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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-05-07"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 125</biblScope>
          <date when="1918-05-07">1918-05-07</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Ein deutsch-türkischer Sieg in Palästina. Mn -etttsch-tiirkijcher Sieg in Palästina. Tic Engländer in fünftägiger Schlacht am Jordan geschlagen. — Der Friede mit Rnwänien wird heute unterzeichnet. — Bier feindliche Seeflugzeuge abgeschossen</p>
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          <p>WTB. Berlin, den 6. Mai. Amtlicher Abendbericht: Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. Die Hmesberiihte. Der deütfche Bericht. 1 ■ WTB. Berlin, den 6. Mai 1918. — Großes Hauptquartier: Westlicher KriegSfOa«»l«tz. Hecrcsqrutpipe des Generalfelsmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayer« und Heeresgruppe des dejutschen Kronprinzen. Im flandrischen Kampfgebiet führten wir erfolgreiche Unternehmungen durch. Ein feindlicher Teilangriff südlich von Loker scheiterte. i i f Am frühen Morgen vorübergehend hef­ tiger Artilleriekampf zwischen Wern und Bailleul. Tagsüber lag nur der Kemmel unter stär­ kerem Feuer. Auf dem Nordufer der Lhs, am La BasseeKanal und in einzelnen Abschnitten des Schlachtfeldes beiderseits der Somme lebte die Feuertätigkeit am Abend auf. Erkundungsgefechte und Vorstöße in die feindlichen Linien bei Hangard und südwestlich von Brimont brachten Gefangene ein. Heeresgruppe des GoneralfeldmarschäUs Herzog Albrecht von Württemberg. In Borseldlänchfen mit Amerikanern süd­ westlich bort Blamont und mit Franzosen am Hartmannsweilerkopf machten itj.it Gefangene. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. i ; Der 1. @e*ec&lt;Elfn$ortteemef®e?::i U«de»dork?.</p>
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          <p>Bericht des Admiralstabes. Bericht de; WwiraWe;. 4 feindliche Flugzeuge abgeschosstn. WTB. B'erlin, den 6. Mai. (Amtlich.) Drei deutsche Seeflugzeuge schossen am 4. Mai vor der flandrischen Küste 4 feindliche Seeflugs­ zeuge ab. 2 feindliche Flieger wurden schjver verwundet aus dem Suff.,rege geborgen. Ter Chef des Admiralstabes der Marine.</p>
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          <p>Der österr.-ung. Bericht. I« österr.-m. Bericht. WTB. Wien, den 6. Mai, mittags. — Amtlich wird gemeldet: Tie rege Avtillerietätigkeit dauert an. v ., , j Ter Ehef des Generalstabs.</p>
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          <p>Der türkische Bericht. 9er tfirMföe Bericht. Konstantinopel, 5. Mai. Amtlicher Bericht: , i Palästinasront: Auch gestern scheiterten aus dem östlichen Jordanuser alle Angriffe der Engländer gegen unsere Stellungen unter schweren Verlusten. Ihrer Rückzugsstraßen be­ raubt, stieß die nördlich des Hauptkampsseldes geschlagene und zersprengte feindliche Kaval­ lerie in dem schwierigen Gelände überall auf unsere angrissssreudigen Truppen. Eine An­ zahl Gefangene, einige Maschinengewehre und ein Panzerkrastwagen fielen in unsere Hand. Sonst nichts von Bedeutung. 1 . Konstantinopel, den 5. Mai. Amtli­ cher Bericht: Palästinafront: Auch der zweite Vorstoß der Engländer aus das östliche Jordanufer en­ dete mit einer schwer m Niederlage des Feindes. Umfangreiche Vorbereitungen waren Letroffen und zahlreiche Truppen zusammenge­ zogen worden, um gemeinsam mit den Re­ bellen Besitz zu nehmen von dem Ostjordan­ land und den dortigen wichtigen Verbindun­ gen, Unter dem Schütze starker, in überhöhender Stellung befindlicher Artillerie warf der Geg­ ner vom 30. April morgens an seine Angriffs­ wellen über den Jordan gegen unsere Stel­ lungen seitwärts der Straße Jericho—Es Salt, während große Kavalleriemassen mit Geschü­ tzen und Maschinengewehren, im Jordantale nach Norden ausholend, dazu bestimmt waren, uns in den Rücken ,§u fallen .Tank der raschen Entschlußkraft und der unerschütterlichen Hal­ tung unserer Truppen in schwieriger Lage Schulter an Schulter mit den deutschen Kame-raden wurden die Pläne des Gegners zunichte. Die fünftägigen Anstürme gegen unsere Front Mehrten die mit großer Energie gesühn­ ten, zäh ausharrenden Truppen des Obersten Ali Fuck Bei ab und der vorgeschobenen feind­ lichen Kavallerie bereiteten die nach Gewalt­ märschen rasch zufassenden Truppen des Ober­ sten Böhm sowie der bck nährte, bis zu seiner Verwundung feinen mutigen Reitern vorausieilende Oberst Essad Bei eine vernichtende Nie­ derlage. Die Truppen des Oberst Böhm nahmen einer feindlichen Kavalleriedivision sämt­ liche Geschütze ab. Unermüdlich griffen unsere Flieger trotz heftiger feindlicher Gegenwirkung den Feind an. Tank der Tätigkeit des Nachj-, richten- Und Eisenbahndienstes konnten recht­ zeitig die Befehle der höheren Führung zum Herantransport 0on Verstärkungen ausgeführt werden. Unter Einbuße vieler Menschen und zahlreichen Materials flutet der Gegner zum Jordan zurück', hart bedrängt von unseren sieg!bewußten Truppen. Im einzelnen konnte die Beute noch nicht festgestellt werden. Aus dem Westufer des Jordan lebhafte Artillerietätigkeit und erjolgreiche Patrouil­ lenunternehmungen unserseits. Ein feindliches Fleugzeug würde nach Lustkampf brennend zum Absturz gebracht.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Born westlichen KrieMmM. Ue "Friedvnsossen sive". Eine Clemenceaus Preßbüro entstammende Note besagt: Tie Entente mißt gewissen, von Angehörigen neutraler Staaten ausgegange­ nen Friedensbemühungen keinerlei Bedeutung bei. Irgendwelche Namen von Vermittlern zu nennen, vermeiden die ministeriellen Blätter. Sie erneuern nur die Versicherung von der Aussichtslosigkeit aller indirekten Friedensbe­ mühungen 5las "einheitliche interaMerte Oberkommando". Zur Konferenz von Abbeville bemerkt die französische Presse, daß es gelungen fei, einen würdigen Kriegsrat der Alliierten zusammen­ zubringen. "Echo de Paris" teilt dazu mit, Foch sei jetzt Oberkommandant der alliierten Armeen der ganzen Westfront und das Pro­ blem des einheitlichen interalliierten Oberkom­ mandos mit all feinen Folgen sei gelöst. 9er Krieg mit eogioni. Lloyd George über Irland. Ter "Matin" meldet aus London: 60 000 in England wohnende Iren richteten eine Bitt­ schrift an Llohd George zugunsten der sofor­ tigen Einführung einer autonomen Regierung in Irland. Lloyd George erklärte den Bitt­ stellern, er teile ihre Wünsche. Tas wichtigste Ziel der englischen Regierung sei dieErreichuug der Eintracht in Irland selbst und zwischen Ir­ land und England. Tie jetzige Lage sei eine Quelle von Schwierigkeiten und Sch! r äche. Tie Lösung der Schwierigkeiten lierbc allerdings durch die Haltung der Nationalistenpartei und der katholischen Geistlichkeit nichb erleichtert. Aüderen Pariser Zeitungen zufolge verursacht die Lage in Irland der englischen Regierung große Besorgnisse. Es gelinge dem Anschuß für den Homeruleplan nicht, die wesentlichen Punkte zur Einigung festzulegen, sodaß ein Eingreifen Llohd Georges notwendig wird. Man findet auch keinen Parlamentarier, der ge­ willt kiäte, die Statthalterschaft in Irland zu übernehmen und hoffe daher, daß Lord Wimborne in die Fortführung des Amtes ein­ willigen werde. . .Kanadische Zensur. Nach einer Meldung der "Times" sind in Kanada neue Zensurmaßnahmen sehr drasti­ scher Natur eingeführt worden. Bei 5000 Dollar Strafe oder 5 Jahren Gefängnis ist es verboten, die Gerechtigkeit der Sache der Al­ liierten anzuzweifeln, falsche Nachrichten über die Kriegspolitik zu verbreiten, Zwietracht zwischen den kanadischen Provinzen zu säen</p>
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          <p>vder^ vertrauliche Mitteilungen politischer Na­ tur der Leffentlich'keit zugänglich zu machen. Selbst die .Parlamentsreden werden unter Zen­ sur gestellt. !</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Da Krieg iti Ailie». Beschlagnahme deutscher Güter in Italien. Zn Genua wurden durch ein Dekret des Präfetten die Güter zahlreicher feindlicher Staatsangehöriger , beschlagnahmt, darunter Werttite! im Gesamtbeträge bon 1 600 OOO Li­ re. Außerdem wurden die Möbel und Hausgerätschasten 30 deutscher und österreichischer Staatsangehöriger beschlagnahmt. Sie sollen zugunsten der Flüchtlinge aus den besetzten Ge­ bieten zur Verwendung kommen. 3i&gt; Kriegshetze der Entente-Freimaurer. Der mit einer Engländerin verheiratete Bürgermeister ton Rom, Nathan, hat als Groß­ meister des Groß Orient in Rom eine Rede über Geschichte und Ziele der Freimaurerei na­ mentlich aber über ihre "Verdienste" um die Teilnahme Italiens am Kriege gehalten. Er nimmt keinen Anstand, sich öffentlich dessen zu rühmen, was den Italienern und Franzosen bisher als schwerer Vorwurf entgegengehalten und 'von ihnen nicht zugestanden wurde: Daß sie durch ihre Wühlereien ein gut Teil Schuld an der Verhetzung der Ententeoölker gegen Deutschland und Oesterreich-llngarn tragen. Nathan erklärte u. a.: Alle Kräfte der Frei­ maurerei wurden aufgeboten, um das Land aujzureizen, damit es tätigen Anteil nehme an dem Kampfe der Zivilisation gegen die Barbarei, des Fortschrittes gegen die Reaktion, der Nationalitäten gegen den Feudalismus, der Freiheit gegen die Tyrannei.</p>
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          <p>Ar Rutzwd Anbahnung der Wiederaufnahme des deut schernWchcn Verkehrs. 1 Pariser Blätter melden aus Petersburg, daß der Rat der Volkskommissars eine Mit­ teilung an die deutsche Regierung gelangen lies, in der er für die Oeffnung der deutsch­ ruftischen Grenze zur Wiederausnahme des Ver­ kehrs eintritt. Petersburg im Verteidigungszustand. Carriere della Sera meldet, daß. Peters­ burg in den Verteidigungszustand versetzt wur­ de. i Japaner in Sibirien wegen Spionage verhaftet. ' Reuter berichtet aus Tokio: Tie russischen Behörden in Jrkütsk haben den japanischen Vizekonsul und den Vorsitzenden des japani­ schen Vereins unter der Beschuldigung der Spionage verhaftet. Aus der Ukraine. Aus der Ukraine. Blättermeldungen aus Kiew berichten, daß das deutsche Kommando eine ukrainische Di­ vision entwaffnete. Finnlands Freiheitskampf. Finnlands Befreiung. Aus Helsingsors wird gemeldet: Finnland ist jetzt ganz in der Macht der Regierungstrup­ pen. Nur in gewissen Teilen des Landes trei­ ben noch! bewaffnete Banden ihr Urerefejt. Ter durch Zerstörung durch die Roten Garden angerichtete Schaden ist ungeheuerlich. Er be­ ziffert sich allein an Eisenbahnen aus ca. 150 Millionen finnische Mark. Ter Verkehr Abo— Lübecks ist wieder ausgenommen. In Raumo vernichteten die Roten Garden vor dem Ver­ lassen der Stadt große Getreideoorrät'e, in­ dem sie die Lager mit Petroleum übergössen und anzündeten. 1 Grcnzübcrschrcitnng der Weißen Garden. Genf, 6. Mai. Tie Information erfährt aus Stockholm, daß Patrouillen der finnischen Weißen Garden an mehreren Stellen die rusi- Aus Rußland.</p>
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          <p>Finnlands Freiheitskampf. Ar Rutzwd Anbahnung der Wiederaufnahme des deut schernWchcn Verkehrs. 1 Pariser Blätter melden aus Petersburg, daß der Rat der Volkskommissars eine Mit­ teilung an die deutsche Regierung gelangen lies, in der er für die Oeffnung der deutsch­ ruftischen Grenze zur Wiederausnahme des Ver­ kehrs eintritt. Petersburg im Verteidigungszustand. Carriere della Sera meldet, daß. Peters­ burg in den Verteidigungszustand versetzt wur­ de. i Japaner in Sibirien wegen Spionage verhaftet. ' Reuter berichtet aus Tokio: Tie russischen Behörden in Jrkütsk haben den japanischen Vizekonsul und den Vorsitzenden des japani­ schen Vereins unter der Beschuldigung der Spionage verhaftet. Aus der Ukraine. Aus der Ukraine. Blättermeldungen aus Kiew berichten, daß das deutsche Kommando eine ukrainische Di­ vision entwaffnete. Finnlands Freiheitskampf. Finnlands Befreiung. Aus Helsingsors wird gemeldet: Finnland ist jetzt ganz in der Macht der Regierungstrup­ pen. Nur in gewissen Teilen des Landes trei­ ben noch! bewaffnete Banden ihr Urerefejt. Ter durch Zerstörung durch die Roten Garden angerichtete Schaden ist ungeheuerlich. Er be­ ziffert sich allein an Eisenbahnen aus ca. 150 Millionen finnische Mark. Ter Verkehr Abo— Lübecks ist wieder ausgenommen. In Raumo vernichteten die Roten Garden vor dem Ver­ lassen der Stadt große Getreideoorrät'e, in­ dem sie die Lager mit Petroleum übergössen und anzündeten. 1 Grcnzübcrschrcitnng der Weißen Garden. Genf, 6. Mai. Tie Information erfährt aus Stockholm, daß Patrouillen der finnischen Weißen Garden an mehreren Stellen die rusi- ’ fische Grenze überschritten haben und bis Seshrejezl und Pargolvwo streiften. (Beides sind Sommerkurorte von Peters­ burg, die etwa 20 bis 40 Kilometer von der Stadt entfernt sind.) Mordtaten in Finnland. Wie der Berner "Bund" meldet, wurde in $ Schlullum (in der Nähe von Walk) am 21. Febr. jf der Schweizer Hans Kunz auf Befehl der j Bolschewikiregierung verhaftet' und nach Walk geführt. Ta die deutschen Truppen gerade im Anmarsch waren, sollten die Verhafteten nach Pakow abtransportiert sterben. Ta wurden aber die Bessergekleideten ermordet und be­ raubt, unter denen sich auch der Schweizer Kunz befand.</p>
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          <p>Aus neutralen Ländern A; ttcntraien Ländern ■3'itc deutschi-holländische Spannung ge­ wichen. Rotterdam, 6. Mai. Ter niederländi­ sche Minister für Auswärtiges Loudon hat der 1. und 2. Kammer eine schriftliche Mitteilung zugehen lassen, die besagt: Tie Spannung, die eine zeitlang in den deutsch holländijchen Be­ ziehungen bestand, ist gewichen .Tie deutsche Regierung hatte Maßregeln verlangt, die nur zum Teil gebilligt werden konnten. Es handelt | sich um vier Punkte: Tie Durchfuhr von Sand I und Kies, die unbehinderte Ausfuhr von moI natlich 250 OOO Tonnen nach Belgien, die Wie­ deraufnahme des Güterverkehrs aus Deutschtland u ach Belgien über Roermond und endlich die Vereinfachung und Beschleunigung der hol­ ländischen Zollaufsicht für nach Deutschland gehende Rheinschisse. In allen diesen Fragen ist man zu einer Einigung gekommen. Am Schluffe seiner Mitteilung sagt der Minister, die Soldatenurlaude würden Hieb er erteilt, die bei ben Truppen übliche Bewegungsfreiheit ih­ nen wieder zurückgegeben «Verben. Täs holändisch-insifche Ausfuhrverbot. Ha ag, den 5. Mai. Das Korrespondenzbüro meldet amtlich: Ter holländische Gene­ ralgouverneur in Singapore hat im Auftrag | des Generalgouverneurs von Holländisch, Ost-, inbien in bett Zeitungen von Strait-Settlement und Britisch-Zndien eine Erklärung veröffent­ licht, daß die holländisch-indische Regierung mit ihrem Ausfuhrverbot für bestimmte Waren | bezweckte, im Austaufchverkehr Waren, an de| neu in Holländisch-Znbien Mangel herrscht. I zu erhalten, aber es wird von der hollän-, I disch-indischeu Regierung Ausfuhrerlaubnis er$ teilt werden, (renn dafür Artikel die man in $ Holländisch-Jndien braucht eingeführt werden. | Der Generalgouverneur hat angeordnet, daß f außer für die Ausfuhr von Zinn, Chinin und I Kapok auch für die 'von Holz, Tabak, Zucker, * Tee, Kaffee, Petroleum, Pflanzenölen und Gef würzen besondere Ausfuhrerlaubnis notir-en| dig ist. i</p>
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          <p>ten sich das notwendige Rohmaterial zuerst sichern sollten. In Mrbindung damit schlägt der Ausschuß vor. daß während eines längeren Zeitraumes die Woilekrk^chr von Australien und Südafrika nach Den Mt»»lmächten einge­ stellt werde .Die Kohlenaussuhr aus England wird siir längere Zeit nach, dem Kriege reguliert werden, bis der Bedarf der Allliierten gedeckt ist. Tie LeichvnÄbersührmtg gefallener Helden vom westlichen Kriegsschauplatz ist widerruflich bis 31. Mai wieder gestattet. Berliner in Festesfreuden. Man schreibt der "Teutschen Tageszeitung": Der russischen (Bolschewikll) Gesellschaft, die im BerMrer Eli­ tshotel ihren Sitz hat, werden dom Kriegsernäh­ rungsamt reichliche Nahrungsmittel geliefert und ihre Aufenthaltskosten im Hotel werden durch die Reichskasse geleistet. Aw Abend des 2. Mai (soll wohl 1. Mai heißen) «fattb in der Gesellschaft, ebenfalls, wie bestimmt versichert wird, auf Kosten des Reiches ein Fest statt, bei dem das trockene Gedeck 40 Mark kostete. An diesem Fest nahmen eine Anzahl unabhängiger deutscher Sozialdemokraten teil. 'Ter Abg. Haase brachte einen Trinkspruch auf die rote Internationale aus, der von Herrn JossL in gleichem Sinne erwidert frurde. Erst gegen 3 Uhr mo.rgens ging das Fest zu Ende. Das ra­ dikale Volk unserer Unabhängigen ersieht da­ raus, daß ihre Führer, wenn sich Gelegenheit bietet, recht gut zu leben verstehen. Tie Sache hat aber auch eine ernste Seite. Wir möchten unsererseits hierzu bemerken, was würde die Bvlschewiki Regierung in Moskau sagen, wenn Graf Mirbach dort mit Anhängern der Gegen­ revolution und des Zarismus den Umgang pflegte und mit ihnen Gelage veranstalten würde? Rudolf Müsse, der bekannte Verleger, be­ geht am Dienstag seinen 75. Geburtstag; er wurde am 7. Mai 1843 als Sohn eines Arztes in Graetz in Posen geboren. Im Jahre 1867 gründete er die heute weltbekannte AnnoneenEypedition, im Jahre 18171 das "Berliner Tcll geblatt". Eine Reihe von anderen Blättern und Zeitschriften ist im Laufe der Jahre in den Besitz des Verlages Rudolf Mosse übergegan­ gen. Zahlreiche große Stiftungen geben Zeug­ nis von dem Wohltätigkeitssinn des Jubilars.</p>
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          <p>Bayerische Möchte» Gegen das Schwarzmahlen. ^ In einer am 14. April 1918 in Pfarrkir­ chen und am 28. April 1918 in Simbach stattgesundenen Müllerversammlung, welche fast von sämtlichen Müllern des Bezirkes Pfarrkirchen besucht war, Wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, in sämtlichen Wühlen des BeztrksPfarrkirchen die verbotene Müllerei (das sogenannte Schwarzmahlen) vollständig einzustellen bezch&gt;. Me AebklsM. ' ! von Sinnt; Wothe. 77 1 i [ ! Machdruck verboten.) Ei, ei, so ausgeregt? Ta du ihn nicht liebst, sondern ihn nur nahmst, um uns zu Helsen, wie du sagst, kann dich doch nicht tref­ fen, was ich ihm tun tvßll. Im Übrigen sollst du es wissen, daß dein Opfer vergebens war. Tor Gorlingshof war unser rechtmäßiges Erbe, auch ohne den Edelmut des Grasen, mit dem er dich zur Frau nahm, denn du weißt, daß die andere Linie der Randolts Von derErbschast ausgeschlossen ist, sobald ein Mitglied dersel­ ben etwas begeht, wäs ehrlos ist. Was soll das heißen? Willst du damit sagen, daß Gras Meimar etwas getan hat, was nicht ganz einwandfrei war? Wie man es nimmt, zuckte Fridrun die Schultern. Selbst du, die du unbegreiflich to­ lerant ihm gegenüber zu sein scheinst, wirst ja wohl anders denken, wenn ich dir sage, daß Gras Reimar es war, der Lutz in den Tod hetzte, um Majoratserbe zu werden. TU lügst, du Falsche! Nie war Gras Rei­ mar einer solchen Tat fähig. Tu willst ihn anklagen, weil — weil er dich verschmäht! die Mehrannahme von Getreide als laut Mahl- . schein zulässig, zu verweigern. Es wurde ; scharf betont, daß es unbegreiflich sei, tote auf f der einen Seite die K. Staatsregierung selbst | anerkenne, daß ein Landwirt mit 6.5 Kilogr. 1 unmöglich auskommen könne, daß trotzdem die I Selbstversorgerration gekürzt werde und au- I derseits die Kundenmühlen für Mehrannahme 1 von Getreide so empfindlich bestraft werden jj und dadurch ihre Existenz aufs schwerste bedroht f sei. Tie Müller hätten es endlich satt, sowohl I für die Landwirte, als auch für die Behörden I die Prügelknaben zu machen. Tier Beschluß | habe den Zweck, die Landlvirte zu veranlassen, f sich mit den Behörden über die Unzulänglich!- fett der Selbstoersorgerration selbst auseinan­ derzusetzen. Es ist beabsichtigt, solche Beschlüs­ se in sämtlichen Bezirken Bayerns dnrchzill slkhren. Verhallen beim Riedergehen feindlicher Flugzeuge und Flieger. Es besteht ein wichti­ ges militärisches Sittereffe, daß beim Nieder­ gehen feindlicher Flugzeuge und Flieger, sei es infolge Abschusses, Notlandung ober aus anderen Gründen, tote Absprang, Absturz,Aus­ setzung feindlicher Agenten, die Flugzeuge und deren Zubehör ohne weitere Beschädigung in die Hand der Militärbehörde gelangen, da sol­ che Flugzeuge meist den neuesten und erprob­ testen Arten angehören, und daß die Insassen 1 feindlicher Flugzeuge an der Flucht verhin­ dert werden. Es ist deshalb Vvr allem nach der Landung eines feindlichen Flugzeuges oder Fliegers die Besatzung zu verhindern, selbst eine Beschädigung oder Beseitigung des Flug­ zeuges und seines Zubehörs, sowie toon den Insassen mitgeführterSchriststücke und sonstiger wichtigen Gegenstände vorzunehmen .Auch ist Jedermann bei Strasvermeidung verpflichtet von dem Niedergehen eines feindlichen Flug­ zeuges oder Fliegers unverzüglich der nächsten Ortspolizeibehörde oder Gendarmerie Mittei­ lung zu machen, die für pie weitere Bewachung des Flugzeuges und der Flieger Sorge zu tragen hat. Jede Beschädigung oder Beseiti­ gung eines gelandeten und in unseren Besitz gelangten feindlichen Flugzeuges und dessen Zubehörs sowie von einem feindlichen Flieger mitgeführter Schriftstücke und anderer wichtiger Gegenstände ist bei Strafe verboten. 2«ie Veranstaltung hypnotischer Vorträge und Experimente wurde durch das stello. Ge­ neralkommando verboten. Bayerische Nachrichten.</p>
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          <p>»erWilt MW» , Pfarrkirchen, 5. Wai. (Diebstahl.) In Oberplaika, Gerichts Pfarrkirchen, sind dem 8 Bauern Niederhammer 2 komplette, guterhall I tene Jagdgewehre, 1 Z! vjifting, 500 Mark,, und 1 1 Trilling, 400 Mark wert, gestohlen worden. " muH'iTi IU iiW WWIIJI—WM— Nun war es gesagt. Mit flammenden Aügen standen sich die beiden Frauen gegen­ über. Alle Hinfälligkeit war plötzlich von Un­ dine gewichen. Einer Walküre gleich, die ihr Schlachtschwert zum Siege führt, stand sie vor Fridrun, die den braunlockigen Kopf tu den Nacken warf und verächtlich höhnte: Weil er mich fürchtet. Tu brauchst mir ja nicht zu glauben, aber vielleicht glaubst du diesem Zeugen. Mit spitzen Fingern nahm sie das ver­ hängnisvolle Briefblatt aus ihrem Notizbuch., das sie heute nachmittag Ebbo Klas gezeigt. Bleich, mit totblassen Lippen, starrte Un­ dine darauf hin. Ein Schleier legte sich über ihre Augen. Sie meinte zusammenbrechen zu müssen unter der entsetzlichen Anklage, die sie las. Aber energisch richtete sie sich aus. Nein, diese Frau sollte sie nicht schwach sehen, diese nicht. Wie kommst du zu diesem Brief? herrschte 1 sie Fridrun an. Warum hast Tu ihn nicht 1 früher gezeigt, ehe ich Reimars Gattin wurde? ! Weil ich nicht wollte. Weil es mir Spaß ; «rächte, dich, die Stolze, die $o verächtlich auf \ mich herabsah, als die Scheirksrau dieser Gra- ’ Passau, 6. Mai. (Ein Körbchen Eier ge­ gen einen abgelegten Anzug) suchte ant gestri­ gen Tage eine Bäuerin in verschiedenen Häu­ sern der Altstadt zu vertauschen. — Ten Mehr­ betrag hätte sie, gerne erlegt, nur sollte der Anzug noch "seiertägig" sein. Man sieht, well che Kniffe der Tausch- und Schleichhandel an­ nimmt. * Eggenselden, 6. Mai. (Ueb erfahren) ließ sich, am 2. Mai abends 6 Uhr bei Auldstetten tootn Personenzug der 35 Jahre alte Metzger Matthäus Hofstetter von Tauskirchen. Wie sich nun herausstellt, hat Hofstetter die Tat aus Liebesgram begangen-. Er hatte ein Liebesver­ hältnis mit einer beis einem Stiefvater bediensteten Magd, das dieser nicht duldete. Als der Stiefvater die Magd entließ, ging Hosstetter mit ihr und verabschiedete sich von dieser mit den Worten: "Behüt Gott, sehen tut Ihr mich nimmer". * Mainburg, 6. Mai. (Durch unvorsichti­ ges Hantieren) mit einem Leladenen Revolver brachte der verheiratete Hausbesitzer Lorenz Stangl von hier der verh. Taglöhnerin Magda­ lena Maier von hier einen Schuß in den Uns terleib bei. Tie Maier ist lebensgefährlich ver­ letzt. 1 Mittler" 2!ev falsche Schutzmann. Eine Tiebstahlsassäre, die einer gewissen Komik nicht entbehrt, spielte sich in dem Brotkartenkommissionsraum eines westlichen Vorortes von Berlin ab. Dort haben nach Schluß der Arbeitszeit um 6 Uhr immer zwei der angestellten Damen Wachdienst, dann werden sie um 8 Uhr von einem ,Schutz&gt;mann abgelöst. Diese Vorsichtsmaßregel dient dazu, um dem überhandnehmenden Brotkarten,diebstahl vorzubeugen. Vorgestern abends er­ sten nun schon gegen 7 Uhr in der erwähnten SMle ein Schutzmann; er erklärte sein früh­ zeitiges Kommen damit, daß er nichts anderes zu tun habe und etwas lesen fietbe. Tie Damen könnten ruhig gehen, er werde den Rest ihrer Dienstzeit übernehmen. Niemand war froher als diese. — Als gegen 8 Uhr der richtige Schutzmann, der den Dienst auszuüben hat, er­ schien, war nicht nur der freundliche ersteSchutzntann, der ein Schwindler gellesen war, sondern mit ihm auch die vorhanden gewesenen Brot­ karten verschwunden. 1 Mordtaten eines verhafteten Dotdatcsn. In der Nähe von Wipperfürth wurde, einem Telegramm aus Köln zufolge, der Polizeisergeant Lauck von einem Soldaten erschossen, den er verhaften wollte, Weil er größere Mengen von Fleisch Fett und Schuhen bei sich trug und über den Erwerb keine Auskunft geben konnte. Tier Mörder wurde gestern in Wer­ melskirchen verhaftet. Als dort ein Polizist die Zelle des Verhafteten betrat, schoß der Sol!W,i_i «,«M»»ml— irrr—n nr nr ~ mw sen zu wissen, der kein Mittel scheute, in den Besitz des Majorats zu gelangen. Ich verbiete dir, meinen Gatten so gemein zu beschuldigen. Nie hat er etwas getan, was unehrenhaft oder was schlecht ist. Und dieser Brief deines unglücklichen Bru­ ders, sagt er dir nichts? Nein, denn ich glaube an Reimar. Undine sagte es mit stolzer Zuversicht, beide Hände aus die wogende Brust gepreßt. Fridrun sah mit wildsprühenden Augen aus Undine. Sie liebt ihn, schoß es durch ihre Seele, und einen Augenblick schloß sie erschauernd die Augen. Tein Glaube wird ihm (reuig nützen, nahm sie wieder das Wort. Ich bin entschlossen^ meine Rechte ganz energisch zu oersolgen, und bin bereits heute bei Ebbo Klas gewesen, um mit ihm Rücksprache zu nehmen. Ebbo Klas? Er will dir in der Sache, die du gegen deine eigene Familie unternimmst, gegen deinen eigenen Namen, helfen? Er glaubt an Reimars Schuld? (Fortsetzung folgt.) Niederbayerische Nachrichten.</p>
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          <p>bat auch diesen nieder, worauf er sich selbst durch vier Schüsse entleibte. Bier Schmuggler erschösse». Me der "Nojprdzod" meldet, wurden in Miichalosirece vier Schmuggler, die je 40 Kilogramm Getreide nach Krakau schassen wollten, von einem Grenzposten überrascht und alle erschossen.</p>
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          <p>Die Nebelfrau. Bayerische Möchte» Gegen das Schwarzmahlen. ^ In einer am 14. April 1918 in Pfarrkir­ chen und am 28. April 1918 in Simbach stattgesundenen Müllerversammlung, welche fast von sämtlichen Müllern des Bezirkes Pfarrkirchen besucht war, Wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, in sämtlichen Wühlen des BeztrksPfarrkirchen die verbotene Müllerei (das sogenannte Schwarzmahlen) vollständig einzustellen bezch&gt;. Me AebklsM. ' ! von Sinnt; Wothe. 77 1 i [ ! Machdruck verboten.) Ei, ei, so ausgeregt? Ta du ihn nicht liebst, sondern ihn nur nahmst, um uns zu Helsen, wie du sagst, kann dich doch nicht tref­ fen, was ich ihm tun tvßll. Im Übrigen sollst du es wissen, daß dein Opfer vergebens war. Tor Gorlingshof war unser rechtmäßiges Erbe, auch ohne den Edelmut des Grasen, mit dem er dich zur Frau nahm, denn du weißt, daß die andere Linie der Randolts Von derErbschast ausgeschlossen ist, sobald ein Mitglied dersel­ ben etwas begeht, wäs ehrlos ist. Was soll das heißen? Willst du damit sagen, daß Gras Meimar etwas getan hat, was nicht ganz einwandfrei war? Wie man es nimmt, zuckte Fridrun die Schultern. Selbst du, die du unbegreiflich to­ lerant ihm gegenüber zu sein scheinst, wirst ja wohl anders denken, wenn ich dir sage, daß Gras Reimar es war, der Lutz in den Tod hetzte, um Majoratserbe zu werden. TU lügst, du Falsche! Nie war Gras Rei­ mar einer solchen Tat fähig. Tu willst ihn anklagen, weil — weil er dich verschmäht! »erWilt MW» , Pfarrkirchen, 5. Wai. (Diebstahl.) In Oberplaika, Gerichts Pfarrkirchen, sind dem 8 Bauern Niederhammer 2 komplette, guterhall I tene Jagdgewehre, 1 Z! vjifting, 500 Mark,, und 1 1 Trilling, 400 Mark wert, gestohlen worden. " muH'iTi IU iiW WWIIJI—WM— Nun war es gesagt. Mit flammenden Aügen standen sich die beiden Frauen gegen­ über. Alle Hinfälligkeit war plötzlich von Un­ dine gewichen. Einer Walküre gleich, die ihr Schlachtschwert zum Siege führt, stand sie vor Fridrun, die den braunlockigen Kopf tu den Nacken warf und verächtlich höhnte: Weil er mich fürchtet. Tu brauchst mir ja nicht zu glauben, aber vielleicht glaubst du diesem Zeugen. Mit spitzen Fingern nahm sie das ver­ hängnisvolle Briefblatt aus ihrem Notizbuch., das sie heute nachmittag Ebbo Klas gezeigt. Bleich, mit totblassen Lippen, starrte Un­ dine darauf hin. Ein Schleier legte sich über ihre Augen. Sie meinte zusammenbrechen zu müssen unter der entsetzlichen Anklage, die sie las. Aber energisch richtete sie sich aus. Nein, diese Frau sollte sie nicht schwach sehen, diese nicht. Wie kommst du zu diesem Brief? herrschte 1 sie Fridrun an. Warum hast Tu ihn nicht 1 früher gezeigt, ehe ich Reimars Gattin wurde? ! Weil ich nicht wollte. Weil es mir Spaß ; «rächte, dich, die Stolze, die $o verächtlich auf \ mich herabsah, als die Scheirksrau dieser Gra- ’ Passau, 6. Mai. (Ein Körbchen Eier ge­ gen einen abgelegten Anzug) suchte ant gestri­ gen Tage eine Bäuerin in verschiedenen Häu­ sern der Altstadt zu vertauschen. — Ten Mehr­ betrag hätte sie, gerne erlegt, nur sollte der Anzug noch "seiertägig" sein. Man sieht, well che Kniffe der Tausch- und Schleichhandel an­ nimmt. * Eggenselden, 6. Mai. (Ueb erfahren) ließ sich, am 2. Mai abends 6 Uhr bei Auldstetten tootn Personenzug der 35 Jahre alte Metzger Matthäus Hofstetter von Tauskirchen. Wie sich nun herausstellt, hat Hofstetter die Tat aus Liebesgram begangen-. Er hatte ein Liebesver­ hältnis mit einer beis einem Stiefvater bediensteten Magd, das dieser nicht duldete. Als der Stiefvater die Magd entließ, ging Hosstetter mit ihr und verabschiedete sich von dieser mit den Worten: "Behüt Gott, sehen tut Ihr mich nimmer". * Mainburg, 6. Mai. (Durch unvorsichti­ ges Hantieren) mit einem Leladenen Revolver brachte der verheiratete Hausbesitzer Lorenz Stangl von hier der verh. Taglöhnerin Magda­ lena Maier von hier einen Schuß in den Uns terleib bei. Tie Maier ist lebensgefährlich ver­ letzt. 1 Mittler" 2!ev falsche Schutzmann. Eine Tiebstahlsassäre, die einer gewissen Komik nicht entbehrt, spielte sich in dem Brotkartenkommissionsraum eines westlichen Vorortes von Berlin ab. Dort haben nach Schluß der Arbeitszeit um 6 Uhr immer zwei der angestellten Damen Wachdienst, dann werden sie um 8 Uhr von einem ,Schutz&gt;mann abgelöst. Diese Vorsichtsmaßregel dient dazu, um dem überhandnehmenden Brotkarten,diebstahl vorzubeugen. Vorgestern abends er­ sten nun schon gegen 7 Uhr in der erwähnten SMle ein Schutzmann; er erklärte sein früh­ zeitiges Kommen damit, daß er nichts anderes zu tun habe und etwas lesen fietbe. Tie Damen könnten ruhig gehen, er werde den Rest ihrer Dienstzeit übernehmen. Niemand war froher als diese. — Als gegen 8 Uhr der richtige Schutzmann, der den Dienst auszuüben hat, er­ schien, war nicht nur der freundliche ersteSchutzntann, der ein Schwindler gellesen war, sondern mit ihm auch die vorhanden gewesenen Brot­ karten verschwunden. 1 Mordtaten eines verhafteten Dotdatcsn. In der Nähe von Wipperfürth wurde, einem Telegramm aus Köln zufolge, der Polizeisergeant Lauck von einem Soldaten erschossen, den er verhaften wollte, Weil er größere Mengen von Fleisch Fett und Schuhen bei sich trug und über den Erwerb keine Auskunft geben konnte. Tier Mörder wurde gestern in Wer­ melskirchen verhaftet. Als dort ein Polizist die Zelle des Verhafteten betrat, schoß der Sol!W,i_i «,«M»»ml— irrr—n nr nr ~ mw sen zu wissen, der kein Mittel scheute, in den Besitz des Majorats zu gelangen. Ich verbiete dir, meinen Gatten so gemein zu beschuldigen. Nie hat er etwas getan, was unehrenhaft oder was schlecht ist. Und dieser Brief deines unglücklichen Bru­ ders, sagt er dir nichts? Nein, denn ich glaube an Reimar. Undine sagte es mit stolzer Zuversicht, beide Hände aus die wogende Brust gepreßt. Fridrun sah mit wildsprühenden Augen aus Undine. Sie liebt ihn, schoß es durch ihre Seele, und einen Augenblick schloß sie erschauernd die Augen. Tein Glaube wird ihm (reuig nützen, nahm sie wieder das Wort. Ich bin entschlossen^ meine Rechte ganz energisch zu oersolgen, und bin bereits heute bei Ebbo Klas gewesen, um mit ihm Rücksprache zu nehmen. Ebbo Klas? Er will dir in der Sache, die du gegen deine eigene Familie unternimmst, gegen deinen eigenen Namen, helfen? Er glaubt an Reimars Schuld? (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Westen. WegMiese ans item Westes Telegramm unsres KriegÄberichterftatterS. Mißbrauch Btr weitza« Fahne durch die Engländer. ' • f Gr. Hauptquartier, 2. Wal. | Von den ant Vormarsch! beteiligten TrupPen ist mit wiederholter Uebereinstimmung fol­ gender Vorgang beobachtet worden: Wenn eng&gt;lische Maschinengewehrnester durch unsere Sturmabteilungen bedrängt waren, Jo hißten sie zum Zeichen der Uebergabe die weihe Flag!ge. Hierdurch erreichten sie, dah unsere Leute sich aus der Deckung erhoben, um die Uebergape entgegenzunehmen. Gewannen die Engländer in diesem Augenblicke die Ueberzeugung, dah die ihnen gegenüberstehende Abteilung ihnen nicht sehr überlegen war, so gingen sie 61% schnell wieder in Deckung und überschütteten die getäuschten Teutschen aus nächste Entfernung mit Maschinengewehrfeuer, bis sie sich dann doch ergeben muhten, woraus freilich unsere Leute die Uebergabe vielfach! nicht mehr annah­ men. Ein sehr bezeichnender Fall dieser Mt hat sich bei den Kämpfen einer badisch-hohem zollerischen Division um Dreslincourt zugetra­ gen. Tort hatte sich in einem Waldstück ein mit einem Ossizier und 30 Mann besetztes englisches Maschinengewehrnest zäh gehalten. Während es von einer Schützenkette frontal beschäftigt wurde, wurde es von einer mit einem leichten Geschütz begleiteten Scharsschützenabteilung um­ gangen. Diese beobachtete, wie der englische Offizier, der nur die Angreifer von vorn 6et= merkt hatte ,em Weihes Tuch schwenkte. Kaum hatten sich, hieraus die Deutschen erhoben, als der Offizier selbst plötzlich, das Maschinenge­ wehr gegen sie richtete. Im gleichen Augen­ blick bekamen die Engländer aber im Rücken Feuer, woraus sie sich ergaben. Hierbei zeigte sich, dah die englische Mannschaft, die ihr La­ ben für oernnrrt hielt, Miene machte, den ver­ räterischen Offizier zu lynchen, so dah dieser sich um Schutz an die deutschen Offiziere wandte, wobei er jtt ziemlich! unwürdiger Weise ist deutscher Drache beteuerte, er liebe die Teut­ schen und achte die Teutschen hoch. Als man ihm seine Hinterlist vorhielt, behauptete er, auf besondere Anordnung gehandelt zu haben. Tie englische Kriegführung müsse darauf ausge­ hen, möglichst viele Teutsche zu töten, sonst verliere England den Krieg. Bei der Uebereinf stimmung gleichartiger Fälle, die von den ver­ schiedensten Truppen beobachtet worden sind, ist es nicht ausgeschlossen, dah das 'verräterische Verhütten der Maschinengewehrnesterbesatzunjgen auf eine Anweisung zurückzuführen ist. Ein anderer Fall hon Hinterlist hat sofort die entsprechende Sühne gefunden. BeiCurchy ergab sich ein englischer Offizier mit hochge­ hobenen Händen. Als ein deutscher Offizier, der Leutnant Atz von der 8. Kompagnie des badischen Grenadier-Rgts. Nr. 110 aus ihn zutrat, um ihn zu entwaffnen, zog derSchurke unversehens einen bereit gehaltenen Browning aus der Tasche sind schoh den Leutnant Ax, etneu verdienten, tapferen Offizier, aus zwei Schritte Entfernung in die Brust, so dah er bald darauf starb. Ten Täter streckte unmit­ telbar nach der feigen Tat der Kolbenschlag eines Grenadiers nieder. Erlebnisse dieser A!rt haben die Von Hause aus sehr gutmütigen Badener, deren mildes Auftreten gegen die französischen Gefangenen von diesen v-orVerdun oft gerühmt worden ist, mit tiefer Erbit­ terung gegen den englischen Feind erfüllt, der gewohnheitsmäßig die Hinterlist als Kriegs­ mittel benützt. , W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Letzte Posten. Letzte Me«. Neue U-Bootserfolge. # WTB. Berlin, den 6. Mai. (Amtlich.) Neue U-Bootserfolge an der Westküste von England: 16 500 Brutto-Register-Tonnen. Sämtliche Schiffe waren tief beladen. Ter Ehes des Admiralstabes der ytactne. Entmutigung der Belgier. j i . Berlin, 6. Mai. Gefangene des 1. bel­ gischen Jägerregiments, die vorgestern in deut­ sche Hände fielen, geben an, dah ihre Kom­ pagnie im letzten Gefecht von 125 Mann Ge­ fechtsstärke 80 Mann verloren habe. Ein Er­ satz ist bisher nicht eingetroffen. Tie Stink-' mung unter den Belgiern ist seit der Räu­ mung des alten Schlachtfeldes von Ipern auherordentlich verschlechtert, da durch die Schuld der Engländer immer mehr des kleinen Restes belgischen Bodens verloren gehe. Französische Alpenjäger in Amerika. ; Berlin, 6. Mai. Um die Amerikaner -aufzupeitschen, wurde, lrjie französische Blätter berichten, eine Abteilungen französischer Alpen­ jäger nach Newhork gesandt. Tausende von Zuschauern wohntön ihrem Einzug bei. Es war das erstemal, dah Nefvhork französische Truppen sah. Amerikanischer Trost. Bern, 6. Mai. Ter Newhorker Korr« des "Secolo" kabelt, man joH sich gedulden, wenn Amerika noch keine Truppen an die Pia­ vefront sendet. Tie amerikanische Hilfe er­ folge jeweils dort, Ith sie am notwendigsten sei. Das gilt auch für den Fall einer großen Offensive gegen Italien, doch rechne man in Amerika bestimmt darauf, dah das italienische Heer den ersten Ansturm allein aushalten könne. Englische Friedenslügen. Von England wurde die Meldung verbretzvon Kühlmanns an England Friedensangebote tet, dah ein Holländer im Aufträge Herrn gemacht habe. Demgegenüber wird jetzt be­ richtet: WTB. Berlin, den 6. Mai. (Amtlich.) Tie aus Amsterdam verbreitete Meldung eng­ lischer Blätter, nach der ein Holländer im Auftrag des Staatssekretärs von Kühlmann einer hochgestellten Persönlichkeit der engli­ schen Regierung bestimmte Friedensoorschläge gemacht hat, beruht auf völlig freier Erfin­ dung. Tie an die Meldung geknüpftenSchluhsolgerungen der englischen Regierung erledi­ gen sich dadurch von selbst. Tier Friede mit Rumänien. [ Berlin, 6. Mai. Tos gesamte FriedenSinstrnment mit Rumänien wird heute abend oder morgen unterzeichnet werden.</p>
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          <p>den Vorort Maria-Hilf ein, lautlos sausen die Radfahrer aus einem anderen Wege dem er­ sehnten Ziele entgegen .Sind die Pferde auch von den Tag- und Nachtmärschen der jüngsten Zeit stark erschöpft, so drängt doch der Wunsch die Reiter rasch. nach vorwärts ,als erste in Kolomea einzurücken. In scharfem Trabe geht es durch die Ortschaft, die Spitzengatrouillen find nur noch, einige Hundert Meter voraus, dann folgt der Hauptteil mit dem Mqschinengewehrzug. Leutnant Sch., weist seine Gewehr­ führer kurz an ,£ei einem feindlichen Feuerüberfall sich nicht durch eine allgemeine Ver­ wirrung hinreißen Zu lassen, vielmehr streng auf sein Zeichen zu achten. Schon winkt von ferne die Tragvnerkaserne, als wie mit einem Schlage vom Stadtrand her ein wjldes Infan­ terie-- und Maschinengewehrfeuer über die Köpfe der Reiter wegpfeift. Nur die wenigsten Leute sitzen neben dem Führer des Detache­ ments sofort hinter den vereinzelten Häusern ab, die beiden Schwadronen machen in der Marschkolonne kehrt und fluten unter dem prasselnden Geschofhagel aus die Straße zurück, in deren Gräben sich Roh und Reiter links und rechts überstürzen. Beim ersten Schuh gab Leutnant Sch., an seine Gewehre das Zeichen zum Halten, aber furchtbar ist der Anprall der heranbrausenden Schwadronen. In immer .heftiger zischendem Feuer wartet der Offi­ zier ab, bis die Straße frei ist. Sofortiges Umkehren mit den sechsspännigen Fahrzeugen auf stark beengtem Raume hätte in diesem Augenblicke die heilloseste Verwirrung und Stockung gezeigt. Ungeachtet des feindlichen Feuers werden die Befehle der Führer rasch, und genau pollzogen: "Gewehr nach links •frei! Fahrzeuge Deckung hinter den nächsten Häusern!" Längs eines Zaunes und hinter ei­ ner Scheune nehmen die Gewehre Stellung. "Visier 900, Achtung — Dauerfeuer!" und schon fnattern die beiden Kleingeschütze ihr herrlich beruhigendes Lied. An der leicht erkennba­ ren russischen Stellung vermag man die Ein­ schläge gut zu beobachten, das feindlicheFeuer läßt nach. . Bald darauf kommt ein Meldegänger vom Tetachementführer: "Feuer möglichst rasch eröffnen!" aber Dank der eisernen Manneszucht war dies schon geschehen .Unsere in einem rück­ wärts gelegenen Walde abgesessenen Reiter ge­ hen nun in Schützenlinien vor und verstärken nach rechts den Flügel durch die Radfahrer. Das russische Avtillerieseuer setzt immer leb­ hafter ein, von Erdschollen und Schmutz über­ schüttet blieben die Bedienungen der Maschinenfgewehre srie durch ein Wunder heil. Von ei­ nem Panzerkraftwagen verstärkt, brechen die Russen plötzlisch, vor. Ihr Stoß trifft vor al­ lem die Radfahrer ,die der Uebermacht weichen müssen. Auf die Bitte ihres Führers eilt Leut­ nant Sch. mit dem ersten Gewehr aus den rechten Flügel, allein durch die Rückwärtsbe­ wegung ermutigt, steigert der Feind sein Ge- , schütz- und Kleingewehrfeuer zu äußerster Hef­ tigkeit. Schon hat er mehrere Räder genommen, da hämmert das Maschinengewehr wieder ohne Stockung auf die russischen Reihen ein. Tie Linie des Gegners beginnt zu wanken, zuerst laufen einige, dann immer mehr Russen in die Ausgangsstellung zurück. Ter Panzerwagen hatte einstweilen das hinter der Feuerlinie wartende Gepäck der Radfahrer böse zerzaust. Froh seines billigen Sieges fährt er gemächlich nach Kolomea zurück, da schlägt eine deutsche Granate in seiner Rahe ein, rasch, folgt besser sitzend eine zweite und die dritte ist ein Voll­ treffer. Das Ungetüm steht still, es hat sein Leben ausgehaucht, die Insassen aber sind durch die Wucht zu Brei zerquetscht. Wieder geht es vorwärts, 300 Meter vor der befestigten russischen Stellung gräbt sich der Gewehrzug ein. Run aber macht sich gar bald Hunger be­ merkbar, denn seit über 24 Stunden blieb der Magen unbefriedigt. Leutnant Sch. schickt von jedem Gewehr einen Mann zurück, um Brot von 'den Handpferden zu holen und Kartof­ feln zu kochen. Nie hat das leckerste Mahl besser gemundet. Nachts 9 Uhr lösen Husaren ab. Am nächsten Morgen schon zogen die Schwe­ ren Reiter unter dem Jubel der Bevölkerung in Kolomea ein, nachdem bereits früh 5 Uhr bayerische Chevauxlegers als erste in dieStadt eingedrungen waren.</p>
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          <p>kehren könnte. Bulgarien ist der feste Pfeiler unserer jetzigen Und noch, mehr unserer künfti­ gen Staats- und Wirtschaftspolitik im Südosten Europas, und nichts wäre kurzsichtiger und verhängnisvoller, als gerade diesen Verbüns-, deten uns zu entfremden, aus den wir uns auch nach dem Kriege unbedingt 'oer taffen kön­ nen, wofern wir uns sein Vertrauen nicht selbst verscherzen. Unsere Politik hat schon so manchen Fehler begangen, daß sie ulten Grund hat, vor diesem neuen sich zu hüten. Wir haben wahrlich nicht solchen Ueberfluß an Freunden, als daß wir uns den Luxus leisten könnten, einen als so zuverlässig Erkannten auf eine zu weit getriebene Belastungsprobe zu stellen. Der türkisch-bulgarische Grenzstreit. Der lürttsch-bulsarische Grenz­ streit. Von unserem Berliner Mitarbeiter wird uns geschrieben: ! Ter nie ganz eingeschlummerte Argwohn vieler Bulgaren, daß ihrem im Laus der Jahr­ hunderte so oft und so schmerzlich enttäuschtes Volke auch der Stegespreis dieses Krieges nicht unverkümmert bleiben werde, ist seit einigen Wochen wieder besonders rege, seitdem nämlich die Türkei mit dem Anspruch aus eine Revision der Grenzregulierung von 1915 hervorgetreten ist. Tie Tatsache dieses Anspruchs steht fest, nicht so fein letzter Sinn. Als zuerst in derbulk garischen Sobranje von türkischen Kompensa-, twnssorderungen für die Rückgabe der Tobrudscha an das Königreich gesprochen wurde, wehrte die Regierung diesen Ausdruck mit aller Be­ stimmtheit ab und erklärte unter brausendem Zuruf der gesamten Volksvertretung, von Kom­ pensationen sei keine Rede, die Trbrudscha werde ohne Vorbehalt und Entschädigung an irgendwen an Bulgarien fallen. Doch der ein­ mal erwachte Argwohn fraß unter der Decke weiter und machte sich immer wieder in Reden und Zeitungsartikeln Lust. Mit der Tatsache einer nicht allzu beträchtlichen Neuregulierung der bulgarischstürtischen Grenze würde sich die öffentliche Meinung des Landes schließlich abzu­ finden wissen, was aber aufreizend und ver­ bitternd wirkt, ist das Ansinnen, das geschicht­ liche, ethnographische und sittliche Recht Bul­ gariens auf die Tvbrudscha, das alle Verbünden ten, voran Deutschland, anerkannt haben, einem der Verbündeten gewissermaßen absaufen zu sollen. Als im Herbst 1915, zur Zeit der.schwersten Bedrohung der Dardanellen durch die Entente, mit Bulgarien über seinen Anschluß, an die ^Mittelmächte verhandelt wurde, bedang sich Bulgarien eine bescheidene, ihm aber wertvolle Abtretung türkischen Gebietes Bei Adrianopel aus. Die Türkei fügte sich., die Abtretung wurde vertraglich festgelegt, und nun zog Bul­ garien das Schwert. Ueber seine Verpflichtung hinaus wurde es dem neuen Bündnisverträge gerecht. Nicht mit der Hälfte nur seiner 'Wehr-, macht, wie ausbedungen war, sondern sofort mit seinem gesamten Heere trat es — Und die Welt weiß, mit wie großen Erfolgen — in den Krieg ein. Immer neue Divisionen stellte es aus, und es griff so tief in die Reservoirs! seiner Wehrkraft ein, daß gegenwärtig über 20 o. H. seiner gesamten (nicht etwa nur der männlichen) Bevölkerung in Waffen stehen. Nach solchen Opfern Und Leistungen hat — und das ist der von aiöen Parteien ohne Un­ terschied vertretene Standpunkt — Bulgarien vollen Anspruch aus uneingeschränkte Ausfolgung des ihm vvn allen Verbündeten zugestan­ denen Siegespreises, und es widerspricht der Billigkeit, wenn die Türkei jetzt, nachdvm mit durch, das Eingreifen Bulgariens die Gefahr für Konstantinopel und die Dardanellen besei­ tigt ist, die Rückgabe 1915 abgetretenen Ge­ bietes als "Kompensation" für die doch den Ru­ mänen abgenommene Tobrudscha verlangt. Die­ ser Anspruch., so wird von bulgarischer Seite geltend gemacht, sei umso unhaltbarer, als Bul­ garien bei der Eroberung der Tvbrudscha nie­ mals die Hilfe der Türkei in Avspruch genom­ men habe) ' Wie bekannt geworden ist, hat Deutschland die Vermittlung zwischen Bulgarien und der Türkei übernommen, und zwar ist der frühere Staatssekretär Tr. Helsferich mit dem Mittler^ amt betraut worden. Dieses Amt erheischt, wie besonders betont werden muß, ein ungewöhn­ liches Maß von Einsicht und Umsicht, von siche­ rem Takt, genauer Sachs- und Menschenkenntnis und politischem Weitblick. Tenn hier gilt es nicht, ein nüchternes Rechenexempel zu lösen und schematisch eine mittlere Linse zwischen den Ansprüchen zweier Prvzeßgegner zu ziehen, sondern mit unbeirrbarem Feingefühl für die Unwägbarkeiten eines in Kamps und Rot treu bewährten Volkes alles zu vermeiden, (ras des­ sen schier Endliches Vertrauen kn die deutsche Rechtlichkeit und Zuverlässigkeit erschüttern, seine leidenschaftliche Freundschaft für Deutsch­ land unheilbar erhalten u. in Verbitterung um­</p>
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          <p>Stadttheater. Stadttheater Der gute Theaterbesuch der vergangenen Winterspielzeit ermutigte die Direktion zu dem Versuche eines Sommertheaters. Ter Ansang am Sonntag verspricht Erjolg. Ein zahlrepches Publikum hatte der Einladung in die Jäigerhalle Folge geleistet und fand der für die Eröffnungsvorstellung gewählten Operette "Tie Landstreicher" von Ziehrer sichtlich. Gefallen. Am Tirigentenpulte stand eine neue Kraft Herr Kapellmeister Krause vom Bamberger Stadt­ theater. Unter seiner zielbewußten, sicheren Führung brachte unser Stadtorchester die melo­ diösen Weisen überraschend gut zu Gehör. Fiw die Partie des Landstreichers Fliederbusch hat­ te die Direktion als Gast Herrn Erhardt-Hardt vom Augsburger Stadttheater gewonnen. Von früheren Gastspielen her noch in bester Er­ innerung bot der beliebte Künstler, in Spiel und Gesang gleich, vorzüglich, eine Leistung, wie wir sie uns besser nicht wünschen können. Ein Operettenbuffo seiner *Qualität macht jede Operette genießbar. Unsere treffliche Sou­ brette Frl. Mikulska (Gesponsin Bertha) war von köstlicher Ausgelassenheit und wetteiferte mit dem Gaste um das Gelingen der Vorstel­ lung., In Frl. Elsa Kleemann (Mimi) lernten wir eine Sängerin mit wohlklingender, kräf­ tiger Stimme kennen, die den ungünstigen aku­ stischen Verhältnissen des Saales stand zu hal­ ten vermochte. Anmutiges Spiel, hübsche, ele­ gante Erscheinung bilden eine angenehme Zu­ gabe zur stimmlichen *Quali.ät. Die altbewähr­ te Kraft des Herrn Theo Kaspars (Fürst Mo­ lar) dürste natürlitiji im neuen Hause nicht fehlen. Herr Horst (Assessor Roland), den wir nur als Schauspieler kannten, verfügt über eine für kleinere Partien in der Operette recht gut verwendbare Tenorstimme. Als dessen Partnerin Aüna war Frl. Zink ebenfalls am Platze. Ter Lajos v. Geletneky des Herrn Steinbach entbehrte nicht der komischen Wir­ kung, doch ließ er den der Rolle anhaftenden ungarischen Akzent ^vermissen. Recht adrett sahen die Damen Fernandy und Nürnberger als Leutnants aus, stimmlich- allerdings darf ^ man an kleineren Hühnen von diesen Partien nicht viel hoffen. Genannt seien auch noch als Jubelehepaar Frl. Rvbby und Herr Rasper und der bierseelige Kampei des Herrn Almas. Direktor Dr. *Quedenseldt war als Spielleiter mit anerkennenswertem Eifer um hübsche Sze­ nenbilder besorgt, in der Bühnenbcleuchtungs!srage wird noch, mancher Apsgleich möglich fein. Die Prognose für das Landshuter Sommertheater ist also verheißungsvoll. Hg.</p>
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          <p>Stimmen aus dem Publikum. Stimmen aus betn Publikum. (Dt« Redaktis« übernimmt ft» i&amp;tnferJmngen unte« Mel« Rubrik dem Publikum gegenüber keine ®ercnteommg.i Bitte eines Naturfreundes. Eine Freude ist es für jeden Spaziergänger zu beobachten, wie sich die in der Spitalersriese angelegten Gärten an der Ludmillastraße entwikeln. — Leider kann man nur einen , flüch­ tigen Ueberblick gewinnen, Mell ein Gangsteig an dem neu erdichteten Zaun fehlt. Mt we­ nigen Mitteln könnte/das Stadtbauamt mit dem Wschurfmaterial eine Plante herstellen, als­ dann könnte dem Spaziergänger mehr Gele­ genheit geboten sein zur weiteren Betrachtung dieser Mustergärten. Vielleicht vermittelt das Bauamt diese billige Arbeit. Ein Naturfreund, j</p>
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          <p>Aus der Ukraine. Ar Rutzwd Anbahnung der Wiederaufnahme des deut schernWchcn Verkehrs. 1 Pariser Blätter melden aus Petersburg, daß der Rat der Volkskommissars eine Mit­ teilung an die deutsche Regierung gelangen lies, in der er für die Oeffnung der deutsch­ ruftischen Grenze zur Wiederausnahme des Ver­ kehrs eintritt. Petersburg im Verteidigungszustand. Carriere della Sera meldet, daß. Peters­ burg in den Verteidigungszustand versetzt wur­ de. i Japaner in Sibirien wegen Spionage verhaftet. ' Reuter berichtet aus Tokio: Tie russischen Behörden in Jrkütsk haben den japanischen Vizekonsul und den Vorsitzenden des japani­ schen Vereins unter der Beschuldigung der Spionage verhaftet. Aus der Ukraine. Aus der Ukraine. Blättermeldungen aus Kiew berichten, daß das deutsche Kommando eine ukrainische Di­ vision entwaffnete. Finnlands Freiheitskampf. Finnlands Befreiung. Aus Helsingsors wird gemeldet: Finnland ist jetzt ganz in der Macht der Regierungstrup­ pen. Nur in gewissen Teilen des Landes trei­ ben noch! bewaffnete Banden ihr Urerefejt. Ter durch Zerstörung durch die Roten Garden angerichtete Schaden ist ungeheuerlich. Er be­ ziffert sich allein an Eisenbahnen aus ca. 150 Millionen finnische Mark. Ter Verkehr Abo— Lübecks ist wieder ausgenommen. In Raumo vernichteten die Roten Garden vor dem Ver­ lassen der Stadt große Getreideoorrät'e, in­ dem sie die Lager mit Petroleum übergössen und anzündeten. 1 Grcnzübcrschrcitnng der Weißen Garden. Genf, 6. Mai. Tie Information erfährt aus Stockholm, daß Patrouillen der finnischen Weißen Garden an mehreren Stellen die rusi-</p>
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