Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-05-29. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 145, 1918-05-29. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 145 29. Mai 1918 ────────── feit sicher sehr bemerkenswerte Redewendung: Teutsche Kraft ‘fyat sich Wer Erwarten und Hvssnungen im Felde und in der Heimat vier Kriegsjahre hindurch bewiesen. Teutsche Krast soll ungebrochen beim Friedensschluß die Ar­ beit im Kolonialgebiet, die der Krieg unter­ brochen hat, wieder aufnehmen. Aufhebung Des Ermächtigungsgesetzes? Tie Frans. Ztg. vernimmt aus Tresden, daß 'bas Ermächtigungsgesetz vom 4. August 1914, ei­ nem Reichstagswunsche entsprechend, demnächst ausgehoben werden soll. Sammelstellen für den Gefangenenaus­ tausch. Im Bereiche des stelln. Generalkom­ mandos vom 14. Armeekorps sind in Konstanz und Mannheim aus Grund des mit Frankreich vereinbarten Gefangenenaustausches Sammel­ stellen für die aus Frankreich zurück kehrenden Kriegsgefangenen eingerichtet worden. Tie Ge­ fangenen nehmen dort eine Woche Aufenthalt und werden dann ihren Ersatztruppenteilen zu­ gewiesen. Nach einem vierwöchigen Urlaub, den sie daraus erhalten, werden sie in der Kriegs­ industrie oder in der Landwirtschaft Verwen­ dung finden. An der Front gegen Frankreich werden sie nicht ^verwendet. Kompromiß in Der preuß. Wahlrechtsfrage. Wie die Tgl. Rdsch. zuverlässig erfährt, ist am Samstag auf Grund eingehender Verhand­ lungen zwischen den Konservativen, Freikon­ servativen und Nationalliberalen, unter Aus­ schaltung des Zentrums, in der preuß. Wahlrechtsfrage ein Kompromiß zustande gekommen, wonach das allgemeine, gleiche und dirette Wahlrechr nut einer politischen "Sicherung" von zwei Zusatzstimmen zur Annähme gelan­ gen soll. Tie erste Zusatzftimme ist eine reine Allersstimme und wird durch die Erreichung des 40. Lebensjahres erworben. Tie zweite Zu­ satzstimme wird an die wirtschaftliche Selb­ ständigkeit gebunden. Wgeschlossen wurde die­ ses Kompromiß namens der Nationalliberalen durch die Abgg. Fuhrmann und Hirsch', für die Freikonservativen durch Lüdecke, für die Konservativen durch Winkler. Wie die Tgl. Rdsch. weiter hört', sollen die Nationallibe­ ralen geschlossen hinter diesen Abmachungen stehen. Damit ist eine sichere Mehrheit für die Beseitigung des Vakuums in der Vorlage gegeben. I Erzbergcr läßt per Prokura zeichnen. Tie "Teutsche Zeitung" beschäftigt sich mit Paasches Aufenthalt in Sofia und schreibt: Tie Treibereien Erzjbergters sind keineswegs an dessen Person gebunden. Wie unsere Leser wissen, verfügt Herr Erzberger über Reichsmittel in hinlänglich ausreichendem Umfange, um seine Bemühungen im Reichsinteresse' wie er es nennt, auch !per Prokura erledigen; zu lassen. Ferner bemerkt die "Teutsche Ztg.", Paasches Reise erfolgt unseres Wissens für die deutsch-österreichisch-ungariffe Wirtschafts- Afeftner f*r Wir»«-reuten« Vereinigung, ein unter dem Vorsitze Paasches stehendes' Unternehmen zu der augenblicklich in Wien tagenden Versammlung. Tie Vereini­ gung und die ihr nahestehende Wirtschaftszei­ tung sind ohne foetteecS als Organe der Erzbergerschen Politik anzusehen. Spaziergänge für Kriegsgefangene. Tie deutsche Bevölkerung wird neuerdings häufig wahrnehmen, daß französischen und belgischen kriegsgesangenen Offizieren, Unteroffizieren u. Mannschaften Spaziergänge und Leibesübun­ gen außerhalb der Lager gestattet werden. Es handelt sich dabei um die Ausführung der in Bern zwischen Deutschland und Frankreich ge­ troffenen Vereinbarungen', nach denen allen Kriegsgefangenen;, die nicht durch Arbeit kör­ perliche Bewegung haben', sondern untätig im Lager bleiben müssen!, wöchentlich mindestens einmal die Wohltat einer ausgiebigen Bewe­ gung im Freien gewährt wird. Tie Abmach­ ung wurde im Interesse unserer kriegsgesangenen Landsleute in Frankreich getroffen und ist von diesen auf das Freudigste begrüßt wor­ den. Angesichts der zum Teil sehr langen Dauer ihrer Gefangenschaft werden diese Spa­ ziergänge für die Ausrechtevhaliung ihrer geisti­ gen und körperlichen Spannkraft von unschätz­ barem Werte sein. Es ist selbstverständlich^ daß die deutsche Bevölkerung den feindlichen Kriegsgesangenen gegenüber bei ihren Aus­ flügen stets eine ruhige und würdige Haltung bewähren wird. Tie deutsche Regierung wird das Gleiche nachdrücklichst von Frankreich; for­ dern und gegen alle etwaigen Belästigungen deutscher Kriegsgefangener energisch einschrei­ ten. 21k Tiroler gegen ihjren Statthalter. Ter Tiroler Landesausschutz 'hat einen einstimmigen Beschluß gefaßt, in dem er erklärt, der Landesausschuß habe mit Entrüstung von dem Verhalten des Landeshauptmannstellrertreters Tv. Cvnci bei den hochverräterischen Versamm­ lungen in Prag Kenntnis erhalten. Er bedau­ ere es, einen Mannf der seine Gesinnung in solcher Weise gekennzeichnet habe, nicht aus seiner Mitte entfernen zu können. Auch der Mittelstandsbund für Tirol sprach Tr. Conci aus dem gleichen Anlasse seine Mißachtung aus. Ttr. Kram-marsch ausgewiesen. Wie aus Prag gemeldet wird!, wurde der Tschechensührer Tv. Krammarsch von der Polizei bis auf weiteres aus Prag ausgewiesen. ────────── Allerlei. Explosion. Gestern früh erfolgte in einer Fabrik in Movsach bei München eine Zündhüt­ chenexplosion, wobei 3 Arbeiterinnen schwiere Brandwunden am Unterleib, den Unterschen­ keln und Armen erlitten. Tie Verletzten wur­ den in das Krankenhaus Schwabing gebracht. Allerlei. Explosion. Gestern früh erfolgte in einer Fabrik in Movsach bei München eine Zündhüt­ chenexplosion, wobei 3 Arbeiterinnen schwiere Brandwunden am Unterleib, den Unterschen­ keln und Armen erlitten. Tie Verletzten wur­ den in das Krankenhaus Schwabing gebracht. Eine Wcichselvrücke abgebrannt. Tie Weichselbrücke bei Sandomierz (polnische Gren­ ze) ist völlig abgebrannt. Ter Schaden beträgt eine halbe Million Kronen. Tod durch, giftige Gase. In der Ueber* landzentrale Haidhof waren Arbeiter mit Brun­ nengraben beschäftigt. In dem etwa T Metjer tiefen Schacht wurden zwei Arbefter durch Gase 'vergiftet. Während der Arbeiter Mientz lebensgefährlich erkrankt ist, wurde der 21 Jahre alte Dechant tot geborgen. Lebensmüder Kriegsgefangener. Ein beim Müller zu Paring bei Mühldorf beschäftigter russischer Kriegsgefangener lieh sich freiwillig vom Salzburger Zug am Sonntag nachmittags übersaihren. Ter Kops wurde ihm mitten ent­ zweigeschnitten', sodaß der Tod augenblicklich eingetreten sein muß. Ei» Komplize KneißlS entsprungen. In der Nacht zum 25. ds. ist äus dem Glmtsgerichisgesängnis in Neustadt a. H. der Zuchthausgesangene E. Holzleibler aus Niederschneiding trotz scharfer Bewachung ausgebrochen und ent­ kommen. Ter Entflohene ist ein alter Zucht­ häusler und ein, früherer Genosse des Räubevhauptmannes Kneihk, mit dem er seinerzeit schwere Tiebstählv, Einbrüche und Raup ansäb­ le ausführte. Er ist 41 Jahre all pnd von IBe-ruf Tapezierer. Er wird sich 'vermutlich steh­ lend und bettelnd gegen Baden und Württem­ berg gewandt haben-, um zu Fuß nach Bayern zu kommen. Aus seine Ergreifung ist eine Belohnung ausgesetzt. Nach den bisherigen Feststellungen trägt er schwarzen Zioilanzug und grauwollene Mütze, hat Glatze, dunkel­ blonde kurzgeschorene Haare, ist bartlos!, hät graue Augen und auf der rechten Stirnseite eine Narbe. Bayerische Nachrichten. Tjer Militär-Max-Fosephorden wurde dem Generalleutnant Otto Ritter von Rauchenber­ ger, Kommandeur einer Jnsanterie-Tivision u. dem Leutnant d. R. Christian Popp des-,7.'Jnf.Regts. 'verliehen. I« Der Abgeorvnctenkammer wurde zur Heimstättenansiedlung von Kriegsteikne'hmern ein Ausschußantrag angenommen, die Regier­ ung zu ersuchen, im Bundesrat für die Schaf­ fung eines Rahmengesetzes Wer Heimstätten­ recht einzutreten und das Gesetz durch ein daher. Landesgesetz zu ergänzen. Außerdem wurde ein Antrag angenommen, der Erleich­ terungen in der Ueberführung der Leichen von gefallenen Soldaten aus den besetzten Gebieten und eine Verbilligung des Transportes ver­ langt wird. Reichsrat Freiherr von und zu Franckcnstein 'hat im Ausschuß des Reichsrates folgen­ den Antrag eingebracht: Tie K. Staatsregier­ ung wolle btzim Bundesrat dahin wirken, 1. ────────── daß, eine etwa erreichte Kriegsentschädigung 1 bor allem dazu verwendet wird, um Kriegsteil­ nehmer, die infolge der Einwirkungen des Krie­ ges in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefähr­ det sind, durch einmalige oder fortlaufende Zuwendungen nach Möglichkeit zu unterstützen; 2. daß, im übrigen das ganze Renten- und Kriegsfürsorgewesen alsbald auf eine neue, den veränderten Zeit- und Wirtschastsoerhältnisssn entsprechende Grundlage geftjeslt werde. Siet Kommunalverband München hat zwecks besserer Versorgung der öffentlichen Volksspeiseanstalten mit dem Auskauf von Ka­ ninchen die von mehreren dortigen, seit lan­ gen Jahren bestehenden Lebensmittelgeschäf­ ten begründete Kaninchen-, Wild- undGeflügslEinkauss-Gesellschast Elser in. Co., München ^Geschäftsstelle Ledererstraße 26) betraut, wel­ che sich auch mit dem Ankauf von Geflügel, Wild, Lämmern,, Kitzen, Ziegen usw. befaßt. ch weit mehr angeben sollte, als mich?" Gründung einer freien Hochschule Nürn­ berg. Tie Ihstndertjährige Gedenkfeier der bat). Verfassung beging die Stadt Nürnberg in be­ deutsamer Weise durch die Gründung einer freien Hochschule für Handel, Industrie und allgemeine Volksbildung. Dem Festakt ging eine gemeinschaftliche Sitzung der beiden städt. Kollegien voraus, in der beschlossen wurde, für die Errichtung der Schule 1 Million Mark auszuwerfen. Tlie Bürgerschaft hat rund 650 000 Mark zugestiftet, die Handelskammer Nürnberg 25 000 Mark Jahresbeitrag zuge­ sichert. Tlem Gründungsäkt wohnte auch Kul­ tusminister Tv. b 1 . Knillin g bei. Ilm die gewaltigen Zukunftsaufgaben des deutschen Volkes, "die Erhaltung und Meh­ rung der deutschen Vvlkskraft" zu fördern und das Verständnis hierfür in die breitesten Kreise zu tragen, ist für die Tage des 27. utjb 28. Mai eine besondere Tagung nach München einbe­ rufen worden, die im großen Hörsaal der Uni­ versität bei überaus zahlreicher Beteiligung eröffnet wurde. Nicht nur Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden waren I hierzu erschienen, auch die Vorstände und Mit- S glieder der Münchner Vereine zur Hebung der | Volksgesundheit und ähnlicher Korporationen, 1 Bürgermeister aus Städten und Gemeinden I INrter f«r muwwtjuwi. von ganz Bayern sowie die Bezirksärzste vieler bayerischer Städte und andere bekundeten durch ihre Teilnahme ihr Interesse ^on den wichtigen Ausgaben der ®eöuttenförperung, der Tuberkulosebekämpfung und der Sä^glingsund Kinderfürsorge überhaupt. Zur Eröff­ nung der Tagung hatte sich auch König Ludwig mit den Prinzessinnen Wiltrud und Helmtrud eingesunden. Ferner waren erschienen 'Mini­ sterpräsident von Tvndl, der Mnister des In­ nern Tr. v. Brettreich und Vertreter anderer Staatsministerien, Regierungspräsident Staats­ rat v. Kahr u. a. Staatsminister Tr. Vs. iBrettreich richtete herzliche Worte der Begrüßung an die Erschienenen, gedachte der Uebernahme des Protektorats der Veranstaltungen durch die Königin Marie Therese und skizzierte , kurz den ganzen Fragenkomplex, mit dem sich die Tagung beschäftigen soll. Tie Staatsregiernng sei auf den verschiedenen Gebieten, die 'hier erörtert werden sollen, bereits tätig gewesen. Wenn alle berufenen Kräfte zusammenwirken werde es wohl gelingen, die schweren Wunden des Krieges zu heilen Und dem deutschen Volke, das in diesem Weltkrieg so siegreich gegen eine Uebermacht gekämpft habe, werde es wohl mög­ lich fein, auch diesen Schäden entgegenzuwirken. Turans wurde in die Vortragssolge eingetreten. lieherbatifllfdif Mriditei TingolfinK, 27. Mai. (Die Bayerische Ver­ einsbank) >hat das hiesige Bankgeschäft Konrad Sixt erworben. Eine Aenderung int Geschäfts­ verkehr tritt nicht ein. Tie Geschäftsleilung bleibt in den bisherigen Händen und das Ge­ schäft im gleichen Hause wie bisher. ' Deggcndsrß 25. Mai. (Tat eines wahn­ sinnig Betrunkenen.) Gestern betrank sich in Plattling ein Kriegsinvalide mit Schnaps, wel­ chen ein Urlauber-Kamerad aus Rumänien mit-, gebracht hatte, derart, daß er in seinem r ab tä­ ten Zustand sich die Pulsader an der Hand abschnitt. Er wurde nach Anlegung eines Not­ verbandes durch die freiwillige Sanitätskolonne nach Teggendorf ins städt. Krankenhaus ver­ bracht. Straubings 25. Mai. (Großfeuer.) In den Max und Fritz Jungmeierschen Ziegelwer­ ten brach vergangene Nacht kurz vor 4 fuhr int alten Trakt der Tampfziegelei in der Landstznterstraße ein Feuer aus!, das ohne Zweifel aus Kohlenbriketts-Entzündung zurückzuMhren ist und sich bis zum Erscheinen der Feuer­ wehr bereits zum Großfeuer entwickelt hatte. Dieser Teil b»er Fabrik brannte vollständig nieder bis auf das Maschinen- und Kesielhaus. Dem Brande fielen zum Opfer Ziegeleimaschi­ nen, wertvolle Riemen und eine neue Dampfheizungsanlage. Zwiesels 24. Mai. (Handelsgremium.) In seiner gestrigen Zuwahlsitzung hat das Handelsgreminm Zwiesel an Stelle der durch Tod abgegangenen Mitgliedern, Fabrikbesitzer Hugo Rümmelein und Holzhändler Johann Fischer, den Branereibesitzer Adam Janka und den Baumeister Max Gallingev, beide in Zwiesel, zu Mitgliedern ernannt. Als erster Vorsitzen­ der wurde Adam Jankaj, zum zweiten Vorsitzen­ den Max Gallinger gewählt. ' Sec liberale Kreivvevband Niedervayern Hielt am 26. Mai in Plattling seinen Verbands­ tag ab. Zn den Verhandlungen, die einen seht fördernden Verlauf nahmen, hatten fast sämtliche liberalen Vereine des Kreises Ver­ treter entsandt. Znm 1. Vorsitzenden wurde Oberwerkführer Lamhoser-Landshut wiederge­ wählt, mit ihm die gesamte übrige Vorstandschaft. Dem Kressverbandstag war die Jahres­ versammlung des Vereins Liberales Kreissekre­ tariat vorausgegangen. Wie der wiedergewähl­ te erste Vorsitzende dieses Vereins Professor Schanze-Landshut berichten konnte, hat sich der Verein trotz der durch den Krieg geschaffe­ nen widrigen Umstände auf seinem bisherigen Mitgliederstande erhalten können. ────────── Me Nebelsra«. i Roman von Sinnt) ®ot|e. (Nachdruck verboten.) 89] Ich weiß, du bist eine vortreffliche Ski­ läuferin. Willst du es wagen? Was soll ich tun gnädigste Gräfin? Zuerst gehst du zu Ebbo Klas, teilst ihm die Ankunft der Gräfin mit und bittest ihn in meinem Namen, die Gräfin für alle Fälle in der Stadt bis morgen früh festzuhalten und sie dann nach hier zu begleiten. Und dann? Torret sah gespannt in das zerfallene Ge­ sicht der Kranken, deren leere Augen sich fest in ihr Antlitz bohrten. Dann eilst du ans deinen Schneeschuhen übers Watt.. Wenn du dich dazu hältst, kannst du, eh>e es dunkel wird, an dem Wege sein und versuchen, die Gräfin, die im Schlitten nach der Stadt fährt, zu treffen. Tu teilst ihr mit, daß hier der Tod vor der Tür steht, hörst du, der Tod. Noch !heute Nacht würde er anklopfen. Fridrun ist furchtsam, sie sieht nicht, wie ich in dem Sensenmann einen Freund, sie wird aus Furcht zögern, die Reise in der Nacht Me Nebelsra«. i Roman von Sinnt) ®ot|e. (Nachdruck verboten.) 89] Ich weiß, du bist eine vortreffliche Ski­ läuferin. Willst du es wagen? Was soll ich tun gnädigste Gräfin? Zuerst gehst du zu Ebbo Klas, teilst ihm die Ankunft der Gräfin mit und bittest ihn in meinem Namen, die Gräfin für alle Fälle in der Stadt bis morgen früh festzuhalten und sie dann nach hier zu begleiten. Und dann? Torret sah gespannt in das zerfallene Ge­ sicht der Kranken, deren leere Augen sich fest in ihr Antlitz bohrten. Dann eilst du ans deinen Schneeschuhen übers Watt.. Wenn du dich dazu hältst, kannst du, eh>e es dunkel wird, an dem Wege sein und versuchen, die Gräfin, die im Schlitten nach der Stadt fährt, zu treffen. Tu teilst ihr mit, daß hier der Tod vor der Tür steht, hörst du, der Tod. Noch !heute Nacht würde er anklopfen. Fridrun ist furchtsam, sie sieht nicht, wie ich in dem Sensenmann einen Freund, sie wird aus Furcht zögern, die Reise in der Nacht fortzusetzen, und' Ebbo Klas mag dann das übrige tun, sie in der Stadt zu 'halten. DU kennst den Weg, den sie von Hoher nehmen muß'. Sei klug und gut. Dorret küßte stumm die Hand der alten Frau. So eile dich, gebot die Gräfin ungeduldig, zeige, daß du wirllich imstande bist, für Un­ dine etwas zu wagen. Ich habe ihr weh getan, ich habe ihr den Glauben an mich genommen, ich weiß es. Es ist der letzte Liebesdienst, den ich ihr erweisen kann, wenn unser Vorhaben gelingt. Geh, Torret. Wir tperden uns nicht wiedersahen. Ihr dürft nicht sterben, Frau Gräfin, bat Torret mit zitternder Stimme, jetzt dürst Ihr nicht sterben. Ter Gevatter Tod fragt nicht nach unseren Wünschen, Kind. Mir kommt er ruht. Tu aber sollst gesegnet sein in meiner letzten Stunde. Tie zitternde Hand strich über den blon­ den Scheitel, dann trat die Pflegerin in das Krankenzimmer. Einen Augenblick stand Tvrret noch un­ schlüssig. Tie Greisin aber hob fast drohend die Hand und deutete stumm auf die Tür. r Ta flog Dorret förmlich hinaus und. in fliegender Hast die Tvrfstraße entlang, der Wieding Harde zu. w Tie Sonne war fast untergegangen und graue Wolken zogen am Himmel auf. T!er Großvater schlief noch und der Ohm tmr, wie die alte Tjälda berichtete, Wers Watt nach Hoher -hinüber. Einen Augenblick stutzte Torret. Wenn er sie traf, würde ihre Mission scheitern. Doch, gleich darauf trat sie lächelnd zu per alten Tienerin und sagte: Ich will dem Oheim entgegen. ' Nimm dich in acht, mahnte Tjalda, es liegt Schnee in der Luft, und der Wind geht scharf. Ter Weg ist kurz, ich habe ihn hundertmal gemacht. Leb wohl, Tjalda, und grüße den GrootvaDer. Sie stülpte ihre weiße, gehäkelte Eismütze über das blonde Haar und schlüpfte in die dicke, weiße Strickjacke mit dem hohen Kragen, den sie bis Wer die kleinen, rosigen Ohren zog. Tie langen Schneeschu'he an den Füßen, flog sie eine Weile später dem Städtchen zu. I ! (Fortsetzung folgt.) ────────── Bleib, Eisen, Männern und Frauen hold, laß Knechte Gold begehren! Ernst Moritz. Arndt. Alles Gold der Goldaniaussstellc. INrter f«r muwwtjuwi. von ganz Bayern sowie die Bezirksärzste vieler bayerischer Städte und andere bekundeten durch ihre Teilnahme ihr Interesse ^on den wichtigen Ausgaben der ®eöuttenförperung, der Tuberkulosebekämpfung und der Sä^glingsund Kinderfürsorge überhaupt. Zur Eröff­ nung der Tagung hatte sich auch König Ludwig mit den Prinzessinnen Wiltrud und Helmtrud eingesunden. Ferner waren erschienen 'Mini­ sterpräsident von Tvndl, der Mnister des In­ nern Tr. v. Brettreich und Vertreter anderer Staatsministerien, Regierungspräsident Staats­ rat v. Kahr u. a. Staatsminister Tr. Vs. iBrettreich richtete herzliche Worte der Begrüßung an die Erschienenen, gedachte der Uebernahme des Protektorats der Veranstaltungen durch die Königin Marie Therese und skizzierte , kurz den ganzen Fragenkomplex, mit dem sich die Tagung beschäftigen soll. Tie Staatsregiernng sei auf den verschiedenen Gebieten, die 'hier erörtert werden sollen, bereits tätig gewesen. Wenn alle berufenen Kräfte zusammenwirken werde es wohl gelingen, die schweren Wunden des Krieges zu heilen Und dem deutschen Volke, das in diesem Weltkrieg so siegreich gegen eine Uebermacht gekämpft habe, werde es wohl mög­ lich fein, auch diesen Schäden entgegenzuwirken. Turans wurde in die Vortragssolge eingetreten. lieherbatifllfdif Mriditei TingolfinK, 27. Mai. (Die Bayerische Ver­ einsbank) >hat das hiesige Bankgeschäft Konrad Sixt erworben. Eine Aenderung int Geschäfts­ verkehr tritt nicht ein. Tie Geschäftsleilung bleibt in den bisherigen Händen und das Ge­ schäft im gleichen Hause wie bisher. ' Deggcndsrß 25. Mai. (Tat eines wahn­ sinnig Betrunkenen.) Gestern betrank sich in Plattling ein Kriegsinvalide mit Schnaps, wel­ chen ein Urlauber-Kamerad aus Rumänien mit-, gebracht hatte, derart, daß er in seinem r ab tä­ ten Zustand sich die Pulsader an der Hand abschnitt. Er wurde nach Anlegung eines Not­ verbandes durch die freiwillige Sanitätskolonne nach Teggendorf ins städt. Krankenhaus ver­ bracht. Straubings 25. Mai. (Großfeuer.) In den Max und Fritz Jungmeierschen Ziegelwer­ ten brach vergangene Nacht kurz vor 4 fuhr int alten Trakt der Tampfziegelei in der Landstznterstraße ein Feuer aus!, das ohne Zweifel aus Kohlenbriketts-Entzündung zurückzuMhren ist und sich bis zum Erscheinen der Feuer­ wehr bereits zum Großfeuer entwickelt hatte. Dieser Teil b»er Fabrik brannte vollständig nieder bis auf das Maschinen- und Kesielhaus. Dem Brande fielen zum Opfer Ziegeleimaschi­ nen, wertvolle Riemen und eine neue Dampfheizungsanlage. Zwiesels 24. Mai. (Handelsgremium.) In seiner gestrigen Zuwahlsitzung hat das Handelsgreminm Zwiesel an Stelle der durch Tod abgegangenen Mitgliedern, Fabrikbesitzer Hugo Rümmelein und Holzhändler Johann Fischer, den Branereibesitzer Adam Janka und den Baumeister Max Gallingev, beide in Zwiesel, zu Mitgliedern ernannt. Als erster Vorsitzen­ der wurde Adam Jankaj, zum zweiten Vorsitzen­ den Max Gallinger gewählt. ' Sec liberale Kreivvevband Niedervayern Hielt am 26. Mai in Plattling seinen Verbands­ tag ab. Zn den Verhandlungen, die einen seht fördernden Verlauf nahmen, hatten fast sämtliche liberalen Vereine des Kreises Ver­ treter entsandt. Znm 1. Vorsitzenden wurde Oberwerkführer Lamhoser-Landshut wiederge­ wählt, mit ihm die gesamte übrige Vorstandschaft. Dem Kressverbandstag war die Jahres­ versammlung des Vereins Liberales Kreissekre­ tariat vorausgegangen. Wie der wiedergewähl­ te erste Vorsitzende dieses Vereins Professor Schanze-Landshut berichten konnte, hat sich der Verein trotz der durch den Krieg geschaffe­ nen widrigen Umstände auf seinem bisherigen Mitgliederstande erhalten können. INrter f«r muwwtjuwi. von ganz Bayern sowie die Bezirksärzste vieler bayerischer Städte und andere bekundeten durch ihre Teilnahme ihr Interesse ^on den wichtigen Ausgaben der ®eöuttenförperung, der Tuberkulosebekämpfung und der Sä^glingsund Kinderfürsorge überhaupt. Zur Eröff­ nung der Tagung hatte sich auch König Ludwig mit den Prinzessinnen Wiltrud und Helmtrud eingesunden. Ferner waren erschienen 'Mini­ sterpräsident von Tvndl, der Mnister des In­ nern Tr. v. Brettreich und Vertreter anderer Staatsministerien, Regierungspräsident Staats­ rat v. Kahr u. a. Staatsminister Tr. Vs. iBrettreich richtete herzliche Worte der Begrüßung an die Erschienenen, gedachte der Uebernahme des Protektorats der Veranstaltungen durch die Königin Marie Therese und skizzierte , kurz den ganzen Fragenkomplex, mit dem sich die Tagung beschäftigen soll. Tie Staatsregiernng sei auf den verschiedenen Gebieten, die 'hier erörtert werden sollen, bereits tätig gewesen. Wenn alle berufenen Kräfte zusammenwirken werde es wohl gelingen, die schweren Wunden des Krieges zu heilen Und dem deutschen Volke, das in diesem Weltkrieg so siegreich gegen eine Uebermacht gekämpft habe, werde es wohl mög­ lich fein, auch diesen Schäden entgegenzuwirken. Turans wurde in die Vortragssolge eingetreten. lieherbatifllfdif Mriditei TingolfinK, 27. Mai. (Die Bayerische Ver­ einsbank) >hat das hiesige Bankgeschäft Konrad Sixt erworben. Eine Aenderung int Geschäfts­ verkehr tritt nicht ein. Tie Geschäftsleilung bleibt in den bisherigen Händen und das Ge­ schäft im gleichen Hause wie bisher. ' Deggcndsrß 25. Mai. (Tat eines wahn­ sinnig Betrunkenen.) Gestern betrank sich in Plattling ein Kriegsinvalide mit Schnaps, wel­ chen ein Urlauber-Kamerad aus Rumänien mit-, gebracht hatte, derart, daß er in seinem r ab tä­ ten Zustand sich die Pulsader an der Hand abschnitt. Er wurde nach Anlegung eines Not­ verbandes durch die freiwillige Sanitätskolonne nach Teggendorf ins städt. Krankenhaus ver­ bracht. Straubings 25. Mai. (Großfeuer.) In den Max und Fritz Jungmeierschen Ziegelwer­ ten brach vergangene Nacht kurz vor 4 fuhr int alten Trakt der Tampfziegelei in der Landstznterstraße ein Feuer aus!, das ohne Zweifel aus Kohlenbriketts-Entzündung zurückzuMhren ist und sich bis zum Erscheinen der Feuer­ wehr bereits zum Großfeuer entwickelt hatte. Dieser Teil b»er Fabrik brannte vollständig nieder bis auf das Maschinen- und Kesielhaus. Dem Brande fielen zum Opfer Ziegeleimaschi­ nen, wertvolle Riemen und eine neue Dampfheizungsanlage. Zwiesels 24. Mai. (Handelsgremium.) In seiner gestrigen Zuwahlsitzung hat das Handelsgreminm Zwiesel an Stelle der durch Tod abgegangenen Mitgliedern, Fabrikbesitzer Hugo Rümmelein und Holzhändler Johann Fischer, den Branereibesitzer Adam Janka und den Baumeister Max Gallingev, beide in Zwiesel, zu Mitgliedern ernannt. Als erster Vorsitzen­ der wurde Adam Jankaj, zum zweiten Vorsitzen­ den Max Gallinger gewählt. ' Sec liberale Kreivvevband Niedervayern Hielt am 26. Mai in Plattling seinen Verbands­ tag ab. Zn den Verhandlungen, die einen seht fördernden Verlauf nahmen, hatten fast sämtliche liberalen Vereine des Kreises Ver­ treter entsandt. Znm 1. Vorsitzenden wurde Oberwerkführer Lamhoser-Landshut wiederge­ wählt, mit ihm die gesamte übrige Vorstandschaft. Dem Kressverbandstag war die Jahres­ versammlung des Vereins Liberales Kreissekre­ tariat vorausgegangen. Wie der wiedergewähl­ te erste Vorsitzende dieses Vereins Professor Schanze-Landshut berichten konnte, hat sich der Verein trotz der durch den Krieg geschaffe­ nen widrigen Umstände auf seinem bisherigen Mitgliederstande erhalten können. ────────── —* Sommer theater. Am Tvnnerstag, den 30, Mai findet im Svmmertlhsater die erste Aufführung der reizenden Lustspielnvoität "Als ich noch im Flügelkleide" statt. Tiefes Stück ihat sich Tank seiner luftigen Situationen und des überaus wirksamen Milieus im Sturme alle Bühnen erobert und wird gewiß, auch hier ungeteilten Beifall finden. ────────── Ueber den Unterseebootkrieg Ueber den Unterseebootkrieg, (Schluß.) Im Zweiten Teile des Vortrages brachte der Redner eine große Rpihe ton Bildern mit Darstellungen der Angriffsarten — Ueberwasser- und Unterwafserangrisf —, von getroffe­ nen und versinkenden Schiffen, vom Leben an Teck des U-Bootes, bon Geleitzügen u. a., die sehr biet Neues boten und das regste In­ teresse der Zühörer wachhielten. Es waren, tote Herr Kapitänleutnant Rose betonte, keine Bilder, die für Vvrtragszwecke ausgenommen wurden, sondern Btlderj 1)te nur Tatsächliches und Erlebtes zeigten, fund eine Reihe von schematischen Zeichnungen, die entgegen anderer derartiger Bilder, ob ihrer Neuheit und der lebendigen Schilderung fund Erklärung desVortragenden mit zu dem wichtigsten und wissenstoertepen des Vortrages zu rechnen waren. Er erklärte auch die Schußarten, Schußweites die Vernichtung des Feindes durch Torpedo oder Artillerie. Vor allem fesselten 2 Bilder eines torpedierten Dämpfers, die durch das Sehirohr des U-Bootes aufgenommen waren. Ter Redner schilderte an der Hand der Bilder eingehend die Angriffe auf Einzelschiffe und auf Geleitzüge. Es handelt sich bei den G'eleitzügZn häufig ton Schiffe mit wichtiger teurer Beute. : So schoß der Redner 1917 äus einem Geleitzug einen wertvollen TaMpfer heraus, der nach holländischen Meldungen geladen hat­ te: 135 7.5 Ztm.-Geschütze, dazu 50 000 Ge­ schosse, 30 12.5 Ztm.-Haubitzen, dazu 22000 Geschosse^ 2000 Gewähre^ dazu 500 000 Patro­ nen, 140 .Mafchinengewckhref, 150 000 Hand­ granaten, 6 Panzer-, 11 Lastautos. Ter Wert von Schiff und Ladung dürfte mit TO Millionen nicht zu hoch gegriffen sein. Aus diesen Schuß sei sein Boot besonders stolz gewesen, da es dadurch den Kameraden an den Landfronten wertvolle Dienste leisten konnte. Welche Schädigungen ein einzelnes Boot dem Feinde im Lause des ersten U-Bootskriegs-: jckhres zugefügt hat, zeigt die Leistung seines Bootes, die zwar etwas über dem Durchschnitt steht, aber doch nichts Außergewöhnliches be­ deute. i Das Boot habe 1917 versenkt: 66 Fahrzeuge mit etwa 180 000 BruttoRegister-Tonnen. 16 Fahrzeuge mit etwa 16 000 Tonnen waren leer. Von den beladenpn 50 tpl bei 3f7 Akt und ungefähre Menge der Ladung bekannt. Es sind dies: I 900 000 Ztr. Getreide, 500 000 Ztr. Kriegsmaterial, 480 000 Ztr. Kohlen, 170 000 Ztr. Erz, ! • ; 120 000 Ztr. Oele, 120000 Ztr. Lebensmittel, 80 000 Ztr. Pech, Holzi, Johannisbrot, Steine etc., somit ein Gesamtwaren gewicht von 2 360000 Zentner. Rechnet man das unbekannt gebliebene Warengewicht von rund 1 700 000 Ztr., so er­ gibt sich eine Gesamtmenge von 4 Millionen Zentner. Ties entspreche der Ladung von 15 000 bis 20000 voll bepackten Güterwagen. Puffer an Puffer gestellt, würden diese Wagen 140 Kilometer reichen, also von Regensburg bis München. Angesichts dieser ungeheuren Beuteziffern könne man es nachempfinden, daß die U-Boots^ kommandanten von felsenfestem Siegesbewußt­ sein erfüllt seien. Er könne und wolle nicht eingehen auf die Schädigungen, die die Massen­ versenkungen auf die Kriegs- und Wirtschafts­ führung unserer Feinde ausüben. Er meinte: "Uns Seeleuten genügt es, zu sehen, wie Tag für Tag Schiff um Schiff, Ladung um Ladung der kostbarsten unentbe>hrlichsten Güter in die Tiefe sinkt. Uns genügt das amtliche britische Geständnis vom Februar 1918, daß die Zahl der Versenkungen um das dreifache die der Neubauten übertrifft. Ich füge den britischen Angaben hinzu, daß unsere U-Bootsoerluste, so schmerzlich sie auch sind, weit wehr als aus­ geglichen werden durch die Neueinstellungen in den Frontdienst. Unsere U-Boot-Flotte wächst von Monat zu Monat, während die feindliche Handelsflotte unablässig eine verhängnisvolle Minderung erfährt. Unsere Sache auf den' Weltmeeren ste'ht gut, sie steht sehr guhvbwohl es Ihnen vielleicht scheinen mag, daß wir ihre Geduld aus eine lharte Probe stellen. Tie Früch­ te wirtschaftlichen Druckes bedürfen eben einer langen Reife. Ter Redner schloß mit folgenden Worten!' die manchem ,der Kleingläubigen im Lande zu öenfen geben mögen. "Und wenn wir nun im stolzen sicheren Bewußtsein des Sieges nach, wochenlanger Seesckhrt, bis zur Erschöpfung ermüdet, in die Heimat zurückkehren, so lautet unsere erste Frage: "Wie stehts hier". Tä haben wir bis vor wenigen Monaten stets gehört: "Lassen Sie uns von etwas anderem reden, sonst machen Sie gleich Kehrt. Hier herrscht Parteigezänk, Mutlosigkeit, Schimpferei Und Streik". Daß die tägliche Mühe um die Befriedig­ ung der Lebensbedürfnisse schwer ist, daß sie oft herabstimmend wirkt, wissen und verste­ chen wir und ebenso fühlen wir aus tiefster Seele mit die nagende Sorge aller Taheimgebliebenen um unsere im Tosen derFeldschlacht stehenden Brüder .Aber wir können und wollen nicht verstehen, daß Niedergeschlagenheit Platz greift und der Glaube an den Sieg unserer Waffen gerade bei denfenigen schwindet, die den Gefahren fern sind. Wir stehen mit der Stirn am Feind und schwanken keinen Augenblick, täglich unser Le­ ben voll aufs Spiel zu setzen. Ter äußert Feind schreckt uns nicht, wir sind sicher, ihn zu bezwingen. Wer gegen den Feind iniRücken, d. s. Mutlosigkeit, Zersetzung!, Flauniacherei, haben wir keine Waffen.. Redner schloß: AU alle, die hier imSaale versammelt sind, richte ich die dringende Bitte, dafür zu sorgen, daß unser deutsches Volk an der Schwelle des Sieges nicht strauchelt, daß unermüdlich weiter unsere Waffen geschmie­ det, uns für die Beendigung des Kriegs alle Mittel — materieller und finanzieller Abt — laufend und ohne Verzug bereitgestellt werden, daß unser blitzendes Schwert nicht schartig wird oder gar in der Stunde der Entscheidung mißtönend zerspringt .Decken Sie uns den un­ bewachten Rücken. Alle aber, welche die Hoffnung gelegent­ lich sinken lassen, mögen sich ermannen an dem Goetheschen Spruch: Weibisches Klagen Furchtsames Zagen, Feiger Gedanken Bängliches Schwanken, Wendet kein Elend, Macht T«ich nicht frei. Allen Gewalten Zum Trotz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kraftvoll sich zeigen. Ruft die Arme Ter Götter herbei. Brausender langanhaltender Beifallsjubel dankte für die kraftvolle mannesstarke 2lrt' mit welcher der Redner an die Herzen seiner Zühörer zu appelieren vermocht hatte und bil­ dete zugleich ein äußeres Gelöbnis, auch wei­ terhin in Sturm und Gefahr auszuharren^ nicht den Mut zu verlieren, sondern festzu­ stehen bis zum siegreichen Ende. Tier hohe ideele Erfolg, den der Redner errungen, dürf­ te seine schönste Belohnung sein. Er hatte es verstanden, auch uns Ländratten an der Isar den Blick zu öffnen für ’bte Größe und das Heldentum, das täglich draußen auf den Weltmeeren uns den Sieg miterringen hilft, ja gegen unseren niederträchtigsten grimmigsten Gegner allein erzwingen kann. Wir schulden dafür dem Äiedner dauernden Dank, den wir am besten dadurch abzustatten vermögen, daß wir seine Worte uns stets in Zeiten des «Schwan­ kens vor Augen halten und uns an ihnen emporrichten zu starkem Ausharren bis zum siegreichen Ende. ────────── Sommertheater. Ter moderne Tanz- und Vortragsabend am Sonntag hätte wie nicht anders zu er­ warten war einen se>hr mäßigen Besuch auf» zuweisen. Ter künstlerische Erfolg hingegen stand dem materiellen weit voran. Man hätte den Wend für einen Werktag und innerhalp eines anderen Rahmens festlegen sollen und Idealismus wäre sicher mit Materialismus Hand in Hand gehangen. Täs Hauptgewicht war auf die Vorführung des modernen Tanzes geleigt. Tiefe Art von Tanzkunst bringt in ihrer Darstellung innerer Zustände durch ent­ sprechende Bewegung des Körpers in sich Vol­ lendetes zur Anschauung .Es kann daher nur dasjenige Stoff dieser Kunst sein, was sich durch wannigfaltig abwechselnde, rhthmischeBewegung des Körpers ästhetisch versinnbildlichen läßt. Tret jugendliche Vertreterinnen dieser Kunstart lernten wir kennen, die in Iben ge­ nußreichen Stunden für sich gefangen nähmen. Olga Fernandez, die auch als Naive ,än unser Sommertheater verpflichtet ist, zeigte in dem Spitzentanz von Strauß und namentlich in einem Czardas beachtenswerte Gäben ihres Könnens, das seine Hanptstärke offensichtlich in der Wiedergabe ton Nationaltänzen fin­ det. Roswita Bössenroth verstand es in künst­ lerischer Weise die Töne der gewählten Kom­ positionen in prächtige Bilder umzusetzen und plastisch zu formen. Meister wie Schubert,Tittersdorf, Gosseej, Grieg, Gäbe, Moszkowski ga­ ben ihr reichen Vorwurf hiezu. Nicht minder Erreichte Frances Metz in ihren vortrefflichen stilvollen Tanzdarbietungen einen hohen Grad der Vollkommestheit. Reine Kunst, ohne jeden sonst vielfach gezeigten Beigeschmack von Ero­ tik, der Meist in Kunststückmachen ausartet', war es hier, was sich in prächtiger, künstlerischer Farbenstimmung geschmackvoller Kostüme dew Auge darbot. Tie vollste Anerkennung*gepÜhvt auch Annh Rosenberger, die den Klavierpart vhne Sonderbestreüungen in rhthmisch idealer Weise durchführte und so die Eigenart des 'Ver­ toners mit jener des Chpreogrckphen zu einem Tongemälde innig vereinigte. Gerne hätte man ihr ein ihrem Können würdigeres Instrument unter die Hände gewünscht. Wwechslungsweise las Marie Brandner aus der zehnten Muse, dem Steckenpferde aller Vortragenden vor, wo­ bei ihre Sprachtechnik und Tialektpeherrschung äußerst angenehm ausfiel. Auch hier machte sich der Wunsch nach einem intimeren Rühmen stark fühlbar. Fm üprtgen ziehe ich die freie Rezitation aus dem Gedächtnisse vor. Wie ganz anders wirkt z. B. die originelle Uebermittlung der Lena Christ'schen Mädchenepisode, die in ihrer ungezwungenen Form trefflich gelang und überaus gefiel. Tie Anwesenden schienen von sämtlichen Tärbietungen «befriedigt und gaben dieser Empfindung in offenem Bei­ fall Ausdruck. r Hg. 19 Sitzung des StidtvagUats Lmdshut Vorsitzender: Herr Rechtsrat Ambros. Samstag, den '25. Mai 1918. . Die Legung von Randstein en vor den Fabrikeinfckhrten in der Schillerstraße be­ antragte die Firma Kratsch und. Co. Event, sollen die Randsteine aus dem alten Material des Bauamtes entnontmen werden. Wird ge­ nehmigt. Ein Dankschreiben des Herrn Magistratsosfizianten Buttler für feine Ruhe standsversetzung wird zur Kenntnis genommen, ebenso ein solches des Herrn Pslasterzollperzipienten, zurzeit Feldwebelleutnants, 3Eaoer Beer für die Glückwünsche zu seinem 25jähr. T«ienstjubil«äum. Zur Userbesichtigung der Isar am 12. Juni ordnet der Magistrat Herrn 'Stadt­ baurat Simon ab. ! « > ! ' ;s ! ────────── Zur Fronleichnams!Prozession am Sonntag in St. Nikola ordnet der Magi­ strat die Herren Rechtsrat Aimbros und M.-R. Bartmann und Igßtftl ab. Eine Wochenineßstiftung hatte im Jahre 1711 die Stadt Landshut in der Wall­ fahrtskirche Altötting mit '52 Gulden gemachst. Das Pfarramt Altütting teilte nun mit, daß nach jetzigem Geldwert der Stipendiumssah nur noch 1.28 Pfennig betrage. Ta dieser Satz aber jetzt 3 Mark betrage, beantragte das Pfarramt, den Satz auf '3 Mark tu erhöhen oder sich damit einverstanden erWren, daß, die Wo­ chenmessen in den Intentionen der Stiftung ohne Bindung an Zeit und Ort gelesen werden. Ter Magistrat stimmt dem letzteren zu. Zur Baubeseitigung wird dem Hrn. Telegraphenbauausseher Weidner mit Rücksicht aus den gegenwärtigen Arbeitermangel eine Frist von 2 Jähren gewährt. Tem Weidner ist das Recht der Vermietung und eines weiteren Anbaues zu versagen bei Vermeidung des so­ fortigen Abbruches und toon ihm eine jährliche Rekognitionsgebülhr von 5 Mark zu erheben. Zugleich wird vvn seiner Beschwerde gegpn den Beschluß, aus Verweigerung des Wvhnungskonsenses zur K. Regierung Kenntnis genom­ men. Die Ersatzforderung der Stadtge­ meinde Landshut gegen die Allg. Ortskrankenkasse mit 5000 Mark für die Behandlung jener Mitglieder der Gemeindekrankenkasse, welche noch nach dem 31. Ttezember 1914 behandelt wurden, steht demnächst zur Verhandlung. Als Vertreter der städt. Interessen wird Herr R.R. Costa bestimmt. Ein Bürgerrechtsgesuch des Herrn Regierungssekretär Schöllhorn auf unentgelt­ liche Erteilung des Bürgerrechtes als Kriegs­ teilnehmer wird abgelehnt, weil Sch. seit August 1914 in Berg ob Landshut und nicht in der • Stadt wähnte und sein Truppenteil nicht als mobil zu betrachten sei. Letzte Pasten - * Rette StaRMütterfelBe. WTB. Berlin, den 28. Mai. (Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden im Sperrgebiet um England neuerdings 28000 Tonnen feind­ lichen Handelsschisssraumes vernichtet. Unter den !oersenkten Schiffen war ein etwa 5000 Tonnen großer, stark gesicherter, bewaffneter Tampfer. Ter Chef des AdmtralstabeS der Marine. Tier Eindruck in Paris. Berlin, 28. Mai. Ueber den Eindruck in Paris 'heißt es im "Berl. Lok.-Anz.", daß Clemenceau selbst für seine intimsten Freunde unsichtbar blick. Tie Erfolge der deutschen Angriffe. Berlin, 28. Mai. Tie Aisne-Schlacht Ende Oktober 1917 brachte den französischen Angreifern nach 20tägigem Ringen einen Ge­ ländegewinn !von 100 ^Quadratkilometern, den sie größtenteils der ungestörten, freiwilligen Rücknahme der deutschen Front am 1. Novem­ ber verdankten. Ter französische Ministerprä­ sident Patnlcke nannte den Angriff vom 23. Oktober, der in einer Breite von 2 Mjeilen bis zu einer Höchsttiefe von knapp 4 Kilo­ metern vordrang und den Franzosen 7500 Ge­ fangene einbrachte, eine der glänzendsten Wasfentaten dieses Krieges. Heute überrannten die Teutschen im ersten Anlauf inner-halb weniger Stunden die gesamten französischen Stellun­ gen aus dem Ehemin des Tames und weiter östlich bis Brimont in über 50 Kilometer Breite. Am Abend des ersten Schlachttages waren bereits- über 400 ^Quadratkilometer er­ obert. das bedeutet an einem Tag 'den vier­ fachen Geländegewinn der Franzosen in der lOtägigen Herbstschlacht 1917. Tie Einbruchstiese -von 18 Kilometern des ersten Kampf­ tages ist das Höchstmaß, des bisher in einer Turchbruchsschlasit Erreichten. '15 000 Gefan­ gene waren bereits am Abend des 27. Mai ge­ zählt. Tjie artilleristische Leitung der Teut­ schen am ersten Tage der Schlacht um den Ehemin des Tames ist ein ballistisches Kraft­ stück ersten Ranges. Dias Feuer der deutschen ────────── Tier Bayer. Bund Kriegsbeschädigter Sitz Nürnberg (Geschäftsstelle Weinmarkt 11 .Tele­ phon 5641) erläßt folgenden Ausruf.' "Kamera­ den! War schon nach dem ruhmreichen Ausgang des Krieges 1870/71, der Deutschlands Einigung brachte, die Lage der"Kriegsbeschädigten eine sehr traurige, wie muß es uach biestern ungeheueren Weltkrieg werden, dessen Opfer jetzt schon ungleich.größer sind, wenn sich die Kriegsbeschädigten nicht durch festen einmütigen Zusammenschluß gesicherte Unterlagen für die Gegenwart und ganz besonders für die Zu­ kunst schassen. Wohl wird von Seiten des Staates und aus öffentlichen Mitteln Großes geleistet. Aber trotzdem stehen viele Tausende unserer Kameraden vor der bangen Fragp: Was soll aus uns werden? Taß der Wirtschastskampf nach dem Kriege ein weit schär­ ferer sein und an den Einzelnen weit höhere Anforderungen stellen wird, ist eine 'bestehende Tatsache. Tas Recht des Stärkeren dürste auch hier den größten Ausschlag geben. Und der Stärkere ist der Kriegsbeschädigte nicht mehr. Tie Erkenntnis dieser 'Notlage hat uns Kriegs­ beschädigte zum Zusammenschluß geführt? Nicht als ein notwendiges Uebel wollen wir betrach­ tet sein, sondern man soll uns Gelegenheit ge­ ben, wieder vollgültige Bürger im Staatsgan­ zen zu werden. Wir wollen kein Mitleid aber Achtung und Recht. Durch Fühlungnahme mit den berufenen Körperschaften erstreben wir wirtschaftliche Sicherstellung aller Kriegsbe­ schädigten. Tas ist die Frage der Gegenwart wie der Zukunft, das ist Lebensfrage für uns, das ist unsere Losung. Unser Bund soll ohne Aüsnckhme alle umfassen, die für das Vater­ land gelitten und gestritten 'haben. Wie wir im Felde ohne Ansehen der Person, ohne Un­ terschied der politischen Gesinnung und der Konfession, brüderlich Schulter rat Schulter standen - so wollen wir — streng neutral — fernab vom parteipolitischen Getriebe und Ge­ zänke, ohne Beeinflussung der politischen und religiösen Gesinnung, durch einmütigen Zu­ sammenschluß all das erringen, was die wirt­ schaftliche Sicherstellung aller Kriegsbeschädig­ ten und der Hinterbliebenen gefallener Ka­ meraden gewährleistet. Neugestaltung des ge­ samten Militärrentenwesens. Sozialpolitische Schutzgesetzgebung gegen Ausbeutung. Keine Einrechnung der Rente in Gehalt oder Lohn. Möglichkeit der vollen Ausnützung der uns verbliebenen Arbeitsfähigkeit bei angemesse­ ner Entlohnung. Schaffung genossenschaftli­ cher Werke und Siedlungsstätten für nicht mehr arbeitsfähige Kameraden und deren Angehöri­ ge. Tas sind die gesteckten Ziele, auf die wir geschlossen trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse losmarschieren. Wir wollen ’ sie alle auf dem Wege Der Verständigung errei­ chen, sind aber auch allzeit bereit, kämpfend für die Interessen des Bundes wie auch für die des einzelnen Kriegsbeschädigten einzutre­ ten. Tarum Kameraden zögert nicht! Tretet unverzüglich unserer Sache bei! Einigkeit macht stark! Es gilt, ein großes Werkvon höch­ ster Bedeutung aufzubauen: Tie wirtschaftliche Sicherheit von Hundert-Tausenden unserer Ka­ meraden und deren Angehörigen! Ter BundesVorstand. Letzte Posten. Z - * Rette StaRMütterfelBe. WTB. Berlin, den 28. Mai. (Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden im Sperrgebiet um England neuerdings 28000 Tonnen feind­ lichen Handelsschisssraumes vernichtet. Unter den !oersenkten Schiffen war ein etwa 5000 Tonnen großer, stark gesicherter, bewaffneter Tampfer. Ter Chef des AdmtralstabeS der Marine. Tier Eindruck in Paris. Berlin, 28. Mai. Ueber den Eindruck in Paris 'heißt es im "Berl. Lok.-Anz.", daß Clemenceau selbst für seine intimsten Freunde unsichtbar blick. Tie Erfolge der deutschen Angriffe. Berlin, 28. Mai. Tie Aisne-Schlacht Ende Oktober 1917 brachte den französischen Angreifern nach 20tägigem Ringen einen Ge­ ländegewinn !von 100 ^Quadratkilometern, den sie größtenteils der ungestörten, freiwilligen Rücknahme der deutschen Front am 1. Novem­ ber verdankten. Ter französische Ministerprä­ sident Patnlcke nannte den Angriff vom 23. Oktober, der in einer Breite von 2 Mjeilen bis zu einer Höchsttiefe von knapp 4 Kilo­ metern vordrang und den Franzosen 7500 Ge­ fangene einbrachte, eine der glänzendsten Wasfentaten dieses Krieges. Heute überrannten die Teutschen im ersten Anlauf inner-halb weniger Stunden die gesamten französischen Stellun­ gen aus dem Ehemin des Tames und weiter östlich bis Brimont in über 50 Kilometer Breite. Am Abend des ersten Schlachttages waren bereits- über 400 ^Quadratkilometer er­ obert. das bedeutet an einem Tag 'den vier­ fachen Geländegewinn der Franzosen in der lOtägigen Herbstschlacht 1917. Tie Einbruchstiese -von 18 Kilometern des ersten Kampf­ tages ist das Höchstmaß, des bisher in einer Turchbruchsschlasit Erreichten. '15 000 Gefan­ gene waren bereits am Abend des 27. Mai ge­ zählt. Tjie artilleristische Leitung der Teut­ schen am ersten Tage der Schlacht um den Ehemin des Tames ist ein ballistisches Kraft­ stück ersten Ranges. Dias Feuer der deutschen Batterien mußte unausgesetzt über Berg und Tal geführt werden. Glänzend lösten die Bat­ terieführer ihre Ausgaben. Tie feindlichen Verbindungen wurden zerstört, fast alle Kabel sind zerschossen. Das Sturmreifschießen der feindlichen Stellungen glückte im vollsten Ma­ ße. Das Niederhalten der feindlichen Artille­ rie, die bald nur noch mit einzelnen Geschützen antwortete, war gelungen. Tie Infanterie er­ stieg hinter dem Feuerqualm durch Geschoß­ trichter und Drahtverhaue die steilen, unweg­ samen Höhen zum Ehemin des Tames und konnte den in Höhlen und Unterständen ver­ borgenen Feind überraschen. Sofort ging es längs des Südhanges weiter vorwärts. Zahl­ lose Gefangene und unermeßliche Beute fiel den nachfolgenden Jnsanteriewellen in die Hand. Bei Paillh wurden 4 Klauengeschütze erobert. Roch am 26. Mai beschossen sie Laon und ihätten auch diese Stadt in einen Trümmer­ haufen verwandelt, wäre der deutsche Angriff nicht rettend erfolgt. 1 • ────────── Handel und Verkehr. § LanvShut, 24. Mai. (Viktualienmarkt.) I Ter heutige Viktualienmarkt hatte gegen seine I Vorgänger nichts voraus, dieselbe Erscheinung in Bezug auf Avlieferung von Kaninchen, Tau­ ben. Nur hie und da eine alte Suppenhenne und einige alte Gockeln, welche schnellstens vergriffen waren, nachdem immer ein Dutzend Käuferinnen den Abgeber umstehen und eine die andere iw Angebot überbietet. Außerdem I waren vorhanden Blumen, Gesträuche PflanI zen, Käslaibchen und einige kleine Teller ErdI beeren a 70 Pfg. Eine bessere Zuführ rat | Junggemüse vervollständigte den Marktbedarf. ────────── Der Sieg an der Aisne. In 50 Kilometer Breite und 25 Kilometer Tiefe die feindlichen Stellungen genommen. Am ersten Tage 15,000 Gefangene. — Große Beute. — Angriffe der Italiener im Tonaleavschnitt. — England fürchtet für Aegypten.