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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-09-02"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 239</biblScope>
          <date when="1918-09-02">1918-09-02</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Ttzr Krieg im Elsaß. l Wie die Basler Nachr. melden, spielen sich an der südlichen Vogesenfront kleine PatrouillenkäMpfe zwischen amerikanischen und deutschen Truppen ab. Teutsche Soldaten spre­ chen den Amerikanern keinen großen Kampf­ wert zu ünd die Ankündigung der Amerikaner, daß sie das Elsaß erobern und Frankreich "schenken" wollen., findet bei den Deutschen an der Sundgaufront keinen Glauben; denn die Angriffslust der amerikanische Soldaten sei sehr gering. Tie tzindenbnrgfche Rückzugsstrategie. Bern, 30. August. Tie Neue Korrespon­ denz meldet aus Paris: Tas von den zurück­ gehenden deutschen Trulppen verlasseneSchlachtfeld bildet einen Anblick unglaublicher Verwüst­ ung. Ganz besonders 'schwer mitgenommen wurden Rohe und Orlancourt, ebenso Mvytdi- dier und Moreuil. Die Namen der Ortschaften sind nur noch geographische Bezeichnungen. Sie haben jegliche Bedeutung verloren. Das Gelände ist vollkommen unkenntlich. Bei ihrem Abzug füllten die Deutschen die Ruinen mit erstickenden Gasen. Rohe z.B. ist noch immer unbewohnbar. Dazu wird vom Berner Zn- | telligenzblatt bemerkt: Diese aus'französischer I *Quelle stammende Darstellung beweist, daß | ffich entgegen anderen Meldungen der deutsche § Rückzug in geordneten Formen hollzog, weil noch Zeit blieb, shstematische Zerstörungen vor­ zunehmen. Eine solche Bewegung, die dem Gegner das Nachrücken bedeutend erschwert, bildet ein Rezept -der Hindepburg scheu Rück­ zugsstrategie, die er schon in Rußland erfolg­ reich ausgeübt hatte. ,</p>
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          <p>Politischer Mord in Helsingfors. Wie aus "Helsingsors berichtet wird, ver, übten in der Mittwochnacht die Rotgardisten ein Attentat gegen den Chef des Kongresses Sammatti. Es wurde in seiner Wohnung eine Bombe geworfen. Bei der Explosion wurv« feine Frau getötet und er selbst schwer ver­ wundet .Auch ein Kind erlitt ernsten Scha­ den. I Aus Finnland.</p>
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          <p>Tie weiblichen Lohnforderungen. i Ter Rotterdamsche Courant meldet aus London, daß die Kommission, die über die Differenzen der Omnibus- und Trambahngesellschasten und ihrer weiblichen Angestellten zu entscheiden hatte, den Frauen dieselbe Lohn­ erhöhung zuerkannt hat wie den Männern. Ties gedeutet einen Sieg des Prinzips, daß für ' Gleiche Arbeitsleistungen auch gleiche Löhne zu zahlen sind. Tie Regierung hat beschlossen, eine Kommission aufzustellen, die über das Verhältnis, das zwischen den Löhnen der Frauen und Männer eingehalten werden soll, Bericht erstatten soll. Englische Kohlennöte. Ter "Vorwärts" vom 24. August veröffent­ licht einen -optimistischen Bericht des "jAllgem. Handelsblad" über England, in dem auch die Kohlenfrage erwähnt wird.' Es heißt, man jtzi 'etwas besorgt, hoffe aber, daß, die Regier­ ung die Ration erhöhen könne. — Der Bericht des Londoner'Berichterstatters des "Allgemeen Handelsblad" kann noch durch einige Auslassungen der letzten Tage ergänzt werden, die von englischen Fachmännern in ernsthaften Zei­ tungen gemacht werden. "Daily News" schreibt, daß die rückständigen 'Kohlenlieserungen Eng­ lands einschließlich' der Verpflichtungen 36 Mil­ lionen Tonnen betragen und daß mit Berücksich­ tigung aller Produktionsstetgerungen und Ver­ brauchsersparnisse immer noch 18 Millionen Tonnen in Rückstand bleiben. "Sir Guy Galtrop, der Kohlenkvmmissar, sagt: Tie Kohle ist ebenso wichtig wie die Nahrung. Es wurde weniger Kohle eingelagert als jemals zuvor; es wird noch weniger gefördert. An anderer Stelle sagt er: 'Tie Förderungsergebnisse im Juli 1918 sind schlechter als irgend eines Mo­ nats seit dem Ausbruch des Krieges. Sie be­ trugen nur 15.7 Millionen Tonnen, also "3.3 Millionen Tonnen weniger als im Jull '1917. Ter "Daily Telegraph" vergleicht die Kohlen­ knappheit mit 'der 'Lebensmittelknapheit, von denen die erste ernster sei, da sie nicht durch die Einfuhr gebessert werden könne. Im ganzen wird «Daraus offenbar, daß an die Erhöhung der Rationssätze in England zurzeit Wohl nicht zu denken ist. Englands Schutd an Amerika. Reuter meldet aus Washington: Wie be­ kannt gegeben wird, gewährt das Schatzamt England einen neuen Kredit von 400 Millionen Dollars. Ter Gesamtbetrag der Anleihen an England erreicht jetzt 3725 Millionen Dollars, i während im ganzen an alle Alliierten 7092 ! Millionen Dollars geliehen sind. i Der Krieg mit England.</p>
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          <p>Eutspaurrttug zwischen Deutschland und ! { Spanivn. Genf, 1. Seiht. Nach&gt; einer Meldung aus San Sebastian hatte der deutsche Botschafter Prinz von Ratibor, nach! feiner Rückkehr aus Santander in San Sebastian eine Unterredung mit dem Minister des Aeußern 'Tato. Minister Graf Romanones betrachtet die Sache sehr opti­ mistisch. Er gab zuversichtliche Erklärungen über den Verlauf der Verhandlungen ab. Man kann daran sjchließM, daß eine Lösung des Konfliktes gesunden ist. Wie es heißt, soll in den heutigen Ministerbesprechungen ein De­ kret über die neutralen 'Schisse erlassen wer­ den, die mit Geleit scheinen Der kriegführen­ den Staaten fahren. Es wird 'sich, um Nne Maßnahme handeln, die der gemeldeten franzö­ sischen Machenschaft entgegenwirkt, die jedes mit einem deutschen Geleitschein reisende Schiff der Neutralen als feindliches Fahrzeug be­ trachten wollte. f Englische Bomben auf holländischem Grt s biet. Haag, 31. Aug. Amtlich. Tas Ministe­ rium des Auswärtigen teilt mit? In derNacht zum 16. August, ungefähr um IlUhr 30 Min. wurden von einem Flugzeuge in der Nähe von Sluis Bomben abgeworfen. Tie Unter­ suchung der Bombensplitter ergab, daß fte eng^ lischer Herkunft waren. Ter holländische Ge­ sandte in London wurde beauftragt, bei der englischen Regierung gegen diese neue Ver­ letzung des Holländischen Gebietes zu prote­ stieren. Einziehung der Amerikaner in der Schweiz? Tie Zürcher Morgenztg. meldet? Ten ame­ rikanischen Bürgern wird die Verlängerung ihrer Pässe um ein Jahr verweigert. Ihre Pässe werden von der amerikanischen Regie­ rung lediglich um sechs Monate verlängert mit der Begründung, daß, innerhalb eines halben Jahres alle amerikanischen Bürger in der Schweiz ohnehin das Land verlassen müßten. Aus neutralen Ländern.</p>
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          <p>Aus Amerika. 1 Amerikas Heeres-Ersatz. i Haag, 31. Aug. Aus einer verspäteten Meldung des Tailh Telegralph geht hervor, daß einer der im amerikanischen Kongreß durch­ gebrachten Abänderungsanträge zu dem neuen Armeegesetz, die Reuter als unwichtig bezeich­ nete, die.Einführung einer besonderen Klasse junger Leute von 18 bis 20 Jahren bestimmt, die erst dann eingezogen iverden sollen, wenn die Männer zwischen 20 und 40 Jahren ausgehoben worden sind. , ; Tie Polen Amerikas. « Wien, 1. Seht. Wie polnische Blätter berichten, haben die amerikanischen Behörden das polnische Nationalkomitee in Newhork aus­ gelöst mit der Begründung ,daß dessen Führer die Autorität des Regentschaftsrates des Kö­ nigreichs Polen anerkannt und der Einreihung polnischer Rekruten in die von der Patente gebildeten Armee entgegengewirkt und über­ haupt eine enientefeindliche Haltung einge­ nommen und sich einer deutschfreundlichen Pro­ paganda verdächtig gemacht hatten. 1 Amerikanische Kriegsziele, f Genf, 1. Sept. &amp;ier "Mattn" meldet, daß sich! die amerikanische Presse völlig dem wü­ stesten Chauvinismus ergeben habe. "NewYork Tribun" sagt, man müsse die Welt von den deutschen Briganten befreien. Für die "New­ hork Times" besteht das Kriegsziel darin, das deutsche Volk zu verhindern, feinem friedlichen .Geschäft nachzugehen. "Newyork Globe" ver­ langt, daß beim Friedensschlüsse die deutschen Vertreter nur anwesend sein sollen, um die Entscheidungen der Entente anzuhören. Meh­ rere Pastoren verlangen, daß, jeder Teutsche, sei er Zivilist oder Militärperson, der an dem Verbrechen der Kriegführung teilgenommen habe, hingerichtet werden müsse.</p>
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          <p>Letzte PH«. i / Eine Kundgebung des Kaisers. ! ( Berlin, 1. Schi. Auf eine Kundgebung des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin hat Se. Majestät der Kaiser eine Ant­ wort ergehen lassen, an deren Schluß, es cheißt: "Was alle Teutschen an der Front und in der, Heimat an Opfermut, Tatkraft, Treue bis zum Tode, in der Verteidigung unseres Taseins, unseres heiligsten Rechtes leisten, das hat kein anderes Volk vermocht. Unerschütterlich und stahlhart gehen wir alle einig der Zukunft entgegen. Wir wollen und werden ihre Stür­ me ruhmreich! bestehen. Tas walte Mit. ; i». Hintze geht «ach Mett. i Berlin, 1. Seht. Ter Staatssekretär des Auswärtigen v. Hintze begibt sich,, wie das WTB. erfährt, am Montag Lu politischen Be­ sprechungen nach Wien. , ( König Ludwigs Glückwunsch. München, 1. Scht. Sa. Maj, der König hat anläßlich des Gebnrtsfestes 'stes Reichs­ kanzlers an diesen ein in herzlichen Worten geheltenes Glückwunschtelegramm gerichtet, auf das der Reichskanzler in Worten des Tankes antwortete. i 1 Tie Käinpse int Westen. Berlin, 1. Scht. Wie vorauszusagen war, ließ, der Feind auch am 31. August auf der ganzen Front zwischen Arras und Svissons seine Divisionen enfroeber zu starken Teilvor­ stößen oder zu einheitlichem Großangriff Zu­ sammengefaßt, gegen unsere Front anrennen. An keiner Stelle der Front brachten ihm seine Anstrengungen den gewünschten ^großen Er­ folg. Tie mehrfache Wiederholung der Sturmläufe bis gegen den Abend hinein müßte der Feind erneut mit schweren Blutopstrn bezahlen, die ihm unser erfolgreiches Abwehrfeuer und unsere wuchtigen Gegenstöße zufügten. Tie unentwegte Fortsetzung der durch, die deutsche Frontverkürzung zu fast kleinen Frontangrifsen gewordenen Ententeoffensive läßt klar ürfennen, daß der Feind den Kantpf um die Entscheidung noch nicht aufgegeben hat und mit weiteren großen Angriffen gerechnet werden muß. Tas Attentat auf Lenin. ! K i ew, 1. Scht. Tas Attentat auf Lenin verübte die ans Kiew stammende bekannte Ter, roristin Dora Kaplan. Sie hatte 1907 aus den damals gehaßten und gefürchteten Gendarme­ riechef Nowicki ein erfolgloses Attentat mit einem Taschenmesser verübt und war dafür zu 13 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Letzte Posten.</p>
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          <p>Allerlei. Vcsurtätigkeit. Tie Ag. Stefäni meldet: Tie Tätigkeit des Vesuvs verstärkte sich am 24. August. Man hat EOlosionserscheinungen und Lavamafsen zwischen den Kratern erkannt. Brand in Konstantinopel. Tie Ag. Milli meldet: Am 30. August brach in Stambul im Stadtviertel Zeirek^ ein großer Brand aus. Mehr als 500 Häuser wurden ein Raub der Mammen. Tie Feuerwehrleute und deutsche sowie österreichisch-ungar. Truppenabteilungen arebiteten eifrig daran, das Feuer einzudäm­ men .Ter Sultan erschien auf der Unglücks­ stätte .Bon hier begab er 'sich zur HohenPforte, wohin seit mehr als ein halbes Jahr­ hundert kein Sultan den Fuß gesetzt hatte, Nachdem der Sultan Maßnahmen zur Erleich­ terung des Loses der durch den Brand Geschä­ digten angeordnet hatte, verließe er die Hohe Pforte .Ter Sultan Wendete 1000 türkische Pfund ben Feuerwehrleuten und Soldaten, die unter Einsetzung ihres Lebens das Feuer be­ kämpften und weitere 1000 Pfund zur Vertei­ lung für die Opfer des Brandes.</p>
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          <p>Rohstoffversorgung des Handwerks und Gewerbes. Zu der Frage der Versorgung des Handwerks und Gewerbes mit Rohstoffen und der des Ausbaues der Verdingungsämter der Handwerkskammern zu Wirtschaftsftellen nah­ men die gewerblichen Landesverbände der Ma­ ler, Buchbinder, Wagner, Schlosser, Tapezierer, Sattler, Schreiner, Glaser und Kupferschmiede unter dem Vorsitz des Bayerischen Handwerkerund Geweroebundes Stellung, wobei einstimmig beschlossen wurde: Tie Versorgung des Hand­ werks mit Rohstoffen darf nur auf dem Wege der Selbstverwaltung durch! die in Betracht kommenden Fachorganisationen vor sich gehe«, da nur hierdurch Gewähr besteht für fachge­ mäße Zuteilung. Sollte wider Erwarten das Reich sw irtschaftsamt dem Bund der Bezugs­ vereinigungen weitere Rohmaterialien Zur Be­ wirtschaftung nicht übertragen, so erklären sie sich, auch einverstanden, wenn die Ver­ sorgung des Handwerks und Gewerbes mit Rohstoffen nach den vom Reichswirtschaftamt aufgestellten Grundsätzen, die auch- die Zu­ stimmung des Ministeriums des Aeußern gesun­ den haben, geregelt wird, die den Fachorgani­ sationen unter Beiziehung der Handwerkskam­ mern die Selbstverwaltung zugestehen. Gegen eine Ausschaltung der gewerblichen Fachoer­ bände, wie sie die von den süddeutschen Hand­ werkskammern aufgestellte« Richtlinien varsterlen, ist dagegen schärfster Widerspruch zu er­ heben. Ferner sind die Fachvrganisationen der Ansicht, daß eine Weiterführung und demgemäß auch eine Ausgestaltung der Verdtngungsämter in Wirt sch af tsverbände nach den» Kriege sich -erübrigt, daß vielmehr die errichteten und noch zu errichtenden gewerblichen Genossenschaften, sowie die gutgeleiteten gewerblichen Korpora­ Bayerische Nachrichten. tionen sehr wohl in der Lage sind, sich die Vermittlung von Arbeiten und Lieferungen angedeihen zu lassen. Sie könnten ihre Zu­ stimmung zu dem Ausbau nur dann erklären, wenn sich hierdurch das Sübmissionswesen und somit die Vergebung von Arbeiten an Außen­ seiter ausschalten ließe. Keinesfalls aber könn­ ten sie sichj mit Satzungen einverstanden er­ klären, wie sie beispielsweise die Handwerks­ kammern für Schwaben und Neuburg für ihren bereits gegründeten Wirtschastsverband ausge­ stellt hat, die für das Handwerk eine Eindäm­ mung seiner Freiheit und seines Willens be­ deuten. Demnächst soll in einer öffentlichen Versammlung zu diesen Fragen Stellung rmd der gegensätzliche Wille des bayerischen Hand­ werks und Gewerbes zu den Plänen der Hand­ werkskammern kundgegeben werden. Tic Erfassung der Lebensmittel bei den Erzeugern bespricht die bayer. Staatsztg. Sie weist darauf hin, daß! sich die bei der Einfüh­ rung der Sammelstellen und der Lieferpflicht gehegten Hoffnungen nicht voll erfüllt haben. Anfangs zeigten sichl wohl schöneErgebnisse. Als aber der Schleichhandel und der sonstige wil­ de ' Aufkauf, insbesondere mit großen Preis­ überbietungen (ein Pfund Butter 7—8—10, ja 20 Mark und mehr, ein Ei 30—100 Psg.) fort­ gesetzt zunahm und die Landwirte und Ihre Tienstboten infolge Einschränkung der Mehl­ ration u. dgl. mehr Mslch, Fett und Eier für sich in Anspruch nahmen, sanken die Ein­ gänge bei den öffentlichen Sammelstellen in bedenklichster Weise. Während in Bayern z.W vom 2. Juni bis 20. Juli 1917 rund 30 Millionen Eier geliefert worden sind, betrug die Zahl der für den gleichen Zeitraum des Jahres 1918 abgelieferten Eier nur rund 27 Millionen, das ist ein Ausfall von 3 Mil­ lionen in sechs Wochen! Tie Landbutteran­ lieferungen sind in der Woche vom 4. bis 10. August aus 276,08 Zentner und in der Wo­ che vom 11. bis 17. August 1918 auf 213.22 Zentner zurückgegangen. Tie Rückgänge bei der Eier- und Landbutteranlieftrung sind nach­ gewiesenermaßen am stärksten in den Bezir­ ken, die am meisten unter dein' wilden Aus­ kauf leiden. Wenn es trotz dieser Schwierig­ keiten gelungen ist, ivenigstens einen Rück­ gang der Fettverforgung zu verhüten und die allerdings recht bescheidene einheitttchMeichSWochenfettquote von 62,5 ©rammt aufrechtzühalten, so ist dies nur der bessereen Erfassung der Milch, in den alten Molkereienn und in den nun errichteten Kriegsmolkereien i und Ent­ rahmungsstellen zu verdanken; akver auch» diese Einrichtungen sind fortgesetzt vom den Preisüberbietungen des wilden Auskaiufs stark be­ droht. Tie erfolgreiche Bekämpfumg dieses Ue­ bels ist daher zurzeit wirklich- eim ernstes Ge­ bot der Stunde. Tenn hiervon, hängt nicht bloß eine erträglichere Gestaltung unserer Er­ nährung, sondern auch die Erhaltung der der­ malen amtlich! zugesicherten Zuteilungen bei Wich, Fett, Käse und Eiern ab.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 2. September 1918. Wasser 16 . Grad C. Lust 17 . Grad C.</p>
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          <p>Die Schlacht im Westen tobt weiter. Eine wettere Frontverkürzung in Flandern. — Englische Angriffe an der Straße ArrasCamvrai gescheitert. — Französische Vorstöße zwischen Oise und Aisne avgrwieseu. — Ent­ spannung zwischen DeutWand und Spanien. Eine Kundgebung des Kaisers. - Die Schlacht im Westen tobt weiter. Eine wettere Frontverkürzung in Flandern. — Englische Angriffe an der Straße ArrasCamvrai gescheitert. — Französische Vorstöße zwischen Oise und Aisne avgrwieseu. — Ent­ spannung zwischen DeutWand und Spanien. Eine Kundgebung des Kaisers. Attentat auf Lenin.</p>
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          <p>WTB. Berlin, 1. September, Amtlicher Abendbericht: 1 ctamijjf zwischen Scarpe und Somme. Eng­ lische Angriffe scheiterten hier im ganzen. An einzelnen Stellen drückten sie unsere Linien örtlich zurück. Zwischen Oise und Aisne wurden Teilan­ griffe der Franzosen abgewiesen. Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 31. August, mittags. Amtlich wird gemeldet: Italienischer Kriegsschauplatz. In Judikarien erfolgreiche Erkun­ dungsgefechte. Ter Monte Majo (östlich des Pasubio) war gestern vorübergehend im Be­ sitz des Feindes. Mehr als zweistündiges "Ar­ tillerie- und Minenseuer verschüttete unsere Besatzung, worauf es dem Ataliener gelang, in unsere Gräben einzubrechen. Unsere Abschnitts­ reserven, Abteilungen des 3. Regiments der Tiroler Kaiserjäger u. des Kaiserjäger-Sturm­ bataillons, traten sofort zum Gegenangriff an und warfen, durch die Batterien der Kaiser­ jäger-Division und der 40. Honved-Feldartilleriebrigade trefflich unterstützt, den Feind in kurzem schweren Ringen wieder hinaus .Tos 20. Bersaglieri-Rgt. büßte seine Schlappe mit dem Verluste von mehr als 200 Toten und etwa 1000 Gefangenen. I Albanien: Nichts Neues. , &gt; Ter Ch-es der Generalstabs. * WTB. Wien, den 1. September, mittags; Amtlich wird gemeldet: Keine wesentlichen Ereignisse. Ter Chef des Generalstabes. Der MW Bericht. Konsta n tinopel, 30. Aug. Amtlicher Bericht: Palästinasront: Auf unserem rechten Flü­ gel machten wir in breiter Front mit wert­ vollem Ergebnis Patrouillenvorstöße gegen die feindlichen Linien. Infolge dieser Unterneh-, mutig steigerte sich das feindliche Artilleriefeuer im Küstenabschnitt stellenweise zu großer Deftigkeit. Auf dem Ostjvrdanuser lag auch gestern die Gegend von Tell—Nimrin unter heftigem Feuer mit Fliegerbeobachtung. 'AM 25. August wurde bei Bir-Hermas ein An­ schlag der Rebellen gegen die Hedschasbahn vereitelt . Asrikafront: Ein Ausfall italienischerKräfte aus Homa am 25. ds. wurde abgeschlagen. Nachträglich wird bekannt, daß, eines der feindlichen Flugzeuge, welche in der Nacht zum 2ö. August Bomben auf Konstantinopel ge­ worfen hatten, durch, unser Abwehrfeuer zur Landung in der Nähe von Konstantinopel ge­ zwungen wurde. Das Flugzeug ist verbrannt, der verwundete Führer, ein englischerHauprnrann gefangen genommen.</p>
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          <p>Aus Rußland. TiaS Attentat auf Lenin. Moskau, 31. August. Beim Verlassen einer Arbeiterversammlung der Fabrik von Michelson wurde Lenin durch 2 heimtückisch ab­ gefeuerte Schüsse hinterrücks getroffen und ver­ wundet. Ter Volkskommissar für innere An­ gelegenheiten der nördlichen Arbeitskommune, Uritzkh, wurde ermordet. In Moskauer Arbei­ ter- und Soldatenkreisen herrscht ungeheure Er­ regung. Zu dem Attentat auf Lenin wird nachträg­ lich'mitgeteilt, daß kein edles Organ verletzt ist. Ter Patient fühlt sich- wohl und ist hei­ terer Stimmung. Tie Attentäter sind ver­ haftet. I Französische Kammerdebatte». Genf, 31. Aug. In der Humanite kündigt Cachin an, daß sofort nach Zusammentritt der Kammer aM 6. Beptember diese von der Megierung Erklärungen über ihre innere und äußere Politik verlangen wird. Vor allem werde die Affäre Malvh zur Besprechung gelan­ gen. Tie Kammer werde sich auch über die Konstituierung der Gesellschaft der Nationen auszusprechen haben Tas Hauptziel müsse jetzt sein, schnell ; zu einem gerechten Frieden -zu kommen. ' i Russische Erziehungsmaßnahme«. Moskau, 30. August. Tie Räumlichkei| ten der Schulgebäude, die bisher durch Kirchen, | Kapellen urfo Bet säte in Anspruch genommen I worden waren, sollen in Zukunft ausschließlich Unterrichts- und Erziehungszweckev dienen. Alle Geldmittel, die bisher für die Instandhal­ tung der Kirchen, Kapellen und Betsäle in den Schulgebäuden bestimmt waren, werden den be­ treffenden Lehranstalten zur Verfügung gestellt. Ei« Bekehrter. Basel, 1. Sept. Ter russische Exminister Timirjasmi, der HandelsM-inister im Kabinett Poliwanow war, früher einer der größten Deutschenhasser, hat einem Vertreter des Pa­ riser "Zntranfingeant" erklärt, daß seine Anschm-uung auf einer Selbsttäuschung beruht habe und daß er nur noch- in der Entente den Friedensstörer und Kriegsverlängerer sehen | könne. [ i Kornilow lebt? Gens, 31. August. Ter Pariser "Temps" läßt sich berichten, daß Kornrlow trotz aller anders lautenden Nachrichten sich noch immer am Leben befinde. ' Bolschewistische Erfolge. ' x Bern, 1. Sept. Tie Versuche der Eng­ länder, an der nördlichen Twina entlang in das Innere des Landes vorzudringen, sind mitzflungen. Tie Svwjetstruppen nahmen verschie­ dene Dörfer. Unter der Bevölkerung dieser Ge­ gend herrscht große Begeisterung für dieSache der Sowjets. Ein» tschechische Drohung. Amsterdam, 31. Aug. Einem hiesigen Blatte zufolge erfährt die ^Times" aus Mos­ kau, daß die Volkswnnnissäre den tschechischen Truppen eine Warnung zugehen ließen, sie würden, wenn noch mehr Mitglieder der Sow jets erschossen werden würden, den Befehl erteilen, zwei gefangene tschechische Anführer aufzuhängen. General Didrichs antwortete, daß er noch 47 Mitglieder der Sowjets in seinen Händen habe und daß er sie alle niederschießen lassen werde, wenn die tschechischen Offiziere hingerichtet würden.</p>
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          <p>Sie Meg nt suflo. ' Weibliche Flieger » &gt; 1 Ter Messagiero meldet, daß dje Bildung Vnes Freiwilligenkorps weiblicher Flieger be­ vorstehe .Tie italienischen Frauen möchten am Kampfe der Zivilisation teilnehmen gegen die Infamie nicht nur als Krankenschwestern son­ dern auch als Mitkäntpferinnen. Ti» kanadische Ernte gefährdet. Haag, 31. Aug. Eine Meldung aus Ottawa läßt erkennen, daß in Kanada die Einbringung der Ernte aus Mangel an Leuten sehr schwer gefährdet sein muß. Ein Bericht besagt, daß das Personalregistrierungsamt mit- Der Krieg mit Italien.</p>
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          <p>China und die Entente. I &gt; Zürich 1. Sicht. Nach einer Ttmes-Tepesche soll man sich damit besassen, die Eisen­ bahnen des chinesischen Staates der Leitung des Militärkommandanten der alliiertenTruppen zu unterstellen, um die Transporte und die Verpflegung der im iäußersten Orient ope­ rierenden Truppen zu verbessern. Zu diesem Zrveck sollen amerikanische Fachleute entsandt werden. — Tie chinesische Regierung hat be­ schlossen, 2 neue Divisionen zu bilden, um wirksamer am Kriege teilnehwen zu können. Tvs Oberkommando soll Pong-Fong und WeiTfchvng-Han anvertraut werden. Aus China.</p>
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          <p>"Erich," jauchzte sie aus, "Erich!" Und? willig ließ sie sich, küssen, küßte ihn wieder,' sich in seine Arme schmiegend, die sie so fest und stark hielten. Mt Schauern des Ent­ zückens sühlle sie seine so lange zurückgedämmte und nun um so heißer hervorbrechende Zärt­ lichkeit. ( ■ ! I i ! I Er ließ sie nicht mehr aus seinen Armen — jetzt gehörte sie ihm — in seliger Selbstivergessenheit standen sie da — und wenn er sie nicht fünte, so küßte sie ihn. "Jutta, liebst du mich ?" fragte er leise. "Türstest du mich sonst küssen?" , "Und du zürnst mir nicht?" 1 1 "Eigentlich wohl, weil du ein so schwer, fälliger Mensch bist, der bor lauter Bedenken beinahe Unser Glück versäumt hätte!" "Jutta, ich dachte: ein einfacher Förster—" Ta hielt sie ihm den Mund zu. "Erich, wenn Man liebt, dann denkt man nicht — dann küßt man nur. Und du liebst mich doch?" Mit einem tiefen, rätselhaften, Blick sah sie ihm in die Augen. In aufquellender Leidenschaft riß, er sie an sich. i i "Frag mich doch nicht, du —! TU weißt's doch selbst nur zu gut!" flüsterte er heiß,, "und hast mich trotzdem so gequält." Er küßie sie auf die Augen und aus den trotzigen Wund. "Törichter Mensch du! Soll ich dir denn int den Hals fallen?" sagte sie mit reizender Schelmerei. "Ich glaube zwar, ich. hab's nun wch getan." ! i Wie zwei Kinder scherzten und lachten sie. Ter frohe Ausdruck verklärte Erichs sonst so ernstes Gesicht. , ! "Jutta, mein Liebling, mein einziges, süßes Mädchen." "Ach du, sag das noch einmal! Wie selt­ sam klingt mir das aus deinem Munde " Sie konnte sich nicht genug tun, ihn zu Herzen and zu küssen, und fast verstimmt wurde sie, als er jetzt mahnend der Zeit gedachte. ' "Willst du mich allein lassen?" klagte sie. "Tiaua bleibt bei dir; da bist du gut be­ schützt — 'Diana, hörst du, gib auf mein Herz« lieb sein acht," sagte er zu dem "Hunde, "ich kann dich jetzt nicht mitnehmen — hier bleibst du ". Und es war, als habe ihn das kluge Tier verstanden; denn gehorsam legte es sich neben Jutta nieder. 1 "Ach, Erich, bleibe doch noch ! Nur ein paar Minuten." 1 Er nahm den Kops der Geliebten in jeine beiden Hände und sah mit feinem heißen Blick in ihre Augen. ! "Nein, mein Lieb! Halte mich nicht län­ ger — ich bin ja bald wieder zurück." ' Er drückte udch einen letzten Kuß! ans ihren Mund und eilte dann in den strömenden Regen hinaus. Und sie sah ihm nach. Sie breitete die Arme weit ans "Erich!" Sie sprach seinen Namen leist und zärtlich vor sichchin, schloß die Angen und dachte an seine Küsse . . 'Wie sie ihn liebte! Aber was nun werden sollte? Ten Gedanken daran wies sie als etwas Unangenehmes weit weg. Tie Gegenwart war doch so schön geworden! ! 1 i Erst kurz vor dem Abendessen war eS, als Erich sich seiner Försterei näherte. Es regnete noch immer, wenn auch der Regen an Heftigkeit nachgelassen hatte. . ! ! Mit bloßem Kopf, nur ein Tuch über die Schultern gelegt, kam ihm seine Mutter ein Stück des Weges 'entgegen, mit allen Zeichen großer Erregung. ■ , 1 "Erich — Lori ist vorhin gekommen! Mft dem Milchwagen vom Rittergut —" 1 ! Tiefe Mitteilung erschreckte ihn aüss höch­ ste, riß ihn jäh aus seinen glücklichen Träumen. "Was ist da passiert ?" ' "Noch weiß ich es nicht! Sie spricht uW, sie weint nur. Ich kann sie nicht beruhigen. Gut, daß du da bist." i IJ ; "Mutter, hätten wir sie nur nicht m dieses HaM gelassen!" - ' * ■ (Fortsetzung folgt.! * .* ^</p>
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          <p>die sinkende Achtung vor der obrigkeitlichen -Gewalt und stellt fest, daß Gott eine genügende Ornte gegeben habe. Es heißt dann weiter: "Tie empfindlichste Kriegsfolge ist der Mangel an jenen Lebensmitteln ,mit denen man haupt­ sächlich den Hunger zu stillew Pflegt. Dazu kommt noch die ungeheure Verteuerung der Lebensmittel. Fehler in der öffentlichen Er­ nährung, welche zu vermeiden gewesen wären, haben großen Unmut im Volke heroorgerufati. Uns ist ja Kritik, ehrliche verständige Kri­ tik erlaubt, fachmännischer Rat sicher erwünscht, aber Murren. Drohungen, Empörung, Aus­ stände bringen kein einziges Wetzenkörnchen und keine Kartoffel ins Land, bringen aber wohl unser Land in Verruf und bestärken die Hoffnung unserer Feinde, unä doch noch besiegen izukönnen." ' Holländische Zigarrenausfuhr. Wie aus dem Haag gemeldet wird, wurde dieser Tage in einer Versammlung der Zigarrenfabrikanten beschlossen, 300 Millionen Zigarren auszufüh­ ren, wofür für den Verbrauch in Holland 100 Millionen sogen. Einheitszigarren zur Verfü­ gung gestellt werden sollen. ! ! l i f ! 1</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin. 30. August 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, i verboten.) IlnMWße feindliche Anstürme. Telegramm unseres 'Kriegsberichterstatters. Gr. Hauptquartier, '29. August. Ter Verlauf der Kämpfe zeigt, daß der Feind trotz seiner hohen Verluste und trotzdem er bisher seine Ziele nirgends erreicht hat, sich entweder von der Fortsetzung seiner bis­ herigen Angriffsart doch noch einen Erfolg erhofft, oder zuviel Karten in das Spiel geinorfen hat, um zu einer anderen Taktik über­ zugehen. ! Wo zeitweilige Ruhe eintritt, zwingt ihn zu solcher die vorübergehende Erschöpfung. So war das. Aufhören der Angriffe beiderseits der Heerstraße' am vorgestrigen Abend und in der darauffolgenden Nacht durch die blutig schwe­ ren Verluste veranlaßt, die er im Lause des Tages eMtten hatte. Mit massiertem Angriff, den er Bei St. Leger um 9 Uhr abends ansetzte, erreichte er, wie gemeldet, nur eine gering« | sügige Zurückdrängung unserer Linie. Wäh| rend der Nacht beschränkte er sich aus kräftige Artilleriebeschießung. Nördlich der Scarpe be­ mühte er sich mit stärkeren Kräften vergeblich, unsere Vorseldpostierungen zurückzudrängen. . Bapaume, das er noch unter nicht errei­ chen konnte, hielt er unter stärkster Beschießung aller Kaliber. Schwere Kämpfe entwickelten sich südwestlich des Trümterstädtchens. Heß tige Feuerschläge und dichte Vernebelung un­ serer Batteriestellungen und Beobachtungsstel­ len leiteten die in mehreren dichten Infanteriewellen vorgetragenen, diesmal aber nicht von. Tanks begleiteten Angriffe der Engländer ein. Alle Stürme wurden blutig abgewiesen. Tie Steinhaufen des ehemaligen Torfes Thilloy wurden zum Brennpunkte des heftigsten Nahkampfes Mann. gegen Mann, bis der Feind schließlich von feinem Anrennen erschöpft abste­ hen mußte. Gestern früh- lag der ganzeKamPsabschnitt südlich- von Bapaume unter lebhaftem Störungsfeuer. Gleichzeitig griff der Feind ark"der Front südöstlich Arras beiderseits der Heerstraße er­ neut und mit frischen Kräften an. Er geriet dabei in das flankierende Feuer unserer Ar­ tillerie nördlich der Scarpe und mußjte vorerst zurückfluten. Erst gegen Mttag und nach aber­ maliger stärkster Feuervorbereitung raffte er sich zu einem neuen Angriffe auf, diesmal von großen Tankgeschwadern unterstützt. Pom­ mern, Westpreüßen und Württemberger verleg­ ten ihm an den Hauptstoßpunkten den West und vereitelten wiederum setzen Versuch eines Turchbruches. Mt seinem gesamten Aufgebote erzielte der Feind nichts, als sehr teuer erkaufte Vorstöße in unser Vorfeld. Tie Trümmer von Boiry Notrx Tamv. östlich von Arras blieben, nachdem sie wiederholt den Besitz gewechselt hatten, schließlich in der Hand der Engländer. Sonst wurde das Vorfeld überall durch unsere Patrouillen-Gegenstöße wieder völlig gesäubert, wobei eine Anzahl Maschinengewehre und zahl­ reiche Gefangene eingebracht wurden. 'Tier Feind setzte feine Angriffe auf breiterer Front beiderseits der Heerstraße dann auch im Lause des Nachmittags fort und vermochte dabei nach heftigem Kampfe mit Württembergischen Trup­ pen in Rench »inzudringen. Tie schwere Be­ schießung der Gegend von Bapaume hielt an. Nachträglich wird die schöne Leistung einer kleinen Truppe gemeldet, die sich, wie schon vor ihr andere Abteilungen, aus dem vom Fein­ de völlig umklamterten Torfe Mery in unsere Linie durchzuschlagen vermochte. Es waren nur 35 Wann, die unter Führung des Hilfsarz­ tes Rehfeld und unter Mitnahme von '2 schwer­ verwundeten Kameraden glücklich die Ueberzahl durchbrachen. Am 28. bei dem großen Abwehr­ erfolg gemachte Gefangene gehören englischen Tipisionen an, welche schon am 8. August nach ihren eigenen Angaben ein Tritte! bis zur Hälfte ihres Bestandes in unserem Maschinengewehrseuer hatten liegen lassen und die dann ganz hastig mit 18- bis 19jährigen, frisch aus 'England herübergekommenen Bergarbei­ tern ausgefüllt worden waren, denen man die gewaltsame Aushebung angedroht hatte. Sie Waren kaum ausgebildet und empfingen ihre Feuertaufe, indem sie als zweite Welle in Sie Schlacht geworfen wurden. Nachdem 'die erste Welle aufgerieben war, waren sie plötzlich zwischen den aufgehäuften Leichen ihrer Ka­ meraden in der vordersten Linie, fanden in dem vernichtenden Artillerie- und Maschine«-, gewehrfeuer nirgends 'Deckung und wurden gro­ ßenteils aufgerieben. Ter Rest von ihnen be­ schloß die kriegerische Laufbahn an feinem ersten, Kampftage damit, daß er von uns beim Gegen­ stöße gefangen wurde. i (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter,</p>
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          <p>Druck m. Verlag I. £ RketW. Verantwortliche« 1 Schriftleiter Z. &amp; Wogner. Beide in Lsndshuck,</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>BekMtinlllhW. Fettmenge für die laufende Woche: Gramm Butter Für die Fettabgabe gilt die Kundenliste der letzten Woche. Laudrhnt, den 31. August 1918. Stadtmagistrat Sandshut. 2338 Dr. Herterich. Fettmenge für die laufende Woche: Gramm Butter Für die Fettabgabe gilt die Kundenliste der letzten Woche. Laudrhnt, den 31. August 1918. Stadtmagistrat Sandshut. 2338 Dr. Herterich.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Eintrag im Handelsregister: * ! "Landshuter Bisquii- urb Keksfabrik H. 8 Rietst, Aktiengesellschaft." Sitz: Landhut. 1 Schmiedel Friedrich, Kaufmann in Landshut, hat das Amt als Vorstandsmitglied niedergelegt. Neues alleiniges Vorstandsmiigiied ist Kaiser Karl, Generaldirektor in Heilbronn a/N. In der Generalversammlung vom 21. August 1918 wurde der Gesellschaflsvertrag — § 11 — toie~folgt abgeändert; "Der Vorstand besteht je nacv Bestimmung der General­ versammlung aus einem Mitglied oder aus zwei oder mehreren Mi!gliedern. Die Vorstands­ mitglieder werden durch die Generalversammlung bestellt. Eie können auch von der General­ versammlung abberufen oder suspendiert werden. Der Generalversammlung steht es zu, über die.Art der Zusammensetzung des Vorstandes und die Befugnisse der einzelnen Vor­ standsmitglieder zu entscheiden, auch Stellvertreter von Vorstandsmitgliedern zu ernennen und die Zeichmmgsbefugniffe der Vertreter und Beamten von Zweigniederlassungen zu bestürmen. LnndHhut, den 27. August 1918. 2336 Kgt. glmt&amp;Qeridfyt.</p>
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          <p>ihrer mustergültigen technischen Ausgestaltung j neben die ersten ihrer Branche und an die Spitze der süddeutschen Werke stellte. Tie ganze Anlage in ihrer steten Entwicklung ist für den Wagemut, die Schaffensfreude und das geschäftliche Geschick des Schiefers ein besebteä Zeugnis. Zn weiten Kreisen ist Herr Schmiedel bekannt geworden durch sein Eingreifen in der Gewerbebankangelegenheit, das ihn in Gegensatz zu leitenden Stellen, insbesondere zum&gt; damaligen Oberbürgermeister gebracht hat. Tie Tatsachen haben ihMRecht gegeben. Für eine dauernde Arbeit im Ge­ meindedienst, in den städtischen Kollegien, wo er wohl am Platze gewesen wäre, konnte er leider nicht gewonnen werden. Tie Landshuter Industrie verliert in ihm einen tatkräftigen und sachkundigen Vertreter, dem sie ein dau­ erndes Gedenken bewahren wird. Möge das Unternehmen, daS mit der Aktientransferierung auch neue Bahnen betritt, fortarbeiten im Zei­ chen unverminderten Aufschwungs und steti­ gen Fortschritts, in dem es bisher gestanden hat. 1' : ( ! —* 7 Kilo Kalbfleisch, die hierher ein­ geführt werden sollten, wurden am Samstag durch, die Schutzmannschaft beschlagnahmt. —* Beschlagnahmt wurden gestern 'in einem hiesigen Gasthos 80 Pfund Surfleisch und 82 Pfund Kalbfleisch. —* An Fett erhallen wir diese Woche 60 Gramm Butter auf den Anteil. —* Der erste September sonn tag war vom Wetter begünstigt. Ten ganzen Tag über strahlle die Sonne in voller Wärme. Nur in den ersten Nachmittagsstunden setzte vorüber­ gehend ein leichter Wind ein, der aber nicht von langer Tauer war. Ter Ausslugsverkehr war infolge der günstigen Witterung sehr stark. Vor allem waren es Beeren- und SchwamMerlsucher, welche in die umliegenden Wälder hin­ auszogen, doch kamen die letzteren nicht auf ihre Rechnung. U - i- 1 . —* Polizeibericht. Zwei Daglöhner wurden gestern hier festgenommen, welche in der Umgebung von Landshut in mehreren Bau­ ernhöfen Einbruchdiebstähle verübt hatten.</p>
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