Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-08-06. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 212, 1918-08-06. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Berlin, 5. August 1918, mittags. Wroßrs Hauptquartier.) S»eHi*er •««*»!««. Aeeresgruppe des AeneralfcldmarschallH t »rottyrtnä Rnpprccht von Bayer« An der Front zwischen Ipern und süd­ liche von Montdidier nahm die Feuertätigkeit am Abend zu und blieb auch! die Nacht hindurch, lebhaft. / 1 i In Flandern, nördlich! von Albert und beiderseits der Somme wurden Vorstöße des Feindes abgewiesen. Nördliche von Montdidier nahmen wir un­ sere auf dem Ostufer der Avre und des Tombaches stehenden Kompagnien ohne feindliche Einwirkung hinter hiess Abschnitte zurück. Bei kleineren Unternehmungen südwestlich! von Montdidier machten tvir Gefangene. HecreSgrrtpp« des deutschen Kronprinzen. An der BeSle hat die Feuerttäigkeit zuge­ nommen. Erfolgreiche Borfeldkämpse südlich von Coüde und westlich! von Reims. Nach Abwehr feindlicher Teikovrstöße wi­ chen unsere Nachhuten starkem Angriffe des Gegners auf Fismes befehlsgemäß auf das nördliche Besleüfer aus. . ^ , Heeresgruppe v. GaNwitz. und Heeresgruppe des Gencralfetdmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg. Westliche der Mosel, in den mittleren und oberen Vogesen wurden 'Vorstöße des Feindes abgewiesen. 1 i Im Sundgau machten wir bei eigenen Un­ ternehmungen Gefangene. i Vtzelfeldwebel Thom errang seinen 27. «ustsieg. Der 1. Geueratquarttermenrs«» PaSfBfesrf! Die Heeresberichte. . WTB. Berlin, $. August. Amtlicher Abendbericht: Oertliche Kämpfe an der Beste. 9er Sst«r.-W. Bericht. WTB. Wien,- den 5. August, mittags. Amtlich wird gemeldet: Nirgends größere Kampfhandlungen. Ter Chef des GensraAabS. Ben des Feindes ein, von wo sie verschiedenes Kriegsgerät zurückbrachten. In der Gegend von Bitolia war die Feuertättgkeit auf beiden Sei­ ten zeitweise ziemlich! lebhaft. Bei dem Torfe Makowo im Cernabogen zerstreuten unsere vor­ geschobenen Einheiten durch Feuer eine ver­ stärkte Abteilung des Feindes, die sich! un­ seren Drahthindernissen näherten. Südlich! von Huma auf beiden Seiten heftiges Artillerie­ feuer. In dem Torfe Altschak nahmen unsere Angriffstruppen mehrere Engländer gefangen. An der unteren Struma ebenso für uns günstig verlaufende Patrouillengefechte. i 9er mm Bericht. - Konstantinopel, 3. Aug. Amtlicher Bericht: ^ j , Palästinafront: Ter Engländer entwickelte | gestern an vielen Stellen der Frornt lebhafte t ArDlerietätigkeit mit Fliegerbeobackhtung. 'Im Küstenabschmitt und östlich des Jordans wurden feindliche Aufklärungsabteilungen von uns ab­ gewesen. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Eine neue Hchslacht? Bern, 5. Aug. Tie Einnahme von Soissnos wird hier als nebensächliche Kriegshand-lung aufgefaßt- Man ist der Meinung, daß die Räumung Soissous im !Plane Hindenburgs lag und daß, die gegenwärttg an der Westfront eingeleitete Rückzugsbewegung den Auftakt zu einer Bewegungs Macht größten Stils bildet. ' Renandel über 1919. - Gens, 4. Aug. Renaudel erklärt in der Humcknite, Frankreich! habe ein Recht, zu wis­ sen, woraus die Regierung ihre Versicherung gründe ,daß das Frühjahr 1919 die entscheid dende Wendung bringen werde .Es wäre eine schwere Verfehlung, wenn Man solche Hoffnun­ gen nur erweckte, um das Mißvergnügen über die Einziehung der 18jährigen zu dämpfen. Tie Ereignisse südlich! der Aisne. Zur Kriegslage schreibt der militärische Mitarbeiter der Voss. Ztg., Hauptmann von Salzmann: " f * Tie Ereignisse südlich! der Aisne gehen einem gewissen Abschluß entgegen. Ter große Ausfall gegen die Marne ist abgeschlossen.Tie deutsche Besatzung zieht sich in die Festung zurück. Tie Festungstore schließen sich lang­ sam. Niemals verlor der Verteidiger auch, nur einen Augenblick die Ruhe und die eigene Ent­ schlußkraft. Ter Angreifer vermochte keine Un­ ordnung in die deutschen Linien zu bringen. Ter einfache Beweis liegt darin, daß kein Ma­ terial und keine nenneklswerten Mengen von Gefangenen in die Hände der Franzosen, Eng­ länder und Amerikaner fielen .Im allgemeinen verteidigen wir jetzt die. Vesle- und anschlie­ ßend die Aisnelinie. Tie Front ist dadurch! ge­ rade gestreckt und aus ihre kürzeste Ausdehnung gebracht worden. Ter Abschluß ist Da. Nahkämpfe werden selbstverständlich! an dieser Front folgen. Es liegt durchaus weiter in unserem! Interesse, daß der Feind gerade an diesem! Frontteil mit allen Kräften angreift. Tie Strategie hat wieder das Wort. Tie Ereigniss« zwischen Reims, derMarne und Soissons haben gezeigt, daß die Strategie nicht tot ist. Was dort geschah, war nicht nur taktischer Kampf von Division zu Tivision, von Mann zu Wann« Tiefer war nur das Mittel. Tie höhere Füh!rung hat sich! gerade in den Ereignissen der vergangenen drei Wochen in ihrer ganzen Ue-, bertegenheit gezeigt. Wir können mit der be­ rechtigten Hoffnung auf eine Neuentwicklung, der Operationen sehen. 1 ! i Tie transsylvanischie Legion. Paris, 4. Aug. (Havas.) Wie die Blätter melden, wird General Jliescu, der ehemalige Befehlshaber der rumänischen Armee, an der ftanzö fischen Front das Kommando über die transsylvanische Legion übernehmen. Ter rumänische Professor Mandrescu er­ richtete fyn Rom ein Rekrutierungsbureau für eine rumänische Legion. ' ' i i | Ter "zweite Teil der Entfchjeidungsof! fensive". | Genf, 5. Aug. Nach! Pariser Meldungen sind die Mitglieder der Armeekommission der Kammer am Freitag ivieder an die Front ab­ gereist. Ter Mattn bemerkte: Wir stehen vor dem zweiten Teil der Entscheidungsoffensive. 1 Tie Aufgabe von Soissons. , Tie Ausgabe von Soissons war durch! seine örtliche Lage und die taktische Situation be­ gründet, da der Ort in der Fluß^ebene liegt und die Verteidigung auf die Höhen west­ lich! und südlich von der Stadt verlegt worden war, wo die starken ftanzösischen Angriffe rest­ los abgewiesen wurden. Nachdem die deutsche RückbÄvegung vollendet und die deutscheHauptmacht das Gelände auf dem Nordufer der Aisne und Veste erreicht hatte, hatte Soissons seine taktische Bedeutung verloren. N Tie Aisnebrücken zerstört. ; Genf, 5. Aug. Nach! einem Havaskommentar gelang es den Teutschen nach Beför­ derung ihres ganzen Materials alte Aisnebrücken zu zerstören. Ueber die ferneren Ab­ sichten der Teutschen dürften vermutlich die nächsten 24 Stunden Aufschluß.geben. Frankreichs Schulden an England und Amerika • Nach einer Lyoner "Progres"-Meldung aus Parts wurde im Finanzausschuß! der Kam­ mer am letzten Freitag vom Finanzminister! bekanntgegeben, daß,die finanziellen Berpflichstungen Frankreich! gegen England und Amerika 14 Milliarden Franken betragen, wovon 6 Milliarden auf Amerika entfallen. ────────── pen zur Wiederherbeiführung der Ordnung an­ gerufen. Tie verbündeten Truppen besetzten Archangelsk ohne Verluste. Es herrscht aufs neue Ruhe in der Stadt. Tie deutsch-russischen Wirtschaftsver­ handlungen. Aus Petersburg wird gemeldet: Baron Rosen, der frühere Gesandte in Japan und in den Vereinigten Staaten, ist nach; Berlin abge­ reist, um an den in Berlin stattftndenden deutsch-russischen wirtschaftlichen Konferenzen teilzunehmen, Tie Gegenrevolution in Rußland. Ter Korrespondent der "Morntng Post" erfährt von finnischer Seite, daß, die Erober­ ung von Samara die Erwartungen der russi­ schen Gegenrevolutionäre sehr gesteigert habe. Tie Hungersnot in den russischen Städten nimmt dauernd zu. Tie tschechischen Truppen die an beiden Seiten des Urals operieren, haben eine Stärke von 50 000 bis 60 000 Mann. 115 000 Kosaken sollen sich ihnen angeschlos­ sen haben. In Ostsibirien sind die Bolschpwikr noch immer Herren von Irkutsk, wo ständig gekämpft wird. Starke japanische Abteilungen sind bereits in der Mandschurei versammelt worden, um gegebenenfalls eingreifen zu kön­ nen. Westsibirien ist tatsächlich von den Bolschewiki geräumt. Tie vorläufige Regierung in Omsk wird von Japan, China und Amerika unterstützt. Orenburg von den Tschecho-Slowaken genommen. Das Berner "Jntelligenzblatt" meldet aus Kopenhagen, dort seien Telegramme eingelau­ fen, wonach! die Tschecho-Slowaken sich in den Besitz von Orenburg gesetzt haben. Aus Rußland. Austausch; der Politischen Gefangenen zwi­ schen Rußland und Finnland. Nach einer Meldung aus Helsingsors ist zwischen der Sowjetregierung und der fin­ nischen Regierung nunjmehr ein Abkommen we­ gen der Freigabe der in Finnland verhafteten Russen und der in Rußland verhafteten Fin­ nen getroffen worden. Alle Politischen Gefan­ genen, die wegen politischer Agitation wegen Teilnahme am Bürgerkriege. Spionage,Kriegs konterbandeschmuggel bisher verhaftet waren, den über die russischsfinnische Grenze, die geösfne wirdt, in ihre Heimat geschasst werden. Tie "Helfer" Rußlands. Moskau, 3. August. Tie "Jswestija" schreibt unter der Ueberschrist: "Freundschaft­ liche Hilfe": Frankreich hat Rußland schon Ver­ stand geleistet, indem es uns mit Hilfe der Tschecho-Slowaken der Zufuhr von Getreide aus dem Wolgagebtet und Sibirien beraubte. Frankreichs will uns zwingen, die Zinsen zu zahlen, außerdem will es von uns eine Blut­ steuer in Form von Kanonenfutter haben. Tie Hilfe Englands spricht noch beredter für sich selbst. Tie Engländer beglücken Rußland nicht nur mit Hunger und Not, sie rauben nicht nur russisches Gebiet, sondern sie vernichten ein­ fach! russische Städte und Einwohner, wie in irgend einem Sudan. Tie Erschießung der Mitglieder des Sowjets in Kem und die Beschie­ ßung der friedlichen Stadt Archangelsk find Beispiele der englischen Humanität. Tie Ver­ bündeten schicken sich an, mit der Schonungslo­ sigkeit der deutschen Kriegspartei Rußland auszurauben, zu entkräften und aufzuteilen. Toch die Eroberungspläne der Verbündeten werden jämmerlich, scheitern. Rußland hat einen mächtigen Bundesgenossen in den eng­ lischen und französischen Arbeitern, die immer mehr betn Bolschewismus zuneigen. Rußland, das Mt den verbündeten Regierungen gebro­ chen hat, wird den Arbeitern Frankreichs und Englands Ne brüderliche Hand entgegenstrecken. Ter Imperialismus wird unter den Trümmern des Gebäudes, das er errichtet hat, zusammen­ brechen. : Lenin gegen die Entente. • In Moskau fanden zahlreiche Versamm­ lungen statt zur Agitation unter den Arbei­ tern für den Kampf gegen die Gegenrevolu­ tion der Tschecho-Slowaken. Im Buthrschen Rayon sprach Lenin. Er führte u. a. aus: Tie Feinde der Sowjetrepublik umgeben uns mit einem eisernen Ring. Mittels Betrug und Lüge haben die Engländer Murman besetzt, dann Kem eingenommen und erschießen un­ sere Genossen. In den Tschecho-Slowaken fan­ den sie Bundesgenossen. Englisches Geld hap sie angeworben. Wir wollen "weder mit den Teutschen .noch mit den Engländern und Fran­ zosen Krieg führen. Die Arbeiter halten die Fabriken fest in ihren Händen, die Bauern wer­ den den Gutsbesitzern das Land nicht zurück­ geben. Zur Verteidigung dieser Eroberungen erklären wir auch den 'Krieg allen Marodeu­ ren und Spekulanten, die ut*§ mit Hungersnot bedrohen. Wir werden alle Vorräte den Spe­ kulanten abnehmen und die Armen und Arbei­ ter nicht ihrem Schicksal überlassen. Flüchtende Russen. Tie Kopenhagener "Nationaltidende" meldech aus Helsingsors, es habe eine Massenßlucht der Russen über die finnische Grenze begonnen. Tie Grenzwache sei durchaus ungenügend. Rußland «uv Finnland. Rach einer Meldung des Berliner Dgbl. aus Helsingsors ist zwischen der Sowjetregierung und der finuischen Regierung ein Ab­ kommen wegen der Freigabe der in Finnland verhafteten Russen tmv der in Rußland ver­ hafteten Finnen getroffen worden. Tie AMierte» tw Archangelsk. Basel, 5. Aug. Aus Archangelsk meldet die Agence Havas: Infolge der gegen die ört­ liche Bolschewiktregierung gerichteten Bewegung wurde der Sowjet gestürzt. Tie neuen Behörden der Stadt haben die Hilfe der alliierten Trup­ ────────── Aus der Ukraine. Ter Eisenbahnerstreik in der Ukraine. In Moskau sind laut "JÄvestija" zugun­ sten der streikenden Eisenbahner in der Ukraine 150 000 Rubelt gesammelt worden. Außerdem hat ein Kongreß der Bauarbeiter beschlossen, einen Tagesverdienst für die Streikenden zu spenden, indem er im voraus 100 000 Rubel hierfür bewilligte. ────────── Aus Finnland. Tie Aalandsfragr. Helsingsors, 5. Aug. "HufvudSbladet" schreibt zur Aalandsfoage: Finnland besitzt un­ zweifelhaft erheblich, bessere Möglichkeiten, dre Inseln zu verteidigen als Schweden. Tie Finn­ landschweden fordern für die Aalander dre gleiche Freiheit wie für die übrigen Staatsange­ hörigen, unter besonderer Berücksichtigung der aaländischen Sonderart, erwarten aber gletch| zeitig von den Aaländern die gleiche Vater­ landsliebe. ────────── Der Krieg mit Italien. Tie Bedrängnis der Italiener in Lhbien. Aus Zürich wird berichtet: Tie jüngsten Ereignisse in Lybien, die den Italienern schwere Verluste zufügten und die sie ganz an die Küste drängten, haben zu einer Aenderung iw -Kom­ mando von Äripolitauten und der Cyrenaika geführt. Ter bisherige Gonverneur, General Ameglio, wurde aus sein Ersuchen seines Amtes enthoben. Zu seinem Nachfolger wurde Ge­ neral Garioni ernannt. .. '' Der Bölker-und. Chiasso, 4. Aug. In efttetn in der "Ruewa Antvlogia" erscheinenden Aufsatz tritt der angesehene Senator Pofi für einen gänz­ lichen Neuaushau der Völkergemeinschaft ein. Tiefe Müsse sich, künftig hauptsächlich auf dem Völkerbünde und einem Obersten Schiedsgericht stützen. Noch während des Krieges sei von ver­ schiedenen Seiten di^se Organisation d«r Völ­ ker in Angriff zu nehmvn. Vielleicht könnten dann doch die wichtigsten Streitfälle desKrieges einem; höchsten Gerichtsorgan überwiesen werden. , [ - ! ────────── 1 '^unt englischen Programm zu gehören scheinen, | • tragen wesentlich dazu bei, die Stimmung der Kriegsgefangenen herabzudrücken. Kein Wunder, wenn die aus der Gefangen­ schaft zurückgekehrten Teutschen im höchsten . Grade darüber erstaunt sind, daß die Meinung über angebliche gute englische Gefangenenbe­ handlung in der deutschen Heimat Glauben f und Verbreitung finden kann. fch Bötkerrechtswidrige englische Grineink- cheiten «hne Ende. I* Erst in diesen Tagen gingen Meldungen l butfiji die Blätter von englischen LustangrifiE fett aus Lazarette und Krankentransporte.Am t 8. Juli wurden Bomben auf das Kriegslazarett Rin Frohennes abgeworfen; am 22. Juli wurden febie' alten französischen Lazarettanlagen am S Mont Notre Tome mit Bomben belegt. In ^ diesen waren noch! französische und englische A; Aerzte und Schwestern beschäftigt, die gegen Eherne solche völkerrechtswidrige Handlungsweise M ihrer Landsleute erbittert protestierten. — Und schon wieder kommt die Nachrichch von einer ganz besonderen Gemeinheit dem Roten Kreuz gegenüber. i i Bei einer Armee im Westen wurde nodjj einem nachts erfolgten englischen Patrouillen­ vorstoß morgens ijt unserer Hauptwiderstands­ linie der Ruf "Sanitäter" gehört. Darauf ging ein Kran^enträgersergeant mit einem Kranken­ träger ins Vorfeld, um den Verwundeten zu suchen. Etwa '50 Meter vor unserer Haüptwiderstandslinie wurde der Sergeant von den Engländern abgeschossen! — Einige Zeit später versuchte der 'Feind erneut, durch diesen Ruf Leute aus unserem Graben zu bekommen. — Und so etwas kämpft »für Zivilisation und Recht"! ’ i - • r' I ────────── Aus Rumänien. Ter Arbeitszwang in Rumänien. Bukarest, 3. August. Als Ergänzung des gesetzlich eingeführten landwirtschaftlichen Arbeitszwanges wird fürGutsbesitzer und Pächi-. ter die Verpflichtung eingeführt, einen Teil ihrer Güter an Bauern zu verpachten. Grund­ sätzlich! wird die Verpachtung durch gütlich^ Vereinbarung erfolgen, im Falle der Weiger­ ung aber wird auf die Gutsbesitzer und Pächter durch, den Verlust der Vorteile des landwirt­ schaftlichen Arbeitszwanges und durch eine hohe staatliche "Sondersteuer ein Zwang ausgeübt werden. Das neue Gesetz wird sofort in Kraft treten, damit schon im Herbst die Bauern für f den Anbau den nötigen Doden erhalten können. || Tas rumänische Judrngesctz. p B u tatest, 3. August. In der gestrigen ^ Kammersitzung wurden sämtliche Artikel des Judengefetzes ttnver,ändert angenommen. &ie Gesamtabstimmung findet heute statt. Tie Ententegesnndten in Rußland. Nach, einer Meldung des Pariser "Jour­ nal" stehen die von Archangelsk in Kandalaska eingetroffenen Ententegesandtschasten unter dem Schutze englischer und amerikanischer Trup­ pen. i j ... i ────────── Am Balkan. Aus Griechettland. Agence Havas meldet aus Athen: Ter Ma­ rineminister verhängte eine Geldstrafe von 10 Millionen Francs Über den Reeder Abaticulos, der an eilten Ausländer zwei Dampfer ver­ kaufte im Widerspruch! zu dem Gesetz, das den Flaggenwechsel von Einheiten der Handelsma­ rine verbietet. Zwei andere Reeder wurden zu Geldstrafen von 2 und 3 Millionen Francs verurteilt. 1 | , U ────────── Tie Gefangenen in der Türkei. ; Konstantinopel, 4. Aug Von bett 7500 französischen und englischen Zivilgefan­ genen, die sich in der Türkei befinden, ver­ langten bloß 568 Franzosen und 666 Englän­ der ihre Heimbeförderung. Ties bildet den schlagendsten Beweis für die gute Behandlung der Untertanen der kriegführenden Staaten in der Türkei , ' , ; , j [ | : Die Türkei im Kriege. ────────── Mais als Brennmaterial. ' ! Berlin, 4. August. 'Würde man es 'für möglich! halten können, daß heutzutage Lebens­ mittel nicht Zur Lebenshaltung sondern als Brennstoffe benützt werden? Und doch, ist das geschehen. Aber nicht etwa aus Ueberfluß, sondern aus bitterer Notwendigkeit. Tie "Ti­ mes" meldet aÄs Buenos Aires: Nachdem über 2 Millionen Tonnen Getreide durch, die argen­ tinische Kommission nach Europa verschifft worden sind, fehlt es auf den Märtten an wei­ teren Käufern. 2.5 Millionen Tonnen bleiben übrig und da es gleichzeitig überall in Ar­ gentinien an Brennmaterial fehlt, hat man jetzt einen großen Teil des Maisübeerschnsses als Kohle verbrannt mit einem Verltust von 100 Millionen Dollars am Nationalmermögen. Neutrale Stimme zu Lloyd Georges ! Rede, i Stockholm, 6. Aug. Zu Lloyd Georges letzter Rede, in der Deutschland mit wirtschaft­ lichen Vergeltungsmaßnahmen bedroht wird, sagt "Sozialdemokraten", der hassenwerte Cha­ rakter seiner Aeußerungen gehe deutlich aus der Erklärung hervor, daß die Bedingungen bei einer Verlängerung des Krieges versch!ärft Aus neutralen Ländern. werden sollen .Ter Inhalt eines gerechtenFriedens verändere sich; nicht durch eine Verlänge­ rung des Krieges. Tie gleichzeitige Rede Lloyd Georges über den Völkerbund weise eine Stelle auf, welche diesen großen Gedanken in den Au­ gen des deutschen Volkes herabsetzen müssen Er rede von einer Brüderschaft zwischen den Alliierten nach dem Kriege und übersehe dabei daß es keine Brüderschaft gäbe, wenn man ein anderes Volk aus der Gemeinschjast aus­ schließe. n m ■ ! ! Norwegische Klagen gegen Amerika. > Tas norwegische Reederblatt "Sjoefartstidende meldet, man habe bedauerlicherweise erfahren, daß die Amerikaner die ganze Kriegs­ risikoprämie den norwegischen Reedern anst-, bürden wollen. Solche Verlangen seien nicht nur für Einzelreisen, sondern auch! für dau­ ernde Kontrakte gestellt. Tie Zeitung ersucht die' norwegischen Reeder inständig, in diesem Punkte nicht nachzugeben. Es sei besser, die Schiffe auszulegen. Tas Blatt erinnert dann an die Erfahrungen, die die norwegischen Ree­ der machten, als der unbeschränkte Untersee­ bootskrieg begann. Viele Reeder, die damals! solche Zeitklauseln hatten, müssen noch jetzt die Schuld jener Zeit tragen. Täs Blatt fordert die Reeder auf, zusammenzuhalten, dann müsse sich! Amerika beugen. , ; ; s Erhöhung der Transportversicherung 1 in Amerika. I ; . Infolge der Unterseebootsgefahr sind die Transportversicherungen von Amerika nach Europa vom 1. August ab um 12.5 Prozent er­ höht worden. ! I i : l [ ’ | |\- i ────────── 3. Einführung gleicher Munition für die ganze chiinefische Armee. , , 4. Einsetzung von japanischen Ratgebern und Instrukteuren, um das chinesische Heer zu reformieren. > ■ ( | 5. Gleichförmigkeit der chinesischen und japanischen Eisenbahnlinien. ! ! 6 Zentralisierte Leitung für die chinesisch» und japanische Armee. | | ( Ter Schluß des Vertrages lautet: Auf Grund der gegenwärtigen hilflosen Lage der alliierten Mächte im fernen Osten soll Japan allein für Aufrechterhaltung des Friedens in Ostasien im Verein mit China in militärischer und finanzieller Hinsicht verantwortlich sein. — Ein wichtiger Punkt ist auch daß Bargn Sakatani zum finanziellen Ratgeber Chinas er­ nannt wurde .Das ist nach! dem Urteil der größ­ ten in Ostasien erscheinenden englischen Zeitung der Anfang zum Ende von Chinas Selbständig­ keit, da nunmehr die chinesischen Finanzen vollkommen unter japanischer Kontrolle stän­ den. Tie Japaner seien selbst der Ansicht, daß binnen 2 Jahre ihre Geschäfte in Ilhina die ^'Englands überflügeln würden. i Tie erste japanische Tivision in Wtndi- , ! . wostok. j ! Basel, 5, Aug. Aus Tokio meldet die Agence Havas unterm 4. ds., das erste Kon­ tingent japanischer Truppen bestehend aus einer Division wurde nach! Wladiwostok eingeschifft, wo seine Ankunft bevorsteht. ! j ; ────────── kühle Masse ins Gesichts daß sie in Flocken an ihrem Haar und an den Wimpern hing, wo sie zu großen schimmernden Perlen auftaute. Und wenn beide das "Fräulein" besonders gut getroffen hatten, lachten sie jauchzend aus und wurden das luftige« Spiels nicht müde. Mit einem Male bekam das vergnügte Kleeblatt schnell hintereinander von fremder Hand je einen wohlgezielten Wurf. Erschreckt blickten sie sich!! gegenseitig an. "Onkel Rüdiger!" jauchzte Ossi da auf und lies dem Herrn entgegen, der in einiger Entfernung von ihnen stand und eben zu einem neuen Wurf ausholte. Und "Onkel Rüdiger!" jubelte auch! Cäcilie und folgte dem Bruder so schnell es ihre Gebrechlichkeit gestattete. Lore war rot geworden.. Verlegen stand sie da, sich« dem Schnee von den Kleidern klo­ pfend. Sie statte sich doch so recht wie ein dummes, übermütiges Schulmädchen benommen und nicht wie eine Lehrerin, der die gräflich AlÜvördenscheril Kinder anvertraut waren! Ein wenig fürchtete sie die strengen, kritischen Au­ gen des Legationsrates, der immer so ernst so gemessen und zugeknöpft war. Und doch bewunderte sie« ihn int stillen. Wie vornehm sah er aus in dem Gehpelz mit dem Persianerkragen, der seine hohe, Gräfin Seilet gab der jungen Erzieherin tausend Ermahnungen, ja darauf zu. achten, daß die Kinder sich nicht erkälteten. Thekla schloß sich von dem Spaziergange aus; sie wollte die Mama begleiten, die viele Besor-, gungen hatte. Das machte ihr Spaß: einkau-, fett und in den Läden wie eine große Dame behandelt zu werden. 1 : t Langsam ging Nora Berger, die Kinder an der Hand haltend, den breiten Weg nach dem Monopteros zu. Unermüdlich! plapperte das Mäulchen Ossis; er beobachtete andere Kinder und sah, wie sie sich in dem weichen, weißen Schnee kugelten, ihn zusammenrafften und sich damit warfen. T!ieses Beispiel wirkte anstekkend. Er ritz sich, von seiner Begleiterin, griff auch in den Schnee und warf seinem unbe-i holfenen Schwesterchen eine Handvoll ins Ge­ sicht. Tie zahlte es ihm heim; dann vereinig-, ten sich beide gegen Lore, die sie jauchzend mit Schnee überschütteten, so daß sich das junge Mdächen kaum des Ueberfalls wehren konnte. Sie bückte sich«, formte Schneebälle, warf die Kinder damit und bald hatte sich! ein regelrech-! tes Gefecht zu aller Freude entwickelt. GlltmÜtig ließ Lore sich! alles gefallen. Ihre blaue gestrickte Jacke war über und über mit Schnee bedechi. Ossi warf ihr die weiche schlanke Gestalt umschloß! Seine Gesichtsfarbe war gebräunt von einer südlichen Sonne; die ettoaS große Nase sprang scharf und cha­ rakteristisch! aus dem schmalen Rassegesicht. Ter kurzgeschnittene, dunkelblonde Bart über der Oberlippe des klugen, schmalen Wundes ließ ihn sehr jung erscheinen, trotzdem das Haar an den Schläfen schon einen leichten, silbernen Schimmer hatte. Seine Haltung war straff und militärisch. Dem schönen Bruder sah er gar nicht ähnlich. — Nora fühlte in seiner Nähe immer ein gewisses Herzklopfen, und doch! gefiel er ihr ausnehmend gut. "Na, ihr kleine Gesellschaft!" rief der Le­ gationsrat lachend, "wo soll es denn hingehen? Ihr seht ja aus wie die Schneemänner!" "Komm mit, Onkel, fotttt»! Wir wollen die wilden Enten am Kleinhesseloher See füt­ tern." ! I ‘ Unversehens warf ihm Ossi dabei eine Handvoll Schnee ins Gesicht mit seinen klei­ nen, krebsroten Händen, von denen er längst die ihm ljästig gewordenen Fausthandschuhe ab­ gestreift hatte. 1 ... ! I I (Fortsetzung folgt.) ────────── Aus Amerika. Teutsch-amerikanische Austanjchperr , Handlungen. , j > In der Schweiz sollen nach einer ReuterMeldung Verhandlungen über einen deutschjamerikanischen' Gefangenenaustausch beginnen, sobald die beiderseitigen Regierungen hiefür den Zeitpunkt bestimmt haben. Tie Verhand­ lungen werden vom schweizerischen. Bundes-. Präsidenten geleitet- l ; I i s i Tile Rcdeknechtschaft in Amerika. Ueber Christiania wird berichiet: In Ame­ rika ist eine Organisation gegründet worden, deren Zweck es ist, den Flaumachern nachzu­ spüren. Flaumacher werden als "Gelbe Hun­ de" bezeichnet. Tie neue Organisation umfaßt Knaben, die überall herumstreifen sollen, um Gespräche zu belauschen und dann die Leute zu denunzieren. Ter Staatssekretär des Staa­ tes Newhork sandte allen Bürgermeistern und Polizeimeistern des Staates folgendes Schreis ben: In allen Städten und in allen Dörfern werden jetzt Knabenvereine gegründet. Diese Organisation soll alle Bürger und Ausländer oder andere herausfinden, die Unruhe ver-. breiten, indem sie dauernd und unzeitig die Regierung und die Kriegführung kritisieren. Ich! gebe freudig dieser landesumfassenden Bewegung meine Empfehlung und hoffe, daß sie durch Anwendung Ihrer amtlichen Gewalt und Zusammenarbeit mit der Presse die Einführung unterstützen werden. Jeder Amerikaner sollte diese große Arbeit unterstützen. ────────── Tie englischen Seeräuber. i Tie Göteborger "Vidi" schreibt: "Ich las vergangene Woche in einer Zeitung folgendes Telegramm aus London: "Tie Regierung hat die Beschlagnahme von Büchern, Zigarren, No­ tenpapier und Harz angeordnet, die mit dem Tampfer "Haveley" nach! verschiedenen Plätzen in Holländischj-Ostindien unterwegs sind; fer­ ner von Büchern, Chemikalien und Samen mit dem Tampfer "Kilkennh" nach! verschiedenen Plätzen in Holländischi-Ostindien und Rußland; von Rollgardinen schnüren, Wotorbürsten, Pa­ pier und Textilmaterialien mit dem Dampfer "Morvada" nach! Holland; von Postkarten mit dem Dampfer "Mercurius" nach! Newhork; von Musikalien mit dem Tampfer "Ragnvald Jarl" nach! China; von Seide mit dem Tampfer "Metagama" nach! Ätorwegen; von Spitzen mit dem Tampfer "Marhlebone" nach! Kolumbia; von Leder, und Zink mit dem Tampfer "Adriatic" nach! Amsterdam und Schweden; von Seife mit dem Tampfer "Melita" nach! Deutschland; von getrockneten Grünwaren mit dem Dampfer "Normannia" nach! Holland; von Gold und Silberdraht nach! Island sowie Noten, Frei­ marken, Büchern und Photographien nach ver­ schiedenen Plätzen in Norwegen." Was ist nun dieses anderes, als gewöhnlicher, gemeiner Diebstahl, — Seeräuberei, — obgleich! es unter dem schönen Namen "Konfiskation" geht? Wan bedenke, daß wir auf der schiefen Ebene soweit herabgerutscht sind, daß ein so freches Unter­ nehmen in unseren Zeitungen bekanntgegeben werden kann — ohne einen einzigen empörten Kommentar! Und man denke, daß, es noch! immer Leute Albt, die nicht sehen, was Eng­ land ist — ein ' Seeräuber aller schlimmsten Aus­ maßes!" " ! Ter treffenden Kritik des schwedischen Blattes braucht nichts hinzugefügt zu werden. Der Krieg zur See. ────────── die Herren Generaldirektor Ballin und Direktor von Holtzendorff 'aus dem Vorstände des Wirtschaftsrates für Mitteleuropa ausgeschie­ den. ; .! | , | ! ' I Nordische Philologie. Nachdem an der Greisswalder Universität bereits im Sommer 1917 ■ eine besondere Lehrstelle für nordische Philologie errichtet worden war, ist zu Be- , ginn des Sommersemesters 1918 vom Kultus­ ministerium ein nordisches Institut gegründet worden, dessen Zwech ist, durch Forschung und ' Lehre die Kenntnis von Land, Volk und Kultur der heutigen nordischen Staaten einschließlich ; Finnland zu fördern. Seine öffentliche Tätig­ keit hat das Institut bereits ausgenommen ;l durch! einen Vortragsabend, auf welchem Pro-, fessor Lundstroem aus Goetenburg' über die. Verbreitung des schwedischen Volkes und der f schwedischen Sprache berichtete. Zu Beginn ch das heurigen Wintersemesters folgt ein Vor-1 trag des bekannten schwedischen Archäologen J O. Montelius über die Vorfahren der Germa-1 vem I 5 u I I i : I« Eine verkaufte Rheinflotte. Ter Amster­ damer Telegraas meldet aus Rotterdam, daß die Rheinflotte der Triol Steemboot an Trans­ port Onderneeming in Rotterdam, die aus 17 Schleppdamp fern, 69 Rheinkähnen und 3 Tampfkrahnen besteht, für den Betrag von 5.5 Millionen Gulden an die BergwerPgesellschast in Walsum bei Hamborn verkauft wurde. Brot und Mehl konnten seit 10 Tagen in Kusstein nicht mehr verteilt werden. Als Ersatz wurden pro Wychje und Kopf 2 Pfund Kratofseln gegeben. | , . 1 Tages-Uebersicht. Ein Bekenntnis des Admirals Scheer. Fol­ gendes Telegrannm erhielt von Admiral Scheer die "Saalezeitumg": Schreiten wir unbeirrt und zuversichtlich auf dem Wege der Kraft weiter, dann wird unsers Zukunft vor britischer Haßs gier und Rachsucht sicher sein. Ter Teutsch^ ist zu gut, um von England verachtet zu wer­ den. Admiral,Scheer. ! ' Aus dem Wirtschaftsrat für Mitteleuropa. Wie die "Tägliche Rundschau" erfährt, sind ────────── Allerlei. Schwerer Eisenbahnunfall. JE3ie hie Kra­ kauer Blätter melden, ereignete sich! in der vorvergangenen Nacht bei Oswiecim ein schwe­ rer Eisenbahnunfall. Auf der Eisenbahnbrücke bemerkte der Lokomotivführer eines gemischten Zuges vor sich! einen anderen Zug und gab infolgedessen Volldampf nach! rückwärts. ^Wäh­ rend 13 Personenwagen, die sich unmittelbar hinter de rLokomvtive befänden, bremsten, fuh­ ren die mit veralteten Bremsen versehenen! Güterwagen weiter. Ter Truck der Güterwa­ gen hob die Personenwagen empor, von denen sünf von der Brücke in die Weichsel abstürzten, während zwei am Brückengeländer hängen blie­ ben. Durch den Unfall wurden 36 Personen leicht und 5 schwer verletzt. ────────── Bayerische Nachrichten. T«er K. Bayer. Lan-eskriegervervand hat Ji am Sitze des Bundespräsidiums In München W eine Beratungsstelle für Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte errichtet, die von einem kriegsveschädigten Juristen geleitet ist. ────────── Niederbayerische Nachrichten. * Rottenburg, 5. August. (Mord.) Als gestern abends gegen halb 1 Illhr der Gendar­ meriewachtmeister Herr Georg Müller nach, Hause kam und sich im Schlafzimmer entkleivece, wurde durchs das Fenster des Zimmers ein Schuß, aus ihn abgefeuert. Tie Kugel traf Herrn Müller in die Brust. Ter Getroffene verschied kurz darauf. Von dem Tater Hat man keine Spur. 1 , Straubing, 5. Aug. (Verhängnisvolle Me­ dizinoerwechslung.) In einer hiesigen Bürgers­ familie ereignete sich! gestern ein sehr bedauer­ licher Vorfall, ©inern' etwa einhalbxahrrgen Mädchen, '.velches an der Grippe erkrankt war, Mädchen, welches an der Grippe erkrankt war, wurde infolge Verwechslung der Medizingläser ein Hustenmittel, welches für Erwachsene bestimmt und dosiert war und vermutlich Mor­ phium enthielt, verabreicht, das den Tod des Kindes alsbald herbeiführte. Straubing, 4. August. (Zu wilden Szenen) kam es gestern am Markte. Ter 40 Jahre alte Händler Wilhelm Schuhnagl von München be­ drohte den Pferdehändler Weber mit dem Mes­ ser. Weber konnte aber flüchten. Schuhnagl bedrohte dann einen ahnungslos des Weges kämmenden Infanteristen, der ebenfalls flüch­ ten mußte. Später geriet Schuhnagl und fern Bruder am "Bahnhof mit den Handelsleuten Büttner und Scherl in Streit, wobei Büttner und Scherl durch Messerstiche schwer verleg wurden. Tie beiden Schuhnagl chmrden nach heftiger Gegenwehr festgenommen. ────────── Dienstesnachrichten. Genvarmeriedienst. Versetzt wurden: die Gendarmerie-Wachtmeister Joseph Glashauser von Hoskirchen nach Haidmühle, Joseph Linduer von Haidmühle nach, Hofkirchen, Gendar­ merie-Vizetvachtmeister Joseph Heinsling von Winzer nach! Haunersdorf, Gendarmerie-Ser­ geant Georg Ederer von Tingolftng nach, Kötzting, Gendarm Xaver Auer von Lam nach! DingoCsing. ────────── La « d » hut, deu 6. August. —* Ter Militär-Berd ieustovden ! 4. Kl. mit Schwertern wurde dem Oberleutnant im 16. Jnf.-Regt. Herrn Hans Weiß verliehen. —* Das Milit är-Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern wurde zu seinem -Eisernen Kreuz dem Gefreiten des 16. Res.Jnf.-iRegts. Herrn Johann Schindler, Sohn des Herrn Ferdinand Schmitt in Berg o. L. ver­ liehen. Der Ausgezeichnete ist auch zum EtsKrnen Kreuz 1. Klasse vorgeschlagen. —* Auf dem Felde der Eh»e siel Herr Vizefeldwebel und Offiziers» spirant im 2 .Jnf.Regt. Karl Sommer, Mitinhaber und Prokurist -rsq,gaq utzaZ qun aa umtos 'I "ß wtmß aaq storbenen Herrn Nikolaus Sommer hier. _ Bor einigen Tagen gelangte bereits eine Mitteilung hierüber an die tiefbekümmerten Angehörigen, der jetzt die amtliche Bestätigung folgte. In dem gefallenen Helden verliert die Firma Som­ mer den hoffnungsvollen Leiter, die Landshuter Industrie einen begabten, schaffensfreudigen Vertreter. Ten Angehörigen des Ver­ blichenen wendet sich bei dem schweren Schick­ salsschlage, den ihnen der Krieg auferlegt hat, die allgemeine Teilnahme -zu. —* Den Helden tob für das VaterLand starb Herr Leutnant und Bataillons-. Adjutant im 1. Bat. 16. Jnf.-Regts., Joseph Baumeister, Sohn des Herrn K. Postverwalters Baumeister in Tonauwörth. Ter gefallene Help besaß die Eisernen Kreuze 1., und 2. Klasse und den Militävo erdienstorden. —* Exzellenzv. Andrian-Werburg der frühere Kreischef unseres Regierungsbezi«les 'befindet sich, zurzeit in Sommerftische im benachbarten Berg o. L. > —* Der Haushaltsplan unserer Stadt für das Jahr 1918 ist nach, seiner Beratung durch die Etatskommission und seine Geneh­ Lokales. migung durch! den Magistrat vorschriftsmäßig 14 Tage öffentlich 'aufgelegen. Diese Frist ist am 31. Juli abgelaufen. Nunmehr findet am Donnerstag die Beratung im Kollegium der Gemeindebevollmächitigten statt, die Wohl kaum mehr besondere Aenderungen bringen wird, da ja ein großer Teil des Kollegiums in der Etatskommission vertreten war und dort be­ reits die entsprechenden Antrüge gestellt und beraten wurden. —* Bettwäschediebstahl. Heute nacht blieb in der Bähnhosrestauration in Achporff ein Bursche über Nacht. Heute früh verschwand er unter Mtnahme von Bettwäsche im Werte von 150 Wart. i Gänse und Enten dürfen nach, einer Verfügung der Bayer .Fleischversorgungsstelle vom 12. August ab lebend oder geschlachtet durch! den Züchter oder Mster nur noch tat die Bayer. Fleischversorgungsstelle, an Kom­ munalverbände oder an die von der Bayer. Fleischversorgungsstelle zugelassenen Händler und Aufkäufer abgegeben werden. Der unmittelbare Bezug vom Erzeuger durch, den Ver­ braucher ist also, — abgesehen vom Bezug aus offenen Märkten in Städten mit mehr als 10 000 Einwohnern — bis auf weiteres verbo­ ten und -zwar gilt diese Bestimmung auch, für Verkäufe, die bereits vor dem' 12. August ab­ geschlossen, aber poch nicht durch, Lieferung erfüllt sind. In besonders gelagerten Fällen (Bezug von nahen Verwandten, Bezug von Zuchttieren u. a.) kann die Bayer. Fleischversorgungsstelle Ausnahmen zulassen. Ausdrück­ liche wird darauf aufmerksam gemacht, daß, die Uebertretung des Verbotes nicht nur bestraft wird, sondern daß auch, Gänse und Enten, die gegen das Verbot geliefert wurden, eingezogen werden können. —* Liberale Vereinigung Lands­ hut u. 11. Am ^Donnerstag abends 8 Uhr findet eine Befprechiung im Sterngarten statt, zu welcher die Mitglieder zu zahlreichem Er­ scheinen eingeladen sind. J —* Theo Kaspar, der büvährte Oberspielleiter unseres Stadttheaters, Veranstalter am Sonntag, den 11. August, in der Jägerhafte einen Theater-Abend. '• 1 < 1 ────────── Letzte Posten. Reue JWfcWWetcfoJfte. WTB. Berlin, 5. August. (Amtlich'.) An der Ostküste Englands und imi Gebiete westlich- des Kanals wurden, teilweise aus stark gesicherten Geleitzügen heraus, 18000 Br.-R.T. versenkt. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Fortsetzung der Beschießung von Paris. Genf, 5. August. Wie die Agence Havas meldet, ist Paris gestern wieder aus weittra­ genden Kanonen beschossen worden. ein neuer Luftangriff auf ein deutsches Kriegslazarett. Berlin, 5. August. Am 2. August macht­ le ein aus mehreren feindlichen Flugzeugen bestehendes Bombengeschwader einen Angriff auf das deutsche KriegslaIarett Labry bei Conflans, dem 2 Tote und 67 Verwundete, darun­ ter 13 Schwerverwundete, zum- Opfer fielen. Die Entente an der Murmanküste. . Moskau, 4. August. Englische TrupI pen sollen Escht und Giljak durch vorläufig 1 sehr schwache Kräfte besetzt haben. Hei der BeI sch>teßung von Archangelsk durch die englischen I Kriegsschiffe sind die russischen Batterien an I Nt.- Severnaja Dwina vernichtet worden. I Wilson geht an die Front. I Bern> 5. August. "Popolo d'Ztalia" teilt Mit, Wilson werde in absehbarer Zelt in Pjggletiung mehrerer Mitglieder der amerikani­ schen Regierung und des amerikanischen Se­ nates die Front der Alliierten besuchen. . L Rener Waldbrand in Frankreich-. f Bern, 4. August. Nach, einer "Matin"! Meldung brachen am 3. August im Arrondrsse| tnent Toufyn neue Waldbrände aus, Mehrere I Hektar sind bereits abgebrannt. Ter Brand! droht sich, auf das ganze Waldgebiet nördlich Toulon auszudehnen. 2000 Soldaten aus Mar­ tinique sind zur Bekämpfung des Brandes ab­ gesandt. , Einsichjränknng der Fährenverbindung Saßnitz—Trölleborg. Stockholm, 4. August. Tie Fährenver­ bindung zwischen Schweden und Deutschland wird nach, einer Meldung von Stockholms Tidningen eingeschränkt. Tie Fähre zwischen Saß­ nitz und Trölleborg wird voraussichtlich nur Mehr jeden zweiten Tag verkehren. Die deutschen Betvegnngen vollkommen geglückt. Eine Havasnote muß zugestehen, daß die Nutschen Bewegungen an Nr Westfront voll­ kommen geglückt sind. Das gesamte deutsche Material sei weggeschafft, alle Felder und Saa­ ten vernichtet worden. Die Note gibt zu, daß es Nn Franzosen nicht gelungen sei, Gefangene zu machen. , > II , i ────────── Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, den 3. August 1918. ! (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.! Grotzkämpfe Mischen Soissous tinü Fere-en-Tardeuois. Bon unsrem Kriegsberichterstatter. . J$kc. Hauptquartier, den 2. Aug. Ter gestrigeTag war auf einem großenTeil Nr feindlichen Angriffsfrvnt wieder mit schwer­ sten, wiÄwrholten ' Angriffen von Infanteriemassen ausgeMlt, die hinter Tankgeschwadorn und unter starkem Fliegerschntze vvrgingm. Stellenweise erreichte der Artillerieeinsatz des Feindes unter Verwendung schwerer Kaliber und zahlreicher Gasmünition größte Stärke, aber ec bildete nur das Vorspiel zu Jnfan-d terieschjlachten von äußerster Erbitterung. Täs Gesamtergebnis war eine neue blutige Nieder­ lage Nr Verbündeten. An einer Stelle, bei Eerveney, durchbrachen zwar seine Tanks uwser Borfeld, wurden aber dann auf dpn Höhen nördlich des Ortes von unseren Batterien ge­ faßt und vernichtet, und die nachstoßende In­ fanterie wurde unter schweren Verlusten zum Halten gebracht. Dagegen scheiterten an an­ deren Stellen dis Angriffe schon vor unseren Linien im Abwehrfeuer der Geschütze und Ma­ schinengewehre, und an mehreren Stellen wurde der Feind tot Gegenstöße zurückgeworfen und unsere Infanterie setzte sich, im Vorfeld fest. Gegen Abend erlahmten die Angriffe des Geg­ ners, ohne daß es ihm auch durch seine gewal­ tige gestrige Kraftanspannung gelungen ist, eine Entscheidung zu erzwingen oder uns Gelän­ de abzuzwingen. i Bemerkenswert ist, daß der Feind für die gestrige Schlacht zum Teil wieder ganz fri­ sche englische und französische Divisionen heran­ gezogen hat, während die Abwehr von unserer Seite zum Teil von denselben Truppen geführt wird, die den ersten großen Vorstoß ausgehalten haben und seither ununterbrochen in der Ab­ wehrschlacht stehen. Das beweist am besten, wie übertrieben die feindlichen Angaben über un­ sere Verluste sind, und welche Opfer kn Wirk­ lichkeit der Feind sich die AusrechterhaÜung, Nr Fiktion hat kosten lassen, als habe ec vermocht, die Initiative an sich zu reißen.. tKb.) BS. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Städtische Schwimmschule. 6 August 1918. Wü? frr 17 Grad C Lus! 19 Grad C ────────── Zurücknahme der deutschen Linien an der Besle. - Die Gegenrevolution in Rußland Neue Luftangriffe auf ein deutsches Kriegslazarett. — Wilson geht an die Front. ────────── Inserate.