Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-06-17. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 163, 1918-06-17. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 163 17. Juni 1918 ────────── Die österr.-ung. Offensive. ────────── Der Uebergang über die Piave erzwungen. — Im ganzen bisher 16 000 Gefangene ge­ macht. - Erbitterte italienische Gegenangriffe an der Brenta. — Eine Ansprache des Kaisers. — Gegenrevolution in Rußland. ────────── WTB. Berlin, 15. Juni 1918, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des GetterakfeldmarschatlS Kronprinz Rupprecht von Bayer« Rege Erkundungstätigkeit. Südwestlich! von Merris machten wir Gefangene. Stärkere Vorstöße des Feindes an der Ancre wurden abgewiesen. Artillerie- und Minenscuerkampf lebte am Abend beiderseits der Somme auf. Heeresgruppe des deutschen Kranprin-e». Südwestlich! von Noyon blieb die Jnfanterietätigkeit aus örtliche Kampfhandlungen besch,rankt. Das Artilleriefeuer ließ an Stärke nach,. Südlich, der Aisne blieb der Artilleriekampf gesteigert. Mehrfache Teilangrisse, die der Feind gegen unsere Linien im Walde von Villers Eotterets führte, wurden abgewiesen. Die Gefangenenzahl aus den letzten Käm­ pfen südlich der Aisne hstt fichj auf 48 Offiziere und mehr als 2000 Man» erhöht. I Leutnant Übet errang seinen 30., Leutnant Kirstein seinen 25. un'ö 26. Luftsieg. i Osten. Heeresgr«ppe des Generalfeld marschalls v. Eichhorn. Ettva 10 000 Mann starke russische Ban­ den, die von Jeisk kommend, in der Rhußbucht an der Nordküste des Asowschen Meeres zum Angriss auf Taganrog vorgingen, wurden vernichitet. Teile des Feindes, die aus Booten und 'Flößfin zu entkommen versuchten, wurden im Wasser zusammengeschossen. Der 1. GeneratquartiermeMeru i»be«6ocf f. tt WTB. Berlin, den 15. Juni. Amtlicher Abendbericht: Oertliche Angriffe des Feindes nördlich von Bethune und südlich, von der Aisne sind verlustreich, gescheitert. WTB. Berlin, 16. Juni 1918, mittags. Großes Hauptquartier: , «rlegsf»,«platz. Heeresgruppe des Gemeralfeldmarschatts Kronprinz Rupprecht von Bayern. Südwestlich, von Merris und nördlich, von Bethune wurden englische Teilangrisse, bei de­ nen der Feind westlich, von Locon in unsere vordere Linie eindrang, im Nahkampf abge­ wiesen. i { ._! ^ , l , ! i i Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. An der übrigen Front blieb dieJnfanterietätigkeit auf Erkundungsgefechte beschränkt. Ter Artilleriekampf lebte am Abend nördlich der Lys, nördlich, der Scarpe und beiderseits der Somme auf. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. < Kleinere Jnfanieriegefochtr auf demKamPsfeld südwestlich, von Nohon. Südlich, der Aisne dauerte die erhöhte Gesechtstättgkeit an. Starke Angriffe der Franzosen gegen Tomiers wurden durch Gegenstoß, auf der Höhe westlich von Domiers zum S> heitern gebracht. Ebenso brach ein gegen unsere Linie im Walde von Billers Eotterets gerichteter Angriff ver­ lustreich zusammen. Leutnant Menikhofs errang seinen 34. Lust­ sieg. Dvr V itz»»era J iruarn«meiDev i WTB. Berlin, den 16. Juni. Amtlicher Abendbericht: Von den Kampffronten nichts neues. ────────── "Ew. Exzellenz Melde ich Erfolge der mir unterstellten Truppen westlich, von Taganrog. Meine Bataillone, Eskadrons und Batterien haben die bolschewt tischen russischen Banden, die, unter dem Befehle eines tschechischen Offi­ ziers stehend, am 10. Juni, von Jeisk kommend, 10 000 Mann stark, an der diesseitigen Küste des Asowschen Meeres landeten und zum Angiiff gegen Taganrog vorgingen, nahezu ver­ nichtet. Ueber 3000 tote Bolschewik und Rote Garden sind bisher gezählt ohne die im Wasser umgekommenen. Unsere Verluste sind gering." Enteutehoffnungeu. In der italienischen Kammer wurde am Freitag die Erörterung des Staatshaushaltes« fortgesetzt. Ter unabhängige kriegsfreundlich« Sozialist Lahiola erklärte, daß die Mittelmächtc aus dem Kontinent bereits Sieger seien, dah aber gerade deshalb die Entente den Krieg fort­ setzen Müsse, um zu verhindern, daß, der Sieg Deutschlands endgültig werde. Tret Hoffnun­ gen blieben der Entente noch, um dieses Ziel zu erreichen: Die Hilfe der skandinavischen Staaten, für die die Ausdehnung der Macht Deutschlands die größte Bedrohung bar stellte, die Revolution in Oesterreich und die Wiedererstarkung der deutschfeindlichen Kräfte Ruß­ lands. Troclstra und Tteutschland. Dem "Nieulve Rotterdamschen Courant" wird aus London gemeldet: Der Abgeordnete Will Thorne hat in einem Brief an die Leitung der Arbeiterpartei gegen die Einladung des Führers der hoWndischen Sozialisten-Partei, Troelstra, nach, England mit der Begründung Einspruch erhoben, daß, er prodeutsch sei und mit dem Auswärtigen Amt in Berlin über die Vorbereitungen «zur Konferenz in Stockholm unterhandelt Habe. Thorce, O'Grady und San­ ders, die im Jahre 1917 als Vertreter der eng­ lischen Arbeiterpartei in Petersburg waren, erklärten in ihrem offiziellen Bericht, daß, Branting und van Kool proalliiert seien, Troel­ stra aber deutscher Sympathien verdächtig sei. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Bisher 2650 Geschütze erbeutet. Seit dem 21. März hat die von den Deut­ schen gemachte Geschützbeute im Westen infolge der letzten Kämpfe zwischen Aisne und Marne ünb zwischen Mvntdidier und Noyon sich! auf die gewaltige Zahl von 2650 erhöht. Französische Greueltaten Während die Franzosen immer wieder Greuelberichte ans deutschen Gefangenenlagern erfinden, zeigen die Aussagen zurückgekehrter deutscher Gefangener, wie traurig es in Frank­ reich um die Menschlichkeit den Gefangenen ge­ genüber steht. Nicht nur, daß ihnen mit Selbst­ verständlichkeit sämtlich« Wertgegenstände ab­ genommen werden, ist auch die Hygiene und der Schutz gegen die Witterung gleich! Mull. Die Strafen sind unmenschlich! hart. In Chambly mußten Bestrafte für geringste Vergehen täg­ lich drLi. Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags einen bis zu 40 Pfund schweren sandgestillten Tornister tmgen. i In einer der letzten Nächte ist ein deutscher Vereinslazarettzug einem absichtlichen feind­ lichen Fliegerangriff zum Opfer gefallen. Ein französischer Flieger ließ in der Nacht über einen im besetzten Gebiet auf einem Neben­ gleis abgestellten Lazarettzug in geringer Höhe eine Leuchtbombe Mveben, die den Zug tag­ hell erleuchtete, so daß die lange Reihe der Ro­ ten Kreuze aus der geringen Höhe, in der sich! der FltegSc befand, deutlich, erkennbar war. Trotzdem suchte der Flieger sich gerade dieses Ziel aus. Zuerst nahm er den Zug mit einem Maschinengewehr unter Feuer und ließ dann 4 Bomben fallen, die 3 Lazarettwägen zer­ trümmerten und 9 schwer beschädigten. Ter Transportführer ist bereits seinen Wunden er­ legen. Ter Hilssarzt liegt schwer tieraunbet im Krankenhaus. Nur durch, ein Wunder sind die übrigen Insassen, abgesehen von leichten Splitterverletzungen, unverletzt entkommen. Meaux geräumt! Französische Blätter beruhten, daß die Re­ gierung d ie Räumung von Meaux an der Mar­ ne, das 30 Kilometer von Paris entfernt liegt, angeordnet habe. ────────── Der Krieg mit Italien. Der Beginn der österreichischen Offensive. Wien, 15. Juni. Ans dem Kriegspressequartier wird unterm 15. Juni abends mitge­ teilt: | Unsere Armeen sind heute Vormittag so­ wohl aus der Hochfläche der Sieben Gemeinden; als auch über die Piave hinweg in die feind­ lichen Linien eingebrochen. Bis am Mittag lagen Meldungen über 10000 Gefangene (Italiener, Engländer und Franzosen) vor. Die Geschützbeute ist beträchtlich. i ────────── Aus Rußland. Gegenrevolution tu Rußland. Stockholm, 15. Juni. Das Helsingsorser ,Lmvndsdagblad" meldet: Eine Versamm­ lung erwählter Vertreter der Industriearbei­ ter Petersburgs beschloß, den politischen Ge­ neralstreik gegen das jetzige Regierungssystem zu proklamieren. Die Versammlung forderte die Arbeiter auf, sorgfältige Vorbereitungen für den Streik zu treffen. Die jetzigen Macht­ haber hinderten die Vereins- und Versamm­ lungsfreiheit und ließen unschuldige Arbeiter in Gefängnissen verschmachten. Die Arbeiter fordern die' Uebertragung der Macht an die Konstituante, Schutz der kommunalen Selbst­ verwaltung, sowie den Kampf für Rußlands Freiheit und Selbständigkeit. Die Eisenbahn­ arbetter sollen beabsichtigen, sich. diesem Streik anzuschließen. Tie Tatarenregiernng. Reuter meldet aus Moskau: E» wird be­ richtet, dah die Versammlung der Tataren in Simferopol wahrscheinlich, eine provisorische Regierung eingerichtet hat. Gegen die Bourgeoisie. Der Zentralausschuß der Sowjets hat einen! Beschluß gefaßt, worin er seine Zustimmung zu erkennen gibt zu einem sog. Kreuzzug gegen die Gutsbesitzer und reichen Bauern, die Ge­ treide und sonstige Lebensmittel verstecken und verderben lassen. Die Volkskommissare haben die berühmte Gemäldegalerie Petiekow in Mos­ kau als Nationaleigentnm erklärt. Aus Finnland. Berfaffnngsdebatteu im finnischen Landtage. In den Debatten im finnischen Landtage über die Regierungsform betonte Premiermi­ nister Paasikiwi, Finnland schulde Deutschland großen Dank für die mitttärische, diplomatische und Nahrnngs-Hilfe. Die wichtigsten Fragen seien die Lebensmiittelfrage und die Finanz­ frage und die Frage nach. der Staatsform. Tie Regierungsvorlage vom Dezember sei durch! den Zwang der Verhältniffe bedingt gewesen; nur die Monarchie garantiere eine feste Staats­ macht. Ter jungfinnHke Parteileiter Profes­ sor Stahlberg trat für die Republik ein, der Leiter der schwedischjen Partei Baron Wrede für die Monarchie. i ────────── Der Krieg mit England. Englischer Pessimismus. ! 1 !, Repington erklärte nach einem Bericht des Nisuwe Rotterdamschen Courant: Ter Feind hat nod) mehrere ausgeruhte Armeen, die län­ gere Zeit Ruhe genossen haben, und die darauf warten, einzugreifen. Es ist noch keineswegs bewiesen, daß der Kronprinz in südwestlicher Richtung vorrücken wird, bevor die deutsche Nordarmee die britische Armee und jene der Verbündeten nördlich der Somme angegriffen hat oder wenigstens in «Schah hält. Jedenfalls kann der Stotz vom 21. März jeden Augenblick wieder aufgenommen werden. General Mau­ rice schreibt: Kronprinz Rulpprecht hat sich be­ kanntlich noch! nicht gerührt. Aber man kann noch, nicht entscheiden, ob er das überhaupt nicht tun wird. Es scheint mir sogar, daß die Deut­ schen imstande sein werden, ihren Druck in der Richtung auf Paris fortzusetzen und zu glei­ cher Zeit auch, einen Angriff gegen die englische Front zu führen. ────────── Aus neutralen Ländern. Die Friedensfrage. Tie holländischen Abgeordneten Tresselhuys, Koolen und Rutgers veröffentlichten die­ ser Tage eine Erklärung, die eine baldige Frie­ densvermittlung seitens der holländischen Re­ gierung befürwortete. In Verbindung damit hatte gestern der Vorstand des Antt-OrloogRad eine Unterredung mit dem Minister des Aeutzern London. Diese ergab zwar nicht die Möglichkeit, bestimmte Erklärungen zn ver­ öffentlichen. Doch konnten sich die Abgeordne­ ten vergewissern, daß die Regierung in dieser Hinsicht fortwährend und auf. jetzt auf dem Posten ist. Island und Tänemark. Die Kommissionsverhandsitngen des däni­ schen Parlaments über das Verhältnis zu Is­ land gehen vorivärts und dürften bald ab­ geschlossen werden. Affe Parteien mit Aus­ nahme der Rechten, sind für sofortige Verhand­ lungen und Man erwartet, daß ein VerhandInngsausschuß in der nächsten Woche nach Is­ land abreisen wird. ────────── Die amerikanischen Sozialisten und die Friedensfrage. Aus Amsterdam wird berichtet: Tie ame­ rikanische Sozialistenpartei hat entgegen einer Reutermeldung, wonach die Sozialisten für eine kräftige Unterstützung der Kriegspolitik eintreten, lediglich beschlossen, ihren Anhän­ gern von jeglicher Propaganda für das kriegs­ feindliche Manifest von St. Louis abzuraten, da die neuen sogenannten Spionagegesetze Ame­ rikas die verfassungsmäßige Redefreiheit ver­ nichtet haben. Me Parteileitung sehe sich, daher veranlaßt, unter Protest gegen denBerfassungsbruch den amerikanischen Sozialisten zu em­ pfehlen, den obwaltenden Verhältnissen Rech­ nung zu tragen und von jeder kriegsfeindlichen Agitation Abstand zu nehmen. Bei den kom­ menden Herbstwahlen werde der amerikatnische Sozialismus Gelegenheit haben, seine friedens. freundliche Propaganda ungehemmt zu betreiI len. Tie einzig richtige Antwort auf die terI roristischsn Spionagegesetze werde die Wahl 1 sozialistischer Kongreßabgeordneter und Sena| toten sein. ! Aus Amerika. ────────── Der Krieg zur See. ! ! Alfa dach! Die "Times" melden aus Newyork: Wegen fortgesetzter U-Bootsgefahr sind Teile der ame­ rikanischen Seestreitkräfte, Wels« im Süllen, Ozean 'kreuzten, nach, dem Atlantischen Dzean beordert worden. Weitere 14 amerikanische Dampfer überfällig. Newyorker Meldungen zufolge sind wettere 14 amerikanische Dampfer überfällig. ────────── jl'ben deutschen FriedenstvünWjen zum Trotz., der i» Weltbrand. Das gesamte deutsche Volk stand\ treu zum Kaiser, dessen Worte vom 4. August i 1914 der glücklichste und stärkste Ausdruck für . die volle Geschlossenheit der Nation warens. Nach den vielen schweren Jahren des Krieges möge eine frohe Zukunft dem Kaiser und dem Volk die Segnungen eines erneuten, fest ge­ gründeten Friedens bringen. 6 Sm$j|e Unterschlagungen bei einer EinkanDgefcllschaft. Bei der Einkaufsgesellsichäft Rhein-Mosel in Köln sind einem Privat-Telegramm zufolge außerordentlich große Unter­ schlagungen entdeckt worden. Bei der Gesell­ schaft, die mit einem Stammkapital von 500 000 Mark arbeitet und die von den Kommunalver­ bänden der Regierungsbezirke Aachen, Koblenz, Köln und Trier gegründet worden ist, scheinen sehr verworrene Zustände zu herrschen. Der Hauptschuldige ist ein Angestellter der Gesell­ schaft. Er hat durschi den Verkauf großes Po­ sten von Waren an Private 100 000 Mark un­ terschlagen. Außerdem verschwand ein ganzer Waggon Käse im Werte von 60000 Mark. Turch> das Verderben großer Mengen von Wa­ ren erstand der Gesellschaft ein Schaden, der hunderttausende Mark beträgt. In einem Fal­ le wurden 700 Tönnchen marinierte Fischte in den Rhein geworfen. Massenhaft wurde Mar­ melade vernichtet. Besonders große Warenverluste waren in jener Zeit zu verzeichnen, als die Lebensmittelversorgung schwierig war. Für verdorbene Frischfisch^ hatte die Stadt Bonn allein einen 'Schaden von 80000 Mark. Tie LichuowskhaMre in Oesterreich! be­ schlagnahmt. Das Wiener Amtsblatt veröffent­ licht eine Kundmachung der Wiener Polizeidirektivn, womit die Verbreitung der im HernerVerlag erschienenen Denkschrift des Fürsten Lichnowsky eingestallt wird. ! ────────── Allerlei. Ausbruch, des Aetna. Die "N. Zür. Ztgs." meldet von der italienischen Grenze: Wie die Zeitung "Tempo" berichtet, ist der Vulkan Aet­ na in voller Tätigkeit. Asus dem 1911 ent­ standenen Krater ergießt sich! glühende Lava Wer die Berghänge. Die bereits durch, Erd­ beben .gewarnten Bewohner der umliegenden Ortschaften befürchten Schlimmes und bringen die Nacht im Freien zu. Behördlicherseits wur­ den einige am Auße des Aetna gelegene Orte vorsichtshalber geräumt. , : Frostschäden in der Schweiz. Wie die Schweizer Blätter melden, haben scharfe Fröste bis zu 4 Grad unter Null in vielen Gegenden der Schweiz verheerend auf die Kulturen ge­ wirkt. Im Berner Oberland sind die Kartoffelund Bohnenkulturen gänzlich! zerstört. In der Vieler Gegend, ist ein großer Teil der Reben vernichtet. | i 1 I : . ! Von Felddieben erschossen wurde der berit­ tene Gendarmeriewachtmeister Gnmmelt aus Karlshorst bei Berlin. , j , ────────── Seine Majestät der König richtete aus An­ laß des 30jährigen Regiemngsjubiläums ein herzliches Glückwunschtelegramm an Kaiser Wil­ helm. ! Für Kleinwohnungen hat zur Beschaffung von Baumaterial der Magistrat Berlin fünf Millionen Mark bereitgestellt. Ferkelhö,chstprcise. Angesichts der unge­ wöhnlich hohen Ferkelpreise ist wiederholt die Fordemng erhoben worden, Höchstpreise für Ferkel festzusetzen. Die Bayerischst Fleischversorgungsstelle hat sich, aber bis jetzt nicht dazu entschließen können, dem Verlangen stattzuge­ ben und zwar deshalb nicht, weil fast alle übrigen Bundesstaaten Höchstpreise nicht fest­ gesetzt haben, weil dadurch, die Gefahr der Ab­ wanderung der Ferkel aus Bayern nur echöht würde, weil die hohen Ferkelpreise zur Nachfzncht anreizen Und dann schließlich ein Über­ angebot und damit eine Senkung der Preise kommen muß und weil endlich, Ferkelhö,chstpce-ise den Mangel an Ferkeln doch, nicht beseitigen können. Inzwischen wurden nun in ElsaßLothringen, Mecklenburg-Schwerin und LipipeDetmold Ferkelhöchstpreise festgesetzt. Tie bei­ den letztgenannten Bundesstaaten haben die be­ zügliche Vorschrift «Ul Grund der schlechten Erfahrungen, die sie gemacht haben, in kürze­ ster Zeit wieder aufgehoben. Das Landesfleischs­ amt für Elsaß-Lothringen teilt folgendes mit: Das Ministerium für Elsaß-Lothringen hat un­ term- 11. April d. I. eine Verordnung Wer Höchstpreise für Züschs- und Nutzferkel erlassen. Durch, die Verordnung ist der erhoffte Zweck nicht erreicht worden. Die Tiere werden aus den Märkten nicht mehr feilgeboten, vielmehr nach wie vor zu unerhörten Preisen an- und verkauft. Unter den angegebenen Umständen vkann sich! die Bayerische Fletschversorgungsstelle auch, jetzt noch, nicht entschließen, Ferkel­ höchstpreise festzusetzen. s Bayerische Nachrichten. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Geisenhausen, 16. Juni. (Ein Blitz) zündete gestern in der Scheune des Beuern Martin Eibl in Gvldbrunn. Der Stadel mit Vorräten brannte ab, die anderen Gebäude des Anwesens wurden gerettet, ebenso das bedrohte Anwesen des Nachbarn Ostermeier. -Sul^baH a. Inn, .11. Juni. (Brand.) Am Montag abends schlug der Blitz in das Anwesen der Gütlerswitwe Anna Lengdobler hier und zündete. Wohnhaus, Stadel und Stallung brannten nieder. Vieh und Fahrnisse konnten gerettet werden. , ; Loham, ii. Juni. (MitzMag.) Heute früh 3 Uhr schlug der Blitz in das Anwesen des Landwirts Georg Grabmeier hier. Er tö­ tete im Stalle eine wertvolle Zuchtstute, wäh­ rend das Fohlen sowie ein anderes daneben­ stehendes Pferd unverletzt blieben. Im Wohn­ haus« selbst wurde das Wohn- und SchlaWmmer beschädigt. ' Passau, 13. Juni. (Stiftung.) Herr Ren­ tier Franz Stockbauer stiftete neuerdings 20 000 Mark, deren Zinsen für kriegsbeschädigte -Passauer im Sinne der Ludendvrffsammlung Berwendung finden sollen. Dberzettlarn, 12. Juni. (Tödlicher Unglücksfall.) Tie Bauersfrau Efpertshnbstr von hier wollte heute früh mit einem Pferde zur Mühle und nach, Arustorf fahren. Um jemand zum Halten des Pferdes zu haben, nahm sie ihre zehnjährige Tochter Mina mit. Noch, ton Bereiche der Zeitlarner Felder ging der Gaul durch. Tie Frau konnte noch, abspringen, das Kind dagegen kam unter das umstürzende Lauf­ wägerl, wurde Werfahren und so schwer ver­ letzt, daß es nach fünfstündigem Leiden ver­ schied. ; - i ────────── neue kleine Theater aus dem Boden hervor. Während in Frankreich, England und selbst in Amerika das Theatergeschäft start zurückging, erlebt es in Japan eine ungeahnte Blüte. Im Rahmen der Vergnügungen leben auch vergessene Japanische Sitten wieder auf, so werde der japanische Musick lebhaft gefeiert. Ueber die Schwere der in Europa zu erwartenden Entscheidungen aber scheinen die Japaner sich im Durchschnitt nicht klar zu sein." Das rote "Kepi" im französischen Heer. Da Elemenceau nicht nur Oberhaupt der fran­ zösischen Regierung im Allgemeinen, sondern im Besonderen auch noch Kriegsminister ist, hat er sich zu einer großartigen militärischen Reform entschlossen Er bestimmte nähmlich, daß anstelle der feldmäßigen blauen Mütze wieder das rote Kepi für die franzö­ sischen Offiziere eingeführt werden soll. Der Kriegs­ minister will auf diese Weise dem vernachlässigte« Respekt vor den Vorgesetzten wieder die notwendige Beachtung verschaffen. Er ist der Meinung, daß bet der Einheitlichkeit der Felduniformen die PoiluS der Etappen und des Hinterlandes die Vorgesetzten nicht schnell genug erkennen können, und diesem Mangel soll die Wiedereinsetzung der roten Mütze in ihre alten Rechte abhelfen. Das kurze Zirkular hat aber in der französischen Presse eine wahre Sturm­ flut hitziger Erörterungen hervorgerufen. Vor allem wird erklärt, daß die Wiedereinführung des roten Kepi ein« ebenso große wie überflüssige Ausgabe bedeute. Wenn man den billigsten Kaufpreis für das vorgeschriebene Kepi mit 15,90 Frs. bis 16,50 Frs. ansetzt, und wenn man annimmt, daß es ln der französischen Armee 200 000 Offiziere gibt, so stellt sich der Ankauf auf die runde Summe von 3 Milli­ onen welche von den Offizieren, die nicht gerade in Gold schwimmen, aufgebracht werden müssen. Hierzu muß aber noch ungefähr dieselbe Summe infolge Entwertung der bisherigen blauen Mützen gerechnet werden. Außerdem ist der Verbrauch an Tuch für die neuen Kepis und die Vergeudung des Tuches für di« abgesetzten Mützen zu beachten. Wie der Mattn festgestellt, waren für die Herstellung der Offiztersfeldmützen 30500 qm Tuch erforderlich. Die­ selbe Menge braucht man jetzt natürlich für die roten KeptS. Wenn man wegen lächerlicher Erwägunge» solche Tuchmengen vergeude und Millionen hinanSwerfe, fei man auf dem besten Wege, das Land zu ruiniren. Auch wenn man nicht über so viel Geist verfüge, wie TIemenceau, könnte man auf den Einfall komme», das gewünschte Ziel dadurch zu erreichen, daß man «uf den Feldmützen der Offiziere deutlich sichtbare Abzeichen anbringt. Der duftende Film Dem Besitzer eines großen New Parker Licht­ spieltheaters ist es, wie der Ecurrier Ctnematographique berichtet, geglückt, die Wirkung der Filmvorführnnge» durch eine ganz neue Idee zu erhöhen. Der phantasivolle Mann hat nämlich den — duften­ den Film erfunden. Rach seinem System wurden durch Parfümzerstäuber jedesmal Gerüche im Zu­ schauerraum verbreitet, die der auf der Leinwand ge­ zeigten Landschaft entsprechen. Wenn der Film z. B. in Tirol spielt, so wird der Saal in einen Duft von Alpenveilchen getaucht, und nicht nur die einzelnen Landschaften, sondern auch die verschiedenen Länder werden auf diese "duftende" Weise versinnbildlicht. Bei einem in Spanien spielenden Ftlmdräma find natürlich die Gerüche des Havannatabaks und der andalustschen Apfelsinnen vorschriftmäßig. Es ist nicht zu leugnen, daß die Illusion, die durch Filmvorfüh­ rungen hervorgerufen wird, hierdurch eine fabelhafte Steigerung erfährt. Da es sich aber um eine ame­ rikanische Idee handelt, kann man sich nicht ganz der Vermutung verschließen, daß der Besitzer des Lkchtspieltheaterr im Nebenberuf Parfümfabrikant ist und daß er sein Puplikum dazu benützt, um ohne Kosten oder Schwierigkeiten die Wirkung seiner neuesten Parfüms auszuprobieren. Die Fikmverehrer aber können jedenfalls triumphieren, da sich dem sprechen­ de« und dem singenden Film jetzt auch da» duftende Filmbild zugestellt hat. Ei« schwedisches Lob der deutschen Frauen. In dem Stockholmer Blatt Vidi erzählt eine von einer Reise durch Deutschland heimgekehrte Schwedin von ihren Eindrücken über das gegenwärtige Leben der deutschen Frauen. "Ich war überrascht, wie ruhig und besonnen die sonst so lebhaften deutsche» Frauen alle Unbequemlichkeiten, welche die böse Zeit mit sich bringt, hinnehmen. Hier bei uns klagen und jammern die Frauen fortwährend, wenn fte zu­ sammenkomme». In Deutschland sprechen sie nicht über ihre Unannehmlichkeiten, oder wenn sie darüber sprechen, so tun sie es mit Humor. Sie habe» sich auf einen höheren Plan gestellt und sich von den tausenderlei kleinen Dingen, die sonst das A und O der Fra« ausmachen, unabhängig gemacht. Daß in den deutschen Zetruogen nicht allzu viel von der Fra» und ihrer Arbeit berichtet wird, ist ganz natürlich. Denn die deutsche Iran ist als Nützltchkettswesen, ohne weiteres Drum und Dran auf den Platz erschienen. In Amerika unb England macht man Heldinnen aus den Frauen, wegen einer so ein­ fachen Sache, wie $. B. das Besorgen der Automobile. In Deutschland arbeitet die Frau bei der Eisenbahn und bei der elektrischen Bahn, in den Fabriken, in den Gruben, in der Landwirtschaft und im Bureau mit völliger Selbständigkeit. Sie tut ihre Pflicht, und damit basta I Und sie tut sie gut, mit viel Ge­ nauigkeit und Ruhe und in vielen Fällen sogar besser als der Manu. Für die Kinder sorgt der Staat bereits vor ihrer Geburt. Die werdende Mutter hat besondere Karten für alles Erdenkliche, das ihr Wohl­ befinden fördern kann. Zahlreiche staatliche Kinder­ heime stehen zur Verfügung, und wo die Hilfe des Staates nicht ausreicht, beginnt die Hilfstätigkeit des Einzelnen. Die Frauen, die keine Schwerarbeit lei­ sten können, tun Leichteres, besonders beschäftigen sie sich mit der Kinderpflege. In Berlin gibt es Küchen. Spielschulen und Kinderheime, wo den Kindern für 10 Pf. ein Mittagessen verabreicht wird. Eine andere auffallende Sache ist die Abwesenheit von Bettlern, Für alle ist gesorgt. Alles ist organisiert. Und noch etwas: die Frauen tragen alle persönliche» Sorgen mit unvergleichlicher Geduld und mit wahrem christ­ lichem ErgebeuheitSgefühl. Auf dieselbe christliche Art empfinden sie sie auch den Feinden gegenüber Man hört niemals au» ihrem Munde drohende oder höntsche Bemerkungen über den Gegner." "Der gute Keller." "Wenn man früher von einem Pariser sagte, er habe einen guten Keller," so schreibt das Journal de» Debats, "so konnte niemand, über den Sinn die­ ser Worte irgendwie im Zweifel sein. Es handelte sich natürlich um einen glücklichen Sterblichen, der genügend Zeit, Geld und Verständnis hatte, um eine Respeckt einflößende Menge wohlgefüllter Weinflaschen zu sammeln. Daher waren die Leute, die einem guten Keller hatten, überall beliebt. Seit den letzten Angriffen deutscher Flieger auf Paris hat aber der Ausdruck: "Einen guten Keller haben" eine ganz andere Bedeutung angenommen, er gilt nicht mehr dem Inhalt des untertdtrschen Gewölbes, sondern dem Gewölbe selbst. Jemand, der einen "guten Keller" hat, bewohnt heute ein Haus mit besonders wider­ standsfähig gemauertem Unterbau, dessen Kellerraumltchketten als bombensicher bezeichnet werden können. Wenn mau heute in seinem Hause Gäste hat, was nicht gerade leicht ist, so ist es wichtig, ihnen mitzu­ teilen, daß sie beim ersten Sirenenton die Kellerräumltchkeiten aufsuchen können. Darum gibt es schon jetzt Leute, die ihren Einladungskarte» die Bemerkung hinzufügen: "Wir haben einen guten Keller." Aber die Hausfrauen, die etwas auf sich halten, werden sich nicht damit begnügen, ihren Gästen eine sichere Zu­ fluchtsstätte zu gewähren. Sie werden sich bemühen, diesen Aufenthalt nach Möglichkeit auch angenehm zuöestalten. Für den guten Keller im heutigen Sinne find vor allem bequeme Liegestühle und zahllose Kissen erforderlich. Außerdem sind in Anbetracht der Flüchtigkeit der Keller Teppiche, Wandschirme, geflochtene Matten und ein Petroleum ofen unerläßlich sofern man den ehrlichen Wunsch hat, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Der größte Feind des Kelleraufenthalies aber ist die Langeweile. Hier empfehlen sich verschiedene Mittel zur Abhilfe. Ratsam ist z. B. das Bridgesptel, während die Musik dem Ernst der Zeit nicht angemessen erscheint, besonders wenn einer der Kellerinfaffen plötzlich das Lied anstimmte: .Im tiefen Keller fitz' ich hier." Am besten ist es also daß einer aus der Gesellschaft den übrigen etwa'» vorliest. Natürlich muß ein ernstes Werk gewählt werden und da man nie auf das Vorhandensein der Deutschen vergessen soll, empfiehlt sich für diese Zwecke ein Abschnitt aus Kants .Kritick der reinen Vernunft". Allerdings könnte es Leute geben, die einfolche Kellervorlesung als deutschfreundlich verdächtte gen." ────────── Die Rebelst-». ‘ EH fcl Komm von mm löntle. *'H H n I r\ .| | [ iNMdruck verboten.) | 102] Ich wüßte nicht, was unklar zwischen uns roäreJ Was verlangen Sie eigentlich von mir? j Daß Sie Schritte tun, die übereilte Heirat mit Undine zu lösen und daß Ste das mir seinerzeit gegebene Eheversprechen einlösen. Reimar sah fast belustigt in das erregte Gesicht der schönen Frau, deren leuchtende, blau» Augen gebieterisch auf ihn gerichtet waren. Und wenn ich mich weigere? Wenn ich Ste daran erinnere, daß ich das Eheversprechen einem Mädchen gab, da» ich für gut und rein hielt, aber nicht der Verräterin, die ich bet meiner unerwarteten Heimkehr in den Armen eines anderen fand, was würden Ste dann tun? Den Prozeß weiter führe», den mein Rechtsanwalt bereits angestrengt hat, tn dem ich Ste anklage, Lutz Randold zu Selbstmord ver­ anlaß zu haben. Reimar lachte hell auf. Ein Zug feiner Ironie flog um feine Lippen, als er, ganz nahe an Frtdrun herantretend, ihr spöttelnd entgegnete: Ich habe von dieser Ihrer außerordentlich scharffichttgen Verdächtigung bereits Kenntnis erhalte». Ich sehe dem Ausgang des Prozesse» mit Gemütsruhe entgegen. Wenn Sie aber meinen, dadurch den Gorltngshof zu gewinne», so dürften Sie doch sehr tih Irrtum sein. Ich werde dann den Beweis füh­ ren, daß ich an Lutz Randolt größere Summen zahlte um ihn vor Schmach und Schande zu retten als das Majorat wert ist, und ich werde außerdem die Be­ weise liefern, das Gräfin Frtdrun Randolt sich nicht scheute, den Sohn des Mannes in ihre Netze zu locken der ihr seinen ehrlichen Namen gab, der ihr vertraute und sie heiß und innig liebte. Wie können Ste es wagen, mt ch ln so uner­ hörter Weise zu beleidigen! rief Fridrun mit blaffen Lippen und unruhig flackernden Augen. Selbsthilfe, meine Gnädige, Selbsthilfe. Im üb­ rigen kann von einer Beleidigung gar keine Rede sein, sondern nur von Tatsache». In meinen Hände befinden sich die Briefe, die Sie, leichtsinnig genug in Ihrem LtebeStaumel an meinen Better Lutz schrieben. Ich nahm sie damals, als Lutz freiwillig und, ich gebe es zu, auf meinen Rat aus dem Leben schied, an mich, um Graf Randolt die Schande zu ersparren, in der Geliebten seines Sohnes sein eigenes Weib zu finden. So Gräfin, jetzt find wir wohl fertig miteinander. Wenn ich mich als Besitzer des Gorlingshofes fühlte, würde ich bemerken, daß Ihre Stunden hier gezahlt find. Da kam nur Undine eulscheidr», ob Sie gehen oder bleibe». Ich wünsche Die Nebelfrau. aber nicht, Gräfin, daß sich unsere Wege jemals wieder kreuzen. Er neigte steif den Kopf und wollte an ihr vorüber zur Tür gehen, aber schon lag sie vor ihm auf dem Boden und umfaßte ausschluchzend seine Knie. Reimar! stöhnte ste verzweifelt auf. Sei doch barmherzig! Es tst ja alle» nicht wahr! Nur Dich habe ich geliebt, immer nur Dich. Gespielt habe ich mit dem leichtfertigen Jungen, dem Lutz das tst wahr, aber nur gespielt. Nie hat mein Herz für einen andern Mann irgend etwas empfun­ den. Nur Du beherschrst mein Sinne» und Den­ ken. Der Schein war gegen mich, »l» Du damals zurückkamst und so brüsk die Verlobung löstest, ich gebe es zu. Was aber blieb mir anders übrig, die Werbung Marnars anzunehmen. Ach wen» Du wüteßt, wie ich gelitten, wie ich verzweifelt in den Armen eines andern nach Dir geschrien, Du würdest Mitleid mit mir haben und das Spiel mit dem törichten Knaben milder bemtetlen. Set nachsichtig sei lieb, Reimar! Ste ich weiß ja, daß Deine groß« heilige Liebe zu mir nicht sterben konnte, daß nur Dein Stolz mit dieser Liebe ringt. Beleihe mir, ich bitte Dich. Betteln will ich um Dein« Liebe und Dir dienen in unwandelbarer Treue und Hin­ gebung. Hilf mir, Reimar. . ' i laortfefcttoa fMfL] ────────── knecht, 2 Packer, 1 Schuhmacher, 4 Schlosser, 4 Schreiner, 2 Schßniede, 40 Wachleute. Stellen suchen: 1 Lagerist, 1 Metzger, "1 Obermüller, 1 Dekonomiebaumeister, 1 Schwei- , 8«. , . 1 Weibliche Abteilung: Offene Stellen: 70 Dienstmädchen, 4 Köch>innen, 2 Kindermädchen, 10 Zugehepinnen, 2 Putzerinnen. i Gasthäuser: 15 Küchenmädjchen, 2 Köchin­ nen, 2 Kellnerinnen. A Oekonomie: 14 Oehonomiemägde, 2 Schwei­ zerinnen. i Stellen suchen: 20 Kontoristinnen, 1 Hotelzimmermädchen, 1 Karrierin, 2 Oekonomiet'üchsinnen, 2 Verkäuferinnen. Lehrstellen: Lehrstellen sind offen für: 3 Brauer-, 1 Friseur-, 4 Gärtner-, 1 Kaminkehrer-, 1 Maler, 1 Schmied-, 2 neider--, 1 Spengler-, 4 Schrei: ner-, 1 Schuhmaschprlehrling, ferner 1 Rählehrmildchen. t 'Lehrstellen suchen: 1 Bäcker-, 2 Elektro­ techniker-, 2 Mechaniker-, 4 Schlosser-, 1 Schrei: nerlehrling. I l t , Krlegsinvalivenfiirsorgc. Stellen sind offen für: 2 Bürsteneinzieher, 1 '40 Wachleute, 1 verh. Hausmeister, 1 Kolpor- ; teur, 1 Wagner, 1 Schreiner. Stellen suchen: 2 Auffeher, 2 Ausgeher, J 4 Hausmeister, 1 Hoteldiener, 6 Leichtarbeiter, ffl 1 Kutscher, 1 Postillon, 1 Müller. I Jugendfürsorge: , " Lehrstellen suchen: 2 Metzger-, 1 Bäcker-, | 1 Schreiner-, 1 Schlosser-, 1 Hafner-, 1 Gärt:» nerlehrling. | j | [ I 1 1 Städtisches Arbeitsamt Landshut. Männliche Abteilung: 1 , Offene Stellen: 2 Bäcker, 10 Bautaglöhner, 8 Dienstknechte, 1 Friseur, 3 Hausmeister, 20 Hilfsarbeiter, 1 Maler, 10 Maurer, 1 Ochsen- ────────── selbständig erworben und zwar, wchl es ihnen durch! die von verst^iedenen Seiten gewährten Vergünstigungen möglich! gemailt wurde. —* Magistratssitzjung hat am Samstag nicht stattgefunden. ^ —* An Fett erhalten wir diese Woche 60 Gramm Butter aus den Anteil. —* Für den Opfertag 1918 ist kein bestimmter Tag festgesetzt. Es wird vielmehr den einzelnen Ortskomitees überlassen, in den Monaten Juli oder August einen Tag hiefür anzusetzen. Ueber die Verwendung der Erträg­ nisse des Opfertages ist bestimmt worden, daß ein Drittel Zwecken des bayerischen Landesko­ mitees für freiwillige Krankenpflege im Kriege zufließen soll, während Zweidrittel zugunsten der Kriegsgefangenenhilfe, der Schwesternspen­ de und der örtlichen Wvhlsahrtstätigkeit zu verwenden find.. Tie Unterverteilung aus diese drei Zwecke bleibt dem örtlichen Sammelkomitee mit der Einschränkung überlassen, daß keinem dieser Zwecke mehr als ein Drittel des Gesamt­ ergebnisses zugewendet werden darf. —* Ueberstürzt hat sich am Samstag bei der Landung "an der äußeren Regensburgerstrahe ein Flugzeug. Führer und Beobachter kamen unverletzt davon. Das Flugzeug wurde beschädigt. ' i —* Gestohlen wurden am letzten Freitag jaus dem Vorraum des k. Bezirksamtes hier zwei säst neue Räder. Tie Diebe konnten noch! nicht ermittelt werden. —* Eine Geldtasche mit 86 Mark In­ halt, eine Geldbörse mit 19 Mark, eine goldene Damenuhr und eine Handtasche mit wertvollem Inhalt wurden am lechen Freitag hier verloren. Finder haben sich! nsihst gemeldet. —* Ins Hamstern fuhren am 6. Juni von München nach! Landshut der 18 Jahre alte Taglöhner Anton Obermeier von Altheim und der 24 Jahre alte Monteur Heinrich, Neumann aus Leipzig. Als sie in Landshut nichts auf­ treiben konnten, gingen sie in der Nacht nachj Unterglaim und stahlen aus dem Stalle des Bauern Gärtner dort ein Schwein im Werte von 120 Mark, das sie wieder veräußerten. Beide Diebe wurden jetzt verhaftet. —* Ge stöhlen undwiedergefunden. In Paindlkofen wurde am, 23. Mai durch, GlotÄengießermeister Hahn hier vom Kirchturme eine Glocke abgenommen. Als sie am nächsten Tag nach Ergoldsbach zur Bahn verbracht werden sollte, war die Glocke verschwunden. Daraufhin hielt der dortige Bürgermeister eine Versamm­ lung, in welcher er auf die Folgen dieses Diebstahls aufmerksam Machte und tags daräuf war die 6 Zentner schwere Glocke in einem Straßengraben beim Orte wieder zum Vorschein, gekommen. Sie konnte nun ihrem Zwecke zuge­ führt werden. Tie gestohlene Glocke in WedhMichl dagegen wurde noch, nichkt aufgefunden. —* Der dritte Junisonntag brachte uns gestern in mehrfachen Unterbrechungen er­ frischenden und befruchtenden Regen. Schon am Samstag abends begann es zu regnen und gestern blieb den ganzen Tag über der Himmel in graue Wolkenschleier gehüllt, dem mehrmals das gewünschte Naß, wenn auch! nur spärlich entströmte. Immerhin brachte die längere Dau­ er der Niederschläge eine belebende Erfrischung für die ausgetrockneten Fluren. Der AusflugsVerkehr blieb infolge der unsicheren Witterung auf ein Mindestmaß beschränkt. —* Zum Eisen bi ahnfahrplan, den wir am Samstag veröffentlicht haben, wird uns ' mitgeteilt, daß die Schnellzüge auf der Strecke Regensburg—München und umgekehrt, welche vom 15. Juni bis 15. September verkehren sol­ len, bis jetzt eine Anordnung zur Einlegung dieser Züge noch nicht getroffen ist. Die Züge verkehren daher bis jetzt noch nicht. ────────── Segler mit zusammen rund 22 000 Brutto-Reg.Tonnen. > iec Chef des Avmiralstabes der Marine. Skt# Kaiserjubiliäum. WTsL. Berlin, 16. Juni. Der Kaiser verbrachte den heutigen Jahrestag zusammen mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Hein­ rich im Großen Hauptquartier. Hierbei richtete Generalseldmarfchall von Hindenbmg an den Kaiser einen Trinlkspruch, in welchem er dem Kaiser die Glückwünsche des Generalstabes und des ganzen deutschen Heeres zu seinem 30. Re­ gierungsjubiläum übermittelte. In seiner Ant­ wort führte der Kaiser U- a. aus wie folgt: Das deutsche Volk war beim Ausbruch! des Krieges sich, nichjt darüber Kar gewesen, was dieser Krieg bedeuten wird. Ich! wußte es ganz genau. Deswegen hat mich! auch der erste Aus­ bruch! der Begeisterung nichjt getäuscht oder irgendwie in Meinen Zielen und Erwartungen eine Aenderung hervorbringen können. Jch^ wußte ganz genau, um was es sich! handelt, denn der Beitritt Englands bedeutete den Weltkampf, ob gewollt oder nicht. Es handelte sich, nicht Um einen strategischen Feldzug, es handelte sich. Um einen Kampf zweier Weltanschäuungen. Entweder sollte die Preußischl-deutsche moralische Weltanschauung (Recht, Freiheit, Ehre und Sitte) in Ehren bleiben, oder die angelsächsi­ sche, das bedeutet, dem Götzendienst des Geldes verfallen, wo die Völker der Welr arbeiten als Sklaven für die angelsächsische Herrenrasse, die sie unterjocht. Diese beiden Anschauungen ringen miteinander und da muß Die eine unbe­ dingt überwunden werden. Und das geht nicht in Tagen und Wochen, au$| nicht in einem Jahre. Dieses war mir klar und da danke ich dem Himmel, daß er Eure Exzellenz und Sie, mein lieber General Ludendorf!, mir als Berater zur Seite gestellt hat. Daß das deut­ sche Volk — Volk und Heer ist ja jetzt dasselbe — zu ihnen voll Dankbarkeit hinaufblickt, brau­ che ichj nicht zu sagen. Ein jeder Deutsche weiß, wofür wir kämpfen. Das gibt der Feind selbst zu und infolgedessen werden wir den Sieg er­ ringen. Einen Sieg der deutschen Weltanschau­ ung, den gilt es. Ich, trinke mein Glas auf das Wohl der hohen .Führer meines Heeres, des Generalstabes und des gesamten deutschen Heeres: Hurra! Tier Brand in Konstantinopek. Konstantinopel, 16. Juni. Wie ge­ meldet wird, sind durch, den Brand 8000 Häu­ ser vernichtet worden. Der Schaden wird aus über 4 Millionen Pfund geschätzt. Tie Zahl der Obdachlosen beträgt etwa 80 000. Letzte Posten. Neue U*t»iw#Serfe>las. WTB. Berlin, den 16. Juni. (Amtlich!.) Deutsche und österreichisch-ungarische U-Boote versenkten im Mittelmeer 5 Dampfer und 9 ────────── 21. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut Vorsitzender: Herr Rechlsret Ambros. Samstag, den 8. Juni. Ein Baugesuch, des Werkmeisters Jos. Frank kann nicht genehmigt werden. Tabe^i wird daraus hingewstesen, daß dem Magistrat in der "M. !P." der Vorwurf gemacht wurde, daß er trotz Wohnungsnot den Wohnungskon­ sens für das Haus des Telegraphenbausührerss Weidner nicht erteilt habe. Der Magistrat konnte dies nach! den baupolizeilichen Vorschrif­ ten nicht tun und der Gesuchsteller kann dage­ gen ja an die K. Regierung sich! beschwerdeführend wenden. Zur Beschaffung von <£inrit$,tungen 1 im Stadtbauamt werden 3300 Mark, zu bauli­ chen Instandsetzungen 6200 Mark genehmigt. Tie Eröffnung der Straße zwischen Ludmillastraße und Straße Nr. 6 wird abge­ lehnt, da ein Bedürfnis nicht vorhanden ist. Ter nachsuchenden Firma Kratsch wird nahe­ gelegt, sich selbst eine Zufahrt herzustellen. Eine Neuinstruiierung der Bauli­ nie an der verlängerten Gabelsbergerstraße, um die Telegraphenbauführer Weidner nach­ suchte, kann nicht erfolgen, da das fragliche Ge­ biet im Hvchwassergebiet liegt. Jn>der Heimgartenanlage IU an der Gabelsbergerstraße soll eine Wassergelegenhett geschaffen werden. In der Heimgartenan-. läge Heine Abortgelegenheit und in der Heim­ gartenanlage I soll im Herbst an Stelle des Dultstandes eine angemessene Abortanlage er­ richtet werden. Die Kosten werden aus den Einnahmen bestritten. Der Theateretat, der mit 3351.39 Mark Ausgaben bei 1274 Mark Einnahmen angesetzt ist, wird aus Antrag des Kommissars um 30 Prozent erhöht. 1 Das Mühlbergersche Stipendium! wird dem Schüler der Klasse 5 b der Realfchtztle Bölk verliehen. ────────── Fahrzeit der elektrischen Straßenbahn. Ab Dreifaltigkeitsplatz. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Verkehr mit Fett. ! Fettmenge für die laufende Woche: HH Gramm Butter Landshut, den 15. Juni 1918. gtaötttuxftißvixt. I. V.: Ambros. i6«2 ────────── Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, 15. Juni 1918, mittags. Amtlich wird gemeldet: Heute früh steigerte sich das Geschützfeuer an vielen Abschnitten der Südwestsront zu grö­ ßerer Stärke. An der albanischen Front sind gestern neu­ erliche, unter Einsatz von Reserven durchge­ führte Angriffe der Franzosen nordwestlich Sinapremte gescheitert. Ter Chef des Generalslabs. WTB. Wien, 16. Juni 1918, mittags. Atntlich wird gemeldet: Gestern früh griffen an der Piave und beiderseits der Brenta unsere Armeen nach! mehrstündigem Artilleriemaffenfeucr die Ita­ liener und ihre Verbündeten an. Tie Heeresdes Feldmarschalls von Boroevic er­ zwang sich, an zahlreichen Stellen den Uebergang über die hochgehende Piave. Tie Korps des Generalobersten Wurm nah­ men nach. Niederringen erbitterter Gegenwehr bei San Tonnn di Piave und beiderseits der Bahn Oderzo—Treviso in breiter Front die feindlichen Stellungen. Tie Truppen des 'Ge­ neralobersten Erzherzog Joseph bemächtigten sich, überraschend der Verteidigungsanlage am Ostrand des Montello und drangen in dieses Höhengelände ein. General der Kavallerie Fürst Schönburg wurde während des Ueberganges seines Korps durch eine Granate ver­ wundet. Die Zahl der an der Piave eingebracht ten Gefangenen beträgt 10000. An erbeuteten Geschützen sind bisher etwa 50 gemeldet. Auch der erste Ansturm beiderseits der Brenta hatte Erfolg. Starken feindlichen Wi­ derstand brechend Und alle Hindernisse des zer­ klüfteten waldreichen Gebirges überwindend, stießen unsere Truppen vielfach, bis in die dritte feindliche Stellung vor, wobei 6000 Italiener, Franzosen und Engländer als Gefangene in unserer Hand blieben. Die damit gewonnenen Vorteile vermochten wir aber nur teilweise zu behaupten. Oestlich der Brenta mußte der Berg Raniero vor 'überlegenem, durchs flan­ kierendes Geschützseuer unterstütztem Gegenan­ griff des Feindes wieder freigegeben werden, indessen der Italiener an den Nordhängen der Grappa vergebens gegen unsere dort in seinen ersten Linien festgeklammerten Bataillons vor­ stürmte. In den Waldzvnen der Sieben Gemeinden trafen Unsere Regimenter auf eine von den Alliierten schon in den Vortagen vorbereitete Angriffstruppe, vor deren Gegenstoß ein Teil des eroberten Geländes wieder geräumt wurde. Bei Riva, int Abschnitt des Majors Erzherzog Maximilian, entrissen wir den Italienern den Tosso Alto. Im Adamello-Gebiet erstürmten bewährte Hochgebirgskompagnien den Corno di Cavento, wobei 100 Gefangene und drei feind­ liche Geschütze eingebracht wurden. In Albanien wurde am 14. ds. Mts. abends ein innerlicher Angriff der Franzosen im Tevoli-Tal abgeschlagen. Ter Chef des Generalstabes.