Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-06-13. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 159, 1918-06-13. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Linienschiff versenkt. — Seit 27. März 6566 Quadratkilometer besetzt und 208 000 Gefangene gemacht. ────────── WTB. Berlin, 12. Juni 1918, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgrmppe des MneralfeldmarschatlS Kronprinz Rupprecht von Bayer« Artilleriekämpfe wechselnder Stärke. Die Jnfanterietätigkeit blieb auf Erkun­ dungsgefechte besitz,ränkt. ! Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. In schweren Kümpfen hat die Armee des Generals von Hutier gestern den erwarteten, zur Wiedereinnähme des Höhenblocks südwestlich- * von Nohon geführten heftigen Gegenangriff mehrerer französischer Divisionen zum Schei­ tern gebracht. Unter schwersten Verlusten wurde der Feind auf seiner Angriffsfront von Le Ployron bis Antheuil zurückgeworfen. Seine in großer Zahl zum Einsatz gebrachtten Panzerwagen liegen zerschossen auf dem Kampsfelde. Zwischen Merh und Belloy, wo der feind­ liche Ansturm an unserem Gegenstoß, zerschellte, dauerten erbitterte Kümpfe bis zur Dunkelheit an. I Das westliche Oiseufer nördlich:'der Matz­ mündung wurde vom Feinde gesäubert. Die Zahl der von der Armee eingebrachten Gefangenen Hai sich! auf wehr als 13099 erhöht. Der Verlust der Höhen südwestlich von No­ hon zwang den Feind ip Räumung seiner Stel­ lungen am Carlepvntwalde auf dem Ostufer der Oise. Dem weichenden Feinde stießen wir über Carlepont und Caisnes scharf nach), und er­ reichten kämpfend die Linie nördlich Baillh— Trach—Le Bal^westlich, Nampcel. Hartnäckig und kein Opfer scheuend setzte der Feind seine vergeblichen Angriffe nord­ westlich- von Chateau Thierrh fort. Mehrfacher Ansturm brach, hier blutig zusammen. D«r 1. GeuerallmarriermeMer i iä s c tt$> o v f > WTB. Berl in, den 12. Juni. Amtlicher Mendbericht: Oertliche Kämpfe auf dem Schlachtfelds südwestlich- von Nohon und südlich der Aisne. Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. ────────── In Albanien int Raume bei Siaapremte nordwestlich- Korea dauern die Kämpfe mit den angreifenden Franzosen an. Ter Chef des Generalftabes. Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, 12. Juni 1918, mittags. AMtlich wird gemeldet: An der Gebirgsfront und an der Piave­ front anhaltende Artilleriekämpfe. Im Ab­ schnitt des Stilffer Jochs westlich von Asiago und am Asolone wurden feindliche Vorstöße abgewiesen, . j ; 1 ", {. ^ i . ! ! i ────────── tiefte Zusammen, zahlreiche Schwarze unter dem stürzenden Holz begrabend. So stark war der Eindruck auf die Ueberlebenden, daß, sie zu einem ernsten Widerstand nicht mehr fähig wa­ ren. In den ersten Junitagen zogen sich die Schwarzen in das sumpfige, buschbestandene titesmtbe der Vesle zurück. In dem unüber­ sehbaren Dickicht waren sie von der Artillerie schmieriger zu fassen und fanden bessere Vor­ bedingungen für ihre gewohnte Kampfweise des Kleinkrieges und heimtückischen Ueberfalles. Aber die Truppe lieh sich, nicht schrecken. Tie Regimenter blieben den "Schwarzen an der Klinge. Sie nahmen das in dem Dickicht eines verwilderten Parkes liegende Schloß Marais und die umliegenden Fermen. Tie Schwierig­ keiten waren groß, der Grund sumpfig, das hohe Gras und dichte Buschwerk überall ver­ drahtet. Tie Schwarzen wehrten sich verzwei­ felt. Es war ihnen gesagt, daß'die Teutschen alle gefangenen Neger zu Tode marterten, und für den Fall des Verlassens ihrer Stellungen war ihnen Todesstrafe angedroht. So sümpf­ ten sie bis zum letzten Mann. Tie von ihnen gehaltenen Graben find voller Toter. In ihren feldgrauen und khakibraunen Uniformen lagen sie Hausenweise übereinander. Bei Schloß Ma­ rals wurden 120 Tote gezählt. In einem Gra­ ben südlich der Baslieux Ferme kamen auf über 100 Tote nur 4 Gefangene. Alle List und Wildheit nützte den Schwarzen nichts im Kam­ pfe mit der Kraft und Gewandtheit der weihen Gegner. Wo die Neger nicht durch Artillerie zu fassen waren, verstanden es kleinere Ab­ teilungen immer wieder, die Stellungen der schwarzen Franzosen richtig zu packen. Am Aisne-Marne-Kanal kroch ein Kompagnieführer mit 6 Mann und einem leichten Maschinen­ gewehr durch eine Lücke in den französischM Stellungen, durchschwamm den Kanal und rich­ tete von rückwärts, aus 30 Schritt Entfernung, cm verheerendes Feuer auf die Schwarzen, von denen kein Mann entkam. Alle Schwarzen führen das CmKe, das schwere Schlächtermesser der Wilden, und abgeschlagene Köpfe deutscher Soldaten beweisen, daß.sie es auch! gebrauchen. Tie eingebrachten Gefangenen waren größten­ teils betrunken. Ter französische Nationalswlz versteift sich auf den Besitz von Reims. Aber die Verteidigung der alten Krönungsstadt und b>r altehrwürdigen Kathedrale durch Schwarze wird auf ewige Zeiten ein Fleck auf der Waffen? ehre des französischen Heeres sein. (Z.) Ans den letzten .Kämpfen. Ter "Matin" berichtet, dah dfe Verwunde­ ten aus den letzten Kampftagen zwischen Marne und Oise Hauptsächlich! nach Paris geschafft wer­ den. Auffallend groß sei die Zahl der Ver­ letzungen durch! Jnfanteriegeschosse und bemer­ kenswert klein die der Verwundungen durch Artilleriefeuer, was der "Matin" vor allem als Folge des Bewegungskrieges ansieht, bei dem die Artillerie mangels eines bestimmten Zieles an Wirksamkeit einbüße. ────────── Der Krieg mit Italien. Verstärkung der italienischen Front. 1 Zu der starken Erkundungstätigkeit in Italien in den letzten Tagen erfahren die "Bas­ ler Nachrichten" aus Mailand, daß aus allen Teilen Italiens die Abreise von Truppen, be­ sonders Rekruten des jüngsten Jahrganges an die Front erfolgt ist. Italienischer Skandal. Der bekannte Psychiater Professor Buecelli hat sich im Kerker zu Genua erhängt. Professor Bnceelli war verhaftet worden, weil er falsche ärztliche Zeugnisse zur militärischen Dienstenthebung ausgestellt hatte. i ────────── ' Tw Tfchelchp-Slowaktt. Tie Wiener Blätter berichten aus Kiew: Zu der bereits gemeldeten Entwaffnung der tschecho-slowakischen Aufrührer in Rußland werden noch folgende Einzelheiten bekannt, die die ganze Vorgeschichte und den Verlaus des tschecho-slowakischen Abenteuers beleuchten. Die | Ursache des über Moskau verhängten Kriegs! Zustandes bildete das Auftreten der TschechpI Slowaken. Diese erhielten im März 1918 von den Volkskommissären die Erlaubnis, bewaffnet über Wladiwostok an die französische Front ab­ zugehen. Längs der sibirischen Hauptbahnlinie setzten sie sich! nachher an vielen Punkten fest und brachten zahlreiche Orte in ihre Gewalt; sie versuchten ferner, sichj auch der Städte Tscheljabinsk, Pensa und Rußjewka nördlich! von Pensa sowie Samara und Seyaran zu be­ mächtigen, aujsji agitierten sie gegen bfe Sowjet­ regierung. Diese befahl hieraus die Entwaff­ nung der Tschechp-Slowaken und sammelte stär­ kere Streitkräfte im Raume von Pensa und Rußjewka. Ueber 3000 bewaffnete TschechpSlowaken hatten Pensa besetzt. Sie wurden von den Sowjettruppen in einem zweitägigen Kampfe hinausgeworfen. Die Tschecho-SIowakon beabsichtigten angeöEitlL längs der Bahn ge­ gen Samara vorzugehen. Ueber Samara wurde ebenfalls der Kriegszustand verhängt. Im gan­ zen scheinen dort gegen 12 000 Tschecho-Slowaken gestanden pt haben, die sich den letzten Mel­ dungen Zufolge nun unterwerfen. Aus Poleu. Tie polnischen Mindestforderungen. Tie Blätter des österreichischen Okkupa­ tionsgebietes bringen aus galizischeu Quellen folgende Mindestforderungen, die Ministerprä­ sident Steczkowski namens der polnischen Re­ gierung in Berlin und Wien vorgelegt habe: ein Bündnis mit den Zentralmächten, Militär­ konvention, staatliche Unabhängigkeit, Integri­ tät des bisherigen Gebietes von Kongreßpolen, territorialer Ausgleich! in ethnographi shi-polnischen Gebieten östlich der Linie Narew—Bobr —Njemen für den Verlust d er litauischen Kreise Wladislawow, Kalwarja, Wilkcwysz und Mariampol im Gouvernement Snwalki, ferner eine Grenzergnlierung gegen die Ukraine, die den strategischen Notwendigkeiten entspricht, und schließlich die Möglichkeit wirtschaftlicher Ent­ wicklung durch den Abschluß eines Handelsverrrages, der im Wege einer freien Weichselschis fahrt den Zutritt zum Meere sichert. Aus Rußland. ────────── Aus Polen. Tie polnischen Mindestforderungen. Tie Blätter des österreichischen Okkupa­ tionsgebietes bringen aus galizischeu Quellen folgende Mindestforderungen, die Ministerprä­ sident Steczkowski namens der polnischen Re­ gierung in Berlin und Wien vorgelegt habe: ein Bündnis mit den Zentralmächten, Militär­ konvention, staatliche Unabhängigkeit, Integri­ tät des bisherigen Gebietes von Kongreßpolen, territorialer Ausgleich! in ethnographi shi-polnischen Gebieten östlich der Linie Narew—Bobr —Njemen für den Verlust d er litauischen Kreise Wladislawow, Kalwarja, Wilkcwysz und Mariampol im Gouvernement Snwalki, ferner eine Grenzergnlierung gegen die Ukraine, die den strategischen Notwendigkeiten entspricht, und schließlich die Möglichkeit wirtschaftlicher Ent­ wicklung durch den Abschluß eines Handelsverrrages, der im Wege einer freien Weichselschis fahrt den Zutritt zum Meere sichert. ────────── Die Türkei im Kriege. Friede zwischen der Türkei und dem Süd- ; kamkasus. Konstantinopel, 11. Juni. Den Blät­ tern zufolge berichtete der Justizminister Hilltl Bei aus Batum, daß 'die Verhandlungen mit den Abgeordneten des Südkaukasus beendet sei­ en und daß der Friede unterzeichnet sei. ────────── Schwedens Ausfuhr nach Rußland. ' "Berlingske Tidende" meldet aus Stock­ holm: Anläßlich der Meldung Wer Einführung des russischen Monopolsystems für die Ausfuhr und Einfuhr veröffentlicht der Direktor der schwedischen Ausfuhrvereinigung die Auffor­ derung, man möge sich vorläufig abwartend verhalten und keine Ausfuhrgeschäfte mit Ruß­ land abschließen, bis eine genauere Mitteilung von dort vorliege. Tie Ausfuhrbereinigung hat Vertreter nach! Rußland gesandt, um die Wirtschaftslage daselbst zu untersuchen. "Königin Regentes" — ejn englisches Opfer. Ein "Eingesandt" des "Nieuwe Courant" tritt der Ansicht entgegen, dah die "Königin Rezentes" von einem deutschen U-Boot torpe­ diert worden fei. Ohne näheren Beweis könne das in keiner Weise behauptet werden. Es sei vielmehr denkbar, daß ein englischer UBvotskommnndant wußte, daß die englische Kommission nicht mit der "Königin Regentes", sondern mit der "Sickdoro" fuhr. Der Einsen­ der erinnert daran, daß die englische Regier­ ung seinerzeit nicht zugegeben habe, daß von englischen Flieger« Bomben in Holland abge­ worfen worden seien; ebenso habe die Admira­ lität auf das Bestimmteste behauptet, daß die in der Scheldemündung verankerten Minen kekne englischen Minen seien, obwohl in beiden Aus neutralen Ländern. , Fällen vollkommen erwiesen wurde, daß die Ableugnung eine riesenhafte Lüge war. Man ist immer, wenn ein Schiss torpediert wird, sofort bei der Hand zu sagen: Das hat ein deut­ sches U-Boot getan. Wenn man fifl), aber auf feinen unparteiischen Standpunkt stellt, ist es nach, den angeführten Tatsachen wahrscheinlich, daß hier ein englisches U-Boot schuld fst. ────────── Aus Amerika. Wilsons Imperialismus. ' Aus dem Haag wird berichtet: Mit der Ende voriger Woche angekommenen Post liefen auch einige Briese aus Nordamerika ein, aus denen zu entnehmen ist, daß das Vorgehen der amerikanischen Behörden gegen die deutsche Presse in den Vereinigten Staaten hauptsächlich, dem Umstande zuzuschreiben ist, daß diese vor einiger Zeit Privatäußjerungen des Präfidenten Wilson sehr imperialistischer Art wiederge­ geben hat. Darnach, hat Wilson vor einigen Monaten gesagt: Die Vereinigten Staaten seien in frrganisationsgrundlinien" in grundsätzlicher Opposition zum herrschenden Regierungssystem und zur Kriegspolitik derReichsregierung. Ihr Endziel liegt in der Beseiti­ gung der gegenwärtigen staatlichen und gesell­ schaftlichen Ordnung. Sie erstrebt während des Krieges die Erschütterung der Geschlossenheit und Einmütigkeit des deutschen Volkes. Ange­ sichts dieser den vaterländischen Bestrebungen zuwiderlaufenden Bestrebungen erachte ich es für geboten, einer Stärkung dieser Partei wäh­ rend des Krieges mit allen gesetzlichen Mitteln entgegenMarbeiten. Ein wirksames Mittel, einem weiteren Umsichgreifen des verderblichen Einflusses der unabhängigen sozialdemokrati­ schen Partei vorzubeugen, ist, jene Parteiange­ hörigen, die sich durch, agitatorische Umtriebe besonders hervortun, aus 'ihrem Wirkungskreis zu entfernen. Die bezüglichen Anordnungen der stellv. Generalkomstrandos stützen sich! auf das Kriegszustandsgesetz und sind .rechtlich un­ anfechtbar. Wir handeln mit unseren Maß­ nahmen nur in berechtigter Notwehr. Da geht es hart auf hart und weichliche Rücksichtnahme auf den Einzelnen wäre ein Verbrechen gegen die Allgemeinheit. i Tie Brotration wurde in München auf 180 Gramm pro Kopf festgesetzt, da das Direktorium der Reichsgetreidestelle eine Belassung der bis­ herigen Menge von 200 Gramm nicht gestattete. Der Landesverband bayer. Ackerbauver­ eine e. V. hielt am 8. Juni in München eine Vertretersitzung ab. Dem Verband gehören 700 Ackerbauvereine mit rund 20 000 Mitgliedern an. j Ter Fremdeirandrajng in Bad Mssinge» ist zurzeit Lang ungewöhnlich, groß und er­ reicht nach! der Kissinger Saale-Ztg. nahezu die Besucherzahl der Friedensjahre. Die Hotels und Kurhäuser sind bis zu den Dachzimmern besetzt. Bis zum vorigen Samstag waren 10174 Fremde gemeldet, das sind gegen das Vorjahr mehr 4458 Personen, gegen die glei­ che Zeit im letzten Friedensjahr 1914 weniger nur 900 Kurgäste. [ ; Auf Schleichhandel steht Gefängnis und f Zuchthaus. i ! j i ────────── Die Nebelfrau. Roman von Ainnh Wothe. (Nachdruck verboten.) 100 So hielt Ekle Thornsen die Totenwacht. » Man hatte die Gräfin Lidwtna auf der ""Insel der Seligen", wo alle Randolts schlie­ fen /zur letzten Ruhe gebracht. Tie lodernden Totenseuer, die in dem gro­ ßen Prunksaal des Schlosses aus einem Wald grüner Palmen in köstlichen Schalen hoch! em­ porgeloht, waren erloschen und im Schlosse selbst herrschte eine erdrückende Stille. Nicht einmal Lorl wagte ein lautes Wort. Beängsti­ gend lag ein tiefes, drohendes Schweigen über dem Gorlingshof. Heute, als der Tag sich neigte, hatte man Dorret aus dem kleinen Dorskirchhof zu Grabe geführt. Zwölf junge Friesinnen in ihrer maleri­ schen Tracht mit den weißen Flügelhauben, die wie Schleier im Winde wehten, hatten den weißen Sarg der Gespielin unter dem 'Gesang der Schulkinder die verschneite Tiorfstraße ent­ lang getragen. ; > ! j ; [ An der Seite seines Bruders war Timm Randolt festen Schrittes, wenn auch bis in die Lippen blaß, dem' Sarge der Geliebten ge» folgt, den seine Liebe trotz Winterzeit mit dustigen Rosen geschmückt. Timm hatte auf dem ganzen Wege für nichts Augen, als sür den vor ihm hin- und herschwankenden weihen Sarg.j der sein Liebstes barg, nicht einmal EkkeThorn-! sen hatte er gesehen, der mit seinem Sohne! Olaf unmittelbar hinter dem Sarge herschritt,j das Gebetbuch fest gegen die Brust gepreßt und die Augen weit ins Leere gerichtet. Timm Randolt konnte noch immer nicht» fassen, daß sein Liebestraum zu Ende sein soll-! te. Er meinte, jetzt müßte Dorret mit holdem: Lächeln da oben an der Torfstraße um die Ecke biegen und süßpn Auges zu ihm sprechen: I Guten Tag, Herr. Warum blickt Ihr so trübe? Seht Ihr nicht, daß ich lache und glück-' lich bin? ! ! Mit feierlichem Klange huben die Toten»' gloden zu läuten an. To wurde es Timm dunkel vor Augen. Vor ihm tauchte wie eine Vision Undine in der weißpn Schneelandschaft auf und warf Blumen in die Gruft, als der Weiße Sarg langsam verschwand. Ernst und andächtig klang der Gesang der Schulkinder über die Gruft: j t ' Wenn sich zwei Herzen scheiden, Tie sich dereinst geliebt, ' : Das ist ein großes Leiden, Wie's gröhres nimmer gibt. 1 Es klingt das Wort so traurig gar, Fahr wohl, fähr wohl aus immerdar, Wenn sich zwei Herzen scheiden, Tie sich einst geliebt. 1 . ' ' Tn fand Timm Randolt Tränen, heiße, erlösende Tränen. Tann war auch das Begräbnis vorüber und Gras Timm stand, Abschied nehmend, vor seinem Bruder, dem er zum erstenmal wahrhaft herzlich und bewegt die Hand drückte. ' Ich habe dir Unrecht getan, Reimar, sagte er zum Schluß innig, verzeihe mir. Ich war ein törichter Knabe. Heute weiß ich, daß du es nur gut Mit mir meintest, wenn du hart mit mir warst. i fgortsetzung folgt.) , ────────── Niederbayerischen Nachrichten. * Altfraunhoftn, 11. Juni. (Abgebrannt) ist ein Bienenhaus des Bauern Westermeier in Hotlkam. Ter Schaden wird aus 1000 Mark beziffert. Als Brandursache wird Unvorfitzftigkeit mit der Bienenpfeise angenommen. ────────── Dienstesnachrichten. Gendarrncricdienst. Versetzt wurden die Gendarmerie-Vizewachtmeister Rupert Grill­ maier von Schönau nach Massing und Johann Spoerl von Lalling nach, SWnau. ────────── Nene N-Bootserfolge. WTB. Berlin, 12. Juni. IM Mittel­ meer wurden durch unsere U-Boote 6 Dampfer von zusammen 22 000 Brutto-Register-Tonnen versenkt. Ter Chef des ADmtralstabeS der Marine. Tie deutschen Erfolge. Berlin, 12. Juni. Ter Geländegewinn der Deutschen seit 27. März beträgt 6566 Qua­ dratkilometer. In dieser Zahl ist der Gelände­ gewinn des Angriffes zwischen Montdidier und Nohon nicht einbezogen. Tie Entente konnte dagegen bei all ihren Hauptschlachten an der Somme, bei Arras und in Flandern lediglich, 561 Quadratkilometer in vielen monatelangen Kämpfen erobern. Tie Gefangenenzahl seit 27. März ist mit den letzten Erfolgen an der Matz auf 208000 gestiegen. - 1 Wilson an die amerikanischen Arbeiter. Washington, 12. Juni. (Priv.) Prä­ sident Wilson schrieb in einem Telegramm an den amerikanischen Arbeiterverband und den amerikanischen Verband für Arbeit und Demo­ kratie u. a.: Wir erleben jetzt die schwerste Zeit des Kampfes, jedoch kann die Nation sie ver­ trauensvoll bestehen, da sie jetzt sicher ist, daß keine feindlichen Intriguen jemals unsere Na­ tion durch wirtschaftliche Kämpfe und Klassen­ streitigkeiten, die der Feind geflissentlich! an­ zuschüren versuch^, zu stören vermögen. In diesen Tagen der Prüfung und Selbstaufopfer­ ung trägt der amerikanische Arbeiter mit Wür­ de seinen Teil der nationalen Last. Letzte Posten. Graf Burian abgereist. WTB. Berlin, den 13. Juni. (Amtlichj.) Der K. und K. Minister des Aeußern Graf Burian, der am 11. Juni in Berlin eingetrof­ fen war, ist gestern abends wieder nach! Wien abgereist. Graf Burian, der in erster Linie dem Reichskanzler Grafen Hertling seinen An­ trittsbesuch, als Minister des Aeußern abstattete, hatte während seines Berliner Aufenthaltes Gelegenheit, mit den leitenden Staatsmännern Deutschlands eingehende Besprechungen zu pfle­ gen. Diese Besprechungen umfaßten alle der­ zeit im Vordergründe stehenden Probleme, die einer gründlichen Beratung unterzogen wur­ den. Das größte wechselseitige Entgegenkom­ men und freundschaftliche Vertrauen, das den Verhandlungen das Gepräge gab, berechtigt zur Erwartung, daß in den vereinbarungsge­ mäß in allernlächster Zeit beginnenden eingehen­ den weiteren Verhandlungen die zur Beratung stehenden Fragen eine weitere Klärung erfah­ ren und binnen kurzem eine endgiltige, alle Beteiligten befriedigende Lösung finden werden. ────────── Inserate. ────────── Lokales. Land? Hut, de» 13. Jur i —* Der neue Bürgermeister Tr. Herteriich hat die auf ihn gefallene Wahl angenom­ men. Die "L. Ztg." verübelt es uns, daß, wir vor der Wahl noch, einer St. a. d. P,. Raum gegeben haben, in welcher auf die politißtzie Seite der Wahl hingewiesen wurde. Das war unser Recht und wurde außerdem in burgftiedlich ßtzjonendster Form ausgeübt. Der neue Bürgermeister ist Zentrumsmann und hat, wie die "L. Ztg." selbst bemerkt, aus seiner politi­ schen Ueberzeugung nie ein Hehl gemacht. Das verlangt auch, niemand. Nur muß, ein Bürger­ meister sich, möglichst vom politischen Leben fern halten und über den Parteien stehen. Ties soll auch! bei dem neuen Bürgermeister schon als Rejchisrat der Fall gewesen sein. Es besteht daher die Hoffnung, daß ec auch als Stadtoberhaupt nicht anders handeln wird. Dann kann er ein Bürgermeister werden, wie ihn Herr Fabrikbesitzer Schmiedel in seiner Rede in der letzten Versammlung im Hotel Dräxlmair so treffend verlangte in folgenden Ausführungen: "Ter neue Bürgermeister soll ein tüchtiger Jurist mit guter Staatskonkurs­ note sein, bereits beivährt int Verwaltungs­ dienst, unabhängig nach oben, nach, unten nach rechts, nctiiji links, ohne falschen politischen; be­ ruflichen und gesellschaftlichen Ehrgeiz, um­ gänglich im Dienst, zurückhaltend außer Dienst viel am Arbeitstisch, wenig am Biertisch, kein Jubel- und Trubelbürgermeister, sondern ein ernster und gediegener Mann mit Arbeitskraft und Arbeitswillen." Arbeitskraft und (Arbeitswille sind aber Eigenschaften, die man unserem neuen Bürgernckister in seiner bisherigen Stel­ lung in hohem Grade nachrühmt. Es besteht daher die begründete Hoffnung, daß er auch im Dienste unserer Stadt hiervon ausgiebig Gebrauch, machen wird. Damit wird er sich auch die Mitarbeit aller sichern, die es ernst meinen ittit dem Wöhle unserer Stadt. In die­ sem Sinne begrüßen auch! wir das neue Stadt­ oberhaupt. I I —* Ein Leichtverwundetenzug, brachte heute früh 267 Leichtverwundete und Kranke aus dem Westen. 197 wurden durch, die Freiw. Sanitätskolonne in die hiesigen Laza­ rette im Kolonnenhaus, in der Hufbeschlagfchule, in der Dr. Leonhardtschen Mrgenklinik.im städt. Krankenhaus und im Magdalenenheim verbracht. 70 wurden in die Lazarette in Bilsbiburg, Neumarkt, Pattendorf und Dingolsing überführt. —* Die Zuckerversorgung wird bes­ ser. Bei der letzten Ablieferung der Zuckermar­ ken wurden 1445 Marken weniger abgeliefert als im Monat Februar vor Beginn der Kontrvlle. Damit ist unsere Zuckerversorgung auf eine bessere Grundlage gekommen, die es er­ möglichen dürfte, mehrmals im Jahre 750 Gr. Zucker pro Monat zu verteilen. i —* Einen Ueb erblick Wer die Erfolge unserer Truppen im Westen bringt eine Berli­ ner Meldung. Seit 27. März haben unsere Truppen 6566 Quadratkilometer Gelände ge­ wonnen, also d'as elffache, was unsere Feinde in den Schlitzten an der Somme, bei Arras und in Flandern trotz, blutigster Opfer zu er­ ringen vermochten. In der gleichen Zeit ha­ ben unsere Truppen 208000 Gefangene einge­ bracht. Diese Ziffern geben ein treffendes Bild der gewaltigen Leistung, die unsere tapferen Feldgrauen in 10 Wochen dank heldenmütiger Ausdauer und zielbewußter Führung zu er­ ringen vermochten. —* Ludend orff spende. Vom nächsten Sonntag ab findet die Haussammlung statt, welche von den Herren Tistriktsvorstehern bezw. ihren Stellvertretern durchgeführt wird. —* Die Aufnahme Pr üs un g e n für die 1. Klasse des k. hum. Gymnasiums Landshut finden am 3. Juli und 6. September nachmit­ tags 2 Uhr statt. —* Malzkaffeieschie ber wurden vor­ gestern hier festgenommen. Der größte Teil der Ware dürste gestohlen sein. Sie wurde an Münchner Schleichhändler abgesetzt. —* Neue Bestimmungen über den Bezug von Schuhwaren. Durch, eine Be­ kanntmachung im "ReiWanzeiger" wird be- I stimmt, daß in der Zeit vom 15. Juni bis 15. I September 1918 für jeden Verbraucher aus Antrag ohne Prüfung der Notwendigkeit des Bedarfes ein Sou der- Schuhbeöarjsstzein auszu­ stellen ist. Dieser berechtigt zum einmaligen Bezug bedarfsscheiupsliMigen Schuhwerks, das vor Erlaß der Bekanntmachung der Kontroll­ stelle für freigegebenes Leder betretend Die Streckung von Bodenleder vom 24. ptojoember 1916 hergestellt ist, und zwar eines Paares Hausschuhe oder Pantoffeln oder Turn- oder Tennisschuhe oder sonstiger Leinenschuhe oder Ball- oder Gesellschastsßtzchhe, deren Oberteil aus Seide, Samt oder anderen Stössen, aus weichem, Bronze-, Gold- oder Silberleder Lack­ oder Kunstleder hergestellt ist. Eine andere Be­ kanntmachung verbietet den Sitzjuhwarenhändlern, um Ansammlungen vor den Geschäften zu verhüten, die vorherige Ankündigung von Verkaufstagen und vom Eingang neuer Waren. Eine dritte Bekanntmachung betrifft Maßnah­ men wegen der Ausbesserung von Schuhwaren und der Herstellung von Maßschuhwerk. ; —* Ueber die Einsendung von Schutzlisten ist eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil enthalten. t —* Sommer theater. Eine hochinteres­ sante Aufführung steht den Kleinen bevor. Herr Leopold Janotta, Mitglied des hiesigen Som­ mertheaters, hat das bekannte Voltsstück "Der Rattenfänger von Hameln" mit Kindern einstu­ diert und zwar wird sein kleiner Sohn Pepi, Janotta (13 Jahre alt) den Rattenfänger spie­ len. Der kleine Künstler hat bereits vergan­ genen Winter am kgl. städt. Theater in Ratibor O.-S. diese Rolle mit großem Erfolge gespielt, ferner am Centraltheater Liegnitz, Stadttheater Beuthen O.-S. und wurde überall stürmisch, be­ jubelt. Ferner werden auch, die anderen Rol­ len teils von des kleinen Künstlers Geschwister, als auch, von anderen Kindern dargestellt und ist es wohl das erstemal hier, daß Kinder für Kinder spielen. Herr Janotta, der Leiter der Aufführung hat das Stück sorgfältig einstudiert, mit herrlichen Kostümen ausgestattet und wird dasselbe Samstag, den 15., und Sonntag, den 16. Juni nachmittags halb 4 Uhr aufgeführt. Zum Schluß 'des Stückes werden 20 Mädchen einen entzückenden Blumen-Reigen tanzen. Al­ les nähere die Theaterzettel. , ────────── tief im bisherigen französischen Friedensge­ biet vorgeprettte deutsche Linie gegen starke feindliche Angriffe gehalten wurde. Bei dem Vorstoß an der Marne hat sich der Feind da­ rauf berufen, überrascht worden zu fein. In dem jetzt angegriffenen Abschnitte aber hat er den Angriff ermattet und war daraus eingerichftet, so gut er es vermochte. Wenn trotz des zähen und tapferen Widerstandes von acht in erster Linie eingesetzten feindlichen Divisionen der Vorprall wieder ein so wichtiges 30 Kilo­ meter langes Stück der Fetndfront eingerissen und tief überflutet hat, ruckartig, wie die Bran­ dung einen schwachen Notdeich wegspült, so ist das neben der hochragenden Ueberlegenheit der deutschen Führung ein neuer Erfolg des "ver­ hungerten und abgestumpften deutschen Infan­ teristen", den der Feind jetzt durch! einen Hagel­ schauer von durch Flieger abgeworfenen Hetz­ schriften zu zermürben versucht und der zur Antwort darauf mit dem Gegner Schlitten fährt, wo er ihn anpackt. Wiederum war nur eine kurze Feuervor­ bereitung vorausgegangen, als gestern mor ens unsere Sturmtruppen zwischen Montdidier und Nohon zur Schlacht antraten. Das Wetter be-günstigte gestern die Schlacht sehr. Heute störte, zeitweiser Regen zuweilen die Aufklärung. Während der Angriff über die freien Geländeflächen westlich, des Matzbaches schnell voran­ schritt, mußte er sich! östlich dieses Baches in schwierigen Nahekämpfen durcharbeiten. Doch, wurde der sich, dauernd verstärkende Feind überall geworfen. Gefangenenzahlen und die erreichte Linie anzugeben, hat in diesem Augen­ blick keinen Zweck, da sich, beide fortwährend zu unseren Gunsten verbessern. (Kb.) SB. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Viertelstunden ihr Haus verlassen zu müssen» dann würden die Deutschen zurückgeschlagen -^vhasztzoar )juoj usq m ;]i quajiüJJnig "upi uen Ort schicksten der Mangel an Fenftersch,eiben. Wo durch eine Granate oder weiter im Hinter­ lande durch eine Fliegerbombe oder Munitionsexplosion das Glas zertrümmert worden ist, konnte es nicht ersetzt werden, sondern man verwendete an seiner Stelle Oelpapier ober ge­ firnißte Gewebe, ein kleines Beispiel, wie sich! der U-Bootskrieg bei unseren Feinden fühl­ bar macht. Abermals steigt südliche der Vesle ein brei­ ter Hügelwall auf, mit vielen undurchsichtig dichten Mischwaldstücken besetzt, die quellend grün sind and nur aus geschlagenen Pfaden zu burti)streiten, ähnlich den Dickichten der Argonnen. Ein Gelände, das, einmal genom­ men, sehr geeignet zur Verteidigung ist und ahnen läßt, 'was für eine Bedeutung die tief­ eingeschnittene und mit solchen Glacis bewehrte Marnelinie für uns und umgekehrt für den Feind hat. Es ist glühend heißer Mittag. Auf den Straßen zieht wie Nebeldünst der Kalkstaub, der in diesem ganzen Gebiete für unsere vormar­ schierenden Truppen eine Strapaze ist, von der man sich, schwer einen Begriff machen kann. Er verklebt Augen, Mund und Nase, er trocknet Zunge und Kehle wie Streusand aus, er kriecht durch! Nock und Hose und malt auf der schwit­ zenden Brust die Umrisse der Knopflöcher ab. Wo ein Fuhrwerk fährt, steigt er zur Wolke auf, in der man auf zehn Schritt nicht sieht, was Wan vor sich hat. Buschwerk und Gra­ benrand an befahrenen Straßen sind wie aus Gips gegossen, so weiß, und der Staffettensahrer, der im schwarzen Teerrock von dannen ratterte, kommt als Müllerbursche zurück, das Gesicht gepudert wie ein Spaßmacher auf dem Jahrmarkt. Drüben im Süden werden die Höhen jen­ seits der Marne sichtbar, auf denen der Feind steht. Er verhält sich! ruhig, aber die Straßen hier sind menschenleer, denn sie sind eingesehen, und der Franzose feuert selbst auf einzelne Fußgänger. Ein Posten hält unseren Wagen an. Auch wir können hier nicht weiter fahren. Die Ortschaft vor uns liegt unter ständiger Be­ schießung. Auf gedeckten Wegen geht es vor­ wärts, bis wir auf der Höhe sind, von der sich! der Blick in das Marnetal öffnet, und noch« ein Stück vorwärts, zwischen im Buschwerk wohl­ versteckten Feldbatterien hindurch! bis zu einer Beobachtungsstelle. Am jenseitigen Hange sieht man durch, das Scherenfernrohr jeden Kiesel­ stein, man kann jedes Blatt an den Apfelbäu­ men zählen, aber kein Franzose läßt sich! blicken. Doch! der Beobachter am Fernrohr nebenan hat eine feindliche, geschickt im 'Buschwerk verborge­ ne Beobachtung erkannt, und jetzt schließt er. Eine Meldung durch, den Fernsprecher, im Wal­ de hinten irgendwo bellt eine Batterie, ein se­ kundenlanges Fauchen, und drüben springen vier Einschkagwolken auf. "'Zu kurz!" tönt es durch den Draht zurück. Wieder bellt die Bat­ terie. Ein Einschlag sitzt mitten in dem erkann­ ten Busch. Se,chs Franzosen spritzen mit flie­ genden Rocksthößen heraus. Zwei sind ver­ wundet. In gleichmütig dienstlichem Tone mel­ det der Beobachter das Ergebnis und sucht dann Wetter die verborgene feindliche Stelkung ab, die dicht voller Feinde sitzt, wo aus unverdätigen Büschen Maschinengewehre tacken und die Mündungen der leichten 'französischen Feldge­ schütze feuerbereit lauern; indessen das ungeübte Auge nichts sieht, als liebliche OAsthänge und saftige Wälder jenseits des breiten Silberban­ des der Marne, die seit ein paar Tagen wieder zur großen Pölkerschaide, zum trennenden Wall­ graben zwischen den ringenden Riesenheeren geworden ist. '(Äß.) W. Scheuermanir, Kriegsberichterstatter. Berlin, den 11. Juni 1918. Enberechtigtsr Nachdruck, auch auszugsweise. verbotSR.l Telegramm unsere» Kriegsberichterstatters. Großes Hauptquartier, 10. Juni. Ter neue Schlag hat nicht lange auf sich warten lassen. Er hat in demselben Augenblicke [ iungesetzt, wo die zwischen Soissons und Reims r SsMmeriheater. Xaver Terofal, der Meister bäuerlichen Humors, mit seinen Schlierseern ist auf zwei Tage in unser Sommertheater eingezogen, um mit seinen köstlichen Darbietungen, die ihn weit über die Grenzen unseres Vaterlandes be­ rühmt machten, frohes und sonniges Leben zu spenden. Die ausverkauften Häuser bewiesen wohl am besten, tote angenehm ein derartiger Sorgenverscheucher empfunden wird. Ter erste Abend am Montag brachte eine lusttge Bauern­ komödie "Der Fürst kommt", die ein Mitglied der Trüppe Karl Mittermahr zum Verfasser hat. Das bühnenwirksame Stück erzielte auch dank seiner vorzüglichen, ungekünstelten Wie­ dergabe, obenan mit Terofal als urkomischen Löffelwirt, Fritz Greiner als Dorsberühmtheit und mit den übrigen trefflichen Stützen der Gesellschaft einen durchschlagenden Lacherfvlg. Prächtige Vorträge des Mrtuosenterzettes Schwarz (StreickMelodion), Winkler (Bandone­ on) und Leimberger (Gitarre) lösten nicht enj denwollenden Beifall der entzückten Zuhörer aus. Den zweiten Abend (Dienstag) füllte die Bauernposse "Der Herr Geschworene" von Gg. Gail aus, die in der Echtheit ihrer Darstellung noch, drastischer wirkte, da noch dazu Terofal in der Titelrolle, die sämtlichen Register seiner unnachahmlichen, natürlichen Komik zog. La­ chen und wieder Lachen ist der Grundton, den der Verfasser seinem Stücke unter Verzicht auf llterarische Bewertung auffetzte. Vortrefflich^ waschechte Gestalten kennzeichneten mit sicherer Hand Fritz Greiner (Weber), der köstliche Ge­ org Vogelfang (Kipper), Therese T-irnberger (Bachbäuerin) und die Schchestern Terofal. Al­ ken übrigen Mitwirkenden sei 'für ihr lebendi­ ges, frisches Spiel ein Gesamtlob gezollt. Das ausgezeichnete Virtnofenterzett gab butif. seine künstlerischen musikalischen Darbietungen dem. Abende wieder besonderen Reiz. Hoffentlich! haben wir in nicht allzu ferner Zeit wieder einmal den Genjuß eines Gastspiels dieses besten aller Bauerntheater. Hg. ────────── Städtische Schwimmschule. 13. Juck 1918. Wassir . 17 Grad Q. Luft . . 19 Stob C ────────── Betrefft Einsendung von Schutzliste». Die Bayer. Fletschversorgungsstelle fordert auf (flrunb der Bekanntmachung üler den Verkehr mit Wild und Geflügel vom 14. Juni 1917 Abschnitt III Z ffer 8 die Sdinßltften für bis Jahr 1917/18 ein. An alle jagdberechtigten Personen, die in der Stadt Landshut wohnhaft sind, ergeht die Auffor­ derung, bis spätestens 18. Juni c. diese Schußltften der «lädt. Lebensmittelstelle, Verwaltungsabtetlung, MagtstratSgebäude Zimmer Nr. 5 einzusenden. Jäger, die entgegen der Bestimmungen bisher keine Schußlisten führten, haben für das abgelaufene Jagdjahr schätzungsweise das Ergebnis mitzuteilen. Landshut, den 12. Juni 1918. Stadtmagiftrat Landshnt. I. V.: Ambros. Bekanntmachung.