Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-07-03. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 178, 1918-07-03. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 178 3. Juli 1918 ────────── Rege feindliche Tätigkeit im Westen. Artilleriekampf an der italienischen Front. - Ein englisches Lazarettschiff gesunken - Kampf der Bolschewiki mit den Tschecho-Slowaken. Rege feindliche Tätigkeit im Westen. Artitteriekampf m der itaLienischen Front. - Gin englisches Lazarettschiff gesunken - Kampf der BolschewM mit den Tschecho-Slowaken. ────────── Tages-Uebersicht. 1 1 Untergang eines englischen Hospital- 1 4 schisfes. Reuter berichtet: Tie Admiralität teilt mit, daß am “27. Juni abends halb 11 Uhr das englische Hospitalschifs "Landoverh Castle" (11423 Tonnen), 116 Meilen südwestlich! von Fastneß von einem feindlichen Unterseeboot ver­ senkt wurde .Das Schiff sank innerhalb 10 Mi­ nuten. Es befand sich, auf der Rückreise von Kandada und hatte infolgedessen keine Kran­ ken oder Verwundeten an Bord. Tie Beman­ nung bestand aus 164 Offizieren und Mann­ schaften. Außerdem befanden sich noch 80 ka­ nadische Militärärzte und 14 Krankenpflege­ rinnen an Bord. Von diesen 258 Personen haben bisher nur 24 die Küste erreicht. Nach den anderen Booten werden die Nachforschun­ gen fortgesetzt Ueber die Versenkung der "LandoverhCastle" meldet ein weiteres Reutertelegramm: Das Schiss fuhr mit einer Schnelligkeit von 40 Krwten (14?). Das Torpedo schlug in denHintertesi be§ Schiffes ein und es erfolgte eine gewaltige Explosion. Tie Lichter erloschen so­ fort. Bisher ist nur bin Boot gelandet, i« welchem sich auch der Kapitän befand. Alle anderen an Bord gewesenen Personen sind ebenfalls in Boote gegangen. Von ihnen ist aber noch, nichts bekannt. Ter Kapitän hat erst später aLs sie das Schiss verlassen. Tages-llederM Da» Kriegs« rnährNngsamt gegen den freim Handel. Ein Vertreter des Kriegsernäh­ rungsamtes hat schwere Vorwürfe gegen den freien Handel gerüstet. Auf der Reichskonserenz deutscher GastMten, die am 22. Juni i» Frankfurt a. M. tagte, erklärte der der Versammlung beiwohnende Geheime Oberregie­ rungsrat von Cynern: Der freie Handel habe, das sage er jedem ins Gesicht, in diesem Kriege versagt, wie nur irgend etwas versagt haben könne. Herr Geheimrat von Eynesn wird je­ denfalls gut tun, die Unterlagen bekanntzu­ geben, auf welche sich die von ihm ausgesproche­ ne schwere 'Beschuldigung eines Standes grün- I bet, der in unserem Wirtschaftsleben eine so | bedeutende Rolle spielt. Mit dem freien Han­ del hat auch! die Oesfentlichkeit ein lebhaftes Interesse daran, über eine so wichtige Frage volle Aufklärung zu erhalten. Röcke ahne Futter. Tie Reichsbekleidungs­ stelle hat, um Futterstoffe zu sparen, eine neue Verordnung erlassen, wonach! die Rückenteile der Röcke, Jacken und Westen der Oberkleidung für Männer und Knaben nicht mit Futter versehen werden dürfen. Mäntel dürfen Rükkenfutter haben, jedoch, nur bis zu einer Linie, die mit bem unteren Ütanb der beiden Hand­ taschen zusammenfällt. Röcke und Jacken der Oberkleidung dürfen nicht mehr als vier Ta­ schen enthalten. Tie Bestimmung gilt nicht für die Umarbeitung von Bekleidungsstücken, bei denen das bisherige Futter wieder verwendet wird. Sie gilt weiter nicht bei Uniformen für die Angehörigen des Heeres und der Ma>.ne und endlich,, wenn die Futterstoffe aus Papiergarnen hergestellt sind. Zuwiderhand­ lungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bedroht. Tie deutsch,-österr.-ungar. Konferenz in Salzburg. Am Samstag fand in Wien eine Be­ ratung österreichischer und ungarischer Mini­ ster statt. Es handelte sich! vor allem darum, für die bevorstehenden Verhandlungen mit Teutschland eine einheitliche österreichisch-unga­ rische Basis zu schaffen .beziehungsweise einen einheitlichen Standpunkt darzulegen, denOesterI reich, und Ungarn Teutschland gegenüber zu vertreten haben wird. Es wurden für die am 8. Juli in Salzburg beginnende Konferenz die Instruktionen für die österreichischen und un­ garischen ministeriellen Referenten festgelegt und auch die Grenze festgesetzt, bis zu welcher in den Verhandlungen mit Deutschland ge­ gangen werden kann. Tie Verhandlungen in Salzburg, bei denen der Sektionschef Gratz b%n Vorsitz führen wird, dürsten mehrere Wochen in Anspruch, nehmen. 1 Wiener Hofintrigen gegen Conrad von Hötzendorf. Aus Wiener hohen Misitärkreisen wird der Passauer Ztg. gemeldet, daß die j Wiener Hofkltque, die gegen Conrad vonHötzendorf intrigierte, weil er eine geschiedeneFran heiratete — was ihm die bigotte Ungnade einflußreichster Damen eintrug — neuerdings gegen ihn arbeitet und seine Entlassung be­ treibt. Erst erhielt der frühere Generalstabs­ chef ein undankbares Kommando über wenig be| währte Truppen, und jetzt wird ihm die § Schlappe in Venetien zugeschoben .Tie An| gelegenheit Conrad soll im Parlament zur Sprache kommen, Interpellationen sind ange­ kündigt. — In Wien wird neuerdings, so mel­ det die Passauer Ztg., der Heeresgruppe Con­ rads völliges Versagen vorgeworfen, weil sie nicht rascher aus dem Gebirge heraus zur Ebene hinunter kam und damit die Heeres­ gruppe Borovre an der Pravejrant entlaste­ te. Conrad von Hötzendorf galt in Oester, reich, — in Teutsch land enthielt man sich eines Urteils — als der ""Hindenburg "unsererVerbündeten .Wir können und wollen auch! heute noch kein Urteil Mer Conrad fällen. Besonders nicht, weil gegen ihn von leider einflußreichsten Wiener Weiberröcken seit langem intrigiert wird was das Bild dieses Mannes leicht ent­ stellen kann. Tie mili bärisch-politische Unter* rockpolitik, die so manchem Kriegers- und Staatsmann Verlegenheiten bereitete — man denke an gewisse Bismarckschje Erlebnisse — soll derzeit im Hause Habsburg in verhängnis­ voller Blüte stehen. Tie "Rettung" Venedigs int HerSst 1917, die Nichtverwendung von den einen Durchbruch erleichternden Gasgranaten und auch, andere Tinge werden in der öster­ reichisch-ungarischen Armee und im Volke der Donaumonarchie von sehr ernsten Leuten der Unkerrvckpolitik zugeschrieben. — v. Hötzendorf ist enzwischen durch Feldmarsch all Koeveß ab­ gelöst worden. Bk Battcrtt, helft die Schleichhändler bekäntpfenk Tut es ht Euerem eigenen Interesse. Tier Schleichhandel gefährdet die Bolksernähruna. — Bauern, liefert ihm nichts mehr! ────────── Der Untergang des Mittelstan­ des und die Erbschaftssteuer. Von Rechnungsrat Ueber schaer. Wer es, wie der Verfasser des kürzlich veröffentlichten Aufsatzes über den Untergang des Mittelstandes gut meint mit dem Vater­ lands, der wird alle Bestrebungen, die auf die Erhaltung des Mittelstandes Hinspielen, freu­ dig begrüßen und nach! Kräften unterstützen. Bildet doch der Mittelstand "das Bindeglied zwischen reich und arm und wirkt einer Ver­ schärfung einer Klassengegenflätze entgegen. Und alles, was ausgleichend und versöhnend wirkt, muß in unserer Zeit mehr denn je gehegt und gepflegt werden. Erkennen wir erst den Wert und den günstigen Einfluß, der sich! da­ raus für die Allgemeinheit auf einem Ge­ biete ergibt, dann werden sich unsere bisheri­ gen Anschauungen über die Bedeutung eines wahren Ausgleichs für das Volkswohl wan­ deln, und wir werden ganz von selbst dahin kommen, nach diesem Grundsätze auf ollen Le­ bensgebieten zu handeln .Tamit wäre zugleich das höchste Ziel erreicht: das harmonische Zu­ sammenwirken aller Berufskreise und aller Ge­ sellschaftsklassen, welches die Vorbedingung für eine tätige Hingabe an die Zwecke der GesamtNheit bildet. Dadurch rücken wir den Parteiinter­ jessen zu Leibe, die dem Menschen angeborene ! Selbstsucht wird 'verringert und das Staats­ interesse von jedem einzelnen Staatsbürger mehr als bisher in den Vordergrund gerückt werden. Tie Zeit und die Macht der oftmals irreführenden Schlagwörter wäre alsdann vor­ über. Schon jetzt sollte aber die Ansicht über die Wirkung einer Ausdehnung der Eb schafts­ steuer aus Ehegatten und Abkömmlinge sich! nicht auf die von den Konservativen dadurch gefürchtete Untergrabung des Zusammenhal­ tens der weiteren Familie berufen. Tie nackte Behauptung, jene Besteuerung sei schon wegen des Widerstandes der Konservativen populär, reizt noch dazu. Sind die im Aufsatz dagegen angeführten Gründe stichhaltig, so werden sie allein für sich, sprechen. Tie Ausführungen des Verfassers, die dartun sollen, daß eine Ein­ führung der Erbschastssteuer für Ehegatten und Abkömmlinge und des staatlichen Pflichtrechts am Nachlasse "Kinderloser und Kinderarmer" den noch nicht niedergebrochenen Schichten des Mittelstandes die letzte Stunde schlagen würde, sind durchaus nicht überzeugend. Von dieser finanziell höchst bedeutsamen Steuerbestimmung würde überhaupt nicht betroffen werden ein nicht unbeträchtlicher Bruchteil der Bevölke­ rung, der vermögenslos ist, jedoch wegen der Höhe seines Einkommens dem Mittelstände an­ gehört. Betrachten wir uns daraufhin diesen Teil des Mittelstandes, der mit Rücksicht aus seine gesellschaftliche Stellung besonders be­ strebt sein Muß, das Fortkommen seines Nachi- wuchses Zu sichern und nach Möglichkeit zu er­ leichtern durch, gute Erziehung und Ausbil­ dung, deren Kosten die Mittel mehr oder weni­ ger erschöpfen, so kann Man feststellen, daß die Erfahrungstatsache, höheres Einkommen wirkt eher volks-vermindernd statt vermehrend, auchhier keine Ausnahme macht. Nur wo höheres Einkommen mit Einnahmen aus nennenswer­ tem Besitz zusammenfließen, ist wie bei den sehr vermögenden Familien eine über den Durchschnitt liegende größere Kinderzahl an­ zutreffen. An dieser Stelle sei hervorgehoben, daß das Bewußtsein, später einmal in den Ge­ nuß eines größeren Vermögens zu gelangen, in vielen Fällen gerade nicht ein Ansporn ist, seine Kräfte zu stählen und dem Vaterlande besonders Zu nützen. Wenn mithin der Verfasser nur für eine schiärfere Erbschastssteuer und das staatliche Pslichtteilsrecht gegenüber entfernteren Ver­ wandten eintritt ,so ist für ihr, den jetzt gel­ tenden Vorschriften entsprechend, das Fami­ lienband das Bestimmende. Tas Bürgerliche Gesetzbuch erklärt aber nur Verwandte in ge­ rader Linie für verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren ,indem es davon ausgeht, daß bei Geschwistern das Familienband häufig schon nicht mehr ein so enges ist, daß lediglich von dieser Grundlage aus die Ausdehnung der Un­ terhaltspflicht auf die Geschwister gerechtfertigt werden könnte. Tie Geschwister sind bekannt­ lich! auch nicht pflichtteilsberechtigt. Tie Ehe­ gatten, die Eltern und die Kinder führen ei­ nen Haushalt und bilden die Familie im enge­ ren Sinne, und wie im Teutschen Reiche, so auch, in anderen Ländern, in denen die Erb­ schaftssteuer in ausgedehntestem Umfange be­ steht, hält die engere Famalie in der Regel zusammen in Freud und Leid, ungeachtet des­ sen, ob Wohlstand oder Armut in ihr herrscht. Für den Ausbau der Erbschaftssteuer soll­ te daher das Familienband zwar Berücksichtig­ ung finden ,die Leistungsfähigkeit der Erb­ berechtigten aber das Entscheidende sein, denn es ist nicht recht verständlich, wie dieErbschaftssteuer den Zusammenhalt der Familien unter­ graben soll. i Wenn schließlich der Verfasser durch den Satz: Ehegatten und Abkömmlinge sollte man mit der Erbschaftssteuer ganz verschonen, allermindest bei der Vererbung von ^Rücklagen aus dem Einkommen des Vaters, dmmit der Erb­ lasser ohne die Sorge sterben kann, daß er die Seinen "trotz aller Mühe um ihr Aus­ kommen als Bettler zurücklassen mußte" mit seiner Forderung heruntergeht, so bekennt er sich> unbewußt gewissermaßen zu dem gleichen Grundsätze. Tabei lassen sich! ohnedies die Un­ gleichheiten des Lebens nicht ganz aus der Welt schassen. Um nur ein Beispiel zu nen­ nen: der eine erhält von seinen Eltern oder Verwandten zeitlebens Unterstützungen und be­ erbt sie, der andere hingegen hat die Eltern und Geschwister mitunter zu ungunsten der eigenen Kinder zu erhalten. Wer wollte daher, noch! dazu in unserer Zeit, es für ungerecht und unbillig halten, daß Erhschasten von großen Vermögen, die sich! von Geschlecht zu Geschlecht vererben, ge­ bührend versteuert werden? Zum Schlüsse sei noch bemertt, daß die früher im Staatsinteresse liegende Ansamm­ lung von großen Vermögen in einzelnen Hän­ den bei der Ausdehnung und Entwicklung un­ seres Genossenschaftswesens nicht mehr in dem Maße erforderlich! ist. (Leipz. N. Nächst.) Sozialpolitik »nö Kriegsztele. Von Karl Schrepfer, Mitglied der bayerischen Abgeordnetenkammer. Französische Sozialistenblätter wiesen kürz­ lich! darauf hin, daß das Vermögen der deut­ schen Arbeiterversicherung 3 Milliarden Mark erreicht habe, während der Grundstock der Ar­ beiterpensionen der Republik nur 100 Millio­ nen Franken betrage. In dieser Feststeflung liegt nun für uns ein noch!! wenig erörtertes, aber um so wichtigeres Kriegsziel: die Auf­ nahme sozialpolitischer Mindestforderungen in die Friedensverträge. Schon vor dem Kriege war der Wettbe­ werb der deutschen Arbeit aus dem Weltmarkt, insbesondere den Vereinigten Staaten gegen­ über durch! die sozialen Lasten erschwert, die wir zu tragen hatten. Tie Klagen unserer In­ dustrie hierüber entsprangen nicht bloß rück­ schrittlichen Auffassungen über das Zuviel an Arbeiterfürsorge, sondern hatten einen berech»tigten Kern. Mit der Flut neuer Lasten, die lawinenartig nach! dem Krieg über unser Er­ werbsleben niedergeht, wird die Lage weiterhin verschärft. Wir werden vor die Wahl gestellt, entweder auf großzügige Sozialpolitik oder auf Weltmachtsteflung zu verzichten, wenn es uns nicht gelingt, unsere Gegner auf die gleiche Grundlage sozialpolitischer Lasten zu zwingen. Nun haben wir in Belgien — dem! Para­ dies der Kapitalisten, der Hölle der Arbeiter nach 'Karl Marx — ohne weiteres die deutschen Sozialgesetze eingesührt. Tie Friedensbestim­ mungen mit Rumänien lassen jedoch, solche Ver­ einbarungen vermissen. Mag der Hinweis auf den agrarischen Charakter dieses Landes eine derartige Rücksichtnahme viefleicht entschuldi­ gen, so darf dies gegenüber Italien, Frank­ reich, England und Amerika keineswegs der Fafl sein. War doch! schon die Last der Rüstun­ gen für diese Länder ein Kinderspiel, angesichts der Tatsache, daß sie die Zwangsversicherung erst zwischen 1910 und 1913 einführtest^ "wäh­ rend Teutschland im Zeitraum 1885—1912: 13 572 Millionen Mark für seine Sozialver­ sicherung aufbrachte. So sprejchen also finanzielle und wirt­ schaftliche Erwägungen dafür, daß wir unsere ────────── Sozialpolitik und Kriegsziele. Von Karl Schrepfer, Mitglied der bayerischen Abgeordnetenkammer. Französische Sozialistenblätter wiesen kürz­ lich! darauf hin, daß das Vermögen der deut­ schen Arbeiterversicherung 3 Milliarden Mark erreicht habe, während der Grundstock der Ar­ beiterpensionen der Republik nur 100 Millio­ nen Franken betrage. In dieser Feststeflung liegt nun für uns ein noch!! wenig erörtertes, aber um so wichtigeres Kriegsziel: die Auf­ nahme sozialpolitischer Mindestforderungen in die Friedensverträge. Schon vor dem Kriege war der Wettbe­ werb der deutschen Arbeit aus dem Weltmarkt, insbesondere den Vereinigten Staaten gegen­ über durch! die sozialen Lasten erschwert, die wir zu tragen hatten. Tie Klagen unserer In­ dustrie hierüber entsprangen nicht bloß rück­ schrittlichen Auffassungen über das Zuviel an Arbeiterfürsorge, sondern hatten einen berech»tigten Kern. Mit der Flut neuer Lasten, die lawinenartig nach! dem Krieg über unser Er­ werbsleben niedergeht, wird die Lage weiterhin verschärft. Wir werden vor die Wahl gestellt, entweder auf großzügige Sozialpolitik oder auf Weltmachtsteflung zu verzichten, wenn es uns nicht gelingt, unsere Gegner auf die gleiche Grundlage sozialpolitischer Lasten zu zwingen. Nun haben wir in Belgien — dem! Para­ dies der Kapitalisten, der Hölle der Arbeiter nach 'Karl Marx — ohne weiteres die deutschen Sozialgesetze eingesührt. Tie Friedensbestim­ mungen mit Rumänien lassen jedoch, solche Ver­ einbarungen vermissen. Mag der Hinweis auf den agrarischen Charakter dieses Landes eine derartige Rücksichtnahme viefleicht entschuldi­ gen, so darf dies gegenüber Italien, Frank­ reich, England und Amerika keineswegs der Fafl sein. War doch! schon die Last der Rüstun­ gen für diese Länder ein Kinderspiel, angesichts der Tatsache, daß sie die Zwangsversicherung erst zwischen 1910 und 1913 einführtest^ "wäh­ rend Teutschland im Zeitraum 1885—1912: 13 572 Millionen Mark für seine Sozialver­ sicherung aufbrachte. So sprejchen also finanzielle und wirt­ schaftliche Erwägungen dafür, daß wir unsere ────────── Einem Blitzstrahl Gleich traf dieses eine Wort die Frau. Sie führ mit beiden Händen nach! dem Kopf, schloß wie im Schwindel die Augen; sie wankte und wäre gefallen, wenn er sie nicht gehalten. Aber als sie seine Be­ rührung fühlte, kam sie wieder zu sich!; sie stieß ihn zurück und sah ihn mit unheimlich glühenden Augen an. Ihr AteM ging keu­ chend. — "Es ist nicht wahr! Sie lügen — Sie lügen, um Mich gegen meinen Mann * aufzubringen " "Ich lüge nicht. Ich spreche stets nur die Wahrheit. Durch! eine Lüge erniedrige ich mich niicht!" unterbrach er sie schroff; der Vorwurf der Lüge empörte seine stolze Seele. "Warum — warum nur?" stöhnte sie. "Er hat eingesehen, was er seiner Fa­ milie schuldig ist!" Sein unbewegtes Gesicht brachte sie außer sich. "Sie sind an allem schuld! Sie haben ihn mir genommen!" rief sie und streckte anklagend die Arme gegen ihn aus, "v, ich- kenne Sie aus seinen Erzählungen — trotzdem Sie der Jüngere sind, beherrschen Sie die ganze Fa­ milie — und Sie nur halten ihn mir zurück." "Ich! wiederhole, was ich vorhin schon ge­ sagt — daß ich! nur im Aufträge der Familie und meines Bruders komme. Es ist Ottokars freier Wille und Entschluß; ich habe ihn nicht beeinflußt, wenn ichj auch aus meiner Abnei­ gung gegen seine Verbindung mit einer nicht ebenbürtigen Frau kein Hehl gemacht habe —" "Das glaube ich, nicht — Ihr Entschluß ist maßgebend." , ; Er zuckte die Achseln. ' ! "Es steht in Ihrem Belieben, zu denken, was Sie wollen; ich! kann Sie nicht zwingen, mir zu glauben!" sagte er kalt. und Sie können mich! nicht zwingen, mich so ohne weiteres Ihren Bestimmungen zu fügen —" "Sie werden es müssen!" "Oh., ich weiß, wie es zugegangen ist — ich! sehe -es so deutlich vor mir," murmelte sie mit zuckenden Lippen, "ich! weiß, wie schlwach und nachgiebig er ist, wie man ihn bearbeitet hat, wie man mich! in den Staub gezogen — wie man alles aufgeboten hat, ihn zu bestimmen, daß er von mir läßt — — ich! kenne ihn ja ganz genau — seine unselige Schwäche und Energielosigkeit — wie habe ich, damit selbst so oft gerungen — — glauben Sie denn, Graf Allwörden, daß mein Leben an Ottokars Seite so leicht war? Tvch ich liebe ihn! Er ist der Vater meiner Kinder und ich lasse ihn mir nicht nehmen, nein!" rief sie in ausbrechen- der Leidenschaft, "ah, wer weiß, was für Ein­ flüsse alle geltend waren " "Ja, wenn du die kenntest —!" dachte der junge Gras Allwörden in plötzlich! aufquellen­ dem heimlichen Mtgesühl, das eine in diesem Fall ihm fremde Regung war; denn er war der Frau seines Bruders durchaus nicht freund­ schaftlich gesinnt — und kühl und sachlich war er gewesen, als es galt, dieses unwillkommene Familienmitglied wieder abzustoßen — ohne Mitleid hatte er seine juristischien Kenntnisse und Verbindungen aufgeboten, die Anfechtsbarkeit der Ehe des älteren Bruders zu beweisen — streng unparteilich!, ohne zu überreden. Und .er hatte es auch! übernommen, Frau Maria davon in Kenntnis zu setzen. Ein Gras Allwörden und eine einfache Gastwirtstochter, das paßte nicht zusammen — hatte nie zusammengepaßt. Schon als Knabe, der er noch, war, als Ottokar diese unselige Heirat geschlossen, hatte er die Fäuste geballt — dem Bruder empört geschrieben, in knaben­ haftem Zorn und Trotz sich; von ihm losgesagt! . - (Fortsetzung folgt.) ■ ────────── Bewußtsein der Menschheit zu vertiefen und zu verinnerlichen. Hand in Hand mit der Fürsorge für das lebende, muß die Sicherheit für das kommen­ de Geschlecht gehen. "Schutz der Mutterschaft und des Kindes", ist der Ruf der deutschen Erde! Ausdehnung der Versicherungspflicht auf alle wirtschafltichen Schwachen das Ziel der Sozialpolitik. r ■ Können aber — und damit kommen wir auf den Ausgangspunkt wieder zurück — diese Opfer einseitig von uns gebracht werden, ohne schwere Beeinträchtigung unserer Aufgaben auf kulturellem, militarischiem, wirtschaftlichem und anderen Gebieten? Wie sehr der Krieg die sozialen Lasten steigert, zeigt uns der Reichszuschuß zur Invalidenversicherung. Hielt er sich 1913 noch aus 54 Millionen Mark, so stieg er 1918 schon aus 94,5 Millionen Mark. Würde die Drittelung der Beiträge eingeführt, wie es die Gewerkschaften verlangen, so müßte das Reich heuer 330 Millionen Mark zuschießen. Hier bleibt nur ein Weg: Internationale Fest­ legung sozial-politischer Mindestforderungen in den Friedensverträgen. Sind wir militärisch! in der Lage ,auch 'Kriegsentschädigungen dik­ tieren zu können, dann dürfen wir aus doktri­ nären Erwägungen und weichmütigen Bedenken hievor nicht zurückschrecken, soweit Geld und Gut überhaupt für vernichtete Arbeitskraft in Anschlag gebracht werden Tann. In diesen Kriegszielen liegt die beste Sicherung undBürgschaft für die Fortführung unserer Sozialpo­ litik nach dem Krieg, Garantie und Sühne­ opfer zugleich, für jenen Anschlag auf Leben und Glück der Menschheit, dessen sich die Ur­ heber und Verlängerer des Weltkrieges schul­ dig gemacht haben. (Aus dem "Waffenschmied", der Liberalen Verlagsgesellschaft München, Fin­ kenstraße 3.) , Gegner zu einem internationalen Gleichschritt in der Sozialpolitik zwingen müssen. Wenn wir dabei verlangen, daß das Tempo von uns angegeben wird, so sprechen hiesür Rücksichten aus unser Volkstum und unsere seither führen­ de Stellung aus diesem Gebiete. Das Teutsche Reich konnte sich rühmen, als erste Kulturnation den Schutz der Schwa­ chen als Staatsaufgabe im Anschluß an die Grundsätze der christlichen Sittenlehre verkün­ det zu haben. Es konnte mit Stolz auf die erreichten Fortschritte Hinweisen, dank deren wir auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes und der Unfallverhütung, der Krankenfürsorge und der Hinterbliebenenversorgung zum ersten Volk des Erdkreises geworden sind. Ter Kampf ge­ gen den Tod wies ziffernmäßige Erfolge in der sinkenden Sterblichkeit nach. Tie Gefahren der Fabrik- u. Maschinenarbeit schwanden sicht­ lich! unter dem Einfluß der Gewerbehhgiene, 'der Schwester der Unfallverhütung. Kranken­ behandlung und Heilanstalt zwangen in unsicht­ barem Ringen die schlimmsten Würgengel der Schwindsucht und des Krebses, der Geschlechts­ krankheiten und der Trunksucht auf dieKnie. Und wenn die müde Hand des Arbeiters Hebel und Kurbel lassen Mußte, wenn ihn Unfall und Verstümmelung aus dem Räderwerk sei­ nes Schaffens hinwegrissen, dann blieb ihm das Recht auf eine Rente, die das Almosen aus seinem Leben strich! und ihn in Verbindung mit Spargroschen und Gewerkschaftszuschuß immer­ hin in die Lage versetzte ,das Dasein unter erträglichen Bedingungen zu führen. Zu diesen schpn vor "dem Kriege festge­ legten Besttmmungen der deutschen Sozialver­ sicherung treten aber neue Aufgäben von un­ erhörtem Unfang. Werte höchsten Menschen­ glückes sind hsnte vernichtet und zertrümmert. Jugend und Volkskrast sind in den Feuer­ walzen der Schlachten zu ausgebrannter Schlacke zusammengeschmolzen. "Ein Heer von Krüppeln und Kranken wird zurückgelassen. Wenn auch 91 vom Hundert unserer Verwundeten wieder dienstfähig werden, 75 vom Hundert wieder an die Front geschickt werden, so bleiben doch viele übrig per denen sich! die Kriegsfolgen erst nach! Wiedereintritt ins bürgerliche Le­ ben geltend machen werden. Tie vorbeugende Natur und Tätigkeit unserer Reichsversicherung mutz ihr Friedenswerk an ihnen üben. Krank­ heiten verhüten ist leichter als Krankheiten heilen; Unfällen vorbeugen ist billiger als sie entschädigen. Zeder Arbeitstag, der durch die Gesunderhaltung der deutschen Volkskraft ge­ wonnen wird, bedeutet eine halbe Milliarde neuer Werte. Durch! wissenschaftlichen Barba­ rismus haben wir nach! den Worten unserer Gegner die Kriegführung aus den Spiegel rei­ ner Vernichtungsmethodik herabgedrückt. Ter Friede muß uns an der Spitze sehen, den ver­ söhnenden Einfluß des Samaritergedankens im ────────── Bayerische MchrichttL I Tie Kunstausstellung im Glaspaläst in München wurde am Montag unter Anwesenheit des Königs eröffnet. 1 Für die Rördlinger Landtags-Nachwahl wurde der Wahltermin vom 5. auf 29. Sep­ tember verschoben. f j Tie feindlichen Genossenschaften. Dias Bayer. Bauernblatt beschäftigt sich mit den aus der jüngsten Generalversammlung der Bayer., Zentraldarlehens- und des Landesverbandes landw. Genossenschaften gegen die Regensbur­ ger Zentralgenossenschaft (Tr. Heim-Schlitten­ bauer )erhobenen 'Vorwürfen und schreibt u. a.: "Nach, den Darstellungen des Vorsitzenden Frhrn. von Freyberg und denen des Hrn. Bavon von Pfetten hätte die Regensburger Zentralgenossenschaft den Burgfrieden gestört. Ta denkt man in die bekannte Geschichte vom Fuchs. Tie Antwort hierauf wird nicht aus­ bleiben und dann wird sich zeigen, wer den Bayerische MchrichttL I Tie Kunstausstellung im Glaspaläst in München wurde am Montag unter Anwesenheit des Königs eröffnet. 1 Für die Rördlinger Landtags-Nachwahl wurde der Wahltermin vom 5. auf 29. Sep­ tember verschoben. f j Tie feindlichen Genossenschaften. Dias Bayer. Bauernblatt beschäftigt sich mit den aus der jüngsten Generalversammlung der Bayer., Zentraldarlehens- und des Landesverbandes landw. Genossenschaften gegen die Regensbur­ ger Zentralgenossenschaft (Tr. Heim-Schlitten­ bauer )erhobenen 'Vorwürfen und schreibt u. a.: "Nach, den Darstellungen des Vorsitzenden Frhrn. von Freyberg und denen des Hrn. Bavon von Pfetten hätte die Regensburger Zentralgenossenschaft den Burgfrieden gestört. Ta denkt man in die bekannte Geschichte vom Fuchs. Tie Antwort hierauf wird nicht aus­ bleiben und dann wird sich zeigen, wer den Burgfrieden gestört hat. Eine Genossenschastszentrale, die so weit geht, ihren Mitgliedern zweierlei Bedingungen zu gew!ähren, beispiels­ weise der einen Genossenschaft einen niedrigeren und einer anderen Genossenschaft, deren Uebertritt man befürchtete, einen höheren Zinsfuß, hat überhaupt kein Recht, öffentlich von Stö­ rung des Burgfriedens zu reden". Ta man in München zu diesem Regensburger Ausfall kaum schweigen wird, so dürfte der Kampf zwischen den feindlichen Brüdern Wohl bald mit eini­ ger Heftigkeit entbrennen. ────────── Die neue Donauschiffahrisalte. Aus Berlin, 2. 'Juli, wird der "B. Staats­ zeitung" gedrahtet: Im Ausschuß des daher. Landtages hat kürzlich; ein Regierungsoertreter Mitteilungen "über die Bedeutung der Tonauschifsahrt gemacht und dabei erklärt: Tie recht­ lichen Beziehungen der Tvnauschiffahrt werden für den ganzen Bereich; bet schiffbaren Lonau durch! eine neue Tonauschifsahrtsakte geregelt werden, deren Grundzüge bereits für Teutfchland und Oesterreich! gemeinsma festgesetzt wor­ den sind. Wie die "Tägl. Rundschau" mittei­ len kann, ist die neue Tonauschifsahrtsakte^ die in diesen bayerischen Regierungsangaben erwähnt ist, in Berlin in den letzten Wochen J beraten und abgefaßt worden. Bald nach- ben i| Besprechungen der leitenden Stellen über die» Erweiterung und Vertiefung des Bündnisses W zwischen Teutschland und Oesterreich-Ungarn fand sich- eine Anzahl österreichischer und un­ garischer Bevollmächtigter unter Führung des Sektionschefs Tr. Graz, der auch bei den wirt­ schaftlichen Verhandlungen eine erhebliche Rol­ le gespielt hat und noch! spielen wird, in Berlin ein. Anfangs nahm man an, daß die Beratun­ gen mit diesen Bevollmächtigten dem zwischen den beiden Reichen abzuschließenden Wirtschaftsbündnis gelten würden. Diese Annahme war aber irrig. Es waren die Verhandlungen über die Tonauschifsahrtsakte, die die Oester­ reicher und Ungarn nach Berlin führten. Teil­ nehmer an dieser Akte sind nur die an die Do­ nau grenzenden Staaten. (Im Vertrag Wer den Frieden von Buka­ rest ist festgelegt, daß die Konferenz über die neue Tonauschifsahrtsakte möglichst bald nach Ratifikation des Friedensvertrages in Mün­ chen beginnen soll; es ist daher anzunehmen, daß. man in den Berliner Verhandlungen ledig­ lich! mit Vorbesprechungen zwischen OesterreichUngarn und Deutschland zu tun hat.) Die neue Donauschiffahrisalte. Aus Berlin, 2. 'Juli, wird der "B. Staats­ zeitung" gedrahtet: Im Ausschuß des daher. Landtages hat kürzlich; ein Regierungsoertreter Mitteilungen "über die Bedeutung der Tonauschifsahrt gemacht und dabei erklärt: Tie recht­ lichen Beziehungen der Tvnauschiffahrt werden für den ganzen Bereich; bet schiffbaren Lonau durch! eine neue Tonauschifsahrtsakte geregelt werden, deren Grundzüge bereits für Teutfchland und Oesterreich! gemeinsma festgesetzt wor­ den sind. Wie die "Tägl. Rundschau" mittei­ len kann, ist die neue Tonauschifsahrtsakte^ die in diesen bayerischen Regierungsangaben erwähnt ist, in Berlin in den letzten Wochen J beraten und abgefaßt worden. Bald nach- ben i| Besprechungen der leitenden Stellen über die» Erweiterung und Vertiefung des Bündnisses W zwischen Teutschland und Oesterreich-Ungarn fand sich- eine Anzahl österreichischer und un­ garischer Bevollmächtigter unter Führung des Sektionschefs Tr. Graz, der auch bei den wirt­ schaftlichen Verhandlungen eine erhebliche Rol­ le gespielt hat und noch! spielen wird, in Berlin ein. Anfangs nahm man an, daß die Beratun­ gen mit diesen Bevollmächtigten dem zwischen den beiden Reichen abzuschließenden Wirtschaftsbündnis gelten würden. Diese Annahme war aber irrig. Es waren die Verhandlungen über die Tonauschifsahrtsakte, die die Oester­ reicher und Ungarn nach Berlin führten. Teil­ nehmer an dieser Akte sind nur die an die Do­ nau grenzenden Staaten. (Im Vertrag Wer den Frieden von Buka­ rest ist festgelegt, daß die Konferenz über die neue Tonauschifsahrtsakte möglichst bald nach Ratifikation des Friedensvertrages in Mün­ chen beginnen soll; es ist daher anzunehmen, daß. man in den Berliner Verhandlungen ledig­ lich! mit Vorbesprechungen zwischen OesterreichUngarn und Deutschland zu tun hat.) Tier Schleichhändler ist lein WoMbetriiger. Hinaus mit ihm ans den Bauernhäusern! Aus Schleichhandel steht Gefängnis und ────────── Städtische Schwimmschule. Wasser Lust . ────────── Niederbayerische Nachrichten. 1 Nttcnhoje«, 1. Juli. (Diebstahl.) Während per Söldner und Zimmermann Franz Staudin­ ger von hier mit seiner Familie beim Heuen war, statteten Diebe seiner Wohnung einen : Besuch ab und entwendeten verschiedene Sa- i chen im Werte von 700 Mark. Tie Diebe Konnten bisher^nicht ermittelt werden. | Osterhase«' 2. Juli. (Besitzwechsel.) Das ^Hofbauersche Anwesen in Herblsing ging durch Kauf in den Besitz der Landw. Zentralgenossen­ schaft Regensburg um den Kaufpreis tionöOOOO Mark über. Osterhofen, 2. Juli- (Mißgeburt.) Vor eini­ gen 'Tagen gebar in Buchhofen eine Gütlerin ein Kind mit zwei Köpfen und vier Armen, Ein Arm hatte 10 Finger. Während einKvpf tot zur Welt kam, lebte der zweite Kopf kurze Mt. , Haidlsing, 1. Juli. (Schweres Verbrechen.) Ter "Landauer Bote" meldet: Ms gemeinge­ fährlicher Mensch längst bekannt und gefürchtet hat der aus dem Elsaß zugereiste verheiratete Bewohner des Torfes, namens Koch., nun ein Menschenleben zugrunde gerichtet. Als der Oberknecht der Bauerswitwe Grabinger bei dem Hause des Koch vorbeigehen und auf feinen Nebenknecht warten wollte, fiel Koch ohne alle Weranlafsung über den Knecht her und wollte ihn mit einem Prügel zu Boden schlagen. Als sich! der Knecht zur Wehr setzen wollte, ver­ setzte ihm Koch, toter sehr schwere Messerstiche, die den Tod zur Folge hatten. Nach begange­ ner Tat bedrohte Koch, noch einige andere Per­ sonen. Passau, 2. Juli. (Lebensrettung.) Am Freitag abends rettete der SchneidermeisterUrban einen 14jährigen Knaben, der in die hoch­ gehende Donau gefallen war, vom Tode des Ertrinkens. Passau, 1. Juli. ("Besser«" Diebinnen aus Schärding), diz in der Mvdewarenhandlung Bräu (Krabbe) Spitzen, Seidenstoffe, Strümpfe, Faden und vieles andere stahlen, wurden end­ lich ertappt. Tie "Damen" konnten sonder­ barer Weife die gestohlenen Waren unbean­ standet über die Grenze bringen und auf dem gleichen Schmuggelwege auch, einen geringeren Teil des entwendeten Gutes — nach ihrerUeberführung — zurückbringen. ────────── Kriegsmacht des Teutschen Reiches Nachteile zu. Es stellt sich daher als ein Verbrechen des Landesverrats dar. Tie entsprungenen Kriegs­ gefangenen und viele der entkommenen Zivilgefangenen bilden für unsere Feinde eine will­ kommene und ringend benötigte Vermehrung ihrer Wehrmacht. Tie anderen werden in kriegswichtigen Betrieben beschäftigt oder zur Freimachung felddiensttauglicher Kräfte benutzt. Zugleich, werden damit dem deutschen Wirt­ schaftsleben Arbeitskräfte entzogen. Jeder ent­ kommene Flüchtling bildet für die anderen Kriegs- und Zivilgefangenen einen starken An­ reiz zur Flucht. Er verwendet seine in den Lagern und aus der Flucht erworbenen Kennt­ nisse, um weiteren Kameraden zur Flucht zu verhelfen. Eine geglückte Flucht zieht daher weitere Fluchtfälle nach sich. — Unter Umstän­ den kann schon eine Person militärische Be­ deutung besitzen; es gilt dies namentlich für Offiziere und bestimmte Truppenteile. Ein Flüchtling kann auch Kenntnisse mit ins Aus­ land bringen, die zu Fliegerangriffen, zu Zerstörungsanschilägeu oder zur Verhetzung aus­ gebeutet werden können.Unter -Umständen sind ihm sogar militärisch! wichtige Tatsachen zu Ohren gekommen. Jeder, der einem Kriegs- oder Zivilgefangenen — wenn auch, in untergeordne­ ter Weise bei der Flucht behilflich ist, trägt für das Gelingen der Flucht die volle Verant­ wortung. Tenn ohne das von ihm gelieferte Fluchtmittckl hätte die Flucht scheitern können. Er Muß alle oben dargelegten Folgen in den Kreis seiner Berechnung ziehen. Er muß sich, des landesverräterischjen Charakters seines schiMpfRchen Treibens voll bewußt sein. Er wird vor Gericht die volle Verantwortung für sein schweres Verbrechen zu fragen haben. Ties mag zur öffentlichen Belehrung und eindring­ lichen Warnung dienen. Noch weit verächtlicher und ebenso schwer strafbar W die Beihilfe zur Flücht eines Fahnenflüchtigen ,mag dieser "betn deutschen oder dem verbündeten Heere angehö­ ren. Letzte Posten SSea* «.BovtserSekge. WTB. Berlin, den 2. Juli. (Amtlich) IM Mittelmeer versenkten unsere U-Boote 4 Tampser von rund 15 000 Brutto-Register-Do. «er Ehef des ADmiralstabes der Marine. Etmtf u. Verlag Zj. g. RtzetM. verantwortliche« BtijaAftletter g. L. Wagner. ®e$be in Landshnt. Lokales. Landshut, den 3. Juli —* Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde dem Leutnant int >2. Schweren ReiterMegt. Hans von Kirschbaum, Sohn des Herrn Megierungsdirektors von Kirschbaum hier, ver­ liehen. —* Das Eiser ne Kreuz '2. Kl. wurde Herrn Max Wadenspanner, Gärtnerssohn von hier verliehen. l —* Das Eiserne Kreuz 2. Kl. wurde zu seinem Miötärverdienstkreuz dem Unterof­ fizier Herrn Herbsrt Silberberg, Stiefsohn des Herrn Schuhwarenhändlers Kahane hier Vev' liehen. 's! | —* Das Ei ferne Kreuz wurde dem Sckreinergehilfen Johann Förster von hier und dem Händlerssohn Adolf Stemmer von Berg v. L. verliehen. —* Der 7 0. Geburtstag Ihrer Majestät Königin Marie Therese vo« Bayern wurde gestern auch in unserer Sticht gefeiert. Me Häuser trugen Fahnenschmuck. In der St. Martinskirche und 'in der Protest. Pfarrkirche fanden offizielle Festgottesdienste statt, an de­ nen die Herren Beamten der staatlichen und stöbt. Behörde^, die Herren Offiziere und das Militär teilnahmen. In den Schulkirchen wur- den Festgottesdienste abgehalten, an denen die Schuljugend und zahlreiche andere Andächtige teilnahmen. _ —* Niedergelegt hat in der gestrigen Sitzung der Lebensmittelkommission Herr R.» R. Ambros das Referat über die Lebensmittel­ stelle und den Vorsitz in der Lebensmittelkom­ mission. Zu dieser von uns gestern veröffent­ lichten Notiz wird uns mitgeteilt, daß diese bestimmte Form nicht zutreffend sei. Herr R.R. Ambros betonte am Schlüsse der Sitzung lediglich!, daß es voraussichtlich das letztemal sei, daß er den Vorsitz in der Lebensmittelkom­ mission führe, da vermutlich, der neue Herr Bürgermeister, der, wie verlautet, bereits gro­ ße Erfahrung in der Lebensmittelversorgung habe, diese wich!tige Angelegenheit selbst in die Hand nehmen werde. Für diesen Fall sprach Herr Rochtsrat Ambros den Konmnssionsmitgliedern den Tank für die ihm bisher gewährte Unterstützung aus. —* Ei n großer Kriegsbettag für die Katholiken Landshuts und der Umgebung. Auf dem Hochaltar der Ursulinenkirche in Landshut befindet sich, seit dem Jahre 1699 ein wunder­ tätiges Gnadenbild "Maria mit dem geneigten Haupte", das ein Nachbild des in der Karmelitenkirche in Wien-Döbling sich befindlichen Gna­ denbildes gleichen Namens ist; letzteres wurde seit der Zeit des 30jährigen Krieges besonders als Kriegsmnttergottes verehrt. Bor ihm hat Kaiser Franz Joseph nach, Ausbruch des Welt­ krieges am 8. Dezember 1914 feierlich die Weihe des österreichischen Kaiserhauses an das Herz Jesu voUzogen und einige Zeit daraus wurde dieses Gnadenbild in großer Prozession unter Beteiligung des kaiserlichen Hojes in den Ste­ phansdom getragen, wo dann feierliche Kriegsandachten stattfanden. Auch das Gnadenbild in Landshut wurde seit altersher hochi verehrt. Es finden sich! in der Klosterbibliothek mehrere Veröffentlichungen aus dem 18. Jahrhundert (1718, 1722, 178$), in welchen Hunderte von Gsbetserhörungen verzeichnet sind. Zur Zeit der Klosterauchebung (1809—1,829) ging die Verehrung desselben etwas zurück, dennoch, steht es bis jetzt beim christlichen Volke in und um Landshut in hohem Ansehen, lim in dieser £ schweren Zeit bais Vertrauen der Gläubigen auf Maria neu zu beleben, sind die drei katholi­ schen Stadtpfarrämter Landshuts Lbereingekorwmen, das Gnadenbild am 14. Julli 8 Uhr früh von der Ursulinenkirche in feierllicher Prozes­ sion in die Martinskirche zu übertragen, dort einen großen Kriegsbettag zu veranstalten und es abends 6 Uhr ebenso feierlich, zurücktragen zu Lassen. Einzelheiten über den Verlaus der Feier werden demnächst die Anschläge an den Kirchen tchren bringen. —* Entwichen waren aus der oberb. Heil­ anstalt Eglfing Me Insassen Joseph Hi eurer, Anton Maurer und Joseph Weidenbeck. Tie drei Flüchtlinge wurden gestern hier festge­ nommen. —* Kunsthonig ist noch, nicht eingetroffen und kann infolgedessen auch! morgen noch nicht zur Verteilung gelangen. —* Ein tödlicher Unfall ereignete sich gestern im benachbarten Orte Berghosen. Ter bei dem Bauern Lohhuber bedienstete 20 jähr. Knecht Utz, Sohn der Söldnerseheleute Jngerl von Thal, fuhr mit zwei jungen Pferden. Tie Tiere gingen durch, und Utz geriet so unglücklich unter den Wagen, daß er mit zertrümmertem Schädel tot liegen blieb. Vor einigen Tagen erhielten die Eltern des Verunglückten di« Mit­ teilung, daß, her ältere Sohn auf dem Felde der Ehre gefallen ist. —* Fluchtbeihilse ist Landesver­ rat. Bedauerlicherweise sind Fälle vorgekom­ men, in welchen Kriegs- und Zivilgefangenen BeihUfe zur Flucht geleistet wmde. Man hat solchen Gefangenen Fluchtmittel (Karten Kom­ passe, Kleider, Hüte, Eßwaren usw.) ver­ schafft, ihnen Auskünfte über Fluchtwege, Eisen­ bahnstrecken, Fahrzeiten usw. erteilt, sie verbor­ gen gehalten aus Ihren Wegen begleitet und so­ gar über die Grenze geführt, Schnöde Gewinn­ sucht tjöer Zuneigung ehr- und pflichvergessener Frauenspersonen waren meist die Triebfeder ds-s Handelns. — Ein solches Unterfangen lei­ stet unseren Feinden Vorschub und fügt der ────────── Letzte Posten. SSea* «.BovtserSekge. WTB. Berlin, den 2. Juli. (Amtlich) IM Mittelmeer versenkten unsere U-Boote 4 Tampser von rund 15 000 Brutto-Register-Do. «er Ehef des ADmiralstabes der Marine. Etmtf u. Verlag Zj. g. RtzetM. verantwortliche« BtijaAftletter g. L. Wagner. ®e$be in Landshnt. ────────── Größe von 1000 Lojstellen (gleich! 360 Hektar) erreicht, an die Landgesellschaft "Kurland" als Trägerin des Ansiedelungsunternehmens ein Trittel seines Gesamtarsals ,und zwar das für Zwecke der Besiedelung geeignete Land im Wege des Kaufvertrages zu überlassen. Ter Erwerbs­ chreis für die Landgesellschast "Kurland" har dem Friedenspreis des Jahres 1914 zu entspre­ chen. Tie Verpflichtung ist zunächst in dem Um­ fange zu erfüllen ,daß jedes beteiligte Gut 25 Prozent seiner Fläche an die Landgesellschaft "Kurland" verkauft. Tie restlichen 8eindrittel Prozent sollen nach, Möglichkeit freihändig zum Friedenspreis des Jahres 1914 durch die Land­ gefellschaft "Kurland "erworben werden. Tie Verordnung gilt auch« für die im Herzogtum Kurland gelegenen Fideikommisse. Der Mg mit England. s r " ' Sic wahren Russen. Reuter meldet: Ter Vorsitzende des See­ leuteverbandes, Havelock Wilson, hat in einer Massenversammlung in London, die zur Unter­ stützung einer "gutem "russischen Regierung ab­ gehalten wurde, auseinandergesetzt, daß es für England schwierig sei, die falschen von den wahren Russen Au unterscheiden. Rußland habe Gelegenheit erhalten, aus seiner jetzigen Lage herauszukommen. Wilson schlug vor, eine De­ legation von wahren Russen nach! den Vereinig­ ten Staaten zu schicken. Eine dahingehende Entschließung wurde einstimmig angenommen. England gegen jede Fricdensvermittlung. Ter holländische Ministerpräsident Cork van der Linden hat ertort, daß er nicht da­ ran denke, irgend welche Initiative zur Frie­ densvermittlung zu ergreifen und begründet diese Mitteilung damit, daß ihm erst vor kur­ zem von London aus bedeutet wurde, daß Eng­ land in jedem Friedensschritt eine unfreund­ liche Haltung erblicken müsse. Tic deutsch-englischen Verhandlungen ■ 1 über die Austauschgefmrgenen. Haag, 2. Juli. Das Korrespondenzbüro meldet, daß der Vorsitzende der englischen De­ legation für die Kriegsgesangenenkonferenz.Sir George Cave, plötzlich! vom Premierminister nach! England abberufen wurde und Holland verlassen hat. Seine Anwesenheit in London ist wegen wichtiger Angelegenheiten, die jetzt im Parlament verhandelt werden, dringend notwendig. Tie Verhandlungen über dieKriegsgefangenenangelegenheiten werden durch die beiden anderen britischen Telegierten LordNewton und General Belfield fortgesetzt werden. Der Mg zur See. 1 1 Untergang eines englischen Hospital- 1 4 schisfes. Reuter berichtet: Tie Admiralität teilt mit, daß am “27. Juni abends halb 11 Uhr das englische Hospitalschifs "Landoverh Castle" (11423 Tonnen), 116 Meilen südwestlich! von Fastneß von einem feindlichen Unterseeboot ver­ senkt wurde .Das Schiff sank innerhalb 10 Mi­ nuten. Es befand sich, auf der Rückreise von Kandada und hatte infolgedessen keine Kran­ ken oder Verwundeten an Bord. Tie Beman­ nung bestand aus 164 Offizieren und Mann­ schaften. Außerdem befanden sich noch 80 ka­ nadische Militärärzte und 14 Krankenpflege­ rinnen an Bord. Von diesen 258 Personen haben bisher nur 24 die Küste erreicht. Nach den anderen Booten werden die Nachforschun­ gen fortgesetzt Ueber die Versenkung der "LandoverhCastle" meldet ein weiteres Reutertelegramm: Das Schiss fuhr mit einer Schnelligkeit von 40 Krwten (14?). Das Torpedo schlug in denHintertesi be§ Schiffes ein und es erfolgte eine gewaltige Explosion. Tie Lichter erloschen so­ fort. Bisher ist nur bin Boot gelandet, i« welchem sich auch der Kapitän befand. Alle anderen an Bord gewesenen Personen sind ebenfalls in Boote gegangen. Von ihnen ist aber noch, nichts bekannt. Ter Kapitän hat erst später aLs sie das Schiss verlassen. Tages-llederM Da» Kriegs« rnährNngsamt gegen den freim Handel. Ein Vertreter des Kriegsernäh­ rungsamtes hat schwere Vorwürfe gegen den freien Handel gerüstet. Auf der Reichskonserenz deutscher GastMten, die am 22. Juni i» Frankfurt a. M. tagte, erklärte der der Versammlung beiwohnende Geheime Oberregie­ rungsrat von Cynern: Der freie Handel habe, das sage er jedem ins Gesicht, in diesem Kriege versagt, wie nur irgend etwas versagt haben könne. Herr Geheimrat von Eynesn wird je­ denfalls gut tun, die Unterlagen bekanntzu­ geben, auf welche sich die von ihm ausgesproche­ ne schwere 'Beschuldigung eines Standes grün- Ser Mg itt Staltet. 2er Verrät vor österreichischen Offensive. ! Zürich, 2. Juli. Tie Schweizer Tepeschen-Jnformation meldet aus Mailand: Ein Bericht der Italiener gibt unumwunden zu, daß die italienischen Erfolge an der Piave fast ausschließlich dem ausgedehnten italieni­ schen Spionagedienst zu verdanken waren. Durch Verrat hat das italienische Kommando in die Pläne der Oesterreicher rechtzeitig Einblick er­ kalten und sofort die wirksame Abwehr vorbe­ reitet. Bei einem Besuche der 3. Armee lobte Orlando den Chef des Rachrichten- und Spio­ nagedienstes mit anerkennenden Worten und erklärte, daß dank seiner erfolgreichen Tätig­ keit die Schlacht schon zum voraus zur Hälfte gewonnen war. ! Aas aeattatea Andern. Tic englifchi-holländifche« Reibungen mehren sich. Zuerst wollte England dem hol­ ländischen Geleitzug nach Holländifch-Jndien die Ausfahrt nicht gestatten, weil dieser auch deutsche Farbstoffe geladen hatte. AIs diese wieder ausgeschifft waren, nahm England An­ stoß an dem Geleite von hoMndischen Kriegs­ schiffen, das Holland Wohl in der nicht unbe­ gründeten Furcht angeordnet hatte, daß die Entente die holländischen Schiffe beschlagnah­ men könnte. Neuerdings verlangt England auch, dre Beaufsichtigung der Sand- und Kiesdurchfuhr durch Holländisch-Limburg durch einen englischen Kommissar. Tie Hollnäder haben also alle Hände voll zu tun, mtr sich der englischen Bevormnndungsversuche zu er­ wehren. _ . Tieutsch-amerikanische Verhandlungen 1 über Gefangenenfragen. Ter Berner "Demokrat" erfährt, derVoff. Ztg. zufolge, daß die amerikanische Regierung durch Vermittlung des spanischen Gesandten in Bern am 6. Juni die deutsche Regierung ersucht habe, auf den 5. August Vertreter nach Bern zu schicken, um sich gegenseitig über Gefangenensragen zu verständigen. Unter anderem wünsche die amerikanische Regierung aus dem Wege der Wechselseitigkeit die Internierung von Gefangenen in der Schweiz. Aas dea Maaten. v. Lettow-Vorbchk in Sicherheit. Tie Teutsche Ztg. meldet nach Schweizer Berichten: Es bestätigt sich, daß die letzten großen Einkreisungsversuche der englisch-por­ tugiesischen Truppen zur Gefangennahme der Reste der deutschl-ostafrikankschen Schutztruppe und von Lettow- Vorbecks abermals völlig ge­ scheitert sind, was große Enttäuschung ver­ ursachte, da Man diesmal des Erfolges ganz sicher zu sein glaubte. Es steht nun säst außer Zweifel ,datz von Letow-Vordeck sich in das Innere des gebirgigen Teiles der portugiesi­ schen Kolonie Mozambique mit seiner kleines Schor zurückgezogen hat und sich in Sicher­ heit befindet und während der jetzt beginnenden Regenzeit Ruhe haben dürfte.