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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-07-23"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 198</biblScope>
          <date when="1918-07-23">1918-07-23</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der feindliche Durchbruch gescheitert. Erneute italienische Angriffe in Albanien. — Der amerikanische Trubbentrausportdampfer Leviathan früher Vaterland versenkt. — Rücktritt des österreichischen Kabinetts.</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Btt -MW MW. ' i WTB. Berli n, 22. Juli 1918, mittags. Wrotzes Hauptquartier.) &gt; ' We»!i«es Heeresgruppe des d Mischen Kronprinz». Zwischen Aisne und Marne dauert die Schlacht mit unverminderter Heftigkeit fort. Trotz seiner schweren 'Niederlage vom 20. Juli stietz der Feind unter Einsatz frischer Trott fronen und neu herangeführter Panzerwagen erneut zu erbitterten Angriffen gegen unsere Linien vor. Seine Angriffe sind gescheitert. Gefangene bestätigen die schweren Verluste des Feindes. ,, Auch der gestrige Kampftag führte wieder- &gt; um zu einem vollen Erfvlg der deutschen 23ajl' I fen. . Zwischen Aisne und südwestlich von Har- j tennes leitete stärkstes Trommelfeuer am frühen Morgen Jnfanterieangriffe des Feindes sin. Südwestliche von Soissons und südlich von Hartennes brachen sie schon vor unseren Linien 'zusammen, nördlich! von Vtllers-Montoire dran­ gen Teile des Feindes vorübergehend über die Straße Soissons—Chateau Thierry vor. Un­ sere Gegenangriffe warfen sie wieder völlig zurück. Auch&gt; Villers Montoire und Montignh wa­ ren Brennpunkte des Kampftages, den ein er­ folgreicher Gegenstoß zu unseren Gunsten be­ endete. 1 Am Abend wurden erneute feindliche Am. griffe südwestlich! von Soissons schon in ihren Bereitstellungen getroffen. Wo sie noch' zur Durchführung kamen, brachen sie verlustreich zusammen. Beiderseits des Ourcq stieß der Feind vor­ mittags mehrfach, vergeblich gegen unsere Li-, nien vor. Nach! Heranführung frischer Kräfte holte er am Nachmittag zu erneuten Angriffen aus. Nach, schwerem 'Kampfe brachten Gegen­ stöße den Ansturm des Feindes beiderseits von Aulchy le Chateau zum Scheitern. 1 Nördlich, und nordöstlich von Chateau- | Thierry erschwerten unsere im Vorgelände ge- | lassenen Abteilungen dem Gegner das Heran- | kommen an unsere neuen Linien. Erst am I Abend kam es hier zu starken Angriffen, die ü unter schweren Verlusten für den Feind zu- 1 sammenbrachen. &gt; , \ An der Marnefront Artillerietätigkeit. jj Zwischen Marne und Ardre setzten Englän- S der und Franzosen ihre Angriffe fort. Sie jg wurden blutig abgewiesen. jj Heeresgruppe des Generalsekdmarschalls I Herzog Albrecht von Württemberg. I Erfolgreiche Vorstöße in die feindlichen | Linien bei Angerviller. i , Der 1, GemrralquaTtiLvmetMrr \ . i gubesberfl. 1 WTB. Berlin, den 22. Juli. Amtlicher Abendbericht: An vielen Stellen der Schlachtfront zwi­ schen lArsne und Marne Ruhe. Oertliche Kümpfe südlich des Ourcq. Dtk österr.-süg. Bericht. WTB. Wien, den 22. Juli, mittags. — Amtlich wird gemeldet: An der italienischen Front keine beson­ deren Ereignisse. In Albanien nahm /bor drei Tagen der Feind nördlich, von Berat und im oberen Tevolital seine Angriffe wieder auf. Von örtlichen Schivankungen abgesehen, gelang es ihm nir­ gends Vorteile zu erringen. Tie Kämpfe dauern fort. , i ■ i Zwischen dem Semeniknie und dem Meere drangen unsere Erkundungsabteülungen an mehreren Stellen in die italiemischen Linien ein. i , ! Der Chef des GlenerslstabS.</p>
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          <p>Aus Rußland. Der Ted des Zaren. Ueber den Tod des Zaren Nikolaus werden immer neue Nachrichten bekannt, sodaß Zweifel daran, daß die Meldung zutrifft, dies­ mal kaum noch! berechtigt sind. Wie man jetzt erfährt, wurde der Zar am 16. Juli laut Ur­ teil des Ural-Sowjets in Jekaterinburg er­ schossen. Ein Dekret vorn 19. Juli erklärt das gesamte Eigentum des Zaren sowie der Zar­ innen Alexandra und Maria und sämtlicher Mitglieder des ehemaligen Kaiserhauses als Besitz der russischen Republik. Einbegriffen in die Konfiskation sind sämtliche Einlagen der Zarenfamilie in russischen und ausländischen Banken. Wenn Die Meldung, an der kaum noch! zn zweifeln ist, richtig ist, hat die R«te-Regierung eine schwere Blutschuld auf sich geladen.</p>
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          <p>Aus der Ukraine. Bildung einer ukrainische« Armee. Kiew, 32. Juli. Durch! einen Erlaß des Hetmans wird befvhlen ,auf Grund der all­ gemeinen Wehrpflicht zunächst 5000 Rekruten für die in Kiew in der Formierung begriffene Division aus der Zahl der int Jahrs 189H Geborenen auszuheben. Der Minister des In­ nern wird für jeden Kreis die Anzahl der zu stellenden Rekruten feststellen. Freiwillige im Alter von 18 bis 25 Jahren dürfen zu­ gelassen werden. Tie Dienstzeit der Infanterie und Artillerie beträgt zwei Jahre, sonst drei Jahre. Tie Aushebung hat am 31. Juli zu er­ folgen.</p>
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          <p>Gewerkschaften sprechen und dabei die englischen Mindestforderungen über Belgien bekanntgeben. Tas -eutsch-cnglische Gefangenenab- &gt; komme«. _ ! Wie bereits mitgeteilt ist von den deutschen und englischen Telegationen, die im Haag zumengekommen waren, um Fragen des Kriegsge­ fangenenwesens zu besprechen, am 14. Juli ein Abkommen unterzeichnet worden, das sich hauptsächlich auf folgende Angelegenheiten be­ zieht : 1. Heimbesörderung von Militär- und Zi­ vilpersonen sowie Internierung in neutralen Ländern: 1. Erweiterung der bestehenden Ver­ einbarung; 2 .weitere Bestimmungen über ver­ wundete und kranke Krisgsgefangsne; 3. ge­ meinsame Bestimmungen. 2 .Behandlung der Kriegs- und Zivilge­ fangenen: 1. Allgemeines^ 2. Schutz nach der Gefangennahme; 3. im Operationsgebiet zu­ rückbleibende Kriegsgefangene; 4. Nachrichten über Gefangennahme; 5. Einrichtungen uttb 1 Dienstbereich in den Gefangenenlagern; 6. ErNährung; 7 Strafend 8. Hilfsausschüsse^ 9. Verkehr mit der Schutzmacht; 10. Paket- und Postverkehr; 11. Bekanntmachung der Abkom­ men in den Internierungslagern und 12. An­ wendung der Bestimmungen auf Zivilgefan­ gene. i ! 1 Ter Schlußartikel des Abkommens be­ stimmt, daß beide Parteien die notwendigen Schritte unternehmen werden, um sich der Mit­ wirkung der holländische« Regierung insoweit zu versichere als diese für die Durchführung des Vertrages notwendig ist. Anläßlich! dieser Bestimmung hat der holländische Minister des Aeutzern in der letzten Zusammenkunft, in der das Wkommen unterzeichnet wurde, erklärt, daß die holländische Regierung grundsätzlich be­ reit fei, ihre Mitwirkung zu verleihen. Die Mitwirkung muß noch in einem besonderen Ab­ kommen näher umgrenzt werden. Der Krieg mit England. ( Die enMWen Mindestforderungen über Belgien. i Nach! einer Meldnng der Msrningpost wird Lloyd Gevpge in der nächsten Woche zu den</p>
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          <p>Aus neutralen Ländern. Wege« BerrÄtvveken. ! ' ly, B er n, 21. Juli. Es ist nur eine winzige Zahl von itiBerbieS höchst belanglosen Jndi btbuen, die um den Sündenlohn der Entente aus sicherer Entfernung istr Vaterland mit Sudeleien erbärmlichster Art verraten, aber die gebärden sich umso lauter und betriebsamer. Von der Schweitzer Bundesaniwaltschaff ist nun­ mehr ein Verfahren eingeleitet * worden, »m den oder die Verfasser der schmachvollen Mach­ werke "J'aeeuse", "Le crime" zu eanirtestt, die unter Mißbrauch, des Schweizer Ashlrechtes ver­ öffentlicht wurden. Die sehr selbständige neu­ trale "Appenzeller Zeitung" schreibt dazu u. a.: Beide Bücher gehören zu dem Anstoßerregendsten, was seit Kriegsausbruch! von Ausländern auf Schweizer Boden publiziert wurde. Sie stammen von Teutschen, die sich der Entente für ihren Propagandadienst zur Verfügung ge­ stellt haben und nun von der Schweiz als einem sicheren Wort aus ihr Ursprungsland aus alle nur erdenikliche Weise mit Schmutz zu be­ werfe« suchen. Für derartige Existenzen, die ihrem Lande Itt der Zeit der höchsten Not to den Rücken schießen, ist Venn doch unser Ashlrecht und unser reiner Schweizer Bodsn 'zu gut; sie sollten aus gütlichem Wege über die Grenze befördert werden.</p>
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          <p>Brasiliens aktiv« Beteiligung «irr SMtg. 58 er n, 22. Juli. Aus militärischen Krei­ sen wird der Agenda,American» mitgeteilt, daß dpe brasilianische Regierung mit der Wa­ shingtoner Regierung vereinbarte, die brasi­ lianischen Truppen aktiv am Kriege teilnehmen zu lassen. Sie sollen ihre Ausbildung in den Vereinigten Staaten erfjaltm. Aus Südamerika.</p>
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          <p>Der Luftkrieg. Tie englische« Flieger kn Mtiand. 1 Aus Kopenhagen wird berichtet: Tie drG englischen Flugzeuge, die den Angriff aus die | deutschen Luftschiffanlagen Bei Tondern unter­ nommen haben, wurden, wie schon gemeldet, gezwungen, sämlich an der Westküste von Jüt­ land auf dänischem Gebiet niederzugehen. Als die Engländer, von Süden kommend, die dä­ nische Grenze überflogen, wurden sie von deut­ schen Fliegern scharf verfolgt und von diesen sowie von deutschen Kriegsschiffen von der Nordsee her beschossen. Bei Bramnnngs ging der erste Engländer, der LOjährige Kapitän Williams, nieder und steckte sofort sein Flug­ zeug in Brand. Ter zweite Flieger, der 19 Jahre alte Leutnant Jhcksen, landete bei Esbjerg. Beide wurden im Palasthotel in Esüjerg vorläufig untergebracht. Ter dritte Flie­ ger, der Neuseeländer Tawsvn, landete jn ein­ samer Gegend bei Klago. Er suchte telephonisch, von dem nächsten Leuchtturm aus den engli­ schen Konsul zu erreichen, um Benzin zu be­ kommen, war dann aber den ganzen Tag über nicht aufzufinden und wurde erst gegen Abend im Zuge nach! Esbjerg ergriffen. Wenn er nicht innerhalb 24 Stunden Dänemark wieder aus dem Luftweg verlaffeu hat, wird er mit den beiden anderen Engländern interniert.</p>
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          <p>ften Tage entschieden. Mittags war die große Gegenoffensive zum Stehen gebracht, nachdem schon vorher in den erbitterten TeilMnpfen die Linie in der wechselvollsten Beweglichkeit hin und hergeschnellt war. Erneute Angriffe, welche der Feind gegen 6 Uhr nachmittags mit abermals großen Kräften unternahm, bra­ chen zusammen. Heute früh haben sich neue schwere Kümpfe entsponnen, deren Ausgang wir mit voller Zuversicht entgegensehen kön­ nen. 1 [ Gleichzeitig mit dem großen Vorstoß hatte der Feind auch! überall südlich. der Marne mit großen Kräften, unterstützt von Tankge­ schwadern angegriffen, doch brachen seine Sturmkolonnen im Feuer vor unseren Linien unter großen Verlusten zusammen, und eine Reihe seiner Tanks liegt zerschossen im Vor­ gelände. Es würde der Größe unserer eigenen Erfolge schlecht anstehen, die Entschlossenheit zu verkleinern, mit der der eben schwer ge­ troffene Feind selbst zu einer großangelegten Gegenoffensive ausgeholt hat, bei der er ge­ zeigt hat, daß er aus unseren Siegen und aus jeder seiner Niederlagen zu lernen sucht. Desto großartiger aber ist die Leistung unserer. Trup­ pen, die hier in einem für die Verteidigung kaum vorbereiteten Gelände die zum Durchbruch zrrsammengeballte Uebermacht schnell zum Ste­ hen gebracht haben. Im Hintergelände der Schlacht sah man gestern den Anmarsch der Reserven sich! mit solcher Ordnung und Ruhe vollziehen ,daß man beim Anblick dieser Trusts pen auch! ohne die unmittelbaren Nachrichten von vorn gewußt hätte, daß das Schicksal des großen französisch-amerikanischen Frontdurch­ bruchsversuches Won zu dieser Stunde entschie­ den war . In der Champagne war ziemliche Ruhe, bis auf Teilunternehmungen, die hübsche Er­ folge brachten. So («lte ein Stoßtrupp aus der stark verdrahteten französischen Verteidig­ ungsstellung bei Prosnes zwei Offiziere und 80 Mann als Gefangene heraus. Im Abschnitt von Reims fiel gestern kaum ein Schuß und die Stadt selbst lag wie im tiefen Frieden vor deutschen Stellungen. 1 i tKv.) SB. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Berlin, den 21. Juli 1918. Kriegsbriefe aus dem Westen. (Unberechtigter Nachdruck, auch «MugAvsifi betiwten.I Fortdauer der frauzöftfchamcrikauifche« Offensive. Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. Gr. Hauplquartler, den 20 Juli 1918. Unter anhaltender Entwicklung von Trommel­ feuer. Gasbeschießung und Einsatz von zahlreichen ( Tankgeschwadern gegen unsere vordere Linie bei gleichzeitigem Störungsfeuer gegen alle Anmarsch­ straßen und rückwärtigem Unterkünfte setzte der Feind mit dauernd frisch in den Kampf geworsenen Reser­ ven auch gestern Nachmittag den Durchbruchsversuch an der ganzen Front einheitlich fort und steigerte seine Anstrengungen an einzelnen Druckpunkten zum höchsten Maße, so besonders südlich und südwestlich von Solsions. Wie die Richtung seiner Angriffe und der rücksichtslose Einsatz von Menschenleben be­ weisen und wie Grfangenenaussagen und erbentete Befehle bestätigen, war das Ziel der großen Offen­ sive die Abquetschung des ganzen Bogens unserer Front zwischen Aisne und Marne. Diesem Ziele ist er auch durch die gestrigen Kämpfe nicht näher gekommen. Fast von allen beteiligten Truppen wird ausdrücklich die Höhe der Verluste des Feinden« ge­ meldet, der auf unsere bewegliche Verteidigung nicht eingespielt ist. Die Kämpfe schnellten wiederum hin und her, sodaß die starken Feuerwalzen des Gegners , oft nur durch Sicherungen bewachtes Gelände trafen während der Jnfanteriesturm vor der eigentlichen Verteidigungslinie aufgefangen oder durch den sofor­ tigen Gegenstoß ungebrochener Kräfte beantwortet wurde. Hierbei haben einzelne Höhen und Dörfer wiederholt den Besitzer gewechselt, so das Dorf Berog und die Höhen bei Villemoatoire. Im Gegenstöße gewann eine unsere Divisionen, die seit 2 Tagen in ununterbrochenem Kampfe gelegen hat, Gelände in 1 km Tiefe und 3 km Breite. Das Gesamtergeb­ nis auch des gestrigen Tages ist also ein völliges Scheitern des Durchbruchsversuches: Reben der Infanterie, die in dauerndm Kämpfen feit Wochen fast ohne Ruhetag gelegen und nun diese gewaltige Abwehrschlacht, durchgesochten hat, haben sich bei der planmäßigem Räumung der gro­ ßen Brückenkopfes südlich der Marne besonders die Pioniere und Brückentrains ausgezeichnet, deren Arbeit cs trotz des ständigen schweren Feuer« und der Fltegerbombenabwürse aus das Marnetal gelang, sämtliche I Kampfmittel restlos auf das diesseitige Ufer zu bergen I nachdem die im Neulande erbeuteten zahlreichen I schweren französischen Batterien gesprengt worden I waren. Unsere Flieger zerstreuten durch Bomben­ würfe und Maschtnengewehrfeuer im Anmarsch be­ findliche Truppenkörper und belegten bte feindlichen ReservenversammlungSplätze mit großem Erfolg. Durch Bombenangriffe fetzten sie eine Anzahl der anrollenden Tanks außer Gefecht. In der Nacht verhielt sich der Feind meist ruhig. Heute früh hat die Schlacht mit großer Heftigkeit erneut begonnen. (Kb.) W. Scheuermann, KriegsberiWvrrstatter.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. "Tonischer Wirtschaftsrat für Witteleuro­ pa". In Verbindung mit dem seit 2 Jahren bestehenden Arbeitsausschuß für Mitteleuropa, dem Parlamentarier aller Parteien und füh­ rende Persönlichkeiten des deutschen WirrI schastslebens angehören, soll demnächst ein ' "Teutscher Wirtschaftsrat für Mitteleuropa" . entstehen, der berufen ist, die Interessen von Industrie und Handel bei der beabsichtigten engsten Verbindung mit der österreichische ungarischen Monarchie und bei dem Aufbau der Wirtschafts- und handelspolitischen Bezieh­ ungen der verbündeten Mittelmächte zu den Übrigen mitteleuropäischen Staaten und Völ­ kern wahrzunehmen. ( i Tiroler Kinder unbemittelter Stadtbewvhlner Nordtirols sollen in solche Gegenden Südlbayerns eine Zeitlang aufgenommen werden, die vom Fremdenverkehr nicht berührt find.</p>
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          <p>Letzte Posten. wem N-Bootserfolge. | I ! ’ MTB. Berlin, den 32. Juli. (Amtlich,.) Durch! unsere im Sperrgebiet des Mittelmeeres operierenden U-Bovte wurden 3 wertvolle Dam­ pfer und 1 Segler von zusammen rund 20 000 Br.-fR.-T. versenkt. i Der Chef des Admiralstabs der Marine. Ter Tftmpfer "Vaterland" oersenA. J WTB. Berlin, den 22. Juli. (Amtlich.) Ter amerikanische Truppentransportdampser "Leriathan", der frühere Dampfer der Ham-. burg-Amerika-Linie "Vaterland", 54 282 Br.R--T. ist am 20. Juli an der Nordküste Ir­ lands versenkt lvorden. , . Tie Demission des Kabinetts Seidler. Wien, 22. Juli. (Abgeordnetenhaus.) Am Schlüsse bet Sitzung teilte Präsident Groß mit, daß Ministerpräsident Dir. v. Seidler und die ganze Regierung ihre Entlassung gegeben ha­ ben. Tie Entlassung ist angenommen (Beifall bei den Tschechen) und die Regierung mit der Fortführung der Geschäfte betraut worden. Feindliche Fliegerangriffe. Landau (Pfalz), 22. Juli. In der Nacht zum 20. Juli wurden Ludwigshafen-Mannheim wiederum von feindlichen Fliegern an­ gegriffen. Ter durch, Bombenwurf angerichtete Schaden ist gering. Personen wurden nicht verletzt. i. , i i‘ I , ! i</p>
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          <p>hsaben. Mach, den ersten Explosionen wurde eine Anordnung auf Räumung der Stadt er­ lassen. Tank dieser Maßnahme ist die Zahl der Opfer ,obwohl genau noch! nicht bekannt, gering. Der Schaden in der Stadt ist sehr groß und erstreckt sich! auf 10 Kilometer im Umkreis. Tie Explosion des Pulverlagers und der Hauptladestellen konnte bisher nicht verhindert wer­ den. i i i Mord. In Tudweiler (Pfalz) wurde eine Ehefrau, die nachts vorher ein schweres Wo­ chenbett überstanden hatte, in ihrer Küche er­ mordet aufgefunden. Es war bekannt, daß infolge Todesfalles bei der Familie eine grö­ ßere Erbteilung stattgefunden hatte. Ein Ham-mer mit Blut und Menschenhaaren wurde am Tatorte vorgefunden. Von den Mördern hat man bishe rnoch, keine Spur.</p>
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          <p>| ruhten die Augen der schönen, weißhaarigen Frau auf dem Bilde über dem So'a: Inns-, brück und seine Berge. Tie Sonnenstrahlen flimmerten darauf. i [ , 1 Unwillkürlich, seufzte sie; sie hatte nie ver­ gessen können und hatte sich doch freiwillig von ihnen getrennt. Wohl hatte die Sehnsucht nach! ihnen manchmal verzehrend gebrannt. Ter junge Forstmann bemerkte die Wirq kung seiner Worte auf die Mutter. Nein, das liebe Gesicht sollte heute nicht trüb blicken. Schnell sprach er weiter, um den Eindruck zu verwischen. Mit atemlosem Interesse lauschten Mutter und Schwester seinem Bericht. Tie Zeit verging im Fluge. "Ihr wißt ja, daß ich anfangs wenig er­ freut war — trotz der großen Vorteile, — an Stelle des erkrankten Zabler den Herzog auf seiner großen Reise begleiten zu müssvn.' Doch! heute ist es mir nicht leid. Tvr Herzog war von großer Freundlichkeit — mir ist es wahrhaftig nicht schwer geworden, Mutterle.". Sie strich! über seine edelgesormte, kräf­ tige Hand. [ ‘ I 1 "Tu d ummer, stolzer Bub." 1 "Und jetzt kommt nun die Ueberraschung, die Belohnung: also seit gestern bin ich. wohl-, bestallter Förster in Steinsnrt! Es war doch Die Allwördens. Roman von Fr. Zehne. I (Copyright 1913 bh Greiner u. Comp., i ; , Berlin W. 30.) &gt; , ! i j ! (Nachdruck verboten.) 20J Sie saßen gemütlich! am Tisch und tranken Kaffee. u "Run erzähle!" drängte Lori. "Auf deinen Karten schriebst du mit tödlicher Sicherheit immer zum Schluß: mündlich mehr! Jetzt halte ich! dich. beim Wort." 1 "Ja, wo soll ich! ansangen? Schön war es — schön! Diese Fahrten im Mittelmeer — die Wochen in Algier und Aegypten — aber das Schönste war doch, der Anfang der Reise. Ter Herbst in Steiermark und in Tirol, als wir den stolzen Hirsch, die Gemsen jagten. Was ist da Aegypten mit seinem fremartigen Reiz, was ist die Riviera gegen die Majestät der Berge, gegen unsern grünen Wald. — Heimweh hatte ich. manchmal danach — —" "Ja, die Berge! Ja, du mein Land Ti-. rot — —" Und mit wehmütigem Ausdruck. mein größter Wunsch, Mutterle, du weistfis! Ich! bin dort allein in dem sauberen, neuen Hause mitten im Walde. Tie Oberförsterei ist eine Stunde davon." , : i Seine Augen strahlten; man sah Hm an, wie ihn diese Aussicht beglückte. Eine allge­ meine Freude war unter den Treten. , i "Tem Herzog hab ich's zu verdanken.' Drei nähere Anwärter auf die schöne Stelle waren da. Es ist ein Beweis des Vertrauens, das man in mich setzt! Ter Herzog jagt mit Vorliebe in diesem Revier." I Still saß die Frau da und lauschte, die Hände im Schoß gefaltet. Und eine grojiie Beruhigung erfüllte sie: ihr Bub, ihr schöner stolzer Bub war zufrieden! "Nun hört weiter, was ich! gedacht. — Ihr kommt zu mir, ich habe Platz genug! Mut­ terle soll es jetzt gut haben. Tas Geschäft ist ja vorteilhaft verkauft, wie ihr schriebt." ! j "Ja, seit erstem Mai ist Mütterchen Rent­ nerin! Wie stolz das klingt! An das Nichts-, tun hat sie sich! aber in den vier Wochen 'noch gar nicht gewöhnen können. Täglich ist «sie bei Fräulein Schlutter und hilft ihr." j , ■ . (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Lokales. L a n d S h u t, bett 23. Juli. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Soldaten im 16. Jnf.-Megt. Herrn Josef Türmaier, Sohn des Herrn Schneidermeisters Dürm«ier hier, verliehen. —* Das Militär- Ver dien st kreuz erhielt der Kanonier Herr Anton Schreiüex, Mühlenbauerssohn von hier. v &gt; —* Das König Ludwigkreuz wurde dem Maschinensetzer Johann Hirschauer in der Thomannschen Buchdruckerei hier verliehen. —* Zu m L eut nant befördert wurde der Fähnrich Hans Niederer Frhr. von Paar zu Schönau des 2. Schw. Reiter-Regiments. —* Drei Amtsei nführun gen wohn­ te nunmehr unser hochverehrter Ehrenbürgex Herr Rentier Fischer bei. Ten Amtseinführun­ gen der Herren Bürgermeister Tr. Gehring und Marschall hatte er pftichtgentäß als Ge­ meindevertreter angewohnt und an der gestri­ gen dritten des Herrn Bürgermeisters Tx. Hepterich! nahm er als Ehrenbürger teil. —* In ihre Heimatlazarette über­ führt würden gestern naWs 6 verwundete trans­ portfähige Krieger der hiesigen Lazarette. Mannschaften der Freiw. Sanitätskolonne ver­ brachten dieselben nachts 11 Uhr mit Fahrund Tragbahren zum Bahnhof. —* Die Freiw. Feuerwehr Landshut hielt ant Sonntag früh ihre Bezirksübung ab, bei welcher Herr Bezirksvertreter Baumeister! Wagner eine Besichtigung der Wehr vornahm, die zur Befriedigung gereichte. —* Stadttheater. Tie Vorstellung zugunsten der Ludendorffspende "Tie Fleder­ maus" findet nunmeh rmorgen Mittwoch, im Stadttheater statt. Tie Partie des Alfred singk Herr Hofopernsänger Schäde-München. i Die Amtseinführung des neuen Bürgermeisters. Gestern vormittags 10 Uhr erfolgte in dem' mit Grün und Blumen festlich! geschmückten Nathaussitzungssaale die Amtseinführung des neuen Bürgermeisters, Herrn Tr. Hertexich. Hierzu hatten sich! die rechtskundigen, technischen urrd bürgerlichen Mitglieder des Magistrats, die Mitglieder des Gemeindekollegiums, des Waisenrats, Armenrats, die Herren Tistriktsschulinspektoren, die Lehrerschaft, Tistriktsvorsteher, Vertreter der Polizeiinspektion und die gesamte Beamtenschaft des Stadtmagistrats eingefunden. Ter Kommissär der K. Regierung, Herr Regierungsrat Tr. Hofmann, ergriff das Wort zu folgenden Ausführungen: Sehr verehrte Anwesende! Hochgeschätzter Herr Bürgermeister! i Am 11.Juni ging aus der Wahlurne Herr Tr. Josef Herterich als Bürgermeister für die Stadt Landshut hervor. Mit Entschließung des K. Staatsministeriums des Innern v. 28. Juni wurde seine Wahl bestätigt und mit Neg.i Entschl. vom 15. Juli bin ich beauftragt wor­ den, das Amt an ihn zu übergeben, seine Verpflichtung und Amtseinweisung in Gegen­ wart des Magistrats und der Gemeindebevollmächtigten vorzunehmen. Tie Uebergabe der Amtsgeschäfte an ihn hat bereits am Samstag stattgefunden. Es ob­</p>
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          <p>f kämpf der Städte untereinander bringen. Wir wissen zuversichtlich, daß die Stadt Landshut, die stets ihrem Herrscherhause die Treue ge­ halten hat, vor Jahrhunderten als bayerische Herzogsstadt, wie heute äls Kreishauptstadt, an unserem Allerdurchlauchtigsten König einen mächtigen Freund und Gönner besitzt. Infolgedessen hoffen wir zuversichtlich, daß die Kreist-, Hauptstadt Landshut auch, in der kommenden Zeit bei Sr. Majestät König Ludwig IU. einen Allerhuldvollsten Gönner und Förderer stets finden wird. Diese in der guten alten Stadt Landshut für daS bayerische Herrscherhaus und die bah. Heimat stets gehegten vaterländischen Empfin­ dungen wollen wir zusammenfassen in dem Jubelruf: Seine Majestät König Ludwig IU. von Bayern lebe hoch«! und Industrie im Allgemeinen wird eine Ihrer künffigen wesentlichen Ausgaben sein. Ganz besonders aber möchte ich Ihnen die religiöse, sittliche und staatsbürgerliche Er­ ziehung unserer Jugend zu vollwertigen Glie­ dern eines späteren Geschlechtes ans Herz legen. _ « 1 Wir wissen wohl, sehr geehrter Herr Bür­ germeister, daß Sie das nicht alles allein beim besten Willen tun können. Ich verspreche Ihnen daher km Namen des Gemetndekdllegiums und der Bürgerschaft, daß wir Ihrer künftigen Tätigkeit stets das vollste Vertrauen entgegenbringen werden und daß wir nach« besten Kräften bestrebt sind, Sie in Ihrer «Amtsführung durch« freudige und ziel­ bewußte Mitarbeit zu unterstützen. Weil wir aber nichts erreichen können ohne den Segen des Allerhöchsten, so bitte ich Me, auf den zu vertrauen, der stark und unwandel­ bar wie Keiner ist und ich möchte daher meine Begrüßungsworte nicht beenden ohne dem Wun­ sche Ausdruck zu verleihen: der liebe Gott wolle Ihnen eine lange und segensreiche Wirk­ samkeit zum Wöhle unserer lieben Stadt gnä­ dig gewähren. ! ' Und um unserem Empfinden in diesem Sinne auch. Ausdruck zu verleihen, fordere "ich | Sie auf, meine Herren, mit mir einzustimmen in ein dreifache» Hoch auf unsere liebe Dreihelmenstadt. r Tie Stadt Landshut lebe hoch«, h«och, hoch. • Hierauf verlas Herr Magistrats-Obersekretä^ Schwarz die Niederschrift «über die Feier, die dann von den Mitgliedern der städt. Körper­ schaften unterzeichnet wurde. Nach« Schluß des feierlichen Aktes fanden sich die Teilnehmer zu einem kurzen Früh­ schoppen im Cafe Fisch« Zusammen. in krankhafte Pro jektenha scheret zu verfallen werde ich für eine gesunde Weiterentwicklung stets zu haben sein und mit den Beamten und den beiden Körperschaften zusammen alle diesbezgl. Bestrebungen genau verfolgen und stu­ dieren eingedenk des Satzes "rast ich., so rost ich". Dabei gilt es aber auch« den Satz zu be­ weisen, daß man vernünftigen Neuerungen zu­ getan sein kann und trotzdem an bewährtem Alten treu seschalten kann. So wird es meine vornehmste Ehrenpflicht sein, dafür zu sorgen, daß das liebe, traute Städtebild unserer guten alten Dreihelmen^ stabt uns erhalten bleibt. Tie unvergleichlich, schöne, von der Trausnitz gekrönte, vom Mavtinsturm beherrschte Giebelfrvnt unserer Alt­ stadt beispielsweise darf uns nie verschandelt werden. Sparsamkeit am rechten Fleck, ohne in salsche Knauserei zu verfallen, ist in dieser evnsten Zeit, wo wir noch, nicht wissen, welch weitere Aufgaben und Opfer uns noch! bevor­ stehen, selbstverständliche Pflicht. Ta ich. kein Freund des alten Amtsschim­ mels, der langen Bank, des berüchtigten Amtsstils und wie die schönen Einrichtungen des Bürokratismus alle heißen mögen, bin, werde ich, auf Vereinfachung und Beschleunigung des Geschäftsganges der Stadtverwaltung stets be­ dacht fein. Meine Herren! Wenn ich, nun auch ernst­ lich. bestrebt bin, nach den dargelegten Gesichts-, punkten meine ganze Kraft, all mein Wissen und Können, restlos in den Dienst der mir an-, vertrauten Stadt zu stellen, so weiß ich« doch nur zu genau, daß Wji nichts erreichen könnte, wenn ich. nicht Ihrer aller Unterstützung im weitesten Matze fände. Nicht der Bürgermeister einer Stadt ist es, welcher der Stadt den Stem­ pel aufdrückt, sondern die Stadtverwaltung selbst ist es, welche die Geschicke und Geschichte ihrer Stadt bestimmt. Darum richte ich an alle Kreise unserer Stadt die aufrichtige Bitte, um Mitarbeit. Kämmen Sie statt mit Kritik lieber mit Anregungen und Vsrbessernngsoorsch.lägen, berichten Sie, was Sie auswärts Nach«ahmenswertes gesehen haben. Ich. werde tmk mer für eine solche Mitarbeit stets von ganzem Herzen dankbar feie. Diese Bitte um Mitarbeit richte ich vor allem an die sehr verehrlichen Herren der bei­ den städt. Kollegien, lassen Sie mich, aus dem reichen Schatz Ihrer Erfahrungen schöpfen, "Me Sie in dem langen ehrenamtlichen oder berufs­ mäßigen Dienst der Stadtgemeinde bereits ge­ sammelt haben. Bedenken Sie, daß ich« hier noch« sremd bin, daß mir Ihre Kenntnisse der lokalen Zusammenhänge noch« fehlen, bedenken «Sie auch., daß es häufig bei der richtigen Ent-« schetdung einer Sache gerade auf die Kenntnis dieser Nebenumstände ankommt, unterstützen Sie mich bitte also, indem Sie mir diese Kenntnis­ se vermitteln, damit ich« hier recht bald heimisch werde und im Tienste der Stadt ersprießlich tätig werden kann. Haben Sie aber auch, Ge­ duld mit mir und vergessen Sie nicht, dah auch ein verpflanzter Baum in fremdem Boden erst Wurzel fassen muß, bevor er Früchte tragen Harnt. I | . 1 Dieselbe herzliche Bitte wie an die beiden städt. Kollegien um Mitarbeit richte ich auch an die gesagte BÄrgerschafi unserer Stadt, insbesondere an die städt. Beamten, Arbeiter neb Bediensteten, an die sehr verehr!. Geistli­ chen, Lehrer und Lehrerinnen unser« Stadt und nicht zuletzt auch an die hiesige Presse. Ach. kenne und schätze die Bedeutung der Presse für unser öffentliches Leben, bringe deren Be­ strebungen volles Verständnis entgegen und werde, soweit es meine Berufspflichten zu­ lassen, jederzeit gerne der Presse mR Jnfor«tätig« zur Verfügung stehen. Wenn wir so alle einmütig zusammenar­ beiten, dann können wir hoffen, daß unsere Stadt Sandshmt nicht nur die hoffentlich tttrift allzti lange noch wKhrende Krie^zeit gut über­ steht, sondern daß sie auch, in Der dann kom­ menden Uebergcmgswietsckfaft ihren Platz be­ hauptet. Tenn täuschen tote uns nicht, die kommende Zeit und insbe sonderte schon die Uebergangszeit wird neue ungeahnte Aufga­ ben und einen unglaublich scharfen KvnklUrenD- Herr Rechtsrat Ambros gab folgendem Wunsche an den Herrn Bürgermeister Aus», druck: Im Namem des Magistratskollegiums, der Beamten- und Lehrerschaft gestatte ich mir, Sie herzlich« zu begrüßen und zu Ihrer heutigen feierlichen Amtseinweisung zu beglückwün­ schen. Sie, Herr Bürgermeister, wie auch Herr Regierungsrat Tr. Hofmann haben in Ihren Rede» der Bitte um Unterstützung in Ihrem verantwortungsvollen, schwierigen und arbeitst reichen Amte Ausdruck gegeben. Ich. kann die Versicherung geben, daß Sie auf tatkräftige unb pslichtgetrene Mitarbeit aller derjenigen, in deren Namen ich. die Ehre zu sprechen habe, sicher rechne» können. Möge iFhre Tätigkeit auch, hier eine segensreiche sein, zum Wühle der Stadt, die Ihrer Obhut nunmehr unter-, stellt ist und zu ihrer eigenen Befckedigung. " * Hierauf ergriff der Vorsitzende des Ge-, meindekollegiums, Herr Hoflieferant Fahrnvbacher das Wort und führte aus: Sehr geehrter Herr Bürgermeister:! Durch, den Vertreter der K. Regierung wurden Sie heute in Ihr, gerade in der Jetztzeit sehr verantwortungsvolles Amt eingeführt. Schon die lebhaften und zahlreichen Auseinanbexfefyungen in der Presse und) in den Kreisen der Bürgerschaft vor der Wach! geben Zeugnis davon, welch« große Bedeptrung man dem Bürgermeisterpvsten beimitzt. Mochten | auch die Anschauungen, welcher Bewerber wohl I der geeignetste für den hiesigen Bürgermeister-. | Posten sei, vor der Wahl anseinandergehen, so l.finb wir uns heute doch in dem Empfinden I einig, daß mit Zh-rejm .Amtsantritte, sehr ge| ehrter Herr Bürgermeister, ein überaus ap1 beitsfreudiger und gewissenhafter Beamter an die Spitze der städtische» Verwaltung gestellt wurde. Sie haben bereits seit einer Reihe von Jahren in Bamberg als Rechtsrat die ganze Schule der städtischen Verwaltung durchge­ macht und sich, wie aus den Ausführungen in den dprtigen Kollegien bei Ihrer Berabschie-dung hervorgeht, in den verschiedensten Re­ feraten, nicht zuletzt in dem gegenwärtig so außerordentlich, wichtigen Lebensmitrelreferas immer als ein zuverlässiger und sich der un­ geheueren Verantwortung bewußter Mann er­ wiesen. ! Wir sind daher überzeugt, daß Sie in Ihrer Amtsführung stets bestrebt sein werden, die Lasten des Krieges der hiesigen Bevölkerung möglichst zu erleichtern und daß daher einer geordneten Finanzverwaltung mit wei­ ser Sparsamkeit Ihr ganzes Augenmerk gelten wird. i Wir vertrauen darauf, daß Sie für die Ernähxungsverhältniffe der hiesigen "Einwoh­ nerschaft das Möglichste tun werden und daß Sie allen Schichten der Bürgerschaft die glei­ che Fürsorge angedekhen lassen werden. Wir erwarten, daß Niemand, wessen Stan-r des, weUer pMtißhen Gesinnung ober reli­ giösen Ueberzeugung er auch, sein möge, ver­ geblich« an Ihr« Tchee anklopfe end daß Sie st» die Stert der Zeit immer ein mitfühlendes " rständni» haben werden. Tid Förderung des Kleingewerbes und des Kleinhandels ueb die Entwicklung von Handel Damit ist die offizielle Uebernahme des Amtes durch« de« neuen Herrn Bürgermeister erfolgt. Sein Kommen wurde von vielen mit großen Hoffnungen exwartet. Laß nicht alle in Erfüllung gehen können, ist schon in 'bett Reden bei der Amtseinführung betont worden, auch« die Tatsache, daß der Marin noch nicht ge­ boren ist, der es allen recht n«rchen kann. Vor allem gilt uns das Wort des Herrn Tr. Herterich, daß er stets über den Parteien stehen wolle, daß er sich nicht let den Streit der politischen Tagesmetnungep mischen wolle, daß in seinem Verkehre mit der Bckiölkerung Stand, Rang, Weltanschauung und politische Meinung keinen Einfluß üben werden. Wenn Herr Bür­ germeister T«r. Herterich diese Worte — und wir zweifeln nicht an feinem aufrichtigen Wil­ len — in die Tat umsetzt, kaue er in seinem Amte der Mitarbeit aller sicher sein, die sich mit erreichbaren Tingen zu begnügen gewillt sind. Utopisten aber kann niemand zufrieden stellen. Ter Herr Bürgermeiste» hat auch« der Presse gedacht, deren Wirken er schätze und ihre Mitarbeit «beten. Tie Tätigkeit der Pres­ se ist selbstverständlich« in ihrem Ziele stets eüf das Wohl der Stadt gerichtet. Auch eine Kri­ tik an bestehenden Einrichtungen oder Perso­ nen dient nur dazu, zur Klärung der Verhält­ nisse beizutragen, eine kritische Beleuchtung strittiger Puntte von allen Seiten vo zuneh­ men. Hierdurch« erst wi»d es dem Stadtober­ haupte und den Stadtvertrekern ermöglicht, die Wünsche der Bevölkerung kennen zu lernen, sie in Berücksichtigung zu ziehen bei ihren Beschlüssen. Tie Presse ist eben das alleinige Sprachrohr der Bevölkerung. In diesem Sin­ ne haben wir uns stets gerne tytb freudig in den Dienst der Stadt gestellt, ihre Jnteressee fördern helfen und werden dies auch künftig tun. Ter neue Herr Bürgermeister kann dahier unserer treuen Mitarbeit in der Vertretung dex Interessen der Stadt jederzeit versichert sein.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 23. IU« 1918. Wassir 20 . Grad C. Saft 24 . Grad C.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Stellv. Generalkommando 1. Bayer. Armeekorps. Bekanntmachung. Am 15. Juli 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. 157397/18 K 1 betr. Beschlagnahme «nd Bestanöserhebnng von Hopsenrebe», sowie Höchstpreise für Hopfenreden In Kraft getreten. I Tte Bekanntmachung ist öffentlich ottgeschlagen und kann bei den K. Bezirksämtern und den Stadtmagistraten sowie bei den Han­ dels- und Handw«kskammern eingesehen wer­ den. I 1 1 ( i ; ! i i . München, den 9. Juli 1918. Der Kommandierende General: v. 6. Tann. lese</p>
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          <p>Am 13. Juli 1918 find in Straft getreten: 1. Die Bekanntmachung Nr. W. IV. 1200/7. 18 K R. A. betreffenb Beschlagnahme und Höchstpreise von Papierrunögarn- Abfällen, 2. die Nachtragsbekanntmachung Nr. W. M. 100/7.18 K. R. A. betreffend Bestanöserhebnng von Papierrnnögarn-Abfällen, zu der Bekanntmachung vom 20. 2. 16. Nr. W. M. 312/10. 16 K. R. A. betreffend Bestanöserhebnng von Natron- (Sulfat-) Zellstoff «sw. Tie Bekanntmachungen sind öffentlich an­ geschlagen und können bei den K. Bezirksäm­ tern und ven Stadtmagistraten sowie bei den Handels- und Handwerkskammern eingesehen werden. ! 1 ! München, den 15. Juli 1918. Der Kommandierende General: V. ö. TaN». 1969 Nc7Io3 062 Ro. Stellv. Generalkommando I. Bayer. Armee­ korps. Bekanntmachung.</p>
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          <p>Italiens Angst um Reims. Obwohl "(Sortiere della Sera" und "Seeolo" anläßlich der Gegenoffensive Fochs heute ihr Vertrauen in die Kriegführung der Entente an den Tag legen, fühlen sie sich doch veran­ laßt, ihren Lesern die Kampflage nicht allzu günstig darzustellen. So führt "Carriere del­ la Sera" aus: Tas Reimser Gelände steht beiderseits unter furchtbarem Druck, dem anscheinend nur durch ein Wunder standgehalten werden kann. Jedenfalls ist Reims viel ernster bedroht, als es Verdun jemals war. Ter "Seeolo", der übrigens wie "(Sortiere della Sera"" ausdrücklich bemerkt, daß Telegramme seiner oLndoner und 'Pariser Korrespondenten nicht eingetroffen sind, geht noch weiter und schildert die möglichen Folgen des Falles des Reimser Klotzes recht pessimistisch. Fachs strategische Reserve« eingesetzt. Rotterdam, 22. Juli. TerKriegsberuh terstattet der Daily Mail meldet von der fran­ zösischen Front seinem Blatte, daß Generstl Joch für den Gegenstoß seine 30 Divisionen starke strategische Reserve eingesetzt habe. Auch Pariser Depeschen besagen, daß alle, auch die britischen Hilfskräfte aufgeboten wurden. So wurden einige englische Divisionen den Gene­ ralen Mangin und TeSgvuttes, die ivestlich vipn Reimser Wald in harte Bedrängnis ge­ rieten, zu Hilfe geschickt. Sie sollten die Teut­ schen gegen den Besle-Fluß abdrängen. Tas Unternehmen geriet indes trotz des Kräfteaufwandes bald ins Stocken und erivies sich als undurchführbar. 1 1 « Tie Bedrohung von (5-vmpicgnc. In einer Havasnote wird der Hoffnung Ausdrckck gegeben ,daß infolge der franzö­ sischen Gegenangriffe bk Bedrohung von Compiegne vermindert sei. ; Hcilmtttelmangel in Frankreich. Nach dem "Cri de Paris" droht in Frank­ reich! auch ein ernster Mangel an den wich­ tigsten Heilmitteln, vornehmlich! an fieber- und sch merzstillenden, wie Antipyrin, Aspirin und ähnlichen Mitteln. |</p>
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