Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-07-10. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 185, 1918-07-10. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 185 10. Juli 1918 ────────── Staatssekretär Dr. v. Kühlman» zurückgetreten. Französische Teilangriffe bei Royon abgewiesen - Erfolgreiche Kämpfe bei Chateau Thierry. — Die Kämpfe in Albanien. — Die Gegenrevolution in Moskau unterdrückt. ────────── Regierung der Sowjets bereitet außerordentliche | Krankheitserscheinungen zum Opfer fallen, Maßnahmen zum Schutze der fremden Misste- $ Ruhe können wir uns nicht so gründlich und nen in Rußland vor. Tie Haussuchungen in j nicht so häufig gönnen wie früher. Taran Moskau dauern fort und liefern schwer bela- { tragen zunächst die störenden Faktoren die stendes Material gegen die Entente. Wie aus j Schuld, die mit dem Kriege zusammenhängen, Kreisen der Sowjetregierung versichert wird' """ dürfte die endgültige Auseinandersetzung mit der Entente nunmdhr unausweichlich sein. Tie Sowjets werden die Entente als Feinde der Re­ volution Rußlands Proklamieren und dasVolksheer zum aktiven Schutz gegen ihre Umtriebe aufrufen. Rrbcitermvbilisierung in Moskau. Aus Moskau wird berichtet: Ter Rat der Volkskommissare hat die Mobilmachung der 1896 und 1897 geborenen und dauernd oder vorübergehend in Moskau wohnenden Arbeiter angeordnel. Durch, einen Erlaß des Kriegskommissars Trotzki wird die Löhnung der Sol­ daten der Roten, Armee für Unverheiratete auf 150 und für Verheiratete auf 250 Rubel Monatlich erhöht. Tie Maßregel ist veran­ laßt durch die Verpflichtungen und die ernste Arbeit, die den Soldaten in der letzten Zeit Regierung der Sowjets bereitet außerordentliche | Krankheitserscheinungen zum Opfer fallen, Maßnahmen zum Schutze der fremden Misste- $ Ruhe können wir uns nicht so gründlich und nen in Rußland vor. Tie Haussuchungen in j nicht so häufig gönnen wie früher. Taran Moskau dauern fort und liefern schwer bela- { tragen zunächst die störenden Faktoren die stendes Material gegen die Entente. Wie aus j Schuld, die mit dem Kriege zusammenhängen, Kreisen der Sowjetregierung versichert wird' """ dürfte die endgültige Auseinandersetzung mit der Entente nunmdhr unausweichlich sein. Tie Sowjets werden die Entente als Feinde der Re­ volution Rußlands Proklamieren und dasVolksheer zum aktiven Schutz gegen ihre Umtriebe aufrufen. Rrbcitermvbilisierung in Moskau. Aus Moskau wird berichtet: Ter Rat der Volkskommissare hat die Mobilmachung der 1896 und 1897 geborenen und dauernd oder vorübergehend in Moskau wohnenden Arbeiter angeordnel. Durch, einen Erlaß des Kriegskommissars Trotzki wird die Löhnung der Sol­ daten der Roten, Armee für Unverheiratete auf 150 und für Verheiratete auf 250 Rubel Monatlich erhöht. Tie Maßregel ist veran­ laßt durch die Verpflichtungen und die ernste Arbeit, die den Soldaten in der letzten Zeit Deutschlands rumänische Politik. Ueber die Haltung der Verbündeten gegen* / über Rumänien schreibt die "Köln. Ztg.": Es fei Deutschlands Pflicht gewesen, um unser Volk vor Wiederholungen der Opferung deut­ schen Blutes zu schützen, zunächst die Tynastie zu beseitigen und es Rumänien zu überlassen, den erledigten Thron zu besetzen. Unterdessen sei die Dynastie der Sammelpunkt der uns feindlichen dortigen Kräfte geblieben. Für die Königin und deren Anhänger, zu denen man auch den König rechnen könne, bedeute der Friede von Cotrooeni die Erlaubnis, unge­ straft aus den Wink des Verbandes zu warten und nach, Möglichkeit mitzuarbeiten. Es gibt viele solcher Möglichkeiten, vor denen wir die Augen geschlossen haben. Sträflich sei unser 'Verhalten in Sachen der Gefangenengreuel. Eine angemessene Bestrafung durch rumänische Gerichte fei ausgeschlossen. Unseren Feldgrau­ en sind wir schuld, daß die von unseren Ge­ fangenen angeklagten Rumänen uns ausgelie­ fert und daß sie vor unseren Kriegsgerichten in Gegenwart rumänischer Vertreter abgeurteilt werden. Durch, Begünstigung uns feindlicher Rumänen wie Jonescu geben wir unseren Freunden in Rumänien einen lehrreichen Fuß­ tritt. 1 Lissaboner Verschwörung . Genf, 8. Juli. Wie aus Lissabon berich­ tet wird, dauern in der Hauptstadt wie in den großen Städten Portugals die Massenverhaf­ tungen der Anhänger einer Verschwörung zu^ gunsten der früheren Regierung fort. Tie Lissadurch, den Kampf auf der inneren und Äußeren | doner Staatspolizei kennt den Ursprung der Front verursacht wurde. Masaryk Führer einer tschecho-slowatisfcheu Abteilung. Wie die Vidrozienna der B. Z. a. A?. zu­ folge mitteilt, ist ein Radiotelegramm abge­ fangen worden, demzufolge eine tschecho-slowalische Abteilung unter Führung Masaryks aus Amerika nach Rußland abgegangen ist. Der MZ mit @B|laub. f " Rücktritt des englischen Flotten kon1 troUcurs. Ha a g, 8. Juli. Aus London wird gemel­ det: Es gehen Gerüchte um über eine Krise in­ nerhalb der britischen Admiralität. Ter Flottenkontrolleur Allan Anderson, der Schwager des Marineministers Sir Eric Geddes, hatte eine heftige Auseinandersetzung mit dem Chef der Sckisfsneubauten Lord Pirrio und ist zu­ rückgetreten. Verlängerung des Wahlzeitraumes des englischen Unterhauses. Das Unterhaus nahm in zweiter Lesung einen Gesetzentwurf an, durch, den die Lebens­ dauer des englischen Parlaments bis 31. Ja­ nuar 1919 verlängert wird. Ter Aufstand in Südafrika. Ter "Nieuwe Rotterdamsche Courant" be­ trachtet die Unruhen, die nach der Proklamation Bothas in Südafrika stattgefunden haben, als ernst. Es handle sich, um eine Aktion der Na­ tionalisten oder Republikaner unter dem Ge­ neral Hertzog. Nachdem' es Botha nicht ge­ lungen sei, die Bewegung auf friedlichem Wege zu ersticken, werde er nun versuchen, das Re­ zept des Generals French anzuwenden. Ob es Helsen werde, werde man ja sehen. Tie verminderte Lebenskraft in England. Tie Londoner Wochenschrift "The World" schreibt unter diesem Titel: "Wird der vermin­ derten Lebenskraft des englischen Volkes genü­ gend Beachtung geschenkt? Tie Verminderung ist unbeschreiblich. Dennoch sehen wir jeden Tag wieder irgendeinen neuen nationalen Ap­ pell, der vermehrte Energie, neue Anstrengun­ gen, ausgedehntere Bemühungen verlangt. Je­ der, der dazu fähig ist, kommt diesem Aufruf nach,. Aber trotzdeml sind viele körperlich nicht in der Lage, es zu tun, und infolgedessen bre­ chen sie zusammen, eine Erscheinung, die sich! besonders während des heißen Sommerwetters vielfach, zeigt. In Friedenszeiten führen wir in England ein weit ruhigeres Leben, und wenn man von uns eine besondere Anstrengung verlangt so trainieren wir uns erst durch!Tiät und Ruhe. Jetzt ist das alles ganz unmöglich,. Tie Ernährung besitzt nicht mehr genügend Nährwert. Wenn diese traurige Entdeckung sich, auch auf alles anwenden Läßt, so ist es doch besonders der. Fall bei den Haupternährnngsmitteln Brot und Fleischi. Wir haben daher weniger Kraft in Reserve. Ties ist die einzkze Erklärung dafür, "daß so'viele merkwürdigen Es gibt viele Leute, die unter der Furcht vor 'Fliegerangriffen leiden. Tie ständige Anspan­ nung, der Kummer und die Sorge zehren an uns allen .Sehr viel mehr Leute als früher leiden in dieser Zeit an Schlaflosigkeit. F5nanzieUe und geschäftliche Sorgen Nehmen zu und haben auch, ihre schlechte Wirkung auf den schlechten Gesundheitszustand unseres Vol­ les. Nervenleiden sind bereits gewöhnlicher und schlimmer geworden als früher." ZK Krieg mit PottWl. 1 Lissaboner Verschwörung . Genf, 8. Juli. Wie aus Lissabon berich­ tet wird, dauern in der Hauptstadt wie in den großen Städten Portugals die Massenverhaf­ tungen der Anhänger einer Verschwörung zu^ gunsten der früheren Regierung fort. Tie Lissadurch, den Kampf auf der inneren und Äußeren | doner Staatspolizei kennt den Ursprung der Geldmittel dieser Organisation, an deren Spitze einige Juristen stehen sollen. A«; RMNk». Avs «MM Hufen. l ' Teutsch-dänische Verhandlungen. Kopenhagen, 9. Juli. Ter deutsche, aus' 16 Mitgliedern bestehende Ausschuß, der die Verhandlungen über den deutsch-dänischen Handelsverketzr führen soll, ist gestern abends von Berlin eingetroffen. 3er holländische Geleitzug nach Indien. H a a g, 9. Juli. Aus Anfrage des Abgeord­ neten Knobel erteilte der Kriegsminister als interimistischer Vertreter des Marineminksteriums in der holländischen Kammer die Ant­ wort, daß soweit ihm bekannt sei, am 18. Juni aus der Höhe von Katwhk und in den angrenz'zenden Gewässern kerne englischen Kreuzer oder andere Kriegsschiffe gesehen wurden, daß dem­ nach, das Nichtausfahren des inzwischen nach Indien Qusgefahrenen Konvois mit der An­ wesenheit eines englischen Geschwaders vor der holländischen Küste nicht im Zusammenhang stehe. gm«« im Kriege. : Das Eingreife« Japans i« Sibirien be­ schlossen? Ueber die Absichten Japans in Sibirien kann aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wer­ den, daß Japan am 5. Juli die offizielle Nach­ richt erchielt, der Kriegsrat der Entzerrte habe beschlossen, Japan i «Sibirien und Wladiwostok vollständig freie Hand zu lassen. Japanische Hecresuermehrung. Tie "Times" meldet nach, Reuter aus Tokio vom 1. Juli: Ter Rat der Feldmarschälle undAdmirale hat den Plan wegen des Zusammen­ wirkens von Armee und Flotte angenommen und der Vermehrung der Armee aus 21 Korps gleich, 42 Divisionen oder 126 Regimenter grundsätzlich, zugestimmt. [ Ueber die Absichten Japans i« Sibirien. Rotterdam, 9. Juli. Ueber die Absich­ ten Japans in Sibirien kann der Korrespondent der Berl. Morgenpost aus zuverlässiger Quelle mitteilen, daß Japan am 5. Jüli die offizielle Mitteilung erhielt ,daß der Kriegsrat der En­ tente beschlossen habe, Japan vollständig freie Hand in Sibirien und Wladiwostok zu lassen. Daraufhin wird jetzt von Japan ein großes Ge­ schwader nach Wladiwostok gesandt, das weitere japanische Truppen mitbringt. I« Lvstwies. Deutsche Fttegerschäsen. Klus Gens wird berichtet: Tie Umgebung von Boulogne wurde Während mehrerer Nächte von deutschen Fliegern mit einer großen An­ zahl von Geschossen aus geringer Höhe bewor­ fen. Ueber die Zahl der Toten und der VerI wundeten schwanken die Angaben. Tie Verfol­ gung der deutschien Flugzeuge war ergebnislos. ────────── nachdem ein von der Handelspolitischen Ver­ einigung in Bayern eingetroffen^» Sympathietelegramm mit lebhafter allseitiger Genugtu­ ung ausgenommen worden war, nahm die Versammlung. einstimmig folgende Entschließung an: Sächsische Landwirte und Müller erblicken in dem Bestreben einer Aushebung der Zölle für Leviensmittel bet den zukünftigen Zollverhandlungen des Teutschen Reiches, insbesondere mit Oesterreich-Ungarn die schwerste Schädigung' ihrer Interessen. Ohne Schaffung einer Zwischenzollinie bei diesen Vertrügen, durch welche die landwirtschaftlichen und müllerischen Er­ zeugnisse nicht ungünstiger gestellt werden dür­ fen, als durch! die bestehenden Sätze, ift| zunächst ein Rückgang und dann als weitere sichere Fol­ ge der Ruin zweier der wichtigsten Erwerbs-zweige deutscher Arbeit vorauszusehen. Die Volksernährung und zahlreiche bürgerliche Exi­ stenzen würden damit bitter geschädigt werden. ────────── Mrlei. Verkommene Weiber. Tas Schwurgericht Amberg verurteilte die beiden Schwestern Ma­ ria und Walpurga Lederer zu je 3 JahrenZuchthaus. Diese beiden verkommenen Frauenzim­ mer hatten ihre beiden Kinder gleiche nach, der Geburt in einem Wasserkübel ertränkt, um so die Früchte des täglichen Verkehrs mit sranzösischen Kriegsgefangenen zu beseitigen. dem das tifonbe, melierte Haar in glatten Schei­ teln lag, tat einen tiefen Seufzer. "Ach, diese unerquickliche Sache mit Otto­ kar! Wäre sie nur erst aus der Welt geschasst — schon, damit Lella nichts erfährt." "Tu meinst, daß sie nichts von seiner Ehe weiß?" fragte Wdiger, und warf einen Blick auf die beiden da draußen. "Nein, mein Sohn! Woher? Ich! habe mich. ängstlich gehütet, ihr etwas 'davon zu sagen! Mit ihren neunzehn Jahren würde sie gar nicht verstehen, was — —" "Ach!, Mama!" unterbrach Rüdiger sie. "Halte Lella nicht für gar so kindlich noch — sie ist sehr, sehr —" er suchte nach! einem! passeiiden Wort, "sehr klug — —" "Tas süße Kind! Was du denkst, Rüdiger! Würde sie sich! da so unbefangen mit Ottokar necken? Sie Mit ihrem mimosenhaften Empfin­ den ivürde eine Scheu vor ihm haben, würde ihm ausweichen — —" ! "Meinst du, Mama?" Er wußte es ja besser, doch! er schwieg lieber, um feiner Mutter nicht die Ahnungslosigkeit zu rauben. "Gewiß! Sie ist ja noch> das reine Kind. Ottokar hat ein großes Faible für sie, und ich, bin glückliche daß es ihr gelungen ist, ihn — feinem Vater zur Freude — dem Leben zu­ rückzugewinnen." | 1 J "Nun, nun, Mama, das ist Wohl zu viel gesagt! Ottokar war allerdings >mit seinen Ner­ ven bedenklich, herunter — die ganzen Verhält­ nisse hatten das ja so mit sich! gebracht — «der so schlimm, wie du sagst, war eS doch. niW." "Schlimm genug, so daß dein Vater große Sorge um ihn trug! Tu kannst ja nicht wissen, da du ihn nur flüchtig gesehen, wie apathisch und abgestumpft Ottokar gegen alles war — noch,, als er aus dem Sanatorium kam! Und da war es Lella, die ihn mit ihrer kindlichen Heiterkeit aufmunterte — wie eine jüngere Schwester war sie ihm — ihr endlich, gelang es, was wir alle nicht vermocht hatten — Ottokar gewann wieder Interesse — vor allem an seiner Kunst — durchs sie wurde er erst zum! wahrhaften Künstler — du kennst ja ihr von ihm gemaltes Porträt! Und jetzt malt er sie wieder niemand aber darf das Bild vor der Vollendung sehen — er verspricht sich etwas Großes davon! — Und ichl, mein Sohn, bin ihr so dankbar — schon um Papas willen, du weißt, wie sehr er an dem Sohne seiner ersten Frau hängt — doch! viel -mehr, als an dir — leider —! Aber dafür bist du mein Sohn —" und in Mutterstolz leuchteten ihre Augen auf.\ Er legte impulsiv seine Lippen auf ihre Handel Sie streichelte sein kurz geschnittenes Blonds» haar, und er fühlte, was in dieser Liebkosung lag, mit denen die kalte, verschlossene Frau» so sehr sparsam war — fast, als schäme sie sich 1 jeder weicheren Regung, jeder wärmeren Ge-/ sühlsäußerung. 1 ' Er wußte, daß die Ehe der Eltern nicht glücklich, war; er wußte aber auch, daß bte, Mutter wohl die größere Schuld daran trug,' da sie sich! dem lebensfrohen Manne nicht so > angepaßt hatte, wie sie es Wohl hätte (tun müs-1 sen. Ihr starres, strenges Wesen Hatte ihn ' nicht die weiche Anmut seiner ersten Frau, vergessen lassen, die er schwärmerisch geliebt. ! Und diese Liebe hatte er auch aus seinen Erst-1 geborenen übertragen, und deshalb war ihwj Ottokars vorschnelle Heirat doppelt nieder- ii, schmetternd gewesen ,und nur der Klugheit | seiner zweiten Frau war es zu danken, daß 1 der Bruch nicht zu einem unwiderruflichen ge-1 macht worden war — da ßes für Ottokar in der größten Not doch, ein "Zurück" gegeben!A , , (Fortsetzung folgt.) \ ────────── Dr. v. Kühlmanns Rücktritt. Berlin, 9. Juli. Tier Staatsminister des Auswärtigen Amtes, Dir. von Kühlmann, Hat gestern in einer Audienz beim Kaiser um seine Entlassung gebeten .Tem Ersuchen hat derKai? ser Folge gegeben. Tie Frage seiner Nachfolger­ schaft ist noch nicht endgültig entschieden. 3*t parlamentarischen Kreisen wird mit großer Be­ stimmtheit unser bisheriger Gesandter in Christiania, Herr von Hintze, als sein voraus­ sichtlicher Nachfolger genannt. Wir können be­ stätigen,- daß auch, an zuständiger Stelle die Nachfolgerschaft des Gesandten von Hintze er­ wogen wird. _ Ter Rücktritt des Herrn von Kühlmann von seinem- Posten des Staatssekretärs desAusumrtigen Amtes und die in Aussicht genommeneErnennuug des Gesandten von Hintze zu seinem Nachfolger war in parlamentarischen Kreisen zu Beginn der gestrigen Reichstags­ sitzung Mekarmt und erregte nicht nur außer­ ordentliches Interesse, sondern hatte auch wich? tige politische Folgen; denn als nach Erledigung der kleinen Anfragen das Haus zur Beratung der Kriegskredite kam, beantragte der Sozial­ demokrat Ebert Verweisung der Vorlage an den Ausschuß, mit der Begründung, daß meh­ rere mit dem Kredit zusammenhängende Fragen zu erörtern sein würden. ────────── Verkommene Weiber. Tas Schwurgericht Amberg verurteilte die beiden Schwestern Ma­ ria und Walpurga Lederer zu je 3 JahrenZuchthaus. Diese beiden verkommenen Frauenzim­ mer hatten ihre beiden Kinder gleiche nach, der Geburt in einem Wasserkübel ertränkt, um so die Früchte des täglichen Verkehrs mit sranzösischen Kriegsgefangenen zu beseitigen. Ta» 2ämtz»fs«gew«V in Wiesentsels bei Holtfeld wurde mit großen Holzvorräten ein Raub der Flammen. > . , Abgebrannt ist in Förstern bei Schiroben­ hausen das Anwesen des im Felde stehenden Gütlers Ludwig Obermeier. Tie Frau mit den Kindern mußte von der Altane herabspringeks, um das nackte Leben zu retten. Ta das An­ wesen nur gering versichert ist, ist der Schaden beträchtlich. I i | ( Allerlei. ────────── Landtagsjubilare. Der Präsident der bah-, erischen Abgeordnetenkcunmeu Exzellenz von Fuchs und die Abbg. Meußdörjser (lib.), m? ritz (Z.), Dr. von Pichler (ZI, Schulz (As und o. Vollmar (Soz.) begehen am 12. Juli ihr 2j5ähriges Jubiläum als Mitglieder der Abgeordnetenkammer. Sie wurden bei denNeuwahlen im Juli 1893 gewählt. Bayerische Nachrichten. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Passau, 9. Juli. (Gestorben) ist der In­ haber des Hauses Senninger und Kerber, Gro.ßkausmann Karl Senninger, im 58. Lebensjahre. ────────── Städtisches Arbeitsamt Landshut. RMHausrückgebäude, Parterre 86. $etefe»euf 54. Vermittlung erfolgt kostenlos. 1. Männliche Abteilung: Offene Stellen: 6 Bäcker, 1 Fuhrknechjt, 20 Fabrikarbeiter, 11 Tienstknechte, 2 Dienstbuben, 1 Hafner, 1 Jungschmied, 3 .Hausbur­ schen, 1 Maler, 2 Maschinenschlosser, 4 Sattler 2 Schneider, 1 Schmied, 1 Schreiner, 3 Schuh­ macher, 1 Schweizer, 10 Taglöhner, 1 Wagner. Stellen suchen: 1 Metzger, 1 Müller, 1 Oekonomiebaumeister. ,, ; _ i , 2. Weibliche Abteilung: Offene Stellen: Privat: 8 Köchinnen, 65 T-ienstmädchen, 2 Zimmermädchen. Gasthäuser: 12 Küchenmädchen, 2 Köchinnen, 2 Kellnerin­ nen. Landwirtschaft: 17 Oekonomtemägde, ,2 Schweizerinnen. * , [ ; ©teilen stuften: 1 Verkäuferin. f 3. Lehrstellen Lehrstellen sind offen für: 1 Brauer, 2 Gärtner, 1 Friseur, 4 Schreinch, 1 Photograph 1 Kaminkehrer, 2 Sattler. 2 Schuhumcher Lehrlinge. i Lehrstellen suchen: 1 Drechsler, 4 Schlosser, 2 Metzger, und 1 Schineider-Lehrling; ferner 1 Näh- und 1 Ladenlehrmädchien. 4. Kriegsinvalivcnsiirsovge. Stellen sind offen für: 20 Wachleute, 10 Hilfsschutzleute, 1 verh. Hausmeister, 1 Kolpor­ teur, 1 Schriftleiter, 1 Wagner, 1 Schreiner 20 Streckenarbeiter. I ' t Stellen suchen: 6 Aufseher, 4 Boten, 10 Leichtarbeiter, 4 Hausmeister, 2 Postillone, 2 Kutscher, 1 Müller, 1 Zimmermann, 1 Wald­ aufseher, 1 Flurwächter, 1 Ttenstknecht, 1 Por­ tier. , ! i I ' ────────── wurde, von Mtte Juli bis 15. August hier auf Anordnung des stellt». Generalkommandos statt. Es müssen alle Pferde vorgeführt werden mit Ausnahme jener 11;er 10 £en ner Gewicht, wenn ein amtlich beglaubigter Wagschein vorher dem Militärbureau des Magistrats eingereicht ist und solche Tiere, deren dauernde Kriegsunverwendbarteit bereits festgestellt ist, wenn hiesür eine amtliche Beglaubigung vorgezeigt wer­ den kann. Bitten um Befreiung von der Vor­ führung können bor Dem Termin keine Berück­ sichtigung finden. —* Reichskleiderlager in 3tegen3= bürg. Gestern fand aus Anregung der Han­ delskammer Passau im Sitzungssaale der Han­ delskammer Regensburg eine Versammlung statt wegen Errichtung eines für die Oberpfalz und Niederbayern gemeinsamen Reichskleider­ lagers in Regensburg. Tie Versammlung war von Interessenten aus Niederbayern und der Oberpfalz sehr zahlreich! besucht. Ter stello. Vorsitzende der Handelskammer Regensburg er­ öffnete die Sitzung mit freundlicher Begrüßung der Erschienenen, worauf der Syndikus der Handelskammer Regensburg Tr. Clarus über den derzeitigen Stand der Altkleidersammlung und Verteilung Bericht erstattete. Es handelt sich. hauptsächlich darum, ob das Reichskleider­ lager von einer Einzelfirma, oder von einer be­ reits bestehenden Korporation oder von einer aus der Gesamtheit der im Handelsregister eingetragenen Webwarenkleinhändler des Reichs­ kleiderlagerbezirks neu zu gründenden "KleiLerversorgungsgenossenschaft" verwaltet und aus Anweisung der Reichsbekleidungsstelle an die industriellen Betriebe verteilt werden soll. Nach längerer Debatte wurde einstimmig die Gründung einer eigenen "Kleiderversorgungs­ genossenschaft" für den Reichskleiderlagerbezirk Regensburg beschlossen. Hinsichtlich der Sta­ tuten wurden eine Reihe von Vorschlägen ge­ macht, di; dann in dem vorbereitenden Ausschuß, zur Gründung dieser Genossenschaft endgiltige Gestaltung finden sollen. Hervorzuheben hie­ von ist, daß die 3 Vorstandsmitglieder ihren Sitz in Regensburg haben sollen und daß auf weiteren Vorschlag des Syndikus Tr. 'Heberte die Hälfte der Aussichtsratsmitglieder aus dem Handelskammerbezirk Niederbahern entnommen werden sollen. Tie Gründung der Genossen­ schaft wird am Montag den 15. Juli 1918 in Regensburg erfolgen, wozu noch ein Ausruf veröffentlicht wird. Tie Grundlagen hiesür werden von einem in der Versammlung gewähl­ ten vorbereitenden Ausschuß am gleichen Tage vor der Gründungsversammlung geschaffen iverden. In den vorbereitenden Ausschuß wurden aus Niederbayern vorgeschlagen: Kaufmann Franz Reichel, Passau, Kaufmann Isidor Spiegl, Straubing. -Kaufmann T Steigenberger Deggendorf, Kommerzienrat Joses Sinzinger, Pfarrkirchen, Kaufmann Kurt Lambser, Zwie­ sel, Kaufmann Max Jacobius, Landshut. —* Für die Volksküche hat jetzt der Magistrat die Vorschrift der Abgabe vonFleischmarken an sogenannten Fleischtagen erlassen. Dies mußte mit Rücksicht auf die allgemeinen Bestimmungen geschehen. Zur Abnahme der Fleischmarken von den Volkslküchenbesuchern wird der Fletschbeschauer Kästner vom Schlacht­ hofe abgeordnet. Tie Belieferung der Volkskü­ che mit Fleisch soll durch die städt. Fleischverforgungsstelle erfolgen. In der Volksküche werden täglich mit Ausnahme des Sonntags von 11 Dis halb 1 Uhr warme Speisen verabreicht. Zum Bezüge ist jedermann gegen Abgabe eines Bezugscheines berechtigt. Für Unbemittelte werden im Rathaufe Freikarten abgegeben, für Kriegerssrauen und -Kinder werden besondere Ausweise ausgegeben. Tie Gutscheine werden hegen Erlag der vorgeschriebenen Gebühren und Abgabe der fälligen Brv> und Fletschmarken an die Volksküche abgegeben. Tie Gebühr für einen Gutschein beträgt für Kriegerssrauen 25 Mg-, für Minderbemittelte 30 Pfg. und für alle Übrigen .Personen 40 Pfg. m mußte eine «seine Erhöhung der Gebühren eintreten, weil sonst die Selbstkosten der VollWiche trotz der Zu. schüsse nicht mehr gedeckt werden könnten. Frei­ karten sind gebührenfrei. An jedem Knödeltag Ut eine Brot«, an jedem Fleischtage eine Flerschmarke, auch von den Besitzern von Frei­ karten bei Lösung von Gutscheinen an der Kassie abzugeben. Gutscheine werden vom 15. Juli ab an diesen Tagen nur nach erfolgter Abgabe der fälligen Brot- und Fleischmarken abge­ geben. Tie Abgabe von Fleischmarken muß er­ folgen, weil sonst die Fletschlieferung für die Volksküche gefährdet werden könnte. Bei Be­ ratung dieser Angelegenheit in der letzten Sitz­ ung hob Herr M.-R. Gerstenecker hervor, daß die Abordnung einer männlichen Person zur Abnähme der Marken notwendig sei, da die Ablieferung der Mavken der Kassierin und den freiwilligen Kräften so viele Grobheiten brin­ gen würden, daß sie ihre Tienste wohl nicht mehr zur Berfügung stellen würden. Tie Marfenabgabe sei aber keine Anordnung der Volks­ küche, sondern sie müstze aus Grund der beste­ henden Bestimmungen getroffen werden. ────────── Öleue U-Bootsrrsolge. WTB. Berlin, den 9. Juli. (Amtlich,.) Von unseren U-Booten wurden im Mittelmeer versenkt 5 Dampfer und, 1 Segler von rund 15 000 Brutto-Registertonnen. Ter Chef des ADmiralstades der Marine. Tie Kämpfe im Westen. Berlin, 10. Juli. IU der Nacht vom 9. Juli wiesen die Teutschen in der Gegend von Balleul 2 feindliche Patrouillen ab. Bei dem im deutschen Heeresbericht vom 9. Juli er­ wähnten Angriff auf dem Nordufer der Somme griff der Feind in Bataillonsstärke an. Er wurde im Nahkampf abgeschlagen. Am Abend des 8. Juli erstickte das deutsche Vernichtungs­ feuer im Walde von Villers Cotterels einen feindlichen Angriff im Meinte. Bei und west­ lich von Reims scheiterten Patrouillenvorstöße im deutschen Abwehrfeuer. Uebcrführung der Kelche des Grafen Mirbach. Berlin, 10. Juli. Tie Leiche des er« mordeetn deutschen Gesandten Grafen Mirbach' wird von Moskau nach, Teutschland übergesüührt.werden. Tie Beisetzung wird aus dem Stammschloß im Rheinland stattfinden. Ei» Ausruf der Moskauer Regierung. Kiew, 9. Juli. 7Fn Moskau wurde ge­ stern folgender Aufruf veröffentlicht: Die Linkssozralrevolutionäre, die sich. betrügeriifcherweise auf einige Stunden eines kleinern Teiles der Stadt Moskau und des Telegraphenamtes bemächtigt hatten, haben provokatoriische Ge­ rüchte in Umlauf gesetzt, nach welchen die Ge­ walt der Räte angeblichj mit Hilfe der Mos­ kauer Garnison, die sich ihnen angeschlossen haben sollte, gestürzt worden sei. Ich. gebe hiermit bekannt, daß der durch, ein Häuflein wahnsinniger Frevler entfachte Ausruhr be­ reits ohne große Schwierigkeiten durch die Moskauer Garnison, die der Suche der Arbei­ ter- und Bauernregierung treu geblieben ist unterdrückt wurde. Tie Aufrührer sind ver­ haftet und in der Stadt ist die Ordnung wieder hergestellt. Ter Leiter der Operationsabteiluna des Volkskommissariats für das Kriegswesen gez. Vavalow. Letzte Posten. ────────── traten Leitung, Die einen ausschließlich humani­ tären Gesichtspunkt für ihhe Taten anlegt"^ Er fügt hinzu, daß die deutschen Aerzte in Den Lazaretten tüchtige und interessierte Ar­ beit tun und die Kranken alS leidende Mp. wenfchen, nicht als Feinde betrauten. ' Tie Revierkrankenstuben, in denen die Leicht kranken untergebracht waren, machten auf ihn einen "freundlichen und wohlerhaltenen" Eindruck. Bei den Lazaretten hebt er die dauer­ hafte Bauart hervor; er findet sie leicht, luftig, gut gehetzt und mit allen notwendigen Räum­ lichkeiten für Operationen, Verbandwechsel, Bad und Klosetts ausgestattet. Ueberall traf er ein genügendes Personal zur Pflege der Kranken an, dem eine peinliche Sauberkeit zur Pflicht gemacht war. Mit der Kost war Tr. Forchham­ mer durchaus zufrieden. "Ich habe überall", erklärte er, "die Küchen in Tätigkeit gesehen, die Vorräte untersucht und Das Essen geschmeckt, das ich gesund und Wohl zubereitet gefunden habe, wie auch das Brot gut und wohlschmekkend war." i | Ter dänische Delegierte, der übrigens die Lazarette ohne vorherige Anmeldung besuchte, kommt zu dem Ergebnis, daß die Lazarette der Kriegsgefangenen in keiner Weise hinter den Lazaretten für deutsche Mannschaften zurück­ stehen. i 1 ■ Aus diesem Urteil eines neutralen Arztes geht deutlich, hervor, wie vorzüglich die La­ zaretteinrichtungen für Kriegsgefangene in Tentschland beschaffen sind und wie wenig. Glauben den Aeußerungen her Ententepresse beizumessen ist, die immer wieder versucht, deutsche Lazarette und deutsche Sanitäitseinrichtungen durch lügenhafte Berichte zu dis­ kreditieren. Vermischtes. Ein neutrales Urteil über denksthp Lcfangenenlqzarette. " Schon oft ist von den Delegierten der neu­ tralen Mächte die vorzügliche Organisation der deutschen Gefangenenlager anerkannt worden. Tres Lob darf nicht verwundern, ist es doch all­ bekannt und auchi von den ..Gefangenen selbst dankbar bestätigt worden, daß die deutsche Re­ gierung aufs eifrigste bestrebt ist, die Kriegs­ gefangenen an Körper und Geist gesund und frisch zu erhalten. In gleicher Weise wendet sie auch, den kranken Gefangenen ihre Sorg­ falt zu. Wie der Telegisrte des Dänischen Roten Kreuzes, Tr. med. H. Forchhammer, der rm November und Dezember 1917 achtundzwan-1 rig von ihm selbst ausgewählte Lazarette und Lager im deutschen Reiche besucht hat, erklärt, ist "die ganze Krtegsgefangenenbehandlung in­ nerhalb der Grenzen des Teutschen Reiches außerordentlich fest organisiert unter einer zer­ States u. Verlag I. F. Rutsch. Verantwortlicher Hchrtftleiter F. 3E. Wagner. Belbe in Landshut.