Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-05-06. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 124, 1918-05-06. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 124 6. Mai 1918 ────────── Gescheiterte franz. Angriffe anf den Kemmel. Erbitterte Kämpfe in Palästina. — Der größte Teil der Schwarzen-Meer-Flotte in unserer Hand. — I« Finnland bisher 50,000 Gefangene gemacht. — Der Friede mit Rumänien zur Unterreichnnng fertig. ────────── Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. Die Heeresberichte. Ier iottföi Bericht. WTB. Berlin, den 4. Mai, 1918. — Großes Hauptquartier: i , «Beftfiffeev Ärt Amsterdam, 5. Mai. Ter frühere Zar, die Zarin und eine ihrer Töchter sind, da auund Monarchisten ihnen zur Flucht zu ver­ geblich Bauern aus der Umgebung von Tobolsk helfen suchten, durch eine Verfügung nach Jekaterinenburg überführt worden. Ter Zare­ witsch >chrd in der Verfügung nicht erwähnt. Tier Friede mit Rumänien fertig. Bukarest, 4. Mai. Gestern ist durch die Vertreter Oesterreicht-Ungnrns bezw. Teutsch-? lands und Rumäniens der wirtschaftliche Zu­ satzvertrag zum rumänischen Friedensvertrag paraphiert worden. Damit sind sämtliche mit dem Friedensschlüsse zusammenhängende Veriträge zwischen Deutschland un dOesterreichj-Zn-! gärn einerseits und Rumänien anderseits ab­ geschlossen und zur Unterschrift fertig. T!)e Schwede« auf Aaland. Stockholm, 5. Mai. Wie mehrereStvckl holmer Zeitungen berichten, denkt die schwedi­ sche Regierung die Truppen von Aaland zurück! zuziehen. T>ie schwedische Regierung hält den Zweck der Expedition für erfüllt und trifft da­ her die genannten Maßnahmen. ────────── Sie ReSelsm. Roman von Annh ®8nt|e. 76, ^Nachdruck verboten.) Tas sollst du mir büßen, du und das hochmütige Geschöpf da, zischte ihm Fridrun im Hinausgehen zu, während sie stolz den Kops in den Nacken warf. Hüte dicht Gelassen schloß der Graf hinter Fridrun die Tür und, an den Sessel Undines tretend, sagte er, plötzliche ihre beiden Hände erfassend und an 'seine Lippen pressend: Unter diesen indiskret forschenden Augen da konnte ich dir nicht Lebewohl sagen, Undine. Wenn du mir auch bisher nichts gewesen, als die "Nebelsrau", die schattenhaft durch mein Leben schwebt, und wenn du mir auch nie etwas anderes sein wirst, so will ich doch dieser da nicht zeigen, daß es mir schwer stirb, zu schei­ den. Undine, sehr schwer, während du erlöst ausatmest, daß ich nun endlich gehe. Noch einmal preßte er die Lippen auf ihre weißen Hände, dann star er gegangen, und nur der Veilchenduft mahnte Undine an eine süße, seltsam wehe, wonnevolle Stunde. r j Kein Wort hatte sie gefunden, kein eini ^ziges Abschiedswort. Sie sah und lauschte. ' Ter Abend kam. Dumpfes Räderrollen traf ihr Ohr. Jetzt war Reimar abgereist. Tas Stimmengewirr der Dienerschaft da draußen war auch verstummt. Alles war still, unheim­ lich still, und Undine überkam es plctzlich wie öde trostlose Verlassenheit. , Tie Flammen knisterten im Kamin. Der Diener zündete die Lampen an und sie sah noch immer in ihrem Stuhl und sann dem seltsam veränderten Wesen ihres Gatten nach. Und plötzlich fühlte sie eine kalte Hand mit spitzen Fingern über ihre Wange gleiten und Fridruns Stimme sagte höhnisch: Wie, Tränen, Undine, Abschiedstränen um den Mann, der dich nicht und 'den du nicht aus Liebe gewählt? Sei still! gebot Undine, sich hastig aus­ richtend und die schlanke Frauengestalt in dem langschleppenden Gewände, die ihr "dicht zur noch Graf Reimar haben dich zum Vertrauten Seite stand, von sich schiebend. Weder ich, unserer Gefühle gemacht. Tu vielleicht nicht, Undine, aber von ihm, den du gar nicht kennst, von dem Lu tzar Vichts weißt, kannst du Pas gefviß nicht behaupten. 13 6iM des StidMMltt; LaMhut Vorsitzender: Herr Rechtsrat Ambros Samstag, den 27. April, i ! Dankschreiben der Frau Kommerzien­ rat Puchner und des Herrn G.-B. Linnbrunner für die Attteilnahme der städt. Kollegien aus Ablaß der sie betroffenen TrauerMle wurden zur Kenntnis genommen. Wohnungskonsens will der Telegra­ phenbauausseher Herr Weidner für sein ohne baupolizeiliche Genehmigung erbautes Haus an der Gabelsbergerstraße. Ta für dieses Haus i>urch Gerichtsbeschluß der Magistrat das Be­ seitigungsrecht hat, wird das Gesuch trotz Hin­ weis auf die Wohnungsnot abgewiesen. Zwei Schwestern für das Lazarett im städt. Airmenhaus hat das Superiorat trotz des Schwesternmangels schneUstens abgestellt. Für diese umgehende Erfüllung des Ansuchens soll dem Superiorat der Tank des Magistrats aus­ gesprochen werden. Für das Leihhaus werden 70 Mk. für Heizmaterial nachgenehmigt. Eine Abmarkung an der Klötzlmüllerstraße wird ohne Erinnerung belassen. Die Verlegung des Einganges zur Villa des Herrn K.-R. Glas wird in wider­ ruflicher Weise genehmigt. Wirtschafts konsens für die Gast­ wirtschaft zum "Teutschen Kaiser" wird dem Pächter Barth. Zeiler erteilt. Beschlußgebühr 20 Mk., Staatsgebühr 42 Mk. Au sgewiesen wird auf 2 Jahre die Fabrikarbeiterin Anna Schröder. Ein Beitritt zum Bilderbühnenbund wird vorerst abgelehnt, da der Stadt die Bayer. Film- un dLichtbildstestle ohnedies als Berater von Vorführungsrechten und Konzessionen den von orVführungsrechten und Konzesssionen den Kinos zur Auslage gemacht werden, daß, sie an einem oder 2 Wochentagen ihre Kinos gemammraimmmaammmef Nein! Verlaß mich. Ich will nichts wissen. Soll ich dir einmal von Graf Reimar erzählen? Ich ahne, was du mir sagen willst, über ich will es nicht hören. Wenn du schamlos genug bist, alles, auch das letzte zu enthüllen, so bin ich doch nicht schamlos genug, um es mir erzählen zu lassen. Fridrun schränkte die schmalen Hände in­ einander. i Tu bist köstlich, Undine, höhnte sie, du fürchtest dich doch so, wie ein Kind vor dem Weihnachtsmann. Ich könnte dich ja schonech aber ihr habt mich selbst ja niemals geschont. Heute nachmittag habe ich noch versprochen, deinen Mann nicht anzufechten. Tb warst aber selber Zeuge, wie er mich mit Hohn und Spott überschüttet hat. Tas schließt wohl jede Rück­ sichtnahme aus. Was hast du? fragte Undine, erregt auf­ springend und Fridruns Handgelenke umfas­ send. Sprich, was hast du gegen Reimar? Gräfin Fridrun streifte gelassen Undines fieberheiße Hände von den ihren. ' (Fortsetzung folgt.) ■ ■ i Die Nebelfrau. ────────── Letzte Posten. gen Ersatz der Kosten zur Vorführung von Schulfilms zur Verfügung stellen. Die Kaution von 120 Mk. beim Stadt. Elektr.-Werk wird dem bisherigen Pächter der Trau sachlich tsp i e le freigegeben. i Letzte Pope«. Neue U-BvotSerfolge. WTB. Berlin, den 5. Mai. (Amtlich.) Neue Ui-jBoots-jErfolge aus dem nördlichen Kriegsschauplätze: 12000 Brutto-Reg.-To. Tier Chef des Admiralstabes der Marine. Französische Aingrisfe am Kommet abge­ schlagen. i Berlin, 5. Mai. Die Franzosen haben am 4. Mai in Flandern aufs neue eine ungetnein schwere Niederlage erlitten. Nach stärkstem Trommelfeuer in der Gegend von westlich Kemmel bis westliche Bailleul griffen um 5 Uhr 30 Min. vormittags französisch^, zumteil frische Divisionen in 10 Kilometer Breite an mehreren Stellen an und machten die erbittert­ sten Anstrengungen, um uns das wichtige Kem!melmassiv wieder zu entreißen. Während auf dem grüßten Teile der Angriffssront trotz rück!sichtsloser Massenopfer ihre tiesgegliederten Sturmtolonnen nicht an die vordersten deut­ schen Stellungen herangelangten, kam es nur an ganz wenigen Stellen zu erbitterten Nahtämpsen. Tie Franzosen wurden im fluchti­ gen Gegenstoß aus dem Vorfeld der deutschen Linien restlos herausgeworfen und diese so­ gar an einzelnen Stellen im Nachstoß um mehirere hundert Meter vorverlegt. Ueber 300 französische Gefangene blieben dabei in deut­ scher Hand. Tjie Mutigen Verluste des Angrei­ fers, der bereits mehr als 9 Divisionen in den Kamps um die Wiedereroberung des Kern! mel einsetzte, waren infolge der außerordentz lich guten deutschen Artilleriebeobachtung von den beherrschenden Höhen aus ungewöhnlich schwer. Tie Schwarze Mecrftotte. Berlin, 5. Mai. Wie von gut infor­ mierter Seite 'verlautet, ist der Teil der Schwat­ zen Meerflotte, der 'vor einiger Zeit noch un­ bekannten Aufenthaltes war, nach, Odessa zus rückgekehrt und hat sich der neuen Regierung zur Verfügung gestellt. 1 I Bon der Zarenfamilie. > Amsterdam, 5. Mai. Ter frühere Zar, die Zarin und eine ihrer Töchter sind, da auund Monarchisten ihnen zur Flucht zu ver­ geblich Bauern aus der Umgebung von Tobolsk helfen suchten, durch eine Verfügung nach Jekaterinenburg überführt worden. Ter Zare­ witsch >chrd in der Verfügung nicht erwähnt. Tier Friede mit Rumänien fertig. Bukarest, 4. Mai. Gestern ist durch die Vertreter Oesterreicht-Ungnrns bezw. Teutsch-? lands und Rumäniens der wirtschaftliche Zu­ satzvertrag zum rumänischen Friedensvertrag paraphiert worden. Damit sind sämtliche mit dem Friedensschlüsse zusammenhängende Veriträge zwischen Deutschland un dOesterreichj-Zn-! gärn einerseits und Rumänien anderseits ab­ geschlossen und zur Unterschrift fertig. T!)e Schwede« auf Aaland. Stockholm, 5. Mai. Wie mehrereStvckl holmer Zeitungen berichten, denkt die schwedi­ sche Regierung die Truppen von Aaland zurück! zuziehen. T>ie schwedische Regierung hält den Zweck der Expedition für erfüllt und trifft da­ her die genannten Maßnahmen. ────────── Literarisches. Literarischer. T!as GkashiMS. Roman von Edmund Edel. Das neueste Ullsteinbuch. 1 Mark und 35 Pfg. Teuerungszuschlag. — Tiefer erste Berliner Kino-Roman wirkt in dem Tempo seiner Bil­ der, in der Schärfe der Beleuchtung selbst wie ein spannendes Filmstück. Tie Geschichte einer großen Filmgesellschaft wird erzählt, der "Pegasus". Tie Unternehmertypen der jun­ gen Industrie werden geschildert, ihr mit ge­ waltigen Geldmitteln eingeleiteter Kampf, Fu­ sion und Niederbruch, Atelier. Filmbörse, Re­ gisseure, Operateure, das ganze Volk der Kino’feute vom Statisten bis zum berühmten Schau­ spieler, der für traumhafte Gagen der neuen Kunstgattung sich dienstbar macht. Tjie einfache, die doppelte und die ameri­ kanische Buchführung. Zum Selbstunterricht, leicht faßlich und übersichtlich dargestellt. Mit vielen praktischen Beispielen und Erläuterung der wichtigsten Bestimmungen. Ein Nachschlagebuch für jeden Geschäftsmann und kcuzjmännischen Angestellten von W. Wohlberedt. Ver­ lag L. Schwarz u. Couch., Berlin C. 14, Tresdenerstr. 80. Preis 1.35 Mark. Tlie Illustrierte Kriegs-Chronik des Täheim (Verlag Velhagen und Klasing) ist jetzt, obgleich nur alle zwei bis drei Wochen eine Lieferung ausgegeben wird, bereits bis zum 88. Hefte vorgeschritten. So schrecklich lange dauert der Weltkrieg nun bereits! Und doch, wenn man die zuletzt erschienenen Hefte durchblättert, so muß man sagen, daß sie in der langen Zeit nichts von ihrer Frische eingebüßt haben. In künstlerischem Einbande liegen nunmehr be­ reits acht stattliche Bande der schönen KriegsChronik des Daheim vor. Sie sind mit ihren zahlreichen prächtigen Abbildungen und wert­ vollen Kartenbeilagen ein herrliches Erinner­ ungswert an die große Zeit, die wir durchleben. Tie Stellung des Reichskanzlers zur Kriegerheimst'ätteusrage beleuchtet ein Wort aus seiner Rede zur Wohnungsfrage im Herren­ haus am 15. Januar, das die "Bodenreform" in ihrer Nr. 3 abdruckt. Tlie "Bodenreform" ist die verbreitetste Zeitschrift für volkswirt­ schaftliche und staatsbürgerliche Bildung im deutschen Sprachgebiet. Sie kostet vierteljähr­ lich nur 1.50 Mark bei jeder Buchhandlung und Post. Probenummern versendet kostenfrei der Verlag "Bodenreform", Berlin NW. 23, Lessingstraße 11. Der "Baumeister", Monatshefte für Architek­ tur und Baupr»x!d, (VerwgSbuchbehandlung Georg D. W. Callwey). Das Heft ist zum Prel e vo« 3 —.Mark durch alle Buchhandlungen zu beztrhw. ────────── Niederbayerische Helden. Uiederbayerische Helden. Während der Kämpfe am 9. April 1917 bei Arras verband Sanitätsunterojfizier der Res. Johann Wurzer aus Lehen, Maurer zu Reutzkam, B.A. Vilsbiburg, unter starker feind­ licher Beschießung seinen Kompagnieführep, holte durch das Sperrfeuer hindurch eine Trag­ bahre herbei und schaffte den Verletzten zu einem Verbandplatz. Wurzer wurde mit der Silbernen TaPferkeitsmedaille belohnt. AIs die Franzosen am 8. September 1917 nach einer gewaltigen Artillerievorbereitung in Unsere Stellung bei St. Souplet einbra­ chen und einen aus den »verschütteten Unter! ständen nicht rasch genug zur Entwicklung ge­ kommenen Zug überrannten, leistete Offizierstellvertreter Joses Mühlberger der 8. Komp. 24. Jns.-Rgts. aus Würding, B.AI. Griesbach, Zimmerer zu Gögging, mit 25—30 Mann dem etwa achtfach überlegenen Gegner hartnäckigsten Widerstand, obwohl er selbst gleich anfangs eine Verwundung erlitten hatte, und beteiligte sich trotz seiner Erschöpfung durch den Blutiverlust auch an dem Gegenstoß, der den Feind in seine Gräben zurückwarf. Mühlberger wurde mit der Silbernen TaPferkeitsmedaille ausge­ zeichnet. L i ────────── —* Die Herabsetzung der Fleischt­ rat io n, die schon kürzlich im Landtage als sicher bevorstehend angekündigt wurde, wird nach Erkundigungen im Ministerium des In­ nern vom 13. Mai ab mit Beginn der Gel­ tung der neuen Fleischkarte in ganz Bayern erfolgen und zwar wird die Wochenration von 250 auf 200 Gramm herabgesetzt, wie dies in anderen Bundesstaaten bereits geschehen ist. Tie Maßnahme wird mit dem Hinlveis daraus begründet, daß, sonst im Winter auch 200 Gramm nicht mehr gewährt I cerben können. —* Erhöhung der Kinoabgaben. Herr G.-B. Geiger wies im Ortsarmenverband daraus hin, daß, nach dem Kriege dem Verband erhöhte Ausgaben zufallen werden. Es müsse daher für Bereitstellung von Mitteln gesorgt werden. Dazu komme, daß, infolge Einschrän­ kung der Spielzeit durch Verkürzung der elek­ trischen Kraftzuleitung die Einnahmen aus der Lustbarkeitsabgabe der Kinos eine Verkürzung erfahren. Es sollen daher die auf 40, 20 resp. 10 Pfg. festgesetzten Lustbarkeitsabgaben für kinematographrsche Vorführungen verdop­ pelt werden. Bei Beratung dieser Angelegen­ heit im Magistrat wurde hierzu betont, daß Die Kinos ohnedies überfüllt seien und die Kinobesucher auch die erhöhten Abgaben be­ zahlen, deren Erhebung vom Magistrat dann beschlossen wurde. —* Das Alarmwerk am Jodoksturm ist nun, wie in der letzten MagistratssiMng be­ kanntgegeben wurde, wieder im Toppelanschlag hergestellt. Tire Arbeiten wurden durch Herrn Ho flu nstschlosser me ister Heilmeier vorgenom­ men. Das Werk wurde in Awresenheit des Feuerwehrkommandanten geprüft und festge­ stellt, daß seine Wirksamkeit der früheren nicht nachsteht. Allerdings ist das Werk, wie in der Sitzung weiter bemerkt irjurde, durch die mög­ liche Beschlagnahme weiterer Glocken neuer­ dings in Frage gestellt. —* Zwei fr anzüsische Kriegsge­ fangene des Lagers Regensburg, die von ihrem Arbeitsplätze in Metten entwichen waren, wurden gestern hier festgenommen. —* Ins Milchhamstern gingen am Samstag zwei Schulknaben von hier nach Er­ golding. Tort stiegen sie aus die Bäume, um Maikäfer herabzuholen. Hierbei stürzte der eine, der Sohn einer Tienstmannswitsre, her­ ab und bracht sich das linke Schienhein. Ter Verunglückte wurde durch die Freisr. SanitätÄkolonne hierher gebracht. —* Weitere 5 0 Pser de, somit zusam­ men 100 Pferde, versteigert der Landw. Kreisansschuh am Mittwoch, 8. Mai, aus dem Viehx marktplatze hier. —* An Fett erhalten wir diese Woche wie­ der nur 50 Gramm Butterschmalz und Marga­ rine für den Anteil. —* Ein Flieger landete gestern in der inneren Flutmulde. Zahlreiche Schaulustige umdrängten tagsüber den Landungsplatz. Abends stieg der Flieger wieder zur Rückfahrt aus. —* Bittgänge fanden heute vormittags statt von St. Martin nach! St. Rikvla, von St. Jodok nach hl. Blut und von St. Rikola nach St. Martin. i —* Der Flurschutz wird Heuer in ver­ stärktem Maße ausgeübt. Ten Zuwiderhandeln­ den droht neben Straseinschreitung auch Ver­ öffentlichung ihrer Namen. —* Der erste Maisonntag brachte uns gestern ein sehr zweifelhaftes Wetter. Dro­ hende Gewitterwolken ballten sich besonders am Nachmittag und in den Wendstunden gjn Himmel zusammen, doch kam es zu feinem Niederschlag. Immerhin blieb der Ausslugs­ verkehr infolge der Unsicherheit der WitteriUngsverhältnisse stark beschränkt. —* Befolgt die Hilssd ienstmeldevorschri sten: Arbeitgeber und Arbeitneh­ mer versäumen immer noch vielfach die Befol­ gung der Hilssdienstmeldevorschriften und zwin­ gen dadurch zu ihrer Bestrafung. — Alle Ar­ beitgeber, die Htlssdienstpslichtige beschäftigen Und alle Hilssdienstpflichtigen sollen die über­ all angeschlagenen Meldevorschristen genau durchlesen und befolgen. — Jeder Hilfsdienst­ pflichtige — auch solche, die in einem Hilfsdienstbetriebe tätig sind Und solche, die, ohne reklamiert zu sein, vom Militär entlassen sind — haben eine Meldekarte auszufüllen. — Je­ der Hilfsdienstpslichtige hat jeden Arbeitswech­ sel — Austritt Und Antritt — und Wohnungs­ wechsel anzuzeigen. — Jeder Arbeitgeber hat jeden Antritt der bei ihm beschäftigten Hilfs­ dienstpflichtigen anzuzeigen. — Arbeitsantritt ist also sowohl vom Arbeitgeber wie vom Ar­ beitnehmer anzuzeigen. ────────── Stimmen aus dem Publikum. Stoie« aas dem Publikum. (Di« Stebnfiis« übernimmt für @tn?enbu-»iro unter bim Rubrik bem Publikum gegenüber keine Serantworrung.) Schutz den Siluren ' ertönt jetzt überall der Ruf und mit vollem Rechte. Trotzdem kann man in der oberen Flutmulde, besonders in der Nähe des Freibades, täglich und vor allem an Sonntagen Horden von Jungen in wildem Fußballspiel umhertolllen und die Fluren zertreten sehen. Es wäre höchste Zeit, daß dieser Unfug abgestellt würde. . ^ —r—. Im stadt. Freibad ist anscheinend der Betrieb bereits ausgenomimen. Darüber wird sich auch niemand aushalf ten. Aber darüber muß entschieden Klage gei führt werden, daß die halbwüchsigen Burschen I in ihrem Badekostüm auch auf den Wiesen vor dem Bade herumspringen, über die Barriere klettern und anderen Unsüg treiben. TerRaum ist groß genug, um jedem, de: Erfrischung im Bade sucht, hierzu Gelegenheit zu bieten. ────────── -Mel. Md Verkehr. Landshut, 3. Mai. (Viktualienmarkt.) Ter heutige Viktualienmarkt war late gewöhnlich schlecht bestellt. ViktuÄien mit Ausnahme von Kaninchen, Tauben und einigen Hennen und Gockeln keine vorhanden; der Markt sollte eigentlich Grünmarkt heißen. Junggemüse er­ fährt täglich eine bessere Zusjuhr. Tie Nach­ frage ist nach dem nur noch wenig vorhandenen Altgemüse eine sehr lebhafte. Hoffentlich tritt in den nächsten Wochen eine Besserung der Zu­ fuhr auch anderer Artikel als Gemüse ein, die jür den Haushalt sehr zu wünschen Märe. Druck u. Verlag I F. Rletsch. Verantwortlicher Bch«istleiter F. X. Wagner. Beide in LandShul. Handel und Verkehr. ────────── Keine neue Papstvermittclung. Bern, den 5. Mai. Epoca bestätigt, daß nach einer ,Mitteilung einer angesehenen vati­ kanischen Persönlichkeit die Meldung von einer neuen päpstlichen Friedensnote an die Krieg­ führenden nicht den Tatsachen entspreche, Man erachte im Gegenteil in den maßgebenden vati­ kanischen Kreisen eine Wiederholung des Friedensappefts weder für nötig, noch für nütz­ lich. , ────────── Deggendorf, 4. Mai. (Beleidigungsklage.) Ter straft. Arzt Dr. Zehnder hat, wie die N. Fr. Volksztg. meldet, dem Vernehmen nach, gegen den Bezirksamtmann von Deggendorf, Regierungsrat von Lenk, Beleidigungsklage ge­ stellt. Ursache ist ein Zusammenstoß in einer be­ hördlichen Sitzung. Bezirksamtmann dönLenk soll Herrn Tr. Zehnder, der die Mängel der Teggendorfer Tuberkülosenfürsorge kritisierte, Gewisssenlosigkeit inbezug aus seine Abgaben vorgeworfen haben. Tr. Zehnder wird sich:, so­ viel wir hören, durch: einen bekannten Mün­ chener Ainwalt vertreten lassen. Niederbayerische Nachrichten.