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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-07-26"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 201</biblScope>
          <date when="1918-07-26">1918-07-26</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Teilangriffs an verschiedene« Stellen wurden avgewiefc«. — Ein Sfterr.-ung. Erfolg in Albanien. — Monarchiftenkongrch in der Ukraine. — Streik der englische« Munitionsarbeiter. Abflauen der feindlichen Offensive.</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Ier leitfde Laicht. 1 asm Berlin, 25. Juli 1918, mittags. Lroßes Hauptquartier: | , «eDlich-r Heeresgruppe des GcmeralfeldrnarschaltS Kronprinz Rupprecht vv» Bayer«. Zwischen Bucquey und Hebuterne griff der Feind am Abend unter starkem Feuerschutz an. Er wurde abgewiesen. " . Ebenso scheiterten Vorstöße, die der Feind westlich von Albert und aus Mailly heraus führte. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. An der Schlachtfront zwischen Soissons und Reims ließ die Kampstätigkeit gestern nach«. Kleinere Jnfanteriegesechte im Vorfeld unserer Stellungen. Südlich des Ourcq und südwestlich von Reims führte der Feind heftige Teilangriffe, die wir in Gegenstößen zurückschlugen. Heeresgruppe des Geucralfeldmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg. In den Vogesen brachte baher. Landwehr von einem schneidig durchgeführten Unterneh­ men Gefangene zurück. &gt; Der 1. SeserarWartiernrN«. r iebeeloelf. WTB. Berlin, den 25. Auli. Amtlicher Abendbericht: Heftige Teilkämpfe auf dem Schlachtfeld zwischen Soissons und Reims. Bericht des Mrolfteies. Neue N-Bootserjolge. WTB. Berlin, 25. Juli. Amtlich. Auf dem nördlichen Kriegsschauplätze vernichteten unsere Unterseeboote 13 000 Br.-R-Tonnen. ; Ter Chef des ADpriralstabes der Marine. . Ier östm.-Mg. Bericht. WTB.'Wien, den 25. Juli, mittags. — Amtlich wird gemeldet: i Italienischer Kriegsschauplatz. I Di« Lage ist unverändert. Albanien. Gestern früh haben unsere Truppen bet Kuch den Uebergang über den Semeni erkämpft. Unsere tapferen BataiUone hatten heftigen feindlichen Widerstand zu überwinden. Es wurden zahlreiche Gefangene eingebracht. Auch, zwischen Kuch und dem Meere führ­ ten erfolgreich^ Borstöße zu Geländegewinn. . a Wes d«K GmreralstabL.</p>
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          <p>gelände von Bliguy angesetzt worden, um uns diese Flankenstellung westlich! Reims zu ent-, reißen. Ter Angriff wurde blutig abgewiesen. Nach Gefangenenaussagen sollen die Verluste der Engländer mindestens 40 Prozent betra-. gen .Tas gänzliche Mißlingen dieses Angriffes führen sie auch! darauf zurück, daß sie nach fünftägigem, äußerst' beschwerlichen Märschen ohne Ruhepause hätten angreifen müssen. Tie Stimmung der hier gefangenen englischen Sol­ daten und Offiziere, die nicht mehr an einen Sieg der Entente glauben, ist auffallend kriegs­ müde. i Ausdehnung der BefehlSgewatt Ter "Züricher Anzeiger" bestätigt, daß der Alliiertsn-Kriegsrat die B&lt;ffehlsgewalt des Ge­ nerals Fach, tatsächlich noch erheblich erweitert habe und daß diese rnrcht zögere, aus Grund dessen alles, was ihm unterstellt ist, marschie-. ren zu lassen und in die große Schlacht einzu-, setzen. Tie englischen und französischen, vor allem aber die amerikanischen und italienischen Blätter bemerken, daß am 1 Ausgang der jetzigen Schlacht die Ehre Fochs als Feldherr enaagiert sei. Vom westlichen Kriegsschauplatz. Ter große Tankangriff zwischen Aisne und Wkarne. Tie Tanks sollten es machen. Ungeachtet des Zusammenbruchs der englischen Tantwaffe im März und April an der Somme, too eng­ lische Panzerwagen zu Hunderten von den Teut­ schen zusammengeschossen und erbeutet wur-i den, setzten auch! die Franzosen ihre haupt­ sächliche Hoffnung für den geplanten Durchs bruchi zwischen Aisne und Marne auf den Massenernsatz von Tanks. Tie Franzosen bracht ten einen neuen Typ heraus, einen neuen schnellaufenden, besonders wendigen Tank. Am Morgen des 18. Juli brachen aus der ganzen Front große Tankgeschwader unmittelbar ge­ gen die deutschen Linien vor. Zwischen je 2 Tanks ginge- er- -»Gruppe Leute mit Flaggen als Tanksuhrer. Sie erzielten zwar am er­ sten Angrijjstage einen Einbruch! in die deut­ schen Linien; es blieben jedoch trotzdem bch diesem ersten Angriff eine große Anzahl von Tanks aus dem Schlachkselde liegen. Die Ver­ luste häuften sich! am folgenden Tagee. Einen großen Teil von ihnen erledigten berreits die Tankabwehrgesch!Ütze. Eine weitere niaht uner­ hebliche Zahl setzte die Jnsanterie mit ihren eigenen Hilsswafsen außer Gefecht. Aber auchl dort, wo den Tanks der Einbruch! in die deut­ schen Linien gelang, verlor die deutsche In-» fnaterie nicht den Kopf, weder die alten er­ fahrenen Tankkämpfer aus der Cambraischlacht noch der inzwischen eingesetzte Ersatz, der zum erstenmale diesen Feuer speienden Kampswa­ gen gegenüberstand. Tie Jnsanterie wich dem anrollenden Panzerwagen geschickt aus und ließ sie gegen die Artilleriestellungen anlaufen, wo sie dann einer nach, dem anderen erledigt wur­ den .Auchi die Schlachtslieger zeichneten sich! im Kampfe mit den Tanks aus. Sie warfen auf 20 bis 30 Meter herabstoßend, wohlge­ zielte Bomben ab, die mehr als einen Tank außer Gefecht setzten. Von Soissons bis hinun­ ter nach Chateau Thierry liegen Dutzende ver­ brannter Tanks. Zwischen ihnen ih dunklen ^Massen schwarze und weiße Franzosen, an einzelnen Stellen Weiße und auch, schwarze Amerikaner, wie sie das deutsche Maschinenge-, wehrfeuer reihenweise umlegte. , Tie KÄinpft im Westen. ‘ i Wiederum ein starker Aderlaß der Entente­ reserven: Bei dem deutschen Angriff am 15. Juli sind die beiden südwestlich! Reims käm­ pfenden italienischen Tivisionen so sehr durch blutige Verluste und Gefangennahme dezimiert worden, daß die achte italienische Division schleunigst herangezogen werden mußte. Ta es an gutem französischen Ersatz mangelte, haben 4&gt;ort dke Franzosen an der großen Angriffsfront zwischen Soissons und Chateau Thierry alle ihre Hilssvölker versammelt. Mehrere eng­ lische Divisionen wurden in Eilmärschen her-', angezogen. Am 20. Juli sind von diesen T«ivi--&gt; fronen Die 51. und 62. engftfdic aus der Ge­ gend Marsaux gegen das beherrschende Höhen­</p>
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          <p>Aus Rußland. Ab Muh der deutsch-russischen Ver­ handlungen. Berlin, 25. Juli. Seit einigen Wo­ chen weifte eine Abordnung der Sowjjetrie-&gt; gierung in Berlin, um Mit der deutschen Reichs-« regierung Wer die Auslegung des Brester FrieDensvertzeagsss'VerWndlungen zu führen. Tie Verhandlungen, die noch unter der Leitung des Staatssekretärs von Kühlmann begann«: wurden, sichen nunmehr vor dem Abschluß. Sie haben, wie die "Frankfurter Zeitung" hört, in sämtlichen Punkten zu einer Einigung geführt. i.</p>
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          <p>Aus der Ukraine. Ki e w, 25. Juli. Grusinische Truppen rükken an der Küste des Schwarzen Meeres nach Sterben vor. Gudeunt und Gagri wurden ge­ nommen.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Spannung in der itaiienisch-südstawischen Frage. Tie von der "Züricher Moqgenzeitung" gemeldete Spannung in der italienisch-südsla­ wischen Frage und die Ablehnung Italiens an der Teilnahme veranlaßten die Verschie-, bung des für den 26. Juti angesetzten Pariser Nationalitätenkongresses. &gt;</p>
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          <p>Amerika als Geldgeber. Nach einer Havasmeldung aus Washington haben die Vereinigten Maaten in eine neue Anleihe von 100 Millionen Dollar an Jta; lien und 9 Millionen an Belgien eingewilI ligt. -Damit hat Italien bis jetzt von Ame-, I rika 760 Millionen, Belgien 145 Millionen I erhalten ., i i Tie Slawen in Amerika. Amsterdam, den 25. Juli. Nach! einer Reutermeldung hat Präsident Wilson einenZusatz zum Armeegesetz veröffentlicht, das den slawischen Abhömmlingen aus Teutschland und Oesterreich, den Zutritt in die amerikanische Armee, der ihnen bis jetzt untersagt war, er­ lauben wird und zwar in eine besondere sla­ wische Legion. Hunderttausende von Slawen, die in Amerika wohnen, können nun den Alli-i ierten beistehen. 1500 000 amerikanisch« Tschecho-Slowaken haben einen amerikanischen Zweig des tschechd-slowakischen Nationalrates gebiS bet. Eine große Anzahl Tschechen läßt sich in die amerikamische Armee einschreiben. Aus Amerika.</p>
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          <p>Aus Südamerika. Argentiniens Wirtschaftslage. Nach dar Agenzia Americana gestaltet sich die innere Lage Argentiniens zusehends schlim­ mer. ES feEt an Petroleum, Holz und Koh­ le, die phamtastische Preise erreicht haben. Tie Streikbewegmng sei in der Ausdehnung be­ griffen. Tie Regierung bleibe passiv, während die Presse immer energischere Vorkehrungen fordert.</p>
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          <p>Nnterseebowtstätigkeit an der «merikanoschon Küste. WTB. New York, 24. Juli. &lt;Re«ter.) Ein Unterseeboot versenkte am 22. Juli auf der Höhe beer Küste von Maiwe den Schooner "Robert Richard". ' Großer englischer Pasingicrdampfer tor­ pediert. Lv ndo n, 25. Juli.Ter Dämpfer "Justiz cta" "non der Withe-Star-Line ist am Sams­ tag morgens an der irischeu Nordküste von 'gittern Unterseeboot torpediert und versenkt wor­ den. Tas Schiff hatte eine Bemannung von 600 bis 700 Personen an Bord, von denen 11 getötet wurden. Es wurde festgestellt, daß von dem Unterseeboot zehn 'Torpedos abgegeben worden tonten, von denen vier durch, das Ka­ nonenfeuer der justiern" selbst vernichtet wur­ den. Passagiere sind nicht umgekommen. .Hmllaiads Meuws" meldet hierzu: Aus iyn Aussagen b«p Bemannung ergibt sich,, daß di» "Justiciia" am Freitag von verschiedenen Unterseebooten angegriffen und sieben Torpedos auf das Schiff abgefeuert wurden, von denen zwei trafen. Am SaMStag morgens wurde der Angriff erneuert und das Schiss abermals getroffen. Tie Bemannung wurde van einem englischen Patrvuillenschiff ausgenommen. Ter"Meuwe Rotterdamsche Courant" mel­ det, daß die "Justicia" der frühere holländi­ sche Tlampfer "Statendam", Der Holland-AmertkmLinie ist. der für die White Star Line von der englischen Regierung requiriert worden war. Nach einer 'späteren Meldung dauerte der Kampf des Schiffes mit dem U-Boot 24 Mun­ den. Ter 1. Torpedo zerstörte den Maschinen­ raum und brachte das Schiff zum Stehen. Hier­ auf wurden die anderen Torpedos abgefeuert, wobei nur 2 zur Wirkung gelangten. Tie "Daily Mail" erfährt, daß nach! ein­ gelaufenen Berichten 3—8 U-Boote au dem Angriff aus die "Justicia" teilgenommen haj ben. Tie begleitenden Zerstörer griffen das ■ U-Boot an, wobei ihnen Patrouillenfahrzeuge ! Beistand leisteten. Ein Schleppdampfer nahm ; das Schiff in Schlepptau. Zwischen 3 Uhr i nachts und 8 Uhr früh wurden 7 Torpedo auf die "Justicia" abgefeuert, von denen der erste traf. Um 10 Uhr kam ein U-Boot auf die Oberfläche und feuerte 2 Torpedo ab, die das i Schiff vorne und rückwärts trafen. Um 1 Uhr mittags sank das Schiff. V \ Nach diesen Meldungen ist also nicht der Dampfer "Vaterland" versenkt, sondern die | "Justicia". Ter Irrtum beS U-Bootkomman| bauten ist nach! Berichten durch die gleicharti; gen Ausmaße und Merkmale möglich,, j Die Entente will den Kamps gegen die Riesenschiffe zu einem gigantischen Ereignis gestalten und behauptet, daß nur eine 'Ver­ einigung vieler U-Boote efnent solchenSchiffsriesen den Garaus machen kann. Wie wenig ! fidier sie aber ihrer Sache ist, geht am besten daraus hervor, daß sie die Zahl der U-Boote! zwischen 3 und 3 angibt. Ebenso dürfte sich auch die Angabe über die Zahl der abgeschosse­ nen Torpedos als unrichtig erweisen. Sie muß ja sslbsj^zugeben, daß schon der erste Torped» das Schiff zum Stehen brachte. Ein stehendes Schiff bietet aber ein derart sicheres Ziel, daß so viele Fehlschüsse, wie die Entente glauben machen will, kaufn anzunehmen sind. Genau­ eres werden wir wohl erst nach, Rückkehr un­ serer U-Boote erfahren. i Der Krieg zur See.</p>
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          <p>den z. B. ta einem Kreis 42°/ 0 Ukrainer festgestellt, so tagten die Großruflen, also sind 58°/ 0 für uns während in Wirklichkeit dis Grußrusien eine Minder­ heit von vielleicht 30°/ 0 bildeten und die übrigen Teile von Juden, Polen. Weißrusien ausgefüllt wur­ den. Die Ukrainer erklärten schließlich mit diesen theoretischen Auseinandersetzungen käme man nicht weiter und brachten ihrerseits eine Linienführung vor, wie sie der ukrainische Staat aus politischen und wirtschaftlichen Gründen verlangte. Sie sagten offen dabei, daß es möglich sei, daß diese Grenzlinie im Norden sich nicht immer den etnographischen Gesetzen füge, dafür seien sie bereit im Südosten Kompensati­ onen zu geben. Ein Vorschlag, der endlich von den Gestaden der Theorie zu politischer Erörterung führte. Auf Grund der eingereichten Karte kamen die Großruffen dann mit Gegenvorschlägen, und augenblicklich wird mit der Lebhaftigkeit, die die Erörterungen dieser Friedenskonferenz auszeichnet, in Konmtsstonsfitzungen über daß Maß der gegenseitigen Zugestände ninffe dispudiert. Die Sitzungen finden in dem 1914 von einer deutschen Firma errichteten Tempelartigen Gebäude des Pädagogischen Museums statt. So frisch das kaum fertige Haus aussieht, es hat doch schon seine Geschichte. Es war gerade im Rohbau fertig, als der Krieg ausbrach; die deutsche Fi;ma wollte durch ihren russischen Vertreter die Baugelder einziehen, aber die russische Regierung sperrte die Auszahlung, da der Kriegszustand einge­ treten sei. Als die Bolschewisten aus Kiew vertrieben waren, tagte die Rada in dem ziemlich kahlen Hauptfaal, und leidenschaftliche Reden klangen von den weißen Wänden wieder. Die Hauptsitzungen finden in einem mittelgroßen Hörraume, in dem noch die Seffelreihen die ehemalige Bestimmung zeigen, statt. Zwei kleine längliche Tische gegenüber den Sitzreihen und den Preffetischen und denen für das Büro sind für die Präsidenten der beiden Kommisionen bestimmt. Mit sehr pünktlichem Anfang der Sitzungen ist kaum zu rechnen. Die großrussischen und ukrainischen Vertreter erscheinen einzeln, begrüßen sich untereinander, plaudern in Gruppen, die sich nach der Staatsangehörigkeit brlden Man steht weiße Sommeranzüge und Uniformen bunt durcheinander. Irgend ein feierliches Kleidungsstück scheint verpönt zu sein. Die mächtige Figur des Ge­ hilfen des ukrainischen Grneralstabsschefr, Obersten Weschchlnrki, fällt auf. Der ukrainische Staatssekretär KtstjakowSki streicht nervös den blonden Spltzbart in dem gepflegten Gesicht. Auf der großrussischen Seite; ist von bolschewistischen Aeußerlichkülen nicht viel zu' merken. Großrussische Vertreter für internationales Recht Profeffor Remtrowskt, sieht mit sehr bürgerlichem Lächeln in den Saal und zeigt, bequem im Seffel lehnend, die seidenen Strümpfe. Sein Gegenpart, der ukrainische Profeffor für internationales Recht, Eichelmann spricht nur von den SchwierigkUten des Friedensvertrages. Er ist Spezialist für Flie­ densfragen, nud die historischen FrkedeuSschluffe mit ihren Bedingungen und Wiedersprüchen sind ihm geläufig genug; er meint: "Glauben Sie, dieser Fliedensvertrag ist einer der schwierigsten, der überhaupt abgeschloffen wurde, weil die gemeinsame * Grundlage fehlt, von der man an ihn herangehen kann. Das sozialische System, das die Bolschewisten befolgen, bringt in die einfachsten Dinge Schwierig­ keiten. Wie soll man die Frage der Aktiengesellschaf­ ten lösen, die in der Ukraine Filialen hatten, wenn die Ruffen kein Privateigentum mehr anerkennen? Ueberall schwierige Auseinandersetzungen, die mit un­ endlichen Mengen von Theorie belastet sind." Als letzte betreten die beiden Vorsitzenden, der Prä­ sident höchsten ukrainischen Gerichtshofes Scheluchtn und der ehemalige russische Arzt Rakowski, den Saal. Die Sitzung beginnt. Man hat den deutlichen Eindruck, daß die beiden Vorsitzenden der Delegationen auch ihre markantesten Männer sind. Aus Scheluchins weißem Asketangesicht glühen die Augen, wenn er zu heftiger Rede aufspringt. Aber die Rede ist beherrscht trotzdem, die scharfen Falten um den Mund, um den ein schüterer Bart steht, graben sich tiefer, aber trotz der Leidenschaft, die über das von langen schwarzen Haaren gerahmte weiße Gesicht geht, hat man den Eindruck, daß stärker als Erregung der Wille ist, mit der Klarheit des Denkens zu siegen. Rakowski im grauen, gutgeschnittenen Straßenanzug hat nicht die Wucht seines Widerpartes. Sein kluger bewegliches Gesicht hat viel Ausdruck, aber er verrennt sich in die Dinge, und wie dem zum Zeichen stehen bei der Siedehitze der Diskussion die blauen Stirnabern wie ein mächtiges Apsilon unter dem dunkelblonden Scheitel. Auf irgend eine Rede Scheluchins, der ukrainisch spricht, springt Rakowski wie eine Feder empor. Die Sätze rasen von seinen Lippen, als er wie erschöpft schweigt, beginnen die scharfen pointierten Sätze Scheluchins. Es ist als ob die Leidenschaftlich­ keit von zwei Vötkern in diesem Saale aufeinander gerieten. Der zweite rufftsche Depudierte, Manutlrki greift gelegentlich ein, seine Wendungen haben etwas Hämisches, sein Gesicht mit ausgesprochen jüdischem Ausdruck zeigt eine eingebildete Ueberlegenheit und lächelt viel, eine Art Lächeln, wie bei Börsenwichrn. Es ist, als ob Millionen Gesichter durch die zwei großen Fenster blicken. Ganz stille, in einer grauen Ecke, sitzt der Frieden, als ging» ihn diese Meinung der Linien und klugen Köpfe wenig an. ' , (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Ten Wann nnd seine Geliebte erschossen. Auf offener Straße schoß die betrogene Frau des Käfehändlers Gromsky in Budapest ihren Mann sowie seine Geliebte nieder. Beide wa­ ren sofort tot. i , [ Ein Kriegsgefangener erschossen. JnWolsskosen (Ops.) wurde ein Englischer Kriegsge­ fangener von einem Wachposten erschoffen. , Mordversuch eines Krjegsefangene«. Aijs dem Maierhof in Helmbrecht, der dem Landwirt Rotzner gehört, ist seit einiger Zeit der Kriegs­ gefangene Andequy beschäftigt. Er versuchte, die 25jährige Tochter Roßners durch eine Schlinge auf einer Wiese zu erdrosseln. Tas kräftige Mädchen vereitelte den Man, Aus die gleiche Weise versuchte er nun den 16 Jahve alten Sohn Ronßers zu erwürgen. Nur durch, das Dazwischenkommen Dritter konnte ein Un­ glück verhütet werden. Andequy wurde sofort verhaftet. Es dürste sich! um einen Racheakt handeln. Allerlei.</p>
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          <p>Hochgeborenen aufnehmen tonnte — die an­ mutsvolle Tochter, deren bildhafte Schönheit aller Blicke auf sich zog. f Welchen Triumph würde sie fühlen, könnte sie ihm Auge in Auge sagen: um das alles hast du dich! gebracht, um das Glück, dich von diesen Kindern Vater nennen zu lassen! 1 Erich wollte davon nichts wissen; er dachte nicht mehr am das, was hätte sein können. Gr fühlte keine Liebe für den Vater, auf den er sich! recht gut besinnen konnte. Lori wußte nicht, daß er überhaupt noch lebte. Man hatte sie ja in dem Glauben erzo­ gen, der Vater sei tot. Und nun hatte es der Zufall gefügt, daß sie in sein Haus ging, um die Kinder, die ihre Geschwister waren, zu unterrichten. Ein Knabe war darunter; wie das Maria mit Groll, mit Enttäuschung erfüllte — und es ging sie doch gar nichts au. ' Sie saß und sann und wartete, bis Erich! _ zurückkam. Dann stand sie auf und ging mit ihm ins Haus. 8. Kapitel. Schloß Lengefeld den 23. September. Erich wurde Förster. Wie gern hätte sie ihm die höhere Forstkarriere ermöglicht,' doch daran war nicht zu denken. Tas Studium er­ forderte zu viel Geld. Aber er hatte wenigstens als Einjähriger in einem Jägerregiment dienen können. ■ 1 Lore lernte gut in der Schule; sie war ein sehr begabtes und fleißiges Kind. Und als sie den Wunsch! aussprach, ihr Lehrerinneneramen zu machen, waren Mutter und Bruder damit einverstanden. Ein Seminar war in der Stadt, so konnte Frau Maria ihre Tochter bei sich! bd)alten und hatte keine weiteren Aus­ gaben, als das Schulgeld. Nun waren die Kinder erwachsen. Frau Maria stand am Abend ihres Lebens. Jetzt, da sie nicht mehr zu arbeiten und zu sorgen hatte, war es, als habe die Spannkraft ihres Körpers und ihrer Seele nachgelassen; sie war müde geworden. Ter KaMpf ums Tasein hatte ihr Haar vor der Zeit gebleicht, aber ihr Herz w arvoller Freude, da sie sah, zu welchen präch­ tigen, ganzen Menschen sich ihre Kinder entwic­ kelt hatten. Einen Wunsch hegte sie: könnte Ottokar AllivÜrden seine Kinder scheu! Ten stattlichen Sohn, der ihm so ähnlich! sah, der es mit jedem Mein liebes Muttchen, lieber Erich, meine Karte hat Such! .schon gesagt, daß ich gut hier angekommen bin, "daß Ihr also beruhigt sein könnt. Und nun will ich! Euch heute aus­ führlich zum Sonntag schreiben. Gesund bin ich!, das will ich. vorausschicken, nur Sehnsucht habe ich, nach Euch beiden lieben Menschen. Und nach dem Walde und nach Tiana und Männe — eine ganz unbändige Sehnsucht, die mich, die ersten Nächte hier nicht schlafen ließ. Aber es hilft ja nichts, man muß sich, beherrschen und daran denken, daß man kein Kind mehr ist, das der Mutter El immer an der Schürze hängt. So meinte doch der alte Waldarbeiter Focke, als ich! ihm Adieu sagte und er mir ansah, wie schwer mir das Scheiden wurde. Nun genug davon! Tie Cisenbahnfahrt bot nicht viel In­ teressantes. r Aus der Station angekommen, sah ich! mich nach dem Kutscher um, der mich nach Sengen selb bringen sollte. Hinter dem Stationsge­ bäude hielt ein netter, kleiner Jagdwagen; ich fragte, und hatte gleich! den Richtigen gefunden. (Fortsetzung folgt.) \ !</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Tie Slbgeordnetenkatttwr trat dein Vor­ schlag der Reichsratskammer bei, künftig alle Verstöße gegen die f riegswirtschaftlichen An­ ordnungen nur d ann mit Strafe zu bedrohen, wenn vorsätzliche Uebertretung vorliegt. Grö­ ßere Gemeinden ohne Mieteinigungsämter sol­ len aus Vermietern und Mietern zusammenge­ setzte Kommissionen zur Prüfung der fMietoerträge bilden. In militärischer Hinsicht wur­ den ausreichender Urlaub zur Heimbringung der Ernte bessere Preise für ausgehobene Pferde und abgenommene Blitzableiter, umfas­ sende Fürsorge für kranke und invalide Krie­ ger verlangt. Abg. Schmitt (S.) bekämpfte scharf die Bewucherung der Soldaten in Kantinen und Marketendereien, Abg. Beckh (Fr. V.) forder­ te volle Sühne und Schadenersatz für die Miß­ handlungen unserer Gefangenen in 'Rumänien und Sorge für unsere Kriegsbeschädigten un­ ter Ueberbürdung derLasten auf unsere Feinde. Abg. Gandorfer (Bbd.) wärmte die alten Sprü­ che gegen die Alldeutschen und Vaterlandspartei als Kriegsverlängerer auf.</p>
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          <p>jj vollen Eindrücken völlig verwirrten Opfer mtt aller Umsicht aus dem Feuerbereiche. (Silber­ ne Tapferkeits-Medaille. ) Bei ihrem zweiten Einsätze an der Somme westlich! von Rocguignh hatte die 8. Kompagnie 12. Infanterie-Regiments im Oktober 1916 un­ ter besonders schwierigen Verhältnissen' zu leiden, da sich, nach ihrer recht kurzen Ver­ wendung als Rückhalttruppe die Abgänge ivsolge des feindlichen Feuers und abscheulichen Wetters bedeutend mehrten, die nur aus Un­ terschlupflöchern gebildete Stellung dauernd unter schwerster Beschießung lag und überdies neben der Kompagnie eine breite Lücke klaffte. Gleichwohl gelang es dem schon wiederholt ver­ wundeten Führer des Flügelzuges, Unterofsi-, zier und nachmaligem Osfiziersstelkoertreter Johann Schmid aus Manching, B.-A. Kelheim, einem früheren Unterossiziersschüler zu Pför­ ring bei Ingolstadt, seine Leute so fest in der Hand zu behalten, daß sie am Nachmittage des 27. beim Vorbrechen der feindlichen Sturm­ wellen auf seinen Zuruf schleunigst an die ihnen im voraus zugewiesenen Plätze eilten und die Franzosen mit Schnellfeuer überschüv-, teten, während er selbst aufrecht stehend sich seiner 'Handgranaten so lange bediente, bis der auf 30 Meter herangetragene Angriff blutig zusammenbrach!. Bet der Ablösung am 29. Oktober brachte Schmid mit einigen Gefährten trotz der allgemeinen Erschöpfung noch sechs Schwerverwundete eines anderen Zuges auf mehrstündigem mühevollen Marsche durch das wiederholt einsetzende Sperrfeuer zurück. (Sil­ berne Tapserkeitsmedaille.) Niederbayerische Helden. Während der Flandernschlacht schlug in der mondhellen Nacht zum 8. Oktober 1917 ein eigener Volltreffer bei Gheluvelt in einen von der 10. Kompagnie 16. Infanterie-Regiments besetzten Granattriichter, tötete zwei Mann, verwundete einen schwer und steckte die auf­ gestapelten Handgranaten samt einem Lager von Leuchtpatronen in Brand. Obwohl die rasch! aufmerksam gewordenen Engländer ihre Beschießung noch erheblich verdichteten, sprang der für sein tapferes Verhalten bereits beför­ derte Unteroffizier der Reserve und Kranken­ träger Otto Stadler, ein Siebmacher von Karls­ bach, B.-A. Wolfstein, im Morgengrauen über das offene Feld, holte seinen an beiden Füßen verletzten Kameraden aus dem in Rauch! und Flammen gehüllten Trichter hervor und schlepp­ te ihn nach! Anlegung eines Verbandes an einen geschützten Ort. Inzwischen aber begrub ein anderes Geschoß die Besatzung eines benach­ barten, als Unterschilüpf benützten Trichters, Auf die eigene schwere Erschöpfung vergessend, eilte Stadler abermals hinzu, unterstützte die Leute bei ihren Versuchen zur Selbstbefreiung, verband sie und brachte die unter den grauen-</p>
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          <p>Literarisches. Tas freie Wort. Frankfurter Halbmonats­ schrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Herausgegeben von Max Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. Frank­ furt a. M Neuer Frankfurter Verlag G. » b. H. Preis vierteljährlich! 2 War!. Ter Ver­ lag gibt auf Wunsch Probehefte gratis ab</p>
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          <p>Stadttheater. Letzten Mittwoch endlich gelang es nach Ueberwindung der verschiedenen Hindernisse die längst angekündigt« Wohltätigkeitsoorstellung zu Gunsten der Ludendorfffpende "Fleder­ maus" von Johann Strauß an den Mann zu bringen. Nach! der Ouvertüre trat Herr Tirektor Tr. Onedenftldt an die Rampe und bat das ausverkaufte Haus um gütigeNachp sicht, da der Gesundheitszustand des Perso­ nals immer noch nicht einwandfrei sei. So gab es denn, um die Aufsührung zu ermöglv chen eine Reihe von Umbesetzungen, die aber Ito großen und ganzen dem ewig jungen Werke wenig Abbruch taten. Tr. Quedenfeldts leicht­ lebiger Draufgänger Eisenstein gab in Ver-/ ein mit Frl. Mikulskas übermütigem Kam-, merkätzchen Adele, dem Ganzen humorvolles, launiges Gepräge. Für das immer noch, er­ krankte Frl. Kleemann tauschte man Frl. Wartha Ott ein ,die von der Mnnch&gt;ener Kam­ meroper her noch! in guter Erinnerung steht und mkt der Roselinde namentlich gefänglich eine äußerst anerkennenÄverte Leistung bot. Kaspars feiukomischjer, Maßvoller Frank, Hofppernsänger Schade's Alfted, Maurers etwas zu jugendlicher Tr. Falke, Horsts T»r. Blind waren samt und sonders bemüht Stimmung in die rmv'erwüstlühe Operette zu bringen. Das Werk reizt ob seinqr glänzenden musikalischen Ausstattung förmlich, höheve Anforderungen an die Sänger zu stellen als sie zu geben ver­ mochten. Ter Prinz Orlosskh erfuhr eine Um­ besetzung mit Frl. Fernandez unter Ausgabe der angesetzten Tanzeinlage. Leider mußte man auch die Gesangsnummern dieser Partie ent­ behren, Mährend mit den unumgänglich notwendigen musikanischen Einsätzen in be­ wahrter Weise Frl. Robby betraut war. Die Sprechweise des Frosch hatte Herr Almas inne, der auch mit ausgiebiger, manchmal die GrenKen des Natürlichen überschreitender Trastik, die dankbare Autzabe mimte. Ter OrchHützcheil wHuhr unter der energischen, temperamenivoft len Leitung des Herrn "Krause eine fast durch­ wegs glückliche Reproduktion. Tie übermütige Stimmung, die dieser Operette innewohnt, Übertrug sich auch ans das Publikum und fand sin herzlichem Beifall und Hervorrufen offen Ansdruck. I ' Hg.</p>
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          <p>seiner Söhne für englische Herrschastsgelüsts verspritzte, wurde eine eifrige Werbearbeit für ein freies Aegypten von ihnen entfaltet. "Es sollte sich! an die Türkei anlehnen, dessen Sul­ tan auch! der Khedive als seinen rechtmäßigen Souverän anerkannte. i Aber England, dieser "Besch«ützer der klei­ nen Nationen", der kein freies Aegypten 'dulden wollte, zögerte nicht, den Khediven abzusetzen, seine ausgebauten Güter — Abbas II. Hilmi gehört zu den reichsten Grundbesitzern Aegyptens — zu beschlagnahmen und als gefügiges Werkzeug seinen Oheim Hussein Kiamil am 10. Dezember 1914 zu seinem Nachfolger und nach! dessen Tode einen anderen Strohmann aus dem Khediveschen Hause zu ernennen. Doch den Eingeborenen, die die britische Gewaltherr­ schaft nur mit Widerwillen ertragen und den Tag herbeisehnen, wo sie das fremde Joch! gbschütteln können, gilt Wbas II. noch immer als der einzig rech«tmäßige Herrscher, wie er sich auch! Ms Gebieter des Pharaonenlandes be­ trachtet. Er weiß nur zu gut, daß auf Europas Schlachtfeldern auch die ägyptische Frage ent­ schieden wird, daß von Teutschlands Siegen das Schicksal Aegyptens abhängt, jenes Aegyp­ tens, das Bismarck einst als das Genick den britischen Wellreichs bezeichnet hat. Hoffentlich wird mit der Befreiung Aegyptens dem bris tischen Weltteich das Genick gebrochen. Tann erst wird die wahre Freiheit der Meere und der Völker eintreten. Der aegyptische Gast. Nun weilt Abbas II. Hilmi, der Khedive von Aegypten, als Gast aus deutschem Boden. Ter einstige Schüler des Wiener Theresianums, der die europäische Bildung in reichem Maße in sich ausgenommen hat, ohne seine innere Bin­ dung mit deut Islam und der islamittschen Welt zu verleugnen, wird vollauf Gelegenheit haben, zu prüfen, was es mit den Entente-Märchen über Teutschland auf sich hat. Wer er ist nicht nur gekommen, um sich in der Reichshauptstapt, die nach den verlogenen Be­ richten der ftanzösischen und englischen Presse vor der Hungersnot und der Revolution ste­ hen soft, umzuschauen, um als Beobachter im deutschen Hauptquartter zu weilen, er will and), für die Zukunft handbin. ' i Angeblich! hat England nur aus humanitä-. ten und wirtschaftlichen Gründen einst die Be­ setzung Aegyptens vorgenommen, beileibe nicht, um es zu "aimeftieren". Sv etwas tut Albion das ganz unverdienter Maßen zu hem Bei­ namen des ,cherfiden" gekommen ist, durchaus nicht. ES ist nur ein tückischer Zufall, wenn es .heute noch das italienische Malta, das fpani-. sche Gibraltar festhält. Tatz die Herrschaft über Aegypten zugleich die Herrschaft über den Suez-Kanal, der ursprünglich« gegen den Wil­ len der Engländer als Verbindungsweg zweier Weltmeere geschaffen wurde, bedeutet, das hat man in dem weltherrschafttüsternen London nur zu bald eingesehen. Darum mußte der Khedive von Aegypten Englands starke Hand spüren. Sie lastete bereits statt aus Tewsik, dem Vater Wbas II. Hilmi. Er war erst achtzehn Jahre, als er diesem aus dem« Throne folgte. Wer trotz seiner Jugend erkannte er, daß die Eng­ länder alles "weniger als das wahre Wohl seines fruchtbaren Landes wollten. Gewiß sorgten sie durch! großartige Einrichtungen für eine regelmäßige Bewässerung des Nillandes, förderten seine Baumwollenkultur. Vielleicht wurde auch. hier und da die Lage d»er armen Fellachen gebessert. Aber im großen und gan­ zen wurde Aegypten als eine Kolomie ange*) sehen, die nur um Englands willen da war. Ter jugendliche Khedive, der nicht gegen ein Volk herrschen wollte, mußte sich einen Mini­ sterpräsidenten nach Englands Wahl gefallen lassen, mußte einen englischen Beirat in seinem Ministerium des Innern aufnehmen. Ein eige­ ner Gerichtshof wurde zur Aburteilung der Vergehen geschaffen, die sich Eingeborene ge­ gen englische Offiziere und Soldaten zuschul­ den kommen lassen sollten. Im ägyptischen Sudan, den General Kitchener nach blutiger | Unterwerfung der Derwische zurückerobert hat­ te, war er nur dem Namen nAtzj noch Herrscher. Lord Cronver regierte und entschied hier, wie es Einzig und atiefn Englands Interesse gebot. In Europa, wo man zufrieden war, daß die ägyptischen Gläubiger einigermaßen SefrieI digt wurden, war man kurzsichtig genug, von I dieser Ordnung der Verhältnisse befriedigt zu 8 sein. Tie Türkei, außen von Feinden unt=x layert, die nur ans den nahen Tod des "kran­ ken Mannes" warteten, im Innern durch Gä­ rungen und blutig untsvdrückte Ausstände ge­ schwächt, konnte und wollte nicht eingreifen» um ihre wohlerworbenen Rechte auf Aegypten zu wahren. Ta blieb AP bas II. Hilmi Pascha nichts weiter übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Nur jo rettete er die Veraiinftigungen, die ihm die Briten, um ihrer Okkupation ein rechtliches Mäntelchen umzu­ hängen, noch! gönnten. Inzwischen erwachte in Aegypten immer «ich» das nationale Bewußt­ sein, sühlftm gerade die intelligenten Kresse die englische Bedrückung und Aussaüguug. Man­ cher dieser Zungägypter fühlte sich in Kairo und Alexandria vpv den Schergen der briti­ schen Hegierung nicht sicher, von der Schweiz, von Frankreich ans, das ja nicht immer — vom Revanchegedanten verblendet — das Blut</p>
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          <p>Letzte Posten. Stern® U-B»otserfolge. WTB. Berlin, bten 25. Juli. (Amtlich) Von unseren U-Booten im Mittelmeer wur­ den wieder 13000 BrM^-T. versenkt. Eiet Chef des Admiralstabs der Wrrine. Mormychisteuko ttgeefe in der Ukraine. ' Kiew, 25. Juli. Ter Monarchistentongreß in Kiew, an dem viele Führer der Rechten aus Gvoßrußland teilnahmen, ist beendet. Tie Mehrheit verlangt die Mnfühirung der abso­ luten Monarchie oder die Militärdiktatur in Mußland. Mt Rücksicht auf die Opposition der Rechten, Oktvbristen und Nationalisten, die für die konstttutionelle Monarchie eintreten, wurde eine Entschließung angenommen, die für Rußland eine Staatsordnung,"Ivie vor der Fe­ bruarrevolution verlangt. . Abreift Ar. HeffftrWs »ach. Moskau. TB erlin, 25. Juli. Wie der "Lok.-Anz." erfährt, wird der neu ernannte deutsche Bot­ schafter in Moskau die Reift heute Vormittag antreten. Er wird begleitet von dem Bot­ schaftsrat der Moskauer Gesandtschaft, Grasen Bappewitz, der seinerzeit die Leiche des Gra­ fen Mirbach nach Teutschland übergeführt hatt«. Reue englische Kviegskredite. London, 25. Juli. (Reuter.) Bonar Law teilte dem Unterlaufe mit, daß eine neue Kreditvvrlage eingebracht würde. Zugleich totrb auch eine Erklärung über die militärisch» La­ ge abgegeben werden. AmerikaniMe »Freiheit". ” t Gens, 25. Juli. Wie die "Times" aus Washington meldet, ist der Herausgeber der im Staate Mssifftppi erscheinenden deutschen Tageszeitung wegen. Verletzung des Spionagegesetzes zu 10 Jahren Gefängnis und 2500 Francs Geldstrafe verurteilt worden. Ter Name des Verurteilten wird nicht genannt. Streik der englische« M«itio«sar-eibtt. . Amsterdam, 25. Juki. Unter den eng­ lischen Munitionsarbeitern scheint ein großer Streik ausaeb rochen zu sein, denn der Lon­ doner Berichterstatter des "Allgemeen Han­ delsblad" matbet, das Kriegskabinett habe be­ schlossen, für die Tienfipftichtigen vom Mon­ tag ab die Befteinng vom Miütärdrenste «ms-, zuheben, wenn der Streik nicht aufböten svllte.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>in der Marine 4562, bei dem Sanitäts- und Veterinärkorps 1053, bei der Feldgeistlichkeit 84, bei dem Jntendanturpersonal 472 und bei der Feldpost' 26 Ritter der ersten Klasse des Eisernen Kreuzes. Zwangswirtschaft für Obst und Gemüse. In einer Besprechung mit Pressevertretern teil­ te der Vorsitzende der Reichsstelle für Obst und Gemüse Oberregierungsrat von Tilly mit, daß auch! im kommenden'Herbst Obst und Ge­ müse der Zwangswirtschast unterliegen wer-, den, die sich! im Vorjahre gut bewährt habe, Ter Sommer habe erwiesen, daß durchs Lie­ serungsverträge den Marmeladefabriken, die für, die Versorgung von Aufftrichmitteln von größ­ ter Wichtigkeit seien, ßicht die genügende Wen­ ge Obst zu sichern sei. Man müsse mit der Ernte um so vorsichtiger sein, als sie schlecht ausfallen iverde und man nur auf etwa 20 Millionen Zentner rechnen könne. Tie Zivil­ bevölkerung werde unter diesen Umständen aüf frisches Obst fast ganz verzichten müssen. Tafel­ obst dagegen werde voraussichtlich, auf den Markt kommen. Von Gemüse sollen die durch. Lieferungsverträge nicht gebundenen Wengen zur Abgabebeschränkung zwangsweise erfaßt iverden. Die Lieferungsverträge selbst sol­ len stehen bleiben. ' &gt; , UkrvamMje Ingenieure in Königsberg. Tie Handelskammer zu Königsberg empfing den Be­ such! eiyer technischen Kommission aus der Ukraine. Es wurde über die Möglichkeit ei­ ner Schiffahrtsstraße vom Schwarzen Meer bis bis zur Ostsee beraten. Tas Eiserne Kreuz. Tire Zahl der mit der zweiten Klasse ausgezeichneten Krieger geht in die Hunderttausende, und aiMjgi die Zahl derjenigen, denen als weitere Amszeichnung die erste Klasse verliehen worden uft, beträgt schon über 80 000. Darunter tragen außer 153 fürstlichen Truppenführern, 967 Genera­ len und 26 hohen Staatswürdenträgern es ; noch! 51386 Stabs- und Subalternofsiziere. Von den Angehörigen des Unteroffizierstandes sinij im Besitze beider Klassen 12 645, wogegen es 4068 Mannschaften und 645 Militärpersonen, deren Dienstgrad sich! vorläufig noch nicht ge­ nau feststellen Atzt, verliehen ist. Anher diesen Genannten sind bei den Luststreitkräften 3934, Tages-Uebersicht.</p>
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          <p>Vaterlandsliebe bekundet sich durch Opfersinn. Ein Außeres Zeiche» ist die Gsldabgabe an di« Goldankanfsstelle. 1 Bayer. Vereinsbankfiliale Landshut . . (Neustadt 514).</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. ' ' Regen, 24. Juli. (Tie Neuwahl) eines Landtagsabgeordneten im Wahlkreise Regen, die ins . der Beförderung desAbg.Rauch notwen­ dig ist, wurde auf den 22. September festge-l setzt. Zum Wahlkommissär wurde der Vor­ stand des K. Bezirksamts Regen, K. Regie-! rungsrat Tr. Schmitt ernannt.</p>
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          <p>Lokales. Landrhut, den 26 Juli —* Ei nem Schlaganfall erlag heute Nacht der Privatier und frühere Metzgermeister Herr Adam Gnatz von hier. Ter Verblichene der im 73. Lebensjahre stand, ist in der hie­ sigen Geschäftswelt eine wohlbekannte und ge­ schätzte Person. Vor mehr als 15 Jahren zog er sich, nach einem arbeitsreichen Leben in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Ein Sohn und zwei Töchter in angesehenen Leoensstel-, Umgen beweinen den Tod des stets treubesorg­ ten Vaters, r ( —* Für die Unterstützung der Fa­ milien von Kriegsteilnehmern wurden bis jetzt in unserer Stadt 1756132.81 Mark ausgege­ ben. Rückersttattet tottrben bis jetzt 377 773.01 Mark, sodast noch eine Forderung an das Reich, mit 1 378 359.70 Mark besteht. —* Die Spezialkassentageb ü'ch',or der städt. Kassen für Monat Juni weisen für den Schluß dieses Monats ein Guthaben bei der K. Filialbank mit 297 645.03 Mark aus gegen 399086.47 Mark tm Vormonat. Ter Betriebsfond der städt. Sparkasse betrug 1475 036^62 Mark gegen 1497 39)3.46 Mark im Monat Mai. Von der Stadthauptkasse wur­ den in Anspruch! genommen 1177 391.54 Mk. gegen (1098 306J99 Mark tm Mai. Tas Gut­ haben der Stadt bei der K. Filialbank hat sich somit um co. 100 000 Mark verringert. Tie Einzahlungen auf die Gemeindeumlage sind in diesem Berichte noch nicht berücksichtigt. —* Die Abrech nung des Kommunalverbandes für den Monat Juni weist bei 64 931.42 Mark Einnahmen und 84 605.37 Mark Ausgaben eine Mehrausgabe von 19 673 Mark 95 Pfg. aus. Tiefer rechnerische Mo­ natsausweis ergibt jedoch kein Gesamtbild der finanziellen Lage des Kommunalverbandes, der tatsächlich mit einem Ueberschuß im heurigen Jahre rechnen kann. —* Ter städt. Kartoiffelverk,a'u'tz schließt bis Monat Juni bet 419 815 Mark Ein­ nahmen und 496 51,9(3.02 Mark Ausgaben mit einer Mehrausgabe von 76 74(7.04 Mark ab. Tie Endabrechnung des heurigen Betriebsjahres wird aber noch! eine bedeutende Minderung dieses Betrages ergeben, wenn auch, dieser wich­ tige Teil des Betriebes des Kommunalverban­ des mit einem Minderergebnts rechnen muß, der aus den Ueberschüssen der anderen Be­ triebe gedeckt werden muß. —* Jletschverforgung. Für die kom­ mende Woche gelangt der volle Anteil zur Ab­ gabe. &gt; , —* Ein schwarzgesch lach tetes Kalb wurde gestern in einer hiesigen Wirtschaft be­ schlagnahmt und das Frisch dem Schlachthofe zugeführt. —* Dem Schlafkollegen stähl gestern nachts ein in einer hiesigen Wirtschaft übernach­ tender Tnrchveisender einen Geldbetrag von 600 Mark. Dem Täter ist man auf der Spur. —*Der he utige Viktualienmarkt war mittelmäßig bestellt. In der Hauptsache standen lebendes Geflügel und Waldschwämme aller Art zum Verkaufe und fanden auch! leb­ hafte Abnahme. Ter Kaninchenmarkt war gut beschickt und es entwickelte sich auch hier ein reges Kaufsgeschäft. Wenige Heidel- und Himbeeren, Blumen und Gemüsepflanzen und einige Gebrauchsartikel vervollständigten den Bestand des Marktes.</p>
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          <p>25. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut Vorsitzender: Herr 9)«r!)f?rot Ambros. Areitag, 19. Juli 1918. - Wohnungskvnfens wurde demSchwaiger Porr Schwestergasse nunmehr auch für die zweite umgebaute Wohnung erteilt. Beschwerde legten die B. E. W. gegen die Festsetzung der Baulinie an der Bauhofstraße ein. Tie Zuschrift betonte, daß anläßlich des Umbaues der Kellnerschien Brauerei eine Berbreiteruneg der Straße ins Auge gefaßt werden sollte, die dem zu erwartenden gesteigert ten Verkehr durchs ihre eigene Fabrikerweite-I xung und die künftige neue JsarbrüÄe entspre­ chen würde. Das Stadtbauamt erklärte hiezu, datz, tzu einer Verbreiterung von 15 Meter (t^e vorgesehen) 'auf 18 Meter keine Veran­ lassung bestehe. Eine solche wäre allch städte­ baulich! nhht zu begrüßen. Zudem seien die B. E. W. bei dem Baugesuche Kellner nicht ein­ spruchsberechtigt. Gegen die Festsetzung des Jahresar­ beitsverdienstes von Hofgartenaugestellten durch die Bayer. Landesversicherung wird Einspruch nicht erhoben. -Furore Ben achrichtigung beiNichtsnnktionieren der Feuermeldestellen wird künf­ tig von der Post der 'Betrag von 20 auf 25 Pfennig erhöht. Wird zur Kenntnis genom­ men.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Finanzdienst. In etatsm. Eigenschaft er­ nannt wurde der gepr. Geometer Guido Steingatz, verwendet im Regierungsbezirk Oberfran­ ken, zum Bezirksgeometer bei dem Messung^amte Mrtterfels.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 26. 3«R 1918. 82 a H e t 18 Grad C. Last 19 . Grad C.</p>
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          <p>wage ich zu prophezeien, daß sich Sir Ed­ ward Garfon hierdurch nicht abhalten lassen wird, an die Orangeleute am 12. Juli eine Rede zu richten. Es bleibt nur noch ührig, daß eine Bekanntmachjung erlassen wird, durch die die gesamte irische Nation als eine unge­ setzliche Versammlung erklärt wird! Das Eigen­ artige cm dieser Bekanntmachung ist, "daß sie uns r tnit prächtigem Stoff für unsere inter­ nationale Propaganda versieht, sonst aber gänzIlchi zwesn» T|t. Man kann nicht heutzutage ein ganzes Volk wirksam niederdrücken. Man kann mich Wohl daran hindern, eine ©intv Feiner-Versammlung zu besuchen, aber mich nicht davor zurückhalten, Ineine Kinder zu leh­ ren, gute Sinn-Feiner zu sein. Ich! sage daher: Unterdrückt, soviel Ihr Lust habt! Füllt die Kerker mit uns! Und erlaßt nach Herzenslust Bekanntmachungen. Tie irische Frage wird trotzdem bestehen bleiben. Und wenn Eure Balfours und Cecils vor der Friedenskonferenz Teutschland und Oesterreich anklagen und er­ klären, daß "keine wirkliche Kultur, keine na­ tionale Existenz aus Unterdrückung und Unter­ jochung von Nationen, die mit Recht nach Freiheit streben", ausgebaut werden kann, so ist es nur nötig, daß jemand "Irland" dazwi-&gt; schenruft. Tie gesamte Versammlung wird dann in Hohngelächter ausbrechen. Ich ver­ bleibe usw. " Louis I. Walsh Co. Englische Rcgierungssorgen. Nach dem Rotterdamschen Courant schreibt der Londoner Korrespondent des Manchester Guardian": Tie irischen Nationalisten, die am TienZtag nach Westminster zurückgekehrt sind, haben die Absicht, eine eil»- bis zweitägige Tebatte über die Lage in Irland zu fordern. Sie nehmen natürlich! eine unversöhnliche op­ positionelle Haltung gegen die Regierung in Tebatten ein, die nichts mit Irland zu tun ha­ ben. Werden sie 'teilnehmen, so haben sie die Absicht, die Liberalen, die eine Tebatte über die Reform in Indien noch vor den Sommer-, ferien verlangen, zu unterstützen. Demselben Korrespondenten zufolge wird vielfach! angenommen, daß Roberts ein oder zwei andere Minister aus der Arbeiterpartei nach, dem Beispiel von Hodge, der seinen Arestritt aus der Arbeiterpartei ankündiigte fol­ gen werden. Hodge versucht, die Gewerkschaft der Eisenschmelzer, zu der er gehört, tzur Lostrennung von der Arbeiterpartei zu bewegen; man glaubt aber nicht, daß es ihm gelingen wird. i Große Erregung im englische« Unterhause. WTB. Amsterdam, 25. Juli. "Allgemeen Handelsblad" zusvlge kam vorgestern abends im englischen Unterhause der 'Sozialist John Burnes, der gewöhnlich! nicht redet, in einen Konflikt mit dem Sprecher wegen der Northclissepresfe. Ter Zwischenfall hatte eine große Erregung im Hause zur Folge. BurneS sagte u. a., daß die gelbe Presse, an der Spitze die "Times", "Daily Mail" und "Eoening Stern» \ aus Blättern bestehe, die, wie er bereits vor Jahren ausführte, 'Eigentum von Lumpen seien, von Schurken herausgegeben und von Starren gelesen werde. Ter Sprecher fragte, ob Burnes Lord Storthcliffe meine. Buvnes antwortete, er wiederhole sej-ne Erklärungen, die er vor Jahren abgegeben habe, sie würden durch, die Ereigniss« der letzten Zeit bestätigt. Ter Sprecher verlangte, daß Burnes seine Wor­ te zurücknehme. Nach! einer lange« Diskussion fand sich BurneS schließlich dazu bereit.</p>
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          <p>Bauern, helft die Schleichhändler bekämpft«! Tut es in Euerem eigenen Interesse. Tier Schleichhandel gefährdet die Volkseruäh. rang. — Bauern, liefert ihm nichts mehr!</p>
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