Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-09-18. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 255, 1918-09-18. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Westlicher Kriegsschauplatz Heeresgruppe des AeucralscldmarschallS Kronprinz ««pprecht v»« Bayer«. In Flandern rege Erkundungstätigkeit. ' Südliche von Ipern scheiterten Teilangrifse des Feindes. In der Kanalstellung brachten pommersche Grenadiere von erneuten Gegen­ stößen gegen den Feind bei Sauchy-Cauchh Ge­ fangene zurück. i , In der Gegend von Havrincourt steigerte sich! der Artilleriekampf am frühen Morgen vorübergehend .zu großer Stärke. Keine Jnsanterietätigkeit. _ 1 * Hecresgruppo du« deutsche« Kronpriuze». Zwischen Ailette und Aisne dauerten die heftigen Angriffe des Feindes fort. Wir nah­ men den Ostrand der Höhe östlich von Vaixaillon, auf der der Feind Fuß, faßte, wieder. An der von Laffaux nach! Osten führenden Straße drückte uns der Feind etwas zurück. Am Nachmittag nach Mrtstem Artilleriefeuer erneut vorbrechende Angriffe des Feindes schei­ terten an den Gegenstößen der hier kämpfenden hannoverschen, braunschweigischen und oldenburgischen Reserve-Regimenter. Sie schoben am Abend ihre Linien zum Teil wieder vor. Auch> Pie südlich anschließende brandenburgische 5. Infanterie-Division schlug mehrfach, durch Panzerwagen unterstützt, Angriffe des Feindes ab. Im Südteile von Vaillh dauerten Kleintämpfe an. | f < In der Champagne wurde ein nächtlicher Vorstoß, des Feindes südlich von Rrpont abge­ wiesen. i I Heeresgruppe v. GaMvItz. In der (Lotes Lorraine, bei St. Hilaire und westlich von Jvnville führten wir erfolg­ reiche Unternehmungen durch. "Teilangriffs des Feindes gegen Haumont und nordöstlich von Thiaucourt wurden abgewiesen. Tie Artille­ rietätigkeit beschränkte sich auf Störungsseuer. Wir schossen gestern 44 feindliche Flug­ zeuge ab. Oberleutnant Lörzer errang seinen 40., Leutnant Runah seinen 35. und Leutnant Thuh seinen 30. Lustsieg. Sa* 3L <®e«mtii$sa£tie£metgm i WTB. Berlin, den 17. Sept. Amtlicher Abendbericht: Zwischen Ailette und der Aisne scheiterten erneute Angriffe des Feindes. »oo ven anderen Fronten nichts Neues. Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. ────────── 1 i Neue U--Bootserft>1Ige. " WTB. Berlin, 16. Sept. auch abgeliefert, tvenn 'ich sie gleich mit­ nehme. — Also vorwärts!" Tie Frau, sie ist allein im Hause, bringt in ihrer Angst die But­ ter. Ter "Besuch" legt einen Fünfmarkschein hin und verschwindet. Zuhause verkauft er banst, wie sich herausstellte, das nämliche Pfd. Butter an einen Kameraden um 1 26 Mark und — geht ins Wirtshaus und schimpft über die Bauernwucherer. , , - Verhängnisvolle Fahrt. Tie k. b. Eisen­ bahndirektion München teilt mit: Bei dem in Atgvlstadt abends 6 Uhr 20 Min. abgehenden Personenzug 206 Ingolstadt—München wurde am Sonntag der auf dem Tache eines Wagens sitzende Infanterist Georg Horn aus Nürnberg durch Anstoßen an den Eisernen Steg nächst Gaimersheim vom Wagen geschleudert und ßchwer verletzt. i Tem Hunger tob überlassen. Ein grauen­ haftes Bild von Verrohung enthüllte ein Pro­ zeß, der sich vor der Kölner Strafkammer ab­ spielte. Cine Frau Römer war angeklagt, daß sie ihre Kinder verhungern lasse. In derWoh^mmg der Frau hatten die Beamten zwei Kinder halb verhungert vorgefunden. Auf demKleiderschrank lag ein Skelett, die Leiche eines Knaben der Frau, von der die Würmer das Fleisch bereits ganz vertilgt hatten. Ern viertis Kind ist an vollständiger Entkräftigung Hungers gestorben. Tas Gericht verhängte über die Rabenmutter, eirfe Granatendreherin, eine Gefängnisstrafe von nur einem Jahr. Brennende Kohlenlager. In Kulmbach ste­ hen die großen Kohlenlager der Veitlschen Malzfabrik seit 14 Tagen in Brand. TerBrand, der durch Selbstentzündung entstände!: ist, kann nur schlver gelöscht werden. , Einen gnten Fang machte die Polizei in Selb, der es gelang einen Teserteur und Tesraudanten in der Person des angeblichen Matrosen Backuley festzunehmen. 9Bachtlet), der in der Marine diente, ist nach Aneignung einer Schiffskasse mit 120 000 Mark geflüchtet.^ j Unter den Zug geriet ein Sergeant der Fliegerschule in Schleißheim, der aus einen schon im Gang befindlichen Nahpersonenzug aufspringen wollte. Es wurde ihm der rechte Fuß abgefahren. I Großsener. In Rothenbach in Unterfran­ ken sind einem Großsener fünf Anwesen zum Opfer gefallen. Tie Eigentümer sind nicht versichert. Cntstehungsursache unbekannt. Tödlich abgestürzt von der Benediktenwand ist am Sonntag der 18 Jahre alte Oberrealschü­ ler Ernst Hauer aus München. Ein sünstöpssge Einbrecherbaude konnte in München verhaftet werden. Es ist iiene Bande, die in dem Kaufhaus Uhlfelder iw Rosenthal den großen Einbruch berußte, bei dem für fast 80 000 Mark Waren erbeutet wurden. Es handelt sich um zwei Frauenspersonen und drei Männer. Ter größte Teil der Waren wur­ de beigebracht. Einer der Tiebe htatte in hxr Nacht vor diesem großen Einbruch einen grö­ ßeren Wohnungseinbruch, verübt. , ────────── Und wieder las er den Brief bis zu der Stelle, wo fein Bruder ihn bat, Nora Berger zu veranlassen, Cäciliens Erziehung von neu­ em in die Hand zu nehmen. « > f Tas war ihm ein lieber Auftrag; er woll­ te nicht zögern, ihn auszuführen. 'Er fotj 1 nach der Uhr; es war gleich! fünf? vielleicht würde er die Tamen zu Hanse antreffen. i Er kleidete sich, um; der Tiener reichte ihm Hut, Handschuhe und Stock, dann ging er. Eine leere Autodroschke fuhr an ihm vor­ über; er Fies sie an — die Sehnsucht, das holde Mädchen wiederzusehen, trieb ihn — aber er redete sich ein, daß, er die Bitte des 'Bruders so schnell wie möglich erfüllen müsse . - . , , In letzter Zeit hatte er Nora Berger Awas verändert gesunden. Sie hatte ihre frühere Unbefangenheit gegen ihn verloren, war scheu geworden und wich, ihm aus. Nicht gerade merklich, doch er fühlte: es war etwas Frem­ des zwischen sie getreten. Er vermißte ihr kindliches Lächeln, die ungeheuchelte Freude, mit der sie ihn immer begrüßte. 1 , War es ihre Kunst, die sie so ganz gefan­ gen nahm, sie ihm abwendete? Gar manchmal hatte er schon darüber - nachgedacht. Es be­ unruhigte ihn. Sie fotoe ihm nicht entgleiten. Es sollte nichts anderes Macht über sie gewin­ nen, als ihre kaum bewußte, scheue Liebe. . . Er traf sie allein; Frau von .Matches hatte eine Nnlädung zum Tee angenommen. Während ihm das Stubenmädchen diesen Be­ scheid gab, hörte er Noras volle, schöne Stim­ me aus dem Musiksalon erklingen; sie übte. Er lieft sich Fräulein Berger melden. Gleich danach- trat sie ihm entgegen. , ; ! ' "Frau Geheimrat wird sehr bedauern, HeM Gras. " ' ~ , [ "In der Hauptsache gilt mein Kommen heute Ihnen, Fräulein Nora — doch- davon nachher," fügte er aus ihren erstaunt fragen­ den Blick hinzu. , ■ l > Er nahm Platz und sie setzte sich gleich­ falls. Tie Fenster waren geöffnet, und der Blick schweifte weit über die im ersten frischen Blätter schmuck prangenden Bäume und die saf­ tig-grünen Rasenflächen des englischen Gar­ tens hin — ein anmutiges, herzersreueudes Bild. I ! ( 1 f Ter Legationsrat sah Nora an, und sie schlug die Augen nieder 'vor feinem siebevoll forschenden Blick. 1 i 1 ' i "Mich dünkt, Sie sind blaß und etwas schmaler -geworden, Fräulein Nora, wahr­ scheinlich überanstrengen Sie sich bei Ihren Ue­ bungen." ^ 1 i "O nein, durchaus nicht! Ich tue es ja so gern und bin Frau von Matches zu tiefer Dankbarkeit verpflichtet, weil sie mir Geregeltheit dazu gibt." i [ i i I i 1 ' 1 "Muß es denn durchaus sein?" 1 ! I "Ja, Herr Gras, es muß sein! Sichern mir doch die Aussichten, die man mir gemacht, ein unabhängiges Leben! Ich, muß gestehen, ich bin hier so verwöhnt worden, daß mir die Lust vergangen ist, mich- als Lehrerin durch das Leben zu schlagen"^ M , ! ! 1 . I Gin Schatten flog über sein Gesicht. r i I "Tas ist allerdings sehr betrübend." 1 s "Ah, Sie scheinen nicht damit einverstan­ den zu sein, Herr Goas," meinte sie lebhaft, "ober durch Frau von Matches Güte habe ich so viel vom Kunstleben kennen gelernt, daß es tvohl begreiflich! ist, wenn mich der Gedanke nicht mehr > begeisterte an einer Schule in irgend einer kleinen Stadt als Lehrerin zu wirken." ; . 1 ! I ' f 1 1 "Natürlich ! Das Theater lockt mehrst Voll- . koMmen begreiflich. Wie ein verderbenbrin­ gendes, trügerisches Licht ist es, das die Mot- I ten umfliegen," entgegnete er in ungerechtfer­ tigter Gereiztheit. } \ | l 1 i ! ■ i s * ────────── t —* Obstbezug unmittelbar vow! Erzuger. Ueber die Zulässigkeit des Obstbezuges unmittelbar vom Erzeuger besteht nod} vielfach Unklarheit. Wenn nun auch in Hinsicht auf die schlechte Obsternte der unmittelbare Be­ zug möglichst eingeschränkt werden muß, so kann die Erlaubnis zur Abgabe von Obst an den Verbraucher den Erzeugern doch erteilt werden, unter der Voraussetzung, daß sie ih­ rer Lieferpflicht im aflgemeinen und insbesonders hinsichtlich des abzuliefernden Obstes ge­ genüber dem KoMMunalverbande nach,kommend Als Regel hat zu gelten ,daß der Obsterzeuger höchstens den fünften Teil dessen, was er an den KomMunalverband an Obst bereits abgelie­ fert hat, unmittelbar an den Verbraucher ab­ geben darf. Wenn also z. B. der Erzeuger 5 Zentner an den KomMunalverband abge­ liefert hat, soll er die Erlaubnis erhalten, höchstens 1 Zentner an den Verbraucher abzuge­ ben .Erscheint nach Lage der Verhältnisse auch diese Menge zu hoch,, insbesondere weil der Obsterzeuger Obst in zu großen Mengen für den eigenen Bedarf zurückhält, oder im Ver­ hältnis zu seiner Obsternte zu wenig an den KomMunalverband abliefert, so kann die Men­ ge,, für welche die Besörderungserlaubnis er­ teilt wird, noch mehr beschränkt werden oder ihm die Erlaubnis zum unmittelbaren Absatz ganz versagt werden .Andererseits wird beim Vorliegen besonderer Verhältnisse, z. B. wenn die ganze Obsternte beim Erzeuger gering ist, und wenn er an nahe Verwandte abgeben will, eine größere Menge Obst zur Beförderung freigegeben werden können. Ter Obsterzeuger hat das Gesuch um Erteilung der Befördernngserlanbnis ausnahmslos bei der für ihn zu­ ständigen Tistriktsverwaltungsbehö-rde einzu­ reichen. Tie Stetten, welche die Erlaubnis.zur Beförderung von Obst an Verbrauchern ertei­ len, haben von jeder Erteilung dem Bedarsskommunalverbande, in welchem der beziehende Verrauchber serenen Wohnsitz hat, Mitteilung zu machen. Obstbezugsmarken erhalten jene Verbraucher, welche unmittelbar beim Erzeuger beziehen, nicht. Von der Einführung einerLandesobsWezugsmarke — ähnlich der Kartofselbezugstkarte — wurde abgesehen, weil bei ih­ rer Eiinfüyrüng der Bezug einer bestimmten Menge von Dbst an diejenigen zugesichert werden müßte, welche ihr Obst nicht unmittelbar von dem Erzeuger beziehen; eine derartige Zu­ sicherung ist über nicht möglich. Lokales. La»d»h«t, de» 18. September. —* Tas Eiserne Kreuz wurde dem Pionier Herrn Ignaz Gmeinwieser, Schreiner, Sohn des Tienstmannes, Herrn Gmeinwieser hier, dem Infanteristen Herrn Anton Schütz, Händlerssohn und bejtt Oberapotheker Herrn Neumüller, früher hier verliehen. . 1 | ' —* Das König Ludwig kreuz wurde Herrn Hofphotographen Leopold Orelli ver­ liehen. I —* Der serbische Kriegsgefangene Jivanowitsch ist im Hiesigen Reservelazarett in­ folge Krankheit gestorben. ' ! - 1 —* Ein Urlauber aus der Umgebung kam gestern früh hierher und wollte in der Regensburgerstraße in die Isar springen. Als er von Passanten hieran gehindert wurde, warf er seine Oberkleidung hinein und sprang dann in Hemd und Hose vor einen Trambahnwagen am Bismarckplatze. Ter sich, wie irrsinnig Ge­ bärdende würde ins Gvrnisonslazarett ver­ bracht. i * —* Nähfadeu, Strick- und Stopfgarn soll wieder verteilt werden. Zu diesem Zweck muß, die Reservemarke T in den Geschäften bis morgen abgeliefert werden. Wenn die Abgabe des Fadens ebenso pressiert, wie die Abgabe der Marken, so dürfte dies den Wünschen un­ serer Hausfrauen sicher entsprechen. ; —* Die- Obstverkaufsprei se werden heute im Anzeigenteil amtlich bekanntgegeben. . —* Ueber Spirit usver sorg ung ist im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung enthalten. 1 • I | ! ] [ 1 —* Ter Einbruch,diebstahl in Achdorf, bei welchem vor einiger Zeit Geld und Wertpapiere im Betrage von ca. 33 000 Mark gestohlen tourben, fand gestern vor der Straf­ kammer des hiesigen Landgerichts seine Sühne. Ter Arbeiters söhn Georg Keil von Achdors wurde zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt unter Anrechnung von 1 Monat der erlittenen Un­ tersuchungshaft: Ter gestohlene Betrag ist wie­ der voll in den Besitz der Bestohlenen gekom­ men. ! —* Im Zirkus Holz'müller finden heute nachmittags und abends die letzten Vor­ stellungen statt, mit denen sich, der Zirkus von seinen hiesigen Freunden und Besuchern verab­ schiedet. r'' [. 1 ( ────────── Gerichtsfaal. ; Landgericht Landshut. Einbrnchdiebstahl. Am 7. ds. Mts, fand der umfangreiche Einbruchdiebstahl von Hartbuchensort bei Anton Babi seine Sühne bei der hiesigen Strafkammer. Ttzr Sachverhalt ergab folgendes: Ter Zimmermann GeorgPrenitinger von Forsteibach benötigte eine Aussteuer und Einrichtung, um die Bauerstochter Anna Straßer von Kemmvden zu heiraten. Er wußte die benötigten Sachen im Werte von 4000 Mark In einem neugebauten noch unbewohnten Haus des Anton Babl. Er zog den Bauerssohn Mich. Aigner zu Hilfe; beide brachen dann nachts ein Und schafften ein ganzes Lager an Stoffen, Hemden, Bettücher, Anzügen, Handtücher und dergleichen fort und teilweise zur Anna StraE,er, wo die Gegenstände von der Gendarmerie gesunden und zurückgebracht wurden. Tie an­ dere Hälfte hatte Aigner an sich gebracht und konnte dieselbe nicht mehr beigeschafft werden. Tie Angeklagten waren in der Hauptsache ge­ ständig und wurde Prenninger, dem auch eine Wildereraffäre nachgewiesen wurde, zu 1 Jahr !3 Monaten Gefängnis, Aigner zu 1 Jahr Ge­ fängnis, Anna Straßer zu 1 Monat Gefängnis wegen Begünstigung verurteilt. , 'i reichen Beerenschlägen sehen muß, wie sie Heuer auf der Hohenwarte hinter Schönbrunn und in der Nähe des Jesuite nh-ofes zu sehen war. Mn beiden Stellen wurden ausgedehnte Himlbeerschläge mit der Sense abgemäht. Warum dies geschah, ist! nicht recht begreiflich. Es müßte denn.sein, daß der Wunsch der Grundderitzer war, die Beeren schlage auszurotten, damit "die Stadtsräcke auch, nichts haben", wie es jetzt oft so schön heißt, wenn einem der Ländlichen Besitzer die Laumenschrauben ver­ schärfter Lieferpflicht angelegt werden. Also, wenn die Heidetbeerblätter schon geschont wer­ den müssen, dann auch' Schonung für die Him­ beeren. h ) W. ────────── derholt mit voller Aufrichtigkeit die Bedin­ gungen bekannt, aus welche hin die Vereinigten Staaten einen Frieden jin Betracht ziehen wer­ den können und wird keine KonseremzvorschGge übex einen Gegenständ in Erörterung ziehen, über welche sie ,ihre Stellung und ähre Absicht bereits klargestellt hat. ; Nicht die leiseste Hoffnumg. London, 16. Sept. (Reuter.) Bei einem Festessen der Presse besprach! Balsomr die öster­ reichische Note und sagte, er sehe in den ge­ machten Vorschlägen nicht die leiseste Hoffnung, daß das Friedensziel wirklich» erre icht werden würde. Der Tenor seiner Rede war:, daß, dieser Vorschlag zu nichts führen könne. ; Ein amerikanisches Flugzeug abgeschossen. Wien, 16. Sept. >Vom Kriegstministerium (Marinesektion) wird verlautbart: Am 15. September mittags versuchte ein amerikani­ sches Landkampfflugzeug die Anlag;en von Fi­ ume zu erkunden. ES wurde in großer Höhe von einer der Warineabwehrbattercien getrof­ fen und stürzte brennend ab. Tis Reste des Flugzeuges wurden geborgen. Letzte Posten. Neue U-Beotserfolge. WTB.Berlin, 17. Sept. (Amtlich,) Un­ sere Mittelmeer-U-Boote versenkten 9090 Br.Registertonneu feindlichen Schiffsraum. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Tie Antwort Amerikas. Washington, 16. Sept. (Reuter.) Ter Staatssekretär veröffentlicht folgende Mit­ teilung: Vom Präsidenten bin ich ermächtigt, bekannt zu geben, daß folgendes die Antwort * unserer Regierung aus die österreichisch-ungarifche Note fein wird, welche den Kriegführenden eine nichtoffizielle Konferenz vorschlägt': Tie Regierung der Vereinigten Staaten ist der An­ sicht, daß es nur eine Antwort gibt, die sie auf die Anregung der kaiserlichen österreichisch-un­ garischen Regierung geben kann. Sie gab wie­ ────────── Bekanntmachung. Die Verteilung von Nähsahen, (Strick» und Stopfgarn soll gegen Reservemarke T. erfolge». Es ergeht deshalb die Aufforderumg, bei den Geschäften, bet denen Nähsade» bezogen werden will, die Reservemarke T bis spätestens D onnerstag, de« 19. September unter Vorzeigen der Lebens» mtttelkarte abzuliefern. Die Geschäftsleute sind verpflichtet,, darauf zu achten, daß nicht mehr Reservemarken abgeliefert werden, als Personen auf der Lebensmittelkarte ver» merkt sind. Die Marken sind zusammengebündelt zu 100 Stück der städt. Bekletdungsstelle bis Samstag, hen 21. September abzultefer». Ueber die Verteilung selbst erfolgt weitere Be­ kanntmachung. Gewerbetreibende haben ihre» Bedoarf an Nähfaden bei der städt. Bekletdungsstelle bis $ Samstag, den 21. September schriftlich annzumelden. Landshut, den 18. Septemberr 1918. Stadtmagistrat LaudSWrrt. Herterich. 2517 ────────── Bei An- und Verkauf von Obst dürfen höchstens folgende Preise für das Pfund gefordert und bezahlt werden: Erzeugerpreis Großhandelspreis Kleinhandels1. Tafelobst .... frei Abnahme- Bahnver­ stelle ladestelle 33 35 2. Wirtschaftsobst . . 13 15 18 — 25 3. Fall- u. Mostobst. 7 9 — 15 4. Zwetschgen . . . 18 20 23 24 35 5. Drennzwetschgen . 8 10 12 — — Tafelobst find alle gepflückte«, nach ihrer Beschaffenheit sofort oder nach Ablagerung zum Rohgenuß geeigneten Früchte unter Ausscheidung sämtlicher kleinen verkrüppelten und beschädigten Früchte und mit Ausnahme von Edelobst. Wirtschaftsobst ist alles Schütte!-, Most- und Fallobhst, sowie dar aus dem Tafelobst ausgeschiedene Obst, soweit es sür die Herstellung > von Marmelade, zum Kochen, Dörren und zu sonstigen Wirtschaftszwecken geeigviet ist. Sämtliche Preise gelte» für gesunde, marktfähige, pfleglich behandelte Handelsware. Die festgesetzten Preise find Höchstpreise tm Sinne des Gesetzes. Die Bestimmungen treten sofort in Kraft. Zuwiderhandlungen unterliegen der gesetzlichen Strafe. Lavdrhut, den 16. September 1918. 2522 Dr. Herterich. für War« int Verpackzeug des Empfängers Händlers frei Bahnverladestelle 38 39 Stadtmagistrat. Dr. Herterich. Bekanntmachung. ────────── England und Amerika lehnen ab. — Die heftigen feindlichen Angriffe zwischen Ailette und Aisne dauern an. — Italienische Angriffe im Hochgebirge restlos abgewiesen. ────────── Der österr.-ung. Bericht. ' WTB. Wien, 17. September, mittags. Amtlich wird gemeldet: Ttalie«ischer KriegAsMauplatz. ' Zwischen der Brenta und dem Monte Solarolo setzten die Italiener gestern früh nach starker, bis zum Trommelfeuer gesteigerter Ar­ tillerievorbereitung zum Angriffe an. Ihre Sturmkolonnen wurden im Brentatale und vor dem Col Caprile durch, unser Feuer zurückge­ trieben. Auf dem Asolone vermochten sie. un­ ter der Wirkung unserer Batternen ihre Gräben überhaupt nicht zu verlassen. SAus demMonte Pertica, dem Solarolo und bernn Taffonrücken kam es zu erbitterten Kümpfen,i, in denen der Feind gleichfalls restlos weichenn mußte. > In den anderen Abschnitte en vielfach leb­ hafte Fliegertätigkeit. , j , , '»(illÄet ffriegsscha»«platz. J Bei den österr.-ungar. Trusppen keine grö­ ßeren Kampfhandlungen. 1 i Albanien: Bei Pojani scheiterten erneute italienische Vorstöße. Ter Chef des Generalstab«. ────────── i [ Frankreichs Affären. t Genf, 17. Sept. Unter dem Titel "Tas Komplott gegen Cailaux" protestiert der Populaire gegen die von der Humanite gemeldete Absicht der Regierung, die Affären Loustalot und Combh mit dem Caillauxprozeß zu ver­ schmelzen. Wie es scheint, behauptet der Un­ tersuchungsminister, Combh und Loustalot hät­ ten in der Schweiz für Caillaux operiert und er möchte auf Grund dieser Behauptung die drei Affären zur Belastung Caillaux zusam­ menlegen. Populaire erklärt, man gewinne mehr den Eindruck, daß die AngelegenheitCoMby und Loustalot überhaupt nur geschaffen sei, um Caillaux hineinzulegen. — Geißler, der frühere Direktor des Hotels "Astona", der im Konzentrationslager von Pont Main, De­ partements Mahonne,, interniert ist, wird, rote das Journal meldet ,auf Antrag des 2. Pa­ riser Kriegsgerichts nach Paris überführt wer­ den, um vom! Untersuchungsrichter itoer eine Angelegenheit wegen Handels mit betn Feinde vernommen zu werden. Tas Blatt teilt nicht mit, um welche Angelegenheit es sich han­ delt, doch ist anzunehmen, daß Geißler nur als Zeuge vernommen werden soll, da die Art des Deliktes, "Handel mit dem Feinde", nur für einen Franzosen in Betracht tommen kann. | Vom westlichen Kriegsschauplatz. ────────── Aus Amerika. Amexikanischer SchiffWanrrschaftsmangel. i Das Liverpooler "Journal os ComMerce" vom 15. August bringt einen Vorschlag zur Lösung der Frage der Bemannung amerikani­ scher Schisse, der auch von dieser Seite wieder­ um ein recht interessantes Licht auf die großen Schwierigkeiten wirst, die dem Mit so unheili? gem Lärm verkündeten Uankee-"Kreuzzug" ent­ gegenstehen.' Nicht allein an Maschinen fehlt es den in so übergroßer Hast zusammengeschla­ genen Neubauten von Handelsschiffen, sondern vor allem auch an der nötigen Besatzung. Z.var sind eine ganze Anzahl von Schisfahrts- und Marine-Jngenieur-Schulen in Betrieb, die sich bemühen, aus den jungen Aankees brauchbare Seeleute zu machen. Aber "Journal os.Com­ merce" bemerkt sehr richtig, daß der Dienst eines Handelsmarineosfiziers so schwierig ist, daß man ihm .unmöglich! alles Erforderliche allein durch die theoretische Ausbildung bei­ bringen kann. Vor allem aber ist es bisher unmöglich gewesen, auch nur die erforderliche Anzahl von Anwärtern aufzutreiben, ganz ab­ gesehen von ihren Fähigkeiten und ihrer spä­ teren praktischen Verwendbarkeit. Tie fehlen­ de Zahl beläuft sich in die Tausende. Es ist also eine sehr ernste Frage für die amerikanische Handelsschisfahrt. , ' Deutschlands Strafe. ‘ Die dauernde Neutralisierung Teutschlands, ist das Neueste, was sich! ein amerikanisches Blatt, die schon vor dem Eintritt Amerikas in den Krieg äußerst deutschfeindliche Newhork Tribune zur Bestrafung der deutschen Misse­ taten ausdachte. Dem Washingtoner Bericht­ erstatter der Morningpvft zufolge schreibt die Zeitung: Ein Deutschland einschließender Vülterbund würde bedeuten, daß Deutschland ebenso wie Belgien und Frankreich bei der Verteilung der Hilfsquellen, Territorien und Handelsangelegenheiten der Welt eine Stimme hätte. Dagegen sträubt sich die Seele. Ein Deutschland einschließender Völkerbund würde ten beschlagnahmt ist, ist bereits auf über 20000 I zwei große bewaffnete Lager bedeuten. Mit Teutsschland kann es weder Frieden noch Krieg geben. Man sann ifjm nicht trauen, daß, es Frieden hält. Es besitzt kein Wort, das es hal­ ten, kein Vertrauen, das es verlieren könnte. Man kann ihm aber auch nicht die Mittel be­ lassen, einen Krieg zu führen. Teutschland muß auf eigenem Boden besiegt und entwaffnet dem werden sie immer noch! von den Komman- werden. Tann sind die verbündeten Völker als Völkerbund konstituiert, um auszusprechen» unter welchen Bedingungen Teutschland über­ leben soll. Tje Militärmacht Deutschlands muß für immer gebrochen werden. Tie alliierten Nationen würden ihm den Status eines dau­ ernd Neutralen garantieren, der unbewaffnet wäre. Tas übrige hängt davon ab, wie weit man sich aus das moralische Gefühl der Welt verlassen sann, ihm die endgültige Strafe auf­ zuerlegen. Man kann dis 65 Millionen Teut­ scher nicht einschließen, aber ausschließen. Wenn die Bevölkerung der alliierten Länder spontan beschlösse, Teutschland von jedem Verkehr aus­ zuschließen, das heißt es für eine Reihe von Jahren auszuschalten, so würde kein wirt­ schaftlicher Boykott notwendig sein. ────────── Fortschr. Volkspartei aufgestellten Gehl. Ju­ stizrat Kempner Adolf Tamaschke als bürger­ licher Kandidat entgegengestellt. ────────── men in der Umgebung verkaufen viel lieber den Liter MW mn 70 Psg. an die Hamster, als daß; sie ihn an die Sammelstelle abliefern. Weiter wurde mitgeteilt, daß verschiedene Bauern die Vollmilch an die Schweine verfütterten. Vom Gericht wurden die Strafen bedeutend, teilwei­ se bis zu 100 Mark erhöht. i ' ────────── Literarisches. Die Erdrosselung Griechenlands. Von Ernst o. Falkenhausen, Major im Generalstab. Das neueste Uüstein-Kriegsbuch. Berlin. Ullstein u. Co. Preis 1 Mark und 35 Pfennig Teuerungszuschlag. Vom Juli 1914 ab hat Major v. Falkenhausen Attache der Deutschen Gesandtschaft in Ath-n, die Erdrosselung Griechenlands durch die Schutzmächte miterlebt. Seine Schrift ist nicht nur eine politische Urkunde der KnegSzeil, sie hat den schildernden Reiz eines Tagebuchs. Von Rechtsbruch zu Rechtsbruch verfolgt sie die Willkürtaten der heuchleü'ch.n Entente, von Schmach zu Schmach das Schicksal des bedrängten Hellas. ────────── Bahndienst Befördert in etatsmäßiger Weise: ab 1. August 1918 zum Eisenbahnexpedi­ tor: Amtsassistent Herwiann Störcher bei der .Bahnstation Straubing; zum OberlokoMotivführer: Lokomotivführer Basilius Niedernwher in Landshut, Albert Schödl in Passau, Joh. Bapt. Rens von Mainburg in München Hbf., Leonh. Thaler in Landshut; Zugführer: Schaffner Eustach Bardroff von Simbach (Inn) in Plattling, Franz Psafsinger in Plattling, Engelbert Moosbauer von Simbach, (Inn) in Landshut, .Ferdinand Bott von Simbach- (Inn) in Weiden, Georg Rauscher in Passau Hbf., Frz. Lader Lang in Passau Hbf.; Werkführer im Bahnunterhallungsdienst: Vorarbeiter Joseph Blab 39m. Pöcking, Franz Xaver Stetter Bm. Ostevhosen, Joseph Braml Bm. 1 Passau, Xaver Brunner Bm. Vilshosen, Eduard Ne um ri er Bm. 1 Passau, Joseph Obergrießer Bm. Straßkirchen; Packmerster: Packer im Stationsdienst Älois Wagner von 'Kufstein in Simbach (Inn), Georg Seubert in Passau Hbf.; Statronsmeister Stationsausseher Friedrich Stöckel von Neuen­ reuth b. Creußen in Bm. 1 Simbach (Inn). Dienstesnachrichten. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Spiritus-Versorgung. Laut Bekanntmachung der Reichsbrantweinstelle vom 26. August 1918 stehen für Monat September für minderbemittelte Personen nur 20 Hundertleile derjenigen Menge Spiritus zur Verfügung, welche durchschnittlich monatlich vom 1. Oktober 1914 bis 30. Dezember 1915 für häusliche Zwecke verbraucht I worden ist. § Für alle Personen, die sich auf der BedarfsI anzeige für Spiritus zu Koch-, Heiz« «. ß.Leuchtzwecken^angemeldet haben, erfolgt die Aus| gäbe der Marken bei der Kokrabgabestelle der Gas« I fabrtk morgens von 8—11 Uhr und bo« 2—5 I Uhr nachmittags und zwar für die Anwohner I der Straßen mit den Anfangsbuchstaben der Straßen 1 «amen von fl bis H m 19. September m l "• M " 20. , » 0 n Z m 21. " Die Abholungszetten müssen unbedingt einge­ halten werden. Die Abgabe der Bezugsmarken erfolgt nur an solche, die den Fragebogen richtig ausgefüllt haben und zwar pro Familie nur mit 1 Ltr. Lebenmittelkarte ist mitzubringen. An Gewerbetreibende, die Spiritus zur Verar­ beitung im eigenen Betriebe benötigen, kommen Mar­ ken nicht zur Verteilung. Diese haben sich an die Großvertrirbsstelle direkt zu wenden. söi8 i Sireltiee t« statt. Lichtmate. ────────── Aus Rußland. Verlegung der Sswjetsregierung. 1 Tie Teutsche Ztg. meldet: Nach etttemi PrivattelegramM der Zürcher Morgenztg. melden englische Blätter aus Moskau, 1>ie Sowjetsre­ gierung plane die Verlegung ihres Sitzes nach einem Meinen Orte.