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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-09-10"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 247</biblScope>
          <date when="1918-09-10">1918-09-10</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
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          <p>Die Luftbeute im August.</p>
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          <p>505 feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Englische Angriffe an der Straße PeronucCambrai abgeschlagen. — Ein englischer Kreuzer torpediert. — Die deutsch-spanischen Beziehungen. — Englischer Dokumentendiebstahl. — Unsere U-Boote an Amerikas Küste.</p>
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          <p>WTB. Berlin, 9. September, mitags. Trotzes Hauptquartier: «-Hlichee »rz&lt;sK;W««pl»tz. Oertliche Kämpfe nördlich vom Ploegsterthxtlbe und am La Baffeekanal. \ Nördlich! von Armentieres griff der Feind von neuem an. Wir wiesen ihn ab und mach­ ten Gefangene. 1 Im Kanalabschnitt Arleux—Haorjncoart Artillerietätigkeit und Erkundungsgesechte. Südlich der Straße Peronne—Cambrai setzte der Feind seine Angriffe unter Einsatz stärkerer Kräfte gegen die Linie Gouzeaucourt —Epehh, nördlich von Tamblcux, fort. Sie scheiterten unter schiveren Verlusten für den Gegner. i | Unsere Bortruppen verwehrten gestern überlegenem Feinde das Vordringen über St. Simon und den Crvzatkanal. i Erkundungsgesechte zwischen Oise und Ailette. , | Zwischen Ailette und Aisne brach der Feind nach mehrfachen vergeblichen Teilangrif­ fen gegen Abend zum geschlossenen Angriff vor. Er wurde an der ganzen Front, teilweise im Nahkamps und durch Gegenstoß!, blutig ab­ gewiesen. i I Zwischen Uisne und Vesle scheiterten Teilangrisfe, in der Champagne Teilvorstöße des Gegners. i Aus einem englischen Geschwader, das zuM Angriff auf Mannheim vorstieße wurden 5 Flugzeuge abgeschossen. , i Im August wurden an den deutschen Fron­ ten 565 feindliche Flugzeuge, davon 62 durch unsere Flugabwehrgeschütze, und 53 Fessel­ ballone abgeschossen. Hiervon sind 251 Flug­ zeuge in unserem Besitz, der Rest ist jenseits der feindlichen Linien erkennbar abgestürzt. Wir haben im Kampse 143 Flugzeuge und 86 Fesselballone verloren. Dru 1. GeneralquartlermeM». j äubeÄborf f. * WTB. Berlin, 9. September. Amt­ licher Abendbericht: Beiderseits der Straße Peronne—Cambrai sind erneute Angriffe der Engländer geschei­ tert. ! &gt; j Von den übrigen Kampfabschnitten nichts Neues. : Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht.</p>
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          <p>Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 9. Sepitember, mittags. Amtlich wird gemeldet: Aus dem Monte Perticai wurden vorge­ stern abends und gestern früh italienische An­ griffe durch Feuer abgeschlagen. Ter Feind erlitt schwere Verluste. ; _ r l I Ter Chef des Generalstabes.</p>
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          <p>Ein feindliches U-Boot in Hanzgö gehoben. In dem finnischen Hafen Hangö wurde am 5. September ein U-Boot der Entente, von amerikanischer Konstruktion, gehoben, das mit einem anderen vor der Landung der Deutschen versenkt worden war. Ans Polen. i | Tie polnische Frage. Tas "Neue Wiener Tagblatt" veröffentlicht eine Zuschrift von polnischer Seite, wonach die Besprechungen des Herrn von tzintze nur Vorbereitungen zur Entscheidung seien, für welche die Grundlagen erst zu schaffen feien durch die Ausarbeitung gemeinsamer öiterreichgmgarischer Richtlinien, bte auch die polnische Regierung sich zu eigen machen könne. Tie Polen halten es für die beste Verwirklichung des Grundsatzes, der zugestandenen freien Wahl, daß die Verhandlungen zwischen OesterreichUngarn und Teutsch land die allgemeinen Um­ risse von Alternative feststellen, über die sich dann die Vertreter der polnischen "Regierung in weiteren Verhandlungen zu Tritt ausspre­ chen würden. Tie Polen halten djesen Weg für den besten und kürzesten. I Aus Finnland. Ein feindliches U-Boot in Mngö gehoben. In dem finnischen Hasen Hangö wurde atrf Aus Rußland. Die Vergeltung für die Attentate. WTB. Petersburg, 7. Sept. Bisher wurden als Vergeltung für die Ermordung Uritzkis 512 sogenannte Ge......revolutionäre. darunter 10 rechte SoziaMDUMoMre, er­ schossen; die Namen der ErschoWMn wurden bisher nicht veröffentlicht. ■ ' ri .:, , Tie erste Liste berCim Ftzaile eines neuen Attentats zu erschießenden Geeiseln wurde ver­ öffentlicht. Sie umfaßt 121 NctaMeN, meist vor­ malige Offiziere, darunter die: Großfürsten Timitri Konstantinvwitsch, Paul . Alexandrowitsch, Nikolai Michailvwitsch, Georeg Michailowftsch und Gabriel Konstantinvwitssch, ferner Nerschewski, Kriegsminister unter Kerenski,, Baltschinski, Minister unter Keremski, Fürst Schechowski, einige bedeutendere Bankiers, einige serbische Offiziere, rechte Sozialrevolutionäre^ der ehemalige Oesterreicher Popper, Heraus­ geber der "Börsenzcitung", der Kar alle riekorpsÄomMandant Nashitschewfenski, Kommandant des 16. Artilleriekorps General Beranzew, Kommandant des 1. Gardekorps Gras Potuk, Gras Sabalo, Generalleutnant Komorow sowie die Generale Mintulow und Toll. ! Sowjets-Terror gegen die Bourgeoisie. Moskau, 9. Sept. Alle Provinzialsow­ jets haben beschlossen, das Attentat auf Lenin mit dein systematischen Terror gegen die Bour­ geoisie und ihre Agenten zu beantworten. Tie Sowjets aus dem Marsch! gegen Kasan. Moskau, 9. Sept. In der Richtung [ aus Kasan sind mehrere Ortschaften von den aus dem rechten User operierenden HeereSteilen genommen worden. Zwei schwere sowie zwei leichte Geschütze und 27 Maschinengewehre wurden erbeutet. Tie Sowjetstruppen sind um einige Werst der Stadt Kasan nähergerückt. Tiokumentendiebstaht auf englische Rechnung. Moskau, 9. Sept. In einer Verschwö­ rung wurde der im KriegskomMissariät tätig gewesene Oberleutnant Friede verhaftet, der mit seinem Bruder im Tienste der Sowjets stand. Sie haben sich, sowohl systematische An-, eignungen von geheimen Dokumenten zuschulden kommen lassen, als auch Uebermittlung von Nachrichten über die Sowjetstruppenverfchiebungen an die englische Mission. Wäh- rend der Haussuchung sind in der Wohnung des Oberleutnants Friede geheime Dokumente vor­ gefunden worden, deren Raub von der briti­ schen Regierung bezahlt worden war. , Flucht der Sowjets truppen im fernen Osten. ; WTB. Tokio, 31. August. (Reuter,) Nach Pressenachrichten aus Blagowestschensk haben die Weißgardisten und Kosaken unter Alexejew am 25. August die Feindseligkeiten! gegen die Bolschewiki eröffnet. Tie Sowjets­ truppen sind geflohen. , 1 ' Rore Garde gegen Arbeiter. ' 1 Tie neue Schwedische Preß,-Zentrale meldet C£rmnrhmia~i ou ^ Moskau: Obwohl alle nicht bolschewistischen SSfeewte und Organisationen verboten sind, ' wurde neulich in einer Moskauer Vorstadt' eine Versammlung sozialreoolutionärer Arbei­ ter abgehalten. Tie Versammlung, die unter freiem Himmel tagte, wurde sofort den Sow­ jetbehörden gemeldet, die eine Abteilung let­ tischer Roter Garden entsandte, um sie zu vertreiben. Ta die Arbeiter sich weigerten, dem Befehl zu folgen, eröffneten die lettischen Soldaten das Feuer, wobei über 200 verwun­ det und 49 Arbeiter getötet wurden. — Das bolschewistische Justizkommissariat erklärte, eine gegenrevolutionäre Proskriptionsliste in biet? Hand zu haben, aus dev "28 Bolschewisten, vor allem auch die NaMen Radeks, Simonfews, Lunatscharfkis und Swertkows als "zum Tode Verurteilte stünden.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Einziehung italienischer Marincr^.utrn. Nach einer Meldung aus Rom ist die Ein­ ziehung der Marinerekrulen der Jahresklasse 1901 für Dezember 1918 angeordnet. , Tie Entente-Versprechungen. In dem ungeschwächt sorttobenden Wortstreit der italienischen Presse für und wider Sonnino, den Pakt von London und die sog. Nationalitätenpolitik yt Oesterreich wirst der "Carriere della Sera" jede Rücksicht beiseite um klipp und klar zu sagen, Sonnino habe sich von den Verbündeten Italiens hinters Licht führen lassen. Ter Pakt von London vom April 1915 sei überhaupt wertlos, salls es nicht durch die vom "(Sortiere della Sera" gewollte Nationalitätenpolitik Italiens, unter­ stützt von seinen Verbündeten, zum gänzlichen Werfall Oesterreichs komme. Sollte Oesterreich in seinem staatlichen Verbände, bestehen bleiben, so sei ein Friede mit den territorialen Zuge­ ständnissen an Italien, wie ihn der Pakt von London vorsehe, unmöglich? Tie Verbündeten haben es leicht, in dieser Beziehung Zuge­ ständnisse zu machen, sie kosten ihnen nichts. Etwas anderes aber sei die Erfüllung. Ohne die Nationalitätenpolitik fei der Pakt von London esn Wechsel, der niemals eingelöst wer­ den wird. , i Italiens Kriegsnöte. Während in der öffentlichen Erörterung Über das italienische Ernährungsproblem die Steigerung der Bodenerträgnisse ständig eine große Rolle spiele, wird allgemein in der ita­ lienischen Oessentlichkeit ein verhängnisvoller Mangel an chemischen Düngemitteln beklagt. Im "(Sortiere della Sera" zieht der sachkundige Einaudi einen schmerzlichen Pergleich mir Deutschland. Tiefes habe sich durch seine ge­ steigerte Erzeugung von Kunstdünger den Fol­ gen der Blockade entzogen, indessen Italien den Wirkungen des U°Bootskrieges nicht xu begegnen vermochte. "Sole" teilt mit, daß iit Neapel seit Monaren tausende von Fellen und Häuten in ungeeigneten Magazinen dem Verderben ausgesetzt seien," weil sie infolge von Waggon- und Schiffsmangel nicht in die Fabriken Norditaliens abtransportiert werden können. Zudem fehle es an Gerbstoff, von dein zwar nicht unbeträchrliche Mengen im Auslande angekauft wurden und in den Häfen zur Wersrachtung bereit sind, für deren Beförder­ ung aber der erforderliche Schiffsraum nicht auszutreiben ist. !</p>
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          <p>Aus Rumänien. ! Quertreibereien in Rumänien. Ten "Teutschen Nachrichten" in Wien zu­ folge hatte das Mitglied der österreichischen Delegation, Abgeordneter Dr. v. Langenhan, mit dem Minister des Aeutzern Grafen Burian Besprechungen, in denen er u. a. an den Mini­ ster die Frage stellte, ob es auf Richtig keif be­ ruhe, daß, im Aufenthaltsorte des rumäni'iflyen Königs und in einflußreichen rumäni­ schen Kreisen Anzeichen für eine neuerliche feindselige Haltung gegen die Mittelmächte wahrnehmbar seien. Ter Minister entgegnete, daß die Regierung allerdings Anlaß habe, ge­ wisse Vorkommnisse in den von den Mittel­ mächten besetzten Gebieten Rumäniens mit größter Aufmerksamkeit zu verfolgen, und daß sie nötigenfalls derartigen Machenschaften mit aller Energie entgegentreten werde.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Friedenswünsche. Tie englischen Schriftsetzer erreichten, wie Pariser sozialistischen Blättern mitgeteilt wird, einen vollständigen Sieg im Kongreß der eng­ lischen Gewerkschaften, als 2 Millionen Stimmen, gegen eine halbe Million die Kriegssortjsetzung um jeden Preis verwarf. Namens der französischen Sozialisten begrüßt Longuet die­ ses Ergebnis als günstiges Vorzeichen für den Londoner Kongreß, trotz der Propaganda des Amerikaners Gompers.</p>
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          <p>Aus neutralen Ländern. Erledigung des deutsch-spanischen Zwi( scheu; alls? Nach einer Depesche aus Wcadrid kann die | Beendigung der deutsch-spanischen Verhand­ lungen als bevorstehend angesehen werden. Tie Minister Maura und Tato erklärten, der Ministerrat werde ant 13. September eine alle Teile zufriedenstellende Lösung veröffentlichen.</p>
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          <p>Aus Amerika. Wilson für die Zerstückelung Oesterreicht Ungarns. _ Das "Journal des Tebats" erklärt, durch die Anerkennung der Tschecho-Slowaken habe Wilson angeblich seinen Willen ausgesprochen, Oesterreich aufzulösen. Man könne sicher sein, daß Wilson jetzt den betretenen Weg bis zum Ende verfolgen werde.</p>
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          <p>Aus Südamerika. In die Lust gesprengt. Tie ,.,Agencia Americana" meldet aus Santiago de Chile, daß die Mannschaft eines int dortigen Hasen internierten deutschen Schis­ ses dieses Ln die Luft gesprengt habe.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Bitterer Enttäuschung im Schiffbau der 1 Entente. "Eile mit Weste" ist ein altes deutsches Sprichwort, dessen guten Rat die Amerikaner glücklicherweise nicht genügend befolgen. Tenn die Nachrichten, die neuerdings 'über den ame­ rikanischen Schiffbau zu uns kommen, zeigen uns die beträchtlichen 'Folgen 'des übereilten Baues. Es ist auch ganz klar, daß, man eine derartige Industrie, wie die Amerikaner sie planen, nicht von heute aus morgen entstehen lassen kann, und es ist ebenso Einleuchtend, daß der übererstte Bau #4**^ große Gefahren mit sich, bringt:.: Erstens werden bei dem Geschwind­ bau Fehlerr im Material und in der'KMstruktmn eher iübersehen, zweitens erfolgt der Bau selber mit geringerer Sorgfalt, Pie.Vernietun­ gen, Schweißungen usw. werden begreiflicher­ weise oberflächlich gemacht, da es doch vor allem aus die Schnelligkeit des Stapellaufs oder per Fertigstellung, vielfache nur aus die Errin­ gung eines Rekordpreises ankommt. j Ter auffälligste Bericht ist der des Bru­ ches des großen Trockendocks in Seattle, darum besonders bedeutsam, weil beim Bau von Tvcks noch! nicht die Hetze getrieben wird wie beim Schiffbau selber. Tie Bedeutung dieses Falles hat man stellenweise artch in den Vereinigten Staaten begriffen, ünd das ,sSan Franetse» Chroniele" benutzt diese Gelegenheit 'als War­ nung vor dem überstürzten Bau. Tas norwegi­ sche Fachblatt "Skibs-Aktionaeren" betrachtet die ganze'Angelegenheit mehr vom kaufmänni­ schen Standpunkt und ist der Meinung, baff, es sehr fraglich ist, ob der in Eile und in Rekord­ zeiten zusammengebaute neue Schiffsraum im Normalbetrieb konkurrenzfähig ist. Aehnlich äußert sich auch der Londoner "Fairplah". I Eins sehr wichtige Mitteilung hat uns I auch die englische Admiralität gemacht, näM| sich daß die Zahl der mit Schiffsreparaturen S beschäftigten Arbeiter in England 60 Prozent I der mit dem Bau von Handelsschiffen beschäf­ tigten Arbeiter ist. Zum allergrößten Teil handelt es sich bei der demnach tzanz ungeheu­ ren Zahl ausbesserungsbedürsitger Schisse um dürch U-Boote beschädigte, ein großer Teil aber entstammt den frisch in Fahrt gebrachten Einheits- und fabrikmäßig hergestellten Schis­ sen^ Ta nun 'diese Ausbesserungen bedeutend mehr gelernter Arbeiter bedürfen, als Neubau­ ten, so steigt der Mangel an gelernten Arbei­ tern, an dem die Entente bei ihrem großpn Neubauprogramm' auch sonst stark leidet, da­ durch ins Ungemessene. ^ v Aber auch noch andere Hoffnungen der Entente müssen zuschanden werden, gar naht davon zu reden, daß die fertigen Schliffsrümpfe * meist monatelang auf ihre Maschinen warten I müssen. Welch großen Lärm hatte man nicht I um das Beton schiff gemacht! Mancher MoI nat ist seither verflossen, und was ist nun I das Ergebnis? "Tas größte schwimmende Ei* Senbetonschiss, das in England gebaut ist, hat I ^00 Tonnen. Es ist das einzige, das bisher | hom Stapel gelaufen ist. Zn San Franziskv ist 1 kürzlich, ein Schiss von 5000 Tonnen vom SteI pel gelassen worden, doch, dies ist gleichfalls 1 das einzige. Bisher ist noch kein derartiges I Schiff über den Ozean gekommen. Tas ist I vorläufig auch unwahrscheinlich. Sollte dieser 1 Fall aber eintreten (!), so wird das betreffende Schiff eingehend erprobt werden, um Erfah­ rungen zu gewinnen." So lautet die amtliche Mitteilung der englischen Regierung. Tas ist sicherlich ein schwacher Trost, und wenn die übrigen Ergebnisse im englischen und ameri­ kanischen Schiffbau nicht ganz erheblich besser sind, dann ist an eine vollständige Ersetzung der Versenkungen durch Neubauten in abseh­ barer Leit tflcht zu denken.</p>
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          <p>Ter Kaiser über die Zukunft. Dem Preu­ ßenbunde ist laut "Teutscher Zeitung" auf seine am 5. ds. an den Kaiser gerichtete Hul­ digung folgende Antwort zugegangen: S. M. der Kaiser und König lassen den versammelten Mitgliedern des Preußenbundes für das Treu­ gelöbnis bestens danken. Gott wolle das Va­ terland durch harte Zeiten zu guter Zukunft führen! i i Unbegründete Gerüchte. Aus Berlin wird gedrahtet: Durchs die Blätter läuft eine Mel­ dung über bevorstehende Veränderungen an den leitenden Stellen Teuischlands, wobei aus­ drücklich auch der Reichskanzler genannt wird. Demgegenüber ist festzustellen, daß diese Mel­ dung und alle daran geknüpften Erörterungen völlig unbegründet sind. Zu bedauern ist, daß deutsche Blätter sich aus dem Auslande der§ artige Nachrichten übermitteln lassen und da$ durch- Beunruhigung in Deutschland hervor1 rufen. Man sollte meinen, ba|, wir jetzt wahr1 lich mit anderen Dingen zu tun haben, die $ ernst genug sind. Tas Hineintragen von Kr» I Mngerüchten in eine Sage, die größte GeI Wlossenheit fordert, ist gewiß nicht geeignet, I der allgemeinen SiiMmung die Ruhe und SiI cherheit zu verleihen, die nach dem wirklichen Stand der militärische« und polittschen Ver­ hältnisse durchaus berechtigt wäre. Dadurch wird nur Schaden angerichtet, ohne bafr in irgendeiner Beziehung eine günstige Wirkung j in Frage kommen könnte. Tages-Übersicht.</p>
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          <p>Allerlei. Raubmord. Ter 18jährige Willi Siegmund ist wegen Raubmordes in Karlsruhe verhaftet worden. Ter Raubmörder stammt ans Frankfurt a. M. Er hat den 28jährigen Former Paulus Münz, der ihm in seiner Wohnung Unterkunft gewährt hatte, erstochen und das Geld sowie einen Anzug des Ermordeten geraubt. ! Ein Raubmörder entsprungen. Ter vielfach- vorbestrafte 30jährige Arbeiter Johann Chlebosch, der ttotn Schwurgericht Oppeln wegen vollendeten und versuchten Raubmordes zl zum Tode und zu 14 Jahren Zuchthaus vsrurteilt worden war, ist kurz vor der Hinrichtung aus dem Gefängnis in Oppeln entsprungen. —</p>
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          <p>Bayerischen Nachrichten. I Ter Bayer. L andeÄsenerwehrverb and hielt I am Sonntag in München eine Gedenkfeier sei1 nes 50jährigen Bestehens. Ter Verband um1 saßt 8000 freiwillige Feuerwehren mit etwa I einer halben Million Mitglieder. Tas HauptI verdienst um die Entwicklung gebührt dem im 1 Jahre 1906 verstorbenen K. Rat Jung. Seinem 1 Andenken galt auch ein Hauptteil der Feier. I An seinem Grabe hatten die Feuerwehren ein I mächtiges Denkmal errichtet. Dort fand eine I Gedenkfeier statt. Tie offizielle Feier fand</p>
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          <p>Riese gemahnte lebhaft an den Berliner, der vor kurzem durchs ein Gericht wegen Hamsterns verurteilt wurde, obwohl et ärztliche Zeug­ nisse beibrachte, daß, es ihm unmöglich sei, Mit den zugewiesenen Lebensmitteln auszukommen. —* Durch Kauf ging das Hotel 3 Mohren in den Besitz der Firma Oskar Tallmer hier über. Tas Anwesen bleibt vorerst als Hotel im Betrieb und wird erst später zu einem Gejschästshause umgebaut. , &gt; —* Der Turnverein Larrdshut wird in nächster Zeit einen Ehrenabend veranstalten. Es werden dort die Ernennungen zu Ehren­ mitgliedern und die Verleihung von Ehren­ zeichen für 40, 25- und 15jährige Wtgliedschaft bekannt gegeben. i f ' —* Kapitänleutnant Frhr. Trausch von Buttlar-IBrandensels, Komman­ dant von L. 54, der morgen Mittwoch, den 11. September abends 8 Uhr im Leiderersaal Über "Lustschifiangrisse auf England" (mit Lichtbildern) spricht, ist, wie schon mitgeteilt, einer unserer erfolgreichsten Luftschifführer. Fast seit Kriegsbeginn KomMandant von Ma­ rinelustschiffen, hat er bereits 15 erfolgreiche Lnftschiffangriffe auf England, darunter 5 aus London mitgemacht und zahlreiche Gefechte mit englischen Seestreitkrästen glücklich überstan­ den. Für seine Leistungen im Kriege wurde er mit der Pour Jse merite ausgezeichnet und ztveimal im amtlichen Bericht des Admiral­ stabes lobend erwähnt. Zuletzt nach dem An­ griff in 'der Nacht vom 12. zum 13. März 1918, der hauptsächlich den befestigten Mätzen und militärischen Anlagen ant Humber und in der 'Grafschaft Dorf galt und von dem Wmtliche 'Luftschiffe 'trotz sehr starker feind­ licher Gegenwirkung ohne Beschädigungen'zu­ rückkehrten. Die Führung bei diesem Angriff hatte Fregattenkapitän Straß^r, der leider nach dem Angriff in der Nacht dom 5. zum 6. August dieses Jahres mit der ganzen Besatzung seines Führerschiffes den Heldentod in den Wogen der Nordsee fand. Das erstemal naftmte der amtliche Bericht Kapttänleutnant Führn, von Buttlar als erfolgreichen Führer nach dem Angriff in der Nacht vom 19. zuM 20. Oktober 1917, bet dem London, Manchester, Birming­ ham, Nottingham, Derby, Lowestost, Hüll, Grimsby, Norwich und Mappletvn mit rund 520 Zentner Bomben beworfen wurden. Auch von dieser Fahrt, seiner 14. gegen England, kehrte Kapitänleutnant Frhr. v. Buttlar miß seinem Luftschiff trotz des furchtbaren Stur­ mes, der aus der Rückfahrt vier Luftschiffe über das französische Kampfgebiet abtrieb, wo sie abgeschossen oder zur Landung gezwungen wur­ den, heil in den heimischen Lufffchiffhafen zu­ rück. Von diesen seinen Erlebnissen wird der Redner erzählen. Es steht uns also ein ge­ nußreicher Abend bevor. i r —* Das Original Traunsteiner Bauerntheater, das bereits vor einiger | Zeit hier gastierte, bringt am nächsten Sonntag in der Jäger Halle daS Rauchenegger fche Vokks» stück in 4 Akten "Geächtet" zur Vorführung. | Tie Truppe steht bekanntlich unter der Leitung des Herrn Geißler, eines Sohnes des Herrn Prokuristen Geißler hier.</p>
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          <p>ist dort wenig zu tun, da keine Kinder zu unterrichten sind. Tie verwitwete Frau von Matthes sucht eine Gesellschafterin. Nach mei­ ner Ansicht wäre der Aufenthalt in dem Hause dieser feinsinnigen und warmherzigen Dame jetzt nach den seelischen Erschütterungen wie geschaffen für Sie, Sie haben wohl etwas Ruhe nötig " I r ©ie war überrascht, und da sie nicht gleich antwortete, fuhr er fort: "Wenn ich Ihnen da behilflich sein dürste? Oder lehnen Sie auch! das ab?" "Nein, Herr Grast Im Gegenteil. Mit Tank würde ich! da Ihre Fürsprache anneh­ men. Es fragt sich nur, ob Frau von Matthes mich! mahlen würde." &gt; "Wenn ich! nicht kürzlich selbst guS ihrem eigenen Mund gehört hätte, wie gröft, ihre Sympathie für Sie, Fräulein Lora, ist, würde ich, kein Wort gchagt haben," entgegnet» er ruhig. "Ich werde sofort telegraphieren, und noch heute abend erhalten wir den Bescheid." "Wollen Sie sich für mich bemühen, Herr Gras?" fragte sie errötend. ' ' &gt; "Für mich ist das keine Mühe,-im Gegen­ teil — wenn Anen mein Vorschlag sympathisch ist, soll mich' das freuen." i "Ich danke Ihnen, Herr Graft 83er Ge­ danke, vielleicht wochenlang ju Hause setz» tu müssen, quält« mich schon gerade jetzt. Ich Mm« nur wieder ins Grübeln." Tränen glänzten kn ihren Augen. "Aber, Kind — Sie dürfen nicht so nervös sein!" ( i Beruhigend faßte er nach ihrer Hand'. Sein Blick siel darauf. Was war das für eine schöne, aristokratische Hand — schlank und weichj und doch charaktervoll, mit schmalen, spitz zulaufenden Fingern — gern hätte er seine Lippen darauf gedrückt; noch! lieber aber auf den roten, traurigen, unaussprechlich süßen Mäd­ chenmund. Und das Verlangen wurde so stark in ihm, daß er jäh ihre Hand fallen ließ und davonging. Schmerzlich verwundert sah ihm Lori nach — hatte sie ihn durch irgend etwas beleidigt? Am Abend traf Frau von Matthes Ant­ wort auf des Legationsrats Telegramm ein: "Tausend Tank, lieber Graf. Bin sehr «freut. Erwarte Fräulein Berger möglichst sofort, da ich auf Reisen gehen will. , Jakobe KHatthes." 80. Kapitel. 1 Als Loris Nachricht im Forsthause ^ein­ traf, bog ft» sofort eine anders Stellung -an­ genommen habe, und deshalb nicht lowWtt fön«*, atm*** GrW erleichtert ottf. , ~ Er hätte die geliebte Schwester jetzt nicht hier haben mögen; seinetwegen und bet Mut­ ter wegen nicht. I l 1 _ Ihn erfaßte Angst, wenn er die Mutter ruhelos das Haus durchwandern sah, in leisem Selbstgespräch! die Lippen bewegend. . . , Tie Nachricht von dem- Tode des kleinen Ottokar Allwörden hatte sie ganz aus der Fassung gebracht. Vor drei Tagen war Loris Bries, der dies meldete, .Angetroffen, und in diesen drei Tagen hatte sie säum gegessen, ge­ trunken oder geschlafen. ' "Es ist Gottes Gericht, Erich, mein Sohn! Ihre Augen hatten unheimlich« gefunkelt. "Got­ tes Gericht. Siehst du nicht seine strafende Hand? Erich, jetzt ist der Weg zur Höhe für dich! frei geworden. Das Glück wird doch noch kommen!" r "Niemals, Mutter!" rief er gequält. Was bedeutete das jetzt noch für ihn, da sein Glück längst in Trümmer gefallen war. Er pfiff seinem Hund, warf das Gewehr über die Schulter und durchstreifte den Forst, gepeinigt von seinen Gedanken. Nein, das Glück kam nicht mehr zu ihm! — das hatt* ihn Hohnlachend genarrt! i 1 1 . . MrtseHurrg folgt]</p>
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          <p>bis Privileg der Stutzer, und auf den entzückenden Zeichnungen der 1833 erschienenen "Rauchepigramme" von Moritz von Schwind sehen wir den Modejünglina der Biedermeierzeit, mit Stolz an einer dicken Zigarre saugend. Der Dichter Chamiffo war der erste der in den Berliner Salons Zigarren zu rauchen wagte und sich sogar von schönen Verehrerinnen den Glimmstengel anrauchen ließ. Man nannte dies Anrauchen poetisch den "Feuertuh". Erst mit dem tollen Jahr" von 1848 wurde das Rauchverbot auf den Straßen aufgehoben, und nun brach das Ziqarrenrauchen "gleich einer Sintflut in die deutsche Oeffentlichkeit hinein", wie Otto Bahr fich in seinen Erinnerungen ausdrückt. Die Pfeife galt als rückständig und überlebt, und iu den Märztatzen 1848 wimmelte es im Berliner Tiergarten von ZiaarremauÄern, die dtrseForm viel btqutmet fanden. Auch dir Erfindung der schwedischen Streichhölzer, die das Anzünden erleichterte! beförderte das Zigarre», rauchen. Es wurde aber »och lange— besonders aus politischen Gründen —bekämpft. Besonders da» Bitten um Feuer erschien schrecklich demokratisch. "Hat der leidenschaftliche Raucher wohl je gezögert, auch dem schäbigsten Lumpen den Feuerguß abzuver­ langen" fragt Holtet vorwurfsvoll, und so sträubte man sich noch lange dagegen. Erst nach 1870 wurde zugleich mit der Vermehrung des Btertrinkens das Zigarrenrauchen allgemein üblich, und jedermann zeigte sich nun »»gescheut öffentlich mit »seiner Zigarre."</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, 8. September» 1918. (Unberechtigte-: Nachdruck, auch auszugsweise., verboten.) Die Kämpfe ht Flandern Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. , großes Hauptquartier, 7. September. Ten Briten ist "der Versuch, über unsere freiwillige Räumungslinie in Flandern mit ungeschickter Wucht nachzustoßen, ntzht gut befGontmen. Sie hatten aus der ganzen Linie blutige Verluste, und guch bei den EinzeMmpsen ernteten sie keine Erfolge. Nach' kräftiger Artillerievorarbeit.besetzten hessisch« Truppen am Nachinittage des 5. den Südteil des Torfes Hloegstraat wieder. Ms kurz darauf der Feind so ersuchte, weiter nördlich seinen Vorstoß! in breiter Front zu erneuern, traf er auf hessi­ sche und schlesische Truppen, die ihn auffin­ gen und unter sehr schweren Verlusten des Feindes an Toten, Verwundeten und Gefan­ genen zurücktrieben. Nur bei dem Torfe Pont de Nieppe war er vorgekommen und hatt» jsich in den Trümmern festgesetzt; aber ein flotter und unerwarteter Gegenstoß, hessischer Stoßtrupps warf ihn wieder hinaus. Wer der Säuberung der Tvrftrümmer wurden noch ein Hauptmann, zwei andere Offiziere und 60 Mann gefangen und einige Maschinengewehre erbeutet. Auch an anderen Stellen büßte der Feind bei unseren Gegenstößen im Lause des Nachmittags Gefangene ein und hatte als Ge­ samtergebnis des Tages zü verzeichnen, daß ihn feine zahlreichen Angriffe große Verluste gekostet, aber keinen Schritt weiter vorwärts gebracht hatten. (Kb.) e W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. _ Berlin. 8. September 1918. iUnberechligter Nachdruck, auch auszugsweffL verboten.) Schlschlgeschwaver gegen • feindliche.Wannen. 1 Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. , Großes Hauptquartier, 7. September. Ter im Heeresbericht gemeldete Angriff seines unserer bewährten und in den Großstämpfen der letzten Zeit ununterbrochen tätigen Schlachtgeschwader auf die Sommeübergänge bet Brie und St. Christ war von außerordent­ lichem Erfolg begleitet. Unterstützt von den Kampffliegern derselben Armee griff das Ge­ schwader die den Fluß, dichtgedrängt über-Dchreitenden und vor den engen Kriegsbrücken gestauten englischen Reserven, MunitionS- und Machsuchkolonnm ganz niedrig fliegend und * mitten in die Massen zielend mit einem Hagel | bort Wursminen an. Aus der Brücke von Brie ’ schleuderten die Explosionen Fahrzeuge .und Pferde in den Fluß,, und es entstand eine kata­ strophale Verwirrung, in die immer neue Wursminen einschlugen. Nachdem hier ganze Arbeit getan war, bot die kerzengerade Rümerstraßle von Brie nach Estrees-Vermand für die Maschinengewehre der tiefliegenden Flie­ ger ein furchtbares Erntefeld. Bei dem Mangel an Verkehrswegen im Mumungsgebiete war diese vom Feind eilig ausgebesserte Straße mit gedrängten Zügen britischer Marsch- und Jahrkolonnen überfüllt. Hier mühten die Maschi­ nengewehre in Garbon. Die schreckhafte Wir­ kung des todbringendem Geschwaders der Rie­ senvögel mit dem' Eisernen Kreuz war so groß,, daß die Infanterie gar nicht an Gegenwehr dachte; in panischem Schrecken suchte alles sich durch Hinwerfen in die Straßengräben in Teckung zu bringen. Die Gespanne rasten ausein­ ander, verwirrten sich unlösbar, die Wagen wurden umgeworfen. Tann wurde ein östlich von Brie erkannter Stab angegriffen. Am Nachmittage wurden die Uebersälle aus die noch kaum ausgeräumten Straßen und Brückenstel&gt; len wiederholt, beidemale wurde je ein zu Hilfe eilender englischer Flieger zum 'Absturz gebracht. Tie Arbeit des einen Geschwaders hatte den Feind für viele Stunden im Anmarsch verzögert. Alle unsere Flugzeuge kehrten, vom feindlichen Abwehrfeuer nur duxch leichte eh­ renvolle Treffer beschädigt, vollzählig zu un­ seren Flughäfen zurück. (Kb.) j W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Berlin, .8. September 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Der Untergang von Donai. Telegramm unseres Kriegsberichterstatter». Wrohsss Hauptquartier, 7. September. ?Als ob ein rächendes Schicksal den gcknzen Nautz, Den ernst das übermütige Frankreich an Flandern begangen, und aus dem es so großen Gewinn gezogen hat, mit der Vernichtung von Franzöftsch-Flandern «ahnden wolle, ist jetzt nach Arras und Armentieres, Lens umd CaMbrai, St. Omer und TünKrchsn auch LTvuai in die Zerstörungszone gerückt. Was btee Fliegerbom­ ben der Entente an der reicheren GeschästSund Bevgwerkstadk begannen, voollenden jetzt die schweren Flachseuergeschütze beer Briten, die sich von der Vimtz- und LorettohWhe aus plan­ mäßig auf die unglückliche Stadlt einschießen, die in absehbarer Zeit ein wüsteir, toter Fleck aus der Landkarte sein wird wie 'Sk. Quentin, Bapaume, Peronne und Soissons.. Schon klaf-' sen Granatbreschen im Kuppeldach der mäch? I tigen Hauptkirche von St. Peter. Ein Lazarett wurde getroffen, viele der mit Kostbarkeiten angefüllten 'Palais der Minenb«esttzer Nord­ frankreichs, deren reichste hier wohnten, sind Trümmerhaufen. Tie Zerstörung schreitet stündlich fort. i S Indem die Engländer hier ihrem franzö­ sischen Verbündeten wieder eine offene Stadt zusammenschießen, in der aus 50 Franzosen kaum ein deutscher Soldat ist, führen sie in Wirklichkeit einen Wirtschaftskrieg fort, der lange vor dem Kriege ausgebrochen war, den Kampf der neidischen englischen Montanindu­ strie gegen die Konkurrenz des nordsranzösischen Kohlenbergbaues, der in Touai seinen geschäftlichen Mittelpunkt hat. Jede Grana­ te, die ein Geschäftshaus trifft oder eine der I kbhlensördernden Fassen außer Betrieb setzt, I verlängert nach dem Kriege die Jahre, in denen S Frankreich nach britischem Willen auf die eng« I fische Kohleneinsuhr angewiesen sein soll. 3 Schweres Ilnglück ist über die Bevölkerung her­ eingebrochen, die vier Jahre lang den Krieg in der Nähe erduldet hat und jetzt mtt denk verzweifelten Worte: "Nous eommes sacrifien!" (Wir find geopfert) miterleben muß, wie ihre stolze, schöne Stadt durch die Verbündeten Frankreichs ausgelöscht wird aus der Liste der Menschliche» Wohn- und Arbeitsstätten. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Letzte Posten. Neue N-Baotserfolge. , WTB. Berlin, 9. September. (Amtlich!,) Unsere U-Boote versenkten im Sperrgebiet im Mttelmeer 17 000 Brutto-Rog.-Tonnen Han­ delsschiffsraum, darunter den französischen Postdampser "Balkan", 1709 Tonnen. Mit diesem gingen nach einer feindlichen Zeitungsmeldung 500 Soldaten unter. Ein" deutsches U-Boot drang in den durch Sperren geschützten Hasen von Stavres ein und erzielte einen Torpedotreffer auf einen englischen Kreuzer der Junoklasse mit 5700 Tonnen. Trotz "heftigster Gegenwehr gelang es dem U-Boot, unversehrt ddn Hafen wieder zu verlassen. &gt; Ter Chef des Admiralstabes der Marine. I Unsere itd-Boote an der amerikanische« c Küste. Berlin, 9. Sept. Aus amerikanischen Blättern geht hervor, daß die Küstenschiffahrt teuf der atlantischen Seite Nordamerikas durch deutsche U-Boote dauernd beunruhigt wird. Prinz Ernst Heinrich von Sachsen in ! Finnland. Stockholm, 9. Sept. Wie aus Helfingsors gemeldet wird, besuchte Prinz Ernst Hein­ rich von Sachsen gegenwärtig Finnland. Er hat sich aus eine Rundreffe begeben und u. a. die großen Fabrikanlagen in Khmmene und Wiborg besucht. ! v. Hintz« reist ins Große Hauptquartier. Berlin, 9. Sept. Staatssekretär von Hintze ist gestern abends ins Große Hauptquar­ tier abgereist. s i Gegen die wilden Gerüchte» Budapest, 9. Sept. Ter Minister des Innern verfügte eine strenge Ueberwachung und Bestrafung der Verbreiter falscher Nachrich­ ten, die geeignet erscheinen, bei der Bevölker­ ung Entmutigung hervorzurufen und die Na­ tion in ihrer Widerstandskraft und ihrem Glau­ ben an die Erringung eines ehrlichen Friedens zu erschüttern, . ; _ . , Ans Rußland. ■ t Petersburg, 9. Sept. Wie die Rote Zeitung meldet, wurde im Nischni Nowgorod ein Konzentrationslager für 5000 Personen eingerichtet, das als Sarmwellager für die Weiß^ gardisten und Aufftändtschen dienen soll. Nach einer Meldung aus Tegrh wurde dort eine 500 Mann starke, aus Engländern und Franzosen bestehende Abteilung von den Russen vernichtend geschlagen. 8 Maschinen­ gewehre und 50 Wagen mit Munition wurden erbautet. " ( Wie das Blatt ,?Mhr" mitteilt, werden alle Mitglieder der linken Sozialrevolutionäre, die nicht mit dem Zentralkomitee ihrer Partei gebrochen haben, aus den Rätebehörden ent­ fernt. i Dr« deutsch-spanischen ^Beziehungen. Basel, 9. Sept. Havas gibt Madrider Blättermeldungen wieder, wonach Tato meh­ rere Besprechungen mkt den Botschaftern Teutschlands und Oesterreich-Ungarns gehabt hat. Ter Rachfolger Kacmpft. Berlin, 10. Sept. Ttzm gestrigen Wahl­ akt im fortschrittlichen Wahlkreis Berlin I, bet dem Kenchner 103 u»b Tvrnburg 90 Stim­ men erhielt, ging eine lebhafte Tiskussion vor­ aus, die stellenweise scharfe Formen annahin. Arras und Hazeörouk unter Feuer. Berlin, 9. Sept. Dem "Lokalanzeiger" zufolge war in den letzten Tagen das Stadt­ gebiet von Arras und Hazebrouk dem heftig­ sten deutschen Geschützfeuer ausgesetzt.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 10. September 1918. Waffrr 10 . Grad C. Lrrft 12 . Grad C.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Die heurige Jsararrskehr rvird kn den Tagen vom 23. früh 6 Uhr bis mit 25. -s. Mts. abends 6 Uhr vorgenommen. Eine etwaige Verlängerung der Kehrfrist bis Samstag, den 28. September muß vordringlicher größerer Uferschutzarbeiten halber vorbehalten werden. In diesem Falle erfolgt vorher noch die ordnungsgemäße rechtzeitige Verständigung der bezüglichen TriebwerksBesitzer und Fischer. P Landshut, den 9. September 1918. §taöW&lt;x%t&lt;xtnt.</p>
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