Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-08-26. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 232, 1918-08-26. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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August 1918 ────────── Fortdauer der feindlichen Durchbruchsversuche. ────────── Ein neuer englischer Ansturm auf Bapaume blutig gescheitert; starke feindliche Angriffe zwischen Albert und Somme abgeschlagen. — Erfolgreiche deutsche Fliegerangriffe. — Oesterreichisch-ungarische Erfolge in Albanien: Berat und Fieri genommen. — Ein großer Munitionsdampfer versenkt. ────────── nach, stärkstem Trommelfeuer zum großen ein, heitlichen Angriff bor. Er ist völlig geschei­ tert. Im Gegenangriff warfen wir den Feind aus seine Ausgangsstellungen zurück. Bereitstel­ lungen und Kolonnen des Gegners wurden in den Schluchten von Vezaponin mit besonderem Erfolg von unseren ..Schlachtstaffeln angegriß fen. I i Leutnant Tibet errang seinen 59. und 60. Lustsieg. In den letzten Tagen errang Leut­ nant Laumann seinen 25. und 26., Vizefeld­ webel Torr seinen 22. und 23., Oberleutnant Auffahrt seinen 22., Oberleutnant (greint und Leutnant Büchner ihren 20. Luftsieg. SaBeätteell Der 1. ®e*eral und Heeresgruppe des Generalobersten v. Böhn, Ter Engländer hat seine Angriffe nach Norden bis fiiMftttdji bon Arras, nach Süden über die Somme hinaus bis Chaulnes ausge­ dehnt. Tie Armeen des Generals von Below und von der Marwitz brachen den Ansturm des an Zahl überlegenen Feindes . | Stärkster Artilleriekampf von Arras bis Chaulnes leitete mit Tagesanbruch die Schlacht ein. Tem beiderseits bon Bovelles porbrechenden Gegner wichen unsere Vortruppen be­ fehlsgemäß auf Croisllles—St. Leger Km» psend aus. Nordwestlich, von Bapaume nah­ men wir den Kamps in der Linie St. Leger— Achied le Grand—Miraumont an. Hier bra­ chen die Frühangrisfe des Feindes zusammen. Am Nachmittag erneuter Ansturm gewannRichtung Mory Boden. Preußische Regimenter, aus nordöstl. Richtung zum Gegenangriff angesetzt,, warfen den über Morh vorgedrungenen Feind wieder zurück. Tie in Richtung Bapaume ge­ führten feindlichen Angriffe drängten unsere Linie auf Behagnies—Phs zurück. Hier brach­ ten örtliche Reserven den Feind zum Stehen und schlugen am Abend noch mehrfach wieder­ holte starke Angriffe ab. Beiderseits von Mi­ raumont zerschellte viermal wiederholter An­ sturm vor unseren Linien. Vizewachtmeister Baumeister der 2. Batterie Res.-Feld-Arft-R«^ 21 vernichtete hier mit einem Geschütz allein sechs Panzerwagen des Gegners. ; Oestlich bort Hamel faßte der Feind aus dem östlichen Ancreufer Fuß. Seine Angriffe aus Albert heraus brachen östlich der Stadt zusammen .Zur Gewinnung unseres Anschlus­ ses bei Phs setzten wir unsere Linien von Miraumont bis östlich Albert von der Ancre ab. Südlich der Somme schlugen preußische Truppen, die schon am 9. August dort den eng­ lischen Durchbruch verhinderten, auch gestern die gegen Gapph—Foucaucpurt—Vermandovillers gerichteten englischen Angriffe westlich dieser Linie zurück. Beiderseits der Avre, an der Oise und Ailette kleinere Jnfanteriegefechte. Zwischen Stilette und Aisne setzte der Franzose seine Angriffe fort. Am Vormittage wurden Teil.ongriffe abgewiesen. Am Abend brach derFeind und brach am Nachmittag aus Courcelette und Pozieres heraus zum Angriff gegen Martin-, puich—Bazentin bor. Preußische Truppen stie­ ßen im Gegenangriff in die Flanke des Fein­ des und warfen ihn über Pozieres hinaus zurück. Von östlich Albert bis zur Sommel suchte der Feind in mehrfachen starken An­ griffen unsere Linien zu durchstoßen. In sechs-, sachem Ansturm gegen die Mitte der Kampf-! front führte der Feind wieder zahlreiche Pan­ zerwagen heran. Preußen, Hessen und Würt-, temberger schlugen den Feind zurück. Sie stie­ ßen ihm bis La Boiselle und Über die Chaussee Albert—Brah hinaus nach und fügten tym schwerste Verluste zu. Tie hier nach Abschluß der Kämpfe aus der Gesamtfrvnt weit in den! Feind hinein vorspringenden Linien wurden während der Nacht zurückverlegt. j Von der Somme bis zur Oise blieb die Gefecht Stätigkeit auf Artilleriefeuer und klei­ nere JnsanterieMmpfe nördlich, von Rohe und westlich, der Oise beschränkt. An der Stiletts flaute die Kampstätigkeit ab. { Zwischen Ailette und Aisne folgten gegen Crechaumont und beiderseits von Chavignys kräftigem Feuer mehrfache starke, tat besonde­ ren bei und südlich, von Chavignh in dichten -Wellen vorgetragene Angriffe. Sie wurden unter schwersten Verlusten für die Franzosen abgewiesen. Kavallerie-Schützenregimenter ta­ ten sich hierbei besonders hervor. Unsere Bombengeschwader warfen in der Nacht zum 25. August auf Hafenanlagen,Bahn­ höfe, militärische Anlagen und Truppenlager des Feindes 75 000 Kilogramm Bomben ab. Der 1. Generalquartierme > Sudendorff. ! • WTB. Berlin, 25. August. Amtlicher Abendbericht: 1 Schwere englische Angriffe zu beiden Sei­ ten von Bapaume. Ter mit gewaltigem! Kräfte-, dinsatz versuchte Durchbruch des Feindes ist gescheitert. Eigene Gegenangriffe zur Wieder­ gewinnung verlorenen Bodens sind noch, irrt Fortschreiten. Viele zerschossene ^Panzerwagen liegen vor und hinter unseren Linien. \ Starke Angriffe der Franzosen südlich der Ailette, deren Hauptkraft durch eigenen erfolg, reichen Angriff gebrochen wurde. ────────── Bericht des Admiralstabes. | State U-BootAerfokge. \ WTB. Berlin, den 23. Aug!. Amtlich^ An der OstkÄste Englands versenkten unsere! Unterseeboote außer mehreren steinen Fahr­ zeugen vier Dampfer, teils aus Geleitzügen heraus, mit insgesamt 15 000 Br.-R.-Tonnen!j Ter Chef des Admiralstabes der Marine. |j ────────── WTB. Wffen, den 24. August, mittags!. Amtlich wird gemeldet: Ftaltenischer Krtegsfchanplatz. Bozen und Gries wurden in der Nacht zum 23. ds. von italienischen Fliegern heim­ gesucht: der Feind warf über 30 Bomben ob, tötete mehrere Einwohner und beschädigte das Krankenhaus. An der Front keine größeren Kampf Handlungen. r Albanien: Tie Streitkräfte des GeneraloberstenFrhrn. von Pflanzer-Baltin haben ant 22. August zwi­ schen Berat und Fjeri die feindliche Linie durchstoßen und ihren Angriff bis auf die Höhe südlich von Kumani vorgetragen; gleich­ zeitig brachen wir nordwestlich von Berat in die italienischen Stellungen ein. Gestern wur­ den die Erfolge bei Berat erweitert und hef­ tige Gegenangriffe abgeschlagen. Auch im Gek^rgslande Stloves gewannen unsere braven Truppen Raum. Unsere Flieger bombardierten mit Er­ folg die Fluganlagen bet Valona. Ter Chef des Generalstabes. m WTB. Wien, den 25. August, mittags». Amtlich wird gemeldet: Ftalienifcher Kriegsschauplatz« 1 Nichts Neues. ' Albanien: Unser Angriff schreitet erfolgreich vor­ wärts. Nach erbitterten Kämpfen sind gestern nördlich von Fieri die italienischen Brückenkopf­ stellungen gefallen. Unsere Truppen haben in der Verfolgung den Sem übersetzt. » Auch bei Berat und im Silovisgebirge erzielten wir weitere Fortschritte. Tie Bombenangriffe unserer Flieger auf Balona wurden fortgesetzt. , Ter Chief des GeneralstabU. Der österr.-ung. Bericht. ────────── Der türkische Bericht. Konstantinopel, 22. Aug. Amtl. Be­ richt: Palästinafront: Beiderseitiges Artilleriefeuer auf die "Stellungen und das Hintergeiünbe. — Rege Fliegertätigkeit. — Im Hedschas geriet ein feindlicher Rebellenzug in einen von uns gelegten Hinterhalt und wurde unter Perlusten zerstreut. > Konstantinopel wurde in der Nacht zum 122. ds. von zwei feindlichen Flugzeuggeschwa­ dern angegriffen .Mehrere Bomben sind auf tStambut gefallen. Militärischer Schaden ist nicht entstanden; 8 Einwohner wurden verletzt Und einige Läden beschädigt. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Französische Friedenssozialisten. ' Nach einer Schweizer Meldung bey "Tl. $tg." steht eine mächtige Parlamentskundg«fcung der französischen Sozialisten für den Frieden zur Wiedereröffnung der französißchen Kammer atm 1 6. Dezember in Aussicht. ────────── Der Krieg mit England. Englische Streikbewegung. ' Amsterda nt, 25. Aug. Wie ein hiesiges Blatt aus London erfährt, haben die Bahn'arbeiter in Jorkshire nach, einem Tag Streik die Arbeit wieder ausgenommen. Tie N>rderung der Omnibussührerinnen wird günstig beurteilt. Einige Bahnen fahren wieder. Ter Sekretär des Eksenbahnerbundes Thomas hat den Führerinnen nachdrücklich angeraten, die Arbeit wieder aufzunehmen. ────────── Aus Rußland. Siege der Sowjetstruppen. Stockholm, 25. August. Zu dem Siege der Sowjetstruppen über die Tscheche Slowa­ ken bei Kasan wird noch mitgeteilt, daß die Sowjetstruppen auf das 10 Werst von Kasan entfernte Ukrasnaja vordringen. Tie Flieger der Sowjetstruppen'warfen viele Bomben auf die Kafaner Militäranlagen herunter und er­ zielten Volltreffer. Kasaner Zeitungen zufolge herrscht zwischen den Tschecho-Slowaken und den dortigen Kosaken Uneinigkeit. ‘Sie Lage atn Amur und tut Baikalgebiet. Wie das Amsterdamer Handelsblad aus London erfährt, wird nach Berichten aus To­ kio amtlich aus Wladiwostok gemeldet: Feind­ liche Abteilungen haben die Truppen des Ge­ nerals Kalmikow angegriffen; sie wurden ahgeschlagen. 800 Mann feindliche Truppen be­ finden sich bei Uspouka und Bimakow gegenüber den vereinigten Truppen der Alliierten. Sie haben Maschinengewehre auf Schissen am Ussaveri (??) aufgestellt .Tie Truppen des Fein­ des längs des Amur zählen 19000 Mann, jene im Baikalgebiet 18000 Mann. • i Gegenrevolution in Rußland. I Moskau, 25. Aug. Aus der intensiven Propaganda der Sozialrevolutionäre, die alle unzufriedenen Elemente um sich zu scharen suchen, ist zu entnehmen, daß Moskau vor neuen großen Ereignissen steht. Tie Sowjets­ regierung ist sich derLage anscheinend wohl be­ wußt und sie hat umfassende Sicherheitsmaß­ nahmen getroffen. Ter Kreml, in dem sich zur5 - zeit außer Lenin nur noch ein kleiner Teil i der Volkstommissare aufhält, ist von eineim j dreifachen Schützengrabenshstem umgeben. Ter | Zutritt durch den starken Bewachungskordon, I der von lettischen, finnischen und chinesischen ' Regimentern bestellt wird, ist niemandem ohne t besondere Genehmigung gestattet. Tie in der | Nähe des Kreml befindlichen Häuser sind ge| räumt, um ein Festsetzen eventueller Angrei* fer zu verhindern .Auf den Höfen des 'Kreml ! stehen Panzerautos und aus den Bahnhöfen | Panzerzüge Tag und Nacht in Bereitschaft, um | die Flucht der Sowjetsregierung im Falle eines Sieges der Gegenrevolutionäre zu ermögli­ chen. l i i Russischer Heeresbericht: Im Wezirke von Kasan finden für die SowjetStrrrppen erfolgreiche Kämpfe statt. Wir haben das Tors Wasiiliewha eingenommen. Südlicher Frontabschnitt: 35 Werst südlich von Elan wurde das Tors Beresowska von einer feindlichen Kavallerieabteilung eingenom­ men, doch wurde der Gegner durch einen An­ sturm unserer Kavallerie vernichtet, aus diesem Torf verdrängt, und nach der Ansiedlung Wulgarinsk und nach, Pekatschew zurückgeworfen. Hier haben wir Gefangene gemacht. Nordöstlicher Abschnitt: In der Richtung von Katschman südöstlich von der Station Oboserni ist der Gegner von der Station Ewingsk zurückgeschlagen worden. Nordkaukasischer Abschnitt: Tor Gegner hat die Dörfer Pitschuga und Ersowka einge­ nommen und den Anmarsch auf die Ansiedlung Orlawka, nordöstlich von Tschumrak, begonnen. Unser Kommando hat alle Maßregeln zur Ab­ wehr des Gegners ergriffen ,der an demsel­ ben Tage in der Richtung von IUlikokniajiza die Ansiedluug Pesffchanij verloren hat. Aufstand im Petroleumgebiet von Baku. Stockholm, 25 .Aug. In Baku wüten, wie der Korrespondent der Telegraphen-Union erfährt, seit einigen Tagen heftige Kämpfe zwischen den Türken und Aufständigen, die von den Engländern von See her unterstützt roer, den .Tie Engländer schickten Verstärkungen aus der Richtung Bagdad. Man erwartet Käm­ pfe an der Küste des Kaspischen Meeres, das zur Beförderung der Engländer ausgenutzt wird. Tie Ausständigen befehligt der ehemalige^ russische General Boputschajew. ────────── Die Türkei im Kriege. * Tie Türlvi und Tripolis. Tie Agence Milli meldet aus Konstanti­ nopel: Seman erörtert die für die Türkei gün­ stige Lage in Tripolis und fragt, ob die kaiser­ liche Regierung, die trotz taufend Schwierigkei­ ten eine Armee und Munition nach Tripolis schickte und der es dank der Vaterlandsliebe der einheimisch«» Bevölkerung gelang, dieses l Land zu befreien, schon jetzt unsere Verbünde* ten mit unserer Lage in Tripolis bekannt geI macht habe und ob sie von ihnen ein PerspreI chen der Unterstützung bei den allgemeinen I Friedensoerhandlungen erhalten habe, damit wir auch den anderen Mächten diese Lage be­ kannt geben könnten. Im gegenteiligen Falle Würden alle gegenwärtigen Opfer, die uns den Geivinn von Tripolis ermöglicht haben, ver­ gebens gewesen sein. Eine Friedensratifikalion. Am Freitag fand in der Wiener türkischen Botschaft der Austausch der Ratifikationsur­ kunden über den zwischen der Türkei und der Ukraine in Brest-Litowsk abgeschlossenen Frie­ den statt. , ────────── Aus Rumänien. Kriegsschädendecknng in Rumänien. Bukarest, 24. Aug. Finanzminister Saulescu hat in der Kammer, eine Gesttzesvorlage eingebracht, durch die der Kriegskredit von 1700 Millionen um 300 Millionen erhöht wird. Ter neue Kredit wird vom Ministerrat in Abwesenheit der gesetzgebenden Körper unter dem Vorbehalt nachträglicher Genehmigung des Parlaments erhöht werden können. Aus dem neuen Kredit werden die durch den Krieg verursachten Schäden sowie alle anderen durch den Krieg verursachten Schäden insgesamt 600 den. Tie Deckung des Kredits erfolgt durch Schatzbons der inneren Anleihe oder jedwedes andere Mittel. Blättermeldungen zufolge wird die Regierung für die Bezahlung der durch den Krieg verursachten Schäden intzesamt 600 Millionen Lei bestimmen. Es werden Entschä­ digungen von H5 bis 75 Prozent des erlit­ tenen Schadens gewährt; für Schäden über 100 000 Lei werden nur 25 Prozent Ent­ schädigung vergütet. Für die Feststellung und .Verteilung der Entschädigungen werden distriktÄoeise Kommissionen ernannt, für Buka­ rest wird eine eigene Kommission bestimmt. ────────── sollte. England hat so ohne weiteres einen Bundesgenossen, der in Englands Haut die eigene verteidigt. Ob Holland wohl die Rolle zusagen wird, nachdem es durch den Beschützer der Keinen Staaten den größten Teil seines angestammten Kolonialreichs verloren haben wird? Nach dieser Frage fährt der Artikel fort: Es stehen hinter dem Geheimabkommen vom 3. Juli 1915 noch andere Fragen, zum Beispiel: Wird sich Frankreich in Hinterindien noch sehr wohl fühlen, wenn es von Japan so vollständig eingekreist ist? Was wird das englische Australien sagen, wenn man ihm "den Gelben", gegen den es sich seit Jahrzehnten verzweifelt wehrt, offiziell zum nächsten Nachbarn gibt? Und endlich, wird England selbst sich in Indien noch lange zuhause fühlen, wenn nur noch, die Straße von SingaPore Japan und Indien trennt? Es sind gera dezu ungeheure Ausblicke, die sich' dem japanischen Imperialismus in jenem Geheimvertrag auftun. Der Artikelschreiber schließt mit der Betrachtung ,daß vor noch nicht 20 Jahren der englischen Staatsmänner höchste Weisheit ein großer Bund zwischen England, Amerika und Deutschland war, der der ganzen Welt endgültig sein Gesicht aufprägen sollte; es wäre das germanische Gesicht gewesen. Manchem, der heute an Deutschlands Stelle neben England, steht, wäre das keine reine Freude gewesen; aber wird es ihm erne rernere Freude sein, im Spiegel der Welt künftig das gelbe Gesicht zu sehen? Die Ausrede des Telegraaf. In seiner Verteidigung gegenüber der in der " Jswestija" erhobenen Beschuldigung, daß er bestochen sei, ist es bezeichnend für den Amsterdamer Telegraaf, daß er die Frage vorausschickt, welches die beiden anderen holländischen Blätter seien, die von England und Frankreich angekauft wurden und die Erwartung ausdrückt, im Handelsblad und Rieuwe Rotterdamschen Courant etwas nähreres darüber zu lesen. ────────── Japan im Kriege. Der japanische Vormarsch in Sibirien. Die Japaner haben, unterstützt durch französische und englische Truppen, ihre Expedituin in Sibirien schon weit in das Innere des Landes ausgedehnt. Es wird berichtet: Haag, 24. August. Der "Daily Expreß" meldet: Eine Anzahl französisch-britischer Truppen mit japanischen Streitkräften und Maschinengewehren wurden längs der transsibirischen Eisenbahn ausgesandt. Sie rückten meilenweit ins Innere, ohne auf Widerstand zu stoßen. Wladiwostok bleibt ruhig. Die Aliierten haben energische Maßnahmen getrof- sen, um Unruhen und Plünderungen zu verhindern. ────────── Aus Amerika. Wilsons sauere Trauben Haag, 25. Aug. Der Timeskorrespondent in Athen erfährt aus maßgebender Quelle, Präsident Wilson habe erklärt, keine Besprechungen eins Sonderfriedens mit Bulgarien oder der Türkei zu genehmigen, auch nicht in dem Falle, daß ein Vorschlag hierzu von Seiten der Alliierten kommen werde. ────────── Aus den Kolonien. Ein siegreiches Gefecht in Ostafrika. WTB. Berlin, den 24. Aug. Bei einem Kampf zwischen einer deutschen und einer vortugiesisch-englischen Abteilung im Bezirk Quelimano, nach, dem die Teutschen sich ins Innere des Landes zurückzogen, gerieten, wie die Lissaboner Zeitung "O Seculo" von 3. ds. berichtet, 20 portugiesische Offiziere in deutsche Gefangenschaft. Die Einbuße an Gefangenen muß nach dieser verhältnismäßig beträchtlichen Anzahl gefangenerOftiziere.für die Engländer und Portugiesen fthr beträchtlich gewesen sein. ────────── Der Krieg zur See. Die englischen Nordseehäfen gesperrt. Genf, 24. Aug. Nach Pariser Zeitungsmeldungen aus London wurde die englischen Nordseehäfen am 20. ds. gesperrt. Zur Torpedierung des Lazarettschiffes "Hilda". Die "Deutsche Zeitung teilt mit: Nach englischen Meldungen ist das englische Lazarettschiff "Hilda" im Kanal torpediert worden. Deutsche Meldungen sind darüber noch nicht eingegangen. Da die "Hilda im Kanal torpediert worden ist, so hat sie diesen als Fahrstraße benutzt, obgleich der Kanal deutscherseits auch für Lazarettschiffe gesperrt ist. Für Lazarettschiffe ist eine Fahrstraße außerhalb des Kanals freigegeben. Der "Mord hilfloser Leute" unter welcher Stichmarke Reuther über die Versenkung berichtet, fällt somit denen zur Last, die der "Hilda" den für diesen gesperrten Kurs vorgeschrieben haben. ────────── Tages-Übersicht. Der Fortschritt in der Polenfrage. Gegenüber einem Mitarbeiter der R. Fr. Presse in Wien erklärte Prinz Janniz Nadziwill u. a.: Es handelt sich um die schwierige Aufgabe, die drei Beteiligten, nämlich Oesterreich-Ungarn, Deutschland und Polen, zusammen und auf eine gemeinsame Linie zu bringen. DieGroßen Hauptquartier und in Wien gewid, met. Meine beiden Besuche ergänzen sich und waren von Vorneherein beabsichtigt. Meine Freunde und ich geben uns jetzt der Hoffnung hin, daß eine gemeinsame Beratung aller drei Beteiligten jetzt als in die Wege geleitet gelten kann. ────────── Seine Majestät der König haben bei der heutigen Familientafel, die aus Anlaß Allerhöchstseines Namensfestes stattfand, die Verlobung Seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzne Rupprecht mit Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Antonia von Luxemburg bekanntgegeben. Kronprinz Rupprecht gründet damit zum zweitenmale seinen Herd, aufrichtig beglückwünscht von dem bayerischen Volke, das dem Thronfolger toegett seines loffettett getetbett Wesens und seiner hohen soldatischen Eigenschaf­ ten herzliche Sympathien entgegenbringt, Kronprinz Rupprecht ist am 18. Mai 1869 in München geboren. Ter am 10. Juli 1900 mit der Herzogin Marie Gabriele in Bayern geschlossenen Ehe entsprossen 4 Kinder, die Prinzen Albrecht, Luitpold und Rudolf', sowie die Prinzessin Jrmingard, von denen nur noch der 1 Jahr. Erbprinz Albrecht am Leben ist. Auch, die Gemahlin starb am 24. Oktober 1912. Die vier langen Kriegsjahre weilte Kronprinz Rupprecht mit kurzen Unterbrechungen im Westen. Er hat dem ersten großen Siege, den er in Lothringen über die Franzosen erfocht, noch manches Siegesreis hinzugefügt. Die Braut, Prinzessin Antonia, ist am 7. Oktober 1899 auf Schloß Hohenburg in Bayern als die dritte Tochter des verstorbenen Großherzogs Wilhelm von Luxemburg und dessen Gemahlin, geb. Instantin Maria Anna von Portugal geboren. Sie ist eine große Freundin der Kunst und es Sportes. Die regierende Großherzogin Marie Adelheid von Luxemburg ist die älteste Schwester der Braut. Verlobung im bayer. Königshause. ────────── i : "Strenge dich nicht zu sehr an, Mausi." | i "Ich muß schon fleißig sein! Sieh, das alles hat mir Mama ausgegeben, und ehe ich damit fertig werde —! Sonst schilt Mama Nachher auf Fräulein Berger, wenn ich nichts kann — und das tut mir dann iMmer sehr leid." [ ! [ I l i i , I Eine Falte erschien zwischen seinen Augen­ brauen. Er preßte die Lippen aufeinander iunb warf einen verstohlenen Blick auf das junge Mädchen, deren schlanke, schöne Figur so emsig bei den Strümpfen hantierte. , Auch eine passende Beschäftigung für eine Erzieherin — dachte er ingrimmig, und ein heißer Groll gegen die Schwägerin erfüllte ihn. ' s i l i . I i I "Ossi und Titi spielen wohl?." fragte Cä­ cilie. I M t I fl ! , J "Sie sitzen auf der Terrasse und lesest." . f U [ "Und Papa -?" I i l f ( ) 1 "Er ist im Atelier und will arbeiten." I "— und du Onkel, was wirst du tun, wenn du nicht mit mir spazieren gehen kannst?" "Kleine Frageliese! Ich werde mich jetzt ein wenig aufs Ohr legen Md nachher dem Papa Gesellschaft leisten." i.j j . j , ' f 1 Er jgab ihr einen Kuß aut die Stirn und' mit einem freundlichen Kopfnicken gegen Lore verließ er den Raum. [ i > "Turf ich dir denn nicht helfen, Sissi? Es ist zu viel, was dir die Mama aufgegeben hat! Nur ein paar Vokabeln ansagen, damit du nicht so viel nachzuschlagen hast?" fragte Lore. 1 ! 's i 1 "Nein, Fräulein! Ich will ganz allein fertig toerben. Mama fragt nachher doch, ob Sie mir geholfen haben — und dann wollen wir doch nicht lügen!" I , i I i Da stand Nora aus, 'kniete neben ihr nie­ der und nahm sie in den Arm. r I I "Kleine, liebe Sissi!" sagte sie leise und ergriffen. ( j l I ' (Jjjtb das Kind legte ihre Wange an Noras Hand. ( ' i s 1 1 i "Liebes, gutes Fräulein! Ich habe Sie so lieb!" ! ' ( . 1 ! : s Ungefähr eine Stunde mochte vergangen sein. Es war vier Uhr. Tas Stubenmädchen brachte für Cäcilie die Vespermilch und für die Lehrerin den Tee herein. , I Man sah, es war der Gräsim ernstlich, darum zu tun, daß ihr Befehl auch! pünktlich befolgt wurde. Anscheinend hatte das Mäd­ chen Weisung bekommen, Lore zu kontrollieren; denn neugierig sah es auf deren Arbeit. "Na, ich danke!" sagte Betty leise, "da hat Ihnen jatzjzie Louifon eine gehörige Por­ tion zu tun gegeben — und dann zum dritten Feiertag! Vorm Strümpsestop'fen drückt sie sich zu gern, ich, muß auch immer mit 'ran." "Tie Frau Gräfin hat es mir aufgetragen, nicht die Zofe," verbesserte Lore freundlich. "Ach, die Louison weiß schon, was sie will! — Na, nun lassen Sie den Tee nicht kalt wer­ den! Jh, habe Ihnen frische Erdbeermarme­ lade mitgebracht, Fräulein," sagte das Mäd­ chen gutmütig. I l I "Ich! danke Ihnen, Betty. Wo sind die Kinder?" i ! M i ' 1 "Glücklicher und zufriedener wäre ich ge­ wesen, diese Versicherung kann ich dir geben! Tn hast die Gastwirtstochter an Größe, an Würde und Schönheit nicht erreichen können. Zu spät habe ich erkannt, was ich ausgegeben! Tas elende Leben an deiner Seite ist für mW kaum Strafe genug für das, was ich meiner Marie einst zugefügt habe — aus verblendeter Leidenschaft für dich. Deshalb ertrage ich es auch geduldig, obwohl es mir manchmal selbst verächtlich erscheint." , ! ). I I j , '. 'i (Fortsetzung st)lgt.j : « c '* , ────────── Niederbayerische Nachrichten. Straubing, 24. Aug. (Ter Verdienstorden vom Hl. Michael 3. Kl.) wurde dem Präsiden­ ten des K. Landgerichts Straubing Josef Kreß verliehen. j | | ! E 1 ! 1 Passau, 25. Aug. (Tas Kvmptur kreuz des K. Verdienstordens der Bayer. Krone) wurde dem Bischof von Passau, Tr. Sigismund Felix, Frhrn. von Ow-Felldorf verliehen, der Ver­ dienstorden vom Hl .Michael 2. Klasse dem Tompropst Dir. Franz S. Ritter von Wchlet. ────────── Dienstesnachrichten. Innere Verwaltung. Vom 1. September an wurde der Verwalter der Heil- u. Pflegeanstalt Teggendorf K. Rat August Schmidt, auf sein Ansuchen in Den dauernden Ruhe­ stand versetzt und ihm in Anerkennung seiner Dienstleistung der Verdienstorden vom hl. Mchael 4, Kl. verliehen; in etatsm. Weise zum Bezirksamtmann von Wegscheid der Reg.-Assessor bei der K. Regierung von Untersranken und Aschasfenburg, Kammer des Innern, Ludw.. Praun ernannt. ────────── Zu 100 Mark sowie Hast- und Gefängnisstrafen dis zu zwei Wochen einschließlich, wenn sie die Straftaten bor und während der Teilnahme ihrer Männer am Kriege oder nach dem Tode ihrer Männer begangen haben, bis zum 25. August 1918 verurteilt worden sind und das Straf erkenntnis spätestens am 30. August 1918 rechtskräftig wird. .Unter den Gnadenerlaße fal­ len auch höhere Strafen, wenn infolge teilweiser Zahlung oder Verbüßung spätestens am .30. August 1918 der Rest das bezeichnete Höchst­ maße von 100 Mark oder 14 Tagen Haft oder Gefängnis nicht übersteigt. Ter Gnadenerlaß und die Aussührungsvestimmungen des Staats­ ministeriums der Justiz sind in dem heute er­ schienenen JMBl. sowie in der heutigen Aus­ gabe der "Baher. Staatszeitung" abgedruckt. —* Im Komtnunalver band klappen, wie Herr Bürgermeister Ta. Herterich in der letzten Magistratssitzung ausführte, verschiede­ ne Organisationsmaßnahmen nicht. Er Wune mit diesen Singen nicht warten, bis er den Kollegien einen bollständigen Ueberblrck über pie Sache geben könne. Eine Klage des Kompmnalverbandes sei seit langem, daß die zuge­ wiesenen Lebensmittel auf Grund der letzten Molkszählung nicht mit de» ausgegebenen Mar­ len übereinstimmen. Hier gebe es nur zwer Lösungen. Entweder sei die Volkszählung Nicht gewissenhaft durchgeführt. Tiefe sei aber die Grundlage der Zuweisungen. Für jeden Landshuter, der vergessen hat, sich! einzutra­ gen, erhalten wir kein Stück Brot, keinen Zul­ ker etc. zugewiesen. Tie Stadt habe bereits im Frühjahr 1917 erklärt, daß die Volkszäh­ lung 1916 versagt habe. Er sei der Ueberzeu­ gung, daß auch die Volkszählung im Tezember 1917 genau so mißglückt sei. Oder es sei die andere Möglichkeit gegeben, daß die Aufnahme der Bevölkerung durch! die Lebensmittelstelle nicht klchipt, daß dort keine Vorsorge getroffen ist, daß sich einzelne Personen oder Familien doppelt eintragen ließen, Verstorbene, Berzogene oder zum Heere Eingetretene nicht abge­ meldet wurden. Es sei auch nicht von der Hand zu weisen, daß beide Möglichkeiten zu­ treffen. Landshut soll nach der Volkszählung nur 21000 Bewohner haben, während für 124 000 Bewohner Marken abgeholt werden. Ties seien Unstimmigkeiten, welche sofort besei­ tigt werden müssen. Im statistischen LaudesmNt Sei man der gleichen Meinung, der auch er fei, daß es notwendig sei, eine neue Aufnahme der Bevölkerung durchzuführen. Es müsse eine Volkszählung außer der Reihe vorgenommen Werden. Wenn die Bevölkerung aus tue Wich­ tigkeit und den Ernst dieser Handlung aus­ merksam gewacht werde, müsse sich jeder sa­ gen, ivenn er sich! nicht in die Liste eintrage, bestehle er sich und die Stadt um die für ihn sausgeworsene Ration. Es mi$ dang die Aus­ nahme der Bevölkerung endlich einmal klap­ pen, die Perfonenzahl mit den abgegebenen Marken übereinstimmen. Es werden die glekjtzen Fragebögen, wie bei der Volkszählung abgegeben mtb bei der nächsten LebensmittelMarkenverteilung eingefordert. Ta könne es «eine Säumigen geben. Jeder bekomwt erst leine Marken, wenn er seinen Bogen abge­ geben habe. Die Nachprüfung der Richtigkeit per gemachten Angaben soll dadurch erfolgen, pah die Fragebögen nicht nur vom Familien­ borstand, sondern^ auch vom Hausherrn und Tistriktsvvrstsher oder TistriktsPutzmann zu prüfen utfö zu unterschreiben sind. Ter ge­ währte Genaralpardon läuft am nächsten Frei­ tag ab. Wem bei der Ablieferung am Samstag dann eine Unrichtigkeit nachgewiesen wird, der Müsse es sich gefallen lassen, wenn er Her Staatsanivaltschast übergeben wende. Einen Ein.Wsi, ob die Turchsührung in dieser kur­ zen Zeit möglich ist, beantwortet er dahin, es sei allerdings schwierig, allein je eher iS "ge­ schehe, desto eher könne die Richtigstellung der Bezugsziffer erfolgen. Ties wer die .bei dem umständlichen Wege ohnedies noch ziemliche Zeit erforbacn. —* Zur Gemüseversorguug hat der jSchwaigerveretn Landshut, E. V., au den Mat­ gistrat eine Eingabe gerichtet, in welcher Stel­ lung zu dem Magistratsbesch luß auf Errichtung leinet städt. 'Gemüseverkaufsstelle genommen wird. Es wird darauf hingewiesen, daß bei normaler Witterung die hiesigen Gemüsezüch­ ter die Stadt ausreichend zu versorgen ver­ mögen. Zurzeit herrsche in einigen Gemüse­ arten Uebersluß. Wenn im Frühjahr in ein­ zelnen Sorten Mangel herrschte, so lag dies an der Witterung und an den Schädlingen. Im übrigen Bebaute der Verein die U«eberschreitung der Höchstpreise durch einzelne: Züchter. 'Herr Bürgermeister Tr. Herterich konstatierte in der letzten Magistratssitzung hierzu, daß er mit Freuden davon Kenntnis nehme, daß der Verein genau wie der Magistrat die Ueber* schreitung der Höchstpreise bedauere. Ter Ver­ ein möge seine Macht auch dazu verwenden, um nach dem Rechten zu sehen, damit seine Mitglieder die Höchstpreise einhalten. Ter Magistrat könne aber von seinem früheren Be­ schlusse nicht abgehen, der dahin geht,, möglichst viel Gemüse hereinzuholen und dasselbe in städt. Regie zu verkaufen, oder durch Schqffung anderer Einrichtungen möglichst billig an den Mann zu bringen. Turch eingetretene Schwierigkeiten könne der Verkauf noch nicht, wie geplant, ant Montag beginnen. T«er Ver­ kauf wird jetzt endgiltig in die Fleischbänke verlegt, die hiesür, auch! nach sachverständigem Urteil, sehr geeignet sind. Er möchte die Schwaiger an ihre patriotische .Pflicht gegen ihre Vaterstadt erinnern und ermuntern, das zu tun, was ein Auswärtiger getan habe, das Gemüse mit 25 Prozent Abschlag von den Höchstpreisen zu liefern. Tie Ansicht des Herrn M--R. Koller, auch! den Tnltstand vor der Residenz zum Gemüseverkauf zu verwenden, wird als untunlich bezeichnet. Eine Anfrage | des Herrn Rechtsrat Costa, ob das Gemüse auch unter dem Höchstpreis verkauft wird, da die Stadt ja feinen Gewinn ziehen wolle, wird' dahin geantwortet, daß vorerst zum Höchst­ preise verkauft werden solle, bis die notwen­ digen Erfahrungen gesammelt sind. —* Zum Wasser bezug in Berg o. L. hatte der Magistrat im heurigen Frühjahre be­ schlossen, den Grundpreis taun 4 auf 6 und VVN 2 aus 3 Mark zu erhöhen bei 30, bezw. 15 Kubikmeter Wasserverbrauch unter Zugrunde­ legung eines Einheitspreises von 20 Pfennig. Tas Gemeinde lvUegium erhöhte dem Grund­ preis auf '8 bezw. 4 Wirk, bet '40 I bezw. 20 Kubikmeter Wasserbezug. Hiergegen hhaben sich nun eine Reihe von Interessenten in Berg v. L. gewendet und den Magistrat gebeten, erneut diese Angelegenheit zu prüfen. Auch die K. Regierung wurde um Unterstüitzung ge­ beten. 'Tie Letztere schlug eine Ermäßigung des Grundpreises auf 6 bezw. 3 Mark wor, hatte aber gegen die Erhöhung des Kubikmeter­ preises auf 20 Pfg. nichts einzuwenden. Tas städt. Wasserwerk hatte ursprünglich den glei­ chen Vorschlag gemacht und hielt diesen auf­ recht. Ter Magistrat erhob diesen Antrag neuerdings zum Beschlusse und nun stimmte das Gemeindekollegium mit allen gegen 4 Stim­ men zu. Damit dürste jetzt die Wasserfrage für Berg endlich gelöst sein. Eine grundsätz­ liche Forderung, die Herr G--B. Eder ausstellte, das Wassergeld nach dem Vetchrauche einzufor­ dern, fand theils prinzipiellen Widerspruchs, teils wurde sie in die nächste EtatÄberamng ver­ wiesen. ────────── 851 Mark für eine 10jährige Versicherung ' wird genehmigt. Die Rechnung über das Realschulpenfionat für 1915 mit 32 513.41 Mark Einnah­ men und 33189.43 Mark Ausgaben und somit 676.02 Mark Mehrausgaben wird genehmigt. Die Anlehenskasse zeigt in ihrer Rechnung für 1915 ein Reinvermögen von 96887,29 Mk. Stavttheater. Tie gestrige ,Hias"-Vorstellung zugunsten des Opsertages brachte, wie nicht anders zu er­ warten war, ein bis auf den letzten Platz ausverkauftes Haus. Ein besonderer Reiz war gegeben durch die Mitwirkung einiger hiesiger Herren, die schon bei der Uraufführung so trefflich zum Gelingen des Ganzen beitrugen. Herr Hauptmann Fischer als "Wastl" mit der ihm in reichem Maße zu Gebote stehenden trockenen vis comiefi, Herr Tr. Stamm! als Leutnant Wengen gaben ihr bestes. Tie übri­ gen bewährten Mitwirkenden sorgten mit für eine eindrucksvolle Wiedergabe des Ganzen. Ter Beifall nach den einzelnen Akten war wieder ein äußerst großer. Tie letzte Vorstel­ lung findet heute Montag abends statt. Vorsitze» der: Herr Hcflieferart Fahrmrachrr. Tonnerstag, 22 .August. Ein Dankschreiben des Herrn 2. Borstandes Rieger für ifte Glückwünsche aus Anlaß der Vermählung seiner Tochter wird zur Kenntnis genommen. Aie Mittel für dtze Anschaffung eines Ausgleichsaggregates für das städt. Elektrizi­ tätswerk mit 9000 Mark aus dem Erneuerungs­ fond des Werkes werden nach längerer Debatte genehmigt. ^ Der Wochenbericht der Mdt. Spar­ kasse wurde zur Kenntnis genommen und be­ tont, daß es sich hier um eine neue Einrichtung handle. Die Versicherung des Stadttheaters , f gegen Brandschaden an den Requisiten mit \ 14. Sitzung des Kollegiums der Gemeindebevollmächtigten ────────── Städtische Schwimmschule. 26. August 1918. Wasser 1? . Grad C. Lust 19 . Grad C. ────────── Letzte Posten. Reue U-Bootserfolgc. ' WTB. Berlin, 25. Augusts (AmtliM S Im östlichen und mittleren Wttelmeer haben unsere U-Boote etwa 17 000 Br.-R.--D. Schiffs­ raum versenkt, darunter drei große beladene Tankdampfer. i j , Berat und Fieri genommen. . P , Wien, 25. August, abends. Tie Truppen des Generalobersten von Pflanzer-Baltin ha­ ben Berat und Fieri genommen. Ter Reichstag tritt nicht zusammen. Berlin, 25. August. Tie gestern von einem Berliner Blatte gebrachte Meldusig, daß mit einem baldigen Zusajmmentritt des Reichs­ tages zu rechnen sei, trifft nicht zu. Es ist weder die Einberufung des Reichstages, noch -es Hauptausschusses geplant. E!» Grund dazu liegt auch nicht vor, da sich die politische Lage seit der Besprechung der Parteiführer mit dem Vizekanzler nicht geändert hat. , i Tie finnische Köwigsfrage. , 1 Berlin, 25. August. Wie der "LokalAnzeiger" meldet, kormnt für die finnisch^ Thronfolge die Kandidatur des Herzpgs Adolf Friedrich! von Mecklenburg nicht mehr in Frage. Tie Verhandlungen nach anderwärts schweben noch. Ter finnische Landtag wird Witte Sep­ tember wieder zusantinentreten, um den.Ter­ min für die Königswahl festzusetzen. Tie Freiheit in Frankreich. Bern, 25. August. Fm Somtegeßängnis in Paris werden nach dem Pariser "Journal" in der politischen Abteilung'st Zellen für Caillaux, Humbert, Lustalot, Combh, Leuvir #nb Testuches instand gesetzt. Ties scheint zu be­ deuten, daß gleichzeitig mit Caillaux auch Hum­ bert und seine Mitangeklagten vor den Staatsgerichtshos des Senates gestellt werden sollen. Ein großer Mimitionsvampfer versenkt. Ter "Newhork Herold" läßt sichj aus einem Gols-Hafen berichten: Laut hier eingegangener Privatnachricht wurde der englische Tampser "Atlantian" torpediert und vevsenkt. Verluste eufftanden dem Berichte zufolge nicht. Tatum und Unglücksstelle werden nicht angegeben. Tas Schiff war mit Munition beladen. Tie "At­ lantian" hatte eine Besatzung von 65 Offizieren und Mannschaften. Sie ging am 28. Mai von Europa ab. Ob das Schiff auf dieser Reise ver­ senkt wurde, ist nicht bekannt. Tie "Atlantian" gehörte zur Leyland-Lime und war ein Schiff von "9399 Tonnen. Es wurde 1899 gebaut. Hier eingegangene Telegramme, welche die Ver­ senkung melden, enthalten keine Einzelheiten^ ────────── Bekanntmachung. Fettmenge für die laufende Woche: (>ö Gramm Butter Land Shut, den 24. August 1918. Stadtmagistrat Landshut. 1 2262 Dr. Herterich. ────────── den dom Kriegsministerirtm eingezogen And die beteiligten Beamten an die Gemeinden ver­ wiesen. Tie Stadt wird dagegen Protest erhe­ ben. Tas Kollegium genehmigte, ba|, wie die Tinge nun einmal liegen, die Gemeinde die Kriegsteuerungsbezüge nach dem staatlichen Schema regle. i ! 1 1 Ter Nürnberger Schwerarbeiter -BersrogungsausWuß beschloß, beim Ministerium so­ fort vorstellig zu werden, um den bisher von den Schwerarbeiterzulagen ausgeschlossenen Schwerarbeitern der verschiedenen Betriebe ge­ nügende Zulagen zu sichern, da die Verhältnisse im Ernährungswesen in Nürnberg sich derart entwickelt haben, daß schnellste Hilfe durchaus geboten ists um folgenschwere Ent­ schlüsse der Arbeiterschaft hintanzuhalten. , Knnvcnlisten für Obst. Infolge der schlech­ ten Erfahrungen, die bisher mit dem Handel in Obst gemacht wurden, wird die daher. Lan­ desstelle für Gemüse und Obst heuer für alle Kommunaloerbände die Zuweisung von Spät­ obst davon abhängig machen, daß in dem be­ treffenden Kommunalverband die Obstvertei­ lung durch Kundenlisten und Obstmarken ge­ regelt ist. i 1 ! ! Ausschreitungen in München. Am Frei­ tag abends 1 leinviertel Uhr kam es vor dem Hotel "Stadt Wien" zu bedauerlichen Aus­ schreitungen. Gin 'Bizefeldwebel hatte sich an­ geblich zu einer beleidigenden Aeußerung ge­ gen zwei Soldaten ,die ihn anrempelten, hin­ reißen lassen, und mußte, um den AngrG'ser mehrerer Soldaten zu entgehen, ins Hotel flüchen. — Tie vor. dem Hotel angesammel­ te Menschenmenge — es mögen 1000 Per­ sonen gewesen sein —> forderte, in erregter Weise die Herausgabe des Vizefeldwebels. Bei diesem allgemeinen Trtmult wurden fünf große Fenster durch Steinwurf eingeschlagen. Tier Vizeseldwebel wurde auf daS Bahnhofkommisisariat gebracht, wobei die erregte Menge dem Transport folgte und Anstalten traf, denVizeseldwebel zu mißhandeln. Zwei Fenster der Firma Sundhchmer wurden bei dieser Gelegen­ heit eingeschlagen .Tie Menge, die sich bis gegen 2 Uhr morgens am Bayrthofsplatz Her­ umtrieb, wurde durch ein Aufgebot von Schutz­ leuten zekstreut. Bei der Festnahme derHaupträdelsführer wurde ein PoAzeiwachtmeister durch einen Säbelhieb am Kvmpse verletzt.