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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-06-20"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 166</biblScope>
          <date when="1918-06-20">1918-06-20</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Weitere österr.-ung. Erfolge. Ter Kanal von Fossetta überschritten; südlich des Montetto mehrere italienische Linie» durchstoßen. Tie Gefangenenzahl steigt. Im Westen französische Angriffe gescheitert. Der neue bulgarische Ministerpräsident.</p>
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          <p>Die Heeresberichte.</p>
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          <p>WTB. Be rli n, 19. Juni 1918, mittag». (&lt;6rD$ets Hauptquartier.) »efUtmet »rie»»fWa«pIatz. Heeresgruppe des Geueralfewmarschatts Kronprinz Rupprecht voa Bayern Rege Erkundungststtigkeit der Infanterie. Teilangrifse des FeindeS am Niepipewald und nordöstlich! von Bethune wurden abge­ wiesen. Der Artilleriekamps lebte nur in wenigen Abschnitten auf. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. Südwestlich, von Domier s, heiterte am frü­ hen Morgen der Angriff französischer Regi­ menter. Im Nordostteil des Waldes von Villers Cotterets am Tage mehrfach! wiederholter An­ sturm drückte unsere 'östlich, von Montgvbent vorspringenden Linien etwas in das Innere des Waldes zurück. Im Clignonabschnitt, nordwestlich! von Chateau Thierry stießen mehrere feindliche Kompagnien zum Angriff vor. Sie wurden von unseren Vorposten abgewiesen. ! Artillerie und Minenwerfer belegten mit stärkeren Feuerüberfällen die feindlichen An­ lagen bei Reims. Nachstoßende Jnfanterieabteilungen brachten ettoa 50 Gefangene ein. Gestern wurden 23 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone abgeschossen. Hauptmann Berthold errang seinen 35., Leutnant Veltjen seinen 22. Luftfieg. Der 1. GeneratauartiermeMerr y :&gt; t r- B o r &lt; t. WTB. Berlin, den 19. Juni. Amtli­ cher Abendbericht: Von den Kampffronten nichts Neues. Der deutsche Bericht.</p>
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          <p>Der oesterr.-ung. Bericht. WTB. Wie n, den 19. Juni, mittags:. Amtlich wird gemeldet: Der Südslugel der Heeresgruppe von Boroevic erkämpfte in stetem Vordringen neue Vorteile. Der Kanal von Fossetta wurde an einigen Punkten übersch&gt;ritten. Der Italiener setzt alles daran, unser Vordringen zu hem­ men. Aus engen Räumen werden Gefangene zahlreicher zusammengewürfelter Verbände ein­ gebracht. Heftige feindliche Angriffe, die na­ mentlich beiderseits der Bahn Ooerza—Trevisch Mit großer Zähigkeit geführt wurden, brachen unter schweren Verlusten teils in unseremFeuer, teils im Nah kämpfe zusammen. " ; [ ,_;J Tie Divisionen des Generalobersten Erz­ herzog Joseph durchstießen bei Sooilla am Süd­ fuß des Montello mehrere italienische Linien. Tie Zahl der Gefangenen erhöht sich. An der Gebirgsfront waren die von uns am l15. genommenen Stellungen zwischen Piave und Brenta und südöstlich! von Asiago abermals das Ziel erbitterter Anstürme. Der Feind ver­ mochte trotz großer Opfer nirgends Vorteile zu erringen. 1 Auch am Dosso-Alto, stießen die Italiener immer wieder vergeblich! vor. An der Tiroler Westfront Artilleriekampf. Ter Chef des Generalftabs.</p>
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          <p>Unterossizier H. geriet im Herbst 1917. in Gemeinschaft mit etwa 30 Kameraden, am Chemin des Tames in Gefangenschaft. Sofort wurden den deutschen Soldaten die Uhren ab­ genommen, sämtliche Wertpapiere und Geld wurde ihnen gestohlen. H. selbst vermißt 50 Mark bares Geld und seine Taschenuhr. Auch die Trauringe wurden den Leuten weggenom­ men! Alsdann ging es in ein Straflager, in die Nähe von S., wo die Leute bei starkem Re­ gen sieben Tage und sieben Nächte unter freiem Himmel ohne Zelte und Decken zubringen muß­ ten. Etwa 300 Mann wurden so auf einer un­ gefähr 200 Quadratmeter großen, total auf# geweichten, von Staäeldraht in zwei Meter Höhe umgebenen Wiese eingesverrt "Wir konnten uns nicht legen, sondern mußten und konnten auch nur immer herumlaufen und gingen schon einen halben Fuß tief im Morast; den letzten Tag konnten wir nicht stehen nah lausen vor Frost und Müdigkeit und legten uns eben in den Schlamm. Andere standen in Hausen zusammen in geduckter Stellung und legten ihren Kopf aus den Rücken ihres Vorder­ mannes." Im Schlaf sielen die kraftlosen Leute übereinander, was zur Folge hatte, daß viele erstickten! H. wurde dann 14 Tage lang von einem Straflager ffns andere geschleppt, um endlich im Hauptlager Orleans untergebracht zu werden. Auf der Fahrt wurden die deut­ schen Soldaten ln einen Viehwagen eingesperrt. "Unsere Notdurft mußten wir durch die Klap­ pen, die in dem Wagen angebracht sind, ver­ rückten." Unser Gewährsmann gibt dann noch eine Schilderung über die trostlosen Unter« lunstsrerhältnisse in den verschiedenen Ge­ fangenenlagern, in denen für die stellenweise zusammengefallenen Baracken keine Kohlen ge­ liefert wurden, so daß die Leute bei bitterer Winterkälte buchstäblich "unter den Trümmern der Baracken" ohne Decken und ohne Mäntel liegen mutzten. Ter größte Teil seiner Kame­ raden und auch der Unteroffizier H. selber sind seelisch und körperlich völlig zusammen­ gebrochen.</p>
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          <p>Aus Rußland. Der frühere Aar in Moskau. Stockholm, 19. Juni. Ter ehemalige Zar Nikolaus ist mit seiner Familie nachMos- j lau gebracht worden, da sein bisheriger Auf- j enthalt in Jekaterinburg durch die Tschechen und Uralkosaken gefährdet wurde.</p>
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          <p>Aus Finnland. Zur Aalandsfrage schreiben die führenden schwedischen Blätter, daß es ausgeschlossen sei, daß Finnland je­ mals freiwillig Aaland abtreten werde. Tie Stellung der schwedifben Sprache und Kultur fei jedoch aus 'Aaland gesichert. !</p>
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          <p>TschrWsche Angeberei. Tret sozialistische Teputierte meldeten eine Anfrage an den Kriegsminister über die Ersckießung eines den italienischen Militärbehör­ den von tschechischen Legionären als Kriegs­ gegner denunzierten italienischen Soldaten an. Italienisches Eingeständnis der ßchivicrigen Lage. Ter Kriegsberichterstatter des Secolo mel­ det dem Berl. Lok.-Anz. zufolge: "Es ist den Lesterreichern gelungen, über die Piave zwi­ schen Fulzi und Nerves«, eine Strecke von etwa 5 Kilometern, zu setzen und 'in den ivohlbedeckteit 386 Meter hohen Hügel tpm Montello einzudringen. Ihr Vvrmarsch&gt; reicht aber nur bis zu einer Tiefe von 4 Kilometern. Ter Wa­ genpark und die Kanonen des Erzherzogs ste­ hen noch auf dem linken Ufer der Piave und und erwarten die Fertigstellung der Brücken, deren Bau von den itakienischenKanonen schwer gehindert wird. Weiter südlich von San An­ drea bis Possalto, eine Strecke von 30 Kilo­ metern, ist hier der stellenweise bis 2 Kilo- f meter breite Fluß von österreichischen Trup- - Der Krieg mit Italien. Pen belegt, die auf Booten und Flößen über­ zusetzen suchten, fortgesetzt gestört durch, das italienische Feuer, das hier den Fluß beherrschet. Zwischen Vossalto und Masile wird das Fluß­ bett schmal und vielfach gewunden mit stei­ len Usern. Hier konnten die Oesterreicher das diesseitige Ufer gewinnen und einen Brücken­ tops herstellen, den sie mit großer Kraft hal­ ten und auch verbreitern. Es gelang ihnen auch eine vollwertige Verbindung mit ihren Trugpen nvrvltch von Vossalto herzustellen. Wir müssen unsere Lage mit Vertrauen betrach­ ten. Sie ist ernst und schwierig im Abschnitt von Montello. Der Feind verfügt ungeachtet seiner großen Verluste noch über viele Reserven."</p>
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          <p>Tcks drulschptürAMe Bündnis. ! Nachdem in der Türkei Me politische Zen­ sur aufgehoben worden ist, äußern sich die Blätter zu dem Bündnis mit Deutschland und zu der dadurch' geflossenen Lage in ebenso aus­ führlicher wie rückhaltloser Weise. Das Blatt "Ati" betont die Bedeutung des Bündnisses, sowie die von der Türkei während vierer Jahre geleisteten Dienste und erklärt: Deutschland be­ droht jetzt einerseits Paris und Calais, ander­ seits steigt es über Kuban in das turanische Ge­ biet hinab. Angesichts dieses militärischen Bankerotts erwartet die Entente ihr Heil nur mehr von Amerika. Dies ist der Unterschied der Lage unserer Verbündeten zwischen 1917 und 1918. Die deutsche Presse muß anerkennen, daß unsere Bündnistreue sowie die Zähigkeit und Unerschrockenheit, Mit der wir unsere Meerengen verteidigt haben, zur Besiegung Rußlands beigetragen haben. Dank der Un­ terstützung der Türkei wird Deutschland in der Lage sein, sich, von Norden und Süden gegen Indien zu wenden, und die Türkei wird dank des Bündnisses mit Deutschland die Inseln wiedergewinnen, Palästina und den Irak säu­ bern und die italienische Raubgier zunichte Machen sönnen. Deutschland kann viel von uns erwarten, solange es an der Verwirklich­ ung unseres nationalen Ideals arbeitet; die deutschen Politiker kennen diese psychologi­ schen Momente. Wir erwarten viel vonTeutshsland, das auch, für sich, das Recht der Gegen­ seitigkeit besitzt, denn das Bündnis hat einen Charakter, der für ewige Zeiten dauern soll. Die Türkei im Kriege.</p>
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          <p>Aus neutralen Ländern. Ter rätselhafte Hotelankaus. Rotterdam, den 19. Juni. Das Ho­ tel "Des Indes" im Haag ist von der holländi­ schen Regierung angetanst worden. Zuerst wur­ de angenommen, daß eines der vielen durch den Krieg notwendig gewordenen neuen Rsgrerungsamter rn diesem Hotel errichtet werden solle, ^etzt stellt sich, aber zur altgemei^derraschung heraus, daß die Regierung ba§ Hotel als solches tnerterführen wolle. 8L8 Grund, verlautet, daß auf einer eüentuellert Friedenskonferenz km Haag dre holländisch,eRegierung in der Lage sein wolle, die frem­ den Diplomaten gut mtterzubriiige« (?!). Schwedisschhfimrischer Verkehr. K o p en h a g e n, 19. Juni. Der nach, Finn­ land entsandte Sonderbersthterstatter desStockholmer Aftonbladet richtet an die schweoischeu Handelskreise die Mahnung zur Vorsicht vor dem Eingehen von Geschäften fett Unnland bis die 'Verhältnisse geklärt sind. Die Schweden mühten in Finnland iwtt einer bedeutenden dä- urschen Konkurrenz rechne«. Dänemark sei nach dem Deutschen Reiche das populärste Land in Finnland, toeit Dänemark bedeutende Mengen von Lebensmitteln nach Finnland gesandt habe. Man treffe überall dänische Geschäftsleute^ die im Begriffe seien, sich sü» den finnischen 'Warft einzuarbeiten.</p>
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          <p>erörtert und die Austeilung der Reichslande unter den beiden größten Bundesstaaten als den Interessen des Reiches und der Bundesstaa­ ten widersprechend erachtet. Für den Osten sollen bei der künftigen Gestaltung der Län­ der keine dynastischen, sondern nur allgemein deutsche Interessen maßgebend sein. Die Ent­ sendung des bayer. Vertreters Grafen von Podewils nach Brest-Litowsk sei keinem deutschen Reichsreiht entsprungen, sondern als Höflich­ keitsakt zu betrachten, der es wünschenswert erscheinen lasse, ctui|| für Württemberg die Ent­ sendung eines Vertreters anzustreben. Graf Burians Antwort an Lord Milner. Das Wiener Fremdenblatt berichtet über eine Unterredung, die der Minister des Aeuhern, Graf Burian, mit dem Chefredakteur des Blat­ tes hatte, u. a. folgendes: In der Rede Lord Milners kommt neuerlich! das Bedürfnis unserer Gegner zum Ausdruck, die Kriegsziele der Mit­ telmächte als Ausfluß der den Deutschen unter­ schobenen Herrschaftsgelüste nicht allein bezüg­ lich ihrer Gegner, sondern auch ihrer eigenen Bundesgenossen hinzustellen. Die völlige Einigkeit unserer Gruppe im Kampfe und in den Kriegszielen ist unsere Stärke, an der un­ sere Gegner trotz aller bisher vergeblichen Ver­ suche zu rütteln nicht aufhören wollen. "Wo Lord Milner von Deutschland spricht und unser so nebenbei als dessen Opfer gedenkt, dort tut er selbst das, worüber er sich! mit Worten be­ scheuert, daß, nämlich^ auf seiten der Mittel­ mächte versucht würde, eine alliierte Nation gegen die andere aufzuhetzen. Nun, bei uns wird ihm das nicht gelingen. Wir haben glück­ licherweise schpn lange das, was Lord Milner an der Entente rühmt, den wertvollen Besitz der moralischen Einigkeit der einer gemein­ samen Sache hingegebenen Alliierten. Was die angeblichen Weltherrschjaftsziele der Mittel­ mächte betrifft, kann sch Ihnen versichern, daß es bei den Zentralmächten — und hier darf Oesterreich-Ungarn wohl auch, im Nanken Deutsch­ lands sprechen —, keinen Menschen mit gesun­ den Sinnen gibt, der sich ein ähnliches Ziel auch, nur in seinen verwegensten Träumen ge­ setzt hätte. 1 Tie Not in Böhmen. Das bereits am 4. Arpil vom Stadtrat der deutschböhmischenStadt Schluckenau an den Deutschen Kaiser aufge­ gebene und wie jetzt bekannt, von der öster­ reichischen Regierung angehaltene Telegramm lautet: "Die deutsche Stadt ShluckenauNordböhmens ist seit einer Woche ohne Brot und Mehl. Namens der gut deutsch gesinnten Bevöl­ kerung, die unseren Verbündeten in treuer Pflichterfüllung huldigt, bittet der Stadtrut Euer Majestät um dringende Abhilfe durch, Zuweisung ausgiebiger Mehlmengen oder Er­ satz durch Kartoffeln, weil nur dadurch! eine Katastrophe vermieden und das Durchhalten der armen Einwohnerschaft ermöglicht wird." Tie ungarische Wahlreform. Ter Wahl­ rechtsausschuß, unterbreitete die modifizierte Wahlresorm dem Abgeordnetenhaus gleichzeitig mit den Separatveten (Forderung nach, Kennt­ nis der ungarischen Sprache in Wort und Schrift und Absolvierung der sechsten Elemen­ tarschulklassen für die Wahlberechtigung und Forderung nachi Schaffung des vom Ausschuß, abgelehnten Wahlrechts der Frauen.) Ein «euer Rheinhafen. Ter Schweizer Nationalrat bewilligte einen Kredit von 2 250 000 Fr. als Beitrag des Bundes an den Kanton Basel-Stadt zum Bau der Hafenanläge auf dem rechten Rheinufer in KleinhüningenBasel für die Rheinschifsahrt. Bundesrat Ador erklärte, der Kleinhüninger Hafen bedeute bloß einen ersten 'Schritt im Ausbau 'der Rheinschissahrt. Tie von verschiedenen Seiten auf­ geworfene Frage der Schaffung eines Frei­ hafens bei Basel verdiene alle Ausmerksamkeit des Bundesrates, da die Schweiz alles tun müsse, um die Rheinschiffahrt zu fördern.</p>
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          <p>lebendig. Eine ernste, graue Frau schreite dann aus dem Rahmen des Bildes herab und wandle durch die Gänge des Schlosses hinaus in den Nebel. » Ueber Fridruns verzerrte Züge glitt ein Lächeln. In der einen hÄcherhobenen Hand hielt sie die brennende Kerze, die andere zog geräuschlos den ßchioarzen Vorhang r on betn Bilde zurück. Mit einem Gefühl von Neugier und Grau­ en blickte Fridrun, den Atem anhaltend, zu dem Bilde empor, das stumm von der Wand zu ihr herniedersah. Lebten nicht diese glühenden bimsten Augen in. dem totblassen Gesicht, das sich, so geisterhaft aus den Schleiern hervor­ hob? War es nicht, als steige die schwanke Gestalt aus dem Rahmen zu ihr hernieder? Bebten nicht diese weißen, durchsichtigen, auf der Brust gefalteten Hände? Wie Todesangst kroch es plötzlich« zu Fri­ druns Herzen. Ihre Hände flogen in fiebern­ der Angst. Mit letzter Kraft zog sie den Vor­ hang wieder über das Bild, um die in den H Ästen gmyetuaen Augen der Nebelsrau nicht mehr zu sehen, die ihr die Seele verbrannten. Ohne sich zu besinnen, hob sie dann die bren­ nende Kerze hoch emppr gegen den Vorhang. Die Nebelfrau. 1 1 ckvman von Ainrch Werthe. (Nachdruck verboten.) 10b] Hier endete der Gang in die alte Ahnen­ galerie, von der man in Reimars Gemächer trat. Drohend, so war es Fridrun bei dem un­ gewissen, zitternden Licht, blickten die Ahnen­ bilder von den Wänden. Was scherten sie die Randolts in Reifrock und Puderperücke, was die Helden mit Spieß, und Schwert, die einst auszogen, um ihr Frie­ senland vor fremden Eindringlingen zu schüt­ zen, und die nun da so still an der Wand hingen, als hätten sie sich nie zu kühner Fahrt aufs weite Meer gewagt. Prüfend hob Fridrun das brennende Licht. D«ort, unweit der Tür, die zu den Gemäch«ern des Grafen Reimar führte, floß, ein lan­ ger schwarzer Vorhang über ein großes Bild hernieder. Tu sollst mir helfen^ flüsterte Fridrun wie im Fieber. Roch zögerte sie, den Vorhang von dem Bilde der Ahnin zurückzuziehen, das man ver­ hüllte, seitdem die Dienstleute im Schloß, be­ hauptet haben, des Nachts würde das Bild &gt; Noch einen Augenblick zögerte sie, dann aber fiel ihr Blick auf die Tür zu Reimars Gemächern. Ein wahrhaft teuslishes Lächeln flog über Fridruns Antlitz. Immer näher hielt sie das brennende Licht gegen den Vorhang. Jetzt leckte schon die Flamme gierig an dem iveichen Stoff, hinter dem das Bild mit un­ heimlichen Augen drohte. Fridrun sah die Flammen langsam empor­ züngeln. Fiel da nicht der verhüllende Vor­ hang von dem Bilde? Kam nicht die Nebel­ srau auf sie zu und hob drohend die Hand? Wie von Furien gehetzt floh Fridrun die Galerie entlang, dem neuen Teil des Schlosses zu. Das Licht erlös, hj, um sie her war es ganz dunkel, als Fridrun aber noch« einmal den Blick wandte, sah sie hinter sich, einen hellen, roten Schein. Da lachte sie höhnisch), auf. $Ejr Werk Itxtr gelungen. Alle, alle sollten sie unter­ gehen, nur Lori, ihr süßes Kind, wollte sie retten, Lorl, die in ihrem Bettchen gewiß schon fest schlief. i (Fortsetzung folgt.) « "</p>
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          <p>der Bitte des Werra-Kanalvereins entsprechen zu sollen und hält unter der Voraussetzung, daß auch das Reich, und die anderen Bundes­ staaten sich entsprechend beteiligen, einen Zu­ schuß von 25 000 Mark für angemessen. Die Mittel hiesür werden vom Landtag noch ange­ fordert werden. Teuerungszulagen. Das Gemeinoekollegium in Nürnberg hat Die Magistratsbeschlüsse, welche eine Erhöhung der Kriegsteuerungs­ zulagen für städt. Beamte, Lehrer, Aushilfs­ kräfte und Arbeiter bei einem Jahresmehrauf­ wand von 3.10 Millionen Mark oorsieht, durch die die gesamten Mehrausgaben der Stadt für Teuerungsbeihilfen aus 8.4 Millionen Mark steigen, mit 24 gegen 20 Stimmen angenom­ men. Tie Fleischkonservenfabrikation ist nachj einer Erklärung des Ministerialrats Tr. v. Attinger aus Konserven für die in der vordersten Linie stehenden Truppen beschränkt. Strenge Bestrafung eines Hilfsdiknstpflichftigcn wegen Arbeitsverweigerung. Ein heeres­ unwürdiger Gelegenheitsarbeiter war vom Eine berusungsausschuß München-Stadt dem Mate­ rialdepot München-Ostbahnhos als Lagerarbei­ ter überwiesen worden. Obwohl gesund und kräftig, weigerte er sich, nafl dreitägiger Tätig­ keit, die überwiesene Beschäftigung fortzusetzen-. Wegen dieser Weigerung bestrafte das Gericht den Arbeiter nach Paragraph 18 Ziff. 1 des Hilssdienstgesetzes mit 4 Monaten Gefängnis und wies in der Urteilsbegründung darauf hin, daß auf eine empfindliche Gefängnisstrafe zu erkennen war, um den Widerstand jener Ele­ mente, welche in der Heimat herumlungern,' während andere im Felde stehen oder daheim nutzbringend arbeiten, gegen d en 'Zwang zu ge-1 meinnütziger Arbeit zu brechen und diesen Drohnen der menschlichen Gesellschaft den Ernst der Zeit und die vaterländischen Pflichten nach­ drücklichst zum Bewußtsein zu bringen. Bayerische Nachrichten. Aus dein bayerische« Landtag. Aus eine Anfrage des Abg. Müller-Hof hat dasVerkehrsministerium schriftlich mitgeteilt: Im Hinblick aus das lebhafte Interesse Bayerns an der Klärung der Frage der Verbindung des Mains mit der Weser glaubt die K. Staatsregierung</p>
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          <p>Nachtrag. T. utsche HilfskriegsWsfe im Stillen Ozean? Haag, 19. Juni. Hollands Nieuws Bü­ ro meldet: Im Zusammenhang wit der Mel­ dung, daß der Dampfer, auf dem der australische Premierminister Hughes sich befindet, aus der Reise aus Australien nach, einem westamerika­ nischen Hafen im 'Stillen Ozean von einem deutschen Kaperschiff angegriffen und schwer beschädigt wurde, erinnert das amerikanische Marineamt daran, daß Ende 1917 amtlich, fest­ gestellt wurde, daß sich! auf dem Stillen Ozean mindestens zwei Keine deutsche Kaper-Segler befinden, und zwar der ehemalige französische Schooner "Lutece" sowie eine Motocschälüppe. Beide Fahrzeuge sind mit den Ueberlebenden des "Seeadler" bemannt, der im August 1917 bei der Insel Mopeha strandete. Seitdem war es in Washington unbekannt, daß sich sonst noch deutsche Kaperschiffe im Stillen Ozean aushalten.</p>
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          <p>Stimmen aus dem Publikum. (Cie R.»»ktion übernimmt für Einsen!ungcn uraes dies»» SRubrtl dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) 8««* Flnrschutz soll noch betont werden, daß nicht nur die wilden Kaninchenzüchter zur Beschädigung der Fluren beitragen, sondern neuerdings auch Ziegenbesitzer "ohne Ar und Halm". Es soll nichts dagegen gesagt werden, daß diese auf Nebenstraßen und Straßenrändern den Gras­ wuchs abhüten, aber es geht doch nicht an, daß auch Zweige von den Straßenbäumen ge­ rissen werden, um den Ziegen als Futter vor­ geworfen zu werden.</p>
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          <p>raten verbringen, wobei jeder mit einerKette am Fuß, an die Wand angeschlossen war. Ein französischer Stabsossizier hat ihm einmal ausdrüalich erklärt, daß man die deutsche Intel­ ligenz vernichten müsse und daß man dieses Ziel nur erreichen könne , indem man alle kriegsgesangenen deutschen Offiziere um die Ecke bringe. Als Fliegerleutnant Lippe endlich zum Austausch besfimmt war, wurde er statt nach Lyon in die Pyrenäen gebracht. Es wurde »hm dabei erklärt, daß er unmöglich ausgeliefert werden tonne, weil er zuviel wisse. Erst nachdem er durch einen geheimen Berscht die deutsche Regierung aus seine Lage hatte aufmerksam Machen können, kam er in demselben Zustand, in hem er gefangen genommen worden war, in die Schweiz. Im Zusammenhang mit den Berichten anderer deutscher Offiziere über ihre Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft ■— es sei hier nur an den Bericht der Patrouille Schierstädt erinnert, der kürzlich' Tn Buchform herauskam — erscheint der Vortrag geeignet, denjenigen unter uns die Augen zu öffnen, die noch immer ton Völkerversöhnung und ,Völkerverbrüderung träumen.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Hengersberg, 18. Juni. (Wegen eineslHauskaufes) und der Frage der Verlegung der ma­ gistratischen Kanzleiräume kam es zwischen den täte und der Vorstand des Gemeindekollegiums Herr Landrat Streibl legten ihre gemeindlichen Ehrenämter nieder.</p>
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          <p>Eine Szene tit der Zentralmarkthalle in Berlin. Tort fuhr gegen 5 Uhr eine Frau Zielstorss aus Berlin-,Buchholz mit ihrem 6t« kadenen Gemüsewagen ein. Tie Kleinhändler, die sich in großer Zahl in und vor der Halle befanden, drängten aus Abgabe der Ladung. Als die Händlerin zögerte, wurde die Menge erregt, und es kam zu einem Tumult, an dem sich auch, Privatkäufer beteiligten. Einiße Per­ sonen kippten den Wagen um, und ein Teil der Anwesenden bemächtigte sich der Ladung, die eftoa 8000 Mark wert war, und schleppte sie weg. Schreckenstat einer Mutter. Aus bisher noch nicht aufgeklärtem Grunde chat die 24 Jahre alte Portiersfrau Anastasia Tombinski in Berlin-Schöneberg ihr zweijähriges Söynchenchen aus dem Fenster einer fünf Treppen hoch. gelegenen Hoswohnung, wo sie zu Besuch 1 weilte, auf den Hof hinabgeworfen und sich dann selbst aus dem Fenster ^gestürzt. Das Kind war sofort tot. Die Frau wurde schwer verletzt und starb bald darauf. Sckmngffcl mit Gold. Auf dem Zollamt der Grenzstation Alexandrowo wurde ein Mann aus Berlin verhaftet, der 30 000 holländische * Goldgulden (rund 760000 Mark) nach Polen zu schmuggeln versuchte. Nach seiner Angabe hatte er dabei einen Gewinn von 200 009 Werizelt. Das Goldgeld wurde der Reichsbank zu Thorn zugeführt. Allerlei.</p>
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          <p>Das Gesetz unserer Initiative. i Zu den Kämpfen an Mer italienischen Front. 1 Wenn die Ententepresse sich den Kopf da­ rüber zerbricht, ob unsere Westoffensive abge­ schlossen sei, so würden wir uns hüten, diese Neugier zu befriedigen, auch wenn wir hienzn in der Lage mären. Aber wir ziehen daraus die Schlußfolgerung, daß den prahlerischen Ver­ sicherungen der Alliierten über das angebliche Fehlschlagen dieser Offensive schnell die Er­ nüchterung gefolgt ist. Man hatte, um einen solchen Fehlschlag zu konstruieren, zu dem Mit­ tel gegriffen, unserer Offensive gewisse Zhele unterzuschieben, die man je ttadf Bedarf mit Amiens oder Upern oder Reims oder gar Paris bezeichnete. Wenn wir demgegenüber wieder­ holt betonten, daß das Ziel der Offensive nicht geographischer, sondern taktischer und strate­ gischer Natur sei, so können wir feststellen, daß jetzt auch ein englischer Militärkritiker diese Tatsache anerkennt. Ein Mister Harries führt in der "Review" zutreffend aus, daß es der deutschen Heeres­ leitung aus die Bindung und Vernichtung der feindlichen Reserven angekommen sei. Das war in der Tat das Ziel der vier großen Offensivstöße, die nur eine fortgesetzte Handlung der ganzen Offensive bedeuten und die gewaltige Keile in die feindliche Front trieben, Mann­ schaften, Material und sonstige Hilfsmittel auf­ sogen und die Reserven, zu deren Einsatz der Gegner auf diesem Wege gezwungen wurde, banden und verschluckten. Ties geschah be­ sonders durch, den letzten Vorstoß der Kronprinzen-Armee, an den sich' der der Heeres­ gruppe Hutier anschloß. Durch den hier ge­ schaffenen Winkel wurde Fvch derart einge­ keilt, daß er jeden Augenblick auf einen neuen Angriff gefaßt sein kann, sodaß es nicht ver­ wunderlich, wäre, wenn er dieser aufteibenden Situation gegenüber sich' seinerseits durch, einen Angriff Lust verschaffen suchen würde. Während die deutsche Heeresleitung durch, ihre Taktik auf der gesamten Wesffront tote • schon früher im Osten die Initiative an sich zu reißen verstanden hatte, war ein Frontteil davon noch, ausgenommen, nämlich, die italie­ nische Front, die bisher eine so große Bewe­ gungsfreiheit aufwies, daß die Entente sogar den Abtransport italienischer Divisionen auf den französischen Kriegsschauplatz melden konnte. Im Hinblick hierauf gewinnt nun der Vorstoß der österreichisch-ungarischen Armee besondere Bedeutung, du seine Wirkung in der Bindung dieser Front besteht. Tie Erreichung dieses Zieles war aber umso wichtiger, da die Italiener, wie aus den Fühlungskämpfen der letzten .Zeit zu entnehmen war, anscheinend sogar an eine eigene Offensive dachten. In­ dem der österreichisch-ungarische Vorstoß den ganz bestimmten Zweck verfolgte, eine italie­ nische Offensive zu verhindern, tonnten wir auch, hier das Gesetz des Handelns an uns reißen. Das Vorgehen erfolgte in Form lokaler Stöße auf breiter Front unter Entfaltung starfer Machtmittel, und es sind dabei nhcht nur örtliche taktische Erfolge erzielt worden, die die Basis für ein weiteres Vorgehen bilden können, falls ein solches geplant sein sollte, sondern es wurde vor allem der strategische Erfolg der Bindung fast der gesamten italieni­ schen Front erzielt. Auf Gegenstöße mußte gerechnet werden, da das Moment der Ueber» raschung wegfiel; aber wenn die Italiener die Standh ästigtoit ihrer Truppen rühmen, so ist die für die Abwehr sehr große Gesanzenenzahk von 30 000 damit schwer in Einklang zu bringen. Auf alle Fälle steht der strategische ErfoIg ber Bindung der Italiener an ihre Front nnb ber Unmöglichkeit für sie, noch, Truppen an Frankreich' abzugeben, fest und damit die Tat­ fache, daß jetzt die Gesamtheit der Alliierten in das Gesetz unserer Initiative gezwungen und dadurch, gefesselt ist. 1 1 1 Tie Auswirkung dieser Erscheinung und überhaupt unserer Erfolge macht sich denn auch bereits ebenso in militärischer wie in polittscher Hinsicht.geltend. Sehen wir doch, wie Franzosen und Engländer, die sich, gegen­ seitig die Schuld an ihren Niederlagen zu' schreiben, immer lauter nach der amerikani­ schen Hilfe jammern, die unter allen Umstän­ den zu spät tommen würde. Ist doch ferner kein Zweifel mehr, daß die Stellung Clemenceaus, als dessen Nachfolger bereits offen Briand oder Barthou genannt werden, schwer erschüttert ist. Und eine direkte Folgeerscheinung unserer sieg­ reichen Offensive ist endlich in der "Friedens­ offensive" zu s ehen, die jetzt von französischer und englischer Seite schüchtern ins Werk gesetzt wird, anscheinend zu dem Zweck, neue Friedens­ angebote von unserer Seite hervorzulocken. Dieser Versuch wird freilich, so gern wir von dem Stimmungsumschwung bei unseren Geg­ nern Kenntnis nehmen, einer mit untauglichen 'Mitteln sein. Wenn jetzt weiter die Waffen ihre wirksame Sprache reden, so trifft die Ver­ antwortung hierfür unsere Gegner, auf Deren durchsichtige Friedensoffensivmanöver wir mit den Worten, die einst Gortschakow im Krim­ kriege sprach, antworten: Wir sind nickt taub, . aber stumm! , 11 • * v</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 20. Junt 1918. Wasser . 15 Grad C. Luft . . 17 Grad C</p>
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          <p>«tone tt»8*0t£erf#l«e. WTB. Berlin, den 19. Juni. (Amtlich^) Neue U-Bootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz nach, den Meldungen aus See zurückgekehrter U-B«oie 13 000 Brutto-Reg.Tonnen. Der Chef des ADmiralstabes der Marine. Tic Führer der Mehrheit beim Kanzler. Berlin, 20. Juni. Gestern hat laut "Berl. Tagebl." von 3 Uhr nachmittags bis gegen 8 Uhr abends eine vertrauliche Bespre­ chung der Führer der Mehrheitsparteien des Reichstages beim Reichskanzler stattgefunden. General Gröner aus der Ukraine und Freiherr von Falkenhausen, Reichstommissar für Kur­ land und Litauen «ahmen daran teil. v. Kühkntan« in Hamburg. Hamburg, 1)3. Juni. Heute abends traf der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Ex­ zellenz von Kühckmann in Hamburg ein und hat im Hotel "Atlantic" Wohnung genommen. Morgen findet im Rathaus eine Besprechung über die Neugestaltung des deutschen Aus­ landsdienstes statt, an der Vertreter ber Senate von.Hamburg, Lübeck tmd Bremen, sowie der Handelskreise der drei Hansastädte teilnehmen. Morgen abends wird der Staatssekretär mit seinen Begleitern Hamburg wieder verlassen. Malinow bulgariWor Ministerpräsident. Sofia, 18. Ztzini. (Meldung der bulg. Tel.-Agentur.) Ter König beauftragte Malinow mit der Bildung des neuen Kabinetts. Erzheozos Max verwundet. Bozen, 19. Juni. Gelegentlich' der Er­ stürmung des Sasso Alto durch, Abteilungen per Gruppe des rEzherzogs Max am 15. Juni krepierte eine Granate in unmittelbarer Nähe des Erzherzogs, der infolge des Luftdruckes einen schmerzhaften Defekt tat Ohr ex litt. Ter Erzherzog Dhrte fein Kommando weiter. Kohlenstaubexplosion. Cottbus, 19. Juni. Tie Blätter melden aus Bockmitt: Eine folgenschwere Kohlenstaub­ explosion ereignete sich am Sonntag früh in der Brikettfabrik Milh-Grube. .4 Mann waren sofort tot, von den anderen, die schwere Brand­ wunden erlitten, sind 7 im Krankenhause ge­ storben. . ' , | Letzte Posten.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Ter zerpflückte Gekeikzug. Vor einigen Wochen arbeitete das bewährte U-Boot des bekannten Kommandanten Kate U-Boot des bekannten Kommandanten Ka- pitänleutnants S. in seinem alten Tätigkeits­ gebiete im Mittelländischen Meer. Eine ziem­ lich hohe Dünung erzeugte im Verein mit dem auffrischenden nördlichen Wind beträchtlichen Seegang, in dem das kleine U-Boot ziemlich heftig arbeitete. Auf dem Wege zwischen SüdItalien und Spanien kam in den letzten Stun' den eines Nachmittags ein aus vier Dampfern bestehender Geleitzug in Sicht, von denen einer nach seiner Bewaffnung zu schließen, ein kleiner Hilfskreuzer sein konnte. Außerdem hatten noch drei Bewachungsfahrzeuge den Sicherungsdienst übernommen. Dessenungeachtet setzte sich "U .. .*' zum Angriff vor und schoß um halb 7 Uhr einen Doppelschuß aus die beiden Flügelschisse, einen Turmdeckdampser und einen grau­ gemalten Transporter, die zusammen etwa 8000 Bruttotonnen groß waren. Trotzdem in der schweren See der eine Torpedo in seiner vollen Länge durch die schwere Dünung ans dem Wasser herausgeworfen worden war, er­ reichten sie doch beide ihr Ziel. Tie Gegen­ wirkung der Bewachung zwang dann das Boot, auf Tiefe zu gehen. Wie immer folgten öS» gewohnten Wasserbomben, ohne aber Schaden anzurichten. Als "U..." natf etwa einer hal­ ben Stunde Umschau hielt, war der eine Dam­ pfer gesunken, während der andere sich! noch, von zwei Bewachungsdampfern gesichert,müh­ sam über Wasser hielt. Da sein Sinken nur noch eine Frage der Zeit sein konnte, nahm das Unterseeboot sogleich die Verfolgung des aus Sicht gekommenen Geleitzuges aus, der etwas nach Mitternacht eingeholt war. Turcheinanderlausende See und Dünung sowie die schwach,» Beleuchtung ließen es ratsam erf-seinen, bis zum Tagesanbruch mit dem Angriff zu warten. Als dann das erste Tageslicht über die Wasser schlich, waren die Verhältnisse zum Torpedoan­ griff bedeutend besser, und es konnte dem größ­ ten der beiden Dampfer ein Torpedo beige­ bracht werden, worauf der zweite kleinere Dam­ pfer in höchster Fahrt entfloh. Aus den draht­ losen Hilferufen ging hervor,daß das getroffene Schiff ein englischer Tankdampser von 4000 Brutto-Registertonnen war. Anscheinend war die Schußverletzung des Dampfers nicht tödlich, da man im Morgengrauen bemerkte, daß sich die Besatzung noch, an Bord befand und das am Heck stehende Geschütz besetzt hatte. Ehe die Leute aber ihr Vorhaben ausführen und das Feuer auf "U..eröffnen konnten, wurde der Dampfer durch, Granaten des U-Bootes in Brand ge'fchossen. Inzwischen kam ein je­ denfalls drahtlos zu Hilfe gerufener Bewach« ungsdampser mit höchster Fahrt heran, der sogleich das Feuer aus das U-Boot eröffnete. Durch verschiedene gute Treffer des U-BvotGefchützes wurde er jedoch schon in knapp 3090 Meter Entfernung zum Abdrehen gezwungen. Von seiner Verfolgung sah "U..ab urD kehr­ te zu dem brennenden Dampfer zurück. Tort mar inzwischen die Munition aus dem Hknteriff explodiert, und an allen Stellen des Decks züngelten hohe Flammen heraus, währenb sich aus den butt' die Granateinschläge in yw Schiffsseite gerissenen Löchern Del in Strömen in das Wasser ergoß. Tie Mannschaff hatte das sinkende Schiss in vier Booten derlassen. Außer dem Kapitän, den beiden Steuerleute« und den Fumkentelegraphisten be­ fand sich näh' dem Bericht des Kommandanten ein derartig unglaubliches exotisches Gemisch unter der Mannschaft, wie er es bisher «»ist nicht angetroffen hatte. Besonders stark wäre« die Mongolen vertreten. Ter brennende Dam­ pfer wurde durch einige weitere Granaten ver­ senkt. Ungefähr 14000 Bruttv-Registerkonnen waren in dem Geleitzug vertreten gewesen, 12000 wurden in die Tiefe geschickt, nur der vierte kleine Dampfer, ein Franzose, war entkommen.</p>
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