Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-09-27. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 264, 1918-09-27. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 264 27. September 1918 ────────── Eine neue Kanzlerrede. Französisch-amerikanischer Großangriff in der Champagne und zwischen Argonnen und Maas; Der Durchbruch ist vereitelt. — Ein bulgarisches Sonderfriedensangebot. ────────── Vs« mstlichm KkitgsschWlT Ter zunehmende rSidcrspruch gegen Clemencea». ; Genf, 25. Setzt. Vor dem Senatsausschusse des Aeußern gab Pichon eine ausführ­ liche Erklärung über die Beantwortung dev Note Burians ab. In ganz Frankreich macht sich ein immer wachsender Widerspruch gegen Clemenceaus kriegerische Senatsrede bemerk­ bar. i 1 I Maß von Freiheit gelassen. Es wurde ihm sogar das Vorrecht gewährt, sich seinen Wohn­ sitz — in Karlstein — selbst zu wählen. Von einem seiner Freunde hörte idf nun unlängst, daß Professor Davies jetzt einen dreimonatigen Urlaub in Wien verbringen durfte, wo er in einem der besten.Hotels abstieg. Man kann sagen, daß seltne Internierung nur nominell ist. Der Herausgeeber der "Revue d'Autriche" bat ihn um Beitrrx^e, und die Wiener Universität erklärte sich Uern bereit, ihm monatlich Büchet aus der Universitätsbibliothek zu schicken." Es ist nicht uninteressant, daneben zu hal­ ten, was vier Tage später, am 31. .August, im "John Butt" zu lesen stand. Der bekannte Herausgeber Horatto Bottomleh schreibt: * "Dia bestialischen Hunnen, die wir gesanWie die "Times" indirekt aus Petersburg f gen genommen haben, müßten der strengsten Disziplin unterworfen werden, man müßte Tie Hungersnot in Archangelsk. , Wie die in Archangelsk erscheinende Zei­ tung meldet, hat die Stadt nur noch- für zwei Wochen Brot. Für die Bevölkerung des Gou­ vernements sind wenig Vorräte vorhanden. Aus Sibirien fei fein Getreide zu erwarten, da die Zufuhr durch die Bolschewiki verhindert sei. 'Die Eisenbahner hungern. Ueber die Men­ ge und die Lieserungsfristen des von der En­ tente einzuführenden Getreides sei nichts be­ kannt. f i Tie Ententelonsuln im Moskauer ameri­ kanischen Konsulat umzingelt. Die Berner Sowjet-Agentur meldet: Viele englische und französische Offiziere, die sich an der gegenrevolutionären Verschwärung be­ teiligt hatten, sind in der letzten Zeit in das Lager der Tschecho-Slowaken entslohen. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes und der ä«- ß.erst gefährlichen Tätigkeit der Verschwörer hat auch, nutzt erlaubt wurde, das Land zu verlas­ sen, so wurde ihm doch, ein ungewöhnliches und französischen Konsulatsbeamten zu inetr Nieren. Vor wenigen Tagen haben sich unge­ fähr 10 Konfulatsbeamte und Mrlitärfunktionäre, unter denen sich auch- einige Teilnehmer an der Verschwörung befinden, int Gebäude des amerikanischen Konsulats verborgen, das jetzt unter dem Schutz der norwegischen Flagge steht. Bekanntlich gewähren Konsulatsgebäude noch weniger wie Botschaften irgend welche Ashlrechte; die Auslieferung von Verbrechern aus diesen Gebäuden ist obligatorisch. Die Sowjetmacht hat jedoch, utnl die norwegische Flagge nicht zu verletzen, das Gebäude mit Postenketten umgeben, bis diejenigen, die sich dort verborgen halten, sich, freiwillig ergeben. Die Svwjetregierung garantiert ihre Unverletz­ lichkeit. Ihre Absicht ist, die Personen zu in­ ternieren. t Tie Sowjets und die Entente. Aus Rußland. erfährt, sollen sich die Sowjets in Petersburg, Kronstadt und Moskau für einen Krieg mit der Entente ausgesprochen haben. ────────── Der Krieg mit Italien. Italiens Kohlewnot Ter Präsekt von Mailand veröffentlicht einen dringenden in bewegten Worten abge­ faßten Mahnruf an die Bevölkerung, alle Kerne und harten Schalen von Pfirsichen, Aprikos fen, Datteln, Mandeln, Oliven, Wal- und Ha­ selnüssen zu sammeln und abzuliefern, damit aus ihnen ein besonderes Brennmaterial für die Bedürfnisse des Heeres hergestellt werden könnte. ' r * ' ────────── rialismus gereinigt werden müssen. Ueber die interalliierte Londoner Sozialistenhonserenz drahtet der 'Londoner Korrespondent des Po­ pulair: Der Eindruck, den man am Schluß der Beratungen hatte, ist der, daß künftig jede ähnliche Konferenz unmöglich geworden ist. Eine Konferenz mit nicht sozialistischen Elemen­ ten und besonders mit antisozialistischen ameri­ kanischen Ardeiterdelegierten, die durI ihre Zahl die echten Sozialisten unterdrücken und die Debatte u., die Entscheidungen fälschen, darf tu Zukunft nicht mehr stattfinden. Unsere englfe scheu Kameraden erklären, es sei nötig, die so­ zialen VorMnnpfer vor derartig zusammengesetz­ ten Konferenzen zu warnen. Ter erholungsbedürftige Lkohv George. Einem Amsterdamer Blatte zufolge ist Lloyd Georgs von Manchester nach London zurückgekehrt. Er will zur Erholung aufs Land gchen. ' ' , » Eine Gegenüberstellung. Mefangemenbehandlung beim Vier­ bund und in Englan d.) , In der "Westminster Gazette" oom 27. Aggust ist über das Schicksal eines internierten englischen Pr-ofessors zu lesen: "Unter den Zivilgesangenen in Oesterreich befindet sich ein Professor Gwilvm Davies, ,der früher de r Universität in Aberdeen ange­ hörte und au's Wales stammt. Er befand sich gerade in Oesterreich, aus der Suche nach Ma­ terial für ein. Geschichtswerk über die Doppel- ß.erst gefährlichen Tätigkeit der Verschwörer hat auch, nutzt erlaubt wurde, das Land zu verlas­ sen, so wurde ihm doch, ein ungewöhnliches Der Krieg mit England. Tie Londoner Konferenz. In der Humanite protestiert Renaudcl, der von London zurückgekehrt ist, dagegen, daß fein einziger seiner telegraphischen und schrift­ lichen Berichte für das nach Paris gelangt sei. Die Zensur Labe nur die tedenziösen und gefälschten Berichte der Regierungs­ presse durchgelassen. Ter Vorschlag Gompers über eine internationale-Konferenz sei Einstim­ mig von allen Delegationen mit Ausnahme der amerikanischen zurückgewiesen worden. Das­ selbe gelte für die Beschlüsse über die.Paßfrei­ heit. Sämtliche Delegationen, schreibt Renaudel, sind entschlossen, von den Regierungen der Entente energisch zu verlangen, daß nir- gends die Interessen der Demokratie geopfert, Ende zu bereiten. Der .Präsident der Repuwerden und daß, die gemeinsamen Kriegszielb 5 blik habe ein Rundschreiben,an die Provinzen bekanntgegeben werden, die von allem 'Jmpe- j erlassen, in webhem er um die Mitwirkung Maß von Freiheit gelassen. Es wurde ihm sogar das Vorrecht gewährt, sich seinen Wohn­ sitz — in Karlstein — selbst zu wählen. Von einem seiner Freunde hörte idf nun unlängst, daß Professor Davies jetzt einen dreimonatigen Urlaub in Wien verbringen durfte, wo er in einem der besten.Hotels abstieg. Man kann sagen, daß seltne Internierung nur nominell ist. Der Herausgeeber der "Revue d'Autriche" bat ihn um Beitrrx^e, und die Wiener Universität erklärte sich Uern bereit, ihm monatlich Büchet aus der Universitätsbibliothek zu schicken." Es ist nicht uninteressant, daneben zu hal­ ten, was vier Tage später, am 31. .August, im "John Butt" zu lesen stand. Der bekannte Herausgeber Horatto Bottomleh schreibt: * "Dia bestialischen Hunnen, die wir gesanWie die "Times" indirekt aus Petersburg f gen genommen haben, müßten der strengsten Disziplin unterworfen werden, man müßte ihnen zu fühlen geben, daß, .sie Kriegsgefangene und nicht unsere geehrten Gäste sind. Ich bin nicht dafür, noch neue Ministerien zu schaß fen, aber wahrhaftig, wenn ich, darüber nach­ denke, 'so möchte ich doch raten, ein besonderes Kriegsgefangenenministerium- zu gründen, und Bet Gott. dieses Amt möchte ich gerne antre­ ten. Wenn ich meinen Willen hätte, dann würden die Gefangenen das Lachen verlieren. Ich« verlange von unserer englischen Regierung, daß, sie diese gefangenen Hunnen es merken läßt, daß wir zwar ihre Gegenwart in England als eine Kriegsnotwendigkeit erdulden, daß, wir die gefangenen Deutschen aber als ein Uebel ohne mildernde Umstände ansehen und ihnen niemals erlauben werden, am Leben unseres Volkes teilzunehmen." ────────── der Gouverneurs zu einer schnellen Lösung der Schwierigkeiten bittet. Am -Schluffe des Artikels drängt die "Times" daraus, daß die Vermittlung in China nicht einer einzelnen Macht anvertraut werde, daß sich die Alliier­ ten vielmehr zu einer gemeinsamen Aktton zusammenfinden. i x > Aus China. Tie Entente in Chins. Die "Times" meldet aus Peking: In China herrscht vollständiges Chaos. Tie Kämpfe zwi­ schen dem Norden und den Süden seien auf shem toten Punkt angelangt.und das Land werde von Räubern überflutet. Wie die chinesische Presst mitteilt, hat der englische Gesandte in Peking dem Ministerium des Aeußern die Ver­ mittlung Englands und Amerikas angeboten. In chinesischen verantwortlichen Kreisen ge­ winnt, wie die "Times" behauptet, die Ueber­ zeugung immer mehr an Kraft, daß, die Ver­ bündeten starke Maßnahmen ergreifen müssen, ; um dem Streit im Innern Chinas schnell ein gends die Interessen der Demokratie geopfert, Ende zu bereiten. Der .Präsident der Repuwerden und daß, die gemeinsamen Kriegszielb 5 blik habe ein Rundschreiben,an die Provinzen bekanntgegeben werden, die von allem 'Jmpe- j erlassen, in webhem er um die Mitwirkung ────────── Ier Stieg zur See. Teutsche UnBoote an der amerikanische« 1 Hüfte. , 1 , j 85erIin, 25. Setzt. Den vorgestrigen Berichten über die deutschen Ü-Bootsoperatipnen an der amerikanischen Küste ist nach amerika­ nischen Blättern folgendes hinzuzufiigen: Der Newhork Times vom 14. August zufolge waren seit dem ersten Erscheinen eines Tauch.ootes in den amerikanischen Gewässern vom 18. Mai bis 13. August insgesamt 31 Schiffe versenkt worden. Die zunehmende Frequenz der An­ griffe .Mitte August erregte allgemeinen Un­ willen und gab der genannten Zeitung zufolge am 14. August zu einer langen Kabinettssitz­ ung Anlaß. Am gleichen Tage wurden die Fifchereischooner "Earl" und "Nettie" sowie der norwegische Dampfer "Sommerstad" (3875 T.) versenkt, der seit Mitte,Mai das 12. norwegische Opfer war. "Eveninglpost" vom 16. August meldet die Vernichtung des brasilianischen Mo­ torschiffes "Nadrugada" (1613 Tonnen) unweit Norfolk. "Newyoxk Times" vom 22. August zufolge richtete die bereits erwähnte deutsche Prise "Triumph" auf den Neufundlandbänken einen erheblichen Schaden an und vernichtete nach einer Montrealer Meldung im ganzen die neun Schooner zählende Fischereiflotte der Marittme Ns sh Corporation. Das begleitende Tauchboot versenkte den Schooner "Dela Gar­ de".. Im Senat erhoben darüber Mac UMber und Penrose scharfe Beschwerden gegen die Ma­ rineleitung, weil sie der U-Boote nicht Herr zu werden vermöchte. Der Vorsitzende des Ma­ rineausschusses, Lodge, versicherte, daß, alles zur Bekämpfung'geschehe. Einer Meldung der /,Associated Preß" vom 23. August zufolge wurde ineiter der britische Dampfer "Diamed" (4700 Tonnen) nach kürzern Feuergefecht ver­ nichtet. Die "Newhork Times" vom 24. August erwähnt die kurz vIcher unweit Halifax er­ folgte Versenkung bes x Petroleumdampfers "Luz Blau ca" und die Bexsenkung des britischen Dampfers "Eric" (600 Tonnen) sowie vier ame­ rikanischer Fischererschooner in der Nähe von Island. An Versenkungen amerikanischerSchisse in fremden Gewässern wurden bekannt ge­ geben: Am 21. August "Montanan" (6659 T.) und am 23. 'August das "Transportschiff "Lake Eden", sowie der Frachtdampfer .IWestbridge" (8800 Tonnen) und "Cubera" (7200 Tonnen. Ein schwedisches Kanonenboot gesunken. Ritzaus Bureau meldet: Das schwedische Kanonenboot "Gundel" ist 6 Meilen von «Äu­ gen auf eine Mine gestoßen. Von der aus 29 Mann bestehenden Besatzung sind der Führer und 19 Mann ertrunken; 2 Torpedoboote kamen mit den übrigen 10 Mann in den Hafen. Von ihnen ist einer tot, einer schwer und drei leicht verletzt. Man glaubt, daß jbte. Mine einem gan$ neuen Minenfeld angehört. Ier Stieg zur See. Teutsche UnBoote an der amerikanische« 1 Hüfte. , 1 , j 85erIin, 25. Setzt. Den vorgestrigen Berichten über die deutschen Ü-Bootsoperatipnen an der amerikanischen Küste ist nach amerika­ nischen Blättern folgendes hinzuzufiigen: Der Newhork Times vom 14. August zufolge waren seit dem ersten Erscheinen eines Tauch.ootes in den amerikanischen Gewässern vom 18. Mai bis 13. August insgesamt 31 Schiffe versenkt worden. Die zunehmende Frequenz der An­ griffe .Mitte August erregte allgemeinen Un­ willen und gab der genannten Zeitung zufolge am 14. August zu einer langen Kabinettssitz­ ung Anlaß. Am gleichen Tage wurden die Fifchereischooner "Earl" und "Nettie" sowie der norwegische Dampfer "Sommerstad" (3875 T.) versenkt, der seit Mitte,Mai das 12. norwegische Opfer war. "Eveninglpost" vom 16. August meldet die Vernichtung des brasilianischen Mo­ torschiffes "Nadrugada" (1613 Tonnen) unweit Norfolk. "Newyoxk Times" vom 22. August zufolge richtete die bereits erwähnte deutsche Prise "Triumph" auf den Neufundlandbänken einen erheblichen Schaden an und vernichtete nach einer Montrealer Meldung im ganzen die neun Schooner zählende Fischereiflotte der Marittme Ns sh Corporation. Das begleitende Tauchboot versenkte den Schooner "Dela Gar­ de".. Im Senat erhoben darüber Mac UMber und Penrose scharfe Beschwerden gegen die Ma­ rineleitung, weil sie der U-Boote nicht Herr zu werden vermöchte. Der Vorsitzende des Ma­ rineausschusses, Lodge, versicherte, daß, alles zur Bekämpfung'geschehe. Einer Meldung der /,Associated Preß" vom 23. August zufolge wurde ineiter der britische Dampfer "Diamed" (4700 Tonnen) nach kürzern Feuergefecht ver­ nichtet. Die "Newhork Times" vom 24. August erwähnt die kurz vIcher unweit Halifax er­ folgte Versenkung bes x Petroleumdampfers "Luz Blau ca" und die Bexsenkung des britischen Dampfers "Eric" (600 Tonnen) sowie vier ame­ rikanischer Fischererschooner in der Nähe von Island. An Versenkungen amerikanischerSchisse in fremden Gewässern wurden bekannt ge­ geben: Am 21. August "Montanan" (6659 T.) und am 23. 'August das "Transportschiff "Lake Eden", sowie der Frachtdampfer .IWestbridge" (8800 Tonnen) und "Cubera" (7200 Tonnen. Ein schwedisches Kanonenboot gesunken. Ritzaus Bureau meldet: Das schwedische Kanonenboot "Gundel" ist 6 Meilen von «Äu­ gen auf eine Mine gestoßen. Von der aus 29 Mann bestehenden Besatzung sind der Führer und 19 Mann ertrunken; 2 Torpedoboote kamen mit den übrigen 10 Mann in den Hafen. Von ihnen ist einer tot, einer schwer und drei leicht verletzt. Man glaubt, daß jbte. Mine einem gan$ neuen Minenfeld angehört. ────────── Fm HanPtansschntzi Sw® Skichsta-Vs eröff- i neto den Reigen der Parlamentsredner dev I Abg. Gröber (Z.). Tiefer wies aus die Stutt­ garter Rede v. Patzers hin, die ein RegierungsProgramm sei. Ueber die Handhabung des Be­ lagerungszustandsgesetzes verlangte er eine Er­ klärung des Kanzlers. Abg. Scheidemann HM den Frieden von Brest für ein Friedenshindevnis. Das Königsspiel bei den Ostvölkern müsse aufhören. Die Entlassung v. KüHlmanns habe be, r Friedenswerk geschadet. Abg. Fischbeck (Fr. Bp.) unterstützt die Völkerbundsidee und m inte: Tie politische Lage ist nicht so, daß die Dynastien sich darüber unterhalten kön­ nen, wie sie ihre eigene 'Hausmacht vermehren. Abg. Stresemann (natt.|> stellt sich ebenfalls auf den Boden des , Programms o. Paters und stimmte den Ausführungen des Staatssekretärs v. Hintze- zu. 'Er wird die volle Zustimmung des Parlaments haben, wenn er den Bestrebun­ gen entgegentritt, die daraus hinausgehen, einen Umsturz der heutigen russischen Verhältnisse durch deutsches Eingreifen herbeizuführen, äöit' sind damit einverstanden, daß mit den Rand­ staaten bald Konventionen abgeschlossen wer­ den, die eine Konsolidierung der dortigen Ver­ hältnisse ermöglichen. Die Kvlonisieruugsbestrebungen, die in Kurland von der Militärver­ waltung in Angrtsf genommen worden sind, billigen wir. Much den russischen Zusatzver­ trägen stimmen wir zu, die in ihrer 'Gesamt­ heit Deutschlands und Rußlands Interessen wahren. Die Verhältnisse in Rumänien er­ fordern unsere größte .Aufmerksamkeit. Den Ententewühlereien in Jafstz muß mit größter Energie entgegengetreten werden. Jnbozug aus Belgien widerspreche ich der Auffassung, daß Belgiens Schuldlosigkeit eriviesen sei. Tie Regierung sollte uns Gelegenheit geben, ihr Material kennen zu lernen, um 'den falschen Auslassungen der Entente entgegentreten zu können/ Tie Differenzen zwischen der Militär­ verwaltung und der politischen Leitung aus dem Gebiete der Handhabung des Belagerungs­ zustandes sind bedauerlich!. Wir erhoffen inbezug auf die IVahlrechtsfrage eine Verstän­ digung aus dem Boden der Vorlage zwischen Regierung und Herrenhaus. — Hieraus wurde bte Aussprache aus Donnerstag vertagt. Nach­ mittags fand geheime Sitzung zur Entgegen­ nahme ejner ausführlichen Unterrichtung über die militäristhe Lage statt. Ter Reichskanzler ergriff gestern imHauptausschuß, erneut das Wort. Er hielt die Be­ schwerden gegen die Handhabung der Zensur und des Vereins- und Bersammlungsrechtes zumteil als begründet. Er habe sich, überzeugt, daß in den bestehenden Gesetzen wesentliche Aen­ derungen eintreten müssen. Er gab die Ver­ sicherung, daß bis zum Wiederzusaimmentritt des Reichstages im November eine allen be­ rechtigten Klagen entsprechende Aenderung in die Wege geleitet sein wird. Er bat aber, nunmehr alles Trennende zurückzustellen und $ nischen Provinz im RahMen der Monarchie das Einigende voranzustellen. Unser Ziel sei: I verlangten. > 1 Schutz des Vaterlandes, seiner Unabhängigkeit und seiner Entwicklungsfähigkeit. Mgeordneter Graf Westarp führte Klage, daß die Art und das Maß der Zwangswirtschaft in den Kreisen der Landwirte eine Verstimmung und geradezu Verbitterung hervorgerufen habe. Die Demokratisierung ündParlamentarisierung hält er für kriegsverlängernd. Er fragte, wer die Sozialdemokratie zum Eintritt ln die Re­ gierung aufgefordert hat und Hält die BurianNote für bedenklich. Wir wollen kämpfen, bis der Feind gezwungen ist, Deutschsands Lebensnoüvendigkeiten anzuevkennen. Für die näch­ ste Zeit erscheine als höchste Pflicht die Auf­ rechterhaltung einmütiger Geschlossenheit und zuversichtlichen Vertrauens. < Die Gewinne der Kriegsindustrie. Hierzu schreibt der "Bayer. Kurier": Wie notwendig in der Tat eine scharfe Kontrolle der Krjegsgesellschasten und Kriegsindustrie und der vom Reich, bzw. der Heeresverwaltung gezahlten Preise wäre, erhellt heute wieder aus einer einfachen Handelsnachricht. Man lese: 'Die Metallwarenfabrik H. Messner in Mehlis ver­ teilt heuer 25 Prozent Dividende, 10 Prozent Bonus und auf vier Aktien eine Gratisaktie. Mt Dividende, Bonus und dem Kurswert der Gratisaktie beläuft sich, also der heurige Profit aus.über 100 Prozent. Die Aktionäre, welche die Aktien zum Nennwert seinerzeit erworben haben, erhalten also für 1917 als Jahresertrag ihr ganzes eingezahltes Kapital zurück und noch, was darüber. Dabei ist dies« heurige Riesendividende nicht etwa eine Entschädigung für früher erlittenen Verslust, denn auch, im Jahre 1916 bezogen die Aktionäre 22.5 Proz, Dividende. Solche unerhörte Profite sind doch nur henkbar, wenn die hergestellten Fabrikate riesig überteuert werden. Eine einigermaßen richtig, arbeitende Kontrolle müßte das doch feststellen und abstellen können. Tas aber wäre wenn andere Instanzen nicht funktionieren, eine dankbare Ausgabe für die Reichstagsab­ geordneten, welch« audj, das Mandat haben, das Volk vor Auswucherung zü schützen. Eine weitere Frage ist die steuertechnische Seite. Ter Krieg neigt sich, seinem Ende zu und dieKriegsnutznießer schaffen die gemachten Erübrigun­ gen in die Scheune, um sie vor derm Zugpiss des Steuerbeamten zu sichern. Wtrdd hier rück­ sichtslos und ausgiebig 'zugegriffen«: werden, wie eh die steuerlich« Gerechtigkeit einerseits und die finanziellen Nöte des Reiches ander­ seits gebieterisch, erheischen? Das Innre in der Tat wichtiger, als Parlamentarisierung und Demokratisierung. Ukrainische Wünsche. Im Boltshause zu Lemberg.fand eine Kundgebung der Ukrainer (Ruthenen) statt, die gegen die austro-polnische Lösung Stellung nahmen und in einer Ent­ schließung die Schaffung einer besonderen ukrai- nunmehr alles Trennende zurückzustellen und $ nischen Provinz im RahMen der Monarchie das Einigende voranzustellen. Unser Ziel sei: I verlangten. > 1 BerMndigNng über das gleich« Wahlrecht in Preußen. Im Herrenhaus traten gestern zunächst die Fraktionen zusammen. .Man nimMt an, daß die' Weiterberatung der Aahlrechtsvorlage vor Ansang nächster Woche be­ ginnen wird. Die vorherrschende Meinung unter den Mitgliedern des Ausschusses geht nach der "Voss. Ztg." dahin, daß die Wahlrechtsvor­ lage zweifellos in einer Gestalt aus dem Aus­ schuß, hervorgehen wird, durch die der Grundsatz, des gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts sichergestellt ist. Es scheint, als ob di,e einzige Belastung dieses .Prinzips die Hinzusetzung einer Alterswahlstimint« sein wird. , Abbau der ziriegswirtschast nach dem Arie»« den. In Berlin veranstaltete der Hansabund unter Mtwirkung von 94 wirtschaftlichen Ver­ bänden unter Leitung des Geheimen Justizrats Dr. Rieß«r am Dienstag abends eine große Kundgebung für den sofortigen Abbau der Kriegswirtschaft nach dem Frieden und für die Freiheit der Wirtschaft. Dr. Rieß«r führte in seiner Rede des näheren aus, das deutsch« Volk müsse verlangen, daß, sein harter Kampf nicht dauernd und in immer größerem Maße durch, unzählige Verordnungen und ZwangsVorschriften unnötig erschwert werde, und daß eine solche Einschnürung muh, dem Kriege ganz aufhöre. Reichstagsabgeordneter StubmannHamburg sagte u. a.: Ueber alle Meinungsver­ schiedenheiten hinweg ist im deutschen Volke der unerschütterliche Glaube, daß uns dieser Krieg die weltwirtschaftliche Atemfreiheit zu­ rückbringen muß,, daß hierfür unter allen Um­ ständen der Sieg erfochten werden muß,, die Freiheit der Meere und ein überseeisches Deutschland erkämpft werden muH,, erhalten ge­ blieben. " ! - . I ' , ,,,,b» > ,, ,,,i» ü Allerlei. Raubmord. Aus Salzburg' wird gemeldet: Die 21jährige Magd beim Rauchen schwenerbauern in Unterdors, Marie Tiefgvaber, wur­ de, während sie abends in der Stube allein war, von bisher unbekannten Tätern überfal­ len und mittels einer Hacke niedergeschlagen. Pie Täter raubten neben 180 Kronen Bargeld der Bäuerin noch, Schuhe, Wäsche und Lebens­ rnittel. i ( ■ \ Diebische Postanshelserinnen. In Genf wurden 30 Postaushelserinnen verhaftet, die eine Menge von Seiden- und anderer Waren ge­ stohlen hatten. Bisher ist es gelungen, Wa­ ren im Werte von 25 000 Mark wieder herbei­ zuschaffen. i i | ' i ( ────────── Am besten für die Seinen sorgt tot* sein Geld dem Staate borgt. Zeichnet Kriegsanleihe! Geld und Sieg beende« dejn Krieg. -Zeichnet l Kriegsanleihe! Allerlei. Raubmord. Aus Salzburg' wird gemeldet: Die 21jährige Magd beim Rauchen schwenerbauern in Unterdors, Marie Tiefgvaber, wur­ de, während sie abends in der Stube allein war, von bisher unbekannten Tätern überfal­ len und mittels einer Hacke niedergeschlagen. Pie Täter raubten neben 180 Kronen Bargeld der Bäuerin noch, Schuhe, Wäsche und Lebens­ rnittel. i ( ■ \ Diebische Postanshelserinnen. In Genf wurden 30 Postaushelserinnen verhaftet, die eine Menge von Seiden- und anderer Waren ge­ stohlen hatten. Bisher ist es gelungen, Wa­ ren im Werte von 25 000 Mark wieder herbei­ zuschaffen. i i | ' i ( ────────── RWiger nickte vor sich hin; er sah ein, daß Erich recht hatte. Er verstand — und entschuldigte. .Das Richten und harte Ver­ urteilen hatte er sich längst abgewöhnt. Und er zürnte auch! der Frau nicht wegen ihres Hasses — er begriff ihn beinahe. Dieser Hatz war auch, eine Art Größe; nichts Kleinliches hastete ihm jedenfalls an. Wer st leidenschasw tich zu hassen vermochte, der konnte auch mit der gleichen Stch-cke lieben , Und er verstand den Bruder, daß, ec diese Frau, die noch! imlmer bedeutend und schön war, nicht vergessen hatte Wunen, er verstand, daß Ottokar }ie suchen wollte, weil die Er­ innerung an das frühere Glück Wermächtig wurde nach den Enttäuschungen vieler Jahre. In ihm war, trotz der Erschütterung deri letzten Stunde, eine große Freude: Lori war ihm ebenbürtig! Und von ihr ließ er nicht!; sie mußte sein werden. Jetzt in sie zu drin­ gen, daß! sie sich zu ihm bekenne und von der Mutter Wwende, wäre unnatürlich gelte* sen — sür jetzt mußte er sich! ihrem Beschlusse fügen. Noch, Wer war nicht das letzte Wort gesprochen. — — i • i < Die beiden Herren erhoben sich und gingen aus den Wagen zu, der in einiger Entfernung hielt. ' | i ( , . r U "Erich, wenn Sie Zeit haben, fahren Sie noch ein Stück mit mir, und erzählen mir unterwegs von sich, Ihrem Leben und Wün­ schen; mich interessiert alles! Ich möchte Ih­ nen in jeder Weise entgegenkommen, möchte Sie fördern. " | j r "Ich danke sehr, Herr Graf, doch jetzt habe ich keinen Wunsch!" Schroffer als beabsichtigt, kam das aus seinem Munde. i . "Warum so stolz — und warum diese förmliche Anrede?" "Verzeihen Sie, doch ich muß mich erst an das andere gewöhnen!" 1 / "Vergessen Sie nicht, ich kam zu Eriche Berger als Verlobter seiner Schwester, dem demnach! eine verttaulichere Anrede zukommt. Erst in dem Schwager fand ich auch den Nef­ fen." i i Unweit der Obersürsterei begegnete ihnen das leichte Jagdwägelchen Herrn von Eggerts, von Jutta gelenkt, neben der Max von Hellwig in Uniform saß,. Der Oberförster hatte es sich im Fond des Wagens bequem gemacht. Verwundert blickten die drei auf den äu­ ßerst vornehm aussehenden Begleiter Erich Bergers. > ! z i | "Nanu?" fragte der Oberförster, als man aneinande» vorbei war und »r Erichs Gruß freundlich erwidert Hatte, "nanu — ? Wen hatte denn der Berger bei sich,? Er wird sich doch nicht unter der Hand nach einer anderen Stellung umgesehen haben? Es macht mir ganz den Eindruck. Berger hatte in letzter Zeit so was Merkwürdiges, Verschlossenes an sich-" " "Dann lasse ihn doch, Papa!" warf Jutta Wer die Schulter weg, ihrem Vater zu. Ihre Sttmme Yang aber bedeckt, unfrei; "wenn er gehen will —", sie zuckte die Llchseln. ,Liegt Ihnen denn st viel an dem Förster, verehrter Schwiegerpapa?" näselte der Leut­ nant, "ist der Mann so.tüchtig?" i "Ob er tüchtig ist! Unersetzlich wäre er mir! In dem ganzen Umkreis gtbts nicht einen, der ihm gleichkommt, einschließlich sämt­ licher Forstasfessoren! — Weil er nicht bloß um das bißchen Geld arbeitet, sondern mit dem Herzen dabei ist — er liebt sein Revier wie eine Mutter ihr Kind liebt, ein Bräutigam seine Braut! — Ein Prachtkerl lst'Ä — Möchte bloß wissen, was dem üb^r die Leber gelaufen ist! ..." 1 i "Hoppla, mein Töchterchen —" ' 1 Ex sprang auf. i i , > . ^ > jctfS» i- jZvrtsetzung folgt.) -: ────────── Ei« TotMag ereignete sich in Rimpach. Dort begegnete der 10jährige wegen eines Nervenschoks vom Militär beurlaubte Jnwvhnerssohn Gsellhoser mit seinem! Heufuhrwerk dem Fuhrwerk des 48jährigen Oekonomen Sterr. Wegen des gegenseitigen Ausweichens kam es zum Streit, in dessen Verlauf Gsellhoser mit einer Hacke dem Sterr den Schädel spaltete. Dingo lftng, 25. Sept. (Brand.) Ge stern brannte ein Wer 100 Zentner Stroh enthalten­ der neben dem Anwesen liegender Strohhausen des Söldners Schmeißer in Mosthenning nie­ der. Während der Löscharbeiten entstand in dem ca. 30 Meter entfernten Anwesen des Söldners Gaßner Feuer, das sich! so schnell ausbreitete, daß außer dem Vieh wenig geret­ tet werden konnte. Ueber 1000 Marl Bargeld gingen zugrunde. Der Schaden wird auf min­ destens 12 000 Mark geschätzt. Der Brand soll durch zwei vier und fünf Jahre alte Knaben verursacht worden sein. ' f Langquaid, 26. Sept. (Todestrunk.) Tie 10jährige MMerstvchter Adelheid Schmatz in Schick« trank vorige Woche aus einer Flasche, welche Laugensteinlösung enthielt. Das Kind verbrannte sich derart, daß, es vorgestern 'trotz ärztlicher Hilfe starb. , ' > > Niederbayerische Nachrichten. ────────── Dienstesnachrichten. Verwaltung der Zölle und indirekte« Steu­ ern. Der mit dem Titel und Rang eines K. Regierungsrates bekleidete Oberzollinspektor und Vorstand des Hauptzollamts Schweinfurt Tiensteseigenschast an das Hauptzollamt Lands­ hut in etatsmäßiger Weise versetzt; auf Ansuchen Heinrich, Streit auf sein Ansuchen in gleicher in gleicher Tiensteseigenschast in etatsmäßiger Weift versetzt der Grenzoberkontrolleur Max von Mayerhoser in Waldthurn an die Grenz­ oberkontrolle in Zwiesel. , ────────── jeder Berufsstand alt jenes gesagt, was be'. der Rückkehr von ihm zu geschehen hat, wo *nb itne es zu erledigen ist. Dabei ist best u;r-5 wichtig, daß nicht — wie man es häufig find t — nur etwa die militärischen Versorgungsre.yte behandelt sind. Alke Gebiete, die überhau 4 tn Frage kommen sönnen, sind besprochen. Das Buch kann in jeder Buchyandlung und beim Bayer. KomMunalschristen- Verlag G. m. b, H( München, Arcisstratze 35 (Preis 2.65 Mark) bezogen werden. , , Literarisches. An was hat der heimkehrende Kriegsteil­ nehmer zu denken? Das Buch, ist ein prakti­ scher Wegweiser sür den Kriegsteilnehmer zur Wiedereinführung ins bürgerlich^ Leben und zur Geltendmachung der Rechte und Ansprüche und ein vollendetes Auskunftsbuch auch sür die amtlichen Stellen und Kriegswohlsahrtseinrichtungen .Es ist erstaunlich, wie es den Verfassern gelungen ist, in der Form eines Taschenbuches alles zu sagen, was der Kriegs­ teilnehmer zu wissen braucht, gleichviel ob er Offizier oder einfacher Wann ist, aktiv dient oder der Reserve, Landwehr oder dem Land­ sturm angehört,^ und zwar was ihn insbe­ sondere auch nach seinem Zivilberuse interes-, Kein Volk der Erde. hat jemals mehr gelesen, als das deutsche während des letzten Jahrhunderts, und .kein Volk jemals einen schlagenderen Beweis geliefert, wie wenig angelerntes, totes Wissen für die Förderung der großen Nationalinteressen nützt. Viele behaupten sogar, daß die auffallende Verschrobenheit in manchen Richtungen des Tags, die Irrtümer und Torheiten,' welche sich gleich kymerischen Nebeln über Deutsch­ land gelagert haben, zum nicht geringsten Teil in der krankhaften Lesesucht und der reglementierten Bielwisserei ihre Erklärung finden, welche den deutschen Geist abgestumpft, den deutschen Mut gebrochen, den deutschen Stolz gebeugt, die ganze Nation entnervt hätte. Wird man nicht an die Worte eines nationalen Geschichtschreibers des vorigen Jahr­ hunderts erinnert, wenn man den Streit verfolgt, der sich heute in den großstädtischen Kuhhäuten um Kriegsziel, innere und äußere Politik abspielt? Parteiverblendung und Dok­ trinarismus, begünstigt von einer niedrigen Senscaüonsmache, feiern Triumphe, während der Feind an die Tore pocht. Loki, der Geist der Zwietracht, das alte Unglück Deutsch­ lands entstammt. Ein Glück, daß eine vater­ ländische Gesinnung noch nicht erloschen ist und vor allem in der Provinz dem Helden­ mut unserer Streiter Rückhalt bietet. Hier hält sich auch ein großer Teil der Presse von widrigem Parteigezänk fern und will nichts anders, als dem Vaterlands und seinen Jntereffen dienen. I Man abonniere umgehend aus den "Studier für Mederbayeru" bei allen Postaniftalten, bei unseren Trägerinnen, sowie in unseren Expeditionen. | Der Bezugspreis beträgt vierteljährig Mk. 1.80 ohne Zustellgebühr. Durch die Post Mk. 2.10 ohne Zustellgebühr. Träger­ lohn 50 Psg. im Vierteljahr, 20 Pfg. im 'Monat. Laudshnt, de» 27. Septernknr. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Pionier einer Minenwerser-Abteilung Herrn Michael Schwarzsischer, Sohn des Bräugehilsen Herrn Niederer, und dem Kanonier Herrn Seb. Eder, 'Schneiderssöhn von hier, verliehen. —* Falsche Gerüchte. Hiezu erklärte in der gestrigen Gemeindekollegiumssitzung der Vorsitzende des Kollegiums, Herr Hoflieferant Fahrmbacher: Wie Ihnen aus der Presse be­ kannt sein wird, hat der Herr Bürgermeister gegen verschiedene in Umlauf befindliche Ge­ rüchte Wer seine Amtsführung in einer der letzten Magistratssitzungen Stellung genom­ men. Es ist tief bedauerlich,, daß man von verschiedenen, wahrscheinlich unverantwortli chen Seiten aus versucht, dem neuen Herrn Bürgermeister die Amtstätigkeit zu erschweren Wenn auch diese Gerüchte an sich schpn den Stempel der Unglaubwürdigkeit tragen, so jst die niedrige Gesinnung, die diejenigen bekun­ den, welche solche Gerüchte in Umlauf setzen, doch, sehr verabscheuungswürdig und Sie, meine Herren, werden diese Anschauung mit mir si­ cherlich teilen. Das Kollegium zollte diesen Worten allgemeine Zustimmung. 1 —* Vier Wochen Urlaub wurden in der gestrigen Sitzung des Gemeindekollegiums Herrn G.-B. Wiesbeck erteilt. , —* Der Ankauf von Grundstücken für die Stadtgemeinde tag bisset in den Hän­ den des Herrn W.--R. Koller. Nunmehr hat der Magistrat beschlossen, zu diesem Zwecke eine Kommission zu bilden unter dem Vorsitz des Herrn Stadibaurates Simon. Als Mit­ glieder wählte der Magistrat Herrn M--R. Koller und das Gemeindekollegium Herrn G.B. Binder. —■* Erhöhung des Preises sür elek­ trischen Strom. Die städtischen Lichtwerke hatten schon bei Beratung des städt. §au§§alt^ ) —> planes daraus hingewiesen, daß zur Deckung fieren muß. Es findet der Berufssoldat, ebenso des 10 000 Mark betragenden Defizits eine Erwie der als Soldat dienende Arbeiter, Ange- hühung des Strompreises kaum zu umgehen sein stellte, Beamte, Landwirt, Gewerbetreibende., werde. Doch wurde damals noch anderweitig Kaufmann. Industrielle, Student, Rechtsan- Abhilfe geschasst. Nun machen neuerliche Erwalt, Arzt, Haus- und Grundbesitzer, kurzum | Höhungen der Materialpreise die Frage wieder ────────── brennend. Die Lichtwerkdirektton schlägt daher jetzt vor, die bisherigen abgestuften Tarifsätze aufzuheben und an deren Stelle einen Einheits­ satz von 65 Psg. pro Kilowattstunde für die ersten 3000 K.-S. und 60 Psg. für jede weitere K.-S. zu setzen. Für Berg ob Landshut wird der Preis jeweils um 5 Psg. erhöht. Der Ertrag dieser Erhöhung wird aus insgesamt 7—8000 Mark geschätzt- Ferner soll die Direk­ tion der Lichtwerke ermächtigt werden, mit der Eisenbahndirektion Regensburg, der Oberpost» direktion Landshut und der Garnisonsoerwaltung Landshut in Unterhandlungen über Er­ höhung der vertragsmäßig festgelegten Strom­ preise zu treten und bei unbefriedigendem Ver­ laus der Verhandlungen die Verträge zu kün­ digen. Hierzu wurde gestern im Gemeinde­ kollegium bekannt gegeben, daß, die Eisenbahn bisher 37 Psg., die Oberpostdtrektion 50 Psg.die G arni sonsverwaltung 43 Psg. für die Kilo­ wattstunde bezahlen. In der Besprechung die­ ser Angelegenheit wies Herr G.-B. Schund erneut darauf hin, ob es nicht angezeigt wäre, unter Vermeidung einer Strompreiserhöhung das Defizit Des Elektrizitätswerkes durch eine Erhöhung des Fahrpreises der mit dem Werke zusammenhängenden Trambahn auf 15 Pfg. auszugleichen. Nachdem ausgetretene Beden­ ken wegen zu unsozialer Wirkung des oorsgeschlagenen Einheitstarifes durch die ErMrung beseitigt wurden, datz die Hauptleidtragen­ den des neuen Tarifes die Großabnehmer sei­ en, wurde com Kollegium der GemeindebevollMächtigten mit allen gegen 7 Stimmen die hon der Direktion vorgeschlagene PreisevhLhi1mg genehmigt. i Zum Zwecke von KriegsanleiheZeichnungen werden laut amtlicher Bekannt­ machung i&e früher an die Staatsbeamten, Geistlichen und Lehrer Vorschüsse gewährt. —* Todesfall. Gestern früh starb nach achtmonatigem, mit größter Geduld ertragenen schweren Leiden Frau Maria Fischer, die Gat­ tin des Steinmetzmvisters Herrn Karl Fischer hier. Die Verblichene, welche im 42. Lebens­ jahre stand, war eine liebevolle treue Gattin Und herzensgute Mutter. Seit Einberufung des Gatten zum Heere, die aml 4.. Mobilma­ chungstage erfolgte, war sie unermüdlich im Geschäfte tätig. Dort hat sie sich: auch eine Verletzung zugezogen, die ihr jetzt einen allzrrjsrüben Tod brachte. Zwei unmündige Kinder , stehen mit dem tieftrauernden Gatten an der : Wahre der treubesorgten Gattin und Mutter. i —* Liberale Vereinigung Lands­ hut u. U. Morgen Samstag abends Bespre­ chung im "Sterngarten". ' t . —* Tie Lebensmittelmarken wurden morgen Samstag in den 15 Abgabelokalen nachmittags 3 Uhr bis halb 7 Uhr zur Vertei­ lung gelangen. r —* Zur Gastwirteversammlung ist noch nachzutragen, bah der Beschluß der borletz­ ten Versammlung bestätigt wurde, nach wel­ chem hie Wirte ln erster Linie ihre ständigen Gäste versorgen wollen, da die Wirte bedacht sein müßten, ihren alten Kundenftamm sich für spätere Zeiten zu erhalten. Außerdem sol­ len noch Uebernachtungsgäste Verpflegung fin­ den. Dagegen soll an .Passanten nur bann eine Abgabe von Speisen erfolgen, wenn die erfor­ derlichen Lebensmittel vorhanden sind. ' Es wurde hierbei in der Besprechung betont, daß sich! dje Passanten ohnedies in großer Zahl aus fremden Hamsterern zusammensetzen, welche uns die Lebensmittel durch wilden Aufkauf verteu­ ern. Tie Wirte hätten daher kein Interesse, diesen besonders entgehen zu kommen. Dieser Beschluß steht, wie Herr Bürgermeister Dr. Herterich betonte, auch dvllkommen im Ein­ klang mit einem Erlaß! des steift). Generalkom­ mandos des l. B. Armeekorps. —* Stadttheater. Am Sonntag, den 29. ds., findet eine Vorstellung der Operette »»Der Zigeunerbaron" statt. An Stelle von Frau Carola Galster, die erkrankt ist, wird die Vartie der "Safsi" Frl. Elsbeth Ott vvm Stadkitheater Greifswald als Gast übernehmen. Den Schweinezüchter "Zsupan" spielt Herr Heinrich Koller als Gast, der vorjährige Oberfpielleiter des Regensburger Stadttheaters. < —* Dke Landshuter Liedertafel ver­ anstaltete gestern abends in der nun nach vier­ jähriger Pause wieder seinem Zwecke zugeführ­ ten Marttnsturnhalle ihr erstes ordentliches Konzert. Das reichhallige Programm "'wurde nur von zwei Münchener Künstlerinnen, der Konzertsängerin Amalie Hermänn (Sopran) u. der Harsenkünstlerin Paula Klein, bestritten. Beide tonnten einen vollen Erfolg buchen. Me Sängerin nennt einen feuchtenden Sopran Ihr Eigen, der bei aller Macht und Stärke weich und bezaubernd den Hörer umslutet. Ter tezhinisch gewandte Vortrag erfährt durch tiefinner­ liches Ersassen der Tondichtungen, warme Be­ seelung, die oftmals geradezu bezaubernd wirkt, Ihr Vorttag von Negers "Des Kindes Gebet" war betender Gesang. Welchem der übrigen Lieder der Vorzug zu geben sei, ist schwer zu sagen, denn die Künstlerin behandelte alle Mit gleicher Liebe und Sorgfalt. ES war daher kein Wunder, daß ihr stürmischer Beifall zuteil wurde, der sie mehrmals zu Wiederholungen, ■ zwang. Frau Marie Gchjäsfner-Zieske ging in rj ihrer Begleitung aus dem Flügel liebevoll auf die Intentionen der Sängerin ein. Me Hai^enItonftlerm Frl. Paula Klein ’&ab uns Gelegen­ heit, dieses ziemlich seltene Instrument in Vol­ lendung spielen zu hören. Frl. Klein verfügt über eine kaum zu Wertreffende Technik, die sie bor keiner Schwierigkeit zurückschrecken läßt. Auch sie vereint mit technischer Fertigkett ein . warmes, von ttesinnerlichem Empfinden zeugen| des Erfassen der von ihr vorgetragenen Werke. * Geradezu bezaubernd perlten die Töne in Tedessis "An der Quelle" unter den zarten Hän­ den der Künstlerin hervor. Auch sie konnte daher nichtendenwollenden Beisall der zahl­ reichen Hörer sich zueignen. Der Gesamtein­ druck war sicher bei allen Besuchern des Abends volle Befriedigung und der Wunsch nach einem Wiedersehen mit den beiden Künstlerinnen. KritVMkft a»$ hm Westen. i , Berlin, 24. September 1918; (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Die Sümpfe vor Ser SiegfriedfleHimg. Telegramm unseres Krttg-berichlerstatber«. Gr. Hauptquartier» 23. Schptember. Tie Kampfhandlungen der letztern Tage haben gezeigt, daß den verbündeten ' Feinden alles daraus ankam, die endlich erreickhte Ein­ heitlichkeit des Oberbefehles durch bte lücken­ lose Fortsetzung des Druckes aus die gesamt« Angrisfssvont auszuwirken. Zugute kam dem Feinde die fast an allen Kampfab schnitten be­ trächtliche Ueberlegenheit an Masse und Ma­ terial, sowie die Tatsache, daß er Bei, Beginn unseres Rückzuges meist Nachhuten vor sich hatte, die ihn befehlsgemäß, nur so lange auf­ hielten, bis das Gros mit dem Abbau und der Zurücknahme fertig.war. Mehr und mehr zu seinem Schaden machten sich die zunehmende Entfernung von seinen rückwärtigen Verbin­ dungen die Schwierigkeiten des Vormarsches und Nachzuges durch das zerstörte Gelände und sehr empfindlich auch das Wetter gellend, das mit Landregen am'Tage urit> ganz abnorm häufigen nächtlichen Gewittern und Wolken­ brüchen die (Straften von Flandern bis zur Woevre in fufttiefe Schlatmyisümpfe verwan­ delt hat. Während an Truppen und Kolon­ nen des Feindes das ausgeweichte Trichlerland und die künstlich, gestauten Ueberschwemmung^ gebiete die äußersten Anforderungen stellten, hatte» sich unsere Truppen zu setzen begonnen. In welchem Maße bie Verschiebung der Kampsbasis zu unseren Gunsten dem Gegner fühlbar wurde, hat unwillkürlich der englische Heeresbericht zugestanden, der mitten aus dem eigenen Vormärsche heraus plötzlich seit betn! 19. von deutschen Großangriffen westlich und südwestlich von Cambrai berichtete, von denen dev deutsche Heeresbericht nichts wußte —, so überwältigend wirkten auf den Feind die ihm | seit Beginn unserer Rückzugsbewegung täg­ lich gewohnten Gegenstöße der deutschen In­ fanterie, als sie aus der Nähe der allmählich erreichten Widerstcmdsllnie statt tote bisher aus ────────── Letzte Posten. ! s Neue tt*8wi8etS»ifoe, WTB. Berlin. 26. Setzt. (Amtlich.) Im Atlantic versenllen unsere U-Boote 28 000 Br.Registertonnen, darunter 3 Dampfer von zu­ sammen etwa 18 000 Brutto-Registertonnen, von denen einer als amerikanischer festgestellt wurde. u ! , Ter Chef des AdmiralflabeS der Wartn». Ci« bulgarisches San»erfriedensangebot. WTB. Berlin, 26. September. (Mmtl.) Es liegen Nachrichten vor, wonach von dem bulgarischen Ministerpräsidenten Malinow an den Führer der gegen Bulgarien operierenden Entente-Truppen das Angebot eines Waffen­ stillstandes gerichtet worden sei. Wie gemeldet wird, ist Herr Malinow mit diesem Angebot aus eigene Hand ohne Zusttmmüng des Königs, des Parlaments und der bulgarischen Heeres­ leitung vorgegangen. In den bundestreuen Kreisen Bulgariens hat dieses Vorgehen Malinvws große Erregung hervorgerufen. Militä­ rische Maßnahmen zur kraftvollen Unterstütz­ ung der bulgarischen ßtamt sind im Gange. Eine Gegenbewegung gegen den Ministerpräsi­ denten Malinow macht sich nach den letzten Nachrichten aus Sofia zu urteilen, bereits gel­ tend. ' i ────────── Kreigsbriefe aus dem Westen. i , Berlin, 24. September 1918; (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Die Sümpfe vor Ser SiegfriedfleHimg. Telegramm unseres Krttg-berichlerstatber«. Gr. Hauptquartier» 23. Schptember. Tie Kampfhandlungen der letztern Tage haben gezeigt, daß den verbündeten ' Feinden alles daraus ankam, die endlich erreickhte Ein­ heitlichkeit des Oberbefehles durch bte lücken­ lose Fortsetzung des Druckes aus die gesamt« Angrisfssvont auszuwirken. Zugute kam dem Feinde die fast an allen Kampfab schnitten be­ trächtliche Ueberlegenheit an Masse und Ma­ terial, sowie die Tatsache, daß er Bei, Beginn unseres Rückzuges meist Nachhuten vor sich hatte, die ihn befehlsgemäß, nur so lange auf­ hielten, bis das Gros mit dem Abbau und der Zurücknahme fertig.war. Mehr und mehr zu seinem Schaden machten sich die zunehmende Entfernung von seinen rückwärtigen Verbin­ dungen die Schwierigkeiten des Vormarsches und Nachzuges durch das zerstörte Gelände und sehr empfindlich auch das Wetter gellend, das mit Landregen am'Tage urit> ganz abnorm häufigen nächtlichen Gewittern und Wolken­ brüchen die (Straften von Flandern bis zur Woevre in fufttiefe Schlatmyisümpfe verwan­ delt hat. Während an Truppen und Kolon­ nen des Feindes das ausgeweichte Trichlerland und die künstlich, gestauten Ueberschwemmung^ gebiete die äußersten Anforderungen stellten, hatte» sich unsere Truppen zu setzen begonnen. In welchem Maße bie Verschiebung der Kampsbasis zu unseren Gunsten dem Gegner fühlbar wurde, hat unwillkürlich der englische Heeresbericht zugestanden, der mitten aus dem eigenen Vormärsche heraus plötzlich seit betn! 19. von deutschen Großangriffen westlich und südwestlich von Cambrai berichtete, von denen dev deutsche Heeresbericht nichts wußte —, so überwältigend wirkten auf den Feind die ihm | seit Beginn unserer Rückzugsbewegung täg­ lich gewohnten Gegenstöße der deutschen In­ fanterie, als sie aus der Nähe der allmählich erreichten Widerstcmdsllnie statt tote bisher aus Seite 8. der Bewegung des Rückzuges hervorbrachen. Zusehends begann die bisher in den Händen Fachs mit äußerster Willensanspannung ge­ straffte einheitliche Druckkette in einzelneStücke zu zerreißen.