Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-08-19. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 225, 1918-08-19. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Starke feindliche Angriffe avgewiefen. — Abbruch der diplomatische« Beziehungen zwischen Rußland und der Entente. — Ei» französischer Kreuzer torpediert. — Zwei britische Zerstörer gesunken. — Ei« Hilferuf der Tschccho-Slowake«. — Der ukrainische Minister­ präsident über die Lage i« der Ukraine. ────────── abgewiesen. Nördlich von Bitolia und imCernafcogen war die beiderseitige Feuertätigkeit zeit­ weise etwas lebhafter. Südlich von Toiran wur­ de eine feindliche Stoßtzbteikung, die unsere Sicherheitslinie erreichen konnte, durch Ma­ schinengewehrfeuer vernichtet. In der Ebene bor unseren Stellungen westlich von Seres verjagten unsere Marscheinheiten feindliche Jnfanteriegruppen durch Feuer und mo/ten Ge­ fangene. j ! ■ r ' Konstantino pel, 15/ August. Amtli­ cher Bericht: i Palästina-Front: In vergangener Nacht wurden Vorstöße stärkerer feindlicher Abteilun­ gen westlich der Straße Jerusalem—Nablus von uns abgewiesen. Heftiges feindliches Artille­ riefeuer an verschiedenen Stellen 'der Front wurde von uns kräftig erwidert. Bei Aneze zwang unsere Artillerie ein englisches Flugzeug &ur Landung in unserem Bereich. ft WTB. Konstantinopel, 17. August. Amtlicher Heeresbericht: Palästinafront: Stellenweise 'Artillerie­ feuer mäßiger Stärke. — Südwestlich von Me­ dina entwickelte sich! am 10. August ein bei­ derseitiger starker Arttlleriekamps, der bis zum Abend des anderen Tages anhielt. Unsere kräftige Gegenwirkung zwang den Feind in der Nacht zum 12. Llugpst zur Aufgabe seiner bisherigen Stellung, der ficfji unter Verlusten nach Bir Terwisch zurückzog. Auf den übrigen Fronten keine Ereig­ nisse von Bedeutung. Der türkische Bericht. ────────── Tie litauische Thranfrage. ^ < Berlin, 18. August. Wie der "LokalAnz." aus gut unterrichteter Seite erfährt, hat die Kandidatur des Herzogs von Urachs für den litauischen Königsthron sehr anWahr«, scheinlichkeit gewonnen, nachdem eine Reihe von Schwierigkeiten und Mißverständnissen, die durch das temperamentvolle Vorgehen eines Teiles der litauischen Landesoertretung ge« ifchasfen worden warsn, als endgültig besei­ tigt gelten können. 1 Tie Anerkennung des Tschechenstaates. Chiasso, 17. Aug. Ter Corriers della Sera meldet ,der Erklärung Englands Über die Aneskennung der tschochp-slowakischen Na­ tion als eines mit England verbündeten Staa­ tes seien 14 Tage dauernde Besprechungen mit Eduard Benesch, dem Sekretär des tschechi­ schen Nationalrates vorangegangen. Tur>ch! diese Anerkennung billige England, das bisher nur den italienischen Ansprüchen auf österreichi­ sche Landesteile zugestimmt habe, das gesamte Programm der Austeilung Oesterreichs. Aus der Anerkennung Englands ergebe sich für die Tschechen-Regierung das Recht, Vertreter zu jenen Konferenzen der Allierien zu ent­ senden, an denen die kleineren Verbündeten teilnehmen dürfen, ferner diplomatische und !konsularische Vertreter zu ernennen, Mfse aus­ zustellen und an der Friedenskonferenz teil­ zunehmen. Materiell werde dis tschechische Naticm zukünftig nach Maßgabe ihres Bedarfes und ihrer militärischen Kryfkenkwkcklung von England unterstützt. Bene sch selbst etfKtete in einem dem Londoner Vertreter des Corriere Delta Sera gewährten Interview, bei dsr nun veränderten Rechtslage dürfe Oesterreich! die T/cheHen nicht mehr als Rebellen behandeln. Bene sch gM sich! allerdings herüber keinen Il­ lusionen hin, daß die Wiener Regierung seine Auffassung teile; denn er rechnet damit, daß Todesurteile gegen die Tschechen, die aus feind­ licher Seite 'kämpfen, auch! «t Zukunft voll­ zogen werden. Gegckn diesen Frevel rufe bk tschechische Regierung das Urteil der ganzen zivilisierten Welt an. ────────── Westfront beginnt sich langsam wiederherzu­ stellen. Wir wissen, daß zurzeit aus der frans zöfisch-englischon Seite größere Truppenver­ schiebungen von der Aisnesront na ch Nord osten zu stattfinden, die eine gewisse Entlastung der Aisnesront bedeuten Andererseits aber auch auf neue, schwere Angriffe auf der Aommefront schließen lassen:. An der Aisnesront scheint sich, eine ganze amerikanische Gruppe auszubauen, das hieße mit «anderen Worten, daß die Amertkan« dort zum erstenmal als selbständige Ar­ mee auftreten. Aus verschiedenen ' Quellen kann man entnehmen, daß der Stolz der ame­ rikanischen Führer ständig wächst und bagi ,bie Zusammenarbeit zwischen der sranzösisch-amerianischen Führung nicht mehr die glückliche ist, wie nrwfy bor wenigen Wochen. Tie Ame­ rikaner wollen sich, außerdem nicht mehr, ebenso wie Kanadier, Australier, Senegalneger, Inder und Marokkarner als Kanonenfutter der eng­ lisch-französischen Führung mißbrauchen lassen. Daher ihr Str«eben nach Selbständigkeit. ' Äre Beschießung von Calais. Genf, d«en 18. Aug. Tie letzte Beschießiüttg hon Calaiis durch deutsche Flieger verur­ sach tsile stärkten Sachschaden, u. a. die völlige Zerstörung eines von der Militärbehörde ein­ gerichteten großen Lagerhauses. ' 1 j ' FliegeranKchist aus fuauzöfische Häfen. Bern, 1'7. Aug. Ter Petit Parisien mel­ det: Tünkirchem wurde in der Naht zum 15. August von deutschen Flugzeugen angegriffen, ebenso Boulogne und Calais. Ueber Tünkir,achen wurden 20 Torpedos abgeworfen./ In Calais soll der Sachschaden beträchtlich sein. Boulogne scheint ebenfalls gelitten zu haben. Vom westlichen Kriegsschauplatz. Zur Mrkegslage. Ter militärische Mitarbeiter der Voss.Ztg. schreibt: Das Gleiichgckbicht an der gesamten. ────────── Aus Rußland. Vereitelter Anschlag gegen Legat, »nsrrt I Riezler. Stockholm, 18. August. Legationsrat Dr. Riezler hat in Moskau von der terroristi­ schen Gruppe her. Sozialrevolutionäre ei» To-> desurteil zugeestellt erhalten. Tie SowjetsRegierung, voon djer deutschen Botschaft sofort verständigt, vwdnete besondere Maßnahmen zum Schutze Mezlers an, so daß der Anschlag nicht zur Ausführung gelangen konnte. Tie Lage in Petersburg. > Haag, 17. August. Tie "Times" berich­ ten aus Stockholm, daß der Petersburger Sow­ jet in Anbetracht der Unsicherheit, die tu der Stadt herrsche, beschlossen habe, seiner Sitz Vach. Kronstadt zu perlegen. Banden bewaff­ neter Bauern aus den der Stadt benachbarten Gegenden marschieren aus die ehemalige Hauptstadt zu. Sie erklären, nicht Hungers sterben zu wollen. i Ste Lage in Wladiwostok. > Wladiwostok, 17. Aug. Arbeiter, die sich für Freilassung der 'von den TschpchvSlowäken als Geiseln festgehaltenen Sowjet­ mitgliedern einsetzten, beschlossen eine große Arbeiterkundgebueng abzühalte«. Man erwar­ tet, daß Stritten kurzem der Belagerungszustand erklärt werden wird. Sibirien — ein Mettes Levbien? Amsterdam, 18. Aug .Einem hiesigen Blatte züsolg» erfährt die Tipres aus Washing­ ton: Tie Berichte aus Sibirien verfehlen ihre Wirkung nicht. In eitoem Telegramm aus Wa­ shington a#t den Philadelphia Ledger wird über die Möglichkeit gesprochen, das Povgehen der Alliierten zu erweitern, während die Newhork Times daraus drängt, daß bk Allikrten nicht tok&Ä den Fehler begehen, den Serbien so teuee bezahlt hat. Tieselbe Ansicht herrsche i« England. kiicwm und Tvbtzk». Rach einet Stockholmer Meldung des Ma­ ttn, seien Lenin und Trotzki weder in Helsingfors noch in Stockholm; vielmehr sollen sich beide in Mostzau versteckt halten, wo sie seit zehn Tagen nicht mehr gesehen worden seien. Sicher fei jedenfalls, daß die Bolschewik: in Stockholm Villen |ßr Me Familien der bedeu­ tenden Bolschewik: mieten. . Kriegsgreuek der Tschechjo-Slowäken. Von russischer Seite erfahren die Basler Nachr.: Die Barbareien der Tschecho-Slo waken in den besetzten Gebieten unter dem Protek­ torat der Entente spotten jeder Beschreibung. In manchen der besetztem Gebiete wurde fast die ganze Arbeiterjugend erschossen. Die En­ tente ist bestrebt, den Banden der gegenrevo-» lutionären Elemente durch ihre bewaffneten Streikkräfte zu helfen. [ ~ Zum Tode des Cxzare«. j < Bern, 18. August. Nach dem "Bund" stellt die Moskauer "Krasnaja Gaseta" fest, daß der Ort, wo der letzte Zar begraben wor­ den fei, streng geheim gehalten werde. An­ dere Nachrichten besagen, daß die TschechoSlowaken die Leiche Nikolaus II. gestunden und mit großen Ehren beerdigt hätten. — Russi­ sche Zeitungen veröffentlichen über die letzten Augenblicke des Zaren noch folgendes: Als er den Tod kommen sah, sagte er: "Schont meine Frau und meine armen, unschuldigen Kinder! Möge mein Blut Rußland vor dem Untergang retten!" f ! i y I 1 « ────────── Der Krieg mit England. Der Weg mit Ssglaib. Tie irischen Nationalisten. 1 Genf, 18. Aüg. Ter Führer der irischen Nationalisten Tillon hielt in Black Rock bei Dublin eine Rede, in der er die Politik der Sinn Feiner, die ihre Hoffnung auf die Frie­ denskonferenz setzen, als lächerlich; bezeichne­ te. Gr sagte, er danke der Vorsehung, daß die Kräfte der Tomvkratie und der Gerechtigkeit die Oberhand gewinnen und daß nicht Deuts!hland den Krieg gewonnen habe. Was würde, fragte; Tillon u. a., mit Irland geschehen, wenn es als Freund des besiegten Teutschland auf der Friedenskonferenz erscheinen würde? Kanadische Ausschreitungen. Haag, 17. Aug. Tie Times melden aus Toronto: 200 aus Frankreich Zurückgekehrte Soldaten und etwa 1000 Personen, die sich ihnen angeschlossen hatten, beherrschten am 2. August die Straßen. Sie plünderten Gasthäu­ ser und Kaffeehäuser unter dem Vorwände, daß in einem Kaffeehaus ein heimgekehrter Soldat mißhandelt worden sein sollte. In Vcmcoüver hat eine andere Gruppe von Soldate« das Volkshaus und den Labvur Temple ge­ stürmt. Sie erbrachen die Türe und Vernich-, teten Dokumente. Einen der Arbeiterführer hielten sie fest und ließen ihn erst wieder frei nachdem er die Fahne geküßt hatte, welchs die Soldaten vor sich, her ttugen. Sie woll­ ten dadurch! protestteren gegen einen -24-stündigen Streik, der Metallarbeiter" anläßlich des Begräbnisses eines Kollegen, der von einem Polizeibeamten erschossen worden war, als er • sich der Verhaftung wegen Nichterscheinens Be» der Militäraushebung, widersetzt hatte. Tie jüdischen Bataillone in Palästina. Haag, 18. Aug. Aus einer Reutermel­ dung aus London gGt hervor, daß die Eng­ länder in Palästina mit der Anwerbung von in Palästina wohnenden Juden zur Verstär­ kung der aus England gelandeten jüdischen Ba­ taillone begonnen haben. ────────── Der Krieg zur See. U-Boote vor amerikanischen Häfen. Bern, 18. Aug. Wie Pariser Zeitungen aus London erfahren, wurde»Die Häfen von Charleston und Wilmington in Nvrdcarolina in den Vereinigten Staaten von mehreren deut­ schen Untersee'booklM mit Gasbomben beschos­ sen. Ter Schaden sei unbeträchtlich. Ci« französische« Pimzcrkronzrr torpediert. Paris, 18. August. Ter Kreuzer "Tupetii Thvuars" wurde am 7. August im Atlan­ tischen Ozean torpediert und sank. Ameri­ kanische Torpedojäger retteten die Besatzung. 18 Mitglieder von dieser werden vermißt- Tor Panzerkreuzer ist im Januar 1901 Stapel gelaufen und hatte 9500 Tonnen bei 603 Wann Besatzung. ' ! ! * ────────── Aus neutralen Ländern. HoNattds Wintervorräte. 1 i Amsterdam, 17. Aug. Tie Zeitung Vee§ anbei meldet, daß von Regierungsseite 70 000 Stück Vieh als Vorrat für den nächsten Winter in Gefrieranlagen konserviert werden soll. Englische Flugzeuge in Holland. Vlissiingen, 17. Aug. Gestern mittags ist im KüstengÄvKsser ein englisches Flugzeug niedergegangen. Einer der Insassen war schwer verwundet und wurde in Cadzand an Land gebracht; der andere wurde in Vlissingen in­ terniert. | i i I Amsterdam, 17. Aug. Gestern nachmit­ tags mußte Sin englisches Flugzeug, das an dem Angriff aus Zeebrügge teilgenommen 'hat­ te, bei Äondeterke niedergehen. Tie Insassen, ein amerikanischer Fliegeroffizier und. ein schottischer Unteroffizier wurden interniert. ────────── Japan im Kriege. Elttente Vertretung bei den Japanern in , ( l Sibirien. x f Bern, 17. Aug. Home libre teilt mit, daß wahrscheinlich auch die übrigen Entente­ mächte, dem Beispiel Englands folgend, eine diplomatische Wssion bei dem japanischen Ex­ peditionskorps in Sibirien beglaubigen lasse» werden. | t [ [ [ [ , ( i ────────── | gen. Durch die neuen Bestimmungen werden die Petroleumfelder Mexikos Staatseigentum. Da­ durch wird das Petroleum Konterbande und kann dann nach! dem Völkerrecht an einen kriegführenden Staat nicht wieder weitergegebeir ioerden. l , , ( l ' 1 Amerikanische Truppen für Sibirien. Reuter meldet: Blättermeldungen aus Washington vom 16. August zufolge,gabKrieg^-sekretär Baker bekannt, daß, das 17. ameri­ kanische Infanterieregiment in Wladiwostok er-, wartet würde, um mit den Tschechen und Ja­ panern zusammenzuwirken. ! > j Aas imetifta. Amerikanischer Chauvinismus. ( , Hamb ur g, 18. Aug. Tr. Roda Erd­ mann, eine geborene Hamburgertn, die 1913 als Tvzentin für Biologie an die Jale-Univerfität in Newhaven berufen wurde, wurde ge- 1 fangen gesetzt, nachdem sie schpn seit Kriegsausbtud), unter den amerikanischen Anfeindun­ gen schwer zu leiden gehabt hatte. Tie mexikanischen Petrotemnlagcr. Rotterdam, 18. Aug. Wie Reuter aus Washington meldet, haben England und Ame­ rika einen gemeinschaftlichen diplomatischen Schritt in Mexiko unternommen unb gegen den mexikanischen Beschluß über die .Petroleumfelder, der einer tatsächlichen Konfiskation gleichkommt, protestiert. Tie englischen Petro­ leumgesellschaften sind inzwischen übereinge­ kommen die von der mexikanischen Regierung in ihren Beschlüssen gestellten Bedingungen nicht zu beachten. In diesem .Petroleumstreit handelt es fto)! um etwa folgendes. Tie Alli­ ierten werden in diesem Jahre 430 Millionen Faß rohes Petroleum nötig haben. Davon pro­ duzieren die Vereinigten Staaten etwa 315 Millionen Faß, die mexikanischen Petroleum­ felder können etwa 130 Millionen Faß aufbrin-' Aus Amerika. ────────── Abgeschlagener Luftangriff auf Innsbruck, j Innsbruck, 17. Aug. Gestern vormit­ tags knapp vor 10 Uhr erschienen aus der Richtung des Brenner in beträchtlicher Höhe über Innsbruck drei italienische Flieger, zwei Aufklärer und ein Jagdflieger, System Spad/ deren Anflug bereits durch Alarmsignale ge­ meldet war. Bei ihrem Erscheinen eröffneten die Abwehrgeschütze ein heftiges Feuer und hinderten die feindlichen Apparate, die wenige Minuten Wer der Stadt kreisten, tiefer zu gehen und zwangen sie, ohne daß sie Bomben, abwarfen, zur Umtehr. Tie Flugzeuge flogen> gen in Richtung gegen das Oberinntal ab.', Nach, eingelaufenen Nachrichten schienen sie über Imst, von wo sie dann Wer dem Pitz- j täte entlang südwärts steuerten.. 1 1 Feindliche Fliegerangriffe aus Lndwigs_ , Hafen und Mannheim. | 1 Ludwigshasen,a. Rh>, 17. August. In der Nacht zum 16. August wurden Mann­ heim und Ludwigshafen wiederum von feind-, lichen Fliegern angegriffen. Es wurde eini­ ger Sachschaden durch Bombenabwurf ange- , richtet. Personen wurden nicht verletzt. Ge­ stern vormittags versuchte eine größere An­ zahl feindlicher Flieger abermals einen An-' griff auf Ludwigshafen und Mannheim, bod) j wurden sie durch, die Abwehrmittel ant Vom- j benabwurf gehindert. Trei feindliche Flug­ zeuge wurden abgeschossen. ; | i Der Luftkrieg. ────────── —* Se. Exzellenz Herr Regiernngspräfibent v. Pracher ist aus dem Urlaub zurück­ gekehrt und hat die Geschäftsführung wieder Übernommen. t j ) , r , —* Der Wochenbericht der städt. Sparkasse Lißt Spar- und Scheckeinlagen von 65 379.10 Mark und Auszahlungen von 3235#2 Mark ersehen. Es bleibt somtit ein EinnahlMenmehr von 33 027.10 Mark. Las Guthaben der Sparkasse bei der K. Filialbank beträgt 1458 328.13 Mark. 1 i , ' —* Erhöhung der Familienunter­ stützung. Aus Berlin wird gemeldet: Auf eine Eingabe des Reichstagsabgeordneten Mar­ quardt an den Vizekanzler v. Payer ist dem Abgeordneten vom Kriegsministerium, wie einige Berliner Morgenblätter melden, mit­ geteilt worden, daß zwischen den zuständigen Ressorts der Reichs- und Staatsregierungen Eröterungen über eine für den kommenden Winter zu gewährende Erhöhung der rejchsgesetzlichen Familienunterstützung schweben. —* Für die fleischlosen Wochen soll Kartofselersatz gewährt werden. Tiefer soll ab­ gestuft, werden nach der Größss der Stadt. Herr Bürgermeister Tr. Herterich erklärte hierzu in der letzten Sitzung des Magistrats, Landshut habe dagegen bereits Protest eingelegt. Lands­ hut würde zwei Pfund Kartoffel, jene daher. Städte, welche herausgegriffen wurden, aber 3 Pfund ^halten. Zn der ersten fleischlosen Woche solle dafür Mehl gegeben werden und zwar in letzteren Städten 250 GraMm. 'Lands­ hut erhalte 180 Graptm. Tie notwendigen, organisatorischen Maßnahmen werden hier noch getroffen, 1 dawit wenigstens nächsten Samstag die Bevölkerung ihre Wehl- oder Brotration erhalte. I ! |, —* Landshut ist eine sehr kranke Stadt, Meinte Herr Bürgermeister Tr. Herteridj, in der letzten Magistratssitzung. Er hatte auf einem ärztlichen Zeugnis eine NumMer über 1500 feststellen müssen. Ties sei bei 21000 versorgungsberechtigten Personen sehr viel. Ta.Müsse Landshut ein sehr ungesundes KliMa haben. Dine dieser Zulagen, nämlich an Brot und Wehl, habe er, weil ungesetzlich, sofort abgestellt. Es habe sich dies durchs ein Versehen hier eingeschliffen und mußte daher sofort berichtigt werden. I i —* Die Lebenstznffttelstelle in der Rosengasse klagt, daß viele Personen es vor­ ziehen, ihre Marken nicht , in den Bezirksloka­ len, sondern bei ihr abzuholen. Es entsteht dadurch an den Tggen nach der Warkenabgabe dort ein starker Ansturm. Herr Bürgermeister Tr. Herterich bemerkte hierzu in der letzten Magistratssitzung, er Möchte die Bevölkerung ersuchen, sich, an die Ordnung zu halten und ihre Mavken in den 15 Abgabestellen abzuholen. —* Im Gemüsehandel, hat sich hier nach' einem Berichte der PolizeiinspeMon die Sitte eingebürgert, daß Kunst- und Handels­ gärtner Gemüse von den Schwaigern abneh­ men, um es dann wieder zu verkaufen unter der Ungabe, daß dieses Gemüse bereits vorher bestellt sei. Es habe aber den An schein, daß dieses Gemüse nicht fest bestellt sei, sondern von den Gärtnern aus dem Bestände der Schwaiger erst ausgesucht werde. UM hier Ab­ hilfe zu schaffen, hat der Magistrat aus Vor­ schlag des Referenten, Herrn Refftsrat Costa, in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß künftig durch Wiederverkäufer Gemüse aus dem WochenMarkte vor 9 Uhr früh nicht angekauft werden darf. Hierdurch! soll der Bedarf per einheimischen Konsumenten in erster Linie Deckung finden. Herr Bürgermeister Tv. Herfferich glaubte, daß auch, der städt. Gemüseverkauf, d er nächste Waff^e beginnen solle, ein weiteres hierzu beitragen werde. i ' An Fett erhallen wir diese Woche 60 Gramm Butter für den Anteil. , —* Ueber die Fleischzulagen für Kranke ist im Anzeigenteil der heutigen Num­ mer eine Bekanntmachung enthalten. <" —* Der städt. Kartoffelverkauf ' wird heute in der Verkaufsstelle im PrantlBarten fortgesetzt. [ x [ ... > —* Ein Wäschedieb wurde gestern hier festgenommen. Es ist dies der Schuhmacher Karl Kloser aus Mannheim, der in einer hie­ sigen Wirtschaft übernachtet war und am Mor­ gen unter Mitnahme von Wäsche verduften tvollte, aber hierbei gefaßt und festgenommen werden konnte. ! I i ( —* Eine Haussuchung wurde in einer hiesigen Wohnung vorgenommen und hierbei 50 Stück Eier beschlagnahmt. , I t —* Zu betn Diebstahl in Achdorf, von dem wir bor einiger Zeit berichteten, teilt uns der Hamsbesitzer Keil mit, daß er aus der Haft entllassen und die Untersuchung gegen ihn eingestellt sei. Ms Däter komme nur sein Sohn in Betracht. { , , ; —* Der ,Glückshasen für den Opfertag war gestern Won vor der Eröffnung dicht um­ stellt von Kauflustigen. Es entwickelte sich ein starker Wettstreit um die heißbegehrten Lose, die infolgedessen schnell ausverkauft wa­ ren. Nach zweistündiger allerdings angestreng­ ter Tätigkeilt der Tamen und Herren des Glückshasens hatte der letzte Treffer seinen Besitzer gefunden und das Glück seine Gaben verteilt, wobei es allerdings kleine Launen zeigte. So gewann eine Maid dom Landeein Herrenrad, ein Kind das zweischläfrige Bett, ein Junggeselle einen großen Karton mit Gemüse. Doch das Glück läßt sich ja auch korrigieren. Tie Stadtkapelle brachte vor dem Rathause wieder eine Standparade und die jugendlichen Sammlerinnen oblagen wieder eifrig ihrer freiwillig.übernommenen Pflicht. Abends schloß ein Unterhaltungsabend in der Jägerhalle, Über den wir noch berichten wer­ den, den Landshuter Opsertag, dessen finan­ zielles Ergebnis rächt Hinter denen früherer ypsertage zurückstehen dürste. ; - ( —* Der gestrige Sonntag wurde am frühen Morgen von einem ausgiebigen Re­ gen eingeleitet. Später hellte sich der Him­ mel auf, doch wurde die Sonne noch mehrmals von regenschlvangeren Wolken verdunkelt, ohne daß es jedoch zu einem stärkeren Niederschlag fam. Der Ausftugsverkehr entwickelte sich, in den Nachmitttagsstnnden noch sehr lebhaft und hatten besoniders die. nahegelegenen Ausflugs­ orte guten Wesuch. j J j ' ────────── Roman von Fr. Lehne. Copyright 1913 bh G reiner u. Comp., "1 ! ! , Berlin W. 30.) MM 1 ! 1 Machdruck verboten.) i 42] Sie hielt es für nötig, sich, zu rechtfertigen^ damit er nicht glaube, sie mache sich- einer Pflichtverletzung schuldig. ~ ( j Doch freundlich wehrte er ab. > f "Es ist so ganz in Meinem Sinn! fiebri­ gen s — sch, bin erfreut, Fräulein Berger, über die Fortschritte der Kinder. Ich, will Sie nicht länger stören: Wenn ich! eine Bitte aus sprechen darf: bleiben Sie noch so! .Ich, Möchte die Kinder so malen — im Freien — in dieser schönen Natürlichkeit. Und morgen hoffe ich, Sie wieder hier zu finden." , , p , Lore fand nichts Auffallendes an dieser Bitte; sie konnte ja nicht ahnen, daß es ihm hauptsächlich, aus ihr Bild ankam. | > Lore war dabei, den Teetisch aus der Ter­ rasse herzurichten. Tann schnitt sie einen schweren, köstlich, -duftenden Fliederzweig ab, den sie in ein zartgetöntes Galleglas tat, um Die Allwördens. den Tisch damit zu ff,Mücken. Noch esnmal prüfte sie, ob nichts vergessen sei; es fehlte nichts — die Weinen Kuchen, die frisch geröste­ ten Toasts, Butter, Marmelade, Zucker, Rahm, in geschliffener Kristallfiasche Arak — alles, wie die Gräfin es bestimmt. 1 i Es war Besuch da; der neue Nqchhar, Baron Vultach, der die Berklinsche Besitzung gekauft hatte. Bei seinem Antrittsbesuchs hakte die Gräfin gesunden, daß er ein ganz scharman­ ter junger Mann sei, der ihr Manchmal über die Lengefelder Langeweile hinweghelfen könn­ te, um so mehr, da er nach, seiner "Aussage sehr gern Tennis spielte, was Lella mit Freu­ den begrüßte. 1- | [ i Das zum zweiten Male frisch eingefüllte Teewasser begann schon wieder zu sieden, als die Gräfin Allwörden in lebhaftem Geplauder mit Baron Vultach. aus dem Park kam, beide ganz in Weiß, den Tennisschläger in der Hand. Sie sahen sehr erhitzt aus. Gräfin Lella Machte ganz den Eindruck eines jungen Mädchens in dem kurzen Kleid und dem heruntergebogenen Panama. ' i Lore goß den Tee auf, während die beiden langsam die Freitreppe heraufschritten. , 'Baron Vultach stutzte bei ihrem Anblick; er sah sie znm ersten Male und wußte nicht, wer sie war. Respektvoll verneigte er sich, da sie einen so Durchaus vornehmen 'Eindruck machte. ! ' (I i Tie Gräfin runzelte die jeinen Brauen, denen sie mit dem Stift etwas nachtzehoffen hatte, als sie die junge Erzieherin am Tee­ tisch hantieren sah. i ! , "Wo ist Betty?" fragte sie kurz, dabei mit einer herrischen Gebärde Lore ihr Racket rei­ chend. i f | '! "Betty hat sich vorhin in die Hand ge­ schnitten, Frau Gräfin, und hat mich, gebeten, ihre Stelle zu vertreten." , i "Jean ist doch da." I f f i "Jean hat den Herrn Grasen uni Erlaub­ nis gebeten, ins Torf zu gehen, und da —" "Schon gut! Wozu hat man da Personal." Lella lachte kurz und unwiMg aus. "Nehmen Sie Platz, Baron — da — mir gegenüber." Leo Vultach drückte seinen hageren Kör­ per in den Peddigrohrsessel und richtete seine runden Pudelaugen in unverhohlener'Bewun­ derung auf das junge Mädchen, das die Gräfin und ihn bediente. i I . .! (Fortsetzung folgt.) ────────── Städtische Schwimmschule. 19. August 1918. Wassrr 15 . Grad C. Luft 16 . Grad C. ────────── Berlin- den 16. August 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise l t ■ verboten.) Französische Kopfgelder für Gefangene. Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. ! Im Westen, den 15. August!. In den letzten Tagen eingebrachte französi­ sche Gefangene haben bekundet, daß ihnen von ihren Vorgesetzten für jeden gefangen einge­ brachten "Bofffi" eine Belohnung von 250 Franken ausgesetzt und außerdem' ein Urlaub von 12 Tagen versprochen worden ist. Sie behaupten, daß bei anderen Truppenteilen die­ se Belohnung sogar bis aus 1000 Franken erhöht worden sei. Allerdings handelt es sich! dabei nicht um> die gegenwärtige Hauptkampfsront, sondern um einen Abschnitt, wo noch her Stellungskrieg andauert. Immerhin steht der deutsche Gefangene danach in Frankreich höher im Preise ,als daß die übertriebenen Gefan­ genenziffern, welche die Franzosen nach, jeder ihrer Offensiven gemeldet haben, ihren eigenen Soldaten glaubhaft erscheinen könnten. Italie­ nische Deserteure z. B.' stehen unvergleichlich viel niedriger tot Kurse,' denn jeder Fran­ zose, Soldat oder Zivilist, der einen desertie­ renden Italiener absaßt, erhält nur "2 bis höchstens 5 Franken Belohnung. t Bei dem Luftangriffe den die Franzosen am Sonntag auf Montmedy ausgeführt ha­ ben, haben sie wiederum geflissentliche eine gro- Kriegsbriefe aus dem Westen. |e Anzahl Bomben auf das dortige Lazarett ab­ geworfen, trotzdem dieses mit riesigen roten Kreuzen gekennzeichnet ist, die sich auf je­ der Fliegerphvtogroiphte deutlich abheben, und trotzdem es den Franzosen aus dem Frieden her wohlbekannt ist. Ter Erfolg war, .daß. sechs Verwundete und Kranke, darunter zwei ver­ wundete Kriegsgefangene, getötet, und aus ei­ ner Schar in der Nähe spielender Kinder fünf verletzt iovrden sind, von denen ei,nes inzwi­ schen an seinen Wunden gestorben ist. Es steht außer Zweifel, daß in den fortwährenden Am griffen aus Lazarette und Verwundeten-Berbandplätze ein bewußtes, niederträchtiges Sy­ stem der sranzösisch-englisff-amerikanischenVorNmpser für Kultur und Menschliff!keit liegt, ebenso wie-in der nach vielen Hinderten von Opfern zählenden Tötung französischer und bel­ gischer Landeseinivohner. , ' (AB.) SB. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Reue U-BootSersolge. 1 WTB. Berlin, 18. August. > (Amtlich.) Neue U-Bootserfolge im Kanal und westlich davon: 13000 Br.-Reg.-Tonnen. . ' Ter Chef des Admjralstabes der Marine. < , i versenkt. Ter schwedische Tämpser "Südland", 303b Tonnen, wurde am 8. August vor der nord­ amerikanischen Küste versentt. i | i 2 britische Zerstörer gesunken. Am 15. August sind zwei britische Zer­ störer auf Minen gestoßen und gesunken. 26 Mann werden vermißt- 1 i i Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwi­ schen Rußland und de« Alliierten. Amsterdam, 18. August. Einem hie­ sigen Blatte zufolge meldet die "Times" ans Washington: Tie alliierten Staaten haben alle Beziehungen zur Bvlschewikiregierung abge­ brochen. Tie amerikanischen Konsularbeamten in Moskau verließen die Stadt am "5. August und betrauten den schwedischen Konsul mit der Wahrnehmung der amerikanischen, briti­ schen und japanischen Interessen. Ein Hilferuf der Tschecho-Slowaken. Wladiwostok, 18. August. Tie TMcho-Slowaken haben den Vertretern der Allierten 'in einer Denkschrift auseinanderge­ setzt, daß schnelle Hilfe in großem Umfange nötig sei, um den Anmarsch, auf Irkutsk zu ermöglichen. Es wird in der Note hervorge­ hoben, daß, wenn ihre Streitkräste Irkutsk nicht innerhalb von 6 Wochen bedrohten, dies, gleichbedeutend mit dem Verlust alles tschecho­ slowakischen Erfolge in Wesffibirien wäre. Letzte Posten. ────────── Lage in der Ukraine. I ! Berlin, 18. "August. Ter Zurzeit m Berlin weilende ukrainische Ministerpräsident erklärte gegenüber Berichterstattern Berliner Blätter, daß für die Ausfuhr aus der dies­ jährigen Ernte, die ein gutes Mittelergebnis Erhoffen lasse, 100 Millionen Pud Getreide in Fragen kommen. Allerdings sei die Trans­ portsrage noch, immer schwierig zu lösen. Tie inneren Zustände in der Ukraine würden sich! zusehends festigen. Durch die AußerkursseAung des russischen Rubels in den nächsten Mo­ naten würden auch stabile Geldverhältnisse wie­ derkehren. Ueber das Verhältnis zu Groß­ rußhand befragt, meinte der Ministerpräsident, daß eine Annäherung nur aus der Grundlage eines Vertrages, «ähnlich dem vom Jahre '1654 in Frage komme. Tlieser Vertrag sprach sich seinerzeit für eine Union zwischen Rußland und der Ukraine aus, gewährte aber der Ukrai­ ne volle Selbständigkeit in der Gesetzgebung, in der diplomatischen Vertretung, in dem Ab­ schluß, von Staatsverträgen und in der Wahl des Hetmans als selbständigen Herrschers. Für den Kriegsfall aber sah dieser Vertrag ein "ge­ meinsames Handeln bor. Sein Zweck in Berlin sei, über die Ratifikation des Brester Friedens mit der Ukraine einige Fragen zu klären. Wnschluß an die Türkei. 1 r Konstantinopel, 18. August. Sine, Abordnung von Kars, Batum und Ardahan, die kürzlich in Konstant-inopel angekommen Ist, wurde gestern dom Großwesier empfangen, dem sie das Ergebnis der Volksabstimmung über­ mittelte, die mit "85124 bvn 87 64i8 Stim­ men, welche die Gesamtbebvlkerung dieser Ge­ biete, vom 19. Lebensjahr angefangen, dar­ stellen, die Rückkehr dieser 3 Bezirke zum Mut­ terlands verlangt. ────────── ®tS6 u. Verlag I. g. Rketjch. «erantwortliOs, Mchriftleiter jg. $. Wagner. Eelbe tu BtmbSlak ────────── Inserate. ────────── Bekanntmachung. Fettmeng, für die laufende Woche: 66 Gramm Butter Landshul, den 17. August 1918. ,• Stadtmagistrat Landshut. 2198 Dr. Herterich. 1 ────────── Bekanntmachung. Betreff: Meischverbranch, hier Fleischzulagen Auf Grund der Ziffer 3 der Bekanntmachung der bayer. Fleischvrrsorgungsstelle vom 10. ds. Mir. wird bekannt gegeben: Kranke, welche die Berechtigung für Fleischzulagen besitzen, können die ihnen zukommende Zu­ lage in der fleischlosen Woche von ihrem zuständigen Lieferanten beziehen. • , Landshut, de» 17. August 1918. Stadtmagistrat. 2200 Dr. Herterich. Karl. ────────── Stellv. Generalkommando 1. Bayer. Armeer korps. Bekanntmachung. Das stelln. Generalkommando I. b. A.-K. bringt neuerdings die Bekanntmachung der 3 bayer. stellv. Generalkommandos vom 15. Rooamber 1916 Nr. 193069 betr. Einschränkung des Fahrradverkehrs in Erinnerung. Danach ist die Fahrradbenützung z« Verguügungsum> Sportzwecken verboten. Die Polizeibehörden stnd angewiesen, den Vollzug des Verbotes im Interesse der beruflich auf das Radfahren cbm« Wiesenen Bevölkerungsklaffen strengstens und unuachfichtlich durchzuführen. 'I. V. gez. Hehdenabsr. 2193 ────────── Tages-Uebersicht. Kaiser Karl von Oesterreich vwllendete am Samstag sein 31. Lebensjahr. . ( Hetfferich, und Josse in Berlin. Wie an­ gekündigt, sind Staatsminister Tr. Helfferich und der russische Botschgster Joffe am Samstag: früh wieder in Berlin eingetroffen. 1 Prinz Hohenlohe über das deutsch-öfter-! reichischje Bündnis. Anläßlich des Gebnrts- j tages des Kaisers und Königs Karl empfing! der österreichißchj-ungarische Botschafter in Ber­ lin Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst die Spitzen der Österreichsschfungarischen Kolonie, um ihre Glückwünsche entgegenzunehmen.Hse-, bei t)jiett bet Botschafter eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Als heiliges Erbe hat unser Kaiser das Bündnis mit dem Teutschen Reiche Wernommen und als solches wird es iveiter von ihm gehütet werden. Ein Bünd­ nis, dem wir j In | Oesterreich-Ungarn und in Deutschland , soi unendlich viel und vielerlei zu , danken haben und das sich, auch in den denkbar schwersten Zeiten trotz dev ungünstigsten politischen Kon­ stellationen als zuverlässiger Schütz und Sjchsrm unseres Besitzstandes erwiesen hat, ein sol­ ches Bündnis ist, glaube t$i, über jegliche Art kleinlicher Nörgelei erhaben, vor allem auch schon deshalb, weil es nicht eine Unterordnung der Interessen des einen unter jene, des an­ deren fordert, vielmehr den Interessen eines jeden in gleicher Weife Rechnung getragen hat, trägt und auch, in Hinkunft immer tragen soll, und tragen wird. Ter Botschafter schjloß, in­ dem er u. o. ausführte: Wir haben Oesterreich-Ungarns Widerstandskraft und .Stärke' während der letzten vier Kriegsjahre erst so, recht kennen gelernt und glauben daher an seine glorreiche Zukunft. Was aber an uns liegt, das toofiten wir tun, um unser «Werst lein, und scheine es auch, noch so gering, hier­ zu beizutragen. ! ! ! . i j Zucker aus der Ukraine. Aus Odessa wird gemeldet: Tie Zentralmäch,te haben bis jetzt in der Ukraine vier Millionen Pud Zucker gekauft. Jetzt wird wegen der Lieferung von weiteren 3,5 Millionen unterhandelt. Tävon erhalten Bulgarien 4 Prozent, die Türkei 9,5 Prozent, von dem Rest Teutschland 60 Prozent und Oesterreich, 40 Prozent. ' s ( j Ein päpstliches Konsistorium. Ter vatika­ nische Mitarbeiter der Stampa glaubt zu wis­ sen, daß, im Herbst das angekündigte Konsi­ storium stattfinden wird. Aus diesem Anlaß sollen eine Reihe von neuen Kardinälen er­ nannt werden. > i | | Tie Kinderfahrten nach Holland. Ter Le­ bensmittelmangel hat in Holland einen solchen Umfang erreicht, daß fremde Kinder zur Erho­ lung nicht mehr ausgenommen werden können.