Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-09-19. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 256, 1918-09-19. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 256 19. September 1918 ────────── Feindliche Angriffe an allen Fronten. Englisch-französische Anstürme im Westen, italienische am Monte Pertiea und französisch­ serbisch-griechische in Mazedonien. — Die Westfront «nter höchster Spannung. — Reue Kriegshetze in Rnmünie«. — Beratungen im Vatikan ────────── Zer teutsche Bericht. 1 WTB. Berlin, 18. September, mittags'. Großes Hauptquartier: WeGlicher 1 Heeresgruppe des Geueralfcldmarschall» «ronpriuz Ruyprecht o-o* Gatzer« i Bei Astern wurden Vorstöße, beiderseits deS La Basse-Kanals mehrfach wiederholte Teilangrisse der Engländer abgewiesen. | Heeresgruppe dev Geueral-verste« v. Böhm. Versuche des Feindes, sich nördlich vom Holnon-Wald an unsere Linien heranzuarbei­ ten, sowie Teilangrisse gegen Holnon und Es« signh le Grand scheiterten. ' [ Heeresgripppe des deAtscheu Krouprkuze». Zwischen Ailette und Aisne setzte der Franzose seine Angriffe fort. Am Vormittag stieß er zwischen Vauxaillon und Allemant, am Nachmittag nach stärkstem Feuer auf der ganzen Front mit starken Kräften vor. Der Seind, der zunächst aus Pinon, südlich der Straße Laffaux—Chavignon in unsere Linien eindrang, wurde im Gegenstoß wieder zurückfldroorfen. Tie gegen die übrige Front gerich­ teten Angriffe scheiterten vor unseren Linien. Heeresgruppe von Gollwitz. > Keine besondere Gesechtstätigkeit. ' Heeresgruppe des Gemeraltseldmarschatts 1 Herzog ALbrccht von Württemberg. Kleinere Erkundungsgesechte an der loth­ ringischen Front und in den Vogesen. rsr»zedo«ische Jgtem. Oestlich der Ger na stehen die Bulgaren seit dem 15. September im Kampfe mit Fran­ zosen, Serben und Griechen. Zur Abwehr des Feindes sind auch deutsche Bataillone eingesetzt worden. , [ * Tee 1. VeneralquarttexmeM--.. ■ Zrrdendorff. * s WTB. Berlin, 18. Sept. Amtlicher Abendbericht: 1 - ~ i Englische und französische Angriffe aus breiter Front vom 'Walde von Havrincourt bis zur Somme. Gegen den auf der Mitte' des Schlachtfeldes zwischen Hargicourt und dem Omignonbach eingedrungenen Feind sind Ge­ genangriffe im Gange. __"~ An der übrigen Front sind die Angriffe des Feindes gescheitert. Wir kämpsen überall westlich unserer alten Siegfriedstellung. Tie EntcntclcLcnsmittelnot. , Genf, 18. Sepr. Tie pessimistischen Aeu­ ßerungen des französischen Ernährungsminlsters in der Kanyner werden vomSonderberichterstatter des Mattn bestätigt. Darnach wird die diesjährige Kartoffelernte äußerst schlecht sein. Schuld sind die Verringerung der An­ baufläche, die ungünstige Witterung und die Verbreitung des Kartoffelwurnres. Ter Temps geht sogar so weit, zu erklären, die Spätkartosfelernte werde nur ein Trittei des vor­ jährigen Ertrages ausmachen. Dekrete des ita­ lienischen Verpflegungsministers verfügen die Beschlagnahme der neuen Reisernte, der Toma­ tenkonserven und das Verbot privater Einfuhr für eine ganze Reihe wichtiger Rohstoffe und Lebensmittel. Ueber die höchst mangelhafte Ver­ sorgung der Städte mit Gemüse und Obst wird in der ganzen Presse sehr lebhaft Klage ge­ führt Giornale d'Jtalia schreibt, daß die neuen Gesellschaften zur Erfassung und Ver­ teilung des Gemüses vollkommen versagt hü­ ben. Eine Besserung sei auch, unmöglich, soserne nicht ausreichende -Transportmöglich­ keiten, die jedoch unerreichbar sind, geschaffen werden.Durch'den Mangel an Transportmit­ teln sei der Kartoffelpreis von '30—36 Lire für den Doppelzentner im Jahre 1917 jetzt bereits aus 55—60 Lire gestiegen und werde bis Ende dieses Jahres noch bis 90 und 100 Lire anschwellen. ^ Die Heeresberichte. Der östm.-W. Bericht. WTB. Wien, den 18. Sept., mittags, Amtlich wird gemeldet: Stalieuischev KrtegAfchauplatz. Ter Italiener setzte seine Anstrengungen zur Besitznahme unserer Stellungen mtl Ge­ biete des Monte Pertiea fort. Tas Ziel seiner gestrigen von heftigem Artillerie- und Mnenseuer begleiteten Angriffe bildete der Tassonrücken, gegen den er fünfmal Sturm lief. Ter Feind wurde jedesmal in erbitertten Nahkämpsen zurückgeschlagen. Am Moute Tomba und Monte Solarolo wurden feindliche Annähe­ rungsversuche vereitelt. 1 ! Aus der Hochfläche östlich Afiago zeitweise schwere Axtilleriehämpfe. , ! 7 Zahlreiche feindliche Fliezger haben aus mehrere Orte hinter der Piawesront und im Etschtake Bomben abgeworfen,, ohne nennens­ werten Schaden anzurichten. < ! I ! WKwotlew Ein Teilangriff der Jtalieener entlang der Küste wurde abgewiesen. Auf doem Höhenrücken südwestlich von Berat, wo wirr unsere Linien südwärts vorgeschoben haben wurden feind­ liche Gegenangriffe zurückgeschlagen. "»eftliche» K«rsg»ßch "»prap. Bei den k. u. t. Truppen nichts von Be­ lang. [ ■ Der Chef des Generalstabs. Ar Mgntiflt Bericht. WTB. Sofia, 16. Sept. Amtlicher Hee­ resbericht: i ' ' I : ' j Mazedonische Front: Nach kurzer Feuer­ vorbereitung griffen italienische Einheiten un­ sere Stellungen östlich der Höhe 1050 an, wur­ den aber durch Feuer zurückgeschlagen. Vom Torfe Gradesnitza bis zum Berge Josouh fan­ den hartnäckige Jnsanteriekämpse während des ganzen Tages vor unseren neuen Stellungen statt. Unsere Einheiten wiesen durch Feuer beträchtliche feindliche Kräfte, zum Teil Nach Nahkampf ab, ebenso wiederholte Stürme be­ trächtlicher feindlicher Kräfte Mich von Gra­ desnitza, nördlich des Dobropolje und bei dem Torfe Zborsko, wobei sie ihnen schwere Ver­ luste zufügten. Südlich, von Gewgheli wurden englische Erkundungsabteilungen durch Feuer zerstreut. , Bei Toiran war das Artillerieseuer auf beiden Seiten ziemlich! heftig. Mehrere eng­ lische Erkundungsabteilungen, die sich unserer südliche von Tvtran vorgeschobenen Stellung näherten, wurden verjagt. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Elemcirccau ist verrückt geworden, der Siegestaumel hat ihm die Sinne benebelt. In diesem Zustande hielt er bei Eröffnung der Senatssitzung eine Rede, in der er neben ande­ ren Dingen Deutschland vorwarf, daß es wM rend eines halben Jahrhunderts Frankreich und die Welt unter dem Banne seiner Kriegsdroh­ ungen gehalten habe. Und das sagt ein fran­ zösischer Staatsmann. Er vergißt dabei wohl, daß Frankreich durcb mehr als drei Jahr­ hunderte .die europäischen Völker niemals zur Ruhe kommen ließ. ────────── armes .Tie Abzeichen sind in der ArMse wieder eingeführt worden. Am 6. ds. begann die Ver­ sammlung der Distriktsduma. ────────── Neue 'Kriegshetze i« Rumänien. Wie die Nvrdd. Allg. Ztg. berichtet, macht sich in Jassy und in den nicht besetzten Teilen des Landes eine Agitation bemerkbar, die auf nichts weniger als aus einen erneuten An­ schluß Rumäniens an die Entente und auf eine neue Kriegserklärung an die Mitternächte ausgeht. Als die Seele der Bewegung ist die Königin anzusehen, die aus ihren Sympathien und Neigungen für die Entente kein Hehl macht. Ter König hält sich zwar äußerst zurück, aber es ist wohl nicht zu bezweifeln, daß er im gegeednen Fall dem Truck wahrscheinlich' nicht ungern weichen würde. Tie Regierung .Marghiloman erwächst ungesichts dieser ge­ fährlichen Treiberei eine schwere Verantwor­ tung. Es ist zu hoffen, daß die Regierung von sich aus imstande sein wird, den rumäni­ schen Staat in der Richtung weiter' gu führen, welche die klare Voraussetzung der Verhandlun­ gen ist, zu denen sich der Vierbund #ur Wie­ derherstellung Rumäniens in diesem Frühjahr bereit erklärte. Aus Rumänien. ────────── Der Krieg mit Italien. Italienische SMgcn. s Lugano, 18. Sept. Auf Grund besonde­ rer Informationen kann mitgeteilt werden, daß die leitenden italienischen Kreise durch die be­ reits abgelösten großen Hoffnungen aus eine Wirkung der österreichisch-ungarischenNote aufs äußerste bedrückt sind. Angeblich befürchtet man in Italien eine tiefe innere Bewegung für den Frieden. Wan ist außerdem auch sehr be­ unruhigt wegen der Wirkung, welche dieNate bei den AMierten hervorrufen werde. Nicht ohne Grund hätt man es nicht für unmöglich, daß die Alliierten mit den Zentralmächten eine Verständigung finden würden ,bei der die italienischen Aspirationen außer acht gelassen werden. Es fei nicht zu leugnen, ba|i die Al­ liierten ihr Unbehagen nicht erfüllt habe und daß Italien sogar zu einer unerwarteten Last und Schleppkugel für die Entente geworden ist. ────────── Die Türkei im Kriege. Tie Engländer ans Baku vertrieben. >' Konstantinopel, 18. Sept. Nach hier eingegangenen Nachrichten hat sich in den letz­ ten Tagen die Zahl der aus Nordpersien nach Baku gekommenen Engländer auf mehrere tau­ send erhöht. Sie hatten die Sowjetsregierung verttieben und eine sozialrevolutionäre Ver­ waltung eingesetzt. Um sie zu vertreiben, gin­ gen tatarische Freischaren aus Kaukasisch-Äser« beidschan gegen Baku vor. Nach einem harten Kampfe gelang eS ihnen, die Engländer zu bsfiegen itttb die Stadt zu besetzen. , 1 ────────── König Haakon in Stockholm. ! | Stockholm, 17. Sept. Bei denk heutigen Essen zu Ehren des Königs von Norwegen begrüßte König Gustav seinen Gast mit einem Trinkspruch, in dem er u. a. sagte: "Es ist meine feste Hoffnung, daß das Band zwischen den nordischen Völkern tmutier fester geknüpft und die gemeinsame Arbeit weiterhin ent­ wickelt werden soll ,von der wir mit Freuds feststellen können, daß, sie schon auf verschie­ denen Gebieten Früchte getragen hat und da­ durch zum Segen unserer Länder rtzrd Völker werden wird." — Ter König von Norwegen antinorette u. a.: "Es ist mein Glaube, daß das gute Verhältnis, welches in diesenKriegsjahren zwischen den beiden Völkern geherrscht hat, zum Nutzen und zum' Glück beider bewahrt werden wird, so daß wir getrost der kommenden Zeit Begegnen können, unter Aufrechterhaltung unseren Neutralität in dem Kriege, der das Wohlerxgehen so vieler größerer Nationen aufs Spiel «gesetzt hat, den die nördlichen Völker aber biisher von ihren Türen fernhalten konn­ ten." , i , h ! i ! ] , , 1 f Aus neutralen Ländern. ────────── Dir Japaner in Habalvwsk. ' ' Reuter meldet amtlich aus Tokio vom 8. Sept.: Unsere Kavallerie drang in Hobalowsk ein, wo sie von der Bevölkerung begrüßt wurde .Tie Siegesbeute zwischen Hhadenskchy und Hobalowsk beträgt 17 Lokomotiven, 191 Waggons und ,4 Personenwagen. Wir mach­ ten am 6. September 150 Gefangene. Ms Snerifia. Amerikas ganze Kraft. Stockholm,-18. Sept. Der amerikani­ sche Gesandte in Schweden, Nelson Morrio, hat nach dem Temps die Amerikaner vor der deut­ schen Propaganda gewarnt, die darauf aus­ gehe ,in Amerika ein Na^lassen bet? Kriegs­ anstrengungen hervorzurufen. Kn einer vom Staatsdepartement gutgeheißenen Veröfsenklichung versichert er bei seiner gegenwärtigen An­ wesenheit in Amerika, daß das deutsch» Volk unter den Einschränkungen zwar leide, aber weit davon entfernt fei, HÜnger zu leiden. Tie Lebensmittelkrise habe keineswegs zu ei­ ner revolutionären Bewegung geführt. Ame­ rika müsse seine Straft aufbieten und dürfe sich nicht verletten lassen Mich nur einen Augen­ blick in feinen Anstrengungen nachzulassen. und di» Neutrale». Rotterdam, 18. Sept. Wie unser Rvtterbamer Korrespondent aus gut unterrichte­ ten Kreisen erfährt, hat die heute durchReuI ter verbreitete amerikanische Erklärung Wil5 fon§, die dev österreichischen Vorschlag zurückI toerft, in de» neutraler» dipkomatischenKreisen | einen äußerst schlechten Eindruck gemacht. Wan Japan im Kriege. ────────── sieht darin vor allem einen Versuch Wilsons, den anderen Bundesgenossen eine Antwort vor­ zuschreiben und ihre Ansichten fortan ernt sei­ ner Meinung abhängig zu machen. > , Aus Amerika. Amerikas ganze Kraft. Stockholm,-18. Sept. Der amerikani­ sche Gesandte in Schweden, Nelson Morrio, hat nach dem Temps die Amerikaner vor der deut­ schen Propaganda gewarnt, die darauf aus­ gehe ,in Amerika ein Na^lassen bet? Kriegs­ anstrengungen hervorzurufen. Kn einer vom Staatsdepartement gutgeheißenen Veröfsenklichung versichert er bei seiner gegenwärtigen An­ wesenheit in Amerika, daß das deutsch» Volk unter den Einschränkungen zwar leide, aber weit davon entfernt fei, HÜnger zu leiden. Tie Lebensmittelkrise habe keineswegs zu ei­ ner revolutionären Bewegung geführt. Ame­ rika müsse seine Straft aufbieten und dürfe sich nicht verletten lassen Mich nur einen Augen­ blick in feinen Anstrengungen nachzulassen. und di» Neutrale». Rotterdam, 18. Sept. Wie unser Rvtterbamer Korrespondent aus gut unterrichte­ ten Kreisen erfährt, hat die heute durchReuI ter verbreitete amerikanische Erklärung Wil5 fon§, die dev österreichischen Vorschlag zurückI toerft, in de» neutraler» dipkomatischenKreisen | einen äußerst schlechten Eindruck gemacht. Wan ────────── Aus Südamerika. Chiles Nitrat für England. Wie aus Santiago gemeldet wird, bean­ spruchen die Mtierten fast die ganze Nitrat­ ernte Chiles," nachdem England einen neuen Vertrag mit der chilenischen Regierung ab­ geschlossen hat. ────────── Zur k. u. k. Friedensnote. Ti« bevorstehende Antwort der Alliierten. Haag, 18. Sept. Eine halbamtliche Lon­ doner Sftelbung besagt, die Antwort der Al­ liierten sei innerhalb weniger Tage zu erwar­ ten. Wahrscheinlich werden die Alliierten von den Mittelmächten vorher verlangen, daß. sie sich mit gewissen Puntten, wie mit einer Ent­ schädigung an Belgien und Serbien, einver­ standen erklären . | ., Jtalieuisch-österrcichrsche Verhandlungen. Tie Teutsch« Ztg. bezeichnet die Gerüchte als nicht unbegründet, die über Verhandlungen zwischen Oesterreich und Italien im Umlauf sind. Beide Gegner sind in der Tat, so schreibt die Teutsche Ztg. in Fühlung miteinander. Daß eine Verständigung ernsthast in Sicht ist, läßt sich indessen daraufhin noch lange nicht be­ haupten. Es war schon wiederholt so weit, daß man gegenseitig Fühler ausgestreckt hat, herausgekommen i Mndeffen nichts davon. Tie Schweiz und die Wiener Rote. | Bern, 18. Sept. Die Nachricht, daß di« österreichische Note auch sämtlichen neutralen Staaten als solche zugestellt wurde, trifft an­ scheinend nicht zu. Wie zuverlässig bekannt wird, hat der schweizerische Bundesrat dieNote erhalten mit der am Schluß, an khn gerichteten Aufforderung, den Wortlaut der französischen Regierung zu übermitteln.. Tabei hat derBundesrat keine Veranlassung .selbst zur Note Stellung zu nehmen. Die Schweiz verharrt somit weiter in ihrer Reserve. Tages-WastA Eine Lösung der südslawische« Frage? Tie Audienz des Ministerpräsidenten Tr. Wekerle in Wien, hat wie Wereinsttmmend gemeldet wird, große politische Bedeutung. Tie unga­ rische Rdsch. meldet, daß. die Besprechung in erster Linie der südslawischen Frage gilt. Tr. Wekerle sei es gelungen, den ungarischenStandpuntt in der Frage Bosniens und der Her-' zegowina zu behaupten. Dazu erfährt unser Korrespondent direkt aus Budapest, man glaube in dortigen Kreisen, daß die nächste Zeit wich­ tige Pilitische Entscheidungen bringen Werlte. Gras Johann Zichy, Frhr. v. Szterenhi und Gras Tisza werden in Audienz empfangen. Nach dem "Pesti Hirlap" soll die Vereinigung Bosniens und der Herzegowina mit Kroatien demnächst bevorstehen und zürn Gouverneur des neuen Kronlandes. Gras Tisza ernannt werden. Die Friedenssorderuugeu der deutschen SoziaWemokratie. Ter sozialdemokratische Abgeordnete Ebert stellt heute im ,',Vorwärts" die Beidngungen aus, unter denen die deutschen Sozialdemokraten an einer internationalen Konferenz teilnehmen würden. Ich- habe, sagt er, nur erklärt, bah. wir bereit sind, aus der Grundlage der Denkschrift der Neutralen zu verhandeln. Wir sind also bereit, die Tenkschrist der Neutralen zu übernehmen mit Aus­ schluß der belgischen und elsaß-lothringischen Magen. Unsere Stellung M diesen Fragen haben wir besonders präzisiert. Danach be­ stehen in der belgischen Frage zwischen uns und der neutralen Denkschrift nur in der Frage I der Entschädigung Differenzen. Das aber ist I eine Frage, in der in einer mündlichen Verg Handlung unter Aufrechterhaltung des auch \ von Henderson anerkannten Grundsatzes: Keine | Strasentschädignngen, ein Ausgleich . gesucht ────────── werden muH. An der elsaßi-lothringischen Fra­ ge behaupten itrir unteren bisherigen Stand­ punkt, der so gut begründet ijti, daß wir.mit gutem Gewissen auch! auf einer internationalen Konferenz ihn vertreten 'tonnen. Wenn Henderson die sicher in seinem Besitz befindliche Denkschrift der Neutralen und dazu unsere wiederholte Erklärung zur belgischen und elsaß­ lothringischen Frage zur Hand nimmt, bann hat er eine ganz genaue Umschreibung unserer Friedenssorderungen, die völlig int Einklang stehen mit den Grunösätzen: Keine Annexionen, keine Kontributionen und Recht der Völker auf Selbstbestimmung. Eine Anfrage im Reichstag über ein angeAiches Ententc-ffricdcnsangcbot. Ter Reichs­ tagsabgeordnete Bauer-Psarrkirchen (Teutsche Fraktion) hat im Reichstag folgende kleine An­ frage eingebracht: "In der Sitzung des daher. Landtages vom 24. Juli hat ein Abgeordneter die.Behauptung aufgestellt, daß, die Entente im Jahre 1915 an Teutschland ein Friedens­ anerbieten 'gestellt habe, das aber abgelehnt worden sei. Ist der Herr Reichskanzler bereit, zu dieser Behauptung, die geeignet ist, Erre-, gung und Beunruhigung hervorzurufen, Stel­ lung zu nehmen?" ────────── Der Kaiser und die deutsche Arbeiterschaft. Aus Arbeiterkreisen Westdeutschlands wird geschrieben: L I I I 1 1 Krupp toctr das Forum, aber die Redegalt der ganzen deutschen Arbeiterschaft. So wird sie empfunden, so muß, sie gewertet wer­ den. Mehrere Tage ist der Kaiser in Essen ge­ wesen, der riesigsten Munitions- und Waffen­ zentrale Deutschlands, in der die Zahl der' Arbeiter allein in den Krrtppschen Werken ooni 40 000 in Friedenszeit auf über 100 000 ge­ stiegen ist. Sie gehören den verschiedensten' Parteien und Gewerkschastsrichtungen an. Un-, gestört und unbehelligt ging der Kaiser von' Werkstatt zu Werkstatt, von Fabrikhos zu Fa- ! brikhos, überall von den Arbeitern freund­ schaftlich und ehrerbietig begrüHt. Tiefe Tat­ sache sollte der Entente zu denken geben. Herr Wilson wird sich- überzeugen müssen, daß, die­ ser "Kaiserismus" unerschütterlich in der deut­ schen Volksseele steht. Hier beißen Sie auf Granit, Herr Wilson! ,1 i i j Tie Art, wie der Kaiser sich gibt, geht! zu Herzen. Er spricht als Teutscher zu Teut-I scheu, als sorgender Landesvater zu seinen Lan-! deskindern und im ganzen als Freund. Tie! ganze Rede trügt einen fast kameradschaftlichen Zug, so als wenn der Kaiser sich, als den! ersten pflichtbewußten Arbeiker betrachtet; des-i halb gehen seine Worte zu Herzen. Was er j über die Leistungen der deutschen Industrie, der! deutschen Arbeiter und der deutschen Frau sagt,! wird den lebhaftesten Widerhcall finden. Er redet diesmal zum Arbeitsheer der Heimat, von dessen unerschütterlichem Arbeitsgeist und unverminderter Leistungsfähigkeit bie Kampf­ fähigkeit der Frontarmee in fio hohem Maße abhängt. Verständnisvoll spricht der Kaiser von den Schwierigkeiten, die mit der pslicht1 treuen Arbeit in der Kriegszeit verbunden sind. "Schwierigkeiten der Ernährung, Schwierigkei­ ten in der Bekleidung, Verluste, Trauer und Sorge aller Art, von denen kein Haus ver­ schont geblieben ist, wedex Mas Fürstenhaus noch das schlichte Arbeiterhaus." 'Er dankt als Landesvater den Männern und vor allem den Frauen pnd Mädchen, "dach, sie so opfer­ willig ihre Pflicht getan haben ttrotz der drücken­ den Sorgen von Not und Elemd, die uns alle betroffen haben". Er betont, daß, er darüber Bescheid weiß, und sagt osfenhErzig: "Es hätte manches anders gemacht werden können, und daß hier und da darüber Mißstimmung herrscht, ist kein Wunder." Tie deutschte Arbeiterschaft wird im Innersten ihres Herzens dem 'Kaiser danken, daß er ein so herzliches Verständnis für die Schwierigkeiten ihrer Sage bekundet, hat. ! In der deutschen Arbeiterschaft ist der Wunsch, nach baldigem Frieden besonders leben­ dig. Tas ist erklärlich; sie trägt, wie der. Kaiser anerkennt, besonders schwer unter der' Kriegslast. Aber der Kaiser weist hin aus sein' Friedensangebot vom .Jahre 1916, das mit! Spott und Verachtung von dem Feinden abge* 1 lehnt sei. Er umschreibt den Charakter des Krieges, so wie ihn die deutsche Arbeiterschaft empfindet und empfinden muH, als einen Kamps um unsere Existenz, als einen Kampf, der ge= £ boren ist aus dem Neid der Feinde gegen die friedlich- sleißfge Entwicklung unseres deut­ schen Volkes. "Tas deuffche Volk war slei- ßig, in sich gekehrt, strebsam, erfinderisch auf allen Gebieten, es arbeitete geistig und körper­ lich!." Wir förderten Industrie und Wissen-! schaff, Kunst und Volkserziehung, soziale Ge-; setzgebung, "dadurch kam unser Volk in die -Höhe, und da kam der Neid". In der Tat, die {deutsche Arbeiterschaft ohne Unterschied der politischen und religiösen R!chtung ist sich längst einig darin, daß der Krieg geführt wird um Deutschlands Weltgeltung, um die Möglichkeit ioer Teutschen, friedlich und ebhrlich ihr Brot {in der Welt zu verdienen. Sieie ist auch darin eitrig, daß ein verlorener Krieg \ den ZusamMru,'bruch aller Arbeiterhvsfnungenn bedeutet, Ar­ beitslosigkeit und Not und denn Stillstand der sozialen Austvärtsentwicklung der Arbeiter­ klasse bedeuten würde. Teshaalb messen auch die deutschen Arbeiterführer diie Anmaßungen, 'der Amerikaner und Engländer zurück. Tresckend sagt Legten, der Führer Der größten Gewerkschastsgruppe in Teutschlamd, in seiner Er­ klärung gegen Gompers, daß, Me Kapitalmacht in Amerika unumschränkter herrsche als in ; einem anderen Staate Europas, und daß Ar- | beiterfchutz und Arbeiterversicherung in ein­ zelnen Staaten Amerikas erst in geringen An­ sätzen vorhanden seien. In diesem Sinne ruft der Kaiser zur Pflicht. — "Worin besteht un­ sere Pflicht: unser Vaterland freizumachen." Nicht phantastische Eroberungen, sondern die Freiheit des Vaterlandes, die Freiheit der deut­ schen Wirtschaft, die Freiheit der deutschen sozialen Kulturentwicklung, die sollen wir uns erkämpfen, und dieses Ziel soll uns stark machen zur treuesten Pflichterfüllung. ,'Mit all unseren Kräften aushalten im Kampfe ge­ gen unsere Feinde.. . . Tü an deinem tza'mlmer, du an deiner Tirehbank und ich auf mei­ nem Thron, wir müssen alle auf Gottes Hilfe bauen." "Ich kenne feine Parteien, ich kenne nur Teutsche." Hier erneuert der Kaiser das Gelöbnis zum Burgfrieden und nimmt durch ein lautes Ja den Arbeitern das Versprechen ab: Wir wollen kämpfen und durchhalten bis zum letzten. Tiefes läute Ja Muß widerhallen durch! älle deutschen Gaue. Es ist in der Tat Zeit, daß wir die Nebel des Zweifels zerstreu­ en und unser ganzes Volk sich aus die Aufgabe besinnt, die dieser Krieg uns stellt: Tvn Ver­ nichtungswillen unserer Feinde zu brechen und die deutsche Zukunft sicherzustellen, das wird .das Echo der Kaiserrede von Essen sein. I ! ────────── Niederbayerische Nachrichten. Wald'kirchen, 17. September. (Eine seltene Kriegstrauung) .fand hier statt. Tie Braut, Frau Maria Meier, geb. Fuchs, Bäuerin von hier, geboren am 31. März 1842, also ftri 77. Lebensjahre, reichte einem 21)ährigen Bräuti­ gam, dem Infanteristen Georg Seibvld die Hand. Seibvld trat nach! Schulentlassung bei der Meier in den Tienst und ist dort zu einem prächtigen Mann herangewachsen. Seit ein­ einhalb Jahren dient er im Heere. Seine Tienstherrin hat ihm Haus und Hos verschrie­ ben. ,' ( . i ‘' \ I Zwiesel, 18. Sept. (Zwei italienische Offi­ ziere), die aus dem böhmischen Kriegsgefan­ genenlager entsprungen waren, wurden hier festgenommen und nach, Regen weitergeliefert. Griesbach, 18. Sept. (Brand.) Auf bisher unausgeklärte Weise ist am Samstag vormit­ tags beim Bauern Gerlinger in Schüeklertsham ein Brand entständen, der dank dem so­ fortigen Eingreifen eingedämmt und gelöscht werden konnte I | i i ────────── f. Eisenbahnexpeditor Herrn Uax Schäfer von hier, zurzeit bei einer militärischen .Eisenbahnformation, verliehen. j | ; ^ —* Vermißt wird der Infanterist Hans Finger, Bürstenhändlerssohn von hier, f —* Aus dem Wagen stürzte gestern ein mit deml Münchner Züge hier angekommenes, hiesiges Fräulein. .Sie erlitt hierbei eine der- ! artige Fußjverletzung, daß sie durch! bis Freiw. Sanitätskolonne sin Me Wohnung verbracht, werden mußte. I H I fl ' I $ \ U —* Nie Pflaster- und BrAckenzollrechnung fite 1915 ergab bei 29 096.45 M. Einnahmen und 36 906.42 Mark Ausgaben eine Mehrausgabe von 7809.97 Mark. Tie Gesamtschulden betrugen 569 540.72 Mark, für welche in diesem Etattitel die Verzinsung aus-, zubringen ist. i 1 ,/ y \' r [ 1 1 jf —* Die Pslasterungskasse hatte in ihrer Rechnung fite das Jahr 1915 an Einnah­ men 1606.88 Mark zu verzeichnen, Aufgaben sielen nicht mt. f ; i j ( ' ; , | —* Der Wa sserwer killerneus ru ng sfonds zählte n<üh> seiner Rechnung für das Iah« 1915 int ganzen 7147.08 Mark Reinver­ mögen. ’ ! I "M l l t l I I |l —* Eine Wassergasanlage zur Strec­ kung unserer Gasmenge wurde auch! hier in Berechnung gezogen. Herr städt. Baurat Schel­ ler betonte in» der letzten Magistratssitzung, bog tzr die Erbauung einer solchen Anlage nicht für rationell halte. Es würde dadurch wohl mehr, aber schlechteres Gas erzeugt, da­ für aber der Koksbestand bedeutend geschwächt werden. Much könnte für die Anlage knapp eine Rente errechnet liverden. 'Er könne sich daher nicht fite eine solche Anlage erwärmen. Herr M.-R, Gerstenecker glaubte, es solle keine, weitere Verschlechterung des Gases herbeige­ führt werden. Es solle lieber mit Möglichstem Nachdruck die Kohlenbelieserung der Gasfa­ brik gefördert werden. Herr Scheller erklärte hierzu, Die Belieferung der Gasfabrik sei tat­ sächlich schlecht. Sie sei jetzt von Oberschlesien beliefert worden. Tie "Herren Vosiheim un'd Friedländer haben aber anscheinend nicht mehr das frühere Interesse an Bayern. Erst.in der letzten Zeit ist wieder die Belieferung der Gas­ fabrik» wie früher, vom Rheinland .gestattet worden. > < > 1 1 > ? i —* Das Original Trckunsteiner Bauerntheater unter Führung seines Spielleiters Herrn A. Geißler spielte am letzten Sonntag in der Jägerhalle. Ueber die Bretter ging Benno Raucheneggers Volksstück "Geäch­ tet". Tie Mitwirkenden waren bemüht, sich in den Geist der Lichtung zu vertiefen. Tie Pausen wurden durch! Zithervorträge und Mu­ sikstücke des Theaterorchesters ausgefüllt. Tas beifallsfreudige Haus lohnte die Bemühungen der Mitwirkenden durch, lebhaften Applaus. : —* Der Tja mengesang Verein Landschut hielt am 13. September seine diesjährige ^Generalversammlung ab. Tiie Wahl ergab hier­ bei folgendes Resultat: 1. Vorftandsdame Frau jPostvertvalter Bartl, 2. Vorftandsdame Frau ,Regierungsrat Tr. Hundemer, Kassadame Frl. jSteel, Schriftführerin Frl. Lina Kroiß, Spra­ chenlehrerin, .Chormeister Herr Lehrer Pröbst. ────────── Gesenkten Hauptes hörte sie zu und dachte nach!. Bet seinen letzten Worten sah! sie ihn an »und fragte schnell: | l !■ i "Sie reden mir ab, wollen sich! nur eines Auftrages entledigen?" , ' "Nein, Fräulein Nora! Ich- zeige Ihnen nur das Für und Wider. Sie sollen sich nicht durch Ihr Mitgefühl Mit Sissi 'beeinflussen lassen! Es gilt Ihre aussichtsvolle Zukunft-« Sein Gesicht blieb undurchdringlich. Doch sein Herz klopfte stürmisch! wie nie in seinem Leben. Wenn sie sich! jetzt nach seinem Sinn entschied, wollte er es als glückliche Vorbedeu­ tung für etwas ansehen, was ihm selbst noch nicht ganz klar war. I l i 1 i Sie schwieg und dachte an ihn. Sie würde ihn dann wieder öfter sehen, vertraulich mit ihm an einem Tische sitzen, durch Sissi! ihm nahe sein dafür hätte sie bedingungslos alles hingeben können — denn sein Anblick, seine Gegenwart war ihr höchstes Glück. " 1 i Aber dann stet ihr etwas schwer aufs Herz. — Wenn er die andere freite, wenn die Gräfin Herberstein erst sein Weib war — würde er da noch! so gütig zu ihr sein? Aber gleichviel — sie fühlte sich mit den Allwördens verbunden. Tas gemeinsam erlebte Leid kittete sie zusammen. Und Sissi, das arme, mutterlvss Kind, bedurfte ihrer! Deshalb sagte sie, ohne sich! weiter zu besinnen: | ( - t * | ^Schreiben Btej bitte, dem Herrn Grafen, 1 daß ich bereit bin, Sissis Musbildung zu leiten. Dem Ende wieder Frieden und Freude geben ! zu können, entschädigt mich für alles, was ich I ausgebe!" | , . i f i 1 Ein Ausdruck selbstloser Güte lag Bet die­ sen Worten auf ihrem Gesicht. Aus seinem Gesicht brach ein heißer Strahl. Und er hielt die beiden schlanken, schönen Widchenhände fest in den seinen. i i [ : : I "Nora — Nora —!" stammelte er hingeris­ sen. Er hatte ja diese Antwort erwartet — nun er sie gehört, überwältigte es ihn doch«. Verlegen woUte sie ihre Hände aus den seinen ziehen, aber er hielt sie fest. 1 ! i Ta traf ihn in scheuer Bitte ihr Auge; Tränen funkelten darin. Was wollte er von M — er, der doch! einer anderen gehörte? "Weshalb Tränen, Nora? Wird es Ihnen gar so schwer? Tann wollen wir lieber der« zichtenl 'Sie haben uns schon Opfer genug gebracht." - ' r i - i " "Es ist fein Opfer, nein!" stieß sie hervor. "Was ist es denn, Nora, liebes Mädchen?" ! Sie wandte den Kopf weg — wie feine Güte sie peinigte! Wie er Wheln würde, wenn er je ahnte, daß sie anders für ihn fühlte, als freundschaftlich, dgnKar — — sie schämte sich vv* ihr selbst. 1 - 1 I Er hielt ihre Hände noch immer, und an ihren Händen zog er "sie zu sichj heran, bis ihr Gesicht ganz nähe dem seinen war. "Sehen Sie mtd), doch an, Nora." s" ( Tränen perlten über ihre Wangen; er faßte sie an das Kinn und zwang sie dadurch!, ihn anzublicken. Und da las er in ihren Augen ihre hingebende, demütige Liebe — i — Und die Sehnsucht, diesen blühenden Wädchenmund zu küssen, wurde übermächtig in ihm. Ec legte seine Hände um ihren Kops und drückte seine Lippen auf die ihren. Sie wurde blaß und zitterte; da hielt er sie fest mit seinen Armen, so fest, daß sie sich nicht rühren konnte. Ein heißes, starkes Gefühl durchflutete ihn, als die bebende Mädchengestalt an seinem Herzen ruhte, und des Bruders Worte flogen ihm durch! den Sinn, die er ihm jetzt geschrieben: "Begegnet Tir ein Mädchen, das Tju lieben kannst, und das Deiner Liebe auch! wert ist, dann frage nicht viel nach ihrem Stande — stehe ihren Wert als Mensch an — — —" und hier war das Mädchen, nach dem er Mit Herz und Sinn verlangte, das Unruhe Wer ihn und in seine festgefügten Grundsätze gebracht. Tas stärker als alles war — i ! i [ , , (Fortsetzung folgt.! « ────────── Titz srationalliberaten zu bett politische« Fragen, bieder die Sitzung der nationallibera­ len ReichstagssraUion heißt eä m der "Voss. Ztg": Tie Fraktton beschloß mit allen gegen ettte Stimme- die Dereits ratifizierten Zusatz­ verträge mit der Sowjetrepublik anzunehmen. Tas Programm der Daherrede wurde nahezu einstimmig, gebilligt. Me Fraktion betrachtet kste als die unmittelbare Richtlinie für ehte stetige Außenpolitik» Ter Wunsch, ntzit der Mehrheit, an deren interfraktionellen Bera­ tungen die nationaMberale Fraktion ursprüng­ lich teilnahm, wieder in enge Fühlung zu treten, hat ohne Zweifel Boden gewonnen. Mach der Fraktionssitzung trat der geschästssührende Ausschuß der nationalliberalen Par­ tei zusammen, umsich, mit den Vorbereitungen zu den eventuellen Landtagswahlen zu be­ fassen. Wenn auch, die Aussichten für eine Einigung im Herrenhause keineswegs völlig 'geschwunden sind, so will die Partei doch aus jeden Fall gerüstet sein. — Tie ReichStagsfraktion der Fortschrittlichen Volkspartei wird am nächsten Montag, einen Tag vor dem Zusam­ mentritt des Hauptausschusses, zusammentre­ ten, ebenso die Zentrumssraktion. - , • :j Nachtrag. ────────── Literarisches. Tas bayerische Bcrmögensteuergcsetz vo«! 17, August 1918, nebst den Gesetzen vom 17. August bete. die Abänderung der Gesetze über die direkten Steuern im Königreichs Bayern. — München 1918. E. H. Beck'sche Verlags Cbuchhandlung Oskar Beck, Preis Wk. 1.20. — Soeben erschien in einer handlichen Ausgabe der Text des neuen bayerischen Vermögenssteuerrgesetzes, dem auch! die Abänderungen des Einkommensteuergesetzes, des Haussteuergesctzcs, des Umlagengesetzes, des Kapttalrentensteuergesetzes, des Gewerbesteuergefctzcs und des Ge­ setzes zur Abänderung der Kirchengemeindeord­ nung beigegeben sind. In Format und Ausstat- , ' stattung schließt sich die Ausgabe an die in mehreren Auslagen verbreitete, bekannte Bccksche Textausgabe über die direkten Steuern vom 14. August 1910 ott. 1 ! ( i ,i ! Die Rundschrift. Dargestellt für den Selbstüuterricht von P. Ch. Martens. Eine sichere, leicht­ faßliche Unterweisung zum Erlernen der Rundschrift in 16 Uebungen. Verlag von L. Schwarz L Comp., Berlin S. 14,DresdnerStr. 80. 19l8.PmsMk. 1,40. ────────── Truck u. Verlag I. $. Rietsch. Verantwortlicher Schriftleiter F. X. Wagner. Beide in Landshur l ────────── gehen, sondern die einzelnen Regierungen dürf­ ten zu diesem Zweck Fühlung mit den Parla­ menten oder wenigstens mit Kommissionen «der Vertrauensmännern der Parteien nehmen. Es wird ja denn auSf bereits aus Londoner diplo­ matischen Kreisen gemeldet, daß; die Alliierten tn einer gemeinsamen Note auf den FriedensVorschlag antworten werden. Taß nicht nur der ganz überwiegende Teil der Presse, sondern auch, die offiziösen Nach­ richtenbüros, wie die englische Reuteragentur» die französische Agence Havas und die ameri­ kanische Associated Preß, die 1. uH> k. Note zerpflücken, tarnt, wie schon betont, nicht Wun­ der nehmen. Wenn in England .Manchester Guardian" und "Tailh News" eine Ausnahme machen, so ist zu beachten, daß dieje zur Op­ position gehören, während die NorthcliffePresse den Ton angibt. Immerhin ist es be­ merkenswert, daß, die "Westininster Gazette" gründliche Erwägung der Antwort empfiehlt, damit die Gegner sich nicht "bet den Bundes­ genossen auf unsere Verstocktheit und Unredlichxkeit berufen können." In England tritt man also zumindest für eine verklausulierte Ab­ lehnung ein, und die gleiche Tonart erklingt aus Washington, wo man vor Beginn bim Verhandlungen nicht weniger als "Aushebung der Verträge von Prest-Litvwsk, Räumung Ser­ biens, Rumäniens, Montenegros, Nordfrank­ reichs und Belgiens" Ordert! , i i Tie Taktik der Alliierten wird also darauf hinauskommen. Bedingungen zu stellen, die so unannehmbar sind, bog, sie die glatte Ableh­ nung, die man wegen des Eindrucks aus dze eigenen Völker wie auf die Neutralen scheut, ersetzen. Interessant ist es auch-, daß mau in Italien die k. und k. Note nach Kräften zu unterdrücken oder wenigstens zu vertuschen sucht, da man anscheinend Angst vor einer Ver­ ständigung über Italiens Kopf hinweg hat. Am bemerkenÄvertesten aber ist es, bajj Sic Frie­ densanregung am schärfsten von amerikanischer Seite verurteilt wird. Sollte den Briten wirk­ lich noch nicht di» Erkenntnis aufsteigen, wes­ halb und auf Wesse« Kosten die smarten Uankees diese Kriegsgewinnler aus Kosten Europas, den Krieg bis dort hinaus verlängern möchten 3 Entgegentreten müssen wir mit aller Ent­ schiedenheit der von englischen Blättern vev» tretanen Auffassung, als ob die k. und f. FriSdensnote, die, wie wir wiederholen, eine ösher» reichisch-ungartsche Sonderaktton darstellt, "von Teutschland biftiert" sei. Und endlich sei bei dieser Gelegenheit eine durch! die feindliche Presse gehende Meldung dementiert, wonach die deutsche Regierung der belgischen Regier­ ung einen mit allen Einzelheiten ausgeschmück­ ten Friedensvorschlag gemacht habe. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß, Jfettte ver­ antwortliche Stelle an einer solchen Aktion beteiligt ist, daß es sich! hierbei um eine nicht gerade undurchsichtige Erfindung handelt. ' ────────── Vermischtes. Wie gibt der Feind unsere Heeresberichte I wieder. In der deutschen Presse wurde in letzter Zeit des öfteren darauf hingewiesen, daß man den feindlichen Heeresberichten nur mit gro­ ßem Mißtrauen gegenübertreten darf. Die En­ tente weiß, daß die deutschen Zeitungen die feindlichen Berichte ohne jede Kürzung und meist ohne besonderen Kommentar wiedergeben. Natürlich ist es so der Entente möglich, durch geschickte Ausmachung, durch Uebertreiben und Verherrlichung ihrer Erfolge auf die Stim­ mung in Deutschland einzuwirken. Tie Ab­ sicht, das Vertrauen zu den deutschen Berichten im Inland zu erschüttern, ist deutlich genug. Tie Ententepresse verfährt nicht gleicher­ maßen mit den deutschen Berichten wie wir mit den ihrigen. Sie verfolgt das Prinzip, deutsche Erfolge entweder ganz zu verschwei­ gen oder wenigstens zu verkleinern. Tem An­ schein nach werden zwar die deutsche« Ortginalberichte wiedergegeben, in Wirklichstit aber sind es nur Teile, entstellte Bruchstücke der deutschen Berichte. Tiurch Streichung und ge­ schickte Umstellung werden sie so» frisiert, daß schließlich ein Ententeersolg hercruszulesen ist. So werden in der englischen Presse grund­ sätzlich die Angaben über unsere Fliegererfolge weggelassen, wie z. B. die Nachtlicht, daß. aus einem gegen unser Heijmatgebiet: anfliegenden englischen Geschwader fünf FlUjgzeuge abge­ schossen wurden, vollständig uniterdrückt war. "Taily Mail", "Manchester Guardian", «Tpilh News" und "Tailh Ehrvnicle" geben die Hee­ resberichte wohl wieder, aber stets mehr oder weniger gekürzt und umgearbeitet. Unsere Be­ richte vom 21., 22. und 23. August (sie be­ treffen siegreiche AbwehrWmpfe und melden außerordentlich hohe Abschüffe vom TankS) fehl­ ten in der "Tailh News", Chrontcle", ,Däilh Telegraph" und anderen vollkommen. Die Französische Presse behandelt den deut­ schen Hesresbericht ähnlich. Er toirb nur aus­ zugsweise wiedergegeben, in verschiedenen gro­ ßen Blätter überhaupt nicht gebracht. j In den italienischen Zeitungen wird der Bericht von den Hauptblättern nur mit Kür­ zungen, besonders unter Auslassung von be­ fangenen- und Beutezahlen wiedergegeben. ────────── Berlin, 19. September 1918. Wie schon mitgeteilet, werden auch bei der 9. Kriegsanleihe neben den öprozentigen Schuld­ verschreibungen 4.5prozentige Schatzanweisnngen ausgegeben, die den Ausgabebedingunqen nach: (Ausgabekurs, Verzinsung, Auslosung und Tilgung) mit den zu den letzten drei Kriegsan­ leihen aufgelegten Schatzanweisungen völUg übereinstimmen. Um oiuQ fleintetcn Kapitali­ sten Gelegenheit zum Erwerb eiineS die besten Gewiunmöglichkeite« bietenden LWertzpaPieres zu geben, gelange« diesmal auch'('Stücke zu'600 Mark zur Ausgabe, während bischer das kleinste Stück über 1000 Mark lautete. — Der tatsächli­ che Zrnsgenuß beträgt zunächst ft 4.6 .Prozent, ist aber in Wirklichkeit höher, dda bfe Aussicht besteht, daß das betreffende Krriegsanleihestück bei einer der halbjährlichen Anuslosungen mit' 110 Prozent — gegen einen Minzahlungskurs von 98 Prozent — zurückgezahilt wird. Spä­ ter, frühestens nach dem 1. Juli 1927, kann sich dieser Auslosungsgewinn noch beträchtlich er­ höhen. Zu diesem Zeitpunkt ist das Reich' nämlich berechtigt, die Anleihe zum Nennwert zurückzuzahlen. Ter Schatzanweisung sinh aber darf aber statt der Barrückzahlurng vierprozen­ tige Schatzanweisungen verlangen, die bei den ferneren Auslosungen mit nunmehr sogar 115 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbar sind. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung, aljso am 1. Juli 1937, kann das Reich den Zinsfuß auf 3.5 Prozent herabsetzen. Als Ausgleich steigt aber der von da ab mögli­ che Auslosungsgewinn aus 120 Prozent. Am 1. Juli 1967 müssen sämtliche Stücke getilgt fein. Wer bei einer der Kündigungen sein Geld etwa gewinnbringender anlegen zu können glcfttbt, kann sich selbstverständlich das Kapi­ tal zum Nennwert (nicht Ausgabe- oder Tages­ kurs) zurückzahlen lassen. Aeltere Anleihestücke (Schuldverschreibun­ gen aller früheren Anleihen und Schatzanwei­ sungen der 1., 2., 4 und 5. Anleihe), die keine Auslosungsmöglichkeiten bieten, können bis zum doppelten Betrage der neu gezeichneten Schatz­ anweisungen umgetauscht werden. , , Tie günstigen Gewinnaussichten, die Ver­ ringerung der Anzahl der Schatzanweisungen durch die Tilgung, ferner die gute Verzinsung werden, zumal -die glücklichen Besitzer von aus­ gelosten Stücken stets geneigt sein werden, sich Ersatzstücke zu beschaffen, zweifellos die beste Wirkung auf den Kursstand diesesWertpapieres ausüben. Tie Entschließung, ob man Schuld­ perschreibunge« oder Schatzanweisungen wäh­ le« soll, muß natürlich, jeder selbst treffen. Aber gerade für denjenigen, der sein Geld auf längere Zeit anlegen will, bilden die 4.5prozenkigen Schatzanweisungen infolge des sicheren Gewinns eine vorzügliche Kapitalsanlage. Da­ her sollte jeder Kapitalist, insbesondere die großen Vermögensverwaltungen, die Banken» Sparkaffen, Genossenschaften» Versicherungsan­ stalten, industriellen Unternehmungen usw. der Frage der Zeichnung von Schatzanweisungen besondere Beachtung schenken. Tie ersten bei­ den Auslosungen dieses Wertpapierthps haben übAgens schon stattgefunden. Am 1. Juli ds. Js. wurden bereits vier Gruppen der Schatzanweisungen mit 110 Prozent znrückgezahtt. Ten Inhabern der Schatzanweisungen der 9. Kriegsanleihe winkt die erste Auslosung eben­ falls sehr bald, nämlich, ich Juli nächsten Jah­ res, und zwar wird im ersten Auslosungster­ min, um diese neuen Schatzanweisungen denen der 6., 7. und 8. Ariegsanleihe völlig gleichzu­ stellen, die vierfache Anzahl von Gruppen wie in dengewMnlichen Terminen ausgelost wer­ den. 1 ( ( i' ' [ 's Die auslosbaren 4 1/2 prozentigen Schatzanweisungen der 9. Kriegsanleihe. ────────── Letzte Posten. Nene U-Bootsersolge. WTB. Berlin, 18. September. (Amt­ lich.) Im Sperrgebiet uM England wurden von unseren Ü-Bvoten 29 000 Brutto-RegisterTvnnen verbukt. Der Wef des Admiralstabes der Marine. Di» Westfront unter Höchstspaunnng. Berlin, 18. Sept. Am Schluffe eines halbamtlichen Kommentars, der sich mit den Kämpfen der letzten Tage befaßt, heißt es: Tie verhältnismäMe 'Ruhe darf jedoch, nicht darüber hinwegtäuschen, dqß die gesamte West­ front nach totes vor unter Höchstspannung steht. ünfttämpfe in Ftandwn. i " s Berlin, 18. Sept. In den letzten drei Tagen wurden von den Flugzeugen und der Flugabwehr des Marinekorps 7 feindliche Flug­ zeuge zum Absturz gebracht, 4 weitere -zur Notlandung in Holland gezwungen. Wir büß­ ten in gleicher Zeit 2 Flugzeuge »in. i Die deutsch-amerikanische Konferenz. ' Bern, 18. Sept. Tie deutsch-amerikanische Konferenz über Gefangenensragen, die in Bern stattfinden soll, ist wegen des Todes des Gene­ rals Friedrich auf den 23. September ver­ schoben worden. . Beratungen im Vatikan. Berlin, 18. Sept. Ter "Lok.-Anz," mel­ det, daß, nach dem "Meffaggero" der Papst am 17. September eine längere Besprechung mit dem Kardinal Staatssekretär Gaspari hatte. Taufe im fl&f. Hause. München, 18. Sept. Im Schlosse zu Rhmphenburg fand heute nachmittags halb 6 Uhr die Taufe der Tochter des Prinzen und der Prinzessin Franz in Gegenwart der Mit­ glieder der Kgk. Familie statt. Tie Prinzessin erhielt den Namen Eleonore. Taufpatin war Prinzessin Therese, die sich durch die Her­ zogin von Calabrien vertreten ließ. 1 ────────── Inserate. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Brausebad Abgabe von Handtücher. Gemäß Magistratsbeschlufles vam 13 ds. Mts. werden mit Wirkung ab 20. ds. Mts. im städtische» Brausebad, Bauhofstrabe 4, an Badegäste keine Handtücher mehr verabreicht. L a n d S h u t, den 14. September 1918. Stadtrnagiftrat Laudshut. Herterich. 2536 ────────── K. Stellv. Generalkommando 1. Bayer. Armee­ korps. Bekanntmachung. Am 31. August 1918 ist eine Anordnung des stelln. General-Kommandos 1, 2., 8. bayer. A.-K. betreffend Ergänzung des Verbotes der Anwerbung der Anwerbung von Arbeitern für das besetzte Gebiet. Bekanntmachung vom 15. 9. 17 Nr. 128212/17 K. 2 in Kraft getreten. Die Bekanntmachung kann bet den K. Bezirks­ ämtern, den Magistraten, sowie bet den Handels- u. Handwerkslammern München, Augsburg, Paffau eingesehen werden. München, den 1. September 1918. Der Kommandierende General: I. 83.: v. Staudt. 2535 ────────── Der Krieg mit England. Richtlinien für die englischen Agenten. s Haag, 18. Sept. In den allernenesten Mitteilungen aus London werden folgende Richtlinien für die Propaganda ausgegeben: Tie Teutschen scheinen die Krisis wieder über­ standen "zu haben. Sie.gewöhnen sich an die Formel von "Elastischen Rückzügen". Im März gewann man das englische Volk für diese ru­ hige Auffassung der Lage, im September ist die Reihe an Deutschland .Für den weiteren Verlauf des Krieges ist das ein wichtiges Fak­ tum. Wenn die Demoralisierung des feindlichen Lagers an und hinter der Front nicht zu­ stande Käme, so werde der Kampf noch sehr lange dauern, es sei denn, daß sich die AMier­ ten mit einem Verständigungssrieden begnüg­ ten. Reim militärisch sei Deutschland kaum' niederzuringen .Es muß Unbedingt eine Schwä­ chung der deutschen Moral und eine vollstän­ dige Ermattung erzielt werden. 1 England und Elsaß-Lothringen. Mit Bezug aus die Balsour-Rede schreibt Gg. Bernhard in der Voss. Ztg.: Besonders interessant aber ist die Stellung Balfours ge­ genüber Elsaßf-Lothringen. Es ist allerdings richtig, daß er im Dezember 1917 erklärt hat, daß er sich für die Schaffung eines selbständi­ gen Staates aus dem linksrheinischen Gebie­ ten niemals engagiert hat. Mein, nachdem nunmehr die Kriegslage ihm für ein Paar Mo­ nate günstiger erscheint, wandelt er dieses Kriegsziel in die positive Forderung der Ab­ tretung Elsaß-Lothringens um. Damit hat un­ seres Wissens, zum erstenmal ein englischer Staatsmann sich auf diese Forderung festgelegt, aber durch die Abtretung Elsaß-Lothringens würde die Idee der Wiedervergeltung nur von den französischen in die deutschen Herzen ver­ pflanzt. Es ist den englischen Staatsmännern ganz gleichgültig, ob Elsaß-Lothringen zu Frankreich oder zu Deutschland gehört, wenn sie nur sicher sind, daß derjenige, der es werlor, auch weiterhin im englischen Interesse auf Revanche sinnt.