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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-08-30"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 236</biblScope>
          <date when="1918-08-30">1918-08-30</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Schwere Kämpfe im Westen. Starte feindliche Angriffe bei Arras. — Ein Borstotz der Franzosen und Amerikaner zwischen Aillctte ttiiD Aisne blutig gescheitert. - D eutsche Schiffe abgetreten. — Vertagung der Finnifch-rnffischen Friedensverhaudlunge«. — Die Japaner in Sibirien.</p>
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          <p>Die Heeresberichte.</p>
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          <p>Zwischen Somme und Oise blieben Vor­ truppen vor unseren Stellungen in Gefechts­ fühlung mit dem Feinde, der am 27. August nur zügend, gestern schärfer über TvmPierreS —Eiloy—Lesle— Beaulien—Suzoch fvlgte. Sie zwangen ihn mehrfach zu verlustreichen An­ griffen und wichen dann aus. ' 1 Südwestlich, von Nohon griff der Feind nach! stärkster Feuervorbereitung unsere alten Linien an. Sie waren von uns nicht mehr be­ setzt. ' ! , Nohon lag unter schwerstem Feuer der Franzosen. Die Stadt liegt vor unserer Kampf­ front. 1 ' I ' 1 i 1 Nördlich der Aisne nahm der Franzose un­ ter Heranziehung von Amerikanern seine An­ griffe wieder, aus. Unter schweren Verlusten wurden sie abgewiesen. Am Paslhkopf schlugen Kawallerieschützen Regimenter fünfmaligen Ansturrm des Feindes zurück. Mehrere Panzerwagen wvurden zerschos­ sen. j l 1 I , ; l T«r 1. Generalauarrtiermetfte». 8ud«»dorrff. • WTB. Berlin, den 29. August. Amtli­ cher Abendbericht: ' ! ' Südöstlich von Arras haben sich am Nach­ mittage neue Kämpfe entwickelt. ' i Vorfeldgefechte vor unseren neuen Linien östlich Bapaume, Peronne und östlich Nohon JnfanteriekäMpfe an der Wette. Zwischen Wette und Aisne sind beson­ ders starke Angriffe von Franzosen und Ame­ rikanern unter schwersten Verlusten für den Feind völlig gescheitert. 1 Bisher find mehr als 50 zerfchofsenePanzerwagen gemeldet. ! i f ’ , [ Der deutsche Bericht. . t WTB. Berlin, 29.August 1918, mittags'. Großes Hauptquartier: Westlicher «rie-SfD»«»lcktz. Heeresgruppe des GeneralfeldmarschaUS KrvnprtnA Rnpprecht Bayer«. , I | 1 i i und 1 &gt; Heeresgruppe des Generalobersten v. Bäh«. Auf dem Schlachtfelde südöstlich von ArraS brach&gt; am frühen Morgen dicht südlich der Scarpe ein englischer Angriff im Feuer zu­ sammen. AM Mittag nahm der Feind seine Turchbruchsversuche mit neuer Aöucht wieder aus. i ' Zwischen Scarpe und Sensebach setzte er fünfmal zum 'Angriff an. PomMer sche und ivestpreußische Regimenter brachen auch gestern wieder den Ansturm des Feindes: Durch flan­ kierendes Feuer ihrer Artillerie wirksam un­ terstützt warfen sie jedesmal den Feind wie­ der zurück. Boirh—notre Tames war Brenn­ punkt erbitterter Kämpfe. Dreimal wurden die Trümmer des Ortes im Gegenstoß dem Feinde wieder entrissen. Bei erneutem feindlichen An­ griff am Abend blieb der Ort in Feindeshand. Der Hauptstoß des englischen Angriffes traf Württembergische Regimenter beiderseits der Straße Arras—CaMbrai. Siebenmal stürmte der Feind vergeblich! an. Panzerwagen führen auf und neben der Straße immer wieder von neuem heran, in tiefer Gliederung folgte die Infanterie. Sie Mid) im Feuer unserer Maschinengelvehre und der in vorderster Linie auffahrenden Geschützen liegen . i ' Wo der Feind in unsere Stellungen ein­ drang warf ihn unser Gegenstoß wieder völlig zurück. Südlich! von Croisilles und südöstlich von Morh wurden englische Angriffe abgewiefe*; südwestlich von Bapaume keine Jnfänterietrtigkeit. Auf der Stadt selbst lag schwe­ res englisches 'Feuer. Bei den Kämpfen am 27. August um Tilloh tat sich das Inf.--Rgt. Nri 206 besonders hervor. Seine 9. Kompagnie hielt den Westrand des Ortes obwohl sie durch feindlichen Einbruch nördlich von ihm imRM ken bedroht war, bis zur letzten Patrone und dann njrt dem Bajonette. Aus selbständigem Entschluß kam ihr die 3. Kompagnie desselben Regiments zu Hilfe und warf den Feind aus dem Orte wieder hinaus. Nördlich der Som­ me erneuerte der Feind am frühen Morgen seine Angriffe zwischen Flers und Curlu. Bei Hardecourt drang er in unsere Linien ein. Im Gegenangriff warf ihn das Kaiser FranzGardc-Rgt. Nr. 2 unter Führung seines KommanMandeurs Major Otto im Verein mit hessi­ schen Kompagnien wieder zurück.</p>
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          <p>Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, 29. August 1918, mittags. Amtlich wird gemeldet: Italienischer Kriegsschauplatz. In Jüdikarjen, bei Bezzecca und auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden Erkundungs­ gefechte. "Sonst nichts von Belang. l Albanien: Zwischen Janica und Vojufa sowie im Südteil des Tomor-Gebirges hat der Feind er­ neut Stellung genommen. i Ter Chef des Generalstab«.</p>
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          <p>Weltfriedensbestrcbrmgcu. i i Tie Odessaer Friedensliga hat an das in­ ternationale Weltfriedensbüro in Bern eine Anfrage gerichtet, in der es heißt: Tie Odessaer Friedensliga erachtet den Zeitpunkt zur Ein­ berufung eines ordentlichen Friedenskongres­ ses für gekommen und bittet um die sofortige Einberufung eines solchen Kongresses in der neutralen Schweiz. Ties ist der einzige Weg zur schnellen Beendigung dieses furchtbaren Völkerkrieges, der alle geistigen und materiel­ len Kulturwerte der Völker vernichtet. .Pez. B. Lemitsch, Lemitschinski. Tas Büro in Bern! hat daraus folgende Antwort erteilt: Wir be­ ehren uns Ihnen mitzuteilen, daß ein außer­ ordentlicher Kongreß der Friedensfreunde von dem internationalen Rat des Friedensbüros einberufen werden muß und daß jetzt hier vor allem eine Zusammenkunft der Mitglieder die­ ses Rates in die Wege geleitet werden sollte. Leider sind die moralischen und materiellen Schwierigkeiten, die seit drei Jähren die Vereinigung und die Mitglieder des Rates behin­ dern, nicht behoben. Sie haben sich vielmehr vermehrt und es besteht keine Möglichkeit, sie auszuschalten. Wir möchten in dieser Bezieh­ ung noch bemerken, daß wir hoffen dürfen, ein Kongreß der internationalen Friedensgesell­ schaft könnte dem Sieg unserer Sache förderlich! sein. Tas permanente Komitee ist der Ansicht, daß die Beendigung der Feindseligkeiten und die Herbeiführung nicht' seine Hauptaufgabe, wie überhaupt nicht die Hauptaufgabe des in­ ternationalen Friedensbüros ist. Tie Hauptsckche aller Pazifisten ist! die Erreichung eines dauerhaften Friedens, der eine Wiederholung eines solchen Krieges unmöglich macht, die Herstellung eines Friedens, der die Macht in den Dienst des Rechtes stellt, getreu dem Prin­ zip des Präsidenten Wilson. Ties kann aber erst möglich- sein, wenn zwei Welt- und zwei Gestnnungsarten, die s ich heute gegenüberstehen gelöst sein werden. i , Der türkische Bericht. WTB. Konstantinopel, 27. Augush. Amtlicher Heeresbericht: &gt; Palästinafront: Geringes beiderseitiges Ar» tillerieseuer, rege Fliegertätigkrit. Westlich- von Mezora (?) und auf dem Ostufer des Jordan hatten wir erfolgreiche Vorfeldgefechte, in de­ nen der Gegner vertrieben wurde; einige Ge­ fangene wurden eingebracht. Ein Vorstoß yon Rebellen gegen die Hedschasbahn bei Zat-etHatesch wurde von unseren Postierungen ab­ gewiesen. Bei Maidan an der persischen Gren­ ze wurde ein englisches Werbekommando auf­ gehoben. Es erlitt schwere Verluste; der Füh­ rer, ein englischer Hauptmann, ist gefallen. Aus den übrigen Fronten ist die Lage un­ verändert. ; i i v 1</p>
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          <p>Außerdem darf er Besuche empfangen und täg­ lich, Spaziergänge im Hausgarten des Gefäng­ nisses unternehmen. Tie "Humanite" und an­ dere linksstehende Blätter erblicken in dieser 'äSeränberung einen Erfolg des Protestes eines Teiles des Parlamentes. Tie Kohicunot der Westmächte. Haag, 28. Aug. .Auch Marschall Fach hat einen dringenden Appell an die englischen Grubenarbeiter gerichtet, der die Kohlen den Schlüssel des Sieges nennt. Ter englische Koh­ lenkontrolleur teilt mit, daß England im Juli feine Verpflichtungen bezüglich der Kvhlenlieserungen weder den Neutralen, noch den Alli­ ierten gegenüber erfüllen konnte. Tie Förde­ rung sei in diesem Monat schlechter als in irgend einem vorangegangenen 'Kriegsmonat gewesen und habe nur 15 760 000 Tonnen oder mehr als 3 300 000 Tonnen weniger betragen als im Juli 1917. &gt; Ter italienische Kohlenkommissar in Eng­ land teilt mit, in Italien schaffe der Kohlen­ mangel "eine beinahe verzweifelte Lage". Der Mangel an Brennmaterial zwinge die Regier« Ung überall, die Olivenbäume niederzuhauen. Gas gäbe es nur in den acht größten Städten Und dann auch, nur für 2 ober 3 Stunden am Tage. Tem Winter sähe ganz Italien mit Grauen entgegen.</p>
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          <p>Aus Rußland. Tie Lage der bvtvjetregierunq gefestigt. Wie die "Russischen Nachrichten" über Wern aus Moskau berichten, ist die Lage der Sowjets befestigt. Alle Kongresse billigen die Beschlüsse und die Politik der Arbeiterregiernng und des Zentralexekutivkomitees. Jegliche '.Versuche der gegenrevolutionären Strömung, die Politik der Räteregierung durchkreuzen zu wollen, werden schonungslos unterdrückt. Un­ längst wurden in Moskau einige hervorragende Mitglieder des Moskauer Gendarmeriekorps er­ schossen, weil sie im Dienste der Gegenrevolu­ tion standen. Zum Schutze der Moskauer Ar­ beiterschaft find strenge Maßnahmen, gegen die Brotspekulanten und den unerlaubten Mehl­ handel getroffen. Ten Sowjetbäckereien wurde das nötige Mehlquantum zugeführt. Belgische Freiwillige in der EntenteExpedition. Stvckhol m, 29. Aug. Hufvudsbladet zu­ folge hat die Entente nunmehr begonnen, bel­ gische Freiwillige für Expedition nach Nord­ rußland anzuwerben. Befische Artillerieoffi­ ziere befinden sich bereits an der Murmanküste. Tas Ende eines ZarenmördcrS. , Wie in Stockholm verlautet, wurde einer der Mörder des Zaren Nikolaus, namens Bieldrow, von der wütenden Menge in den Straßen von Jekaterinburg getötet. Zwei andere Mör­ der sind im Gefängnis. Tie Kämpft im Mnrimängediet. Tas Hauptquartier der Arbeiterarmes teilt mit: An der Nordfront zwischen Laoina und Kotki wurde ein feindliches Kriegsschiff und 14 Schiffe mit südlichem Kurs beobachtet. Man kann daraus auf eine bevorstehende größere englische Truppensendung schließen. Rettung russischer Großfürsten. Nach Meldungen aus Omsk ist die Verhaf­ tung der Großfürsten Timitri, Pawlowitsch u. Paul Alexandrowitsch nur ein Manöver zu ihrer Rettung gewesen. Sie wurden von Ge­ genrevolutionären, die als Rote Gardisten ver­ kleidet und mit Pässen der Sowjetsregierung versehen waren, durch, die Bvlschewiftvorposten hindurchgeführt und nach Omsk in Si­ cherheit gebracht. RoworossiM von den Botschewiki ein­ genommen. WTB. Kiew, 28. August. Noworoffijsk Wurde von den Truppen der Freiwilligen-Armee eingenommen. 1 j Stic Kriegslage in Wladiwostok. i j Aus Stockholm wird berichtet: Tas vor 10 Tagen aus Peking abgegangene Pekinger Garde-Schützen-Regiment ist in Wladiwostok angekommen und wird die dortigen japani­ schen Truppen ablösen. Tie Japaner werden an der Front, die Chinesen im Bewachungsdrenst verwendet. Ter Korrespondent der Telegraphen-Union erfahrt: 300 russische Matrosen, die den Bolschewiki treu geblieben find und sich weigerten, für die Alliierten auf den in Wladiwostok be­ schlagnahmten Schiffen Tienst zu leisten, tour, den verhaftet. Hiergegen erhob die Bevöl­ kerung durch ihre Vertreter im Stadtrat Ein­ spruch, der in der Mehrzahl aus Bolschewiki besteht. Man ankivortete ihnen, daß die Ver­ hafteten alsbald ausgewiesen und dann in Frei­ heit gesetzt werden.</p>
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          <p>Finnischer Protest gegen die Entente. Tie finnische Regierung hat ihren Ge­ sandten in Stockholm beauftragt, bei den dor­ tige» Ententegesandten gegen den Fliegeran­ griff auf das Torf Kurtebh, der durch, drei eng­ lische Wasserflugzeuge ausgeführt wurde, zu protestieren. Tie finnische Regierung ist, wie bei dieser Gelegenheit, neu versichert wird, be­ müht, nach allen Seiten strengste Neutralität zu wahren. .Ter finnische Minister des Innern, Carsten, hat in einem Rundschreiben an die finnische Presse die Schriftleiter ersucht, bei ihren politischen Arbeiten streng aus Einhal­ tung der Neutralität zu achten. Tie finnitzchj-rnffischen Fricdcnsverhand' 1 lnngen vertagt. Von finnischer Seite wird mitgeteilt: Nach­ dem bei bett finnisch-russischen Friedensoer­ handlungen in den Hauptfragen bisher kein Einverständnis zu erreichen war, haben die fin­ nischen Bevollmächtigten vorgeschlagen, dieVerhandlungen auf einige Wochen zu vertagen. Bei der Wiederaufnahme der Verhandlung würden die finnischen Bevollmächtigten der rus­ sischen durch Vermittlung der deutschen Re­ gierung weitere Vorschläge unterbreiten. In einem Schrejbben haben die Vertreter Rußjlands der finnischem Delegation einen mit dem oben­ erwähnten im den Hauptpunkten übereinstim­ menden Vorschlag auf Vertagung zugestellt. Daraufhin wurden die Verhandlungen vorläu­ fig vertagt. Tie beiderseitigen Bevollmächtig­ ten reifen in den nächsten Tagen von Berlin ab. Ter Präsident der finnischen Delegation, Minister Enckell, wird jedoch vorläufig i»Berlin bleib«. Aus Finnland.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. "" Lloyd George und die Neuwahlen . ! Haag, 28. August. Nach einer Mitteilung ; der "Dorkshire Post" haben die Unterhandlun' gen zwischen Lloyd George und den konservati­ ven Parteiführern über ein Wahlübereinkom­ men noch zu keinem Ergebnis geführt. Lloyd George ist aber entschlossener als sd, die Wah­ len abzuhalten, und wird nötigenfalls sein Kabinett neu konstruieren, falls gewisse seiner konservativen Kollegen zu anspruchsvoll sind. Am meisten beunruhigt ihn, daßClemtznceau aus feinen Wahlplan sehr schlecht zu sprechen ist, da er das ansteckende Beispiel fürchtet.</p>
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          <p>Japan im Kriege. Japan im Srieie. 1 Tie japanischen Pläne. Nach den "Newhork Times" planen die Japaner in Zwei. Kolonnen vorzugehen und zwar die eine Kolonne im Amurgebiet von Wladiwostok nach Irkutsk, die zweite entlang der chinesischen Osteisenbahn durch die Nord­ mandschurei nach dem gleichen Ziel, von denk aus dann gegen das Uralgebiet weiter vorge­ gangen werden soll.</p>
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          <p>Aus Amerika. Tie amerikanischen Sozialisten gegen Wilson. Genf, 29. Aug. Eine an Wilson gerich­ tete Tepesche des amerikanischen Sozialisten | UPton Sinclair spricht das tiefe Bedauern dar] über aus, daß die gegenwärtige Haltung der | Regierung der Vereinigten Staaten keineswegs I der Gesinnung der amerikanischen Sozialisten 1 entspreche. Sinclair vertritt die Ansicht, daß i die Politik Wilsons in einem direkten Wider1 sprach zu seinen früheren Anschauungen stehe. I Tie amerikanischen Sozialisten hätten jetzt einen. 1 scharfen Kampf gegen die Weltdiktatur großI kapitalistischer Forderungen zu bestehen.</p>
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          <p>Aus Südamerika. Meuterei in Peru. &gt; Bern, 29. Aug. Reuter hat eine Meu­ terei der Garnison von Ancon in Peru ge­ meldet. Ter Temps berichtet dazu: Die Gar­ nison von Ancon hätte unter dem Major SaMudion sich der Eisenbahnverbindungen be­ mächtigt und die Stadt Omajo genommen. Samudion hat an die Regierung von Peru eine Erklärung gerichtet, in der die bekannten deutschfeindlichen Forderungen erhoben wer­ den.</p>
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          <p>men wir dem an Zahl und Kampfmitteln weit überlegenen Feind die Höhe 124 östlich des Torfes (den sogenannten Jnselberg) und die Malhotel-Ferme. Tie bei den Kämpfen dieser Gegend gemachten Gefangenen gehörten Vier Verschiedenen französischen Divisionen an. Lich­ te Bodennebel verhindern heute die Fortsetzuttg der Fliegerkämpse. '(Kb.) ; W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. B erlin, den 26. August 1918.</p>
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          <p>Die neue französische Glaubens­ fahne. (Unberechtigter Nachdruck, auch« auszugsweise verboten») Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. In den letzten Kämpfen gegen die Franzosen sind mehrfach Fahnen erbeutet worden, die uns früher nicht bekannt waren. Es lind kleine, etwas über einen halben Meter im Geviert messende seidene Trikoloren," die auf der Vorderseite in Goldstikeret ein Kreuz und die Umschrift: "In hoc tgno vinces" (In diesem Zeichen wirst Du siegen), sowie die An­ gabe der Kompagnie zeigen. Auf der Rückseite ist das mit der Dornenkrone umwundene Herz Jesu eingestickt und die Umschrift: "Ceur Sacre de Jesus —espoir et falut de la France." (Geheiligtes Herz Jesu, Hoffnung und Heil von Frankreich). Gefangene haben ausgesagt, daß bei ihren eigenen Truppen und, soviel sie wüßten, auch bet den benachbalten diese neuen Kompagntesahnen übrrrall eingeführt wor­ den seien. Aus dem Umstande, daß wir solche Fahnen in der Abwehrschlacht erbeutet haben, ist zu schließen daß sie von de» betreffenden Kompagnien mit in die vordere Linie genommen worden sind, was einiger­ maßen überrascht. Denn der Krieg hat sich so ent­ wickelt, daß die Entfaltung einer Fahne, außer bei einigen der wilden HtlfSvötker unserer Feinde, längst außer Gebrauch gekommen ist. Unsere Truppen führen wohl ihre Regimentssahnen im Felde gar nicht mehr mit. Anfangs des Krieges wurden bei einigen Gelegenheiten beim Sturme nach alter Sitte die Banner entrollt. Später sah man sie nur noch für seterltche Gelegenheiten hinter der Kampsltnie bet den Generalkommandos aufbewahrt. Mehr noch überrascht die rein religiöse Aus­ stattung dieser neuen Kompagniefahnen. Sie sind auch nach dem Drängen der Feldgeistlichen eingeführt worden, und das ist bezeichnend für die Wandlung der Geister, die der Krieg in Frankreich veranlaßt hat. Anfange des Krieges fanden wir in den eroberten französischen Kaseraen und Stellungen noch überall antireitgiöje Propagandaschristcn und Spottlieder auf die Geistlichen. Dann entspann sich ein innerer Kampf. Die Geistlichen von denen viele nationaltsttsch gesinnt find, wurden beschuldigt, den Krieg mit verursacht zu haben. Sie drehten kampslusttg den Hpieß um und erklärten die schwere Heimsuchung Frankreichs als die Straft Gottee für die Combesjche Kirchenschändung und den Klosterraub. Damit machten sie große» Eindruck. Ich habe selbst einmal gehört, wie in Cambrai das Volk rief: "Das ist der Finger Gottes: Das ist die Strafe für den Kirchenfrevel": Durch feind­ liche Fliegerbomben war ein Hospital in Brand geraten und deutsche Soldaten warfen die Betten aus den Fenstern. Das Volk erinnerte sich, daß aus denselben Fenstern dieser ehemaligen Klosters die Gendarmen der Republik den Hausrat der vertriebenem Nonnen geworfen hatten, und sah in dem selstamen Zusammentreffen den Finger Gottes. Diese Sttmmumg wuchs und wurde so mächtig, daß die RegieruM mit ihr rechnete und paktierte. Die Geistlichkeit enklärte die Marneschlacht für ein Wunder der Jung'.frau von Orleans, und wenige Jahre, nachdem sie dtte Ordens­ leute beraubt, in dir Gefängniffe geworfem und aus dem Lande vertrieben hatte errichtete dießelbe dritte Repuplick der Jungfrau v. Orleans jenes Weilhrdenkmal, das sich auf die Wanderschaft begeben mußte, als durch unseren neuen Vorstoß an die Marne der Zaubername des rettenden Fluffes verAaßtte, Niemals waren die Kirchen in Frankreich so besucht, wie seit dem Kriege. In den französischen Schiützengräben sind die reltgionrfetndlichen Hetzschriften verrschwunden, und an ihrer Stelle findet man in den U nterständen das neue Testament so häufig wie bet ums. Längst hört man auch nichts mehr vom Kampfe der Regierung gegen die royrlistische Propaganda in der Armee, die mit der religiösen vielfach Hand in Hand geht. Und doch arbeiten die Rou-altsten, die ihre Zeit-für gekommen halten und es nicht vergessen, daß die Republik mit nur einer Stimme Mehrheit eingeführt wurde, im Heere sehr rege. Der Krieg machte es wie schwer, die geistigen Ströimungen im französischen Heer und Volk zu erkennen schwerer noch als tm Frieden, wo viele bei uns Paris und seine Advokatenregierang für Frankreich hielten, und bei der Beurteilung des angeblich körperlich degenerierten und geistig verfallenven französischen Volkes dessen starke altständige Kräfte übersahen. ein Feh­ ler, vor dem uns schon der alte Demokritos—Weber und nach im Theodor Fantane als Kriegsb«richterstatter 1870 eindringlich gewarnt haben. Vielleicht erlebt die Welt an den Franzosen wieder einmal eine Ueberraschung, nachdem der Krieg sie so gründlich aufgerüttelt hat. Die Tatftche, daß jetzt die Soldaten der kirchenftkndlichsten aller Repupltken mit der KreuzeSund Glaubensfahne in den Krieg ziehen, ist jeden­ falls schon eine Ueberraschung, die man den Fran­ zosen selbst vor 4 Jahren nicht hätte voraussagen dürfen, ohne von ihnen laut ausgelacht zu werden. f r ■ : i t ■ . (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsbertichterstgtter.</p>
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        <div type="content">
          <p>den nur bei Vorliegen außerordentlicher Ver­ hältnisse und nur mit Genehmigung des Be.darfSkommunalverbandes Möglich,. Bedarfskom­ munaloerbände sind sämtliche Städte und Gebirgsbezirke, von den ländlichen Kommunal­ oerbänden außerdem noch Altötting, Laufen, Mühldorf, Starnberg, Wasserburg, Wolfrats­ hausen, Regen, Wegscheid, Wvlfstein, Türkheim, St. Ingbert, Sulzbach, Kronach, Lauf, Teuschnitz. Me übrigen Bezirke sind Ueberschuß.kom-mnnalverbände.</p>
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          <p>Tas Päckchen mit den Briefen der Mutter nahm sie an sich und ihre Barschaft. Alles, übrige sorgsam einzupacken und ihr nachzu­ schicken, versprach ihr unter Tränen das ähr treu ergebene Mädchen. i j Unten in der großen Halle vertrat ihr fyer Legationsrat den Weg. Anscheinend hatte er aus sie gewartet. Mit schmerzlichem Vorwurf sah er sie an. 1 I ' j "Wollen Sie wirklich Ihren Eigensinn durchsetzen? Ich lasse Sie nicht fort, Nora Berger." I "Sie müssen es doch, Herr Gras! Eigen­ sinn, sagen Sie — bei mir nennen Sie es so! — In Ihren Kreisen würde man es anders, würde man gS Ehrgefühl nennen." "Nora, rechten Sie doch nicht mit den Aus'brüchen einer halb unzurechnungsfähigen'Frau! — Ihren Angehörigen gegenüber können wir die Verantwortung auch! nicht übernehmen, Sie in einem solchen 'Schwäch^zustand reisen zu lassen." ( i &gt; I t i 1 I 1 "Tas lassen Sie meine Sorge sein, Herr Gras! Ich, weiß, Sie meinen es gut mit mir — aber bei meiner Mutter bin ich am besten aufgehoben! — Für mich! ist hier kein Bleiben mehr — niemand kann mich halten. Und wenn ich die Nacht durchlaufen müßte!" *• , ( 17. Kapitel. Am 'äußersten Ende seines Reviers hatte Erichj Berger eine Fichtenschonung angelegt, der er seine ganz besondere Sorgfalt zuwandte. Ter weite Weg dahin war ihm sehr lieb — vielleicht, weil er ihn an der Oberförsterei vorübersührte — vielleicht, weil er dann noch lsedesmal dort ein schlankes, blondes Mädchen getroffen, das so oft und so absichtlich seinen Weg kreuzte. Es war ein heißer Tag. Schwüle lag unter den Bäumen. Erich, Berger rückte die Mütze zurück und trocknete sich, die Stirn; warm war es ihm beim Gehen geworden. Er warf einen besorgten Blick nach, dem Himwel, der sich plötz­ lich verdunkelt hatte. Tie Sonne gab noch einen fahlen, gelben Schein, und dann war sie gänzlich verschwunden. Erich hatte das Heraufziehen des Gewit­ ters nicht bemerken können, da die hohen Bäu­ me jeden weiteren Ausblick verhinderten. Ein geheimnisvolles Rauschen und Raunen ging durch die Zweige; sie bogen und duckten sich, als ob eine mächtige Hand drohend über ihnen schwebte — dann ging ein scharfer Windstoß über*bie Wipfel weg, daß die Vögel ängstlich aufflatterten. i ¥ i ■ (Fortsetzung st&gt;lgt.j y 1 "Niemand? Auch Sissi nicht? — Sissi,. ^die Sie so nötig braucht?" | I "Erinnern Sie mich nicht an Sissi!" mur-, melte sie mit erstickter Stimme, "wachen Sie. 'es mir doch- nicht so schwer!" k ' "Nora, bleiben Sie hier, ich bitte Sie —" beinahe hätte er gesagt: "um meinetwillen!"^ Doch! noch rechtzeitig bezwang er sich. "Sie können ja die Reise nicht machen! Erinnern, Sie sich, was der Arzt verordnet hat!" i "Ter Mensch kann viel, wenn viel von ihm verlangt wird," entgegnete sie mit betn schwachen Versuch sin es Lächelns — "lassen Sie mich gehen — und haben Sie Tank "fite Ihre große Güte gegen mich!" i Er preßte seinen Mund aus ihre'Hand und mit Erbeben fühlte sie die Berührung seiner Lippen. Wie im Schwindel schloß, sie die Augen. ^ - j Rüdiger sah, ihr Entschluß war uner­ schütterlich. " - ~ i Er vertraute sie dem Schutze des Arztes au, der jetzt forffahren wollte. Bei dessen j Familie sollte sie die Nacht verbringen, utit I am anderen Tage die Reise nach' ihrer Heimat - anzutreten.</p>
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          <p>Letzte Posten. 17 000 Tonnen versenkt. j WTB. Berlin, 29. August. (Amtlich^ Auf den Tampferwegeu zwischen Port Said unnd dem westlichen Mittelmeer versenkten un­ sere Unterseeboote neuerdings über 17 000 Br.Register-Tonnen Schiffsraum, darunter einen neuen englischen Dampfer von über 8000 Br.R.-T., der Reis und andere Landesprodukte aus Indien für England geladen hatte. | Ein französischer Truppentransporter ; ! versenkt. - s Berlin, 30. August. Tas "Journal" meldet aus Port Bendres: Turch ein U-Boot wurde auf der Höhe von Port Bendres ein ungenannter französischer Truppentransportdamlpfer versenkt. Tie Besatzung und die Truppen sind gerettet. Nur Sachschaden sei angerichtet. i ' : 1 Tie Känchfe im Westen. __ [ Berlin, 30. August. Tie größte Schlacht, im Westen dauert mit unverminderter Heftig­ keit an und zwingt den Feind tagtäglich, seine durch die blutigen Kämpfe gelichteten Verbände frisch aufzufüllen. Ten Engländern brachte auch! der 8. großje Kampftag trotz ihrer Massenangrisse an keiner Stelle einen nennenswerten Erfolg. Die Eigenart der Kämpfe bringt es. mit sich, daß, die Engländer nie wissen, ob ’’ die Teutschen gewillt sind, ihre Angriffe an-, zunehmen oder kampflos taktisch wertloses Ge­ lände preiszugeben. In längst von den Teut­ schen ausgegebenen Abschnitten fühlen die Eng­ länder nur vorsichtig nach und lassen sich halbe Tage lang von schwachen deutschen Patrouil­ len mit wenigen Maschinengewehren ^aufhal­ ten. Anderseits prallen sie mit Kolonnen ge­ gen vottbewehrte deutsche Stellungen und er­ leiden im Feuer der Maschinengewehre und Lauerbatterien schwere Verluste. Tas wenige, was die Teutschen in der Sommewilönis wäh­ rend ihres letzten Durchmarsches Neubauten, wird planmäßig zerstört. Kunstbauten, Bah­ nen und Straßen werden gleiche den Unterstän­ den gesprengt. ' &gt; Die Hauptlast der Kämpfe um diese für uns bedeutungslose Einöde tragen nach wie vor die australischen Tivifionen, die alle zwi- : schen Somme und Chaulnes oft sogar zum zweiten- oder drittenmal eingesetzt wurden. Südliche Chaulnes mutzten bereits die Franzosen die Engländer ablösen. / Ebenso wenig Erfolg wie die britischen Truppen hatten die am 28. August mit Un­ terstützung der Amerikaner angreifenden Fran­ zosen nördlich der Atsne. Ter Masseneinsatz in Serien von Hunder- 1 ten während des vergangenen Jahres fertig-, gestellter Panzerlvagen sollte den Erfolg si­ chern. Es zeigt sich jetzt, daß, die auf die Tanks gesetzten großen Hoffnungen sich, nicht erfüll­ ten. Tie deutsche Verteidigung wird derSturmwagen täglich, besser Herr. Infanterie, Tank­ abwehrgeschütze vom Kraftwagenschlag haben sich in der Abwehr und Erledigung des neuen feindlichen Kampfmittels zusehends oervoll^. kommnet. 1 ’f Tie Gefangenenzahl aus den Kämpfen bei und westlich! Fismes vom 27. August, wobei die Amerikaner schwere blutige Verluste er­ litten, hat fühl auf 6 Offiziere und 320 Mann erhöbt. . i t 1 Eine neutrale Stimme. &gt; ' H aa g, 29. August. Tie Lage an der Westfront beurteilt der "Nteuwe Rotterdämsche Courant" wie folgt: Tie Teutschen haben die Somme überschritten. Gestern hieß es nur, daß Chaulnes und Rohe geräumt würden. Heute ist die Räumung bereits Tatsache. Tie verblüffende Schnelligkeit,'mit der die Teutschen, die gefährliche Bewegung ausgeführt haben, beweist, daß sie die Kunst, schnell zu manöverieren noch, nicht verlernt haben. An bjem südlichen Teil war der Uebergang über den Fluh am gefährlichsten. Tort wurde er zu­ erst unternommen. Weiter nach Norden zu, wo die Teutschen an dem von Granaten durch­ wühlten Trichterfeld der Sommeschlacht eine Rückendeckung haben, sind die Truppen bei Peronue und Brie beschäftigt, den Fluß zu überschreiten, wodurch für die Entente die Möglichkeit verloren ging, dem deutschen Heere, bevor es die Somme überschritten, eine Schlap­ pe zuzufügen:. Tie Teutschen waren, so lange sie unter stcarkem feindlichem Truck standen, für die Enternte zu langsam vorgegangen und jetzt, wo bet' Truck sich verringert, wieder zu schnell. Terr Rückzug hat sich also für bte Teutschen zu einem Erfolg entwickelt. , Teutsche Schiffe an Holland abgetreten. 1 Haag, 30. August. Tie nieder ländischindische Preßagentur meldet aus Batavia, die 6 deutschen Schiffe Silizia, Ulenfels, Gernis, Bismarck, Castell, Pelesch und Linden, Tonnen­ gehalt: 4489, 5577, 6550, 58pl&gt;" 3s46j4 und 4188 sind dem Rotterdamschen Lloyd der Hol­ land—Amerika-Linie und dem k. holländischen Lloyd als Ersatz für die 6 torpedierten Schiffe der obengenannten Linien überwiesen worden. Tie Schiffe sollen so rasch als möglich nach den Tocks von Surabaja und Sanbjeng Priek verbracht werden. '" ' Tie Kämpfe am Hankausee. ”™ WTB. Tokio, 24. August. (Reutev.) Ka­ li kows Abteilung, die in der Nähe von Aufonoska stand, wurde am 20. August durch eine überlegene feindliche Macht angegriffen und zog sich zurück; die Tschechen wurden gleich­ falls gezwungen, sich! zurückzu iehen. Eine japanische Abteilung nahm in der Nähe von Suihagina die Zurückweichenden aus, woraus Kalikow mit Hilfe der Franzosen und Tsche­ chen Suihagina einnahm. Bei der Deckung des Rückzuges haben die Japaner einige Ver­ luste erlitten. (Amtlich.) y</p>
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          <p>das dadurch geschaffene staatssvziale System. Ties habe dazu geführt, daß u'üter den Landwirten die Ansicht allgemein verbreitet ist, den Landwirten gegenüber fei die verfassungsMäßige Sicherheit in Bezug aus die Preise junb sein Eigentum ausgegeben, wodurch die Angehörigen eines Berussstandes der königsund staatstreu bis in die Knochen 'sei, entfräf* %et werden. Tie Verbandstagung spricht deshalb ihre Ansicht dahin aus, daß, diese Maßnah­ men das ganze Wirtschaftsleben und die weitere Kriegführung in Frage stellen und fordern des­ halb 1. Eine den Imtbto. Verhältnissen ent« sprechende würdigere Behandlung der Land­ wirte seitens der verantwortlichen Reichsstel­ len; 2. sofortigen Abbau der Kriegswirt­ schaft auf leichtverderbliche Erzeugnisse, befsonders aus Gemüse und Obst, Butter und Eier, Fische und auch aus Kartoffeln von der öf­ fentlichen Bewirtschaftung. Hiezu erklären sich Die landw. Genossenschaften, die sich mit der Verarbeitung, dem Absatz oder Ankauf land­ wirtschaftlicher Erzeugnisse besassen, bereit, al­ len Einrichtung« tatkräftig und beschleunigt aus eigner Kraft auszubauen und zu vervoll­ ständigen. 1 1 Beschlagnahme von Zigarrenlagern. In Görlitz wurde dieser Tage ein Zigarrenlager int Wert von 200 000 Mk. beschlagnahmt; nun­ mehr ist die Beschlagnahme eines anderen Zigarrenlagers,im Werte von 120 000 NU. er­ folgt. Sein bisheriger Besitzer Behauptet, daß es für einen großen Rüstungsbetrieb aufgekauft worden sei. , i Abgesetzter Erzbischof. Kaiser Karl hat den Metropoliten und Erzbischof von Ezernowitz Repta seines Amtes enthoben und den Mrchimandriten Verobchievic zum Administra­ tor der Diözese bestimmt. Tie Enthebung Rep- f tas erfolgte wegen seiner Haltung während der! russischen Invasion. Er hatte im Einverständ- • Ais mit dem russischen Statthalter die Geistlichen seiner Diözese gezwungen, Kirchengebete für die Zarenfamilie und für den Sieg der russischen Waffen zu veranstalten.</p>
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          <p>Allerlei. Kricgstrannnge« und Eheschcwungc«. Eine Einschränkung der Kriegstrauungen verlangt das "Neue Sächsische Kirchenblatt", indem es, schreibt: "Tie materiellen Vorteile, die ein junges Mädchen durch eine KriegÄrauung ge­ winnt, sind zu verlockend, als daß, dieser Lock­ ung nur ivenige widerständen. Uns will es scheinen, als ob jetzt eigentlich die Zeit der Kriegstrauungen vorüber sein sollte. Im An­ sang des Krieges war das etwas anderes. Auch von seiten der Standesämter sollte darauf hin­ gewirkt werden, daß der Eheschließung wieder, wie das früher der Fall war, jedesmal ein mehrwöchiges Aufgebot als Regel vorauszuge­ hen hat, auch wenn der Bräutigam Soldat ist. Tie Kriegsehescheidungen sind ein sehr böses Kapitel, sie Wersen aus die sittlichen Verhältnisse in unserem Volke ein schlimmes Licht. Eine sachliche Beleuchtung ersähet diese klagende Mahnung durch die Feststellung, daß, »kürzlich von einem einzigen Berliner Amtsge­ richt über 700 Ehescheidungen in vier Monaten gemeldet wurden. Mar» hat von ^kirchlicher Seite versucht, den Tikngen aus den Grund 'zu gehen, da es sich dabei auch um eine Frage handelt, die im nationalen Sinne sehr ernst , ... . ,, ■ - ^ ljr ist. Wie man jetzt hört, sind die Erfahrungen die bei den Besuchen der in Scheidung liegen­ den Eheleute gemacht wurden, vielfach gerade­ zu entsetzlich gewesen. Solche Erfahrungen ha­ ben den Vorstand der Shnode Berlin 3 ver­ anlaßt, aus die Tagesordnung seiner diesjähri­ gen Versammlung die Frage zu setzen: Welche Aufgaben der Kirche gegenüber der toadffenben Ehenot unseres Volkes erwachsen?</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Im Ernährungsböirat wurde in dessen letzter Sitzung betont, daß, mit Rücksicht auf die Steigerung der Erzeugungskosten auch in Bay­ ern eine entsprechende Hinaufsetzung des MlchPreises leider nicht zu umgehen sein wird, wenn nicht der Fortbestand der MLchwrrtschast und damit die künftige WM- und Fett­ Versorgung insbesondere^de^Städte^in^dem^gegenwärtigen Umfrage ernstlich gefährdet werden soll. Die Erhöhung wird jedoch nicht in dem von der Reichsfettstelle vorgeschöagenen Umfange erfolgen. Sie wird Hand in Hand gehen ,üssen mit dem weiteren Ausbau der Einrichtungen zur möglichst vollständigen Erfassung der Milch und erst nach Durchführung der hierzu notwendigen Vorbereitungen und nicht vor Beendigung der Grünfütterungsüeriode in Kraft treten. Die Feuerwehrpflicht der Heeresangehörigen. Es wurde vielfach Klage darüber geführt. daß die zurückgestellten oder beurlaubten Heeresangehörigen sich weigern, an den Uebungen der Pflichtfeuerwehr teilzunehmen. Das Bezirksamt Augsburg sieht sich deshalb zu folgender Bekanntmachung veranlaßt: Daß die zurückgestellten Heeresangehörigen vom der Verpflichtung zur Teilnahme an den Uebungen der Pflichtfeuerwehr nicht enbunden sind, kann nicht zweifelhaft sein. Der untter dem heutigen Verhältnissen vielerorts hervortretende Mangel an geeignetem Feuerlöschpersonal erfordert jedoch, daß auch die auf längere Zeit beurlaubt Heeresnagehörogen an den Feuerwehrübungen sich beteiligen. Es wird daher hiermit ausdrücklich angeordnet, daß sich ale auf länger als vier Wochen beurlaubten Unteroffiziere und Mannschaften an den an ihrem Urlaubsort stattfindenden Uebungen der Pflichtfeuerwehr zuu beteiligen haben, safern sie ohne Rücksicht auf ihr Militärverhältnis nach den bestehenden distriktpolizeilichen Vorschriften feuerwehrpflichtig sind. Ueber die einmalige staatliche Feuerungszulage in Bayern schreibt die M.A.U: In Preußen und im Reiche sind erneute Verhandlungen wegen der im September an die Beamtenschaft zur Auszahlung gelangeden einmaligen Teuerungszulagen eingeleitet worden. Zwischen dem preußischen Finanzministerim und den Vertretern der Beantenorganisationen werden Besprechungen gepflogen wegen einer eventuellen Erhöhung der Teuerungszulage. Es ist damit zu rechnben, daß man in Bayern erst das Ergebnis dieser Verhandlungen abwartet, um dann ebenfalls die enstrepchende Anpassung in Bayern durchzuführen. Dadurch verzögert sich naturgemäß die definitive Entschlußfassung der bayer. Staatsregierung, da kaum vor Montag nächster Woche die endgültigen Beschlüsse im Reich und in Preußen gefaßt senin dürften. Immerhin aber wird noch im September sie einmalige Teuerungszulage auch in Bayern bekannt gegeben und zur Auszahlung gebracht werden können. v. Volmar ist vom üolitischen Leben zurückgetreten, Er hatte zuletzut den Wahlkreis München II im Reichstag und München XII in der bayer. Abgeordnetenkamemr verterten, doch war er durch Kranheit bereits längere Zeit in der Ausbildung seinder mandate behindert. v. Vollmar war der Führer des revisionistischen Flügels der sozialdemokratiscen Partei in Bayerb, Er war einer der fähigsten Köpfe seiner partei. Wiederum schließt eine Münchener GaststätteHerr Ludwig Schild, Hotel Deutscher kaiser, teolt seinen Gästen durch Anschlag mit: "Infolge der großen Schqweirigkeiten, welche die Versorgung in den Gaststätten in sich birgt, und mrt Rücksicht aus bte Gefahren, denen rch mich aussetzen würde, wenn ich im Schleichhandelswege Ware erstehe, bin ich, leider genötigt, meinen verehrlichen Gästen mitzuteilen, daß ich meinen Gaststättenbetrieb mit 'Schluß/ der Versorgungsperiode, das ist der 31. August 1918, einstelle.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Straubing, 28. August.. (Ein weiblicher ' Sittltchjkeitsverbrecher.) Tas hiesige Landge­ richt verurteilte die 25 Jahre alte Tienstmagd Anna Schöneder von Ried, Gem. Hirschbach, wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit (Ver- f führung eines 14jährigen Sohnes ihres DienstHerrn) zu sieben Monaten Gefängnis.</p>
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          <p>Bezirksamt. Vom 1. September 1918 att wird in etatsmäßiger Weise befördert der Be­ zirksamts« ffistent Fritz Kraupner in Teggendvrf zum Bezirksamtssekretär bei dem Bezirks­ amts Griesbach,. 1 1 Postdienst. Vom 1. Sept. c. an werden in etatsm. Weise befördert: zu Postoerwaltern an ihren seitherigen Tienstorten bte Postsekretäre Julius SchaMtzl in Passau; Seb. Hofmann Landshut, Alois Gnatz in Landshut; Joh .B. Schicht! in Straubing, Wich. Lugbauer in Pas­ sau, Ludw. Kirnberger in Sttaubing, beför­ dert in etatsm. Westse ab 1.'Aug'. q. zum Pack­ meister der Schaffner Jos. WoUmuth inPlattltng; versetzt in etatsm. Weise auf Ansuchen: Schaffner Jos. Hoffmann von Plattling nach Landshut. ; Schuldienst. Die 2. Volksschullehrerstell« ln Rotthalmünster, E. Tistriktsschulinspeftion Rottyalmünster, ist ab 1. Oktober 1918 erledigt. Endtag für Bewerbungen: 24. September 1918. Bezirksamt Vom 1. September 1918 an werden zu Bezirksamtsaffistenten in etatsmäßiger Eigenschaft ernannt die Bezirksamtsin­ zipienten Karl Reichwein in Landshut bei dem Bezirksamte Vilshvsen und Hugo Biller in Deggendorf bei dem Bezirksamte Tjeggendors. Bahudieust. Vom 1. September 1918 an wird in etatsmäßiger Meise befördert derEifenbahnseftetär der Güterstation Passau Hbs. Jos. Bauer zum Bahuverwalter dieser Güterstation. Dienstnachrichten.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 30. August 1918. Wasser 15 . Grad C, Lust 16 Grad C.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Bekanutmachvug. Betreff: Abgabe von Käs. Gegen die Im August geltenden Käsmarlen kann ab heute 100 Gramm Käse abgegeben werden. Landshut, den 29. August 1918. gtaötttux&amp;ifivat. Dr. Herterich. 2312</p>
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          <p>Sitzung des Stadtmagistrats Landshut. Freitag, den 23. August. I j Vorsitzender: Bürgermeist«: Dr. Heuterich. Eine Einladung der K. Regierung zur Teilnahme an den Festgottesdiensten aus Anlaß deS Namensfestes Sr. Majestät des Kö­ nigs wird bekanntgegeben. , ^ ; Zu einer Besprechung nieverbaher. Kommunalverbände ant Montag, 26. August, km Rathaussitzungssaale in Landshut wurden die Herren Bürgermeister Dir .'Herterich und Sekretär Sauter abgeordnet. , , Eine Einladung des Kreiskaninchenzuchwereins zur Eröffnung der 6. niederbah. Kreiskaninchenausstellung in der Jägerhalle wird bekanntgegeben. * Ein Ges uch der Reichsdeutschen in Her­ mannstadt um Zuschuß wird bei aller Aner­ kennung der Bestrebung« des Vereins im Hin­ blick auf die kommende finanzielle Inanspruch­ nahme der Stadt abgelehnt. 1 Der Ausschau k von alkoholfreien Ge­ tränken wird dem Matthias Alttnger, Zweibrückenstraße genehmigt. x r Dem Karrusselbesttzer Adolf Stibor wird die Erlaubnis zum Betriebe seines Unternehmens int Haindlgarten bis 26. August crtetlt. Ein Gesu ch des Autvkarrusselbesitzers Englbert Angelmeier um Ausstellung seines Unternehmens am Viehmarktplatze wird der Konsequenzen wegen abgewiesen. Ausgewiesen wird aus bte Tauer von 2 Jahren die Fabrikarbeiterin Maria Tiller von Eggenselden aus Landshut und Umgeb. Der Einbau einer Wohnung in die Ladenräume wird Herrn Tapezierermeister Stermvse bewilligt und die Erwartung daran geknüpft, daß, auch andere Hausbesitzer diesem I Beispiele folgen werden. '</p>
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