<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-09-26"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 263</biblScope>
          <date when="1918-09-26">1918-09-26</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die U-Bootsbeute im August. Englische Angriffe neuerdings gescheitert. — Die Kämpfe in Mazedonien: französische Kavallerie in Prilep eingezogen.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aufforderung ist auch, an alle Regierungen der Entsnteländer ergangen, mit Ausnahme bon England und Frankreich, da diese beiden Länder die Bolschewiki bereits für vogelfrei' erklärt haben. Einen Tag nach der Aufforder­ ung an die Neutralen drahtet Reuter bereits aus Washington, daß die dortigen diplomati­ schen Kreise Nachrichten empfangen hätten, nach denen die friedlichen Russen in Petersburg. Moskau und anderen Städten durch' den öffent­ lichen Terrorismus in ihrer Existenz bedroht seien. Tausende würden ohne richterliches Ur­ teil totgeschossen. Tie Gefängnisse seien über­ füllt. Nur die Vereinigten Staaten seien im­ stande, das Interesse des russischen Volkes zu wahren und ihm zu.ermöglichen, einen Staat nach den Grundsätzen der Demokratie und des Selbstbestimmungsrechtes auszubauen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus neutralen Ländern. Kompensationslieferungen. t f Nach Schweizer Meldungen wünscht Ame­ rika von der Schweiz die Lieferung vonSchlachtbieh für die amerikanische Armee. Zur Kom­ pensation sollen 2000 Waggons Oelkuchen an­ geboten werden. Tie Schiveiz hat aber haupt­ sächlich nur Nutz- und Zuchtvieh. Sollte Ame­ rika auf diesem Tauschgeschäft bestehen, so wird die Schweiz als weitere Gegenleistung die Er­ höhung ihrer Brotration bedungen. Holländisches Urteil über Teutschlano. Allgemeen Handelsblad schreibt anlast- ' lich der Zusammenkunft des Hauptausschüsses ' des Reichstages: Wir stehen am Beginn einer , Periode, in der bielleicht wichtige Entscheid düngen über dis Zukunft des Deutschen Reiches und Europas fallen werden. Wenn die So­ zialdemokraten in die Regierung eintreten, so muß auch der letzte Mann zu der Ueberzeugung gelangen, daß in Teutschland eine Veränder­ ung vor sich gegangen ist.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Folgen des N-Bootskriegrs. Wie sehr nicht nur der Handel und das Gewerbe der feindlichen Länder durch den UBootkrieg leiden, sondern auch, die Staatssinanzen direkt unter den Umständen betroffen wer­ den, zeigt ein Bericht der "Agence Eeonomigue et Financiers" vom 6. Sept.iDei Mel­ dung heißt: Die Regierung des Staates Ama­ zonas ersuchte infolge der wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten,, in denen sich der Staat befindet, die Bundesregierung um ihre Intervention. Durch die Behinderung derGummiaussuhr infolge des Transportmangels wer­ den die Eingänge aus dem Ausfuhrzoll ge­ schmälert, und die Regierung ist außerstande, den Zinsendienst der Fundierungsanleihe zu er­ füllen. Tie Bundesregierung sagte ihre In­ tervention zu, die sich aber nur aus die finan­ zielle Verwaltung des Landes beziehen wird." Ter brasilianische Bundesstaat Amazonas ist also durch die Behinderung der Ausfuhr in­ folge des Schiffsraummangels in Finanzschwie­ rigkeiten geraten. Es bleibt abzuwarten, rviemeit die Bundesregierung zu Helsen imstande ist. Der Krieg zur See.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Allerlei. 88 Mark für title« Pflasterstein! Unter dieser Spitzmarke berichten die M. N.'N.: A!m Hauptbahnhof bot ein Mann in feldgrauer Uniform, der angab ,auf der Durchreise zu sein, einem Kauftnann Schokolade zum Kaufe an. Ter Kaufmann ging aus das Geschäft ein und kaufte 11 Pfund a 8 Mk., wobei er den Betrag gleich' auszahlte. Als der Kaufmann, das Paket später öffnete fand er statt der Schokolade einen Pflasterstein im Gewicht von 15 Pfund. 1 ! ,</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bayerische Nachrichten. Zum hatzetifchen Bierstenergesetz hat der Mitberichterstatter Abg. Bühler (lib.) seinen Bericht abgeliefert .Darin wird u. a. verlangt, daß die bayerischen Brauer frühzeitig die Kvntingeniterung erfahren, damit sie nicht in Schwierigkeiten kommen. Referent wünscht dann zu wissen von der Patzer. Regierung, ob die neue Bierbelastung schon einen wesentlichenTeil der bevorstehenden großen Finanzresorm im Reiche und Staate darstellt. Was die Frage betrifft, wer die Biersteuer tragen soll, be­ merkt der Referent, daß die Notwendigkeit der neuen Steuer bejahen zugleich heißt, die Not­ wendigkeit der Ueberwälznng auf die Verbrau­ cher zu bejahen. Es werde Pflicht aller führen­ den Männer sein, an die Einsicht ihrer Um­ gebung zu appelieren, die Auflage als eine staatliche Md vaterländische Notwendigkeit zu tragen. Die Nichtdurchstasfelung der Steuer wird vom Referenten abgelehnt. 2er Einbrecher Redettr, der bei einem Ein­ bruch in Starnberg einen Gendarmen erschos­ sen hat, wird sich&gt; in der nächsten Schwurgertchtssession zu verantworten haben. NiÄKlWkkischk UMritzM GeiselhörinÄ, 24. Sept. (Uebersahren.) Am 22. ds. Würde bei Kilometer 15.1 zwischen Sallach und Geiselhüring ein Fuhrwerk des Oekonomen Stadler von Bruckdorf vom' Ne­ benbahnzug 795 überfahren. Der Fuhrwerks­ lenker wurde am rechten Fuß verletzt, das Pferd getötet und der Wagen stark beschädigt. Ter Verletzte wurde mit Zug 795 nach Straubing befördert. ! &gt; ' ^WIIIWMIW—^ 21ns Schleichhändler ist ein Bolksbetrügev. Hinaus mit ihm ans freu Bauernhäusern! | Auf Schleichhandel steht Gefängnis und</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Niederbayerische Nachrichten. GeiselhörinÄ, 24. Sept. (Uebersahren.) Am 22. ds. Würde bei Kilometer 15.1 zwischen Sallach und Geiselhüring ein Fuhrwerk des Oekonomen Stadler von Bruckdorf vom' Ne­ benbahnzug 795 überfahren. Der Fuhrwerks­ lenker wurde am rechten Fuß verletzt, das Pferd getötet und der Wagen stark beschädigt. Ter Verletzte wurde mit Zug 795 nach Straubing befördert. ! &gt; ' ^WIIIWMIW—^ 21ns Schleichhändler ist ein Bolksbetrügev. Hinaus mit ihm ans freu Bauernhäusern! | Auf Schleichhandel steht Gefängnis und</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Gestern nachmittags versammelten sich. die hiesigen Gastwirte im Gasthaus Wirkt zu einer Beratung Mer die gegenwärtige Lage des Gast­ wirtsgewerbes. Zu derselben erschien auch Herr Bürgermeister Dr. Herterich. Herr Gast­ wirt Haider, Vorstand des Gastwirteoerchns, begrüßte den Gast. Er wies auf die gegentvärtige schwierige Lage des Gastwirtsgeirerbes hin. 80 Gastwirte kämpfen in Landshut, 42 000 in Bayern um ihre Existenz. Viele Kollegen muß­ ten infolge der Schwierigkeiten ihre Geschäfte schließen, andere werden noch. folgen. Und dies, »nährend in Norddeutschland in verschie­ denen Städten bei dem nötigen Geldaufwand ohne Marken alles zu schalten ist. Er bat daher den Herrn Bürgermeister, bem! Gast­ wirtsgewerbe soweit entgegenzukommen, als die Verhältnisse es gestatten. 1 ' !! Hieraus ergriff Herr! Bürgermeister Dp.j Herterich, das Wort. Es sei heute kein Ver­ gnügen, Vorstand eines Kommunalberbandes zu sein, aber es sei auch! kein Vergnügen, den Wirt machen zu müssen. Dem Wirte seien die bisherigen Versorgungsmöglichkeiten genom­ men, dafür aber keine neuen gegeben worden. Ties sei ein Fehler der Organisation, der zuge­ geben werden müsse. Hier könne aber auch, der Kommunalbechand wenig Ausgleich schas­ sen, da ihm die Möglichkeiten hiezu fehlen. Der Kommunalverband erhält seine Waren zu­ gewiesen, wobei jedoch, der Verteilungsschlüs­ sel als strenges Staatsgeheimnis bewahrt wird. Es ist bedauerlich, daß die Kommunalverbände mit Ausnahme von Zucker für die Gastwirt­ schaften gar nichts zugewiesen erhalten, "nicht einmal Kartoffel. Die Not ist daher sehr groß und es sei zu verstehen, wenn manche Gastwirte, ihr Geschäft ausgeben, um nicht Mt den Strasparagralphen in Konflikt zu kommen. 1 I Ter Herr Bürgermeister gab sodann die bisherige Fettzuweisung an die Wirtschaften bekannt, für die allerdings ein Verteilungs­ schlüssel fehle. Es seien bisher 515 Pfund Fett zugewiesen worden. Ties Wune nicht auf» recht erhalten bleiben, da dies eine Kürzung der Ration der Bevölkerung um 12—15 Gr. bedeuten würde. Der KomMunalberband hatte sich daher entschlossen, Fett nur noch für Ue» bernachtungsgäste zuzuweisen. Aber auch die­ ser Schlüsselchabe sich als falsch erwiesen. Nun­ mehr Jolle di« Verteilung nach Maßgabe der abgelieferten Fleischmarken erfolgen. Die Zukkerzuweisung an die Gastwirtschaften mit 124 Pfund sei bisher zu gering gewesen. Er habe sie daher auf 275 Pfund erhöht. Am liebsten wäre ihm, wenn der Gastjvirteveretn die Ver­ teilung der für die Wirte errechneten Waren selbst vornehmen würde. Hierbei Müßten sich! eben jene Wirte, welche nicht dem Verein ange­ hören, diesem zur Verteilung unterordnen. Als Gastwirte und Lebensmittelzuweisung. bester Verteilungsschlüssel sei jetzt die Abgabe auf Grund der abgelieferten Fleischmarken in Vorschlag gebracht. An Fleisch, Brot und Mehl soll den Wirten zu der ihnen auf Grund der abgelieferten Marken zustehenden Menge ein Zusatzquantum von 10 Prozent gewährt wer­ den. Mehr könne der KomMunalberband nicht leisten. Außerdem sollen den Wirtschaften in Zukunft auch! Verteilungswaren, wie Grütze, Graupen, Teigwaren etc. zugewiesen 'werden., Tie Wirtschaften würden zi« Vornahme der Verteilung dieser Waren am Besten in mehrere Kategorien eingeteilt. i , : Es setzte eine lebhafte Diskussion ein, in deren Verlaus wohl noch! manche Wünsche zum Ausdruck kamen, deren Erfüllung aber nicht zugesagt werden konnte. ,©o konnte eine eigene Mehlzuweisung für Saucen nicht versprochen werden, da hierfür das über die Markenmenge gewährte Mehlquantum bestimmt ist. Nachdem der Herr Bürgermeister die Ver­ sammlung erlassen hatte, beschloß der Verein, di« angeregte Verteilung der Waren zu über­ nehmen. Zu diesem Zweck sollen, die hiesigen Wirtschaften in drei Klassen eingeteilt werden. Zur Feststellung der Klassen soll die Zahl der ständigen und vorübergehenden Gäste dienen. Tie 'Einteilung nimimt ein den drei Klassen angehöriger Ausschuß bor. In diesen Aus­ schuß wurden sodann gewählt die Herren Falk, Obermeier, Schrasstetter, Haider, (Ersatzmann: Huber), Bräu und Fischer. j 1 ! Einstimmig wurde ferner beschlossen, von den ständigen ©ästen die Fettmarken in Zu­ kunft zu verlangen. Ferner solle an den Kom­ munalverband die Bitte uml bessere Milchver­ sorgung gerichtet und gegen eine Einführung von Massenspeisungen in Kantinen protestiert iverden. ■ t i ; ! ‘ Zum Schlüsse wies Herr Haider noch da­ rauf hin, daß bedauerlicherweise das Denun­ ziantentum innerhalb der Kollegen eingeriffen sei. Dies müsse entschieden verurteilt werden. I Stadttheater. Hermann Suderimanns dieraktige Komö­ die "Die Schmetterlingsschlacht" hat im Hin­ blick auf die beste dramatisch« Arbeit des Dich­ ters ("Die Ehre") etwas enttäusch/t:; es war gewissermaßen ein Rückschlag, der auus die bei­ spiellosen Erfolge des letztgenanntern Stückes eintrat. Immerhin ist die soziale Tendenz, die der Autor in diesem Schauspiele; aufrollt, für ernstznnehmende Darsteller, eine ganz in­ teressante Ausgabe. Das Schauspielpersonal, das sich am Dienstag dem Publikum vorstellte, vermochte selbst bei mildem Lichte betrachtet, den Anforderungen dieses Sudermanns nicht gerecht zu werden. Die ganze Wiedergabe hielt sich in ziemlich bescheidenem Rahmen einer Liebhabervorstellung, was tvohl in dem En­ gagementsabschluß mit einem Heuer ungewöhn­ lich! zahlreichen Anfängertum zu suchen sein</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vorstellung hintangehalten. Daß sie der Figur mehr als notwendig Soubrettentemperament gab, soll kein Vorwurf für sie sein. Rollen wie der Keßler liegen nicht j ( «t Wirkungskreise des Herrn Weigel; als alter Theaterhase fand er sich jedoch damit ab. Die Frau Hergentheich des Frl. Kipper lieft wenig Charakterisierung erkennen, auch blieb sie in ihrer zu leise ge­ pflogenen Sprechweise bielfach unverständlich. Herzlich wenig wußte Herr Mars aus bar sym­ pathischen Rolle des Max herauszuholen, ebenso wie Herr Harry den Dr. Kosinsky färb- und ratlos mimte. Derartige Rollen gehören auf keinen Fall in die Hände blutjunger, unerfah­ rener Ansänger. Besser befriedigten dieLaura des Frl. Kißlinger und der Wilhelm des Herrn Elemente. Im Falle einer Besetzungsunmög­ lichkeit muß eben, wie dies in anderen Städten geschieht (sivhe.Passau) mit Gästen gearbeitet werden. Wir haben seinerzeit bei früheren Ensembles gegen unkünstlerische Vorstellun­ gen Einspruch! erhoben, also müssen wir astch hier ein Veto einlegen litt Interesse der Direk­ tion und nicht zuletzt in jenem der Theaterbe­ sucher, ohne hierbei die infolge der langen Kriegsdauer eingetretenen Schwierigkeiten zu verkennen. Die Worte klingen hart, aber sie müssen gesprochen werden schon im Hinblick ' auf den Ruf unseres Stadttheaters. Hg.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>1 "So lebe wohl, du armes Kind!" kam es schmerzbebend von seinen Lippen. I I Seine Augen brannten vor zurückgehal­ tenen Tränen; er fühlte, er war am Ende seiner Selbstbeherrschung. Dieses Mädchen, ih m das köstlichste, teuerste Gut aus der Welt, sollte er lassen? Nein, er konnte es nicht — trotzdem die Entscheidung gefallen — aus ihrem, eige­ nen .Munde. "Mt* Sie faßte die Hand nicht, die er ihr ent­ gegenstreckte; sie sah' starr an ihm vorbei. Als ob jedes Leben in ihr erloschen war, so stand sie da. l - M i ; t ! Doch als die Tür hinter ihm und.Erich, der sich; ihm angeschlossen, zugefallen war, da lies ein Zittern durch! ihre Gestalt —.sie hob die Arme und brach zusammen. 1 ( 1 "Rüdiger, Rüdiger —" rief sie mit ver­ gehender Stimme. Dann hielt eine wohltä­ tige Bewußtlosigkeit sie umsangen. j l 24. Hgpitel. ( : i Zn bedrücktem -Schweigen ging Erich ne­ ben dem Legationsrat her, der, den Blick zu Boden geheftet, mit gerunzelter Stirn nach seinem Wagen schritt. Rüdiger war in einer großen Erregung — selbst für ihn, den ge­ wiegten, nicht zu verblüffenden Diplomaten war das soeben Erlebt« zuviel gewesen, er''brauchte Zeit, sich damit 'abzufinden. 1 M ! ! ■ s s Da sprach Erich. Anfangs vermochte er kaum den Sinn von dessen Worten aufzuneh­ men, aber dann zwang er sich! dazu. 1 • Nicht weit von dem Forsthaus hatte Erich eine Bank für seine Mutter gezimtevrt, die von da aus die Jahrstraß« übersehen konnte, was ihr manchmal eine kleine Abwechflung bot. Tie Leute vom Torfe mußten diesen Weg nehmen, itte nach, der Bahnstation zu gelangen. Aus dieser Bank nahmen die beiden Herren Platz. ' j 1 , . Erich beklagte die Härte der Mutter gegen Lori und sprach- die Hoffnung aus, daß sie bei ruhiger Ueberlegung doch! vielleicht ande­ ren Sinnes würde. I &gt;. "Ich kann es ihr ja nachfühlen, daß sie nie über diese alten Geschichten hinwegkomptt! .Aber ich stehe ihnen gleichgültiger gegenüber." ! "Wirklich!, Erich —? Und wenn nun doch jetzt eine Aenderung in Ihrem Leben eintre­ ten sollte -?" . ; i : ; Erich wandte dem 'Sprechenden "überrascht sein Gesicht zu. 1 M « "Wieso? Ich, wünsche keine!" Fest leg­ ten sich seine Lippen auseinander — nein, er hatte keinen Wunsch mehr, seitdem die Ge­ liebte ihn betragen! |- M. I . -i M "Wenn Ihr Vater Sie nun suchte, was würden Sie, was Ihre Mutter dazu sagen. Ich, werft, er hat die Absicht," ."Es ist besser, er unterläßt es; wozu? frage ich!? Für Lori wünscht' ich! wohl alles Glück." ( ' ; Der Legationsrat blätterte in seiner Brief­ tasche; er fand, was er suchte — 'den Brief des Bruders. Jetzt reichte er ihn dem jungen Forstmann. &gt; I ■ ~ , "Lesen Sie, Erich ! Dies e§ Schreiben Ihres Vaters wird Anen alles besser.sagen können, als ich !" [ v , ( j Er beobachtete den Neffen, dessen Ge­ sicht eine tiefe Erregung widerspiegelte, dessen Hand leise zitterte, als er las, was sein Vater als spätes Bekenntnis seiner tiefen Reue ge­ schrieben — beseelt von dem dringenden Ver­ langen, gutzumachen! Erich gewann mit jedem Augenblick mehr die Sympathie und Zunei­ gung des Legationsrates, der die frohe Ueber­ zeugung hatte: per Mann, der neben ihm sitzt, ist ein echter Allwörden! 1 M s "Nun?" fragte er erwartungsvoll, als Erich den Brief sinnend zusammenfaltete — "nun?" , "i. . i x ' / ^M^ng folgt.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Laudrhnt, ben 26. September. -* Die Rote Kreuz-Medaille 2.Kl. wurde von Se. Majestät dem Kaiser verliehen Ihrer Exzellenz der Frau Regierungspräsi­ dent Auguste von Pracher. j l M i —* Das König Ludwigkreuz wurde an die Herren Franz Huber, Buchhalter im städt. Wasserwerk, Paul Hönig, Pens .Pvstoberkondukteur, und Georg Wittmann, Pens. Briefträger, sämtlich« Ausschußmitglieder der Zweier-Vereinigung Landshut und Umgebung verliehen. , j [ ! . M M ■ : — *Um Erhöhung der Rollgebüh­ ren hat die Landshuter Transportgesellschaft bei Stadtmagistrat nachgesucht. Die vom Handelsgremium begutachtete Erhöhung wurde in der letzten Sitz"ung des Magistrats genehmigt. —* Gestohlen wurde heute früh einem hiesigen Mechaniker das Fahrrad, während er am .Schalter eine Fahrkarte löste. i i —* Aufgegriffen wurde gestern ein neunjähriger Junge, der seinen Eltern in Große 1 hessolohe bei München durchgebrannt tvar. —* Die Erlaubnis wurde in Niederbayern entzogen: zum Geflügelhandel und -Auskauf: dem Prex Joses von Reisbach, B.-A., Tingolsing; zum Aufkauf von Schlachtvieh: bete Spenger Josef von Abensberg, B.-A. Kelheite. —* Selbsterlebtes aus West, Ost u. Süd berichtete gestern im Leiderersaal Herr Oberleutnant Schropp. Ter Redner, der am 2. August 1914 ausmarschiert war und der sog. fliegenden bayerischen Division (11.) an­ gehörte, gab prachtvolle Schilderungen derKämpse und Siege dieser Division bei Saarburg, Gorlice-Tarnow, in Serbien, am Ehemin des Dantes, in Flandern, ant Kemmel und bei Soiffons. In bilderreicher Sprache und jtt fesselnder Erzählungskunst führte der Redner seine Zuhörer über die Schlachtfelder, durch die Schützengräben zu Kampf und Sturm. Wie er zu Beginn seiner Rede betonte, verschwieg er das Leid und Grauen und hob vor allem jene Szenen und Bilder hervor, welche den Soldaten im Felde Freude und Ergötzen bereiten. Der Redner wies aus den Geist hin, den die Heimat im Jahre 1914 ins Feld mitgegeben habe. Die Bitte um Schutz und Schirm, die in jenen Tagen den Soldaten entgegengebracht wurde, lieft eine Masse von Menschen sterben in einem Rausche der Begeisterung. In packenden Wor­ ten schilderte der Redner dann die Ereignisse der 'Schlacht bei Saarburg und dev übrigen Kämpfe seiner Division, seine erste Verwun­ dung . Beredte Worte fand er auch' für die Kameradschaft im Felde, die den einen für den Andern sein ganzes ich!, sein ganzes Wesen einsetzen lasse. Dies sei 'etwas, an hem die Heimat lernen könne. Die Erfolge der Truppen seien wohl vor allem dem Geiste der Ueberlegenheit zuzuschreiben, den unser Hindenburg in ihre Herzen geschmiedet hat. Solange die Truppe diesen Ueberlegenheitsgetst in sich trage, sei sie eine Siegertruppe. Ziehe man ihr diesen Geist heraus, dann fehle ihr wie Kraft und die Stärke. Hier trage die Heimat schwere Schuld. Der. Ruf "Die Amerikaner kommen" habe die Heimat erschreckt und diese habe den Geist der.Schwäche den Soldaten weiter gege­ ben. Heute fehle der Geist der Ueberlegenheit mit dem die Soldaten gegen die Russen ge­ kämpft haben, ein Deutscher gegen 10 Russen. glättet mau bete Heere diesen Geist belassen, es hätte; keinen Rückzug gegeben. Hier hat die Stiterteung der Heimat sehr viel beigetragen. Allerdings fehle an der Westfront der heitere Soldatengeift, den der Bewegungskrieg schaffe. Das Auge gleitet über Trichterfelder und Wü­ steneien. Es werde müde und auch, die Seele • des Soldaten ermüdet. Die Frage, "können wir überhaupt siegen", beantwortete der Red­ ner mit einem unbedingten "Ja". Die Massen der Entente können uns nicht erschrecken. Er­ schrecken können wir nur an der gewaltigen Jndustriemasse, die uns gegenüber steht. Eng­ land, Frankreich, Amerika und Italien arbei­ ten unablässig an der Herstellung von Kriegs­ material. Wir haben bete nur unsere eigene und die halbe österreichische Industrie entge­ genzustellen. Dabei müssen wir noch! an un­ sere Bundesgenossen Türkei und Bulgarien ab­ geben. Das letzte Jahr hat uns aber gezeigt, daß! das Material allein nicht siegen kann, eine zu starke Häufung sogar schädlich wirken kann. Wir können daher beruhigt sein umso­ mehr, als uns der Friede iMl Osten bedeutende Truppenmengen für den Westen frei gemacht hat. Das nötigste "int Kampfe aber sei der Geist. Hier sei der Deutsche den' Feinden weit voraus, da seine Erziehung zu Pflichtbewußt­ sein und Kraft zum Ertragen von Leiden eine gewaltige Ueberlegenheit sichere. Der Teut­ sche wisse auch, daß er seine Heimat verteidige, die Zuaven, Neger, Australier und anderen Hilssvölker der Entente wissen nicht, wofür sie sterben. Wenn wir dem Feinde ben starken deutschen Pflichtwillen en'tgegenstemmen wer­ den wir sie zur Vernunft bringen, thuen das Ziel, das sie wollen, aus der Hand schlagen. Das deutsche Volk aber muß einig und ge­ schlossen in diesem letzten Kampfe dem Feinde entgegenstehen. Je rascher wir einig werden, desto eher ist der Friede da, den wir alle wol­ len und wünschen. Anhaltender Beifall lohnte den Redner für seine belehrenden und erheben­ den Worte der Kraft und der Stärke. Eine Reihe farbenprächtiger Lichtbilder von . den verschiedenen Kriegsschauplätzen gab Aufschluß über die Vorbereitungen und Wirkungen der Kämpfe unserer tapferen Feldgrauen. Hierbei wies der Redner auf die Notwendigkeit der Zeichnung "der 'Kriegsanleihe hin, die allein es ermögliche, unseren Truppen die dringend notwendige Munition und Verpflegung zu verschaffen. Mt grimMigem Humor bezeich­ nete der Redner eine kahle, zerschössen« Baum­ gruppe als "Der Frühling im Westen". Dieses Bild der Zerstörung, die selbst die Natur nicht verschont, mag die Heimat erinnern an die Pflicht, die sie gegen die Feldgrauen hat, die unsere Heimat vor solchen grauenvollen 33et= Wüstungen bewahrt haben. - i M I WesMWtfc j Baynd tonst. Befördert in etatsmäßiger Weise: ab 1. August 1918 zum Werkführer ja* Bahnunterhaltungsdienst: Vorarbeiter Georg Füßl Bm. 1 Landshut, Xaver Hayner BM.' Straubing; Stativ nsmeister tte Nebenbahn dienst: Stationsdiener Joseph Keller von Krumbach (Schw.) in Wegscheid; Blockwärter: Schran­ kenwärter Sebastian Kamtei und Franz Plans in Kläham, Sebastian Kornmnn in Gündlko­ fen. Versetzt in etatsmäßiger Weise auf An­ suchen: Schaffner Johann HofMann von Lands- Hut nach. Hos Hbf., Vorarbeiter im Bahnunter­ haltungsdienst Joseph Winkler von Bm. i Passau nach! Bm. 1 Traunstein. den Feldsieg! Tier Foldsieg bringt den Frieden! Ate besten für die Seine« sorgt ^ wer sein Geld dem Staate borgt. Zeichnet "Kriegsanleihe! Geld nnd Sieg beenden den Krieg. Zeichnet Kriegsanleihe!</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>j Baynd tonst. Befördert in etatsmäßiger Weise: ab 1. August 1918 zum Werkführer ja* Bahnunterhaltungsdienst: Vorarbeiter Georg Füßl Bm. 1 Landshut, Xaver Hayner BM.' Straubing; Stativ nsmeister tte Nebenbahn dienst: Stationsdiener Joseph Keller von Krumbach (Schw.) in Wegscheid; Blockwärter: Schran­ kenwärter Sebastian Kamtei und Franz Plans in Kläham, Sebastian Kornmnn in Gündlko­ fen. Versetzt in etatsmäßiger Weise auf An­ suchen: Schaffner Johann HofMann von Lands- Hut nach. Hos Hbf., Vorarbeiter im Bahnunter­ haltungsdienst Joseph Winkler von Bm. i Passau nach! Bm. 1 Traunstein. den Feldsieg! Tier Foldsieg bringt den Frieden! Ate besten für die Seine« sorgt ^ wer sein Geld dem Staate borgt. Zeichnet "Kriegsanleihe! Geld nnd Sieg beenden den Krieg. Zeichnet Kriegsanleihe! Dienstesnachrichten.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vorsitzender: Bürgermeister Dr. H e r t e r ich. ! i 1 1 ? Freitag, 20. September- 1 Die Abhaltung eines Tanzkurses vom 1. Oktober ab wird aus die Tauer ton 3 Mona­ ten dem Tanzlehrer Herrn Grimmer hier un­ ter den vom Generalkommando für solche Un­ ternehmungen vorgesehenen generellen Bestim­ mungen gestatett. 'i i Ein Baugesuch des Lekonomen Grü­ ner in der Altdorserstraße 41 für Stockwerks­ aufbau bleibt ohne Erinnerung. r ~ Ein Bange such des Wagenwartergehilsen Rottenkolber, Lehbühlstt. 19 zum Auf­ bau der Oekonomiegebäude wird genehmigt und gestattet, daß infolge des Materialmangels an­ stelle von Fachwerkbau "eine Holzverschallung s angebracht und auf die Dauer von 5 Jahren belassen wi,rd. i - 's' __ Ein Baugesuch der Papterwarensabrik Kratz sch u. Co. Schillerstr. 1 zur Herstellung einer Einfriedigung wird für die Einfriedig­ ung entlang dev Schillerstr. genehmigt. Dage­ gen wird der Zaun an der Ludmillastr. nur aus . 5 Jahre genehmigt. Die Straßenherstellungs­ kosten für die Schillerstr. find mit 630 Wk. an die Stadthauptkasse einzuzahlen. An dev Ludmillastr. ist der Straßengrund kostenlos ab­ zutreten, dagegen die Straßenherstellungskosten mit 2150 M. noch; nicht einzubezahlen. Herr M.-R ^Gerstenecker regt hierbei dm, es solle ; festgestellt werden, ob auch! solche geringfüg­ ige Bauvornahmen künstig der Kriegsamts: stelle zur Genehmigung vorzulegen sind, nächj: dem jetzt Zement genug vorhanden ist. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>In einem stnd die kriegführenden Mächte völlig miteinander einig: in der Ueberzeugung und dem Wunsch!, daß! der Friede ein DauerI friede und nicht nur ein Waffenstillstand zum I Atemholen sein soll. Man darf danach! wohl ' sagen, daß sie in der wichtigsten Frage, in dem wichtigsten Kriegsziel untereinander einig sind, wenn die Entente auch! den Dauersrteden erst nach; Wehrlosmachung Deutschlands erreichen ; zu können glaubt. Dieser Wunsch; nach dauer­ hafter Festlegung der Verhältnisse ist ja auch ! - der Sinn des Strebens nach; einem Völkerbunds , der aus Recht und Gerechtigkeit gegründet und ! Streitigkeiten durch Schiedsspruch zu enden in ! der Lage sein soll. Freilich Mer die Einzelj Herten der Durchführung wie der Methoden l einer solchen weltpolitischen Einrichtung zum Schutze des Weltfriedens ist.man sich diesseits I und jenseits der .Schützengraben noch ketnesj Wegs einig. Solange man in Feindesland hy­ sterische Wutausbrüche losläßt wie Clemenceau jede Friedensdiskussion als aussichtslos abtut wie Balsour, auf unannehmbare frühere Leitf sätze ohne Verhandlung und als Vorbedingung ! hinweist wie Wilson, ist natürlich! der Boden für Schiedsspruch und Völkerbund schlecht bereitet. Begreiflich; ist daher, daß die führenden Staats­ männer der Entente neuerdings 'sehr schweig! sam in dem Thema Völkerbund geworden sind, 1 das so gar nicht zu ihrer Knockout-Positik paßt. Tenn wie kann man einen Tauersrieden herbeiführen, wenn man schon, vor den ersten Besprechungen über die Möglichkeiten der Be­ endigung des Krieges zurückschreckt? j Kann also das Gerede der Entente-StaatsI Männer in dieser Hinsicht zunächst gar nicht , ernst genommen werden, so darf anderseits daran erinnert werden, daß Deutschland schon i mehrfach seine Bereitschaft erklärt hat, einem I Völkerbünde beizutreten, der die Absicht verfalgt, Friedensstörer im Zaun zu halten. Da­ ran muß heute angeknüpft werden. Die Welt will die Herstellung eines wirklichen Friedens, dessen wichtigste Begleiterscheinung dev Köl'kerbundgedankö ist, und Deutschland ist es. das diesen Gedanken nicht als inhaltlose Phrase ausgesprochen hat, wie die Feinde, die ton einer Liga der Nationen auch! ohne DeutschLand und Oesterrckchj sprechen, sondern Deutsch­ land hält den Gedanken eines Völkerbundes t Deutschland und der Völkerbund. für unvereinbar mit dem grundsätzlichen Aus­ schluß oder der grundsätzlichen Versklavung ir­ gend eines Kulturvolkes. Denn eines ist ohne weiteres klar: ein Vülkersriedensbund kann nur in friedlicher oder versöhnlicher Atmosphäre gedeihen. Haß und hochmütige Ablehnung je­ der Aussprache oder Annäherung müssen die Worte vom Tauersrieden und von der Liga der Nationen zu heuchlerischen Phrasen stempeln. Wo.ist man feit langem! trotz glänzender militärischer Aussichten zuM Frieden bereft — wo anders als im Vievbund? Wo aber weist man mit Hohn und Spott und wahnsinniger Wut jeden Friedensgedanken vor der Zer­ schmetterung des Feindes ab — wo anders als bei den für alle Vernunftgründe blinden Re­ vanchepolitikern Frankreichs, den weltbesitzgierrgen Imperialisten Englands und den sal­ bungsvoll vertrusteten Gefolgsleuten Wilsons? Wenn es also wahr ist, daß zu einem Dauer­ srieden friedliche Gesinnung und zu einem Völ­ kerbund Verständigungswille der Völker nötig ist, so ist es klar, daß Deutschland 'und Oester­ reich-Ungarn die wahren Vertreter des Völ­ kerbundgedankens stnd, und daß; die Ententege­ nossen .erst eine solche Eignung noch durch völlige Sinnesänderung beweisen müßten. Denn wenn, lote sß bei der jetzigen Ab­ lehnung der Burian-Note wieder mit erschrekkender .Deutlichkeit zutage trat, die Rtesen-i entente abhängig ist ton dem Willen des einen skruppellosen Weltherrschers Woodrow Wilsvn. bundsähig sind. Daran kann keine Anerken­ nung oder Nichtanerkennung ton feiten der Ententestaaten etwas ändern. Anders liegt es mit "unbefretten" Nationen. Will die En­ tente ton einer Selbständigkeit der Tschechen und Slowaken, dev Armenier und Araber ge­ sprochen wissen, so wäre demgegenüber mit eben solchem ober besserem Recht die Anerken­ nung dev Selbständigkeit bet Iren, Inder, Äegypter und Buren zu fordern. Für die Koloniakstaaten aber, deren Souveränität beschränkt ist, Hann zunächst eine eigene Vülkerbundfähigkeit nicht verlangt werden, was also auch für Kanada, Australien und andere Länder gilt, die sich! im britischen StaatÄierbande wohl und zu ihm gehörig fühlen. r Es gilt jetzt Positives zu schaffen. Die Negation, die gegenüber jedem ausbauenden Friedensgedanken von fetten der Ententestaats­ männer neuerdings laut geworden ist, zwingt und berechtigt die friedensfreundlichen Vier­ bundmöchte, mit der ihnen eigenen ruhigen Ueberlegung und w-eltversöhnlichen Gesinnung den Gedanken des Völkerbundes so zu fördern, daß er allmählich greifbar» Gestalt gewinnt.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Post«. f ■ i ft«ä Masetoitk*. r ; Paris, 24. Setzt. Der französische Orientv _. ir . v ._... . bericht vom 23. September meldet, daß die wie tonn da ein aus Schiedsspruch gegründeter | französische Kavallerie am 23. Sept. in Pri- lep eingezogen ist. Sie fand die Stadt un­ versehrt vor und bemächtigte sich! ungeheurer Vorräte. ; l ch &gt; , Li» lojähriger euMsitz-ämeritoni scher Vertrag, f , ! Washington, 25. September. (Reuter.) Ban fing und der britische Geschäftsträger in Washington tauschten die Ratistkationen des Abkommens über einen zehnjährigen ameri­ kanisch-englischen Schiedsverttag ans. ! BerlÄngerlUM der fleischilosen Woche«. Berlin» 25. Sept. Die verschiedentlich verbreitete Nachricht, daß auch! in den Mona­ ten November, Dezember und Januar mit fleischlosen Wochen zu rechnen sein wird, wird jetzt vom Kriegsernährungsamt bestätigt. SSiie «ordische Kvmgsznsamhttenkunft. f Christiania, 24. Sept. König Haakon ist heute mittags zum Besuch, am dänischen Hofe nach! Kopenhagen abgereist, ton wo er am Samstag hieher zurückkehren wird. ; spanische Krankheit i* Frankreich. Genf, 25. Setzt. Die heute eingetroffe­ nen französischen Zeitungen geben zu, daß die sogenannte spanische Epidemie jn ganz Frank­ reich herrsche und einen sehr ernsten Charakter angenommen habe. In dem südlichen Stadt­ teile von Paris selbst tritt die Krankheit als eine Ruhreptdemie aus. Der Polizeipräsekt verfügte eingehende Anweisungen, um die Ver­ breitung zu hemMen. Die "Victoixe" kenn­ zeichnet die Krankheit als choleraartige Epide­ mie. i i r ~ ; i Druck u. Verlag I. g. Rietsch. «erantwortllWe« TchMtleiter g. $. ÄSagnct. BeltSe En LandWtt.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vizekanzler b. Patzer erwiderte dann noch aus die Angriffe wegen seiner Stuttgarter Rede und führte aus, man könne formen von einem Mitglied der- deutschen Regierung keine an­ dere Erklärung über den bereits ratifizierten Bresl-Litowsker Frieden erwarten. "Wer könnte erwarten," sagte er, «daß, ein Mitglied der deutschen Reichsregier­ ung, wenn es über diese Tinge spricht, den staatsrechtlichen Zustand auf den Kopf stellen, Wer die Köpfe der anderen beteiligten Staaten, des Bundesrats und des Reichstags hinweg er­ klären werde, die Friedensve rtväge müssen auf­ gehoben oder wenigstens qbgecftrdert werden, und zwar nicht etwa von den Vertragschlie­ ßenden allein, sondern unter Mitwirkung der Feinde, mit denen wir tttol Kampf auf Leben und Aod stehen. Diese Vorstellung ist poli­ tisch, absurd, so abwegig, daß sie nicht weiter verfolgt werden kann. Aber auch, materiell kann eine andere Erklärung nicht abgegeben werden. Ter Frieden von Brest-Litowsk, so manches plan an ihm int einzelnen auch auszu­ setzen unternimstn't, ist schwer erkauft. Sein Zustandekontntsn war für uns eine Lebens­ frage. Heute noch haben wir das anergrößte Interesse an seiner Ausrechterhaltung, die al­ lein uns vor dem Zweifrontenkrieg und der Wiederherstellung des Zarenreiches sichert. An ihm rutirti«, solange der Krieg fortdauert, heißt das Vaterland direkt tit Gefahr bringen. Niemand in verantwortlicher Stellung kann sich dazu verstehen. ! Tsges-WerfiA 5er KrregsgefangcnenanstMssch. Tie französische Regierung hatte, wie erinnerlich, den in Bern vereinbarten großen Austausch bort Kriegsgefangenen und Zivilinternierten willkürlich eingestellt, als erst wenige Aus­ tauschzüge in Deutschland eingetroffen waren. Im Interesse der schwergeprüften deutschen .Kriegsgefangenen und Zivilinternierten und ihrer Angehörigen wurden von der deutschen Regierung sofort alle Schritte unternommen, um die baldige Wiederaufnahme des Austau­ sches durchzusetzen. Tas Ziel ist erfreulicher­ weise bereits zum Teil erreicht worden. Ein Austauschzug mit Kriegsgefangenen aus Frank­ reich wird am 26. September an der deut­ schen Grenze eintreffen und vom 8. Oktober ab sollen wieder von deutscher und französi-' scher Seite wöchentlich zwei Züge mit Kriegs- Tages-Uebersicht. gefangenen abgelassen werden. Es ist zu Hof- | | sen, daß, in Zukunft erneute Störungen des | i segensreichen Liebeswerkes nicht vorkommen und I auch der Austausch von Zivilinternierten bal- 1 digst wieder ausgenommen werden wird. ; | Rach dem Reichskanzler sprach vorgestern im Hauptausschnffa des Reichst tages General v. Wrisberg über die' militäri­ schen Vorgänge der letzten Zeit. Die Offensive sei anfangs geglückt. Beiderseits Reims je| doch fehlte die Ueberraschung. Nach Einstel­ lung der Offensive hatte der Feind das über­ führte englische Heimatheer, die farbigen Ar­ meen und' die amerikanischen "Divisionen zur Verfügung. Wir mußten uns auf die Abwehr einstellen. Gegen den Marnebvgen errang der Feind einen beträchtlichen Vorteil, doch gelang die strategische Rückverlegung der Truppen auf das nördliche Aisne- und Vpsleuser unter Ber­ gung des Kriegsmaterials, der Vorräte und eines Teiles der Ernte. Der Angriff zwischen Ancre und Avre führte durch die Massenanwendung von Tanks die Engländer zu einem Erfolg. Dem Angriff zwischen Aisne und Oise begegneten wir durch, Ausweichen hinter den Kanal. Später entschloß man sich, in die rück­ wärts voribereiteten Stellungen zurückzugehen. In diesen können wir mit vollem Vertrauen weitere Angriffe des Feindes erwarten. Auch ' an der Front bei Ipern und St. Mrhiel sehen . wir mit Vertrauen weiteren Angriffen des ' Feindes entgegen. Im Osten und an der ita­ lienischen Front ist di« Lage im allgemeinen unbetänbert. In Mazedonien gelang es dem , Feinde, die bulgarische Verteidigung an einer : Stelle nicht unerheblich zurückzudrücken. In ■ Palästina wurden die türkischen Kräfte aus : ihren bisherigen Stellungen geworfen, i Trotz der Materialverluste sind wir gut eingedeckt. Voller Todesverachtung und Hel­ denmut schlägt sich die Truppe in festem Ver­ trauen auf ihre Führung. Für uns gilt es, alles zu tun, um dieses Vertrauen zu ünterstützen und die Btttnimhmg. %u heben. Voll Ver­ trauen siehht die Oberste Hee^sleitung und Hee­ resverwaltung den künftigen Ereignissen ent­ gegen. Das Ziel wird erreicht, wenn &gt; Herr und Heimat znsÄMtnenarbeitru, wenn hinter der zähen Verteidigung und dem größten Opfermut unserer Truppen die eiserne Entschlossenheit unserer Heimat steht. Ein fester starker Wille führt znm ehrenvollen Frieden. t ’ &gt; Kapitän zur See Brüninghaus betonte, daß auch zur See unsere Sache gut stehe. Tie Zahl der jm Tienst befindlichen N-Boote ist heute größer als zu irgend einer Feit des Krieges. • In England verfolgt man alle Phasen des U-Bootskrieges mit gespanntester Aufmerksam­ keit. Wenn die am Bau de» U-Poote zäh und hingebend tätigen Arbeiter sich erst einmal klar gemacht haben, wie viel zu unserem' Exi­ stenzkampf von der Mitarbeit jedes einzelnen abhängt, dann sollte ich meinen, würden- die U-Boote noch schneller wie bisher fertiggestellt und wir damit unseres Endziel rascher näher­ kommen. Der Geist von Skagerrak ist in un­ serer Flotte lebendig und wird auch den UBootskrieg zum Ziele führen. Staatssekretär des Auswärtigen o. Hintze wies auf unsere Bereitschaft zum Frieden hin, die nach der Aufforderung Oesterreich-Ungarns sogleich von unseren Bundesgenossen unter­ stützt wurde. In Großrnßland brodelt dev Kessel der RevLIution weiter, geschürt von der Entente. Die Ukraine schreitet erfreulich in der Konsolidierung weiter. Unser Interesse gebietet, an dem Brester Frieden festzuhalten. Vizekanzler von Payer machte Mitteilun­ gen über die Verhältnisse der besetzten Ostseegebiete und' Litauen. Diese Länder wünschen den Anschluß an Deutschland. Wir haben da­ gegen keine Einwendung. Ueber 1 die Form der künftige« Regierung des ! Baltikums gehen die Meinungen dort wie in Teutschland I weit auseinander. Tie Entscheidung kann erst I erfolgen, wenn die Verständigung über die Kon- § I ventionen zustandegekommen ist. %</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
