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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-07-09"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 184</biblScope>
          <date when="1918-07-09">1918-07-09</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Englands Umtriebe gegen Rußland. Englische Angriffe am La-Baffeekanal gescheitert. - Italienische Angriffe in Albanien. 2 englische U-Boote durch deutsche Seeflieger schwer beschädigt. — Ein russisch-deutsches Bündnis?</p>
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          <p>Moskau, 8. Juli ,$n Moskau ist der Belagerungszustand erklärt worden. Tie ge­ stern nachts von den linken Sozialrevolutionä­ ren besetzte Telephon- und Telegraphenstation ist von den Bolschewiki einige Stunden später zurückerobert worden. Tie in ihrem Haupt­ quartier mit Artillerie beschossenen Sozialre­ volutionäre haben gestern im Lause des Tages Parlamentäre geschickt. Tie Bolschewiki haben bedingungslose Unterwerfung gefordert. Tie Sozialrevolutionäre sollen sich&gt; auch mit der Aussorderung zum Streik an die Eisenbahner gewandt haben, haben aber anscheinend eine Avsage erhalten. — Tie Gerüchte, daß in Pe­ tersburg, Jaroslaw und in anderen Städten der Ausstand ausgebrvchen sei, toerben%on der Re­ gierung als unbegründet bezeichnet. Entwaffnung der Bolschewiki in Wladiwostok. WTB. London, 7. Juli. Aus Wladiwoi stok vom 30. Juni wird gemeldet: Ter Kom­ mandant der Tschecho-Slowaken überreichte dem Sowjet /in Ultimatum, in dem er die Absicht ankündigte, die örtlichen Bolschewiki zu ent­ waffnen, wegen ihres Widerstandes gegen den Turchzug der Tschechv-Slowaken aus Westsiöirien imti; Wladiwostok. Er gewährte eine Stun­ de für die Antwort. Ta er keine erhielt, schritt er zur Entwaffnung, die, säst ohne Widerstand zu finden, ausgeführt wurde. Nur um ein Gebäude in der Nähe der Eisenbahnstation fand ein Kamlpf statt. Tie Tschecho-Slowaken nahmen es abends ein, wobei viele Bolsche­ wiki getötet und verwundet wurden. Tie frü­ here örtliche Verwaltung ist wieder eingesetzt. Cb herrscht vollkommene Ordnung. Aus Finnland. 5'tmtl an*. Aus Stockholm wird berichtet: Tie finni­ sche Freiheitsanleihe ist um mehr als 15 Mill. Mark überzeichnet worden, Tie offizielle Bank Finnlands sucht ton die Ermächtigung nach, zur Srärkung ihres Kredits eine Obligationen-Anleihe von 350 Millionen aufnehmen zu dürfen. Aus Helstngfors wird berichtet, daß auf dem Wege über die Murmanküste eine ziemlich lebhafte Abwanderung aus Finnland nach, Ame­ rika stattfindet und daß die Polizeibehörden angewiesen worden seien, dagegen so viel wie Möglich einzuschreiten. Tie Zeitungen veröffentlichen den Pro­ grammentwurf der neuen sozilsidemokratischen Partei, die in Finnland in der Bildung begrif­ fen ist. Wenn die Zeitungsangaben richtig und vollständig sind, würde in dem Programm ge­ rade das fehlen, was das wesentliche einer so­ zialdemokratischen Partei ist: die Forderung aus Abschaffung des Privateigentums und des Eigentums an den Produktionsmitteln. Tie Weglassung des kollektivistische« Endziels ist wohl eine Konzession an die gegenwärtige poli­ tische Lage, weil fönst die Bewilligung zur BKdung der Partei kaum erteilt werden dürfte. Ms M«Sair«. Rumänien, TentfWanv tmb die Ukraine. Tie Gazetta Buksrefchtilor teilt mit, die rumänische Regierung beabsichtige, dahin zu wirken, daß die in den Kellern des Moskauer Kreml, verwahrten, rumänischen Goldschätze un­ ter den Schutz der deutschen Gesandtschaft in Moskau gestellt werden. Bis jetzt unterstand der Goldschatz dem' Schutze der diplomatischen Vertreter der Entente. Meldungen aus Jassy besagen, daß eine grundsätzliche wirtschaftliche Einigung zwischen der Ukraine und der rumänischen Regierung er­ zielt wurde. Letztere beabsichtigt, in nächster Zeit einen Gesandten nachi Kiew zu senden. Ame rikanisches Eingreifen in Panama. Bern, 8. Juli. Tie Parckser Chicagoer Tribune berichtet, daß be» Präsident von Pa­ nama entgegen der Washingtoner Ansicht die Wahlen aus sechs Monate hinausschieben wollte, da Ausschreitungen der Opposition zu erwar­ ten seien. Hieraus rückten am 28. Juni in die Republik Panama Truppen der Bereinigten Staaten ein. Ter Präsident von Panama be­ zweifelt, da ßdie Vereinigten Staaten zu dieser Aktion ein Recht hätten. Ser Stieg pr See. Tsic Schtfssraumnpt unserer Gegner. 1 Die Schifssraumnot zwingt unsereFeinde zu merkwürdigen Abhilfsmitteln. Längst be­ kannt ist schon, daß alte Hulken, d. h. ausge­ diente und nur als schwimmende Speicher bett» nutzte Segelschiffe, wieder aufgetakelt und für die Pees-Schiffahrt erneut in Dienst gestellt werden. Kürzlich traf eines unserer Untersee­ boote einen Gelckitzug an, in dem sich' einige abgetakelte LinienschiPfe als Frachtsahrer be­ fanden. Ein Kriegsschiff ist das unwirtschaftlich-, Ms neutralen Andern ' 2er holländische Geleitzug. Tem Amsterdamer!Allg. 'Handelsblad zu­ folge schreibt die Takly Mail über die Ausreise des Konvois stach! Medneländisch-JndiemNicht nur Teutschland hat Mt der Schwachheit der englischen Regierung gerechnet. Tie holländische Regierung hat es verstanden, sine sehr gefähr- IwSe Konzession zu erlangen. Von dem Rechte der Untersuchung des Konvois wurde Abstand genommen. Ter holländische Marineminister wollte sogar noch weitergehen und uns offi­ ziell Widerstand leisten; er mußte aber abtreten. Taß ihn die Königin zu ihrem Adjutanten ernannt hat, zeigt uns, mit wem der hollän­ dische Hof sympathisiert. Tas englische Volk würde gerne wissen, wer von den Ministern für Dteje -ronze^swn veranwortlich, ist, ist es das Blockdepartement unter Lord Robert Cecil und Leverton Harris oder ist es das Kriegskabinett? Warum hat man von einem Recht, für das die englische Flotte wiederholt gekämpft hat, so ruhig abgesehen? — AUg. Handelsblad schreibt dazu: Auch! ohne Kommentar werden unsere Leser diese Sprache zu würdigen wissen. Ador, Wilson und Mercier. Gens, 8. Juli. Tie Akademie des Sciences morales et politiques in Paris hat Herrn Ador einen der freigewordenen Auslandsitze zu­ gedacht. Fesselnd ist die Gesellschaft, in der sich Herr Äldor befindet. Dieselbe Ehre empfan­ den nämlich zu gleicher Zeit zwei der leistungs­ fähigsten Teutschenfresser: der sriedentriefende Kriegsverlängerer Wilson und der ausschließlich eutentepatriotische Kardinal Mercier. Tie Fran­ zosen müssen ja wissen, um welcher Verdienst willen sie den ehemaligen Leiter per Schwei­ zer auswärtigen Politik zusammen mit den Gestalten eines Wilson und Mercier auszeich­ neten. ' i Ein neues Spionagegesetz für Spanien. Ma drid, 8. Juli. Tie Kammer nahm das Sptonagegesetz ohne Abstimmung an. Tie sozialistischen und republikanischen Abgeordne­ ten, die gegen das Gesetz waren, verließen den Saal. Ter Minister der öffentlichen Ar­ beiten Cambo erklärte, man müsse Spanien ret­ ten; die Regierung werde trotz des Widerstandes der Linken das Land retten. Schweizerische Stimmen gegen das rumä­ nische Emigrantentum. ' Tas Berner Tgbl. wendet sich, in scharfen Worten dagegen, daß der frühere rumänische Minister Take Jonesku unter deutschem' Schutz nach der Schweiz reiste und mit ihm eine ganze Anzahl jener verhängnisvollen Männer, die Rumänien in den Krieg und das Unglück gestürzt haben .Für die Schweiz ist es kein kein besonderes Vergnügen, diese Leute be­ herbergen zu dürfen. In unseren Augen sind es schwere Schuldige, die ihr Volk durch ge­ wissenlose Politik ins Unglück gestürzt haben. Ta sie es hier mit gefährlichen Agitatoren, zu tun haben, die vielleicht die Not unseres Landes dazu benutzen, um gegen den Frieden zu agitieren, sind wir um so weniger über ihren Besuch! erfreut. Solche Leute gehören nicht in die Schweiz, sondern nach Amerika, das sie mit offenen Armen aufnehmen würde. Ms Mi. * sie Handelsschiff, das man sich denken kann; sei­ ne Maschinenanlagen und Kesselräume sind für diesen Dienst unzweckmäßig. Auch, unter der Voraussetzung vorgenommener Umbauten zum Unterbringen von Ladung wird aus einem Kriegsschiff kein vorteilhaftes Handelsschiff. Wenn unsere Feinde trotzdem ehemaligeKrtegs[ schiffe zum Frachtverkehr heranziehen, so bee leuchtet dieses Tatsache die Wirkung unseres f U-Bootkrieges. Japan int Stiege. Sibirischj-japanische Beziehungen. Tie Petersburger Nowoja Schisu erfährt, daß die sibirische Regierung eine Gesandtschaft nach Tokio zur Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Sibirien und Japan ge­ schickt habe. I ; Air Säbametih. , Rücktritt des chilenischen Ministeriums. Santi ago, 8. Juli. Tas Ministerium ist zurückgetreten. , ,</p>
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          <p>bei diesem Vorgehen wohl Mehr an den 'Versuch der Schaffung einer Sicherheit für die in russi­ schen Anleihen investierten rund 25 Milliarden Franken denkt, plant England offenbar, aus Alexandrowsk ein neues Zwing-Uri nach, dem Musher von Gibraltar, Aden, Saloniki, Ca­ lais usw. zu schassen. Wenn aber Japan die gleichen Ziele in bezug aus Wladiwostok ver­ folgt, so wird es hier auf den Widerstand nicht nur Englands, sondern vor allem der Nord­ amerikanischen Union stoßen. Und zum Schlüsse auch; auf den Rußlands; denn, wie die Mel­ dungen über die militärischen Maßnahmen der Sowjetrepublik zeigen, will sie sich; offenbar nicht widerstandslos von der Entente abschlach­ ten lassen. Aus alle Fälle muß aber der Ver­ such,, durch den Mord an dem deutschen Ge­ sandten Rußland wieder in das gegnerische Fahrwasser zu treiben, als ein völlig ver­ fehlter bezeichnet werden, weil die Taktik die­ ses neuesten Ententestreiches allzu durchsichtig ist. Eben deshalb werden auch; alle, voraussicht­ lich, bald einsetzenden Versuche, die Untat aus ihrem schwer belasteten Schnld'buch zu strei­ chen, vergeblich sein, was sie im Verlaufe des Weltkrieges unter der Führung der Lloyd Ge­ orge, Wilson und Genossen wider die Zivilisa­ tion und Menschlichkeit gesündigt hat, ist mit blutigen Lettern in die Weltgeschichte einge­ zeichnet, die das Weltgericht ist. Der Gesandtenmord und die Ententeumtriebe. Tie Ermordung des deutschen Gesandten in Moskau patzt allzu sehr in die verbrecheri­ sche Taktik der Entente, als daß ernstliche Zwei­ fel darüber bestehen könnten, wo die Haupt­ schuldigen, wo die Anstifter zu diesem fluch­ würdigen Meuchelmord zu suchen sind. Man wird der Sowjetregierung, mag man auch, ttocr sie sonst denken, wie Man will, ohne weiteres glauben dürfen, daß die von ihr ausgedrückte Empörung über das an dem Grafen Mirbach, veriibte Verbrechen aufrichtig ist; denn es ist Unschwer zu erkennen, daß diese Tat in erster Reihe darauf berechnet war, der gegenwärti­ gen russischen Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, einen Konflikt zwischen ihr und Teutfchland ins Werk zu setzen. Taß die En­ tente unter Führung Englands dabei zu so blutigen Mitteln greift, kann füglich; nicht Wun­ der nehmen. Ten Baralong-Mördern muß zum Schluß alles zugetraut werden, und wenn die Entente Kopfprämien für Attentate auf die ? führenden Männer Deutschlands ausgesetzt hat | weshalb sollte da nicht auch etwas für unsere Vertreter int Ausland abfallen? Hat doch die | bolschewistische Regierung unlängst festgestellt, | daß England für die gegenrevolutionäre .Par­ tei in Rußland bereits 40 Millionen Rubel Unterstützungen aufgewendet hat. Mörder sind aber heute in Rußland angesichts des Fanatis­ mus, der dort durch! Revolution und Gegen­ revolution großgezogen worden ist, billig zu haben. i Taß übrigens gerade Graf Mirbach; der Entente ein Dorn im Auge war, wußte man längst. War sei Leben doch, schon, als er noch Gesandter in Achen war, durch; ihre Umtriebe ernstlich, gefährdet. Richt minder stand er als Vertreter Deutschlands ihren Umtrieben in Rußland int Wege. Und als jetzt das amtliche Blatt der Svwjetregierung, die "Jswestija", in ihre an die Entente gerichteten Warnungswor­ te die Drohung einfwcht, daß "im fünften Kriegsjahr die ehemaligen Alliierten sich rus­ sischen Heeren zusammen mit denen .Preußens gegenübersehen würden," mag wohl den rühri­ gen Agenten der Entente der Gedanke gekom­ men sein, durch, das Attentat auf den Gesandten einen Konflikt zwischen Rußland und Deutsch­ land herbeizuführen. Diese Gedankengänge liegen umso näher, da ja die Untat zusammenfällt mit der offenen Unterstützung der kadettischen Gegenrevolution in Rußland und mit dem konzentrischen Vor­ gehen der Entente an der Murmanküste und in Wladiwostot. Während dort England Die Füh­ rung har, sucht man hier Japan in den Vor­ dergrund zu schieben, und die "Times" behaup­ ten ja, daß es jetzt gelungen sei, das Sträuben der Tokioter Regierung zu überwinden. Alexandrowsk, der Ausgangspunkt der Murmanbahn, und Wladiwostok, der Endpunkt der Ussuri- und der Mandschurischen Bahn, sind die beiden einzigen eisfreien Häsen, über die das seiner Randstaaten entkleidete Zentralrußland Uoch, verfügt. Wenn es der Entente, so rech­ net sie, gelingt, den Russen diese beiben Zusuhrwege abzuschneiden, so seien sie ganz in die Gewalt der Alliierten gegeben, und dann müsse die bolschewistische Regierung entweder Order parieren und gegen Deutschland Front. Machen, oder aber sie werde mit Hülse der Kadetten Partei und der tschecho-slowakislchen Ue- 1 herläuserarmee gestürzt. Daß es der Entente Ernst mit ihren Absichten ist, beweist die Ent­ sendung eines neuen britischen Geschwaders nach, der Murmanküste, mit der die Konzentrierung der Tschecho-Slolvaken in Wladiwostok und die ttort der Times zufolge erfolgte Landung neuer japanischer Truppen zusammenfällt, j Trotz alledem glauben wir, daß d:e Rech­ nung der Entente eine falsche fein wird, schon weil ihre Ziele zu verschiedenartige und zum Teil entgegengesetzte sind. Während Frankreich,</p>
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          <p>Allerlei. Sieben Personen ertrunken. Bei einer Kahnfahrt auf dem Tonndorfer See int Kreise Zwtn (Preußen) sind sieben Personen ertrun­ ken. Der Kahn war überlastet und sank in­ folgedessen. 1</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. I Tingolsing, 8. Juli. (Wegen NnMverlässigkeit) wurde in Riederbayern die Erlaubnis zur Vermittlung von Nutz- und Zuchtvieh «nd zum Schlachtviehverkaus entzogen dem Simon Schachtner von Haindlfing, i , I MllM. | Landshut, den 9. Inst *— Das Eiserne Kreuz wurde dem Un­ terossizier Herrn Eduard Kantner, Metzgermei­ ster hier verliehen. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Ge­ freiten Flugzeugführer Eduard Hafner, Sohn des k. Wagenwärtergehilsen Herrn Hafner, dem Funker Theodor Wünsch, Maschinenschlosser, u. dem Infanteristen int Jnsawterie-Leib-Regim. Albert Mühlbauer, Sohn des k. Weichenstellern Herrn Franz Mühlbauer, sämtliche von hier, verliehen. I</p>
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          <p>—* Das Doppeljub ilKum im Ursu­ linenkloster sah auchj gestern dichtgedrängte Mengen von Gläubigen in der Josephskirchjs, die den Gottesdiensten beiwohnten oder zur Ablaßgewinnnng sich, dort einfanden. Tie Festpredigten hielten am Sonntag Herr Stadtpsarrer Geistl. Rat Tr. Eirainer, gestern Herr Stadkpfarrer Geistl. Rat Kauth. Tie heutige Schlußpredigt wird Herr Tomkapitular Geßl von München halten. Heute vormittags zele­ brierte Abt Rupert von Scheyern ein Ponti­ fikalamt. Auchj das Festspiel hatte gestern wie­ der starken Besuch!. Demselben wohnte auch Abt Rupert bei. Heute wird das Spiel zweimal, nachmittags 2 Uhr und abends (&gt; Uhr auf­ geführt. —* Eingebrochen wurde heute Nacht in einer Krämerei in d&gt;er Wagnergasse. Ten Tieben fielen 5 Paar Schuhe, mehrere Kisten Zi­ garren, sonstige Kvämereiartikel und die La­ denkasse mit ca. 600 Mark Inhalt als Beute in die Hände. -* Fe st genommen wurde gestern hier der Infanterist Jäkob Schmittner wegen uner­ laubter Entfernung von seinem Truppenteil. -* Zum Holz lesen fuhr gestern eine alte Frau von hier. Auf dem Heimwege ver­ ließen sie die Kräfte. Sie schleppte sich noch bis zur Festwiese. Von dort verbrachte sie die Freiw. Sanitätskolonne in ihre Wohnung in der Wagnergasse. —* Kirschen gab es gestern, aber nur wenig. Dabei führte die Begierde itoiitj, dem Erwerb dieser heuer zur Seltenheit geworde­ nen Frucht zu lebensgefährlichem Gedränge, in dem auch eine Händlerin zu Schaden kam. —* Herabsetzung der Fleischration. Wie den "Mat. z. Tagespolitik" aus wohlunter­ richteten Kreisen Mitgeteilt wird, Bestätigen ffcf) die in letzter Zeit häufiger verbreiteten Ge­ rüchte über die Herabsetzung der Fleisch ration, und zwar soll dieselbe ab 1. August zunächst für 3 Monate in der Weise durchgeführt wer­ den, daß in jedem Monat eine fleisch­ lose Woche eingeführt und außerdem die Grundration für die gesamte versorgungsberechtigte Bevölkerung um einen geringen An­ teil verkürzt wird. Tazu bemerkt die ge­ nannte Nachrichtenstelle: Wir befanden uns in dem ersten Halbjahr 1918 in unserer Viehbe­ wirtschaftung auf sehr abschüssiger Bahn. In­ folge der Unmöglichkeit, aus den stark reduzier­ ten Schweinebeständen größere Fleischmengen auszubringen, mutzten die RinderbeMnde im­ mer mehr allein die Last der Fleischoersorgung tragen und ständig mehr liefern als ihre nor­ male Abgabefähigkeit erlaubte. Tas führte bei dem durch den großen Futtermangel der Win­ termonate stark gesunkenen Schlachtgewicht zu einem derartigen Eingriff vor allem in unsere Milchviehherden, dann aber auch in die Zugimb Zuchtviehbestände, daß unsere gesamte Rind­ viehzucht einem auf Jahre hinaus nicht wieder i auszugleichenden Tiefstand entgegeneilte. Ganz besonders nachteilig äußerten sich die Folgen dieser viel zu weit gehenden Abschlachtungen, daß die Milch- und Fettversorgung in kurzer Zeit noch mehr hätte eingeschränkt werden müs­ sen und auch! die Fleischversorgung in abseh­ barer Zeit versagt hätte. Tiefen drohenden Gefahren mit allen ihren unübersehbaren Fol­ gen hat man durch. die oben ermähnten Neurege­ lungen vorgebeugt. Tie Ersparnis beträgt für Teutschland in einem Vierteljahr 300 000 Rin­ der und vermehrt täglich! unsere Erzeugung an Molkereierzeugnissen um etwa 750000 Kilo Milch oder um ungefähr 50000 Kilo Butter. —Beförderung von Gemüse und O b st. Es besteht Veranlassung darauf hinzu­ weisen, daß alle Gesuche zur Abstempelung von Beförderungspapieren für Gemüse und Obst und den daraus hergestellten Erzeugnissen bei der zuständigen Tistriktsverwaltungsbehörde (K. Bezirksamt, Stadtmagistrat ,Lebensmiiftelamt), nicht aber bei der Bayer. Lebensmittelstelle für Gemüse und Obst, einzureichen sind. —* Fabrike n u. Werkstätten, wel­ che noch in kürzester Zeit die Reparatur von Motoren u. Motorlokomöbilen übernehmen kön­ nen^ sind durchs die Wirtschaftsstelle Landshut zu erfahren. —* Ueber Heuabgabe an Pferdehalier und Abgabe von Soda an Milchproduzenten und -Händler sind im heutigen Anzeigenteil Be­ kanntmachungen enthalten. —* Gegen die Jammerbrtefe aus der Heimat. Daß die Ernährungsverhält­ nisse bet ’iiTrs friedensmäßig sind, es nicht sein können, ist jedermann im deutschen Volke längst klar geworden. Tenn wir sind, von überseeischen Zufuhren abgeschnitten, im we­ sentlichen auf die Erzeugnisse unserer eigenen Landwirtschaft angewiesen. Daß Mißstände bei der Verteilung der Lebensmittel zutage treten, ist nichts Ungewohntes mehr; es ist begreiflich, wenn and)' nichts weniger als angenehm. Tas Zetern und Jammern hierüber ändert jedoch, nichts an dem bestehenden Zustand — "noch steht die Tat über dem Wort"! Ganz verkehrt aber und direkt unseren Interessen zuwider­ laufend ist es, in Briefen an Angehörige, die im Felde oder gar in Gefangenschaft sind, Verpfleguvigsnöte zum Gegenstand der Erörter­ ung zu machen. Denn in überaus raffinierter Weise benutzen unsere Feinde jedes solcheSchriststück, das sie in ihrer Gewalt befindlichen Teut­ schen abnehmen, um im eigenen Lande den Wil­ len zum Turchlhalten zu stärken! In Frank­ reich! beispielsweise hat Man bereits eine ganze Sammlung deutscher Briese herausgegeben, die sich, mit Klagen über Lebensmttteköerhältn'st'e beschäftigen, und in etneto einleitenden Aufruf finden sich flammende Worte des Ansporns zum Weiterkämpfen und die Verheißung des Sieges über Deutschland! Eine ganze Reihe ähnli­ cher Machenschaften und Machwerke, auch in j anderen feindlichen Ländern, ließe sich ansüh* ren. So natürlich es ist, daß man seinen An­ gehörigen an der Front oder im Gefangenen­ lager alles das schreibt, was die Seele ant meisten bewegt, so verständig wäre es, wenn man ins Klagen kommt, das größte Maß von Ueberlegung zu Rate zu ziehen, ehe die Feder unbewußt Worte fdjireibt, die dem Feinde nüt­ zen, der deutschen &lt;SWe schaden und den Mann da draußen in Feindesland letzten Endes mit zwecklosen Sorgen und Bangen belasten. Menschenwürde in England. In letzter Zeit mehren sWj in erschreckender Weise die Nachrichten über grausame und un­ würdige Behandlung von Kriegsgefangenen in England. Vor allem beherrscht der Engländer meisterhaft alle Teuselskünste seelischer Ernie­ drigung. Er wendet seine Foltermittel nach einer wohlüberlegten, aus die Psychologie des einzelnen berechneten Methode an; denn seine Roheit ist zusammengesetzt aus brutalem Deut­ schenhaß und kalter Schlauheit, die aus dem Gefangenen möglWst viel wertvolle Angaben Herauspressen will und ihn auf die eine oder andere Art mürbe zu kriegen hofft. Seine jahrhundertelange Erfahrung als Sklavenhal­ ter ganzer 'Völker kommt ihm hierbei zugute. Ein empörendes Beweisstück für einen JoMfen Versuch, einen deutschen Offizier während der Zeit seines Verhörs zu erniedrigen, ist der BerWt des Leutnants zur See d. R. &lt;3^., der aus dem Ossizierlager Kegworth nach! London zu einem Verhör vor dem Prisengericht über­ führt wurde. Bei der Nachricht von seiner bevorstehenden Ueberführung hatte Leutnant Sp. sofort ein Gesuch! um Zulassung eines rechtskundigen deutschen Offiziers als Verteidi­ ger oder Zuhörer bei den Gerichtssitzungen ein­ gereicht. Tas Gesuch wurde abgeschlagen. Eben­ so blieb seine Bitte um Bewilligung einschjlÄgsger Werke, aus denen er sich Wer die englische Rechtslage unterrichten könnte, unberücksichtiglt. In London wurde Leutnant SP. sofort in eine elende Gefängniszelle gebracht, die nur zwei Meter hoch, zwei Schritte breit und vier Schrit­ te lang war, also ein Loch!, in dem ein Mann mit knapper Not ausrecht stehen kann. Die "EinrWtung" bestand aus einer schmalen HolzPritsche, einem verschmutzten und zerrissenen Strohsack, drei alten, blutbefleckten Decken, einem Stuhl, zwei Eimern, einem Napf und einem zerbrochenen Teller. Währertd der gan­ zen acht Tage, die er darin zubringen müßte, wurde dem Offizier keine Gelegenheit gewährt sW im Freien zu bewegen. Waschen mußte er sW an einem Wasserhahn. Rasteren durfte er sich! nicht. Zum Zähneputzen mußte er die hohle Hand benutzen. Seine wiederholten Bitten um einen Tisch!, an dem er wenigstens seine Akten für das GerWt vervollständigen könnte' blieben unbeachtet. Ebenso seine Bitten um einige Lektüre. Tas Essen, das meist ungenieß-</p>
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          <p>"Tas liegt durchaus nWt in meiner AbsWt, Lella! Meine Aeußerung galt nWt Ihnen. Ich! bitte um Vergebung, wenn ich mich! sallsch ausgedrückt habe," er verneigte sich leicht gegen sie, "aber Ottokar —" Ist alt genug, um zu wissen, was er zu tun hat! Er braucht keinen Vormund." "EtgentlW, sollte man das ja auch an­ nehmen." Tas sagte Rüdiger in so eigentümlichen Tone, daß der andere rot vor Zorn wurde. "Bitte, unterlasse deine Bemerkungen und komme end IW zur Sache!" sagte er hochfahrend und ungeduldig. "SprW, ruhig — alles —! Vor Lella habe tdj, keine Geheimnisse. Sie wird meine Frau, und W! denke, daß ich dies­ mal das Einverständnis der ganzen Familie jinden werde." "Daran zweifle W! keine Minute," warf Rüdiger ironisch! ein. Auchi das deine, mein gestrenger Herr Bruder! — Tenn du vor allem bist es gewe­ sen, der sW gegen Maria geäußert, der am meisten für eine Lösung dieses nicht standes­ gemäßen Bündnisses gesprochen und sich da­ rum bemüht! Oder hast du jetzt etwa deine AnsWt geändert?" "Warum sollte das nicht möglich sein?" fragte Lella pikiert. "Oder finden Sie, daß auch, die Gräfin Lella Flotmann den Allwördens noch nicht ebenbürtig ist? Sie sind sehr stolz, mein Lieber!" Herausfordernd sah sie ihn an, den Kopf in den Nacken werfend. Er überhörte ihren Einwurs, wandte sich, an den Bruder. "Ottokar, spricht Lella die Wahrheit?" Ter zögerte ein wenig, doch. auf des Mädch,ens befehlenden Blick gab er es zu. Ihm war sehr unbehaglich! unter des Bruders For­ schen. "Unbegreiflich!!" murmelte der und schüt­ telte den Kops. Ta stellte sich! Lella vor ihn hin. "Was ist unbegreiflich!? Daß mich Ottokar liebt? Halten Sie das für eine Geschmacksver­ irrung?" fragte sie entrüstet. "Nein — aber für eine grenzenlose — Roheit!" versetzte er mit unerschütterlicher Ruhe. Sie stieß einen Schrei der Empörung aus. "Ich! muß doch sehr bitten, Rüdiger — Sie beleidigen mW ja mit jedem Worte — mich, den Gast Ihrer Eltern." "Nein, Wj denke noch, genau wie vorher! Ich! denke aber auch, daß es nicht — anständig und vornehm gehandelt ist!" entgtgnete Rüdi­ ger scharf. 1 "Wäge deine Worte!" rief 1 Ottokar drohend. "Ich! verbiete dir —" 1 Beschwichtigend legte Lella ihre Hand auf seinen Mund und hängte sW! an ihn. "NWt doch, Liebster, rege bid). doch um Rüdigers AnsWt nicht aus. Tas ist eine Sache, die dich und mW allein angeht! Ich denke freier und nWt so engherzig wie dein Hk/rr Bruder! Bitte ihn doch, seine Meinung für sich zu behalten und dir endlW das zu sagen, was er bei der Wirlberger erreWt hat." "Ich! habe nWts erreicht. Trine Frau war zu keinem VerzWt zu bewegen!" "Tas ist allerdings nidjit viel!" höhnte Lella. "Von Ihrer Geschicklichkeit und Klugheit hätte man wohl ein anderes Ressultat erwarten können!" "Maria Wirlberger wird wahrscheinlich versuchen, sich persönlich mit diu auseinander­ zusetzen. Sei also aus ihren Besuch gefaßt," sagte er ztt Ottokar, ohne aus Lellas ausfallende Worte zu achten. (Fortsetzung folgt.), .</p>
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          <p>bar war, wurde ihm! 'in einem Napf gebracht. Ter Wärter benutzte denselben Napf dazu, um Das schmutzige Spülwasser aus dem Eimer zum Besprengen des Bodens zu Möpsen. Mehrere Male sagte der Wärter beim Bringen desEssens .selbst: "Es ist unmöglich!, das zu essen!" Auch das Eßgerät war verrostet und verschmutzt. &lt; Tie wiederholten Bitten des Leutnants /6p. um eine Unterredung mit dem Kommandan­ ten wurden höhnisch abgewiesen. Es gehe ihm ja ausgezeichnet. Er bewohne einen hübsch eingerichteten Raum und erhalte gutes Essen: was verlange er noch&gt; mehr? Er sei hier nicht in Teutsch land! — Mündliches und schriftliches Ersuchen um eine Unterredung mit einem Mit­ glied der Schweizer Gesandtschaft wurde von einem jungen Runde-Offizier mit den Worten abgeschlagen: "Die Schweizer Gesandtschaft kann gar nichts für Sie tun! Me sind jetzt Gefange­ ner in unseren Händen, und wir machen mit Ihnen, was wir wollen!" Darauf wurdeLeutnant SP. von einem Korporal in die Tür seines Kerkerlochs hineingestoßen. Seinen Pro­ test gegen diese Behandlung beantwortete der englische Offizier mit den Worten: "Ich habe nichts gesehen!", woraus unter einem Hohnge­ flachter von Korporal und Offizier die Tür zugeschlagen wurde. Sein Geld, das Leutnant dp. mit Erlaubnis seines Lagerkommandanten Mit tut# London genommen hatte, wurde be­ schlagnahmt; trotzdem wurde ihm auf seine Be­ schwerde über die schlechte Verpflegung geant­ wortet, er könne sich ja ^kaufen, was er wolle! — Tie Mitgefangenen, die er gelegentlich« zu Ge­ sicht bekam (es- waren U-Boot-Mannschaften), sahen alle höchst elend und abgemagert aus. Ms er darüber etwas bemerkte, wurde ihm ge­ sagt: "Tas geht Sie nichts an! Dien Leuten geht es ausgezeichpst!" Nach den qualvollen acht Tagen in der Zelle erkrankte Leutnant Sp. an heftigem Fieber und einem schweren Haut­ ausschlag, ö£n er aus Infektion durch den schmutzigen Strohsack zurückführte. Ta für diese ganze niederträchtige Be­ handlung eines deutschen Offiziers keinerlei sachliche Begründung vorlag, muß er als ein Ausdruck bloßer, gemeinster Rach&gt;sucht aufge­ faßt werden. In den Schraubstock kann Enzland seine Gefangenen ja nicht mehr gut span­ nen, so erfindet es Foltern anderer Art. Wir wissen aus dem öffentlichen Beifall, den die Mörder von "Baralong", "King Stephen" und andere Lefunden haben, daß die "ritterliche" englische Nation diesem' Verfahren, sein Müt­ chen an Wehrlosen zu kühlen, mit Begeisterung zustimmt. Ta irgendwelche Begriffe von Men­ schenwürde, ja von bloßem Anstand und Ehr­ gefühl im heutigen öffentlichen England nicht mehr verstanden werden, so werden wir anders Mittel zu finden wissen, um vielen von Rach­ sucht betrunkenen Schergen ihr Handwerk zu legen. Ihre in unserer Hand befindlichen Landsleute mögen sich! daun bei jenen bedan­ ken.</p>
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          <p>Berlin, 6. gnlt 1818. Die Lage in Petersburg. Mnberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Durch! Flugpost von unserem zum Ostheer ent­ sandten Kriegsberichterstatter. Kiew, 1. Juli 1918. Einem Arzt, der mit bett russischen politi­ schen und wirtschaftlichen Verhältnissen sehr vertraut ist, verdanke ich die folge»den Anga­ ben, die sich mit dem decken, was tmm aus an­ deren Quellen hier täglich über PetersbW:g erfahren kann. Man fährt von Petersburg nach Kiew etwa 36 Stunden, bte Hauptstrecken sind einigermaßen in Ordnung, und die Bah­ nen sind noch der am besten funktionierende Apparat im bolschewistischen Rußland. Bon den alten Eisenbahnbeamten haben mehr und mehr den Titel bolschewistischer Kommissäre angenommen und machen mit diesem Stempel ihren Dienst. Tie Petersburger Bahnhöfe machen freilich noch den Eindruck ziemlicher Ver­ worrenheit. Im Stadtbild geben immer noch die herumstreifenden Noten Garden, junge Bur­ Kriegsbriefe aus dem Osten. schen mit dem am Bindfaden befestigten Ge­ wehr über dem Rücken, die besondere Farbe. Alle kleinen Kaffees sind mit ihnen überfüllt, Stimmen von Ehansonetten dringen auf die Straße und quarrende Gramvphonmusik. Nach 11 Uhr erlischt trotz dieser Zeit der weißen Nächte das Leben auf den Straßen vollständig, die Trambahnen verkehren nicht mehr, die Stra­ ßen sind leer und nicht ungefährlich. Lebensmittel sind sehr knapp, die Preise ungeheuer hoch!. Ein Pfund Mehl kostet 16 Rubel, ein Stück Zucker in den Lokalen aus dem Newski-Prospekt einen Rubel fünfzig Ko­ peken. Manufakturen, Stosse, Schuhe sind noch vorhanden, sie werden wie die Lebensmittel aus Karten ausgegeben. Tas [djr weit ausge­ baute Kartensystem leidet vor allem darunter, daß die Mengen, die nach« der Karte zuständig sind, nicht geliefert werden. Wer etwa 3 bis 4 Stunden nach einem halben Pfund Mehl an­ steht, bekommt.schließlich ein Viertelpfund Grüt­ ze. Wie schwierig es ist, bei einem Volk, das nicht lesen kann, dies Kartensystem durchzufüh­ ren, ist außerdem leicht / einzusehen. 1 Immer noch« halten vor den Fabriken und Geschäften verlodderte Militärautos, denen eine Anzahl Soldaten entsteigen, sich« nehmen, was sie brauchen und weiter führen. Zu diesem Raub im Kleinen kommt die Evakuierung im Großen. Tie Rohstoffe werden von den Sow­ jet-Kommissaren beschlagnahmt, und die Fa­ brik muß sie zu zehnfach! gesteigertem Preis 1 wiederkaufen. Außerdem selbst wenn Rohstoffe I da sind, kann die Fabrik oft nicht arbeiten, weil wieder der Betriebsstoss fehlt. So muß eines der größten Industrieunternehmen, das noch! Rohstoff hat, feiern, weil ihm kein Benzin ge­ liefert wird, trotzdem die Kommissarautos Hun­ derte von Litern täglich! Verfahren. Tie Arbettsvetchältnisse sind saunt 1 ernsthaft zu nehmen. Es ist so weit, daß der Chefingenieur erklärt, lieber als Arbeiter einzutreten, weil er dann mehr verdient und mehr zu sagen hat. Es scheint, daß die Bolschewistensührer — nur die kleinen Schreier sind ja noch in Petersburg — selbst über den Zustand erschreckt sind, aber sie können den Lauf nicht aufhalten. Tie bürgerliche 'Gesellschaft steht der Aus­ lösung tatenlos zu. Sie warten auf das Wun­ der. Inzwischen wird politisiert, zerredet und abermals geredet. Die Fabrikdirektoiren sitzen in ihren Comptoiren ohne jede andere Tätig­ keit als die, stets neue Befühle dev Sowjets ausztlführen. Es steht alles unter der Idee: lange kann es so nicht mehr gehen. Tas Ka­ pital, von dem alles zehrt, ist einmal erschöpft, und dann folgt automatisch! der Zusammen­ brach!. Inzwischen hofft man. Man hofft auf die Teutschen, ohne ihnen Sympathie entge­ genzubringen. Es ist sicher, daß sich der En­ tenteeinslutz in den Köpfen dieser Petersburger bürgerlichen Politiker sehr festgesetzt hat, und man denkt nur an eine Zukunft im Zusammen­ hang mit bett Ententestaaten. Tie tschecho-slo. wakische Operation wird als großes Ereignis gewertet, die MurMan-Expedition der Englän­ der als Rettungsaktion aufgebauscht. Die Teukschen würden nie Verständnis für das russische politische Leben haben. Wer währmd man uns vorwirft, wir stützten bte BolschOviki, fürch­ tet man gleichzeitig, wir brächten die Reaktion! In Petersburg ist das Vertrauen in nufere Po­ litik fast Null, weil man nicht glauben teils, und die Zeitungen sind ganz von diesen Ideen beherrscht. Tie Rechtsströmung, die durch Ruß­ land geht und auch! die Kadetten, wohl selbst Miljukow berührt hat, hat in Petersburg den geringsten Boden. Man will keine Monarchie will verschiedene Errungenschaften der Revo­ lution behalten, aber man will natürlich! noch weniger bett Bolschewismus und würde sich schließlich passiv jeder starken Strömung, die Eigentum und Handel garantiert, fügen. In­ zwischen vernichtet jeder neue Tag neue Werte, trotzdem viele alte Beamte wieder in Tätigkeit gehen und unter beut roten Zeichen arbeitest, sodatz rein äußerlich manche Teile der StaatsMaschine zu laufen scheinen. Zn tfen Nachrichten über die Ukraine wer­ den alle Keinen Unruhen übertrieben, jeder Erfolg Der Tschecho-Silovaken wird so gedreht, als ob er gegen Deutschland errungen wäre. Dabei hört Man aus dem Newski-Prospekt mehr deutsch sprechen, 'als je tut Frieden, und die deutschen "Petersburger Nachrichten" erschei« neu wieder einmal in jeder Woche. Ein Bild der Zerrüttung und der Widersprüche, in dem nur ein Zug sich! deutlich' heraushebt: Antipa­ thie gegen Deutschland. Die Stimmungen und Bedingungen in der eigentlichen Hauptstadt Moskau sind freilich! anders. Ofcb.) Rolf Brandt, Kriegsberi^terstattra</p>
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          <p>Letzte Posten. Aus der Diplomatie. Berlin, 8. Juli. Ter Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Kühlmann traf ge­ stern aus dem Großen Hauptquartier wieder in Berlin ein. Me verschiedene Blätter er­ fahren soll als Nachfolger des ermordeten Gra­ fen Mirbach der Gesandte von Hintze in Frage kommen. Admiral von Hintze ist mit den rus­ sischen Verhältnisffen besonders gut vertraut. Tie Börfenzeitung weint, man könne seine Er­ nennung nur mit Genugtuung begrüßen. I9*e Lage in Irland. Berlin, 8. Juli. Einem Gewährsmann der "Vvssischen Zeitung" ist es gelungen, sich' in der letzten Zeit in Irland auszuhallen. Es ist ihm möglich! gewesen, seinem Blatte einen Bericht über die Lage !des sonst von der Außen­ welt abgeschnittenen Irland zu geben. Die Sinnseiner und die ihnen verwandten Organi­ sationen hatten alle Vorkehrungen getroffen, um Mitte Juli einen großen allgemeinen Auf­ stand zu beginnen. Sowohl die Nationalistenpartei als deren "Führer arbeiteten der Bewe­ gung nicht entgegen, aber es find jetzt Vorgän­ ge bekannt geworden, aus denen sich geheime Befüürchtungen für die Iren herleiten. Tie Engländer haben außer englischen auch ameri­ kanische Truppen nach Irland gesandt. Aon einer vertrauensvollen Persönlichkeit wurde versichert, daß die Amerikaner die Sache an die Engländer verrieten. Es kommt jetzt da­ rauf an, ob die geheimen Mnnitees auch! ohne die entdeckten Waffen den Aufstand durchsetzen wollen, der bei der Erbitterung der Bevölker­ ung sich« zu einer blutigen Katastrophe in Ir­ land gestalten kann. ; &gt; Ein Munitionszug explodiert. Genf, 8. Juli. "Progres de Lyon" meldet aus Bourges: Am vergangenen Mittwoch' nachts explodierte ein Munttionszug auf der Fahrt nach der Front im Bahnhof von Nonhan le Fuselier. Ter Bahnköchier wurde schwer be­ schädigt. Tie Züge erleiden große Verspätun-, gen. Im Bahnhof von St. Tenis flog ein Eisenbahnwagen mit pharmazeutischen Produk­ ten in bte Luft. Es gab 10 Verwundete. Außer­ dem wurde bedeutender Sach!schaden angerich­ tet. Die Empft in Moskau. Moskau, 8. Juli. Me Kämpfe in Mos­ kau sind bisher zugunsten der 'Bolschewist aus­ gefallen. Tie Verhandlung«» in Salzburg. Salzburg, 8. Juli. Tie mit den Einleituwgsarbeiten befaßten Delegierten und Fach­ referenten der beteiligten Regierungen sind zu den Wirtschaftsverhandlungen hier eingetrof­ fen. Tie Teilnehmer sind im Hotel Europa untergebracht, wo auch die 'Beratungen statt­ finden. Ter heutige Tag wurde zur Einrich!tung der Bureaus und zur Sichtung des Ma­ terials für die morgen abzuhaltende erste Sitz­ ung benützt. Ueber die Verhandlungen wird die OefseiHtlichkeit, soweit es die Natur der' Verhandlungsgegenstände zulassen, von Fall zu Fall informiert werden. FrankreM uw» der Vatikan. Bern, 8. Juli. Jdea Nazionale versichert, daß bei den Unterredungen Chochins im Vati­ kan auch- die Frage der Mederaufnahme der di­ plomatischen Beziehungen Frcvrkrekchs zumi Vatikan zur Sprache gekommen seien. Chochin spll auch' mit hohen römischen Prälaten darüber gesprochen haben. Druck u. Verlag I. B Rfetfjch. Verantwortliche« Bchristleiter I. I. Wagner. Msde fo Land-hut.</p>
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          <p>staatstreue, prächtige Volk der Kroaten vevflijh't toirb, ohne daß politische oder militäri­ sche Behörden ihre Pflicht als Hüter des Staa­ te?. erfüllen. - In einer italienischen Zeitung hat Dr. Conct, der welch&gt;se Landeshauptmannstellbertreter von Tirol und Mitverschlvorener von Prag, es ruhig wagen biÜr* feit sich, über die Autorität des Staates und das "kaisertreue" deutsche Volk lustig zu mä­ chen, ohne daß diese' Hüter es gewagt hätten, mit dem Rotstift dies zu verhindern, geschwei­ ge denn, daß der Statthalter von Tirol und die Regierung dieses Staates die Schneidigkeijt empfunden hätten, dessen Ansehen zu wahren und die Beleidigung des "kaisertreuen" deut­ schen Tiroler Volkes zu sühnen. Von Tag zu Tag werden die Welschen Südtirols wieder an­ maßender und wagen es wieder, ihr wahres Gesicht zu zeigen - - nicht nur in Welschtirol, sondern auch bei uns hier! Haben die Behör­ den trotz Anzeige keine Kenntnis davon, daß vor wenigen Tagen in einer Station Welschtirols' ein Zug italienischer Gefangener von einer gro­ ßen Anzahl italienischer Südtiroler mit jubeln­ den Zurusen "Curaggio, Eovia" begrüßt worden ist? Wissen die Behörden nicht, daß der Ver­ rat durch die Flaschenpost in der Etsch wieder in voller Blüte steht? Sehen sie nicht, daß die Konspiration zwischen den italienischen Kriegsgefangenen und der italienischen Bevöl­ kerung unserer und der Gegend südlich, gefiihrlichen Umfang annimmt? Unter den Augen der Behörden, während deutsches Blut über jeden Stein der Grenze rinnt, hebt die welsche Jrredenta wieder ihr Haupt. Will man das nicht sehen, um seine Stellung nicht zu ver­ lieren? Sind wir schon wieder so weit? So mag auch dieser Warnungsruf wieder ange­ hört verklingen! Dkr GesaiiSteumorS und Sie E«tcntmi»trieSe. Tie Ermordung des deutschen Gesandten in Moskau patzt allzu sehr in die verbrecheri­ sche Taktik der Entente, als daß ernstliche Zwei­ fel darüber bestehen könnten, wo die Haupt­ schuldigen, wo die Anstifter zu diesem fluch­ würdigen Meuchelmord zu suchen sind. Man wird der Sowjetregierung, mag man auch, ttocr sie sonst denken, wie Man will, ohne weiteres glauben dürfen, daß die von ihr ausgedrückte Empörung über das an dem Grafen Mirbach, veriibte Verbrechen aufrichtig ist; denn es ist Unschwer zu erkennen, daß diese Tat in erster Reihe darauf berechnet war, der gegenwärti­ gen russischen Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, einen Konflikt zwischen ihr und Teutfchland ins Werk zu setzen. Taß die En­ tente unter Führung Englands dabei zu so blutigen Mitteln greift, kann füglich; nicht Wun­ der nehmen. Ten Baralong-Mördern muß zum Schluß alles zugetraut werden, und wenn die</p>
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