Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-09-03. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 240, 1918-09-03. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Zwischen Oise nnd Aisne haben sich neue französische Angriffe entwickelt. — Haussuchung in der englische» Botschaft in Petersburg. — Die Teilnahme Chinas au der Zuterbention in Sibirien. — Eine neue Botschaft Wilsons. — Türkische Auszeichnung Lima« bo» Sanders. ────────── Siege führten, werde vielleicht die Wahrheit an Boden gewinnen, daß die Entente vergeb­ lich auf einen vollständigen Sieg der Waffen rechne. Es sei nötig, die Friedenspolitik konisequetlt zu befolgen. Andrassh wendet sich dagegen, daß die deutsche Nation mit den Alldeutschen identifiziert werde, und weist da­ rauf hin, daß wir hinsichtlich der Antragung des Friedens das- Unsrige bereits getan hät­ ten. Eine Wiederholung würde nur schaden. Wenn auch der Zeitpunkt noch nicht dazu ge­ kommen sei, mit Friedensangeboten hervor­ zutreten, so sei natürlich!, daß "wir jedes von anderer Seite kommende Friedensangebot be­ reitwilligst entgegennehmen könnten. Vorteilshaft im Interesse des Friedens sei die Erklärjung des deutschen Reichskanzlers über Belgien. Andrassh erklärt schließlich, man wüsse zur Vorbereitung jener Auffassung beitragen, bas, man auch mit den unbesiegten Mittelmäch­ ten das Völkerrecht soweit reformieren könne, wie dies das Interesse der Menschheit auf Grund der Lehre des Krieges dilligerweise fordern werde. ────────── Frankreichs Hafenverstvpfung. 1 Genf, 2. Selpt. Nach Berichten der "Gi­ ronde" und des "Journal" nehmen die Mel­ dungen über die wiederholte Verstopfung der See- und Flußhäfen Frankreichs und über gro­ ße Schwierigkeiten im Eisenbahnverkehr dau­ ernd zu. So wird jetzt lebhafte Klage darüber geführt, daß die Militärintendantnr von allen zum Weitertransport befindlichen Wagen 80 IProzent beschlagnahmt hat und weitere 10 IProzent in den Reparaturwerkstätten liegen, In Paris ist daher kaum mehr Wein aufzutrei­ ben. Tie großen Seehäfen sind dermaßen ver­ stopft, daß ein Schiff immer nur dann einfahren kann, wenn ein anderes ausgefahren ist. Vor den Einfahrten liegen daher immer zahlreiche Schiffe mit kostbarer, sehr ersehnter Ladung, die nur sehr verspätet und teilweise verdor­ ben ins Land gelangt .Tobet müssen vielfach die französischen Fahrzeuge schlechter behandelt werden, als die amerikanischen, da dieseKriegsbedarf und Truppen bringen. An de« Verbesserurtz der Kai-Anlagen, den Lvfchumgsvorrichtungen und ant Ausbau der kleinen Häfen arbeiten jetzt fieberhaft die Amerikaner. ' Frankreichs Weißbluten. Genf, 2. Sept. Tie führende Zeitung des katholischen Fran'kreichs "La croix", er­ regt sich- in einer ernsten Betrachtung über die große Leere, die der ungeheure franzö­ sische Aderlaß tm Weltkrieg bereits hervorge­ rufen hat und der sich! weiter beängstigend vergrößert. Zahlen dürfen, wie das Blatt fest­ stellt, in Frankreichs nicht veröffentlicht wer­ den. Fast mehr noch, als die Leere an sich macht dem Blatt der Gedanke an die zahllosen Fremden zu schassen, die bereits an die StelLe der nicht mehr vorhandenen Franzosen ge­ treten sind und noch an deren Stelle treten werden. Es erklärt geradezu aus den heutigen Zuständen Frankreichs, die Zetten der Völker­ wanderung verstehen zu lernen. Vom westlichen Kriegsschauplatz. ────────── Der Krieg mit England. Frievensverfolgrmg in London. 1 r S'tonöon, 1. Sept. Tie Blätter melden: Eine pazisistische Versammlung in PluMstead einer Vorstadt von London, wurde von der em­ pörten Menge gesprengt .Viele Personen wur­ den verletzt. Macdvnald wurde von einem Stein am Ohr getroffen. Irland in Gärung. Nach zuverlässigen Mitteilungen aus JrHand stellt sich, die Lage dort folgendermaßen dar: Irland ist fast vollständig von der Außen­ welt abgeschnitten. (Saftet (der Sitz der Re­ gierung) hat aus militärischen Befehl hin die Sperre über Privatbriese aus allen Grafschaf­ ten Irlands mit AuPmhme von Ulster ver­ hängt. Alle übrigen Postsachen lvenden zen­ siert, Pressemeldungen unterliegen gleichfalls einer scharfen Vorzensur. T|e Maßnahmen sind aus die beunruhigenden Zustände zurück­ zuführen, die in ben südlichen Grafschaften herrschen. Tie Stnnfeiner haben ihre Organi­ sation in den Gemeinden auf ganz Irland aus­ gedehnt und sogar in den Ulster-Grafschaften großen Anhang gefunden. In einzelnen Graf­ schaften herrscht geradezu Anarchie, die mit Waffengewalt niedergeschlagen" werden muß. Einzelheiten sind noch nicht erhältlich. Be­ kannt ist nur, daß der Hastn von Wexford in­ folge von Sabotage an den Hafenwerken ge­ schlossen werden müßte. ────────── Aus Rußland. Lenins Befinden. Berlin, 3. Sept. Bei der hiesigen russi­ schen Vertretung ist noch heute nachts ein Telegramm eingelaufen, nach dem sich der Zu­ stand Lenins.gebessert hat. ' Haussuchung in der engtischen Botschaft in 1 l Petersburg. Moskau, 2. Sept. Laut Petersburger "Prawda" fanden am Sonntag abends im Zu­ sammenhang mit der Untersuchung des Atten­ tats aus Buziki in Petersburg zahlreiche Haus­ suchungen statt, darunter auch im Hause der englischen Botschaft. Hierbei fand ein Schutze Wechsel statt. Ein Mitglied der Untersuchungskommiffion wurde getötet, zwei Kommissare verwundet. Ein Engländer, deffen Persön­ lichkeit noch nicht feststeht, wurde gleichfalls getütet. Im Botschaftsgebäude wurden Ver­ haftungen vorgekommen. Tas Gebäude wurde von Roten Gardisten besetzt. Waffen, Wein« Vorräte, sowie Papiere wichtigen Inhalts wur­ den beschlagnahmt. Im Zusammenhang mit dem Attentate aus Lenin wurden unter den LWzieren, sowie unter den Mitgliedern der rechten Sozialrevolutionäre Verhaftn ritzen vor­ genommen. Unter den Verhafteben befindet sich das Mitglied des Präsidiums der ehema­ ligen Stadtduma Berkenheim. i Tie Lage an be* Ussnri-Front. Haag, 3. Wrpl. Reuter meldet aus Wla­ diwostok von der- Ussurisront: Ter Feind un­ ternimmt mit beedeutenden Streitkräften ver­ zweifelte Angriffe .An dem Kampfe nahmen mit Ausnahme der Amerikaner alle alliierten Truppen teil. Ter Feind hatte 300 Tote, Tie Japaner kämpften am erbittertsten. Sie er­ oberten zwei gepanzerte Züge und verschiedene Feldkanonen. Aus den Erklärungen eines ver­ wundeten Tschechen geht hervor, daß die Ja­ paner darüber erbittert sind, daß sie aus dem Schlachtfelde verstümmelte Japaner auffanden. 'Ausweisung der Fremden aus Moskau. Moskau, 1. Sept. Turch ein Dekret sind alle nicht in Petersburg oder Moskau ansässi­ gen Personen aufgefordert worden, die bei­ den Städte innerhalb einer kurz bemessenen Frist zu verlassen. Biele angesehene Persön­ lichkeiten erhielten den Befehl, in 24 Stunden aus Moskau abzureisen, da sie sonst verhaf­ tet werden würden. i RestauratiouSversuch in Rr«ßlanb. Basel, 2. Sept. Rach dem Petit Pa­ ri sien hat sich, in Rußland eine Vereinigung von 20 Mitgliedern der früheren Konstituante gebildet, die von bolschewistischen Seefoldaten gewaltsam ausgelöst wurde. Sie trat neuer­ dings in Samara zusammen und beschloß, die oberste Gewalt za übernehmen.Tas gewählte Tirektorium hat den Charakter, einer ausfüh­ renden Behörde. Es besteht u. "a. aus Ge­ neral Alexejew, dem Kadettendelegierten Stepanow und dem Sozialrevolutionären Aksentiew. Tie neue russische Regierung in Samara plant, den Öinftfejen Wiederzusammentritt der Konstituante zu organisieren. * Eine russische Ntorborgamisatio«. Moskau, 2. Sept. In Moskau wurde die Zweigstelle einer in vielen russischen Städ­ ten vorhandenen Organisation entdeckt, die sich zur Angabe gestellt hat, Rußland von den' Bolscheimki durch Terror zu sänbern. J»deWo- ' che werden Lose gezogen für diejenigen, bie 1 sich durch Lebensausopferung einer solchenTat. zu unterziehen haben. Man nimmt an, daß diese Organisation auch' das gegen Lenin ge­ führte Attentat inspiriert habe und die Tat durch eines ihrer Mitglieder vollbracht.wur­ de. I Massentobesurteike gegen Trzialrevolut ttonäre. Moskau, 31. August. TaS VolMommiff sariat hat bekannt gegeben, daß 5000 verhaftete Sozialrevolutionäre zum Tode verurteilt wer­ den sind. Tas Urteil wird jedoch! nur dann vollstreckt, wenn die sozialrevolutivnäre Partei neue Putschversuche gegen die Sowjetsregier­ ung unternimmt. Alle zum Kreml, dem Sitz der Regierung, führenden Straßen sowie die Hauptverkehrsadern der Stadt sind vom Mili­ tär abgesperrt worden. Tie Bewohner halten sich aus Besorgnis bor Unruhen nur in ihren Wohnungen auf, 'bie Stadt selbst ist wie aliege, storben. ────────── Aus der Ukraine. Explosion tot! Odessa. Kiew, 2. Sept. Bei der Explosionskata­ strophe, die sich am 31. August in Odessa ereignete, sind dem Vernehmen nach eine An­ zahl österreichisch-ungarischer Offiziere und Mannschaften umgekommen. Ter Sachschaden ist bedeutend; ein Teil einer Vorstadt ist ver­ nichtet. i ────────── Der Krieg mit Italien. Erschossene Tvsertenre . ' 1 In Ancona wurden an zwei Tagen der verflossenen Woche 12 Deserteure kriegsgericht­ lich erschossen. Italiens Kriegskosten. Lugano, 2. Sept. Nach, dem "Giornale d'Jtabia" kostet bete Krieg Italien in diesem Jahre annähernd drei Milliarden Lire monat­ lich gegen beinahe zwei Milliarden Lire pro Monat im Jahre 1917, 1.3 Milliarden im Monat für 1916 und 465 Millionen Lire mo­ natlich für 1915. T Petersbur g, 2. Sept. Wie aus Wladi­ wostok gemeldet wird, haben von Sachalin kom­ mende, an der Amurmündung gelandete ja­ panische Truppen den Befehl erhalten, in Eil­ märschen längs des Flusses bis nach Chowo, rowsk vorzustoßen, um den von den Sowjetstruppen schwer bedrohten Tschecho-Slowaken unverzüglich Hilfe zu bringen. Die englischen Flieger. * > Genf, 1. Sept. Petit Paristen legt Wert daraus, zu Betonen, daß säst ausschließlich eng­ lische Flieger es seien, die offene deutsche Städte bombardieren. Ten vielgerühmten ame­ rikanischen Fliegern wird, wie aus den Zei­ len herauszulesen ist, geringe Bedeutung bei­ gemessen. [ [ i 1 i Tages-Uebersicht. Im Befinden der Kaiserin ist,'vermutlich hinter der Einwirkung der kühleren und näs­ seren Witterung, nach wesentlicher Besserung wieder eine kleine Verschlimmerung eingetreten, die es notwendig macht, der Kaiserin aber­ mals strenge Bettruhe anzuraten. Aus diesem Grunde mußte auch! der geplante Besuch der Herzogin Viktoria Luise von Braunschweig ab­ gesagt werden. Bedenken für das Leben der Kaiserin besteht nicht, doch ist es nötig, sie . bor allen Aufregungen und Störungen zu hü- i ten. Tie Kaiserin wird Wilhelmshöhe wahr- 1 scheinlich erst anfangs Oktober verlassen. Dann | ist eine Nachkur in Bad Rauheim in Aussicht genommen. , ( Mir Kompromiß iw der preußischen Wahlrechtsfrage. Gestern vormittags traten im preußischen Herrenhaus die beiden Fraktionen zu Vorbesprechungen über die Wahlrechtsvor­ lage zusammen. Man hofft bis morgen abend mit der Auseinandersetzung zu Ende zu kom­ men. Tann werden sich! die Fraktionen wieder nach, Hause begeben und die Ausschüsse weiter­ beraten. Es wird mit allem Ernst von beiden Seiten auf ein Kompromiß hingearbeitet. In der linken Fraktion sind gewisse Widerstände infolge eines Berichtes ihres Unterausschus­ ses behoben worden. Aus der Rechten machen | sech 'sehr starke Einflüsse zur Herbeiführung eines Vermittlungsvorschlages geltend. Unter feinen Umständen wird es zu einer 'Verschlep­ pung der Beratungen kommen. Im Gegenteil ist deren Beschleunigung beabsichtigt, sodaß das Plenum des Herrenhauses sich vermutlich schon mit den Vorlagen beschäftigen wird, bevor noch der Reichstag zu seiner nächsten Tagung zu­ sammentritt. Tie Aussichten für das Gelin­ gen eines Kompromisses werden als günstig bezeichnet, e. f I Einrichtung l von Versorgungsämtern. Während des Krieges werden die Versorgungs-, Unterstützungs-, und Iürsorgeangelegenheiten der stellvertretenden Generalkommandos und der steift). Intendanturen von diesen Behörden in einem vom Kriegsministerium zu bestimwenden Umfang abgetrennt und für jedes Armee­ korps einem im Standorte des 'steift). General­ kommandos versuchsweise einzurichtenden, dech Kriegsministerium unmittelbar zu unterstellen­ den Versorgungsan^es übertragen. An seine Spitze tritt ein Offizier mit t>em Range und der Tisziplinarstrafgewalt eines Regimentskom­ mandeurs. Ter Vorstand des Versorgungsamtes hat auch die mit Versorgungsangelegenhei­ ten zusammenhängenden Fragen der Entlassung aus dem aktiven T.ienst nach den Weisungen des steift), kommandierenden Generals,zu bearbeiten. I m Scheivemann verweigert« ein Interview. Ein Vertreter der Zürcher Zstg. versuchte.Schei­ demann, der sich, von Jnterlaaken kommend, auf der Heimreise befindet, über i die kürzliche Rede des Staatssekretärs Tr. ©olf ? und den Versöh­ nungswillen Deutschlands aurszufragen. Schei­ demann lehnte jedoch entschieden ab, sich zu äußern und stellte nur fest, daß er für einen 'Verständigungsfrieden gewesen sei, als die deut­ schen Truppen vor Paris standen. Um Mißfdeutungen zu vermeiden, müsse er sich ent­ halten, das Fortbestehen seiner Ansicht zu wieI verholen, weil dadurch« eine Verlängerung des I Krieges möglich! sein könnte . Die. Rentenzulägen in der Invalidenver­ sicherung sollen eine gesetzliche Grundlage er­ halten. Hierzu wird die Reichsregierung in der kommenden Herbsttagung des Reichstages einen Gesetzentwurf vorlegen. Ein Kriegsausfchuß der deutschen Müllerei. Tie drei Reichsmüllerverbände, der Verband deutscher Müller Berlin, der Verein deutscher Handelsmüller in Charlottenburg und der deutsche Müllerbund in Leipzig haben zur 'Ver­ tretung ihrer gemeinsamen Interessen wäh­ rend der weiteren Kriegszeit einen Kriegsaus­ schuß der deutschen Müllerei mit dem Sitz in Berlin-Charlottenburg, Schillerstraße 5, er­ richtet. ' I 1 Allerlei. Die Allwördens. Roman von Fr. Lehne. «(Copyright. 1913 by Greiner u. Comp., , Berlin W. 30.) 1 Wachdruck verboten.) 55] Er fand die Schwester am Fenster sitzend, den Oberkörper weit vorgeneigt, das Antlitz in den Händen vergraben. Bei seinem Eintritt, bei seiner Anrede, sah sie gar nicht auf. Er ging auf sie zu, faßte sie an den Hän­ den und fragte eindringlich: "Lori, was,ist vorgefallen? Warum bist du so plötzlich hier, ohne uns vorher benach­ richtigt zu haben?" i Sie antwortete ihm nicht; er wiederholte seine Frage, faßte sie an das Kinn und zwang sie, ihn anzusehen. Ein von Gram fast entstelltes Antlitz blickte ihm entgegen. I 1 "Lori —?" I Ta durchlief ein Zittern ihre Gestalt. "Ich — ich soll schuld an dem plötzlichen Tode Theklas sein," schrie sie auf. > pen. Taß die Gräfin, trotzdem sie Ossi gerettet, ihr jene entsetzlichen Vorwürfe gemacht, die sie nahmen. Immer sähe sie das ertrunkene Kind vor sich . Frau Berger brauchte lange Zeit, um das Gehörte zu fassen. 1 "Tu hast dich um das fremde Kind ins Wasser gestürzt, ohne an deine arme Mutter zu denken?" $ t ^.Es war doch meine Pflicht." "Tein Leben für fremde Kinder, die dich nun ruhelos werden ließen, ihr den Frieden nichts angehen, aufs Spiel zu setzen? Nein." , "Mutter, die Kinder waren mir doch nicht fremd, sie waren mir anvertraut — und lieb wie Geschwister! Sollte ich den süßen, kleinen Jungen vor meinen Augen jämmerlich ertrin­ ken lassen, ohne wenigstens den 'Versuch zu seiner Rettung zu machen, da ich doch eine ganz gute Schwimmerin bin?" > 1 ( "Tir hat er nun sein Leben zu verdanken, der junge Graf Mwörden, der einzige Sohn des Grasen Ottokar?" Iran Marias Augen funkelten, ihre Hände zitterten, sie war in einer unbeschreiblichen Aufregung. "Und so söhnt man dir diese Tat! Tvch das sieht den All­ wördens ähnlich." ( ■ I I ────────── HerübernahMe des Kochelbräukontingentes in j den Betrieb der Hackerbrauerei erfolgt mit » Beginn des neuen Sudjahres. 1 Im GemeindckollegiuM Rosenheim wurde bei Prüfung der Bilanz des Kommunalverbandes mitgeteilt, daß. bei einem Warenumsatz im Werte von 2 211225 Mark ein Reingewinn von 67 540 Mark erzielt wurde. Ein erheblicher Verlust ist bei dem Kartoffel- und "Gemüseverkauf zu verzeichnen, wo infolge mangelhafter Lagerbehandlung ein Schaden von ca. 30 000 Mark entstand. Tie Geschäftsstelle des Kommu­ nalverbandes erklärt, beim Mdt. Kartoffelgeschäst (50 000 Zentner) müssen wesentliche Aen­ derungen eintreten, wenn in Zukunft derartige Verluste vermieden werden sollen. Ter Umsatz an Mehl beläuft sich! auf 600 000 Mark, an .Spezereiwaren auf 1153 456 Mark. Tise Tistriktssparkasse schließt bei einem Umsatz von 4.5 Millionen Mark mit einem Reingewinn von 33 824 Mark ab. i Lagerung von Friihdruschgetreid c. Auch Heuer tauchen wieder.verschiedene Gerüchte über Verderben von Frühdruschgetreide aus. So wenig im Vorjahre irgend welche Mengen Frühdruschgetreide verdorben sind, so wenig ist auch! im heurigen Jahre bis jetzt demStaatsministerium des Innern eine Mitteilung hier­ über zugegangen. Tie Kommunalverbände sind neuerdings angewiesen worden, der Lagerung. des Getreides fortgesetzt die größte Aufmerk- ! samkeit zuzuwenden, und >zur Widerlegung der Gerüchte den Kommunalverbandsausschüssen u. sonstigen Vertretern von Erzeuger- und Verbraucherkreisen Gelegenheit zur Besichtigung der Getreidelager zu geben. Dias Palasthotel Sonnenbichl in Garmisch schließt^ am 15. Sept. und zwar, wie der Be­ sitzer im "Loisachboten" verkündet, so lange, bis die Gesetzgebung einen Unterschied zwi­ schen Schleichhändlern und Gastwirten macht, d. h. Gastwirte, welche für ihre Betriebe den Schleichhandelsweg betreten, nicht mehr den Schleichhändlern gleichstellt. Eine bayerische Drahtseilbahn. Tie Pa­ pierfabrik Baum beabsichtigt von Miesbach aus über Aigen, Lichtenaufilze und Baumgarten in den Fabrikort Baum eine eigene Trahtseilbahn zu errichten, nachdem die Unterhandlun­ gen über den Bau einer Bahn mit dem Fa­ brikbesitzer Müller in Neumühle gescheitert sind. Ml' 'M ! ! 1 M ' ────────── Warnend legte Erich feine Hand auf die' \ der Mutter; sie war nähe daran gewesen, sich. ) zu verraten; zum Glück hatte Lori diese letzte^ Aeußerung der Mutter überhört! t Es war das Beste sür das junge Mädchen,' sich sofort zu legen. Wie ein kleines Kind ließ sie sich von der Mutter ausziehen. j j "Ach, schlafen, wenn ich das könnte!" mur­ melte sie. Sie schloß bald die Augen; der über­ müdete Körper verlangte sein Recht. Ihre gleichmäßigen Atemzüge verkündeten der lau­ schenden Mutter, daß! sie bald den ersehnten Schlummer gesunden. 1 Leise verließ Frau Maria das Zimmerchen. < In der Wohnstube sank sie ermattet auf einen Stuhl. i "Erich, ich fasse es noch Nicht Lori, unsere Lori von der Frau wie eine Verbreche­ rin aus dem Hause gejagt! Tasür, daß sie den Sohn und Erben gerettet." Sie lachte schrill au»i; dann neigte sie sich gegen Erich und flü­ sterte ihm erregt zu: "Erich, und wenn er nun doch gestorben wäre, der kleine Ottokar, — dann wäre nur noch Cäcilie da . Hat Gott es nicht so gewollt? Ist Lori seinem Willen da'nicht hinderlich gewesen?" ! Aber wiedurm: war es nicht Wahnsinn, als einfacher Revierförster auf den Besitz Jutta von Eggerts zu hoffen? Und doch wollte er das Unmögliche möglich machen — Jutta liebte ihn ja, und daraus baute er. Ten Bitten der ein­ zigen Tochter würde der Oberförster sicher nicht widerstehen, wenn er sah, tote treu sie zu dem geliebten Manne hielt! Tas Glück seines Kin­ des mußte ihm doch über alles gehen. In Erich Berger lebte ein großer Idealis­ mus — trotz der schweren Erfahrungen seiner Jugend. Er war ein starker und einfacher Mensch, der wohl die Sprache der Natur ver­ stand, mit der er aufs innigste vertvachfen war, aber nicht vertraut war mit den Irr­ wegen der menschlichen Seele. Eine heiße Sehnsucht nach Glück lebte in ihm — und seit er Jutta von Eggert gesehen, wußte er, daß sie sein Glück bedeute! Ter Kampf um sie war ihm! den Einsatz seines Lebens wert. 1 ! 1 ‘ 1 (Fortsetzung folgt.) Erich wurde ungehalten. "Mutter, du weißt wohl nicht, was du sprichst! Wäre es so, dann hätte Gott auch den kleinen Ottokar nicht von Lori retten lassen! Und ich bin froh darüber, daß! es geschehen ist!" setzte er mit einem tiefen Atenchuge hinzu. "Erich — nur du wärst dann noch da!" fuhr Frau Berger in ihrem Gedankengangs fort. "Ein Wort hätte es uns gekostet — du weißt, wie unglücklich diese zweite Ehe dei­ nes Vaters ist — mit Freuden würde er dich anerkannt haben. Und deine eigene Schwester ist es nun gewesen, die deine sicheren, glän­ zenden Zukunftsaussichten vernichtet hat —" Ter junge Förster fürchtete die Mutter beinahe, die mit unheimlich verzogenem' Ge­ sicht da saß, fürchtete ihre abenteuerlichenKombinationen, fürchtete sie doppelt, weil vorhin selbst die Schatten eines ähnlichen Gedankens in ihm aufgetaucht waren: Ossis Tod hätte ihm sicher den Weg zu Jutta geebnet Doch mit einem Gefühl tiefer Scham hatte er diesen Gedanken zurückgedrängt. Er wollte die Geliebte seiner eigenen Tüch­ tigkeit, seinem Wert als Mensch verdanken — und nicht dem Umstande, daß sein Vater ein hochgeborener Wann, ein Gras war! i | ────────── Niederbayerische Nachrichten. Deggendorf, 31. Aug. (Schwere Messer­ stecherei.) Ter Taglöhner Ludwig Brunner versetzte dem des Weges komjmienden Ziegelei­ besitzerssohn Joses Löw mehrere wuchtigeMesserstiche in den Unterleib, so daß die Gedärme hervortraten. Ter Zustand des Verletzten ist bedenklich!. Ter Täter ist erst 18 Jahre alt. ────────── ffere Ernährung tu 'diesem Jahre gesichert ist. Auch, im Garten hat das Einheimsen von Wintervorrat begonnen. Tie reiche Bohnen-lernte wird geborgen und für den Winter kon­ serviert, Kürbisse, Melonen und Gurken — Letztere lassen allerdings zu wünschen übrig — werden eingemacht, um im- Winter etwas Abwechslung in nnsere Kriegskost zu bringen. Tie Natur aber geht allmählich zur Ruhe. Wel­ ke Blätter fallen von den Bäumen und künden den Beginn des Herbstas, der Heuer früher ein­ zusetzen scheint, als es kalendermäßig wäre. ────────── 51er Schleichhändler ist ein Bolksbetrijger. Hinaus mit ihm ans den Bauernhäusern! Ans Schleichhandel steht Gefängnis und ( Zuchthaus. i , ────────── Letzte Posten. " Eine neue Botschaft Wilsons. _ Washingtvn, 2. Seht. PräsidentWiljfon hat anläßlich des Avbeitertages eine Bot­ schaft erlassen, in der er u. a. sagt: Ter Wrbeitertag des Jahres 1918 ist jetzt von aller­ höchster Bedeutung. Wir sind einem einzigen Ziele zugewandt. Jedes Werkzeug in jeder Wesentlichen Industrie ist eine Waffe, die zu demselben Zweck benutzt wird, wie upS Armeegewehr. Es ist heute klar, 'daß 'Teutschland sich, gegen das wendete, was freie Männer skberoll wünschen und besitzen müssen, nämlich das Recht, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen "und ähre.Regierung zu zwingen, für sie und nicht für die selbstischen Interessen einer regierenden Klasse zu handeln. Es ist e*t Krieg, der die Nationen und Völker der Welt gegen lebe Deut­ sche Macht sichern soll. Es ist itn Besreiungsfrteg, und ehe er nicht gewonnen ist, können die Menschen nirgends frei lebten und wjssen. daß die Regierungen ihre Treuer und nicht ihre Herren sind. Liesen Krieg nxuß die Arbeiter­ schaft mit ihrer ganzen Kraft unerstützen. Der »Arbeiter ist in diesem Kriege ebenso notwendig Wie der Soldat. Tie Soldaten geben ihr Leben dahin, damit die gute Sache allenthalben Sie­ ger bleiben möge und damit die Menschen frei seien. Deshalb kämpfen fte und deshalb sind sie unüberwindlich!. Tie Nationen im Kriege, sie wollen keinen Privatinteressen disüen. Las Wichtige feiner neuen Ueberzeugung Ist zu jeder Klaffe bei uns durchgedrungen, daß wir Ansehen, daß wir Kameraden sind, dis voneinander abhängen. So reichen wir uns die Hand, um dje Welt einem neuen kund besseren Tage zuzuführen. ' (Das lange Schriftstück des Präsidenten fft geeignet, den amerikanischen Arbitern zum Bewußtsein zn bringen, was das Eingreifen Amerikas in die europäischen Angelegenheiten für sie bedeutet: Tie Militaristerung der ame­ rikanischen Arbeiterschaft. In Deutschland wekß feber Arbeiter, daß der Krieg um die Vernich­ tung von Haus und Herd geht und wer noch daran gezweifelt hätte, den haben es die letzten jVernichrungsreden der feindlichen Staatsmän­ ner erneut eingepaukt. Tatsächlich liegen die Tinge in Amerika heute so, daß die Arbeiter­ schaft keineswegs auf Seiten des Präsidenten steht. Ein waffes Beispiel dafür und das Ver­ halten der amerikanischen Arbeiterschaft ist der jüngst beendete Riefenprozeß in Chicago, wo Mehr als 100 Arbeiterführer wegen ihrer Kriegsgegnerphaft verurteilt wurden.) ' Mord. ' Berlin, 2. Sept. In Wilmersdorf bei Berlin wurde gestern abends die 37 Jahre tolte Händlerin Klara Gehlem von zwei Män­ nern im Lade« überfallen und mit einem Stricke derart stranguliert, daß der Tod sofort eintrat. Einer der beiden "Täter würbe ver­ haftet. i , Auszeichnung des Marschakts Lima« ! von Sanders. Berlin, 5. Sept. Ter Sultan verüeh Dem Marschall Limbn von Standers das Grotzxkreuz des Medschidijehordens mit Brillante». Ei« Eisenbahnzng ausgeraubt. Amsterdam, 2. September. "Allgemj. Handelsblad" zufolge wird aus El Paso i« Texas gemeldet, daß in der Nähe von Cjhuahna ein E-senbahnzug von einer Bande des Menerals Mlla angehalten und ausgeplündert wurde. Tabei wurden 26 Reisende und ‘ 40 amerikanische Soldaten, die best Zug bewach­ ten, getötet. ' i ────────── Stimmen aus dem Publikum. 3ttiir.ir.0i; übernimmt für Einsendungen umer liest» 81u5nf dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) Tie Lebcnsviitteliuarkeuverteiluns war diesesmal auf einen Samstag Vormittag festgesetzt. Es mag in Anbetracht der besonde­ ren Umstände, die eine ev. Verlängerung der Abgabezeit auf den Nachmittag erwarten ließen, diese Festsetzung Entschuldigung finden. Für spätere Zeiten aber müßten sich, die Hausfrauen gegen eine derartige Einteilung zur Wehr set­ zen. Ter Samstag ist für Hausfrauen und Dienstmädchen ohnedies "bet ungeeignetste Tag der Woche zu derartigen Dingen. Zudem ist der Samstag bekanntlich, der einzige Tag der Woche, an welchem Fleisch zu erhalten ist, bei den meisten Metzgern erst nach, stundenlangem Anstehen. Nun dazu auch noch gleichzeitig eine Lebensmittelkartenpolionäse. Das ist doch zuviel des Guten aus einmal. Wir können schon erwarten, daß derartige Anordnungen, ehe sie erlassen, auch, bedacht werden. Mehrere Hausfrauen. Ter stävt. Kartoffelocrkaus i ist noch! immer auf eine Stelle konzentriert. Es liegt nun aber nicht die ganze Stadt um den Prantlgarten herum. Man kann es daher schyn eine starke Zumutung nennen, daß alle Bewohner der Stadt dorthin wandern sollen, um einige Pfund Kartoffeln zu erhalten. Im letzten Jahre waren diese in fast allen kleinen Läden zu abhalten mit ganz geringem Auf­ geld. Warum ist diese schöne Einrichtung nicht auch, heuer getroffen worden. Zu Tagereisen ist die, Zeit zu kostbar. ────────── Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, 1. September 4918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise oerboten.) Der Grvtzlamps a« Ser Ailette. Telegramm unsere» Kriegsberichterstatter«. Gr. Hauptquartier, 31. August. Nach der verhältnismäßigen Ruhe, zu der ihn seine ungünstige Lage und'die Unmöglich­ keit, mit Infanterie allein hier amzugreifen, seit der Beziehung unserer Ailetteststellung ge­ zwungen hatte, war ver Feind in i den letzten Tagen eifrig beschäftigt gewesen,"seltne Artille­ rie vorzuziehen und neu aufkubaueen. Tiefes Unternehmen zögerte sich, hinaus, ioa die An­ marschwege und das Borgelände unter unserem ständigen (Störungsfeuer lagen. Im Laufe des Mittwoch hatte der Feind seine Vorbereitungen vollendet, und am Donnerstag früh brach ein Angriff van ungeheurer Wucht los, der zum Ziele die Ueberschrektung der Ailette und den Durchbruch durch unsere Linie von der Oise bis zum Paschkopfe hatte. Am Morgen lag die ganze Front unter einer lückenlosen Trom­ melfeuerkette. Schwarze und weiße Franzosen und Amerikaner griffen in ttesgegliederten Wel­ len an. Vor ihnen her gingen dichte Tanktzeschwader uno esu "Sturmmantel von Flammen­ werfern. So waren alle Kampfmittel, die einen Sieg des Materialkrieges verbürgen konnten, znm höchsten möglichen Ejusatz vereint. Tie Schwerpunkte des Kampfes lagen an der Straße Manicamp—Mariselle, südlich von Ehanny bei Pont St. Ward, dem Ailette-Ueöergang südlich von Couch le Chateau und in 'der Linie Jntecourvi—La Fosse. An verschiedenen Stellen gelang es den Tanks,, unsere vordere Linie zu Durchbrechen, aber alsbald hinter Der Linie ereilte .sie Ihr Schicksal. Sie wurden durch Infanterie mit Bündeln von Handgrana­ ten, durch Maschinengewehre und durch Ar­ tillerie vernichtet oder zu eiliger UMkehr ge­ zwungen. Mehrfach gelang es einzelnen kühnen deuten, die von hinten auf die Tanks sprangen, die Ungetüme durch Schüsse und Handgranaten­ würfe ins Innere zu erledigen. Tie dichten Jnfanteriemasfen gerieten in betn sumpfigen Buschgelände auf nächsten Abstand in den Hagel unserer Maschinengewehre, und verschiedene Sturmwellen wurden bis zum letzten Manne aufgerieben. Vor der Front einer einzigen: Gardekompagnie lagen 150 Tote, aber jeder vernichteten Welle ließ der Feind sofort eine neue folgen. Er hatte einen eigenen Menschen­ vorrat für diese Schlacht bereitgestellt, denn er wußte, welchen Wert für ihn die Ueberwin­ dung des Ailettegrundes gehabt hätte, aber unsere Verteidiger wußten auch, woraus es dem Feinde ankam und ließen sich, den Preis zahlen, ohne zu weichen. :i/ Bis zum Mittag hatte der Feind wie Im Tatte von ungeheuren Hammer sch lagen Sturmwelle auf Sturmwelle Vorprellen und sich verbluten lassen, ohne bis dahin auch nur den geringsten Geländegewinn zu erzwingen. Dabei waren seine Verluste auch -an Reserven und Kolonnen ganz ungewöhnlich- groß. Seine Anmarschstraßen und Versammlungsräume la­ gen unter unablässigem schwerem Feuer. 'Von 10 Kriegsbrücken, die er in der Nacht zwi­ schen Champs und Guntz Über den Ailettegrund geworfen hatte, wurden ihm 6 durch Volltreffer zerstört; die übrigen wurden ohne Pause unter Schrapnellfeuer gehalten. Am Nachmittage konnte er bei Vilette und Champs eine kleine Einbuchtung in unsere Linie trei­ ben, aber im Gegenstoß, wurde sie großenteils wieder aufgeheult. Weitere schwerste Angriffe Mit neuen Tankgeschwadern brachten ihm nicht den mindeste« Erfolg. Außer Tanks setzte der Feind in dem Lause des Nachmittags besonders auch- große Massen von Fliegern ein, die in Geschwadern bis zu 50 Flugzeugen unsere Jnsanterielinie mit Maschinengewehren undBomben angriffen. Um den Mut der Truppe zu hebe», ritten feindliche Kompagnieflihrer hoch zu Stoß vor ihren Sturmkolonnen in unser Abwehrfeuer. Mends hatte sich- die Kraft d«s feeindlichen Ansturmes blutig erschöpft. Ueber 70 Tanks lagen zerschossen ,teils vv» und "teils hinter unserer Linie. Während der Nacht und am gestrigen Vor­ mittag ging Die große Infanterie schlacht in eine ebenso gewaltige Artillerieschilacht Wer. Vom Feinde unbelästigt haben wir die nadel­ förmige vorspringende Stellung auf denrPaskhkopse ohne Verluste geräumt. Erst gegen MitItag setzte ein neuer Tank- und 3nfanterie* rnassenangriff südlich von Zurvigny ein. Er brachst schon im Vorfeld in unserm Sperrfeuer zusammen. Drei kampferprobte Divisionen ha­ ben Übereinstimmend gemeldetstdaß sie im gan­ zen Kriege nie schwerer gekämpft haben als vorgestern. Tie Anstrengung der Infanterie gegen die stets erneute Uebermacht reicht an die Grenzen menschlicher Kraft, aber der Preis war ein vollkommener großartiger Abwehrsieg. Mit dem höchsten Einsätze und entsetzlichen Todesopfern hat der Feind unsere alte Ver­ teidigungslinie nirgends erschüttern, noch zu» rückdrücken können. i [ > W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Städtische Schwimmschule. 3. September 1918. SBaffss 15 . Grad C. Lust 17 . Grad C. ────────── Tvuck u. Verlag I. F. RKetM Verantwortlicher Schriftleiter F. X. Wagner. Beide in Landshut ────────── Inserate. ────────── Bekanntmachung. Die ab Mittwoch, den 4. September zur I Einlösung gelangende Zuckermarke wird mit f 2% Md Mit ln den gewählten Geschäften nach der Zuckerkundeu- 1 Ufte eingelöst. _ .. Landshut, den 31. August 1918. Stadtmagiftrat. Dr. Herterich. - - . 2353 ────────── Die Türkei im Kriege. Tie Türkei «üb bie bentsGrnffischen Er-' | ErgänznngsvertrÄge. ; Berlin, 3. Sept. Ter türkische Groß­ wesir Talaat Pascha wird in den nächsten Tagen in Berlin eintreffen .Ter türkische Bot­ schafter in Berlin Rifaat Pascha ist gestern in Begleitung des ersten Botschaftsrates EdZen Bei ins Hauptquartier abgereist. Man bringt die Abreise der türttschen Staatsmänner in Zusammenhang mit den Ergänzungsoerträge* zum Brest-Litowsker Friedensvertrag, die be­ kanntlich auch hinsichtlich der Gebiete am Kas­ pischen Meer, an denen die Türkei Interessiert ist, Abmachungen treffen.