Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-05-08. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 126, 1918-05-08. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 126 8. Mai 1918 ────────── Der Friede von Bukarest. Der Friede von Bukarest. Im Weste» feindliche Angriffe gescheitert. — Ei« russischer Protest. ────────── Tier Friede mit Numimicrr »urterzeichttet. WTB. Bukarest. 7. Mai. (Amtliche) Der Frieden svertrag mit Rumänien ist heute um 11 Uhr vormittags von den Bevollmächf tigten der vier verbündeten Mächte unterizeichnet worden. Tie feierliche Schlußsitzung, in der die Unterzeichnung erfolgte, fand unter dem Vorsitze des Staatssekretärs von Kühlsmann im Schloß Cotroceni und zwar in dem-felben Raume statt, in dem seinerzeit der Eiwtritt Rumäniens in den Weltkrieg beschlossen wurde. Ter Friede litob den Namen "Friede von Bukarest" führen. Ter Wortlaut des Ver­ trages wird alsbald veröffentlicht werden. ────────── te Heeresberichte. Der bensche Laicht. WTB. Berlin, 7. Mai 1918, mittags. (Großes Hauptquartier.) WtlHAet ari«6. An den Kampffronten war die Artillerie­ tätigkeit in den Morgenstunden lebhaft. Tags­ über blieb sie meist gering Mus dem Nordufer der Lhs fcherterten Vovstößje englischer Kompagnien. Zwischen Ancre und Somme setzte der Feind Australier zu vergeblichem Angriff au. Beiderseits der Straße Eorbie—Brah tonnten sie unsere vorderen Linien erreichen. Im üb ei­ gen brach ihr zweimaliger Ansturm schon vor unseren Posten verlustreich zusammen. Tier Airtilleriekamps hielt bis Tagesanbruch in grösßerer Stärke an. 1 Südlich vom Brimont stießen Sturmabi­ teilungen über den Aisne, Kanal in die feind-' lichen Stellungen bei Couch vor und brachten Gefangene zurück. Sh: der übrigen Front vereinzelte Vorfeldtämpse. Osten. In den Ha,enanlagen von Mariupol wur­ den wir durch russische Schiffe beschossen. Gros-. Starke englische Abteilungen griffen ge­ stern abends bulgarische Stellungen südlich vom Toiransee an. Sie wurden abgerissen. Asiatischer Kriegsschauplatz. i Ter Vorstoß englischer Brigaden von Je­ richo aus über den Jordan nach Norden und Nordosten ist zum Scheitern gebracht worden. Nach erbitterten fünftägigen Kämpfen wurde der Feind in feine Ausgangsstellungen zurückigeworfen. Teile deutscher Truppen haben sich Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. hierbei an Seite ihrer türkischen Kameraden hervorgetan. Tie den Engländern abgenoml mene Beute ist erheblich!. Ter 1. LeneralquartiermeMer! H. * WTB. Berlin, den 7. Mai. Amtlicher Abendbericht: Von den Kriegsschauplätzen nichts neues. ────────── Der österr.-ung. Bericht. Der Wett.-««, Bericht. WTB. Wien, den 7. Mai, mittags. — Amtlich wird gemeldet: .ttNrJHeeH'Ae* Jbrte&tfAttttHft». Infolge der ungünstigen Witterung flaute das Avtillerieseuer ab. Ter Ehef des Generalstabs. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Vom westliche« KrleMluM. Fm zerstörte« AjmiettS. Ter Korrespondent des Secolo berichtet: Ter Anblick d er Stadt Amiens ist niederschmet­ ternd. Amiens geht seiner'völligen Zerstörung entgegen. Ter 5. Heil aller Gebäude wurde bereits getroffen, darunter die Präfektur, das Rathaus und das Museum. Tie Straßen liegen voller Trümmer und Glasscherben. Hohläugig und schwarz starren die Häuser aus ihren schei­ benlosen Fenstern. Die Bevölkerung hat seit 40 Tagen die Stadt verlassen. Nur sehr wenig Personen sind zurückgeblieben. Auch die Dörfer der Umgebung sind geräumt worden und die Einwohner habe:: sich im Innern Frankreichs zerstreut. Tie Teutschen haben ihre, schweren Geschütze in Stellung gebracht und hallen so­ wohl Amiens als auch die umliegenden Ort­ schaften unter ihrem beständigen Feuer. Tpr Streifen am Rhein. Gen f, 7. Mat. Zu der jetzigen fxanziH schischl amerikanischen Versammlung schreibt Renandel in der Humanste, es wäre für die freie Entwicklung der Völker höchst bedaucvlich, wenn die politische Zugehörigkeit ein es Gebietsstreifens am Rhein für das Wohl und Wehe der Mannschaft entscheidend bliebe. Franzosen und Engländer. Berlin, 6. Mai. Französische Divisio­ nen wurden in anstrengenden Gestältmärschen durch ruhende englische Regimenter hindurch an d en gesährdetsten Teil der Front geworfen, den die Engländer nicht zu halten vermochten. Schon vor ihrem Einsatz bei der Bereitstellung wurden sie von dem Feneryagel der deutschen Batterien empfangen, während die Engländer 10 oder 20 Kilometer rückwärts in Ruhe Iw gen Und sich nicht im mindesten um die in die vorderste Linie vorgeschickten Franzosen beküm­ merten. Stellenweise ulurben die französischen Truppen während des Vorbeimarsches von den Engländern mit höhnischen Zurufen begrüßt. Tie Erbitterung der tapferen französischen Sol­ daten gegen die britischen Bundesgenossen ist infolgedessen groß. 1 Tie blutigen Verluste ves Feindes. Berlin, 6. Mai. Tie zum größten Teil marschsähigen deutschen Verwundeten aus den Gefechten der letzten Tage bestätigen überetntftimmenb bie schweren blutigen Verluste des Feindes; besonders die hartnäckigen vergeblich wiederholten Gegenangriffe der Franzosen ko­ steten diesen srrrchtbare Opfer an Toten und Verwundeten, die größtenteils noch zwischen beiden Fronten liegen. Besonders ausfallend ist, daß die Teutschen in Flandern fast nur noch mit den Franzosen und nur selten mit Englämdern zu kämpfen hatten, was mit Recht auf die gewaltigen Verluste zurückgeführt wird, die die Engländer im Verlause der deutschen Lfisensive erlitten. Tie französischen Verwundeten, die auf derselben Krankensammelstelle in gleicher Weise wie die Teutschen verpflegt wür­ den, bestätigen ebenfalls die Angabe der deut­ schen Soldaten über die verheerenden Verlu­ ste ihrer besten Aügriffstruppen bei den wieder von neuem angesetzten Sturmversuchen. Keine Ententc-Osfensive iw Frainrcich. Gens, 7. Mai. General Berthand er­ klärt im Petit Journal bei einer Besprechung der Kriegslage, die Alliierten seien noch auf lange Zeit zur Defensive genötigt. Solange nicht die deutsche Offensive aufgehalten sei, sei an eine Offensive der Alliierten nicht zu denken. ────────── Der Krieg mit Italien. Del Krieg iti Nultes. Italienischer Größenwahn. Haag, 7. Mai. Ter "Telegraas", das von England "gewonnene" scheinholländischeBlatt, läßt sich von seinem römischen Korrespondenten das Ergebnis einer Unterredung mit einer "oekannten Persönlichkeit aus der politischenWelt" (Roms), die aber nicht genannt sein will, mit­ teilen. Wiederholt versichert der Ungenannte daß Italien durchaus keine imperialistischen Aüsprüche oder Gedanken vertrete, daß, es al­ lerdings aber nicht bloß deshalb in den Krieg gegangen sei, um sein Gebiet unversehrt zu erhalten. Es begehrt weiter nicht als: Trient und Triest mit altem Trum und Tran, die Vorherrschaft über die Adria selbstverständlich eingeschlossen, aUes Erreichbare ernt Usergebiet in dem bekannten Bogen, den Todekanrs im äg,ätschen Meer, Tripolis mit Hinterland u. die Cyreneika und endlich auch ein gut Stück von Kleinasien: Tie drei Vilajets Smyrna, K nia und Adalia. (Bitte italienisch?-belgische Liga. Ter "Secolo" meldet aus Rom, daß dort eine italienisch^ belgische Liga gegründet wurde, der zahlreiche Minister, Deputierte und Per­ sönlichkeiten der Politik und Industrie beige­ treten sind. ────────── Aus Rußland. April lautet: Tie russische Regierung prote­ stiert in einer Note an das Auswärtige Amt in Berlin dagegen, datz die Teutschen trotz des Friedensschlusses ihren Marsch fortsetzen. Oesel und Woronesch besetzten, im Taurus eindringen und in Nordfinnland Eigentum des russischen Regierung genötigt zu sehen, genügend Streivkräste zu mobilisieren, um die Freiheit und Unabhängigkeit der russischen Republik sicher­ zustellen, die immer bereit ist, die Bestimm mungen des Brester Vertrages zu beobachten. Wenn Deutschland glaubt, datz es unmöglich ist, diese Bedingungen zu erfüllen, soll es seine Forderungen klar aufstellen. Tie russische Re­ gierung drückt die Hoffnung aus, die Antwort möge befriedigend lauten und die Wiederher­ stellung des Friedens gestatten. In Schweden soll ein neues angeblich neutrales Nachrichtenbüro gegründet werden, . , , r . . , " , hinter dem diejenigen Kreise stehen, denen das an der Ersenbahnlinre nach Charbrn vor. Aus > Svenska Telegraphenbüro nicht ententefreundTransbaikalien wird eine weitverzweigte Be- f lich genug war. Vermutlich steckt die Northwegung zugunsten Semenows gemeldet Man clijse-Propaganda dahinter. Sollte diesesBüro hält es für unwahrschernlrch, datz ein Zu,auch von Schweden zugelassen werden, so wird menstotz zwischen den Semenod.ljchen Kosaken | Deutschland zu Gegenmatzreqeln schreiten und den Bolschewiki unmittelbar bevorsteht. Tie letzteren besetzten eine wichtige Brücke über den Ononflutz. Tas Hauptquartier Semenows befindet sich immer noch in der Mandschurei.» Tie Bolschewiki erblicken in Semenow eine Ge­ fahr für ihre Herrschaft in Sibirien und wer­ den ihm mit allen Mitteln, die allerdings nichl sehr bedeutend sind, Widerstand leisten. Eine russische Note. Air Südmerika. Tjie deutschen Schisse in Chile. Havas meldet aus Santiago de Chile: Tie Regierung von Chile schlotz Verträge ab, die ihr erlaubten, über die drei in ihren Häfen liegenden deutschen Schiffe sür die Ausfuhr Eine Moskauer Havasmeldung vom 30. Z^rProdukte (Metalle unb Salpeter) mit Ber lnntet- Tie -uMswe «fMtorii™ km»* strmmung nach neutralen Landern zu verfugen. Ser Stieg zur See. Tie neue deutsche Prisenordnung. _ . "■ . •. . , •; r " 1 s Wie ein Telegramm aus Christiania beKrregsnnnrsterrums beschlagnahmen. Ber dre- 1 sagt, hat die neue deutsche Prisenordnung vom sem Stand der Tmge glaubt ftch dre russische L<7 . April in Norwegen grotze Beunruhigung Ententewühlereien i*t Rußland . Tie Times berichtet:, Nach einem Mos­ kauer Bericht lieh der Kommissar sür Aus­ wärtige Angelegenheiten den Generalkonsuln von Japan, Englands Frankreich und Ame­ rika eine Note zugehen, welche erklärt, datz eine Verschwörung gegen die Sowjets entdeckt wurde, wobei big Konsuln die Hand im Spiele gehabt hätten, weiter, daß« der japanische Ver­ treter in Wladiwostok und Peking mit Aühängern einer gegenrevolutionären Organisa­ tion Verbindung angeknüpft hätten. Bon den Ajalandsinseln. Kopenhagen, 6. Mai. "Nationalti-dende" meldet aus Stockholm: Tie Verhandlun­ gen zwischen den schwedischen, finnischen und russischen Behörden jährten zu dem Ergebnis, daß die russischen Besestigungen auf denAalandsinseln, die im Widerspruch mit dem Aalandablvmmen von Rußland angelegt worden sind, wieder beseitigt werden. I Ans Sibirien. Nach Reuter meldet die "Times" aus Pe­ king vom 21. April: Tier Kosakenanjührer Semenow, der in Sibirien gegen die Bolschewiki' kämpft, schob seine Vorposten bis Kharanow ────────── Der Krieg mit England. Der Krieg mit England Irland und die Westfront. Ter irische Politiker, Chatterton Hill sprach in Berlin über Teutschland und Irland. Nie war Irland, so führte laut Teutscher Ztg. der Vortragende aus .einiger als jetzt. Wie hat nun die Drohung neuer Erhebung der Iren gewirkt? Zunächst: England tonnte die Wehrpflicht in diesem kriittschen Augenblick nicht ausdehnen, weiter:England mutzte 80 000 Mann Truppen und 20 000 Gendarmen auf der grünen Insel beschäftigen, ja, es s ah sich gezwungen, 6 weitere Divisionen zu 'schicken. Rechnet man die Division zu 20 000 Mann, so macht das 120 000 Mann, im Ganzen also 200000 Mann, die in dieser höchst kritischen Zeit durch Irland gefesselt wer­ den. Keine Friedensfühler in England. Ro tter dam, ,7. Mai. Im englischen Un­ terhause richtete Churchill an den ANtzenminü ster Balfour eine Frage über Cecils Ajeutzerungen gegenüber Reuter mit Bezug auf die sogenannte deutsche Friedensoffensive. Er ver­ langte eine Erklärung über die Gerüchte von der Anwesenheit eines Vertreters aus einem neutralen Lande in England, um hier einen Friedensfühler auszustrecken. Balsour sagte, in letzter Zeit seien keine Friedensangebote er­ folgt. Auch befinde sich kein Mitglied eines neutralen Landes,das den Versuch unternimmt, aus nichtossiziellem Wege Friedensckerhandluch gen vorzubereiten, in London. I ────────── Stic BatnnchBahn. Konstantins pel, 6. Mai. Ten Blät­ tern zurolge werden sich ehva 600 ottomanische Eisenbahnangestellte zum Betriebe der Eisen­ bahn Batum—Karsk nach Batum begeben. Ass lotirilci Lösdm. Die Notlage der spanische» Zeitungen. Nach einem Amsterdamer Blatt meldet Reuter aus Madrid, datz dies panische Regiere ung einen Gesetzentwurf eingebracht hat, in welchem vorgesehen trjlrb, der Notlage der Ta­ geszeitungen durch Geivährung von Anleihen j abzuhelfen. Ententepr-xpaganda in Schweden. Die Türkei im Kriege. ────────── In Schweden soll ein neues angeblich neutrales Nachrichtenbüro gegründet werden, . , , r . . , " , hinter dem diejenigen Kreise stehen, denen das an der Ersenbahnlinre nach Charbrn vor. Aus > Svenska Telegraphenbüro nicht ententefreundTransbaikalien wird eine weitverzweigte Be- f lich genug war. Vermutlich steckt die Northwegung zugunsten Semenows gemeldet Man clijse-Propaganda dahinter. Sollte diesesBüro hält es für unwahrschernlrch, datz ein Zu,auch von Schweden zugelassen werden, so wird menstotz zwischen den Semenod.ljchen Kosaken | Deutschland zu Gegenmatzreqeln schreiten und den Bolschewiki unmittelbar bevorsteht. Tie letzteren besetzten eine wichtige Brücke über den Ononflutz. Tas Hauptquartier Semenows befindet sich immer noch in der Mandschurei.» Tie Bolschewiki erblicken in Semenow eine Ge­ fahr für ihre Herrschaft in Sibirien und wer­ den ihm mit allen Mitteln, die allerdings nichl sehr bedeutend sind, Widerstand leisten. Eine russische Note. Stic BatnnchBahn. Konstantins pel, 6. Mai. Ten Blät­ tern zurolge werden sich ehva 600 ottomanische Eisenbahnangestellte zum Betriebe der Eisen­ bahn Batum—Karsk nach Batum begeben. Ass lotirilci Lösdm. Die Notlage der spanische» Zeitungen. Nach einem Amsterdamer Blatt meldet Reuter aus Madrid, datz dies panische Regiere ung einen Gesetzentwurf eingebracht hat, in welchem vorgesehen trjlrb, der Notlage der Ta­ geszeitungen durch Geivährung von Anleihen j abzuhelfen. Ententepr-xpaganda in Schweden. Aus neutralen Ländern. ────────── Aus Südamerika. Air Südmerika. Tjie deutschen Schisse in Chile. Havas meldet aus Santiago de Chile: Tie Regierung von Chile schlotz Verträge ab, die ihr erlaubten, über die drei in ihren Häfen liegenden deutschen Schiffe sür die Ausfuhr Eine Moskauer Havasmeldung vom 30. Z^rProdukte (Metalle unb Salpeter) mit Ber lnntet- Tie -uMswe «fMtorii™ km»* strmmung nach neutralen Landern zu verfugen. ────────── Allerlei. Kerlei. Im Streit sein Schwesterchen erschlagen hat in Pfasing bei Ebersberg der etwa 4 Jahre alte Knabe der Eheleute Probst. Beim Spielen geriet er mit seinem zwei Jahre alten Schjresterchen in Streit und versetzte dem Mädchen mit einer Gartenhacke einen Schlag aus den Kopf, der den alsbaldigen Tod des Kindes zur Folge hatte. Beibe Füße abgefahren wurden einem französischen Kriegsgefangenen, der bei Buchloe versuchte, aus einen fahrenden Güterzug aufzuspringen. Ter Franzose, der nach der Schweiz flüchten wvllte, glaubte mit dem Güter!zug rascher dorthin kommen zu können. Trotz seiner schweren Verletzungen hatte er noch die Geistesgegenwart, die Wunden zu unterbin­ den, und st ein Verbluten verhindert. Tjnrch Neberfahren löblich verletzt. In Marxgrün bei Krvnach wurde ein 7jähriges Mädchen von einem Radfahrer überfahren und st schwer 'verletzt, daß es bald daraus verstarb. Eifersucht erdrosselte der Opernsän­ ger Naerger 'vom Tilsiter Theater die Pialnistin Frau Juske-jQuoß, mit der er zusam-f men vorher ein Konzert veranstaltet hatte. Unmittelbar nach der Tat erzählte Naerger den Vorfall dem Wirt eines Weinrestaurants, aus dessen Anzeige hin dann die Verhaftung des Mörders erfolgte. Zweimal Kriegswitwe. Tie Deutsche Ztg. meldet: Zwei Männer im Kriege verlor die Frau Gutsbesitzer Nürnberger, verwitwet ge­ wesene Tix in Seeligstadt bei Werdau in Sachfsen. Nachdem ihr zu Beginn des Krieges dev erste Gatte entrissen worden war, erhielt sie die Nachricht, daß auch ihr zweiter Mann, dem sie erst vor kurzem angetraut worden war, sein Leben opfern mußte . 1 50 (WO Mark unterschlagen. In Lauban (Schlesien) beging ein 18jähriger Schreiber an der Kreiskasse einen Bettug, bei dem er 50 000 Mark erbeutete. Er fälschte die Unterschrift «. erhob das Geld. Ter jugendliche Betrüger, der flüchtete, konnte in Berlin verhaftet werden. Für 50 0*00 Mark Juwelen wurden der Gattin eines hohen Beamten aus Berlin auf der Fahrt von Berlin nach' Dresden im Eisen­ bahnzuge gestohlen. Unter den Juwelen be­ finden sich Perlen, Ketten, eine Tämenuhr, eilte Brillantnadel, zwei' Broschen, ein Granathalsiband mit goldenen Spangen, ein kleiner sil­ berner Kasten, ein silberner Becher usw. Tiie Jungfrau überflogen. A!m Freitag überflog der in Thun (Schweiz) stationierte Militärflieger Schädler den Gipfel der Jung­ frau in einer Höhe toon 800 Metern über der Bergstttze. Zu dem Höhenflug brauchte er 1 Stunde 30 Minuten. Tie Jungsrauspitze ist damit das erstemal übersstgen worden. Bayerische Richrlcht«. Zur Lage bet Pensionisten wird der "M. A. A." geschrieben: In Vollzug des Paragraph 22 des Finanzgesetzes vom 20. August 1906 wurden 160 Beamte der Verkehr so erwaltung wegen 'vollendeten 65. Lebensjahres teils mit, teils gegen ihren Willen unter Einzug des da­ maligen Wohnungsbeittages in den dauernden Ruhestand versetzt. TUrch diese Maßnahme wurde, tt|ie der damalige Person alle streut des Verkehrsministerinms in der Kammer der Ab­ geordneten erklärte, für den Staat eine Er-starung von 75 000 Mark erzielt. Aber äbk gesehen hiervon wurde noch eine beträchtliche Summe zugunsten des Staates dadurch' er­ übrigt, daß diese Beamten an der nach eindrei­ viertel Jahren erfolgten Gehaltsregulierung nicht mehr teilnehmen konnten und mehreren st hart Betroffenen die Vorrückung in die nächst höhere Gckhälts- und Pensionsklasse versagt blieb, obwohl sie hierzu nur noch 1 Bahr und 13 Tage gebraucht hätten — eine Härte, die ────────── Ich brauche dich dringend. Reimar ist nach dem Süden abgereist, ohne Adresse zu hinterlassen. Hilf mir! - Undine. Als sie ihrer Dienerin die Depeschen zur Besorgung übergeben, wurde Undine etwas ru­ higer. Sie schleppte sich wieder in ihr Ar­ beitszimmer, und dort saß und arbeitete sie die ganze Nacht, um Klarheit in das Chaos \nm ihres Vaters und Lutz' Nachlaß zu bringen, aber überall stieß sie auf Lücken, und sie bedau­ erte es schmerzlich, daß Reimar nicht zur Stelle war, ihr die Aufklärungen zu geben, die sie jetzt besonders heiß ersehnte. Während die junge Frau in der stürmen* den Herbstnacht saß und grübelte, wuchs das Gespenst der Schuld, in welche sie Reimar ver­ strickt sah, immer unabweislicher empor. Je mehr sie sich! zwang, an ihn fzu glauben, desto mehr schwand ihr Glaube dahin. Tas rotblonde Haupt in beide Hände ver­ graben, verharrte sie noch, als der graue Mor­ gen durch die Scheiben brach. Ein Bild wilder Verzweiflung und banger Ratlosigkeit, hatte sie nur den einen Gedanken: ' Wäre Reimar doch hier. Könntest du ihn doch Ajuge in Auge fragen. Ich bin gewiß, er Würde nicht lügen. Aber Reimar entrückte ihr immer ferner und vielleicht — sie empfand das plötzlich fast wie eine Gei.rißheit - kehrte er nie zu ihr zurück. Vielleicht fand er sich doch da draußen mit der Frau, die ihn einst 'verraten, die ihn jetzt wieder verraten krollte, und die er doch geliebt. Früher hätte sie ihres Vaters wegen noch dagegen Kämpfen können. Jetzt war es zu spät. Für sich selbst konnte sie nicht eingreifen. Mochte sich denn ihr und sein Schicksal erfüllen. Mochte Lorls Mutter in unersättlicher Gier hinausstürmen, ihm nach, sie Hielt Fridrun nicht zurück. Tu mußt ihn 'vor dieser Natter schützen, ihn warnen, sprach eine Stimme in ihrem In­ nern, aber Undine hob stolz das Haupt. Nein, was zwischen ihm und Fridrun gewesen und noch war, das konnte nur Reimar selbst ent­ scheiden. Am Morgen kam ein umfangreiches Schrift­ stück von Ebbo Klas an ihren Gatten. Undine mutzte es zurückgehen lassen, da ihr Reimars Adresse unbekannt war. Einige Stunden später kam der Rechts­ anwalt in äußerster Bestürzung. ; Was er hatte verhindern wollen, daß Un­ dine von der unglücklichen Affäre etwas er­ fuhr, war nun doch geschehen. Werden Sie wirklich den törichten Wunsch Fridruns erfüllen, fragte Undine, und Fridruns Sache gegen uns führen? Wie können Sie so fragen, Undine? Aber Gräfin Fridrun muß es glauben, denn sonst ist sie imstande, irgend einen anderen Rechts­ anwalt mit der Sache zu betrauen, ünd dann ist der Skandal fertig. Ich werde natürlich Gräfin Fridrun nichts versprechen, sondern nur versuchen, einen Aüjschub bis nach der Reise von thr zu verlangen und auf der Anslieser­ ung des Schriftstückes bestehen. Tann haben wir viel ge!rönnen und 'können in Ruhe der Rückkehr des Grafen entgegensehen, der, wie ich bestimmt hoffe, die Geschichte zu aller Zu­ friedenheit aufklären wird. Nicht wahr, Ebbo Klas, auch Sie glauben nicht, daß der Gras schuldig ist? rief Undine atemlos. Ich lese es in Ihren Augen. Fridruns Haß und Rachsucht treibt sie eben zum äußersten. ..-V i (Fortsetzung folgt.) i . ^ ────────── Sicherung der Flußenge des Eisernen Tores und Korrekturen an den Karpathenpässen durchfgesetzt hat, so war das, nachdem sich zu Beginn des Krieges die Gefahr dieser Einfallstore er­ wiesen hatte, eine militärische Notwendigkeit,! Mährend sie andererseits ihre Forderungen be­ scheiden gestaltete, um die Wiederherstellung eines guten Verhältnisses mit Rumänien zu ermöglichen. Was weiter die wirtschaftlichen Vorteile betrifft, die wir im Einvernehmen mit der verbündeten Monarchie durchgesetzt haben, so handelte es sich vor allem darum, uns einmal die Ueberschüsse der rumänischen Getreideernte und zweitens die ausgiebige Beteiligung an der rumänischen Petroleumindustrie zu sichern. Tiie hie und da zum Ausdruck gebrachte Ansicht, daß wir dabei auf Kosten Oesterreich-Ungarns geschädigt worden seien, ist in den Tatsachen nicht begründet. Vielmehr fallen die erzielten bedeutenden wirtschaftlichen Vorteile nichf nur für unsere jetzige Kriegswirtschaft, sondern' auch für den Aufbau nach, dem Kriege schwer ins Ge,-, wicht. Es ist auch umso weniger Grund zur Besorgnis, daß wir dieser Vorteile in der Praixis nicht teilhaftig werden könnten, da zunächst überhaupt die Militärverwaltung in Rumänien bestehen bleibt. ' Tie Frage liegt nahe, ob es richtig war, daß die Mittelmächte bei den Friedensverhandlungen nicht die dynastische Frage angeschnit­ ten bezw. geregelt haben. Aber man hielt die Taktik für richtiger, erst die innere Neuordunng Rumäniens abzuwarten. Plant doch der Ministerpräsident Marghiloman die sofortige Ausschreibung von Neuwahlen zur Kammer, mit der eine Reorganisation der ganz in den Händen der abgewirtschafteten Liberalen be­ findlichen Verwaltung Hand in Hand gehen wird. Nachdem die neue Kammer den Frieden ratifiziert haben wird, was in 6 bis ß Wochen geschehen kann, wird sich Regierung, Parla­ ment und Volk in Rumänien freilich sehr ernst­ lich die Frage vorlegen müssen, ob die durch den Verlauf des Weltkrieges wie durch die ur­ eigensten Interessen Rumäniens notwendig ge­ wordene Neuorientierung mit der unseligen Erbschaft dieses wankelmütigen, treulosen und unfähigen Königs, der stets nur ein Spielball in den Händen ehrgeiziger, zum größten Teil bestochener Politiker war, belastet werden darf. ────────── Niederbayerische Nachrichten. AederWerWe RachriM« Aheusberg, 5. Mai. (Freiwillig aus dem Leben geschieden) ist der hiesige Stadtpsarrer Tv. Aichbichler, ein allseits geachteter GListlö cher, ein Sohn des allbekannten, verstorbenen Oelonomierats und Landtagsabgeordneten Aich­ bichler in Wolnzach. Tir. Aichbichler, der an einem unheilbaren Nervenleiden litt, beging die schauerliche Tat in einem Zustande voll­ ständiger geistiger Zerrüttung. i Freyung, 3. Mai. (Tödlich verunglückt.) Dem aus Urlaub befindlichen Soldaten Johann Peter gingen heute vormittags beim Fahren toon Siebzargen die Pferde durch. Dabei geriet Peter unter den Wagen, wurde überfahren und tödlich verletzt. i ────────── Ttas Sommertheatcr hat seine Pforten eröffnet und wie der Erfolg gezeigt hat, einem zurzeit bestehenden Bedürf­ nis Rechnung getragen. Selbstverständlich ist die Einrichtung, tote in allen Sommertheatern, nicht vollwertig. Einige Mängel tönnten aber leicht abgestellt werden und dies soll auch hier­ mit angeregt werden. Vor allem wäre zu wünschen, daß an der Kasse die Preise der Plätze ausgehängt werden. Große Mängel zeigt auch, die Garderobe. Tort sind nur Stellagen vor­ gesehen, so daß die heute so wertvollen Klei­ dungsstücke zusammengefaltet und verkrüppelt werden müssen, um untergebracht zu werden. Es lväre doch, leicht möglich, die unteren Bret­ ter herauszunehmen und durch Anbringen von Haken ein freies Aufhängen der Kleidungs-, stücke zu ermöglichen, was auch eine bessere Uebersicht über die Garderobe ermöglichen würde. i ────────── Briefkasten der Redaktion. Briefkasten der MM«. Am F. Ihr Artikel über "Defizit des Komimunakverbandes" geht von falschen Voraus-, setzungen aus. Wohl haben die Rechnungsk abschlüste des Kommunaloerbandes in den letz­ ten Monaten eine Unterbilanz ersehen lassen. Hierbei handelt es sich, aber nur um die reinen Kassengeschäfte, in denen natürlich die Waren­ vorräte und sonstigen Aktivposten nicht berück!sichtigt sind. Nach unseren Informationen be­ steht beim Kommunalverband nicht nur kein Defizit, sondern es ist ein Vermögen von nahe­ zu 70 000 Mark vorhanden, das jedoch nur in einem Gesamtjahresabschluß zum Vorschein kommen kann. , i . > ────────── Literarisches. Literarisches. Sie Illustrierte Kriegs-Chronik des 9Nu heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen q«. radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chroniksttl die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kur» verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist ei also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Ala» fing in Bielefeld und Leipzig. Preis des Hef­ tes 60 Pfg.) "Wachtfeuer" (Architektur- Verlag "Tee Zirkel" G. m. b. H., Berlin. Wilhelmstr. 48, Preis 20 Pfg.) ist da« neueste 145. Heft erschienen ────────── Maies. Landehst, den 8. Mai. —* Das Eifern e Kreuz 1. Klasse wurde dem Leutnant der Landwehrkaloallerie und Kvmpagniesührer im 11. daher. Jnsanterie-Rogt. Lehmkuhl, früher im 2. Schw. Rei« tev-Regt. verliehen. Zugllich wurde der Aus-, gezeichnete zum Oberleutnant befördert. —* Das Eiserne Kreuz 2. Kl. wurde dem Infanteristen Michael Straßer, Sohn des Herrn Schwaigers und G.-B- Michael Straßer von hier verliehen. Tier Ausgezeichnete be­ sitzt bereits das MilitörsVerdienstkreuz. —* Die Silberne Tapferlkeitsmebatlle wurde dem Gefreiten Simon Eckl,Mon­ teurssohn von hier, verliehen. —* Den Heldentod für das Später? land starb der Jäger Martin Maier in einem Reservei-Jäger-Wataillon, Sohn des Herrn Oberpostschaffners o. D. Maier hier. —* Das Reinerträgnis der zugunsten der deutschen Soldatenheime veranstalteten Sammlung hat den Betrag von 2785.72 Mark ergeben. ^ i —* Der Friede mit Rumänien ist ge­ schlossen und unterzeichnet. Tie Ratifikation wird bald erfolgen. Damit ist der Krieg im Osten offiziell beendet. Allerdings sind un­ sere Truppen noch genötigt, in Finnland und in der Ukraine die Waffen zu führen, um die Friedensvertväge und die uns aus ihnen erwachsenden Vorteile zu sichern. Toch dürf­ ten auch diese Kämpfe nun bald ihrem Ende entgegengehen und damit endgiltig der Friede im Osten Einkehr halten, umsomehr als in der .Ukraine jetzt eine kraftvolle, auf breiten Volks­ schichten basierende Regierung das Rüder die­ ses Staatsschiffes ergriffen hat. —* Bittgänge haben heute stattgefunden von St. Martin nach« hl. Blutin Berg o, L., von St. Jodok nach- Achdorf und von St. Nh kola nach. Seligenthal. Tonnt haben die Bitt­ gänge der Bittwoche ihren Abschluß, gesunden. —* Angehalten wurden ausrärts drei hiesige Händler und ihnen 1 Zentner 40 Psd. Malzkaffee abgenommen. Eine Haussuchung in de rhiesigen Wohnung der Schleichhändler förderte weitere 2.5 Zentner Malzkaffes zu Tage, welche aus einem hiesigen Geschäfte im Umtausch gegen Gerste bezogen wurden. —* Der wilde Pferdehandel nimmt immer stärkeren Umfang an. Münchner, Straurbinger und Landshuter Händler kaufen Pferde, besonders im Rott- und Vilstale an und brin­ gen die Tiere trotz Ausfuhrverbotes in den Bereich- des 3. Airmebkorps, in welchem der Pferdehandel gestattet ist. Hier wurden in der letzten Zeit mehrmals Pferde, welche auf dem Transport hier durchgebracht wurden, beschlag­ nahmt. —* Die Kriegs«mtsstelle München hat den hiesigen Vertrauensmann Herrn Baurat Scheller aufgefordert, zu berichten, wie es kommt, daß im März hr. Js. 16 Prozent mehr elektr. Kraft hier verbraucht wurden als im gleichen Monat 1917. Herr Baurat Scheller wies in bet letzten Magistrats sitzung darauf hin, weil, i nie er sagte, immer wieder Leute an ihn herantreten mit der Meinung, es werde ihnen zu Unrecht etwas abgezogen. Er müsse dringend ersuchen, daß Leute, welche nicht aus ganz dringenden Gründen mehr Gas oder Elek­ trizität brauchen wollen, den Versuch gar nicht machen, sich an ihn zu wenden, da er solche Gesuche nicht genehmigen könne. Er müsse für' die- Erfüllung der Einsparungsbestimmun­ gen Sorge tragen. Es gebe auch Leute, welche glauben,s ie können jetzt schnell von Gas auf Elektrizität abspringen und dann mehr Elek­ trizität verbrauchen. Hier schafft eine Bei­ fügung Besserung, welche bestimmt, daß dort wo bisher Elektrizität nicht verbraucht wurde, eine Einrichtung nicht gestattet ist. Manche spa­ ren auch Gas ein und verbrauchen dafür mehr Elektrizität. Vielfach wollen diese Leute jetzt die Mehroer brauchsz u sch läge für Elektrizität nicht anerkennen und nicht bezahlen. Auch diese Praxis kann nicht anerkannt werden. Er müsse in solchen Fällen, wenn nicht wirklich triftige Gründe toorliegen, zur Absperrung des Kraftbezuges schreiten. Wenn aber wirkliche stichhaltige Gründe ^vorliegen, möchte er bitten, daß die Leute ihre Beschwerden nicht schriftlich anbringen, sondern zu ihm selbst kommen, dctmit er in mündlicher Aussprache die Angelegen­ heit regeln, da für schriftliche Erledigung auch das Personal mangle. —*Wohnungszählung inBay ern. Tie vom Bundesrat für die Zeit vom 12. bis zum 31. Mai festgesetzte Reichs-Wohnungszäh­ lung wird, l.txie wir erfahren, in Bayern am 16. Mai vorgenommen werden. ,, i —* Ueber Beschlagnahme und Be­ standserhebung von Platin ist eine Bekannbmachung im Anzeigenteil der heutigen Rum/-, mer enthalten. —* M a r m e l a d e. Ueber Verkehr mit Fein­ kost- und Zuckerwaren ist im Anzeigenteil der heutigen Nummer eine Bekanntmachung ent­ halten, welche auch den Verkehr mit Marmellade regelt und die Einschreibung in Kunden­ listen hierfür fordert. > . | Lokales. ────────── Letzte Posten. Tier Friede mit Rumänien. Berlin, 7. Mai. Ter heute unterzeich­ nete Friedensvertrag zwischen den Bierbund!mächten einerseits und Rumänien anderseits besagt im wesentlichen folgendes: Tie vertragschließenden Teile wollen fort­ an in Frieden und Freundschaft leben und nehmen die diplomatischen und konsularischen Beziehungen sofort nach der Ratifikation des Friedenspertrages wieder aus. Tie rumänischen Truppenteile, die nicht im Frieden bestanden haben, werden aufgelöst und derens sämtliches Kriegsmaterial einschließlich Geschütze und Maschinengewehre bis zum alt gemeinen Frieden dem Oberkommando der ver­ bündeten Streitkräfte in dem besetzten rumä­ nischen Gebiete zur Aufbewahrung übergeben. Rumänien tritt an Bulgarien jenen Teil der Lobrudscha ab, den es durch den Frieden von Bukarest im Jahre 1913 erhalten hat und läßt eine Grenzberichtigung zugunsten Bul!gariens in der Tobrudscha zu, desgleichen eine solche an Oesterreichi-Ungarn. Tie nördliche Tobrudscha bis zur Donau fällt an die Mttelmächlte, wobei diese dafür Sorge tragen, daß Rumänien einen gesicherten Handelsweg nach dem Schivarzen Meere erhält. ' Die vertragschließenden Teile verzichten ge­ genseitig auf Ersatz ihrer Kriegskosten. Wegen der Regelung von Kriegsschäden bleiben besondere Vereinbarungen vorbehal­ ten. Tie Räumung der besetzten Gebiete erfolgt zu einem später zu 'vereinbarenden Zeitpunkt. Während der Zeit der Besetzung wird die Stärke des Besatzungsheeres 6 Divisionen nicht übersteigen. Rumänien schließt mit den 'verbündeten Mächten eine neue Lonauschiffahrtsakts. Tie Verhandlungen darüber sollen möglichst bald nach der Ratifikation des Friedenspertrages in München beginnen. Ter Vierbund und Rumänien haben das Recht, aus der Donau Kriegsschiffe zu halten und an der Tonaumündung leichte Kriegsschiffe als Stationsschiffe zu 'verwenden. Tie Ratisikationsuvkunden sollen tun­ lichst bald in Wien ausgetauscht werden. Tier Tont des Kaisers. 1 WTB. Berlin, den 7. Mai. (Amtlich.) Ter Reichskanzler meldete dem Kaiser den Ab­ schluß des Friedens 'von Bukarest, woraus Se. Majestät der Kaiser telegraphisch folgendes er­ widerte: Der durch den Frieden mit Rumänien 'oolllendete Abschluß des Krieges im Osten erfüllt mich mit stolzer Freude und Tankbarkeit. In nie versagender Friedensliebe erkämpfte sich das deutsche Volk dank Gottes gnädigem Bei­ stand, unter glänzender militärischer Führung uttb mit Hilfe einer kraftvollen Staatskunst Schritt für Schritt den Weg zu einer glücklichen Zukunft. Meinen Turnt auch. Ihnen und ihren Mitarbeitern aus diesem Ablaß zu übermit­ teln, ist Mir ein aufrichtiges Bedürfnis. Gott wird uns helfen, den Kampf, zu dessen Wetterführung uns die friedensseindliche Haltung der noch gegen uns die Waffen führenden Mächte zwingt, auch weiterhin zu bestehen und zum Wohle Deutschlands und seiner Verbündeten siegreich! zu beschließen. ! Mez.: Wilhelm. ; Ter Kaiser richtete an den Staatssekretär von Kühlmann ein Telegramm, worin er feiner Genugtuung über den Abschluß des Friedens ausspricht und seinen Tank dafür ausspricht und ihm als Zeichen seiner Aberkennung den K. Krvnenorden *1. Klasse verleiht. ────────── Der Krieg zur See. hervorgerufen. Eine nähere Erklärung über die Auslegung der neuen Bestimmungen hat bisher weder der deutsche Gesandte Hinze noch das norwegische auswärtige Ministerium er­ halten. Ter Gesandte erklärte einem Vertre­ ter des Kopenhagener "Morgenbladet": Bis­ her war es so, piatz ein neutrales Fahrzeug, das unter der Flagge kriegführender Mächte fuhr, als feindliches Schiss behandelt wurde. Nun scheint es, als ob dies auch huf andere Schisse ausgedehnt wird, nämlich aus Schisse von solchen Staaten, die einen grötzeren Teil ihrer Handelstonnage an die Feinde Tvutschjlands abgetreten haben. Ties gilt in erster Linie von Holland, das bereits einen solchen Schritt unternommen hat, dann von Schweden, das den Abschluß eines gleichen Abkommens plant. Was Norwegen betrisst, so hat ja eine solche Uebertragung des Hauptteiles der nor­ wegischen Handelstonnage noch nicht stattge­ funden. i Tager-AeberW. Tjie Reform im Preutz. Herrenhause. Im preutz. Abgeordnetenhause erklärte bei der Be­ ratung des Mantelgesetzes sür die Parlaments­ reform der Minister des Innern T!r. Trews, die Regierung stehe auf dem Standpunkt, daß gerade gegenüber einem, außerordentlich demo­ kratisch gezeichneten Abgeordnetenhaus einHerrenhaus geschaffen werden mutz, dessen Be­ schlüsse nicht beiseite geschoben werden können. Deshalb hält es die Regierung sür recht, das Herrenhaus so zu gestalten, daß es in seinen Entschlüssen keinerlei Einflüssen unterliegt. Reichskanzler und Erzberger. Tas säch­ sische Zentrumsorgan, die Sächs. Volksztg. , schreibt über den angeblichen Bruch zwischen Ser Stieg zur See. Tie neue deutsche Prisenordnung. _ . "■ . •. . , •; r " 1 s Wie ein Telegramm aus Christiania beKrregsnnnrsterrums beschlagnahmen. Ber dre- 1 sagt, hat die neue deutsche Prisenordnung vom sem Stand der Tmge glaubt ftch dre russische L<7 . April in Norwegen grotze Beunruhigung ────────── Seite 4. die noch am Leben befindlichen 70—SvfZHrigen Beteiligten recht bitter beklagen. Mit RückisiHt darauf, und nachdem diese dem mittleren Beamtenstand des Verkehrsdienstes angehörigen sog. Altpensionisten ihrep etwas jüngeren Kol­ legen gegenüber eine betrHhtliche Pension^ einbuße erlitten haben, dürfte es als ein Akt der ausgleichenden Gerechtigkeit begrüßt wer­ den, wenn auch diesen Männern eine der Not­ lage entsprechende Pensionszulage zuteil wer­ den würde. Ein grsßps Entwäsierungsprvj.kt wurde in einer sehr gut besuchten Versammlung der Grundbesitzer des sogenannten Bruckermoofes «.zwischen Grafing und Glonn) in Alxing mit großer Mehrheit angenommen. Hierbei kom­ men über 1800 Tagwerk in Betracht. Tie Kosten sind in Anschlag gesetzt mit 300 000 Mark. Hiervon haben öffentliche Kassen einen beträchtlichen Teil übernommen. Prinzessin Luise von Koburg. Auf Ersu­ chen des Münchener Amtsgerichtes wurde in Budapest die Prinzessin Luise von Koburg in ihrer bekannten Kuratelangelegenheit gericht­ lich vernommen. Ter Vertreter der Prinzessin', Tr. Visontai, bestritt die Kompetenz des Mün-» chener Gerichtes. Zuständig sei nur das Wiener oder ungarische Oberhofmarsch allamt, ober das Wiener und Budapester Gericht, da die Prin­ zessin ungarische Staatsbürgerin sei. Tos Mün-, chrner Gericht sei gesetzwidrig vorgegangen. Die Prinzessin erklärte sich rechtlich und ihrem Empfinden nach, als Ungarin, verweigerte jede sachliche Antwort, unterfertigte jedoch das auf­ genommenen Protokoll. "Wander-Klaucnputzcr" werden nach dem Kriege zur Durchführung geordneter Klauen? pjlege angestellt werden. Tamit ist ein neuer Berus geschaffen. ────────── Isar Walchensee. Herr Major v. Tonat schreibt der "Münch. Post": Nachdem .man meinen einheitlichen Ab­ sturz Walchensee^Kochelsee und das am 13. Jan. ! 909 (Friede am Walchensee) von mir beste wortete Wehr bei Krünn übernommen ha?, auch von den ursprünglichen 10 KubikmeterSekunden Fsarwasser zu deren 25 übergegan­ gen ist, mit denen man in den beiden Stuften statt wie bisher 22000; jetzt 70 000 Pferde­ stärken gewinnen kann, nähert man sich schon beträchtlich meinen als "phantastisch" geläster­ ten WO 000 Walchensee-Pferdestärkpn. Durch verschiedene Unternehmungen sind ferner von meinen erst recht "phantastischen" 200 000 Pferdestärken isarabwärts bereits 120 000 ausgebaut oder projektiert. Weiterte werden folgen. Meine "Millionen bayerischer Pferdestär­ ken" werden sachte, sachte auch von anderen entdeckt. Es jängt sogar zu dämmern an, wie "unmenschlich reich Bayern durch seine Wassersi toste ist" (Kraft der Isar. S. 22). Nun hat vollends dieser Lag im Kanals Verein Ingenieur Hallinger, den dach niemand einen "Phantasten" und "Schwärmer" schelten kann, unter Osels und Rümelins Zustimmung, sich, unter Verwerfung der Main-SteppbergLinie auch noch für die Jsarkanalisierung mit gleichzeitiger Wasserkraft-Ausnutzung eingesetzt. Am 13. Dezember 1905 (Kraft der Isar. S. 16) habe ich von der "Kombination von Schisfschleusen mit Kraftwerken" gesprochen und ausdrücklich gesagt: "Durch die gleichbleibende Wassermenge, die auch, 'von den Tonaudampfern dankbar empfunden werden f.ritb, ist die Grund«bedingung gegeben für die in ihren glücklichen Konsequenzen noch gar nicht abzusehendeSchiff'fahrt vom Schwarzen Meer bis München". Ich habe damals schon ausgemalt, wie "die bunten Wimpel des Orients unter dem Maximi(icmetun vorbeistreichen werden". Und ant 16. Juli 1913 auf dem Schiff fahrtskongreh in Meiningen habe ich darauf hingewiesen, daß "Bayern, so krillkommen sein Anschluß an die Nordsee, doch con der Natur durch die herrliche Tonaustraße nach dem Schwarzen Meer zu orientiert ist." Tort und an den 4120 Kilometer Tampferstrecken des Lonaugebietes seien alle Rohstoffe in über­ reicher Fülle und aussichtsreiche Märkte vorihanden. Die Konkurrenz fei dort auch nicht so übermächtig wie an der Nordsee, ho Bayern erst die alteingesessenen Industrien Nord- und Westdeutschlands, Frankreichs und Englands verdrängen müßte. Die Transporte seien auch billiger als über den Jura hinweg. Nur in einem Punkte stimme ich mit Herrn Herrn Hallinger nicht überein. Er emp stehlt die völlige Kanalisierung der Isar mit einer grö­ ßeren Anzahl kleiner Staustufen, während ich auf Grund der Meßtischblätter (Einsicht in die Jsarprofile wurde mir verweigert!) mit drei oder vier höheren Staustufen auskommen möcht te. Namentlich bei Mamming, von wo man bis nach Landshut und bet dieser Stadt, von wo man bis nach München reichen könnte! Tie Schiffe hätten alsdann nur zweimaligen Schiensenaufenthalt. Endlich wäre Baierbrunn ge­ eignet, die Loisachhochwässer zusammen mit den durch meine Seentreplpe bereits ausgeglichenen Jsarfluten aufzufangen und mit ihnen die Ma­ gerwässer zu erhöhen. Ich Weiß sehr lckohl, daß durch diese langge­ streckten Seen manches Hektar überdeckt wird. Aber die Jsartalsohle ist vorwiegend kiesig und wenig irtertvoll, so daß rationelle Fischzucht viel einträglicher wird. In Wittingau bringt sie auf gleichen Flächen die vierfache Rente des Getreidebaues. Tie Fischte aber sind durch ihren Phosphor äußerst wichtig für die Volks-, ernährung. Isar Walchensee. ────────── Stimmen aus dem Publikum. Stillen aus dem Publikum. (Du Redaktion übernimmt für ©mfenßimgen unter Bit)« Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) SBott de« Gas-Strafgeldern. ; Hierzu wird uns geschrieben: In Landshut ist eine 15—20-prozentige Einsparung der Gasentnahme tarn 1916 ange­ ordnet und für einen, diese Menge überschreit-, lenden Verbrauch eine Strafe von 50 Pfennig für den Kubikmeter angesetzt. Tas dürste die schärfste Tonart sein, die in dieser Vorordnung Platz gegriffen hat, denn in der Reichshaupt­ stadt, dem Sitze des Reichskommissars, der auch für die hier besehenden Vorschriften Pate stehlt, wird die Ausführung ganz anders behandelt. Hierüber ist im gestrigen "Tag" folgendes zu lesen: Die r^vidierten Gas-Strafgelder. ANs Ersuchen des Reichskommissars für Elektrizität und Gas hat die Direktion der Berliner städtischen Gaswerke nunmehr be­ gonnen, die Aufgelder für zu viel verbrauchtes Gas einzuziehen, und zwar von denjenigen Verbrauchern, welche in der Zeit vom 1. Ja­ nuar 1918 ab mehr als 120 v. H. der von ihnen in dem gleichen Zeitraum des Jahres 1916 verbrauchten Menge an Gas bezogen ha­ ben. Wir hatten vor kurzem darauf aufmerk­ sam gemacht, daß das gelieferte Gas sich im Heiz- und Leuchtwert sehr bedeutend verschlech­ tert hat und daß deswegen die frühere Be­ stimmung über die Festsetzung von Strafgeldern sich nicht gut aufrechterhalten laste. Tiefen unseren Bedenken kommt die Behörde jetzt da­ durch entgegen, daß Strafgelder erst erhoben werden, wenn mehr als 120 v. H. Gas ver­ braucht worden sind, während die ursprüng­ liche Bestimmung lautete, daß fortan nur 90 b. H. der im Jahre 1916 verbrauchten Gas­ menge benutzt werden dürfen. Tier Reichskommtffar für Elektrizität und Gas hat also auf Grund unseres Hinweises eine Gasverschlechterung um ein Drittel in jeine Rechnung ein­ gestellt, so daß. sich- unter diesen Umständen gegen die Erhebung der erhöhten Gasgebühren für Mehrverbrauchs über 120 p. H. hinaus begründete Einwände nicht wierden erheben las­ sen. Ter Gaspreis für solchergestalt festgesetz­ ten Mehrverbrauch beträgt 50 Pfg. für bett Kubikmeter. Es scheint also daß der notwendige Truck nur auf die Provinz gelegt wird, während die Reichshauptstadt sich eine eigene Auslegung gestatten darf, die sogar erst auf "Ersuchen" des Reichskommissars gefaßt wird. Tie hiesi­ gen Gasabnehmer und besonders die Gasstrasenzahler dürfen hierüber wohl Aufklärung er­ warten. I F ────────── Ein neuer Unfug , in Kinderspielen macht sich zurzeit breit. In allen Kinderhänden sind jetzt Kreiden, mit de­ nen die Gehsteige mit Kreisen bezogen toeriden und weil die Freude am Krizeln Vorhang den, auch zugleich die Häuser oer'chmiert wer­ den. Täzu kommt noch, daß die Jugend in vollem Eifer ihren Sprungübungen huldigt und hierbei das heute so kostbare Schu'hmaterial einer zwecklosen verstärkten Abnützung aus­ setzt. Bon der Belästigung der Passanten soll ganz abgesehen werden, denn schon die anderen Begleiterscheinungen dürsten genügen, diesem Unfug ein Ende zu bereiten. —a—. ────────── Wer den Frieden will. Wer bei Rieden nid trage das Seinige dazu bei und stärke die Wehrkraft des Reiches. Jeder, der Gold oder Schmuck bei den Gold­ ankaufsstellen abliefert, hilft mit zur siegreichen Beendigung des Krieges. Der schönste Schmuck ist das Bewußt­ sein erfüllter Pflicht. m 67 Goldankaufstelle: Bayer. Vereinsbank, Fittal« Landshut. GeschLstsstunden: Werktäglich von 7,9—12 «. 2—4 Uh» Samstag von 7,9—1 Uhr. ────────── Vermischtes. GesaitgenenÄ^hianvlung in Frankreich. Obwohl seit Kriegsbeginn eine Besichtig gung und Kontrolle der Gefangenenlager durch Angelhörige neutraler Staaten eingerichtet wor­ den war, um eine Turchsührung der Haager Bestimmungen zu gewährleisten und gleichzeitig einer übermäßigen Legendenbildung über grau­ same Behandlung der Gefangenen seitens des Feindes entgegenzutreten, so haben es ein­ zelne Länder doch verstanden, sich dieser Kon­ trolle zu entziehen.Ganz besonders liefen aus Frankreich von Ansang an Klagen ein, daß dfn neutralen Vertrauensmännern die nötigen Ein­ blicke nicht gewährt und ihnen Unterhaltungen mit den Gefangenen und Entgegennahme und Weiterbeförderung von Beschwerden verboten würden. Dazu kommt noch, daß zum Beispiel die amerikanischen Vertrauensmänner Teutschlnads, die sich mit großer Bereitwilligkeit zu diesem Posten drängten, von Ansang an -nit ihren Sympathien aus der Seite unserer Feinde standen und diese Stellung vielfach nur erstreb­ ten, um als deutsche Vertrauensmänner im Interesse unserer Feinde deutsche Gefangene auszuhorchen. Ein Austauschgesangener der Marine, der durch seine Persönlichkeit wie durch seineStellung Anspruch aus Vertrauen und Glaub­ würdigkeit hat, berichtet auf Grund einer Sta­ tistik über 15 ihm bekannte französische Of­ fizierslager, daß nur ein einziges derartiges Lager in Frankreich einige halbwegs ausrei­ chende Bewegungs -und Sportplätze besitzt. Noch schlimmer ist es mit der Gelegenheit zu geistiger Weiterbildung bestellt. Tie dafür erforderliche wissenschaftliche Fachliteratur wird den Gefangenen nach Möglichkeit vorenthalten. Von den vorhandenen Offizierslagern haben nur fünf ausreichende Arbeits- und Leseräume getrennt von den Eßräumen ,in denen eine ernsthafte wissenschaftliche Arbeit natürlich nichb möglich ist, weil sie per gemeinsame Aufenthalt aller sind. Tiefe Rückständigkeit ist nicht nur aus der allen Kennern Frankreichs bekann­ ter! Genügsamkeit des Turchschnittssranzvsen in geistigen Tingen zu erklären, sondern wohl ein Ausfluß der in diesem Kriege vielfach bekundeten französischen Bosheit und Tücke, die es grundsätzlich daraus anlegt, die in fran­ zösischen Hände gefallenen deutschenGefangenen nach Möglichkeit geistig und körperlich zu rui­ nieren. Eaß die Abortgelegenheiten völlig un­ zureichend sind und daß Badeeinrichtungen fehtlen oder höchst mangelhaft sind, wird bei der bekannten Anspruchslosigkeit der Franzosen in Fragen der Reinlichkeit nicht überraschen. Aüch die knappe Verpflegung ist zweifellos nicht nur durch die Lebensmittelknappheit infolge des UBootkrieges bedingt, sondern auf feige Grau­ samkeit zurückzuführen, mit der sich die "rit­ terlichen" Franzosen in diesem Kriege dauernd beschmutzt haben .Tiefe französische Nationaleigenschast bekundet sich besonders in der Be­ handlung der Gefangenen und der Handha­ bung der Disziplin. Für Fluchtversuch werden 60 Tage strengen Arrestes, auch mehr, wegen angeblich unbegründeter Beschwerde 30 Tage -und mehr strengen AIrresties verhängt. Es kommt vor, daß Offiziere in einem Jahre 100, auch 200 Tage Arrest erhalten und dieseStrafe ohne Unterbrechung verbüßen müssen, da, was besonders kennzeichnend für die niedrige Ge­ sinnung im französischen Offizierskorps ist, die höheren Behörden meistens die von den niedri­ gen- Behörden verhängte Strafe verdoppeln. Tüvch unnötige Härten im Strafvollzug wird die Gesundheit der Offiziere ernstlich bedroht. Vor allem in den berüchtigten Straflagern, die die französische Regierung aufzulösen sich hartnäckig weigert, folgt Strafe auf Strafe, offenbar in dem Bestreben, die Offiziere see­ lisch und körperli chzu brechen. Beschwerden ge­ hen höchstens bis zum Kriegsmintsterinm, er­ reichen aber fast nie die Schweizer Gesandt­ schaft, wohl aber wird der Beschwerdeführende bestraft .Nur aus dem Lande führen die Leute ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein, in größeren Lagern und größeren Arbeitsstätten sind sie nichts als ein Material, das rücksichts­ los ausgesaugt wird. Infolge dieser Leiden, sehen unsere Leute bleich aus, sind schlecht gekleidet und oft schlecht genährt; nur der gesunde Haß gegen ihre Gegner und die Zuver­ sicht auf den Sieg der deutschen Waffen hält sie ausrecht. Zahlreiche Mannschaften befinden sich in Gesängnisssn, in Speziallägern, gehen jährelang mit ungeheilten Wunden umher und werden zu harter Arbeit herangezogen, obwohl sie jeder 'Arzt als arbeitsunfähig bezeichnen müßte. Eben an der Front gefangen, und noch! lange nicht ausgeheilt, beginnt für sie der Sklavendienst, der schwer an ihrer Gesundheit rüttelt. . Im Gegensatz zu uns, wo man grundsätz­ lich bestrebt ist, das Los der Gefangenen so günstig zu gestalten, wie es die Verhältnisse nur gestatten, wird der deutsche Kriegsgefan­ gene in Frankreichs nach Möglichkeit gequält und niedergedrückt ,der deutsche Offizier als Lügner und Verbrecher behandelt. ' Wlle sind von der Erkenntnis beseelt, daß eine Besserung nur durch rücksichtslose Repressalien zu erzielen ist und deshalb stim­ men die deutschen Gefangenen in Frankreich obwohl sie wissen, daß sie zunächst darunter zu leiden haben werden, den scharfen Maß­ nahmen, die unsere Heeresverwaltung jetzt er­ griffen hat, um das Los der deutschen Gefan­ genen in Frankreich zu bessern, uneingeschränkt zu. Denn bei den Franzosen ist rücksichtsloses Handeln das einzige Mittel ,das einen Erfolg verspricht. Der Niedergang der frarrzöstschen Zuckerindnftrie. @ i * f. 22. April. Echo« ht h»n »rite* Kriegswochen gerieten Drei Viertel der ftanzösischeu Zuckerfabriken in deutsche Hand. Ein Teil davon fiel nachher allerdings wieder an die Franzosen zurück, die meisten waren aber durch die Krirgsrvkkungen bereit» vollständig zerstört. Nach dem Kriege wird es, wie rin Aussatz im "Eclelre* öulfübrt, esse Hauptsorg« der Franzosen sein, ihre Zuckerindustrie wieder aufzubauen. Dem stehen aber fast unüberwindlich» Hindernisse im Wege. Den» für» erste mal gehen die Zuckerfabriken Deutschland und Oestereich-Ungarn» unbeschädigt aus diesem Kriege hervor und zweiten» hat die aufsereuropäische Rohzuckerproduktien mittlerweile einen großen Aufschwung genommen. Von der Grsamlerzrugung von 16, 680 000 Tonnen im Jahre 1916/17 entfallten 11 1/4 Millionen auf aufserkuropäischrn Zucker während die europäische Produktion um die Hälfte zurückge­ gangen ist, so daß sie augenblicklich nur ein wenig mehr al» V* der gesamten Erzeugung ausmacht. UeberdieS besaß Frankreich vor dem Kriege verhält­ nismäßig viele kleine Zuckerfabriken^ die mit große» Umkosten arbeiteten im Gegensatz zu Deutschland und Oestereich. Auch war die französische Zuckerindustrie auf ein allerdin gs eng begrenifts Gebiet, nämlich auf die vier Depatemenlr Rord, Pas de Calaie, Somme und Aisne beschränkt. ────────── Erfolgen, wenn alle Getränikesteusrn in erster Lesung erledigt sind. , Me Gastwirte und bi# Schleichhandel sve«Ordnung. Vom Vorstande des "Teutschen Gafvwirtsverbandes" in Berlin geht dem "Tag" solgende Darstellung zu: "Bei der Eigenart des gastwirtfchaftlichen Betriebes müßte für die auswärtigen Marken die doppelte Fleische menge zugebilligt werden, wenn es gelingen soll, dem Schleichhandel ein Ende zu berei­ ten. Ter Gastwirt kann den Gästen nicht die Kost vorsetzen, wie sie heute diejenigen Per­ sonen, die sich vom Schleichhandel fernhal­ ten ,im eigenen Haushalte zu sich nehmen, weshalb auch die Versorgung ganz ohne den Schleichhandel Wohl nirgends vor sich gegan­ gen ist. Wenn der Schleichhandel bekämpft wer­ den soll, so mag dies notwendig und auch durchführbar sein, aber den Gastwirt unter die scharfen Strafbestimmungen zu stellen, hält man in Fachkreisen für ebenso ungerecht wie unmöglich. Wie der Privatmann wegen Ver­ sorgung seines eigenen Haushalts nicht zur Strafe herangezogen wird, müßte dem Gast­ wirt die Strafe ferngehalten werden. Nie wird der Gastwirt seine Gäste befriedigen können» wenn er nur aus die Zuteilungen angelriesen ist, die chm seitens seiner Kommune gemacht werden. Es sei nur aus die zur Frontsahrenden oder ! oom Felde kommenden Militärs hingewie­ sen, die bei ihrer Turchreise aus die Gast­ stätten angewiesen sind und bei der jetzt vor­ geschriebenen Belieferung der Wirtschaften nicht ausreichend ernährt werdest können .— Cs kann auch nicht angängig sein, ein großes Gewerbe durch Gesetzgebung zu zwingen, ent­ weder zugrunde zu gehen oder "unehrlich" zu werden. Tie großen Städte sind von der Nahrungsmittelnot schwerer betrosfen als das flache Land Und die kleinen Orte. Es gibt deshalb nur zwei Wege: enttreder ausreichen­ de Zuweisungen für die Gastwirte, vorzugs­ weise in Orten mit großem Fremdenverkehr oder eine Verfügung, wonach die Strafbesttmlmung des güverbsmMgen Schleichhandels auf den Gastwirt keine Anwendung findet. Ter Gastvirtsstand ist immer ein Stand von gro­ ßer volkswirtschaftlicher Bedeutung gewesen u. hat an Opferwilligkeit und vaterländischerGesinnung den anderen Gewerben und Bürgern nie nachgestanden. Tarum ist die Frage berech­ tigt: Womit hat der Gastwirt diese ihn und die Oesfentlichkeit schädigende Behandlung ver­ dient?". _____ Neuwahlen in Ungarn? Kaiser Karl be­ auftragte durch Handschreiben den bisherigen Ministerpräsidenten in Ungarn Tr. Wekerle mit der Neubildung des Ministeriums und ermäch­ tigte ihn zugleich, A. zur Sicherung der Wahl­ rechtsoorlage zur Ausschreibung von Neuwah­ len. r Ungarische Sensationen. Ter Budapester Atz Est erfährt, Wekerle werde sein eben über- nommenes Amt mit aufsehenerregenden An­ kündigungen antreten .Austr der Wahlreform und der ungarischen Armee wird er mit königlicher Ermächtigung den Anschluß Bosniens und der Herzegowina an Ungarn ankündigen, ebenso die Absicht des Kaisers, von nun an längere Zeit in der ungarischen Hauptstadt zu­ zubringen. Tie Vorstellung der Regierung im Abgeordnetenhause wird voraussichtlich ant Freitag erfolgen. — Tjer Berl. Lok--Anz. be­ merkt dazu: Tie Verantwortung für die Richjtigkeit dieser allerdings sensationell klingen­ den Nachrichten müssen wir natürlich dem Bu­ dapester Blatte überlassen .Mit größter Vorsicht ist jedenfalls die Meldung von dem bevor­ stehenden AUschlutz Bosniens und der Herze­ gowina an Ungarn aufzunehmen. Ties wi­ derspreche allem, was bisher über die Umgestaltnngspläne in der Monarchie bekannt ge­ worden ist. Tie "Frieden Assen sive". Ter Rotterdamsche Courant meldet aus London :Tie Aeu­ ßerungen, die Lord Ceeil vor amerikanischen! Journalisten über eine bevorstehende Frie­ densoffensive gegen England getan hat, rufen in liberalen Kreisen Aergernis vervor. — Tie Westminster Gazette protestiert dagegen und erfliärt, die Aufgabe des Ministeriums des Aeuß^rn sei es, zunächst einmal Vorschläge abzu­ warten und sie nicht von Vorneherein ust freundlich abzulehnen. — Tailh News erklärt das gleiche Und kritisiert das von einem Nachirichtenbüro verbreitete Gerücht, das von einem neutralen Abgesandten spricht. Täs Blatt stellt die Frage: Welches Ministerium hat die Un­ terhandlungen mit diesem Mann geführt? — Snowden trßrd tot Unterhause eine Diskussion über die Aeußerungen Cecils veranlassen.