kar­ toffel ergab eine Nachschätzung der Kommunal­ verbände 28 Millionen Tonnen, eine Nachschätzung der Reichskartosselstelle 34 Millionen To., eine Schätzung der Erntestatistiker 40 Millionen Tonnen und eine Schätzung von sachperständiger Seite sogar 50 Millionen Tonnen. Hätten wir 28 Millionen Tonnen zur Grundlage un­ serer Maßnahmen genommen, so hätte die städtische Bevölkerung nicht 7 Pfund wöchent­ lich bekommen können. Eindringlich redete Herr von Waldow den Landfoirten ins Ge­ wissen, sie möchten bedenken, was sie hätten erleiden müssen, wenn unsere tapferen Heere den Krieg nicht in Feindesland getragen hät­ ten, wo stellest reise auf Tezennien hinaus kein Korn mehr angebaut werden könne. Tjer Preußentag der nationalliberalen Partei nahm mit 419 gegen 127 Stimmen eine Entschließung an, in der er sich für das gleiche Wahlrecht im Rahmen der Regierungsvorlage erklärt und die Verantwortung dafür ablehnt, wenn nationalliberale Abgeordnete nach der Entscheidung des Preutzentages als der maß, gebenden Parteiinstanz durch ihre Abstimmung den Ausschlag gegen das gleiche Wahlrecht her­ beiführen sollten. Tie Lieferungen der Ukraine. Die deut­ sche Delegation in Kiew die die Verhandlungen mit der ukrainischen Volksrepublik über den beiderseitigen Warenaustausch zu führen hatte, hat ihre Arbeiten abgeschlossen, nachdem am 23. April das Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn einerseits und der ukrainischen Volksrepublik anderer­ seits unterzeichnet wurde. Ter Vertrag besteht aus einer Reihe von Einzelabkommen und Ver­ einbarungen, die für Teutschland und Oester­ reich-Ungarn gemeinsam abgeschlossen sind.Tas wichtigste Abkommen ist das über die Lieferung von Getreide, Hülsenfrüchten, Futtermitteln und Sämereien. Wegen dieser Bezüge wurde zunächst eine Vereinbarung über die Organisa­ tion der Aufbringung in der Ukraine und so­ dann ein Vertrag über die Lieferungen abge­ schlossen. Tie Aufbringung ersvlgf durch eine Organisation, die unter bet« Namen Staats­ getreidebureau bereits ins Leben getreten ist und aus Angehörigen der landwirtschaftlichen Börsen, aus Pächtern und Besitzern Von Müh­ len sowie aus landwirtschaftlichen Genossen­ schaften besteht. Von den übrigen Abkommen sind hervorzuheben diejenigen über die Lie­ ferung von Eiern, Schlachtvieh und Eisenerzen. Für den Bezug von Kartoffeln, Gemüse, Trokkengemüse, Sauerkraut und Zwiebeln wurde den Mittelmächten der freie Einkauf zugestan­ den. _ ' - i Hopsen für Schwede« aus TIeutschkaud. Mit Dampfer aus. Lübeck trafen Ende Februar u. a. 70 Ballen bayerischen Hopfen für die Brauereien und mehrere hundert Ballen ge­ brauchter Hopfen für die Tabakmonopolfirme zur Verwendung als Ersatzstoffs bei der Schnupf­ tabakherstellung in Stockholm ein. ‘ j ────────── Eingriff der Reichsgesetzgebung auf dem Gebiet der direkten Besteuerung von Vermögen und Einkommen vermieden werden und so den Bun­ desstaaten die Möglichkeit, auch in Zukunft ihren wichtigen kulturellen Aufgaben gerecht zu werden, ungeschmälert erhalten bleiben muh. Tie Staatsregierung hat wiederholt und auch neuerdings ebenso Me auch alle anderen Bun­ desstaaten der Reichsleitung klar zu erkennen gegeben, dah die Bundesstaaten auf die ihnen bisher vorbehaltenen direkten Steuern (Ein­ kommensteuer, Ertrags- und Vermögenssteuer) im Hinblick' auf die vorbezeichneten Zwecke und in Rücksicht auf die Bedürfnisse der gemeind­ lichen Verbünde weder ganz noch teilweise ver­ zichten können. Tie Staatsregierung wird auch fernerhin mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln diesen Standpunkt in Uebereinstim­ mung mit allen anderen Bundesstaaten unent­ wegt und nachdrücklich vertreten. Tas bayerische VoMschuUehrergesctz. Ge­ sten: vormittags fand im Kultusministerium in Sachen des kommenden bayerischen Lehrer­ gesetzes eine Lehreraudienz statt. In derselben wurden alle wichtigen und einschneidenden Fra­ gen des künftigen Volksschullehrergesetzes durch­ besprochen. T!a die Audienz streng vertrau­ lichen Charakter hatte — es wurde au'ch füh­ rend der Besprechungen die Vertraulichkeit allen Beteiligten dringend ans Herz gelegt —, so hieße es der Lehrerschaft einen schlechtenTienst erweisen, twvllte man Einzelheiten der AUdienz zur öffentlichen Erörterung stellen. Kultusmi­ nisterium und Lehrerschaft haben also engste Fühlung genommen, es ist zu hoffen, dah Pas Volksschullehrergesetz jene Fassung erhält, die allen Beteiligten zum Segen gereicht. Kein Urlaub an Nichtlandwirte. Auf eine kurze Anfrage wurde in der Abgeordnetenkam­ mer vom Regierungstische erwidert, dah wegen der militärischen Verhältnisse an der West­ front kein weiterer Urlaub an Nichtlandlvirtie gegeben werden könne. 1 Eine Erhebung über den Brennholzschlag in den Privatwaldungen von 50 und mehr Hektar ist angeordnet worden. Ein liberaler Gautag für Regensburg und die südliche Oberpsalz fand am Sonntag in Regensburg statt. Es wurde hierbei in einer Resolution die Gewährung der Verhältniswahl für ganz Bayern als eine Staatsnotwendigkeit verlangt. Ein Landesverein bayerischer Baustoffver­ braucher soll demnächst als gemeinnütziger Ver­ ein in München gegründet werden. Bant Stangenbohnen!! Im Anschluß, an den Aufruf der Bayerischen Lebensmittelstelle München bezüglich Anbau von Herbst- und Tauergemüse weist Direktor Bopp von der Bayerischen Zentraldarlehenskasse auf die Nütz­ lichkeit einer vermehrten Erzeugung von Stan­ genbohnen hin. Tie Bohne ist ein von allen Bevölkerungsklassen geschätztes Gemüse und verwendbar als Hauptgericht wie als Zuspeise. Gebaut wird die Bohne zumeist im Mai. Sa­ men ist überall leicht zu beschaffen. In Er­ mangelung der Bohnenstangen und sonstigen Ausleitungsmaterials kann die Bohne an Gar­ tenzäune oder sonstige Umfriedungen, an Gartenhäuschen usw. gepflanzt werden. Kosten und Mühen sind gering, der Ertrag dagegen groß. Tie Ermunterung zum lAMau von Bohnen rich­ tet sich an Städter wie Landleute. ────────── Ein gellendes Lachen kam aus Fridruns Munde, so daß Ebbo Klas sie ganz verstört an­ sah, während ihre nervös zitternden Hände ihren schwarzen Schleier über 'den kleinen Filz­ hut wanden und unter dem Kinn zu einer großen Schleife verknoteten. Sie haben einen guten Glauben, Doktor»! Wahrlich, ich möchte über Sie lachen, wenn mir nicht so bitter ernst zu Mute. Tamit Sie aber sehen, daß ich nicht flunkere, sehen Sie hier dieses Blatt. Die Handschrift von Lutz Ran­ dolt ist Ihnen ja bekannt. Tie Augen des Rechtsanwalts wurden groß und weit, als seine Blicke den dargereichten Zettel überflogen. War das möglich? Las er recht? Er mußte sich an der Stuhllehne festhal­ ten, eine solche Schwäche fühlte er plötzlich in seinen Gliedern. Mit brennenden und doch glanzlosen Au­ gen las er: -, Das Spiel ist aus, meine Teuerste. Rei­ mar Randolt, der Elende, trägt die Schuld an meinem Ende. Räche mich an ihm. Fahr wohl! 1 Lutz Randolt.j Mit erblaßtem Antlitz starrte Ebbo Klas auf den schmalen Papierstreisen, den jetzt Fridrnn wieder sorgfältig in ihrem eleganten No­ tizbuch barg. i < i [ , ■ Die Nebelfrau. Roman von A!nny Wothe. 70> ! (Nachdruck verboten.) Gräfin, ich- warne Sie. Ueber meine Hand­ lung bin ich mir in diesem Falle allein Rechen­ schaft schuldig. Graf Reimar ist bei mir ge­ wesen und wir haben uns versöhnt die Hände gereicht. Daß ich ihm nicht zürne, werden Sie daraus ersehen haben, daß ich- bereits wieder als lÄast im Gorlingshof vorsprach. Doch das gehört nicht hierher. Ter Verdacht, den Sie aussprachen, ist so absurd, daß ich eigentlich darüber lachen könnte, aber er ist doch dabei so ungeheuerlich, daß ich schon Undines wegen die Beweise für Ihre Anschuldigung von Ihnen fordern muß. Gräfin Fridrun stampfte zornig den Boden. Undine, immer Undine. Um Undine han­ delt es sich hier gar nicht. Gras Reimar ist Undines Gatte. Ein Zornesblick flog über den Rechtsan­ walt hin. Was ihm geschieht, wird Undine wenig kümmern. Oder meinen Sie, • daß es Undine trifft, was ihrem Mann zustößt? - ; Ich hoffe es. I I - i i I ! Das ist ja entsetzlich-, stöhnte er aus. Nein, das ist ja nicht möglich, rief er plötzlich ener­ gisch, Graf Reimar ist nicht der Mann, der nach schnödem Besitz strebt. Ten besten Beweis dafür hat er schön damit gegeben, daß er Ich sofort des Erbes wieder entäußerte. Asts Gewissensnot, lächelte Fridrun bos­ haft. Doch die Gründe sprechen hier nicht mit. Ich wünsche, daß Sie gegen den Grafen die Klage aus Rückgabe der Güter erheben, in deren Besitz er vielleicht durch Mord — ich spreche das schreckliche Wort, wie Sie hören, schon ganz geläufig aus — oder durch Nöti­ gung, indem Lutz selbst die Hand an sich legen mußte, gekommen. Ebbo Klas sah ganz entsetzt in das unbe­ wegte Avtlitz der Frau, die er liebte, deren Mund so grausam über ein Menschenleben rich­ tete. Es ist ja Wahnsinn, Fridrun, wehrte er hastig. Tier Schein täuscht Sie, und Ihre Sucht, dem Grasen wehe zu tun, den Sie has­ sen. Ueberdies erscheint mir die Klage ganz aussichtslos. Dias Majorat würde immer nach dem Aussterben des Mannesstammes der Gra­ sen Randolt aus die andere Linie übergehen. (Fortsetzung fvlgt.j ────────── | Eroberungen wiederum werden in numismatischen I Siegerandenken verherrlicht. Bei den deutschen MünI zen dieser Art finden sich als häufige Symbole der I Keulenschwinger. Von Belgien und dem französi1 scheu Besetzungsgebiet erzählt eine teils niedergedrückte, s teils grollende,, teils hoffende Medaillensprache. Eine Hoffnung drückt z. B. die Aufschrift eines französi­ schen Notscheines aus, auf dem man liest: "®te er Papierbon anstelle von Metallgeld ist rückzahlbar, wenn die Bankkaffs wieder geöffnet werden kann, Aufschriften lauten: "Einlösbar vom vierten Monat an, der dem Friedensschluß folgen wird," "auslößbar ein Jahr nach dem Kriege," "nach Wiederkehr nor­ malster Zustände," usw. Die englischen Krlegsmünzen .sind auf ziemlich charakteristische Weise von den franj zöstschen unterschieden und spiegeln häufig die sprich | wörtlich gewordene Neroenruhe der Angelsachsen wieder. I Eine der größten Verkaussmünzrn wurde zugunsten I der verwundeten Kriegspferde mit der Aufschrift "or I fick and wounde orses" geprägt. Die anderen engI lischen Münzbilder zeigen mehr Satire als Pathos. I Den Behauptungen der Engländer, daß sich an den | deutschen Kriegsmünzen die hemmungslose deutsche "Bernichtungswut" erkennen laße, wiederspricht am besten eine ebenfalls in der Amsterdamer Sammlung befindliche Münze, deren Prägungkbild die Rettung der Mannschaft eines torpedierten feindlichen Schiffes zeigt, und darunter liest man: "Parole: Schiffver­ senken-Menschen retten." Für die französische KriegsPsychologie bezeichnend aber ist die Tatsache, daß selbst im Zeichen des Roten Kreuzes höhnische, spottende und chauvinistische Münzen geprägt wurden, die sog. "Medailles satirigues". Vermischtes. Die Münzensprache des Weltkrieges Die Numismatik wurde durch den Krieg in so hohem Maße befruchtet, daß bereits jetzt ein Amster­ damer Münzensammler einen ilustrierten Verkaufs­ katalog "2a guerre europeenne" mit 1600 Nummern herausgeben kann. Aus diesem bisher vollständigsten Kataloge entnimmt Dr. Fugen Meller im Prome­ theus die interessantesten Einzelheiten, die gewiffermaßen ein numismatisches Bild der praktischen und psychologischen Wirkungen des Krieges ergeben. Krtegselend und Kriegsnol erkennt man am besten durch die Betrachtung der "Mounsies de neceffttee de la guerre". Von dem Schicksal der direkt vom Kriege heimgesuchten Gebiete erzählen vor allem die zahlreichen Papiergeldvotschetne und Notmünzen. Die ────────── Literarisches. 10 Stunden in einem englischen Graben, lautet die Ueberschrift über einen Beitrag in den soeben erschienenen Heften 167—170 von Bongs Illustrierter Kriegsgeschichte "Ter Krieg 1914—18 in Wort und Bild" (Teutsches Ver­ lagshans Bong u. Co., Berlin W. 57, wöchent­ lich ein Heft zum Preise von 40 Psg) und zeigt uns, wie nicht nur Tapferkeit und schlau­ es Aushalten, sondern auch List und Verschla­ genheit dem deutschen Soldaten eigen sind. Daneben werden .die großen Schwierigkeiten dargestellt, die sich den Ausführungen der ge­ gebenen Befehle entgegenstemmen. Tiefem sehr lesenswerten Beitrage schließen sich viele an­ dere an. ' 5ler Geburten-Apsgleich nach diesem Krie ge. Tos Gesetz auf den selbstgewollten Knaben! Von Friedrich Robert, 10.—25. Tausend, in Deutsch und in Russisch. Preis 60 Psg. Linser-Verlag, G. nt. b>. Hl, Berlin-Pankow. — Als eine eigenartige, aber recht zeitentsprechen­ de Erscheinung bringt Die hier gebotene und fesselnd geschriebene Broschüre das verblüf­ fend einfache, aber jeden wie etwas Selbst­ verständliches überzeugende Rezept, wie unser Deutschland nach diesem Kriege durch eine Mehrgeburt von Knaben sich wieder ausglei­ chend vermehren kann. x Meine Tiiploinatcnsahrt ins verschlossene Land von Legationssekretär Tr. Werner Otto von Heutig. Tiefes Buch steht einzigartig da in der Literatur des Weltkrieges, so viele Zeug­ nisse kühner Irrfahrten und abenteuerlicher Erlebnisse diese auch schon gebracht hat. (Ver­ lag Ullstein u. Co., Berlin. Preis 1 Mark und 25 Psg. Teuerungszuschlag). Goldene Worte Hindenbnrgs. Aussprüche und Kundgebungen nebst einem Lebensbilde des Feldherrn von Victor Ottmann. Verlag Ernst Busse, Berlin. Preis kart. 1.— Mark. Ein aus der Zeit geschöpftes, für die Zeit geschrie­ benes Büchlein, das der weitesten Verbreitung würdig ist. ────────── —* Einstellung der Leichen Über­ führung aus dem Felde." Infolge der militärischen Verhältnisse haben Leichenüber­ führungen von der Westfront und aus Oester­ reich-Ungarn bereits zu Beginn dieses Monats gesperrt werden müssen. Gleiche Anordnung ist nunmehr auch für den gesamten Osten er­ folgt, d a hier nach! abgeschlossenem Frieden für die Rückbeförderung von Leichen Gefallener und in der Gefangenschaft Verstorbener zunächst neue Bestimmungen vereinbart werden müssen. —* Verlegung von englisch en Kriegsgefangenen Compagnien in Frankreich nach England. Das Zen­ tralkomitee des Bayerischen Landeshilfsoereins vom Roten Kreuz, Abteilung für Kriegs­ gefangene und Vermiete gibt hierdurch be­ kannt: Von der zuständigen Stelle in London wird mitgeteilt, dah 'verlegt wurden: 1.) nach Camp Pattishall die bisher in Frankreich be­ findlichen englischen Kriegsgefangenenkompag­ nien Nr. 1, 2, 55 und 57; £.) nach, Camp Torchester die Kompagnien 7, 66, 78, 79 und 81; 3.) nach Camp Catterick die Kompagnien >32, 61 und 136; 4.) nach Camp Handsorth die Kompagnien 43, 135 und 150. Post und Geld­ sendungen an die in den angegebenen Kompag­ nien bisher befindlichen Kriegsgefangenen sind von jetzt an an die neue Adresse zu senden unter Angabe der Nummer, die die Gefangenen bisher in Frankreich hatten. Es heißt dem­ nach zu adressieren z. B.: To the prisoner os war daher. Jns.-Regt. Nr. 1, 4. Komps. Anton Huber Camp Pattishall Formerly Nr. 98, 1. Pris. of War Comp, in France. Rat und Hilfe erteilt die für den Regierungs­ bezirk Niederbahern zuständige Kreisauskunsts­ stelle und Kriegsgefangenenhilfe vom Roten Kreuz in Landshut, K. Regierung. —* Sendungen an Kriegsge sängene in Frankreich. Das Zentralkomitee des Bayerischen Landeshilssvereins vom Roten Kreuz, Abteilung für Kriegsgefangene und Vermißte, gibt hierdurch, bekannt: Ta die Of­ fensive im Westen das gesamte versügbareBahnmaterial in Frankreich in Anspruch nimmt, erscheint es empfehlenswert, in nächster Zeit Leine Pakete, sondern nur Geld an Kriegsge­ fangene in Frankreich zu senden. Es sei in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin­ gewiesen, dah nach, dem "Merkblatt über den Postverkehr mit Kriegsgefangenen und bürger­ lichen Gefangenen im Ausland" Aus Finnland. 1 Kopenhagen, 29. April. "Berlings'k Tidende" meldet aus Stockholm: Aus Wasa wurde gedrahtet, dah die Fortschritte der Bür­ gertruppen an allen Fronten, besonders an der Ostfront, anhalten, so daß. die Roten Garden bald vollständig beseitigt würden. Ter Führer der Revolution,äre entsandte am letzten Freitag eine Abordnung unter der Führung des frühe­ ren Landtagspräsidenten Männer, die um die Einleitung von Friedensperhandlungen ersuch­ te, was- jedoch abgeschlagen wurde, da ihre un­ bedingte Unterwerfung gefordert wird. Ter neue Präsident von Portugal. Lissabon, den 29. April- Sidonio Paes wurde gestern in allgemeiner direkter Abstim­ mung zum Präsidenten der Republik Portugal gewählt. Sidonio Paes war vom 28. Oktober 1912 bis zur Kriegserklärung Portugals an Deutsch­ land portugiesischer Gesandter in Berlin. Paes war Gegner des Ministerpräsidenten Msonso Costa, den er durch die Dezember-Erhebung von 1917 wegen seines terroristischen Gebarens stürzte. Costa wurde verbannt, Präsident Machado Guimaras verhaftet. Ab desssen Stelle ist jetzt Sidonio Paes getreten. Tic Rückkehr der verschleppten Lid- und Estländer. Abs das an den Kaiser von den ver­ schleppten Liv- und Estländern gerichtete Tanktelegramm ist, dem Berl. Lvk.-Abz. zufolge, nachstehende Antwort eingetroffen: S. M. der Kaiser und König haben mit leb­ hafter Freude die Nachricht empfangen, daß die nach Sibirien verschleppten Balten derHeimat wiedergegeben sind. Es ist S. Majestät eine große Genugtuung gewesen, sür die Be­ freiung der Männer und Frauen wirken zu kön­ nen, welche ihre Treue zum deutschen Stamm mit schweren Leiden haben büßen müssen. Mjit Gottes Hilfe sollen die Zeiten der Knechti­ schast vorüber sein. Im Allerhöchsten Auftrag: Geh. Kabinettsrat von Berg. i Tie gesunkene Fähre. Eßlingen (Württ.), 29. April. Nach den letzten Nachrichten wurden bis jetzt 20 Leichen gelandet. Tie Hauptschuld an dem Unglück soll den Fähreninhaber treffen, weil er entgegen den amtlichen Vorschriften mehr Leute in das Boot aufnahm, als Sitzplätze vor­ handen waren. Ttts Boot ist infvlge Ueberlastung gesunken. Ter Fährinhaber wurde in Haft genommen. _ , ,. ; ; ! . * : i Letzte Posten.