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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-09-16"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 253</biblScope>
          <date when="1918-09-16">1918-09-16</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Eine österr.-ung. Friedensnote.</p>
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          <p>Neue feindliche Angriffe im Westen abgeschlagen. — Gemeinsame Intervention der Neu­ tralen? — Besprechung beim Kanzler. — Der U-Bootskrieg an der amerikanischen Küste.</p>
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          <p>WTB. Berlin, 14. September, mittags. 9xofees Hauptquartier: «»Wltcher »rl&lt;gs|»«w|?|«e. Keeresgrmppe des «e«eralfclvmars»aU» Kronprin, R«pprecht de» vatzer» , . ' und Heeresgruppe deß Generaldberste« v. Bähn. Nordöstliche von Bixschovte machten wir bei einem Unternehmen und bei Abwehr eines feindlichen Teilangrisss Gefangene. , Am Kanalab schnitt führten eigene und feindliche Vorstöße zu heftigen Kämpfen. i Bei Moeuvres und Havrincourt Teilan­ griffe des Gegners, gegen Cuzeaucourt, nördlich von Bermand und beiderseits der Straße Ham —St. Quentin wurden abgewiesen. - l : t Heeresgruppe des deutsche« Kronprinz«. Anüriffe. die der Feind am Nachmittag zwischen Ailette und Aisne nach starker Feuer­ vorbereitung führte, scheiterten vor unseren Linien. Ostpreuhische Regimenter schlugen am Abend erneute Angriffe ab. Artillerietätiakeit zwischen Aisne und Vesle. , l Heeresgruppe v. Gaiüvitz. 1 | Südlich von Ornes und an der Straße Verdun—Etain wurden Vorstöße des Feindes abgewiesen. } An der Kampffront zwischen der Cote Lor­ raine und der Mosel verlief der Tag bei mäßi­ ger Gesechtstätigkeit. Ter Feind hat seine Angriffe gestern nicht fortgesetzt. &lt; Oestlich bort Combres und nordwestlich von Thiaucourt fühlte er. gegen unsere neuen Li­ nien vor. ' ' { Oertliche Kämpfe östlich von Thiaucourt. De, l. 4tesrcalQua£tietm€f$»k. * 8« beudorff. WTB. Berlin, 14. September. Amtli­ cher Abendbericht: Bei Havrincourtn örtliche Mmpfe. Zwi­ schen Ailette und Aisne sind starke Angriffe des Feindes gescheitert. Zwischen Maas und Mosel auch heute ruhiger Tag. m WTB. B er lin, 15. September 1918. — MtoßrS Hauptquartier.) KsSlich-r i Heeresgruppe beo GeneralfcldmarfchallS Kronprinz Rupprecht w* Bayer«. Beiderseits des La Bassee-Kanals wurden Teilangrifse des Feindes abgewiesen. Bei Havrincourt griff der Engländer von neuem an. Sein erster Ansturm drückte uns vom Ostrand von Havrincourt zurück. Tagsüber mehrfach! wiederholte Angriffe brachen zusammen. Stärk­ stes zusammengefaßtes Feuer unserer Artillerie Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. | bereitete t&gt;en Gegenangriff vor, "der un's am &gt; Abend wieder in vollen Besitz der vor dem 1 Kampfe gehaltenen Linien brachte. Ter Feind \ erlitt hier schwere Verluste und lieft etwa 100 Gefangene in unserer Hand. Heeresgruppe des Geueraloverste» v. Bahn. Müßige Artillerietätigkeit. Vorstöße des Feindes am Omignonbach. wurden abgewiesen. Heeresgruppe des deutsche« Kronprinzen. Tie Armee des Generals von Carlowitz stand zwischen Stilette und Aisne wieder in schwerem Kampfe. Nach mehrstündigerFeuervorbereitung griff der Franzose seit frühem Morgen mit starken Krüften an. Beiderseits der Ailette wurde er von hannoverschen und! bayerischen Truppen abgewiesen. Brandenbur­ ger und Garderegimenter haben nach! neun schweren Kampftagen, an denen der Gegner fast täglich! versuchte, sich in den Besitz der Höhen östlich! von Vauxaillon zu setzen, auch gestern wiederum vier durchs stärkstes Artil­ lerie- und Minenwerferfeuer omrbemtete An­ griffe in hartem Kampfe, teilllweise im Ge­ genstoß, zum Scheitern gebracht)!. Tas Infan­ terieregiment Nr. 20 unter Füh nrung desMajors Milisch zeichnete sich hierbei b besonders aus. Ueber die Höhe östlich! von Lasrffaux stieß der Feind in den Grund von Allemrant vor. Unser Gegenangriff brachte ihn hier: zum Stehen. Zwischen Sanch und Vailltz brarchen die mehr­ fach, teilweise mit Panzerwagen,, vorgetragenen feindlichen Angriffe vor unseren Linien zu­ sammen. | 1 i Erkunder durchschwammen östlich von Vailly den Aisnekanal und brachten vom Süduser Gefangene zurück. Südlich der Aisne griff der Franzose in der Hauptsache mit Senegal­ negern zwischen Revillon und Romain an. Trotz schwerer Verluste, die der Feind bei ver­ geblichen Angriffen am Vormittage erlitt, stieß er am Nachmittag nach starker Feuervorbereitung von neuem vor. Wir schlugen denFeinv zurück und machten Mehr als 100 Gefangene. HeereMrrtPpe v. Gallwitz Beiderseits der Straße Verdun—Etain scheiterten Vorstöße des Feindes. Zwischen der Cotes Lorraines und der Mosel. Vorfeld käm­ pfe vor unseren neuen Linien. Ter Feind, der teilweise mit Panzerwagen gegen sie in Teilangriffen vorstieß;, wurde abgewiesen. Tie Ar­ tillerietätigkeit blieb aus Störungsfeuer be­ schränkt, das in Verbindung mit den Jnsanteriegefechten teilweise auflebte. Wir schossen gestern neun feindliche Bal­ lone und 46 Flugzeuge ab. Der 1. i EstStSSssf?« WTB. Berlin, 15. September. Amt­ licher Abendbericht: I Keine größeren Kampfhandlungen. r I Teilangrifse des Feindes bei Havrincourt I und zwischen Ailette und Aisne wurden abge­ VorfeldWmpfe zwischen Cotes Lorraine u, der Mosel. \ . ;</p>
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          <p>Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 14. Sept, mittags. — Nrntlich wird gemeldet: &gt; Italienischer Kriegsschauplatz. ! Oestlich der Brenta und aus dem Monte Solarolo wurden feindliche Vorstöße abge­ schlagen, bei San Tona an der Piave italieni­ sche Ueberschisfungsversuche vereitelt. . .MeHlicher Kriegsschanplatz. ; Bei den k. u. f. Truppen keine größeren Kampfhandlungen. &gt; . I I «1-anien: Oestlich von Pojani entrissen unsere Trup» Pen dem Feinde einige zäh verteidigte Gehöfte. In den erkämpften Stellungen wurden 'hef­ tige ,durch! Panzerkrastwagen unterstützte ita­ lienische Gegenangriffe zurückgewiesen. Tie Italiener wichen in Unordnung. Im Tonwr-Gebirge bauten wir unsere' jüngst errungenen Erfolge durch weiteren Raumgewinn aus. Der Chef des Generalstaös. * WTB. Wien, 15. September, mittags. Amtlich wird gemeldet: Aus dem italienischen Kriegsschauplätze sehr rege Artillerieerkundung und Jliegertätigkeit.</p>
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          <p>von Modese bor, ohne auf Widerstand zu sto­ ßen. Lin feindliches Flugzeug wurde in der Gegend von Jericho bort unserer Artillerie zum Absturz gebracht. — Sonst nichts Neues. Ter Chef des Generalstabes.</p>
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          <p>Site italienischen Gefangenen in Deutschland. Ter Schweizerische Stabsarzt Roseda ver­ öffentlicht in der Tessiner Presse einen Bericht über die Lage der italienischen Gefangenen m Teutschland, die er soeben besuchte. Seitens der deutschen Behörden sei alles geschehen, die Gefangenenlager in jeder Hinsicht hygienisch auszugestalten und die Gefangenen physisch wie geistig gesund zu erhalten. So sei es diesen großartigen Bemühungen gelungen, von der gewaltigen Armee der Kriegsgefangenen aller Nationen ansteckende Krankheiten fern zu hal­ ten. Tie deutschen Behörden hätten sogar Schulen für die italienischen Analphabeten errichtet. Mährend Engländer und Franzo­ sen von ihren Regierungen 'direkte ständige Kummulativsendungen erhalten, fehle dies Bei den Italienern völlig. ^Tabei falle es den Alliierten nicht ein, den notleidenden Italie­ nern etwas von ihrem Uebersluß, abzugeben, es sei denn gegen vielfach! demütigende und j beschämende Gegendienste. Tie Folge dieses Zustandes sei, daß, die Italiener in Massen von Krankheiten, insbesondere der Tuberkulose er­ griffen werden. , Italienische Tsfcnsivpläne? Zürich, 15. Sept. Tie italienische Gren­ ze ist wieder gesperrt. Tie Blätter schreiben, daß auch der pribate Eisenbahnberkehr in Oöeritalren fast ganz ruht und daß wichtige Handlungen Italiens nicht mehr ferne seien. Der Krieg mit Italien.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Tas weltpolitische Programm der Laus- 1 downe-Partei. 1 Nach einer Meldung des Berl. Lok.-Anz. 1 berichtet der Daily Chronicle: Tie neue Lord I Lansdowne-Partei, die für die Neuwahlen sunt 1 ' -Unterhaus gegründet wurde, hielt ihre erste I Versammlung ab. Tas Programm der Partei I verlangt: 1. Völkerverständigung, 2. Abruft- 1 ung, 8. Schiedsgerichte, 4. Ausnahme der Deut- | A. scheu in den Völkerbund und 5. Perzichtleistung aus den Wirtschaftskrieg nach dem Kriege.</p>
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          <p>Gemeinsame Intervention der Neutralen? s Tem Bert. Lok.-Anz. wird von der Schwei­ zer Grenze gemeldet, daß sich! die Schweizer Bundesversammlung mit dem Plane einer Wtton der neutralen Staaten sür den Frieden 1 besassen werde .Tie Konferenz der nordischen Staaten habe von neuem die Möglichkeit einer gemeinsamen Intervention der Neutralen nahe­ geruckt. Was den Erfolg betrifft, so betrach­ tet man die Lage jedoch, keineKvegs optimi­ stisch. Tas neutrale Argentinien. Nachträglich werden folgende Einzelheiten bekannt über den Besuch der britischen Mission I des Sir Maurice Bunsen in Argentinien. Wäh- | rend bis jetzt alle Reuteymeldungen glauben machen rvollten, daß der Empfang von Seite des argentinischen Volkes und der Behörden äußerst herzlich gewesen ist, ergeben Mitteilun­ gen der Newyorker Presse, daß die Ausnahme durch die Behörden recht kühl war. Ter Prä­ sident erklärte in seiner Begrüßungsrede, Ar­ gentinien sei glücklich, diese hohen Gäste zu empfangen, aber dennoch werde keinerlei Aen­ derung in den internationalen Beziehungen die Folge dieses Besuches sein können. Ter Newyorker Korrespondent der Newyorker "Eveningpost" weist daraus hin, daß der Einfluß der Teutschsreunde in Argentinien immer noch 1 sehr stark ist und noch an Kraft gewonnen I hat, während die alliiertensreundliche Gruppe 1 im letzten Augenblick vergeblich versuchte, die 1 Teutschsreunde mit allen Mtteln zu ihren An- 1 sichten zu bekehren. j? Aus neutralen Ländern.</p>
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          <p>Eine österreichisch-ungarische FrikdcnSnole. Wien, 14. Sept. Tie Regierung Oester­ reich-Ungarns hat eine amtliche Note an die Mächte des Vierbundes und der Entente erlas­ sen, in der u. a. ausgeführt wird: [ j Eine objektive, gewissenhafte Prüfung der I Verhältnisse aller kriegführenden Staaten läßt keinen Zweifel mehr darüber bestehen, daß alle Völker, auf welcher Seite sie auch Tütiv psen mögen, das baldige Ende des blutigen j Kampfes herbeisehnen. Trotz dieses natürlichen ■ und begreiflichen Wunsches nach Frieden ist es bischer nicht gelungen, jene Vorbedingungen zu schassen, die geeignet wären, die Friedens­ bestrebungen ihrer Verwirklichung näherzu­ bringen und die Kluft, die die Kriegführenden gegenwärtig noch voneinander trennt, zu über­ brücken. i i ' , Es müssen daher wirksamere Mittel und Wege in Erwägung gezogen werden, durch die den verantwortlichen Faktoren aller Länder Gelegenheit geboten werden könnte, die ge­ genwärtig vorhandenen Möglichkeiten etnerVer« ständigung zu überprüfen. _ Tie Rote weist dann auf die bisherigen Ver suche der Vierbundsmüchte zur Anbahnung des Friedens hin. Tie ins Wanken gebrachte Welltordnung könne nicht mit einem Schlags wieder aufgerichtet werden. Tvch fei esPflicht der Regierungen, dan Weg der-Verhandlungen zu betreten ,da eine militärische Niederringung des Gegners noch ein weiteres blutiges und langwieriges Ringen zur Korans setzung hätte. Tie sür sämtliche Staaten und Völker Europas verhängnisvollen Folgen einer sol­ chen Politik würde aber auch eine späterer Siegessriede nicht mehr gutmachen können. Nur ein Friede ,der die heute noch auseinander­ gehende Auffassung der Gegner in einer gerech­ ten Weise ausgleichen könnte, würde der von allen Völkern ersehnte, dauernde Friede sein. Tie österr.-ungar. Monarchie tritt daher neuerlich mit der Anregung hervor, um eure direkte Aussprache zwischen den einander feindlich gegerÄberstehenden Mächten herbeizuführen. Ter ernsteFriedenswille breiter Bevülkerungsschichten aller durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Staaten, die unleugbare Annäherung in ein­ zelnen kontroversen Fragen, sowie 'bie allge­ mein versöhnlichere Atmosphäre scheinen der 1 u. k. Regierung eine gewisse Gewähr da­ für zu leisten, daß ein im Interesse des Frie­ dens unternommener neuer Schritt, der auch den aus diesem Gebiet gemachten Erfahrungen Rechnung trägt, im gegenwärtigen Auvenblicke die Möglichkeit eines Erfolges bieten könnte. Tis österr.-ungar. Regierung hat daher be­ schlossen, allen Kriegführenden, Freund und Feind, einen von ihr sür gangbar gehalterten Weg zu weisen, und ihnen vorzuschlagen, in freiem Gedankenaustausch gemeinsam zu un­ tersuchen, ob leite Voraussetzungen gegeben sind, westhe die baldige Einleitmig von Friedensverhandlungon als aussichtsvolk erschei­ nen lassen .Zu diesem Behuf hat die f. u. f Regierung die Regierungen aller kriegführen­ Der Krieg zur See. I Tcr U-Bootskxieg mt der amerikanischen [ | Küste. r i Ber lin, 15. Sept. Tie UnterseebootsKampagne an der atlantischen Küste der Ver­ einigten Staaten nördlich von Kap Hah hat in den letzten Wochen derart an Intensität zu­ genommen, daß die amerikanische Kriegspresse ihrer Unzufriedenheit mit den Abwehrmaßre­ geln der Regierung lebhaft Ausdruck gegeben hat. Unter den letzten Opfern der deutschen Unterseeboote, deren nqch, übereinstimmenden Nachrichten mindestens zwei sestgxstellt wur­ den, befinden sich der englische Tampfer"Kenrstones" &lt;4000 Tonnen), der schwedischeAampser "Sydland" (3000 Tonnen), der norwegische Frachter "Sommerstad" und weitere zehn ame­ rikanische Fischdampfer. den Staaten zu einer vertraulichen und unver­ bindlichen Aussprache an einem Orte des neutralen Auslandes eingeladen und an sie eine in diesem Sinne verfaßte Note gerichtet. Trotz des Abstandes der beiderseitigenAussassungen habe sich bereits eine gewisse Uebereinstimmüng betreffs der allgemeinen Grund­ prinzipien des Weltfriedens manifestiert. Tie Enunziationen der Mittelmächte lassen keinen Zweifel darüber, daß sie nu rein en Vertei­ dig ungskampf um die Unversehrtheit und Sicherheit ihrer Gebiete führen. ' Weit ausgesprochener als aus dem Gebiete der konkreten Kriegsziele ist die Annäherung der Auffassungen hinsichtlich jener Richtlinien gediehen, auf deren Grundlage der Friede geschürssen und die künftige Ordnung Eu­ ropas und der Welt ausgebaut werden sollen. Zn allen kriegführenden Staaten ohneAnSnahme habe sich, der Wunsch nach einem Frieden der Verständigung gewaltig verstärkt, haben sich die Auffassung Bahn gebrochen, eine wei­ tere Fortsetzung des blutigen Ringens müsse Europa in eine TrümmersMte verwandeln, ohne daß sie Gewähr gebe, eine Entscheidung der Waffen herbeizuführen. f Tie Diskussion von einer öffentlich enTribüne zur anderen, wie sie bisher zwischen den Staatsmännern der verschiedenen Ländern stattgefunden hat, war eigentlich nur ein» Serie von Monologen. Es fehlte ihr vor allem die Unmittelbarkeit. Nun solle eine unmittelbare mündliche Erörterung zwischen den Vertretern der Regierüngen erfolgen. Weit entfernt zu schaden, müßte ein solcher Gedankenaustausch sür die Sache des Friedens nur von Nutzen sein. Was das erstemal nicht gelingt, kann wiederholt werden und hat vielleicht mindestens schon zur Klärung der Auffassungen beigetragen. Tie k. u. k. Regierung möchte daher den Regierungen aller kriegführenden Mächte vor­ schlagen zu einer vertraulichen und unver­ bindlichen Aussprache über bie Grundprinzi­ pien eines Friedensschlusses an einem Orte des neutralen Auslandes und zu einem nahen Zeitpunkte, worüber man noch Vereinbarungen zu treffen hätte, Telegierhe zu entsenden, die beauftragt wären, die Auffassung ihrer Re­ gierungen über jene Prinzipien einander be­ kannt zu geben, analoge Mitteilungen entgegen zu nehmen, sowie offene und freimütige Auff flärmigen über alle jene Punkte, die einer Präzisierung bedürfen, £u erbitten und zu er­ teilen. f Tie k. u. k. Regierung beehrt sich der Regierung von . . . , durch! die geneigte Ver­ mittlung Euerer Exzellenz zu bitten, dies« Mit­ teilung zur Kenntnis der Regierung von . . . , bringen zu lassen. i</p>
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          <p>meisten der Patrouille imi Hose von dem erwachsenen Müllerssohn Joseph Geiger, der Mutter und Schwester tätlich angegriffen. Als die Schüsse fielen, eilten die im Hose zurückgebliebenen Streitenden zu Johann Geiger hin, der in die Knie gesunken war, das Messer aber erst aus die Drohung mit dem Revolver weggelegt hatte. Aus einmal -am Joseph Geiger drohend mit einer Heugabel gegen die Gendarmen und HilssgendarMen angestürmt. Der Aufforderung, die Gabel wegzutun, leistete er keine Folge, sondern fies weiter am Tie gegen ihn abegegebenen Schiffe waren erfolglos, konnten ihn aber noch dazu bewegen, von einem Angriff abzuschen. Bei dem Schießen aber wurde HilsSgendarm Infanterist Rödl von einer Kugel in den Kopf getroffen, die den Tod herbeiführte. Es wird vermutet, daß ein Hilssgendarm in der Auftegung beim Spanneu der Pistole unvorstchiig handelte.</p>
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          <p>svrgungsgebührnissen bewilligt werden. Däs Gleiche gilt für die Hinterbliebenen von Mili­ tärpersonen der Unterlassen aus früheren Krie­ gen, die Kriegsversorgung empfangen. Tie An­ träge sind an das für den Wohnsitz der Antrag­ steller zuständige Verforgungsamt zu richten. —* Der daher. Vereins lazarettzug F brachte gestern Nachmittag 107 Verwundete und zwar 80 liegende und 27 Gehsähige hierher. Tie freiw. Sanitätskolonne Landshut verbrachftex die Verwundeten in die hiesigen Re­ servelazarette. ! ! —* Die tägliche Brotration wurde ab 1. Oktober durch, Verfügung einer zehnpro­ zentigen Kartoffelstreckung aus 220 Gramms er­ höht. | i | i !: : I —* Gestohlen wurden gestern im Ge­ dränge am Bahnhöfe zwei Frauen Geldbeträge von 80 und 20 Matt. ], ; j ■ s ! ! —* Ein Fahrrad wurde gestern einem Oekonomen der UMgegend gestohlen, der das Rad vor einem hiesigen Geschäfte hinterstest hatte. ; L u .1 | ■ | f l ! ( I s. I —* Die städt. Gemüse- und Obst­ verkaufsstelle hat ihre Berkaussstunden! nunmehr aus abends 5—7 Uhr verlegt. , ; [ ' -• Im Zirkus Holzmülker gab es am ISaMstag und besonders gestern ausverkauf­ te Häuser. Tie Tiarbietungen ernteten wieder lebhaften Beifall. Heute Abend findet eine neue Vorstellung statt. ! t/ ! ’ I —* Der dritte Septembersonntag war gestern von prächtigem Wetter begünstigt, wolkenlosen Himmel und lud zu einem Gange Ten ganzen Tag über strahlte die Sonne vom ins Freie ein. Tie Witterung wurde auch aus­ giebig benutzt. Vor allem bewies dies der Massenandrang zu den Zügen, mit denen Aus­ flügler in die nähere und weitere Umgebung hinausfuhren, um den Herbstfegen, den die Natur spendet, einzuheimsen als erwünschten Wintsrvorrat. Reich, mit Beute beladen kehr­ ten die Ausflügler am Abend heim. i —* Zulage für das Personal der freiwilligen Krankenpflege. Täs Personal der freiwiMgen Krankenpflege erhält mit Wirkung vom 1. August 1918 eine mo­ natliche Zulage von 9 Mark, soweit es mo­ bile, und von 6 Mark, soweit es immobile Löh­ nung bezieht. In Grenzen des letzteren Be­ trages kann auch, dig dem Heimatpersonal für die freiwillige Krankenpflege gewährte Geldentschchädignng erhöht werden. Tie Zahlung der Zulage erfolgt dekadenweise. Tie Zahlung für die rückliegende Zeit ist sofort und von der Dienststelle zu bewirken, die die Löhnung zahlt. ! i 1 ; 1 ; |</p>
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          <p>sthingslust mit fort — er war säum! zum Wie­ dererkennen! Nun, vielleicht ist das sein letzter luftiger Fasching." Und auf Loris verwunderte Frage fuhr sie fort: "Man spricht ja allgemein von seiner bevorstehenden Verlobung mit der Komtesse Herberstein. Ich! war erstaunt, die Herrschaften heute abend nicht zu sehen. Tenn stets sind sie da, wo er ist, Adelaide Herber­ stein ist stets seine Tischdame." ! !: _ s [ Gut, daß es dunkel war; Frau von Mat­ ches, die ganz ahnungslos gesprochen, hätte sonst unfehlbar das schmerzliche Erblassen in dem Gesicht ihrer jungen Gesellschafterin sehen Müssen. Lori ballte die Hand und drückte sie aus ihr dummes, törichtes Herz. Wie hatte sie auch. nur einen Augenblick glauben können, daß — Wie Rauhreif war es aus ihre junge Glückseligkeit, gefallen. — — — — — 22. Kapitel, i Rüdiger Allwörden ging in seinem Ar­ beitszimmer aus dem weichen Teppich hin und her. ! ' i In seiner Rechten hielt er noch den Brief, der ihn in eine gewisse Aufregung gebracht. Ab und Zu blieb er an dem einzigen großen Fenster des Raumes stehen und blickte hinaus. Aber sein Auge bemerkte nichts von der Herr­ lichkeit da draußjen, sah&gt; den hellblauen Him­ Tie letzten Schicksalsschläge, der Verlust meiner beiden Kinder, haben mich, vor der Zeit altern lassen; ich! bin ejn müder, gebrochener Mann. Ich, wollte bei meiner Anwesenheit in München im Januar nicht darüber sprechen — Tn solltest vor die vollendete Tatsache gestellt werden! , ! M ■ - . &gt; , ■ i ! Lella hat sich ganz entschieden geweigert, je wieder ans Lengefeld mit mir zu leben — sie würde wahnsinnig dort; sie will dau­ ernd im Süden bleiben. Und mich! macht Ita­ lien nervös mit seiner Lichtfülle; Ls blendet mich — ich habe jetzt schon Sehnsucht nach! unseren ernsten Tannenwäldern! ^ : \ Lella erwartet mit ihren sechsnnddreitzig Jahren noch! so vielerlei vom Leben — ünb sie ist auch dazk berechtigt. Ihr Geist ist frisch und elastisch; sie ist noch! jung und schön — sie wird "vergessen und überwinden lernen? Sollte sich ihr ein neues Glück bieten — ich will ihr nicht hinderlich sein. Neidlos gönne jch ihr das, .was sie unter ..Glück" versteht, was ich! ihr nie habe aeben können^ wie sie mir saat — toi. der träumerische, schwache Mensch voller Halbheiten und Widersprüche, der toj, immer gewesen bin. (Fortsetzung folgt.) - mel nicht, an dem leichte, weiße Wölkchen eilig dahinjägten, nicht die rosa blühenden Mandjelbänme der Anlagen, und er hörte auch. nicht das Rauschen und Brausen der hochgehen­ den Isar so tief war er mit anderen Tingen beschäfttgt. , i ■ } Er nahm wieder Platz in einem der grölen dunkelblauen Klubsessel und las noch! einmal das umfangreiche Schreiben, das ihm sein Bruder' Ottokar gesandt und das den Post­ stempel "Ronr" trug. , ; ? i\ ! Nach einigem Nebensächlichem, Einleiten­ den hieß es da: f i i | ! ob es Dich! sehr überraschen oder er­ regen wird, was ich! Dir nun mitzuteilen habe, lieber Rüdiger? Lella und ich, lassen ün§ Meiden. Bald nach Ossis Tode find wir in aller Ruhe übereingekommen, uns zu tren­ nen. Tu wirst das nach! beinahe sechzehnjähri­ ger Ehe vielleicht geschmacklos finden, unseres Namens nicht würdig — um so mehr, da da­ durch möglicherweise alte, längst vergessene Ge­ schichten wieder aufgerührt werden. Tir wird dies sehr peinlich, sein, Rüdiger, ich weiß es! Doch! ich kann Dir diese Unbequemlichkeit nicht ersparen, so leid es "mir tut. Lellas und meine Wege führen %ett voneinander. Und ich! fühle es — ich bin zu alt für meine Frau.</p>
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          <p>Vermischtes. De« Unterseebootkrieg und die Eskimos. Der Unterseebootkrieg macht sich auch bet den Eskimos am Smithaund sehr stark fühlbar. Das behaupten wenigstens französische Blätter, nicht ohne ihre Erläuterungen in dem bei ihnen üblichen Stil hinzuzufügen. Die Eskimos, die ihren Lebensunterhalt durch die Jagt auf Robben und Walfische erwerben, sollen durch den Unterseebootkrieg völlig von der übrigen Welt abgeschnitten sein. Die Folge war, daß im Jahre 1917 die Handelsschiffe die ihnen sonst Augelhackeu, Harpunen, Meffer und Stahlnadeln, Tau« und anderes Zubehör, zuführten, das ihnen die Ausübung des Fanges erleichterte, ausge­ blieben sind. Die Eskimos waren daher genötigt, zu ihren alten primitiven Werkzeugen zurückzukehren, mit denen sie alle Uebung Dotieren hatten, und so warm die Ergebnisse in diesem Jahr außerordentlich gering. Die Eskimos find daher von einer Hungers­ not bedroht. Den Fruvzosen, die vor Mitleid über das Elend dieses Eskimovölkchens zerfließen wollen, noch einmal vorzuhalten, daß sie und ihre Verbün­ deten» wenn es tn ihrer Macht gestanden hätte, ein schlimmeres Schicksal einem Volke von viesen Milli­ onen bereitet hätten, ist bei ihren heutige» Geistes­ zustände zwecklos. Jede logische Beweisführung, die nicht zu ihren Gunsten endet, prallt von ihnen ab. Knigge in der Eisenbahn. Eine amerikanische Elsenbahngesellschaft hat fol­ gendem kleinen Erlaß über den Umgang mit Men­ schen und die Vorzüge der Höflichktet drucken lasst« und liegt ihn ihren Fahrplänen bet, wie sie ihn auch überall auf den Bahnhöfen an ausfallenden Stellen aushängen läßt : "Diese Eisenbahn glaubt an die Höflichkeit. Sie erwartet von ihren höheren und niederen Beamten, daß sie bet allen ihrem Tun so­ wohl mit den Paffagieren wie untereinander höflich sind. Sie erwartet dafür aber auch, daß sie ihrer­ seits höflich behandelt werden. Hösltchkekt steckt au. Höflichkeit macht unaugenheme Dinge leichter und hilft die kleinen Widrigkeiten des Lebens beseitigen. Höflichkeit ist ein GeschästSgulhaben, ein Gewinn und niemals ein Verlust. Höflichkeit ist ein Kennzeichen eines fluten Eisenbahnmannes." Diee beschlagnahmten Schlveinebsrsten. Drotz aller Beschlagnahmen und Monopole, die die Kriegszeit uns beschert hat, dürfte das wunder- ] ltchste Monopol, das jemals erteilt worden ist, doch ein Schlvrineborstenmonopol gewesen sein, das tm Jahre 1708 dem preußischen Steuer- und Kommer­ zienrat Greutz bewilligt worden ist und deffen er sich sechs Jahre hindurch erfreut hat. An alle Schwetvebesttzrr des Staates wurde damals eine Verord­ nung erlaffen, in der verboten wurde, Schweine durch Abschneiden von Borsten, durch Brennen oder Schul­ den von Borsten, durch Brennen oder Schneiden an den Ohren zu zeichnen: alljährlich tm Johannis in einer Zeit, tn der den Schweinen die Borsten von selber ausfallen, feilten die Schweinebesitzer diese vor­ her ausraufen und von jedem Schwein besonders, mit einem Faden zusammengebunden, an die Agenten des Kommerzienrates abliefern. Uebertretunge» der Verordnung sollten durch Konfiskation der Schweine bestraft werden. Das " Schweineborsttge" Monopol erregte natürlich Unwillen, der sich in recht kräftigen Aeußerungen gegen den Kommerzienrat Greutz und häufig genug auch in nicht minder kräftigen Tätlichkeiten gegen feine Agenten kundgab. Deshalb mußte ein Jahr später ein neues "Schweineedtkt" erlassen werben, nach dem jedes ehrenrührige Wort gegen den Monopolinhaber oder seine Leute mit Gefängnis oder anderer Strafe zu verfolgen war. Gleichzeitig wurde nochmals nachdrücklich darauf auf­ merksam gemacht, daß alle Borsten beschlagnahmt wären und daß man keine umkommen lasten dürfe; vom Gesundheitsamt wurde dazu die Verstchernng der Sachverständigen bekannt gegeben, daß das Aus­ raufen der Borsten der Gesundheit der Schweine durchaus nicht schädlich wäre.</p>
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          <p>Literarisches. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für di« gesamte Bildhauerei und Bildneret und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von 8-lex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunstschriftsteller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Der Verlag von Gg. W. Callowey, München.</p>
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          <p>Amputierte als Landwirte umd Landwirt- 1 , ; schastliche Arbeiter. Erfahrungsgemäß leiden die Armamputierten besonders unter dem Bewußtsein der verminderten Arbeitskraft; seinen Grund hat diese Erscheinung darin, daß jjeder Berufsar­ beiter auf die Tätigkeit mit beiden Armen eingestellt ist und nun glaubt, durch den .Ver­ lust des einen Armes arbeitsunfähig' tot‘big* « herigen Berufe geworden zu sein. . [ I Tie Beobachtungen, die in. nunmehr doch. mehrjähriger Erfahrung in der praktischen | Kriegsbeschädigtenfürsorge gemacht wurden, wi| derlegen aber diese Annahme schlagend. I - So meinte man anfänglich^ daß Landwirte die einen Arm verloren haben, nicht mehr für die Landarbeit brauchbar seien. Die Versuche auf den verschiedenen landwirtschaftlichen Kriegsbeschädigtenschulvn wie auch auf Mu­ stergüter haben einwandfrei erwiesen, daß Kriegsbb schädigte bei Verwendung entsprechend angepaßter ^Satzglieder und Arbeitsgerätf.chaften noch sehr gut in der Landwirtschaft verivendet werden können. Sie sind fast zu allen landwirtschaftlichen Arbeiten imstande; natür­ lich kommt es hier sehr viel auf die Gewöh­ nung an, aber so mancher, der ungläubig auf ein solches Mustergut zur Berufsausbildung gekommen, hat sich bei gutem Willen am Bei­ spiel seiner Kameraden überzeugen könne«, daß auch, Amputierte in bet Landwirrtschast noch er­ folgreich tätig fein können. ■ ; ; Wenn also ein amputierter r Kriegsbeschä­ digter vom Lande glaubt, den 2 Anforderungen des Berufes als Landwirt nicht t mehr nachkom­ men zu können, so befindet er sbich im Irrtum, der um so begreiflicher ist, als etc noch nicht ge­ sehen hat, was Leute mit der gjleichen Beschä­ digung geleistet haben. Es empsitehlt sich daher, im Benehmen mit den erfahremen Praktikern des Perufs, wie jie in der Kriegsbeschädigtenfür sorge mitwirken, die Beibehalitung des alten Berufs zu erörtern. Fürsorge für Schwerkrirgsveschüdigte. Tie Allgemeinheit versteht unter dem Be­ griff Kriegsbeschädigte zumeist jene, die einen körperlich sichtbaren Schaden davongetragen ha­ ben, also z. B. den Verlust oder die Gebranchsbehinderung bestimmter Körperglied«:. Si» vergißt aber zu Unrecht jene große Gruppe von Kriegsbeschädigten, dst sich ein schweres Inneres Leiden zugezogen haben, an dem jie oft jahrelang dahinsiechen und zu leiden habe»; z. B. Epileptiker, Nervenletdende. Lungenkran­ ke, Leute, die sich einen schweren Herz- oder Magensehler zugezogen haben; auch sei an^bfe Rückenmarksleidenden, an die Gehirnv erlebten erinnert. Diesen KrtegsbeschädigtenHat die Fürsorge Ihr erhöhtes Augenmerk zuzuwenden, da sie agßer der geldlichen Versorgung auch noch pflegerischer Fürsorge bedürfen. Tiefe Für­ sorge Ist um so notwendiger, da der Kriegsbe­ schädigte bis zu seiner Einziehung den Unter­ halt seiner Familie bestritten hat und somit Gefahr besteht, daß die Familie auf eine tiefere soziale Stufe hinabsinkt oder — was unter allen Umständen verhindert werden mutz — »der Armenpflege anheimfällt. Ta gilt es dann in erster Linie sestzststellen, inwieweit der Kriegsbeschädigte noch ar­ beitsfähig ist; die Regelung beet Rentenverhältnisse zu veranlassen, Zusatzrente, VerstümMelungszulage oder Rentenerhöhmng ist zu be­ antragen; die Frage eines weiteren Heilver­ fahrens ist zu prüfen, Beihilfen müssen er­ wirkt werden, um der Familie ausreichend zu helfen; auch. Haus- oder Krankenpflege müssen erforderlichenfalls eintreten — kurz, eine Fülle von Arbeiten ist zu erledigen, die Zeit, Wühe und Geld erfordern. | s • ; gen gut. Ausreichende Versorgung ist zu er­ warten für Herbstgemüse. Tie Marmelade hat sich, wie Ministerialdirektor Brand und Mini­ ster Tr. v. Brettreich aus eigenen Wahrneh­ mungen glaubten bestätigen zu können, in Städ­ ten und m$f dem Lande gut eingeführt. Ti« Marmelade soll auch künftig nur tu® gelben .Rüben, Kürbis und Obst zu 70 Prozent ver­ arbeitet werden. Ei« Tvtschenjahr steht uns nicht mehr bevor. Unsere Brotversorgung wird, wie Ministerialdirektor Brand mitteilte, im nächsten Wirtschasftsjahr günstiger sein als im gegenwärtigen. Tie Gesamtgetreideernte ist nach- der Schätzung um etiva 16 Prozent grö%fx. Ter Stand unserer Fleischversorgung ist bekanntlich nicht günstig. Tie fleischlosen Wo­ chen roerben zunächst jedenfalls auch im zwei­ ten Versorgungszeitraum, der aM 1. November beginnt und drei Monate dauert, fortgesetzt werden müssen. Schwer- und Schwerstarbeiter erhalten in den fleiMosen Wochen als Zu­ lage je 400 Gramm Tauerwurst. Durch die fleischlosen Wochen hofft man auch die Zahl der Schwarzschlachtungen etwas einzudämmen. Tie Versorgung mit Milche Fett und Eiern ist bekanntlich, in Bayern in stetigem Rückgang begriffen. Bon 3 855 000 Fettversorgungsberschichten werden 1.565 000 vom eigenen Kommunaloerband, die übrigen 2 290 000 durch die Landesfettstelle versorgt. Unter Zugrundele­ gung der Kopsration von 62.5 Gramm! würd« eine wöchentliche Fettmenge notwendig werden, die trotz der grüßten Anstrengungen der Landessettstelle knapp erreicht wird. Durch die Errichtung von Rahmstattonen hofft die Landessettstelle, wie Minister T«r. v. Brettreich In der Besprechung mitteilte, eine bessere Er­ fassung des Fettes zu erzielen. Tie Milchversorgung, die im Vorjahr noch ein DrittelLiter aus den Kopf dev Verhirgungsberechtigten betrug, ist auf höchstens ein Viertelliter zu­ rückgegangen, in anderen Landesteilen, beson­ ders in der Pfalz, ist sie noch wesentlich ge­ ringer. In Be-rKn aber bestimmen Erwachsene seit mehr als Jahresfrist Milch kaum mehr zu sehen, was Staatsmiräster Tr. b. Brftfieich Im Hinblick auf einige Zeitungsnachrichten, daß Berlin in der zweiten fleischlosen Woche atwas !Käse erhielt, nicht zu übersehen bat. Mt dev Käseversorgung ist es bei uns Ähnlich wie mit der Milchversorgung. Tier ursprüngliche Berisorgungsplan kann nicht ausrechterhaliegt wer­ den, doch sind wir besser daran als Berlin. Tie,Eierablieferung ist J&gt;i$ zum 25. Attgusk gegenüber dem Vorjahr um 4 Millionen Stück zurückgeblieben. Vom 1. September an kön­ nen nur mehr alle drei Wochen zwei Eier gegeben werden. Vom Januar 1919 Km wird wahrscheinlich wieder in jeder Wo­ che ein Er abgegeben werden können. Auf allen diesen Versorgungsgebieten macht sich die Wirkung des Schleichhandels sehr be­ merkbar. Tie gegenwärtige GesaMtlags für das kommende Wirtschaftsjahr läßt sich unter dem Zeichen zusammenfassen: Die Ernäh­ rung wird knapp aber ausreichend! fein, nicht nur zum 'Leben, sondern auch, um unsere Arbeitskraft zu erhal­ ten, die ja einzig und allein in den Dienst unseres Vaterlandes gestellt werden mutz.</p>
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          <p>Letzte Posten. Besprechungen beim Kanzler. Berlin, 16. Sept. Reichskanzler Graf Hertling empfing heute die Führer der Mehrheitsparteien zu einer zweieinhalbstündigen heitsparteien zu einer zweieinhalbstündigen Aussprache, an der auch, die Staatssekretäre von Hitttze und Wallras teilnahmen. Zur österreichisch-ungarische« Friedensnote. Berlin, 15. Sept. Tie "Nordd. Alsg, Ztg." schreibt: Ter Widerhall, den die gestern bekannt gemachte Note Oesterreich-Ungarns an die Regierungen aller Wichte in der deutschen Presse gefunden hat, ist ein 'heuer 'Beweis für die schon so oft bekundete ernste Friedensbereitschast unseres Volkes. Allenthalben trift rj die Tatsache in die Erscheinung, daß der von | unseren Bundesgenossen unternommeneSchritt E in Teutschland nicht nur vollkommenes Einj* Verständnis findet, sondern auch dem. Geiste - entspricht, in dem wir von Anfang an den ge1 meinfctm-en Kampf um die künftige Wohlfahrt | der Verbündeten Reiche und Völker geführt haI ben. Wenn sich daneben in mancherlei Abtö| nung Zweifel an dem Erfolge des Vorgehens • unserer Bundesgenossen regen, so gründen sich diese auf die Erfahrungen, die wir oder un­ sere Bundesgenossen gemeinsam in allen Fäl­ len gemacht haben, wo wir bestrebt waren, eine Verständigung anzubahnen, um den Europa zerfleisenden Krieg auf dem Wege der Ueber« tzinkunst beschleunigt zu Ende zu führen. Die Berechtigung jener Zweifel liegt offen zutage, sie ändert aber, wie sich von selbst versteht, nichts an der Bereitwilligkeit der deutschen Regierung, sich. gerne und ohne Verzug an den Besprechungen zu beteiligen, die etwa nun­ mehr infolge der neuen Erklärung OesterreichUngarns zustande kommen sollten. ««tt» für ein Schutz- und Lrutzbünvnis.H; Wien, 15. Sept. Nach 9er Korrespondenz Mund schau meldet die "Prawde": Vom! Kran­ kenbett hat Lenin folgende Erklärung an die Sowjets der Dolkskommi ssäre gerichtet: "Tie Lage an der tfchecho-flowakischen Front wird mit jedem Tage gefahrdrohender. Wir über­ zeugen uns immer Mehr, daß wir allein macht­ los sind. Für bett Sowjet gibt es jetzt nur einen Ausweg, das ist ein Schütz- und Trutz­ bündnis mit einer anderen Wacht zu schließen. Um die Lage dev Arbeiter und Bauern zu ret­ ten, dürfen wir sogar vor einem Bündnis mkt den Imperialisten nicht zurückschrecken." Erhöhung der Brotration. i Berlin, 16. Sept. Der Staatssekretär des Krtegsernährungsamtes ordnete an, daß vom 1. Oktober &lt;tb wieder die zehnprozentige Streckung des Brvtes mit Kartoffeln erfolgt. Demgemäß erhöht sich die Nation vom 1. Okt. einschließlich der Streckungsmittel auf. 220 Gr. sodaß die Brotration wieder die alte Höhe prreM. » . ; 1 i ■ - , . ? WrßslKv der Sowjettrupipen. eint 12. September 3 Uhr nachmittags ist Simbirsk von unseren Truppen zurückerobert worden. Unsere Kavallerie folgte dem in größ­ ter Unordnung fliehenden Feinde auf den Ker­ zen. Gegen Abend hatten unsere Truppen Simbirsk schon um eüva 25 Kilometer hinter sich,. Bei Verfolgung des fliehenden Feindes schonen unsere Flieger die Bevölkerung. Bom­ ben werden nur aus den großen Heeresstraßen «abgeworfen. i z ' ■ . Amerikas Kriegserklärung et« Berbrechen. Aps dem Parteitag der amerikanischen So­ zialisten in Chicago wurde einstimmig be­ schlossen» di« bisher während des Kxieges be­ folgte pazifistische Politik weiter zu treiben. Sie bestätigten das im .Frühjahr 1917 Ange­ nommene Parteiprogramm von St. Louis, des­ sen wichtigster Satz lautet, baß die Kriegser­ klärung der Bereinigten Staaten gegen Teutsch­ land ein Verbrechen sei. ’ Eine nette Kriegserklärung. i WTB. Washington, 13. Sept. .(Reu­ ter.) In Washington ist die Nachricht einge­ troffen, daß Brasilien die diplomatischen Be­ ziehungen zu Oesterretchf-Ungarn abbrach mtb erklärte, daß zwischen beiden Staaten 9»r Kriegszustand eingetreten ist. [ , i «egeröerftzLg«nge». ' Amsterdam, 14. Septz Die Rassenkälnpse in Philadelphia haben sich, erneuert. Als eine Anzahl Neger sich vor der wütenden Wenge in eine Kirche flüchtete, ging diese zur, Menge in eine Kirche flüchtete, ging diese zur Kirchenschändung über, wobei das Gebäude stark beschädigt wurde. Zahlreiche Neger wur­ den verwundet, Anet getötet. An den Negerversolgnngen haben sich. auch Mafiosen und Soldaten beteiligt, die regelrechte Treibjagden veranstalten 30 000 Rubel geraubt. Wien, 15. Sept. Aus Moskau wird ge­ meldet: Heute nachmittags führte eine bewaff­ nete Bande einen Bombenüberfall auf einen Konsumverein aus. Tie Räuber, die etwa 300 000 Rubel erbeuteten, entkamen. Aus ftnglanv. London, 15. Sept. Ter Agent der Bolschewiki Lttwinow ist aus dem Gefängnis in Brighton entlassen worden. Er kehrte nach Hamsteat bei London zurück und bleibt in Schutzhaft.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Bekanntmachung. Der städtische VW- ll. Gemilseverklllls in der Seefischhalle der Firma Alois Kohlvöorser (Theaterstraße) wird auf die Abendstunden von 5-7 Uhr S a» MM. re» 16. Semraler 3 verlegt. 2502</p>
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          <p>Sofia, 11. Sept. Amtl. Bericht: Westlichj des Ochridasees und östlich der Cerna wur­ den starke feindliche Sturmabteilungen durch! Feuer zerstört. Südlich des Torfes Gradesnica drangen unsere Abteilungen in die feindlichen Stellung ein und brachten Kriegsgevät zurück. Westlich vom Tobropolje, beim Wardar war das Artillerieseuer auf beiden Seiten zeit­ weise heftiger. Südlich Gewgheli drangen un­ sere Angriffsabteilungen in die feindlichenGräben ein und machten englische Gefangene.Oesilich des Toiran schoß eine unsere Batterien einen großen feindlichen Munitionsstapel in Brand. . ; Der bulgarische Bericht.</p>
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