Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-09-30. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 267, 1918-09-30. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Englische und belgische Angriffe in Flandern; feindlicher Einbruch zum Stehen gebracht. Die Lage in Bulgarien noch nicht geklärt. — Deutsche Hilfstruppen in Sofia. ────────── Wir schossen gestern 32 feindliche Flug- ? zeuge und 3 Fesselballone ab. s '■ I L«r l. Ge «er« i ^uortteraeroee i I gaMssSaefl. * ! WTB. Berl in, 29. September. Amt­ lich« Abendbericht: " " Neue Kämpfe östlich von Upern. Gewal­ tiges Ringen zwischen Cambrai und St. Quen­ tin. Ter englische Ansturm ist hier Hw großen gescheitert. In der Champagne und zwischen den Argonnen und Maas sind heftige Angriffe der Franzosen und Amerikaner bis auf ört­ liche Einbrüche beiderseits Ardeuil abgewiesen. Jer Sstm.°nng. Bericht. WTB. Wien, 28. September, mittags'. Amtlich! wird gemeldet: , An der italienischen Front keine nennens­ werten Kampfhandlungen. Auf dem albanischen Kriegsschauplatz ha­ ben unsere Truppen westlich! des Ochridasees in einem von den Bulgaren übernommenen Verteidigungsabschnitt feindliche Angriffe abge­ schlagen. i ; Ter Chef des GeneralstabL. • WTB. Wien, 29. September, mittags. Amtlich wird gemeldet: 'An der italienischen Front keine besonde­ ren Ereignisse. 1 An der albanischen Küste und bei Berat scheiterten italienische Vorstöße. . ! Ter Chef des GeneralstäbeS. on Deutschlands Schicksal Bist auch Du ein Teil/ was Du dem Lande tust, Du tust es D i r ;um Heil! 9a WWW Bericht. WTB. Sofia, 26. September. Amtli­ cher Heeresbericht: (. i Westlich! des Wardar setzten unsere Einhei­ ten ihre Bewegung nach Norden plangemäß, fort. Westlich. Veles wurde ein heftiger feind­ licher Angriff abgewiesen. Englische Batail­ lone rückten nach Artillerievorbereitung gegen unsere Stellungen an der Wisoka Thuka, nörd­ lich! des Doiransees, vor, sie wurden jedoch durch Feuer zerstreut. ( . ■ : , Der türkische Bericht. WTB. Konstantinvpel, 26. Selptbr. Amtlicher Heeresbericht: Neue Angriffe her Engländer gegen un­ sere jetzigen Stellungen sind bisher nicht er­ folgt. Aus unserem rechten Flügel vorfühlen­ de Kavallerie und Panzerautos wurden abge- I wiesen. — Unsere Seeslugzeuge griffen in der 1 Nacht zum 24. und zum 25. September Sie I englischen Fluganlagen aus den Inseln Lemnos und Thasos erfolgreich, mit schweren Bom­ ben an. Drei Flugzeughallen auf Lemnos wurden vernichtet. ! - m westlichen Kriegsschauplatz. l 'TiiA pariser Bntftrnot." ' Ter Pariser "Eclair" schreibt: Es fft we­ nig wahrscheinlich, daß es.in diesem Winter Butter geben wird. Die Pari sec Kommiffionäre sind nicht mehr imstande, sich Mit Wa­ ren zu versorgen, da die Erzeuger einen Preis von 960—970 Francs für 100 Kilogramm But­ ter fordern, wozu noch die Transport- und Accisekosten kommen. Der offizielle Höchst­ preis von 9.26 Fr. für 1 Kilo im Verkauf sei aus diese Weise im vvrneherein vereitelt. Herves Ausschluß aus der Wiszialistcupartei. . In einem Leitartikel feiner "Dictoire" er- 1 klärt Gustave Herve, daß, er seinen Ausschluß j aus der Sozialistenpartei annehmen und gegen das Urteil der sozialistischen Federation des Departements Donne nicht appellieren werde. Herve war seit 20 Jahren Mitglied ’ dieser hepartemeittalen Federation und gehört zu ihren Begründern.. Er schreibt, er werde die Grün­ dung einer nationalen Sozialistenpartei ab­ warten. * ■ : ( ────────── Aus Rußland. Tie Kämpft au der russische« Skordfront. Nach eiiner Moskauer Meldung vom 25. ds. finden an der Nordfront Kämpfe statt, die für die Rätetruppen ungünstig zu verlaufen scheinen. Im der Richtung auf Schenkursk sind sie zurückgegangen, Wels! wurde von ihnen geräumt. Bei Kotlas haben ste sich gleichfalls befehlsgemäß, zurückgezogen. Bon der Ostfront werden Angriffe der Tschecho-Slowaken ge­ meldet. f_..| ( i ; ' ! i Suchomkiiuow »ach Finnland eutftohrn. ! Helsimgsvrs, 28. Sept. Wie "Hufvudsdagbladret erfährt, fft es dem früheren rus­ sischen Kriegsminister Suchomlinow gelungen, vorgestern nachts aus Rußland zu entfliehen, indem er den Grenzfluß Shsterbaek durch­ schwamm. Er meldete sich sofort bei der finNischen Grenzwache. Welche Stellung bie Re­ gierung zu Suchomlinow einnehmen wird, ist bisher noch unbekannt. Das Blatt glaubt, daß man ihm gestatten werde, in Finnland zu blei­ ben, jedoch seiner Durchreise ins'Ausland keine Schwierigkeiten in den Weg legen werde. ────────── Revolutionäre Umitidm bl Finnland, l Stockholm, 29. Sept. Nach einer fin­ nischen Meldung beschloß eine Versammlung finnischer Sozialisten in Moskau die Bildung einer kvrnmutnisttschen Partei, die die Revolu­ tion in Finnland erneuern soll. Eine Delega­ tion von sümf Vertretern der Bolschewiki-Re­ gierung ist dieser Tage nach Helskngsors ge­ kommen zum Zwecke,ber Wiederaufnahme der abgebrochenen Friedensverhandlungen. Tie Delegation ist aber ohne jedes Ergebnis wie­ der nach Rußland zurückgekehrt. . » ; . Aus Finnland. ────────── Der Krieg mit Italien. Bor einem großen ttalienkscheu Angriffs 1 Der Innsbrucker Vertreter der "Neuen Zürcher Nachrichten" meldet: Wichtige Militär­ kreise erwarten demnächst eine große italieni­ sche Osftnsive. Neben anderen Anzeichen spre­ che die Tatsache dafür, daß die italienische Ar­ tillerie sich- seil 14 Tagen unermüdlich aus Ziele ein schieße, die die vermutlichen österrei­ chischen Rückzugslinien darstellen. Man sei in­ dessen gegen die Absichten des Feindes völlig gerüstet. .. l ! ! Eröffnung des italienischen Parlaments. ! Me beiden Häuser des italienischen Parla­ ments sind für den 3. Oktober einberufen wor­ den. Tie Regierung wird sofort politische Er­ klärungen abgeben. , Tie Desertionen in Italien. Nctzh der Genfer "Feuille" geht aus Prie­ sen aus Italien hervor, daß zur Unterdrückung der "Fahnenflucht in Italien die Frauen von Deserteuren ins Gefängnis geworfen werden. ────────── Am Balkan. Günstige SkaHDOte« ans Vofta. Me Berliner bulgarische Gesandtschaft keift mit, daß die an sie gelangten letzten Nach­ richten aus Sofia recht günstig lauten. Me | bundestreuen Kreise feien zuversichtlicher Stirn« I Deutsch« Truppen in Soft«. I Nach Privatmeldungen, die am Samstag $ abends in Berlin eingelaufen sind, sollen die i ersten deutschen Truppentransporte bereits in Sofia angekommen und von der Bevölkerung mit großem Jubel empfangen worden sein. Ter bekannte Schweizer Attlttärkrttrker Stegemann erklärt im "Bund": An der , mazedonischen Front find genügende deutsche Verstärkungen zur Stelle: und können diese aus der Flanke operieren, so ist die Rückeroberung von Ma­ zedonien und die strategische Wiederausrichtung der Bulgaren ebenso gut möglich, wie dies bei, den Italienern in Venetien der Fall war. ────────── Der Krieg mit England. Kabinettsrat unter Llohd Georges Präsidium. "Daily Mail" meldet: Llohd George prä­ sidierte am Donnerstag wieder den Kabinetts­ rat. Me Absendung der Note an OesterreichUngarn wurde bis zur Abwicklung einer un­ erwarteten dringlichen Angelegenheft vertagt. ────────── Aus neutralen Ländern. 1 211* Neutralität Spaniens. [ ! Reuter meldet: Der spanisch? Botschafter kn London hat einen Brief an die "Times" veröffentlicht, in welchem er gegen die aus San Sebastian datterte Meldung einiger engli­ scher Blätter protestiert. Mese Zeitungen hak­ ten die Nachricht veröffentlicht, daß die spa­ nische Königin-Mutter ihren Einfluß in der Schisfssrage geltend gemacht habe mit dem Er­ gebnis, daß Deutschland Spanien sieben seiner in spanischen Häfen 'liegenden Schiffe angeBoten habe. Hierzu schreibt 'der Botschafter: Der Augenblick ist gefbtromt, um der engli­ schen Oeffentlichkeit deutlich zu erklären, daß sie über die loyale Neutralität Spaniens völlig irregeführt wird. Ach kaun diese irreführenden Bestrebungen, die schon sehr lange vor sich gehen, nur bedauern, da sie geeignet sind, die ausrichtigen und herzlichen Beziehungen, die zwischen den beiden Ländern bestehen, zu stören. Dft nordischen Ansschüff» zur Wahrnehmung ver Interessen neutraler Staate«. WTB. Kopenhagen, 28. Sept. "Po­ litiken" zufolge werden die Ausschüsse, die bei den früheren nordischen Ministe rkonferjenzen eingesetzt wurden, um die Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der neutralen Staa­ ten bei und nach Kriegsabschluß zu betätigen, dieser Tage in Kopenhagen zusammentreten, um die bereits eingeleitete Tätigkeit sorkzusetzen. Diese besteht in der Erörterung ver­ schiedener Vorschläge zur völkerrechtlichen Or­ ganisation zwecks Förderung der friedlichen Be­ ziehungen zwischen den verschiedenen Staaten. ────────── Aus Amerika. Amerikanisch-e Forderungen. , Der "Mattn" hört aus Washington: Se| nator Lodge erklärte, daß die Alliierten den Deutschen ihre Bedingungen auferlegen wer­ den, wie das 1870 gegenüber Frankreich ge­ macht wurde. Deutschland 'muß in die Un­ möglichkeit versetzt werden, einen neuen Krieg zu beginnen, Belgien muß, wiederhergestellt werden, ElsaßLochringen Frankreich! zurückge­ geben, Italien muß die italienischen Provin­ zen wieder erhalten. Griechenland, Serbien, Montenegro müssen wieder hergestellt werden. Rußland mutz gerettet werden, die TschechoSlowaken und Südflaw-en, wie auch, die Polen müssen befreit und Konstantinopel internatio­ nalisiert werden. Me deutschen Kolonien müs­ sen die erlittenen Verluste der Alliierten kom­ pensieren. i.i i ────────── , Höhen- von 5000 und noch mehr Metern auf. i Trotzdem wurden beide Geschwader rechtzeitig i von den Flugwachen gemeldet und von den Flugabwehrkanonen erwartet und so frühzei­ tig unter gezieltes Feuer genommen, sodaß es ihnen nicht gelang, über das Weichbild der Städte zu kommen. Infolge der guten Flaksperre mußten sie ihre Bomben wahllos i abwerfen, oft auf freies Feld. In Kaiserslau­ tern wurde nur geringer! Häuserschaden au­ ßerhalb der Stadt verursacht. Personenscha; den überhaupt nicht. In Franffurt-Niederrad wurde u. a. das 'städt. Krankenhaus beschä: dtgt. Einige Bomben fielen in unmittelbarer i Nähe des Reservelazaretts Friedrichheim nie­ der. Ein Toter und 5 Verletzte sielen den Bomben zum Opfer. Tie Jagdstreitkräfte un­ seres Heimatgebietes starteten sofort, als die | feindlichen Geschwader die Front überflogen hatten, verwickelten sie in, großen Höhen ßn I zahlreiche LustWmpfe und brachten die» Flug­ zeuge zum Absturz. Die versprengten Reste ■ der feindlichen Geschwader wurden von an der | Frontsperre fliegenden Jagdkräften abgefangen und in neuen erbitterten Kämpfen drei weitere Flugzeuge aus ihnen abgeschossen. Im ganzen büßte der Gegner bei diesem Angriff von 17 Flugzeugen 7 Flugzeuge über deutschem Gebiet ein. Damit verloren unsere Feinde bei; den Angriffen auf das deutsch« Heimatgebiet bis­ her 30 Flugzeuge. L i' r I 1 1 L. i Messbriefe ms iei Westes. j:.j | Berlin, 27. September 1918, MtröereMigter Nachdruck, auch auszugsweise : : ! I I . Verbote».! , i i i j .j Die Beschießung von Metz, j Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. , , ; ; i i j Wetz« 26. September, ‘j Tie Rückkehr vom Besuche der zwischen ; Maas und Mosel kämpfenden deutschen und j österreichisch-ungarischen Truppen führte mich! ; über Wetz und gab mir Gelegenheit, mich! von den durch, das geschwätzige Gerücht übertriebe­ nen Schäden der französischen Fernbeschießung selbst zu überzeugen. Man bemerkt bei der Ein­ fahrt nichts davon; weder um den Bahnhof noch, in der Nähe der Eisenbahnbrücke, wie al­ lerhand Wichtigtuer behauptet hatten, ist die mindeste Zerstörung zu entdecken, und das ist leicht erklärlich, denn die Innenstadt ist über­ haupt von keinem Schusse getroffen worden. Alle Einschläge sind mit der durch die weite Zielentfernung selbstverständlichen Streuung in die südlichen uUd südöstlichen Vororte Wonteningen (Montignh), Langenheim (Longeville und Mühlen (Moulins) gefallen. Hier ist auch bürgerliches Eigentum beschädigt, und eine An-z zahl Einwohner sind getütet und verwundet worden. [ ■ i ( ( , 1 L i > I .! ■ 1 1 ────────── j:.j | Berlin, 27. September 1918, MtröereMigter Nachdruck, auch auszugsweise : : ! I I . Verbote».! , i i i j .j Die Beschießung von Metz, j Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. , , ; ; i i j Wetz« 26. September, ‘j Tie Rückkehr vom Besuche der zwischen ; Maas und Mosel kämpfenden deutschen und j österreichisch-ungarischen Truppen führte mich! ; über Wetz und gab mir Gelegenheit, mich! von den durch, das geschwätzige Gerücht übertriebe­ nen Schäden der französischen Fernbeschießung selbst zu überzeugen. Man bemerkt bei der Ein­ fahrt nichts davon; weder um den Bahnhof noch, in der Nähe der Eisenbahnbrücke, wie al­ lerhand Wichtigtuer behauptet hatten, ist die mindeste Zerstörung zu entdecken, und das ist leicht erklärlich, denn die Innenstadt ist über­ haupt von keinem Schusse getroffen worden. Alle Einschläge sind mit der durch die weite Zielentfernung selbstverständlichen Streuung in die südlichen uUd südöstlichen Vororte Wonteningen (Montignh), Langenheim (Longeville und Mühlen (Moulins) gefallen. Hier ist auch bürgerliches Eigentum beschädigt, und eine An-z zahl Einwohner sind getütet und verwundet worden. [ ■ i ( ( , 1 L i > I .! ■ 1 1 Kriegsbriefe aus dem Westen. Ter Feind,hat ln der ZelWom Tbnnerstag bis Sonütag im ganMN ii) Schuß aus einem Eisenbahngeschütz schwersten Kalibers in je drei, auf Morgen, Mittag und Abend verteilten La­ gen abgegeben. Dann wurde sein bei Tieulouard an der Mosel, weit südlich, Pont an Mousfon aufgestelltes Geschütz durch unsere Gegen­ wirkung zum Schweigen gebracht. Tie Ein­ wohnerschaft, die bei den ersten Einschlägen an einen der in Metz gewohnten Fliegexübersälle geglaubt hatte, flüchtete wie bei einem solchen in die KeNer und Unterstände. Eine Anzahl von Einwohnern hat int ersten Schrec­ ken die Stadt verlassen, ist aber großenteils bald zurückgekehrt, doch, sind die in Umlauf ge­ setzten Gerüchte von einer Massenflucht un­ richtig. Sie sind vielleicht dadurch veranlaßt worden, daß infolge der Zurücknahme unserer Front aus dem St. Mihiel-Bogen eine An­ zahl von der Feuerzone nunmehr genäherte Grenzdörser geräumt und deren Bewohner durch, Metz in sichere Wohnstätten überführt worden sind. Völlig unwahr sind die Gerüchte von einer Wegverlegung der Amtsstellen und Archive. Die Truppen aus den durch die Be­ schießung möglicherweise gefährdeten Unter­ künften bezogen bombensichere Quartiere, und der Marsch, dieser endlosen Soldatenzüge durch die Straßen gab den Metzern die Gewißheit, wie stark ihre Festung verteidigt ist. U I Mit einer gelegentlichen Fernbeschießung von Metz war seit Beginn des Krieges gerecht net worden. Von der Front bei Pjont an Monsson hatte der Franzose dazu bei der Tragweite der langen Rohre jederzeit die Möglichkeit. Manche Altmetzer Mögen fest darauf gebaut ha­ ben, daß die Franzosen entsprechend ihren un­ aufhörlichen Liebeserklärungen für Wetz und die Metzer nicht wagen würden, das Leben der Bürger, Frauen und Minder in Gefahr zu brin­ gen, und die nachhaltige Folge der Beschietzjung wird die Lehre sein, daß die Franzosen nicht gezögert haben, mit dem Versuche der Zerstörung von Metz zu beginnen, sobald Jie erkannten, daß ihr Ervberungsplan gescheitert war; denn aus den Aussagen der französischen und amerikanischen Gefangenen geht mit aller Sicherheit hervor, daß das Ziel der großange­ legten 1000-Tank-Offeusive bet St. Mihiel die Einnahme von Metz war, wo die AMeerikaner am 2. oder 3. Kampftage einzuziehen I hofften. Tie Enttäuschung über Lvn geringen Ersfolg des lange vorbereiteten Planes ist bei allen: Gefan­ genen groß; denn es war ihnen bekanmt, daß, die Räumung des Bogens bis zur Wrchelstellung von uns vorbereitet war und daß sie den Geländegewinn wenige Tage später ,hätten kampflos erzielen können. Nun glauben sie, werde ein neuer Vorstoß, gegen Wetz sehr lan­ ger Vorbereitung bedürfen. Tie Metzer fürch­ ten nichts für ihre starke und mit allen Erfah­ rungen des Krieges ausgebaute Festung, aber sie besorgen von einer neuen Fernbeschießung weiteren Schäden für Leben-und Eigentum der Bürgerschaft. - | I li i ,, ! h’' 1 s i ( i t.l 1 1 I l I '> ! (Kb.) ; E8. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Tages-Uebersicht. Reichskanzler Graf Hertling und Staats­ sekretär des Auswärtigen von Hintze sind vor­ gestern abends ins Große Hauptquartier abge­ reist; ■!,,!! i l; Mi 1 ■■ ■ i i; I l ! ────────── Bayerische Nachrichten. ' Tvr Kampfflieger Ernst Übet, der dieser, Tage bei seinen Eltern in München in Urlaub weilte, wurde wegen seiner Verdienste vorzugs­ weise zum Oberleutnant befördert. , ; f i , —* — | Portoerhöhung am l. Oktober beachte«! j Wir machen nochmals auf die ab 1. Oktober geltenden Portosätze aufmerksam: | ; ; ! ! i für Postkarten im Fernverkehr statt ,7.5lOPfg.; - [ I - ! ' i Um für Briefe im Orts- und Nachbarortsver­ kehr bis zu 20 Gramm Gewicht (statt 7.5) 10 Psg., über 20—250 Gramm 15 Psg.; ! , für Drucksachen: bis zu 50 Gramm (statt 3) 5 Psg., Über 50—100 Gramm statt 5 7.5 Psg., über 100—250 GramM (statt 10) 15 Psg., über 250—500 GramM (statt 20) 25 Psg., über 500 GramM bis 1 Kilogramm (statt 30) 35 Pfennig; I [I I l U i I, i , für Warenproben: über 100—250 GramM (statt 10) 15 Psg.. Wer 250—500 GramM (statt 20) 25 Psg.; '(,.11 M M > für Geschäftspapiere: bis zu 250 GramM (statt 10) 15 Psg., über 250-500 GramM! (statt 20) 25 Psg., über 500 Gramm bis 2 Kilo­ gramm (statt 30) 35 Psg. . j ■, ! ) IU! ; Unverändert bleibt der Portosatz für Post­ karten im Ortsverkehr (7.5 Psg.), für Briefe im Fernverkehr (15 Psg. bis zu 20 Gramm, 25 Psg. ,übev 20 bis 250 GramM) und für Warenproben bis zu 100 Gramm Gewicht (10 Psg.). In den UebergangsMonaten (Oktober und November) wird bei ungenügender Fran­ kierung lediglich, der fehlende Portybetrag naHerhoben (also kein Strafporto). : [ ■ . | i ────────── blonden Haar. Sie blieb an der Tür stehen, die Arme dagegengespreizt, und ihr erregtes At­ men wurde hörbar in i)ec Stille des Limmers. In rasenden Schien klopfte sein Herz. Fast wie Furcht wandelte es ihn an; chatten seine erregte Phantasie, seine Sehnsucht soviel Macht, sein Traumbild vor ihn hin ins Zimimer zu stellen?? I 1' i ' ! i Er hielt den Atem an, daß, es ihm nicht vor den Säugen zerrinne. Tann trat er aus das unwirlliche Gebilde zu und hob zaghaft die Arme, es zu fühlen — und es blieb. Er hatte einen weichen, zitternden Mädchenkörper ge­ faßt — r— und sein Name klang schluchzend durch den Raum — "Erichs | i i i "Jutta! Jutta — du bist gekommen," stammelte er in abgebrochenen Lauten, 1 "Ja, Erich!, — ich bin gekommen — weil ich dich liebe," sagte sie mit feierlicher Innig­ keit, und ihre Augen leuchteten. i [ » Da taumelte er überwältigt zurück. i "Jutta, träume ich?" s i ! 1 "Nein, du träumst nicht! Ich bin da." Wortlos stand er — das, was er soeben er­ lebte, was strahlend vor ihm aufging, war so übermächtig, daß er e8 kaum begreifen konnte. , i i , If | 1 [ t, i. I, ^ i I i "Euich, ich bin da — und bleib« da! Im­ mer! Nimm mich auf, Geliebter, verstoße wich nicht," sagte sie demütig. ; ; 1 , > Er hielt die Hand vor die Stirn und sah sie an, wie etwas Ueberirdisches» Heiliges — und als noch, einmal sein Name flehend an sein Ohr schlug, da erwachte er erst zum Le­ ben, zum Begreifen seiner Seligkeit. . .. "Jutta!" jauchzte er ans und riß sie an seine Brust. | i |, | I I : - i 1 ; "Jutta!" Ui (fl v 'II "Ach —" Sie atmete tief auf, wie befreit, und schmiegte sich an ihn; von seinen jungen, starken Armen umschlossen, fühlte sie sich ge­ borgen. 1 i I M f i ! "Erich, küsse mich', damit ich weiß, daß ich! wieder dein bin, daß du mir verziehen hast." Und er küßte sie fast andächtig; ihre roten Lippen blühten ihm in Sehnsucht und Liebe entgegen. Er vergaß alles um sich her — vergaß, daß es die Braut eines anderen war, die er küßte! I ITH I f i s | "Erich, wenn sie komnEi, mich zu holen — lasse mich bei dir! Ich habe Mich sortgestoh- 1 konnte! Sie werden mich, suchen." Und sie len vom Feste, weil ich! es nicht mehr ertragen, schauerte in seinen Armen zusammen, wäh­ rend ein Zug des Schreckens aus ihr Gesichts trgt bei dem Gedanken an das Kommende. , ,1 Er zog sie mit sich! an das offene Fenster, durch! das die Abenddämmerung siel, und er konnte nochj ganz deutlich ihr süßes, blasses Gesicht erkennen. i ^ i i | t ( i j i "Jutta — sieh mich! einmal an." , j ! ' Und er las in ihren tränenglänzenden Augen ihre große, selbstvergessene Liebe, sah den schmerzvollen Zug in dem! Wmal gewor­ denen Gesicht. Das war sine Andere Jutta, die da vor ihm stand, als die, die ihn einst in lachendem, verliebtem Uebermut geküßt ~* sie war durch, verschwiegenes Leid und heim­ liche Tränen zum Weibe gereist; in demüttger Liebe hatte sie sich! in seine Hand gegeben. 1 > "Jutta, am Abend vor deiner Hochzeit bist du zu mir gekommen! Bist du dir klar, was du mit diesem Schritt aus dich! genommen hast?" fragte er sie ernst. | 1 i i ! i 1 ! s I ! I "Ja, Erich," entgegnet« sie mit fester Sttmme. "Ich; habe mit vollem Bewußtsein ge­ handelt. Ich! weiß, daß ich alle Brücken hinter mir abgebrochen habe, daß Man mich mit Ver­ achtung strafen, mit Steinen werfen wird! — §Doch was bedeutet mir das jetzt alles gegen .das Gefühl, daß ich! wieder bei di,r bin — mein« Heimat ist bei dir." |; ( |P! i f : , i I -> nn BKWmfl W! Da m* i ────────── Doch nur kurze Zeit und die Sonne strahlte wieder in voller Stärke. Tie Temperatur war allerdings nicht ganz dem Sonnenschein ent­ sprechend. Es herbstelt bereits stark, die Wärime der Sonnenstrahlen wird durch herbstlich kühle Winde wieder aufgehoben oder doch stark herabgemindert. Der Ausslugsverkehr war ge­ stern besonders stark, doch! galt er weniger den Gaststätten der Umgebung als praktischen Din­ gen. | ' ( i ith , > —* Der Wintersahrplan hat nur we­ nig Veränderungen der Zugszeiten gebracht. Er ist in der heuttgen Nummer unseres Blattes für unsere Leser >um Ausschneiden abgedruckt. I . i, 1 " - -f — I 1 , | i < ' ! Die Teurungszulage» für Sie Peusiouistea. Die Staatsministerien haben eine gemein­ schaftliche Bekanntmachung über die neue ein­ malige Teuerungszulage für die Pensionisten erlaffen. ! ^ ( | < t s ' < , , Danach! beträgt die einmalige Knegsteuerungszulage für Pensionisten das achtfache des Monatsbetrages der Kriegsteuerungsbeihilfen, die den Pensionisten auf Grund der Bekannt­ machung vom 19. Juni 1918 angewiesen ist oder anzuweisen sein wird. Mndestbetrag der einmaligen Kriegsteuerungszulage ist: 1 a) jür Personen, die unter Ziffer 2, Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Bekanntmachung vom,19. Juni 1918 fallen (verwitwete Beamte und Be­ amtenwitwen und Ledige) 150 Mark; ( h) für die Personen, die unter Ziffer 2, Ws. 2 Nr. 3 der nämlichen Bekanntmachung fallen (die verheirateten Beamten iM Ruhe­ stand) 180 Mark? | z ! | | | , 1 t c) für doppelt verwaiste minderjährige Be­ amtenkinder Ziffer 6 Ws. 2 der nämlichen Be­ kanntmachung 60 Mark; i t : d) für doppelt verwaiste volljährige Be­ amtenkinder Ziffer 6 Ws. 2 der nämlichen Bekanntmachung 72 Mark. I ! > Die einmalige Krttgsteuerungszula§e wird im allgemeinen ohne besondere Anweisung tomt Vorständen der Kassen, welche die den Betei­ ligten angewiesenen Kriegsteuerungszulagen einzuweisen haben, auf- dem gleichen, Form­ blatt festgestellt, aus dem die Kriegsteuerungsbeihilsen festgesetzt wurden. Sie wird in der Regel mit der Kriegsteuerungsbeihilfe für Ok­ tober 1918 am Schluffe des lausenden Monats oder zu Beginn des Oktober 1918 ausbezahlt. Lokales. Laudrhut, beit 39. September. —* Die Oberin des MagdalenenHeimes hier, in welchem ein Reservelazarett untergebracht ist, starb am Samstag an den Folgen einer Krankheit, die sie sich, bei der Pflege eine! Kriegsgefangenen zugezogen hat­ te. Sje hatte erst vor 6 Wochen ihr Amt ange­ treten. i ul ( i 1 il —* Zur Wohft ungsnot wies Herr R.R. Ambros daraus hin, daß bei Kündigungen, welche vom Meter ausgehen, das Meteinfgungsamt nicht eingreisen kann, wenn der Me­ te« dann keine Wohnung, findet. Bei einer Kündigung durchs den Vermieter aber ist dev Meter gehalten, unverzüglich! das Meteini­ gungsamt in Kenntnis zu setzen, da dieses Nur dann eingreifen kann. Es sollten überhaupt möglichst Kündigungen unterbleiben. 1 s —* Durch Kauf wurde das Anwesen, Ga­ belsbergerstraße 13, bisher im Besitze des Hervn Baumeisters Straße« von dem jpemt Ähutzmann Eckl hier erivorben. k [ " j —* Zwei Freiballone überflogen am Samstag unsere Stadt. Einer derselben flog östlich der Stadt und in größerer Höhe, wäh­ rend der andere die Stadt in geringer Höhe überquerte. I f | i I > 1 —* Be schlagnahmt wurden gestern bet einer hiesigen Speditionsfirma 2 Kisten mit '4 Zentner Aepfel, welche ein bis zurzeit noch unbekannter Soldat zur Ausfuhr nach München ohne Aussuhrerlaubnis aufgegeben hatte. > —* Gestohlen wurde ein in der Stallung einer Brauerei hinterstelltes Fahrrad Marke Adler. , ' t i i i ! i —* Erkrankt ist heute Nachtun der The­ aterstraße ein hiesiger Schlosser. "Er wurde ins städt. Krankenhaus verbracht.. I 1 [ —* An Fett erhalten wir diese Woche 60 Gramm Butter. ( i [ | 1 i ' s —* 10 Pfund Kartoffeln werden auf Reservemarke C. abgegeben. 1 ! —* Das Spiel mit dem Revolver hat im benachbarten Altheim gestern wieder ein Opfer gefordert. Der IZjähr. Tienstknecht Xaver Kastl ging gestern früh nach! Duniwang, um die Söhne des Bauern Pointner zumKirchigang abzuholen. In der Kammer des Point­ ner lag ein scharf geladener Revolver am 'Fen­ ster. Kastl nahm die Waffe und hielt sie beim Laus. Der 16jähr. Joses Pointner wollte sie '' i mwm»««, MBEW». ;-r f * v" i ~ ihm nehmen. Da krachte ein Schuß und'Kastl wurde so schwer getroffen, daß er alsbald sei­ ner Verletzung erlag. I ll [ f i i i —* Ein Brand entstand gestern mittags nach 12 Uhr am Heuboden des Anwesens des Bauern Jähann Steer im benachbarten Ober­ gangkosen. ßj leichte Wolkenbil­ dungen zusammen und verdunkelten die in voller Pracht vom HiMmel strahlende Sonne. ────────── Die Teuerungszulagen für die Pensionisten. Die Staatsministerien haben eine gemein­ schaftliche Bekanntmachung über die neue ein­ malige Teuerungszulage für die Pensionisten erlaffen. ! ^ ( | < t s ' < , , Danach! beträgt die einmalige Knegsteuerungszulage für Pensionisten das achtfache des Monatsbetrages der Kriegsteuerungsbeihilfen, die den Pensionisten auf Grund der Bekannt­ machung vom 19. Juni 1918 angewiesen ist oder anzuweisen sein wird. Mndestbetrag der einmaligen Kriegsteuerungszulage ist: 1 a) jür Personen, die unter Ziffer 2, Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Bekanntmachung vom,19. Juni 1918 fallen (verwitwete Beamte und Be­ amtenwitwen und Ledige) 150 Mark; ( h) für die Personen, die unter Ziffer 2, Ws. 2 Nr. 3 der nämlichen Bekanntmachung fallen (die verheirateten Beamten iM Ruhe­ stand) 180 Mark? | z ! | | | , 1 t c) für doppelt verwaiste minderjährige Be­ amtenkinder Ziffer 6 Ws. 2 der nämlichen Be­ kanntmachung 60 Mark; i t : d) für doppelt verwaiste volljährige Be­ amtenkinder Ziffer 6 Ws. 2 der nämlichen Bekanntmachung 72 Mark. I ! > Die einmalige Krttgsteuerungszula§e wird im allgemeinen ohne besondere Anweisung tomt Vorständen der Kassen, welche die den Betei­ ligten angewiesenen Kriegsteuerungszulagen einzuweisen haben, auf- dem gleichen, Form­ blatt festgestellt, aus dem die Kriegsteuerungsbeihilsen festgesetzt wurden. Sie wird in der Regel mit der Kriegsteuerungsbeihilfe für Ok­ tober 1918 am Schluffe des lausenden Monats oder zu Beginn des Oktober 1918 ausbezahlt. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Obcrteisbach, 28. Sept. (Eine schwere Bluttat) wurde gestern hier verübt. Ms die Haushälterin und Geliebte des Bauern Dirscherl, die 25jähr. A. Kerscher, vom Walde heimkam, trat der in Urlaub befindliche Sohn des Tirscherl ins Haus, sperrte die Türe zu und schlug mit einem! Gummiknüttel auf die Keuscher ein, die er auch an den Haaren hin und her zerrte. Schließlich sperrte er die Haustüre aus und warf sie zum Hause hinaüs ln einen mit Odel gefüllten Graben. Nun kam! auch, die von Tirchserl getrennt lebende Frau desselben hinzu. Während der Sohn die Ker­ lscher mit Füßen trat, schlitzte die Frau dev Magd mit einem Messer den Unterleib aus und versetzte ihr einen Stich in den Oberschenkel und in die linke Hand. Die lebensgefährlich verletzte Magd wurde ins Krankenhaus Dingolsing verbracht. Die Ehefrau Tirscherl ging flüchtig, während der Sohn den wilden Mann spielt und ins Garnisonslazarett Landshut ver­ bracht wurde. i ────────── Letzte Posten. Ein bulgarischer Militär über die Lage. B u d a p e st, 29. Seht. (Meldung des un­ garischen Korpsbüros.) Der frühere Oderkom­ mandant der bulgarischen Armee General Satooto erklärte heute über die butzarischen Er­ eignisse und die durch sie geschaffene Lage folgendes: Die derzeitige Situation ist nicht so schlecht, als man glaubt. An der Front und im Innern haben sich gewisse Unruhen ge­ zeigt, und diese benutzte der Feind zur Errei­ chung seiner Erfolge in Mazedonien. All die­ ses ist lediglich als vorübergehend anzusehen und nach kurzer Zeit wird die Lage zufolge der Maßnahmen, die von den Oberkommandos der bulgarischen und der Verbündeten Armeen getroffen wurden, wieder hergestellt sein. Sie wissen die, daß der südliche Kriegsschauplatz nicht bloß derjenige der Bulgaren sondern auch der des ganzen 'Vierbundes ist. Infolge dieses Umstandes kann man voUes Vertrauen haben, daß die zeitweiltzen Ersätze des Feindes bald zunichte gemacht fein werden. Was den Frie­ den betrifft, so will ihn unser Bund und wir wollen auch Opfer bringen, ihn zu erreichen. Da aber unsere Feinde gegen den Frieden sind, muß der psychologische Moment abgewartet werden, wo itnr einen Frieden schließen kön­ nen, der unsere Gebiete und unser Recht aufs Dasein wahren wird. Ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich behaupte, daß, dieser Moment nicht ferne ist. Eben infolge der Nähe dieses Augenblicks müssen wir noch! nötige Opfer bringen, müssen Geduld haben und mit vollem Vertrauen der Zukunft entgegensehen. Kein österrcichisch-itasienischrr Souderfrßede. Wien, 29. Sept. (Meldung des K. u. K: Tel.-Büro.) Tie von der "Agenzia Stefan!" dementierte, aus Jtallen stammende Meldung, Oesterreich-Ungarn würde in der nächsten Zeit mit Italien einen Sonderfrieden schließen, wird von Agenten noch, immer verbreitet. Wir sind ermächtigt, auch unsererseits die völlige Unrichtigkeit dieser Nachricht festzustellen. Großfürst Nikolaus Mer die Lage Rußlands. Kiew, 28. Sept. Die "Nowosti Tnja" meldet: Großfürst Nicolai Nicolajewitsch er­ klärte einem Mitarbeiter unseres Blattes: Die Bildung einer Ostfront würde Rußland zu­ grunde richten. Er verurteilte die Einmisch­ ung der Entente in die inneren Angelegenhei­ ten Rußlands und die Besetzung russischer Ge­ biete. Tie Rettung Rußlands könne nur durch die Russen kommen. Sei auswärtige Hilfe nötig, dann solle man sich an Deutschland wenden, dessen Interessen den russischen näher stünden. Die Ukraine und bfe Krim seien Bei­ spiele dafür, wie sich ble Deutschen nicht in die inneren Angelegenheiten der besetzten Givbiete einmischen. Tie Landtagsersatzwahk m Srördlinge«. Nördlingen, 29. Sept. Bei der gest­ rigen Landtagsersatzwahl für den Wahlkreis Nördlingen wurde Friedrich! Fuchs aus Heu­ berg mit 1593 Stijmmen gewählt. r Aus dem Wiener Kronrat. Budapest, 29. Seht. Ungarischen Blät­ tern zufolge ist im gestrigen Wiener Kronrat alles geschehen, was das wohlverstandene In­ teresse der Monarchie erheischt. Während einer­ seits die notwendig gewordenen militärischen Maßnahmen zur Sicherung $ner wirksamen Verteidigung vollzogen wurden, besteht unver­ ändert das Bestreben, im ersten möglichen Augenblick einen Frieden zu schließen, der die territoriale Unversehrtheit der Monarchie un­ bedingt wahrt und der im Einvernehmen mit dem Deutschen Reiche geschloffen werden soll, ebenso wie wir mit diesem in den Kämpfen Schulter an Schulter gestanden haben. In maßgebenden Kreisen wird nachdrücklichst be­ tont, daß, obwohl der Entschluß Bulgariens auch die Monarchie vor eine außerordentlich schwere Situation gestellt hat, weder zu Klein­ mut noch zur Verzagtheit Grund vorhanden ist. Me Wehrkraft der Monarchie wird im Süden dem Feinde eine neue eherne Mauer entgegenstellen. Ihre Diplomatie sei auch wei­ terhin nichtversiegende Willenskraft. n ────────── Dienstesnachrichten Bahuvieust. . Vom 1. Oktober 1918 an wird in etatsmäßiger Weise befördert: der Postfeftetitr Ludwig Neumayr in Wasserburg am In« zum Postoerwalter in Straubing. PostviUnst. «ersetzt In etatsmäßiger Weise auf Ansuchen: die Postboten Josef Pvllmann von Arrach nach Mengkofen, Alois Lindinger von Ramerberg nach Rsisbach, Georg Steiml von Gotteszell nach! Karpsham Bf. u l -Schlulvienst. Die Volksschullehrer-, Wes. ner- und Organistenstelle in Bischofsreut, K. Mstriktsschulinspektion Wolfftein in Freyung, ist ab 1. Oktober 1918 erledigt. Endtag für Be­ werbungen: 24. Oktober 1918. ────────── Allerlei. Glockenabsturz. Bei der Abnahme der gro­ ßen Glocke der protestantischen Kirche in Wei­ den ereignete sich, ein Unfall, der leichck schwere Folgen nach, sich! hätte ziehen können. ; Das Seil, an dem die Glocke herabgelassen werden sollte, kam tritt der elektrischen Starkstromlei­ tung in Berührung, brannte durch! ujtb "die Glocke stürzte ab, glücklicherweise ohne Scha­ den anzurichten. • f i i i ! I M s i i