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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-09-06"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 243</biblScope>
          <date when="1918-09-06">1918-09-06</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der Krieg mit Italien. r ' KoWeuwot ist Italien. 1 Nirgends aus der Welt steht das Kohlen­ problem so im Mittelpunkte aller Versorgungssragen überhaupt, tote in Italien, Nachricht ten, die von dort kommen, geben ein Bild, das allerdings die ernsten Sovgen der ita­ lienischen Staatsmänner berechtigt erscheinen läßt. Galli, der italienische Kohlenkommissar in London ,erzählte einem Vertreter derTi-, mes einiges über die Zustände in seiner Heimat: Wie der Eisenbahnverkehr schweren Stockungen untertoorsen ist, tote man sich ge­ zwungen sah, ganze Dlivenpslanzungen um­ zulegen, um BrennMz zu getoinnen, und tote alles dieses Holz nicht ausreichte. Gas hätten nur acht der größten italienischen Städte und auch diese nur teuer. Neuerdings fuhr auch der italienische Transportminister Billa nach London, um über die Seezufuhr englischer Koh­ len nach Italien zu verhandeln. Tie bisherige Beförderung französischer Kohlen auf dem Landtoege (Schisfsräummangel!) beschtoere die italienischen Eisenbahnen allzusehr, so daß sie im Interesse der Kriegführenden dringend der Entlastung bedürfen. Auch aus den italienischen Meldungen geht hervor, daß! die ernstenWorse des Secolo für Italien im vollsten Maße zuder Krieg von so langer Tauer und die Wir­ kung des U-Bootskrieges eine fo schreckliche fein würde." !</p>
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          <p>Japan im Kriege. Eine japanische Offensive? 1 Aus Tokio toird gemeldet: Nach einer amtlichen Mitteilung sind die Japaner am 24. August zur Offensive übergegangen und haben den Feind bis zur Eyerchya zurückgedrängt. Von der weiteren Verfolgung mußte Abstand genommen werden, da die Svtojettruppen die Brücken, die über den Fluß führten, sprengten. Einige Abteilungen nachfolgender Truppen ka­ men in Manchulis an; die Hauptmacht folgte ihr am folgenden Tage. Semenoto ergriff Be­ sitz von einem Rangierzug -85 Meilen westlich Manchulis. !</p>
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          <p>wurde auf die Fahrzeuge zugehalten, die beim Näherkommen als drei feindliche Einheiten aus­ gemacht wurden. Auf Schußentfernung heran­ gekommen, wurden unsere angreifenden Fahr­ zeuge vom Gegner bemerkt. Unmittelbar nach dem Fallen einest Torpedoschusses eines un­ serer Boote drehte das angegriffene Schiff mit hoher Fahrt aus den Angreifer zu, fo daß der Torpedo sein Ziel versehtte. Gleichzeitig wurde gegettt ein zweites feindliches Fahrzeug ein Treffer erzielt, das zu brennen begann und schwere Schlagseite nach Steuerbord er­ hielt. Sofort nach Beginn des Gefechtes grif­ fen auch fciie Landbatterien ein und feind°i liche Flieger beteiligten sich mit Maschinen­ gewehren an der Abwehr. — Zur selben Zeit war eine andere Gruppe unserer Streitkräfte unter der Küste auf feindliche Zerstörer ge­ stoßen. Aust nahe Entfernung wurden zwei feindliche Zerstörer durch Torpedos getroffen. Ter eine erhielt einen Treffer mittschiffs und brach unten starker Qualmentwicklung aus­ einander. Bet dem zweiten Zerstörer erjW J nach! dem Treffen des Torpedos eine fta*. Detonation, worauf das Boot sank. Auch hier wurden unsere Streitkyäste von den Handbat­ terien erfolglos beschossen und durch Flieger unter Masckhinengewehrfeuer genommen. Un­ sere Boote wurde« nicht beschädigt und sind ohne Menschenverluste zurückgekehrt. Der deutsche Hilfskreuzer "Triumph". Kopenhagen, 5. Sept. Wie der Watin meldet, hat der Tampser ^Triumph", der an der Küste Neu-Schottlands als deutscherHilfskreuzer tätig ist, den norwegischen Dampfer "Bergiadale" mit 2500 Tonnen versenkt. Ter Umgriff auf Dünkirchen. Ueber den Angriff leichter deutscherStreitkräste gegen die feindliche Bewachung auf der Tünkirchener Reede in der Nacht zum 23. Au­ gust werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Unsere auf einer Patranillenfahrt befindlichen Streitkräfte sichteten gegen 2 Uhr nachts in der Höhe der Small Bank eben nordöstlich von Dünkirchen .anscheinend zu Anker lie­ gende feindliche Fahrzeuge. Obgleich die sehr helle und klare Vollmvndnacht ein unbemerk­ tes Herankommen an den Feinet hnFrage stell­ te, entschloß sich der Führer Kapibävleutnant As mann zum Angriff. Mt höchster Fahrt Der Krieg zur See.</p>
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          <p>sogar bewußt, unsere Sache geschädigt wird. Wir haben in diesem Weltkriege schon schwerere Lagen durchgemacht und siegreich bestanden. Und so ist wahrlich jetzt, wo wir dank der Siege unserer wackeren Feldgrauen den Rücken im Osten freihalten, weniger Grund zu KleinMut denn je vorhanden. Würde die Entente so krampfhaft versuchen, die Russen ge* gen uns zu Hetzen und bei den noch Neutralen gegen uns zu putschen, wenn sie sich nicht den schweren Ernstes ihrer eigenen Lage be­ wußt Wäre? Und zeigt nicht gerade ihre umfas­ sende, verlogene Redeosfensive, wie wenig sie in Wahrheit trotz aller durchsichtigen Prah­ lereien aus den Erfolg ihrer militärischen Osfensive rechnet?.'</p>
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          <p>Den achten Gatten erschlagen. Aus Hodmezo-Vasarhely (Ungarn) wird berichtet: Ter 70jährgie Gutsbesitzer Georg Wadaszar wurde von seiner Frau mit einem eisernen Stößel erschlagen. Er war der achte Mann der Frau, die mit ihrem Gatten in stetem Unfrieden leSte und ihren vorletzten Mann vergiftet hatte. Sie war deshalb mit sieben Jahren Zuchthaus bestraft worden. I r Bon einem Kriegsgefangenen erschossen. In einem Walde bei Hostin (Oesterreich) wurde ein flüchtiger italienischer Kriegsgefangener von ergriff. Tie Knaben verfolgten ihn. Plötzlich, Knaben angetroffen, vor denen er die Flucht feuerte er einen Revoteer ab und verwundete den IIMrigen Bauernsohn Frz. Ponocuy schwer. Ter Knabe starb an der Verletzung. Teutsche Wortstilblüten. Für den deutsch­ sprachigen Unterricht empfehle ich das folgen­ de Musterbeispiel, das "bett besonderen Vorzug hat, durch lautes Auswendiglernen zu einer ungeahnten Zungenfertigkeit zu verhelfen. Tie folgenden Sätze, in 20 Sekunden deutlich her­ gesagt, bilden eine hervorragende Zungen-; Übung. Also: Tas Leben fordert die Lebens­ mittel, erhoben durch die Lebensmittelmarke, welche durch die Lebensmittelmarkenverteilung an der Lebensmittelmarkenverteilungsstelle durch, ein Lebensmittelmarkenverteilungskomi­ tee und dessen LebensmittelmarkenoerteilungssteUenkomiteemitglieder erhoben werden. Die Lebensmittelmarkenverteilungsstellenkomitee -. Mitgliedschaft wird erworben durch den LebensmittelmarkenverteilungssteUenkomiteemit glied schaftsbeitrag, der alljährlich in einem LebensmittelmarkenverteilungssteNenkomiteemit gliedschaftsbeitragrechenschastsbericht an das Lebensmittelmarkenverteilungsstellenkomitee mitgliedschaftsbeitragrechenschaft-berichtsamt gelangt, wo er sich dann zu einem Lebensmit­ telmarkenverteilungsstellenkomiteemitglied schastsbeitragrechenschastsberichtsamtsratken schwanzungeheuer erfolgreich weiter aus­ wächst. ! Tr. Ol. 1 Allerlei.</p>
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          <p>Bayerischen Nachrichten. Ein bayerisches Gerbstoffwerk wird in Regensburg errichtet werden. Ta in Bayern und in ganz Süddeutschland bisher keine Gerb­ stoffabrik arbeitet, müssen die bayerischen "Wald-, erzeugnisse nach, Norddeutschland und West­ deutschland verfrachtet werden, um dort ver­ albertet und als Extrakt an die bayerischen Le­ derfabriken zurückgesandt zu werden. , Tie Bamberger Gärtmr weigern sich, zu den Höchstpreisen Gemüse auf den Markt zu bringen. Das Verhalten der Gärtner, das in der Bevölkerung große Erbitterung hervorge­ rufen hat, fand in der letzten öffentlichen Ma­ gistratssitzung in Bamberg scharfe Mßbilligung. Es wurde beschlossen, die gegen die Gärtner bereits eingeleiteten Zwangsmaßnah­ men mit aller gesetzlichen Strenge durchzufüh­ ren und die Schuldigen dem Strafrichter zu überliefern. Ter Vertreter der Bamberger: Gärtner schaff, Magistratsrat Badum, fand mir seiner Behauptung, daß der Mangel an Ge­ müse auf eine Mißernte zurückzuführen sei, starken Widerspruch. Temgegenüber verwies Oberbürgermeister Wächtex auf die Tatsache, daß der Bamberger Markt mit Gemüse glan­ zend bestellt war, solange die viel zu hohen Preise bestanden Hätten. Ter Widerstand der Gärtner werde mit Gewalt gebrochen, falls sie ihre verwerfliche Opposition nicht aufge­ ben sollten. Magistratsrat Badum behauptete, daß ein Bauer aus Hallstadt bei Bamberg kürzlich! geäußert habe, daß er sich lieber eine Hand abfaulen lasse, ehe er zu solch; niederen Preisen Gemüse baue. Tiefe Aeußerung hat im Kollegium Anen Sturm der Entrüstung hervorgerufen; sie wurde dom Oberbürgermei­ ster Wächter entsprechend gebrandmarkt. Selbst gerichtet durch Erhängen hat sich nach einer Meldung aus Memmingen der unter dem dringenden Verdacht des Mordes an dem Landjäger Nüßle von Leutkirch mit seinem Sohne verhaftete Krämer von Moserhof. Ter Sohn befindet sich noch in Untersuchungshaft.</p>
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          <p>Niederbayerischen Nachrichten. Dingolfing, 5. Sept. (Umbekannte Stiebe)’ stahlen aus einem Anwesen nrächst Tingolsing eine Brieftasche mit 2100 Mk.'. Papiergeld, ei­ nen Schlußfchein, lautend aus 5500 Mk. für eine verkaufte Kalbin, ausgestellt vvom Bieheinkäuser Geier von Tingolsing, eine 6. Kriegsanleihe über 200 Mk. und der Nr. 6 858 795 samt Zinsbogen, ferner entwendetem sie Kleider,Hü­ te und anderes. Baherbach, 4. Sept. (Atidntatversuch.) In der Nacht vom 30. aus 31. August wurde in das Schlafzimmer des von hier nach Neuhaus a. I. versetzten Gendarmeriewachtmeisters hier ein Schuß; abgegeben ohne glücklicherweise je- l mand zu verletzen. Ter Täter konnte nicht $ ermittelt werden. ' &gt; Straubing, 4. Sept. (Schwurgericht.) Für heuer findet am f. Landgericht« dahier noch eine Schwurgerichtssitzung, die zweite dieses Jahres, statt, zu deren Vorsitzenden der stellte, k. Landgerichtsdirektor Schafsteck und zum Stell­ vertreter der k. Oberlandesgerichtsrat Adam, beide dahier, ernannt wurden. Ms Geschwo­ rene zu dieser Sitzungsperiode wurden u. a. ausgelost: Wallner Franz, Wirtschastspächter in Landshut, und Kohlndorfer Josef, Hof­ lieferant in Landshut. | Pfarrkirchen, 5. Sept. (Als Notgeld) hat die hiesige Sparkasse Scheine zu 50 Pfennig ausgegeben. j Tann (Ndb.), 4. Sept. (Auszeichnung, Dem langjährigen Postamtsvorstand, I. Post­ expeditor Franz Besold hier, wurde das preuß. Verdienstkreuz für Kriegshiffe verliehen. Teggendorf, 4. Sept. (Unverschämt!) Für ein junges Göckerl verlangte am hiesigen Wo­ chenmarkt eine Frau aus Schaching sieben Mark. Tie Schutzmannschaft veranlaßte die Frau, den Markt sofort zu verlassen. Osterhofen, 5. Sept. (Kindsmord.) Eine 32jährige Tienstmagd in Hub hatte heimlich; entbunden und das Kind in einen Brunnen geworfen. Tas Scheusal von einem Weibe sitzt bereits hinter Schloß; und Riegel. Würding a. Inn, 5. Sept. (ElektrischesLicht und Kraft) soll unser Ort erhalten. Eine Pri­ vatgesellschaft hat im benachbarten Oesterreich; eine Wasserkraft angekauft und will die Leitung über die Grenze ziehen, um 'die Gemeinden Würding, Safferstetten, Hark Kirchen ündJedling mit Licht und Kraft zu versorgen. Biechtach, 5. Sept. (Rücktritt.) HerrKaufntann Fidel Schub hat das vom ihm seit vie­ len Jahran innegehabte Amt des Bürgermei­ sters aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. Durch gemeinschaftlichen Beschluß der Kolle­ gien wurde ihm das Ehrenbürgerrecht verlie­ hen. I ! ' ' i | Hauzenberg, 5. Sept. Ter im Graphitwerk Kropsmühle' beschäftigte verh. Arbeiter Krv» nawttter stürzte über 20 Meter tief in den Schacht und wurde nur mehr als Leiche gebor­ gen. ( ' Kirchdorf, 5. Sept. (Von der Lokomo­ tive erfaßt) wurde ein Fuhrwevk, wobei das 9jährige Mädchen des Schmiedmeisters Hofer überfahren und getötet wurde. ; ,</p>
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          <p>vom Hörensagen. Und wie müßte sie sich als schlichte Frau Reviersörster einrichten, müßte zu den gröbsten Verrichtungen selbst mit Hand anlegen bei bem kümmerlichen Gehalt, von dem er noch sein» Mutter unterhielt! Tenn ihre Eltern würden sie nicht unterstützen. Und Toilettenluxus gab es für sie nicht mehr, für sie, die sichj so gern schmückte, die schöne, zarte Wäsche, schmiegsame, seidene Strümpfe, ele­ gante Stiesel über alles liebte, so baft ihr Vater manchmal über solche Verschwendung brummte. Mit dem allen war es dann vorbei. Ein Schaudern überlief sie. Nein, daran durfte sie nicht. denken. Sie wollte die Ge­ genwart genießen! Und nie waren ihre Küsse leidenschaftlicher, heißer, als nach solchen Er­ wägungen, wenn sie den Geliebten dann in seiner ernsten, männlichen Schönheit sah. Es war, als ob sie sich dann an ihn klammern wollte — an das kurze Glück, das ihr durch seine Liebe ward. ! &gt; 1 i _ —, « Ter sechzigste Geburtstag des Ritterguts­ besitzers Hellwkg sollte festlich! begangen wer­ den. Ter Leutnant ivar schon zwei Tage vor­ her gekommen. Jutta traf ihn auf bem 1 Post­ amt im Torfe, wohin sie geradelt war, ein Telegramm aufzugeben. Nach! kurzer Begrüß? ung wollte sie wieder weiter; sie hoffte, Erich zu sehen, um wenigstens einen kurzen Gruß mit ihm auszutauschen — fetzt, in diesen Tagen mußte man doppelt vorsichtig sein. Ter Leut­ nant war ja immer hinter ihr her. . "Einen Augenblick, gnädiges Fräulein! Warum so eilig? Mit Ihrer gütigen Erlaubnis möchte ich Sie begleiten." "Sehr liebenswürdig, doch» ich habe wenig Zeit, Herr von Hellwig." ! "Ah, ich. kann mir denken," er lächelte boshaft. "Nun denn: viel Vergnügen!" "Was können Sie sich! denken, Herr Leut­ nant?" Jutta wollte ihr Rad besteigen, doch sie hielt inne, nahm den Fuß vom Pedal und sah ihn fragend an. "Einen Augenblick, gnädiges Fräulein! Tann werde ich Ihnen die Erklärung zu mei­ nen Worten geben " Und sie blieb wirklich, was sie sonst nie getan hätte — aus einem unbestimmten, ängst­ lichen Gefühl heraus. Er hatte sie gar so spöttisch überlegen und hinterhältig angesehen. Nun beeilte er sich! auch gar nicht — ließ sie sogar ein wenig warten. v : Tas brachte sie in Zorn; sie schwang sich auf ihr Rad. "Adieu, Herr von Hellwig!" rief sie, im Begriff, davonzufahren. ; Er trat in die niedrige Tür des Postamts. "All Heil, gnädiges Fräulein - und besten Gruß an Herrn Förster Berger!" sagte er halb­ laut, mit scharfer Betonung, sodaß sie ihn ver­ stehen musste. i [ Ter Herzschlag setzte ihr aus — was wußte er? — Einem inneren Zwange gehorchend, sprang sie ab und wartete aus ihn. Langsam kam er ihr nach-. s i "Was wollen Sie denn? Was habe ich mit Förster Berger zu schassen?" grollte sie und fühlte zu ihrem' Schrecken, wie ihr das Blut heiß ins Gesicht stieg. "O, das müssen Sie selbst am besten wissen! Ich, wage nicht, mich in Ihre innersten Geheim­ nisse . zu drängen und in die des schneidigen Herrn Revierförsters," entgegnete er mit bos­ hafter Betonung. ! Ihr Trotz versagte; sie konnte nicht auf­ brausen, wie sie sonst so leicht getan. Sie senkte den Blick vor feinem 1 überlegenen Lä­ cheln und sie ließ es geschehen, daß er die Hand auf die Lenkstange ihres Rades legte und es über den kleinen Graben führte, der hinter den Häusern sich, hinzog. Aus dem- schmalen Wie­ senweg waren sie ungestört und unbelauscht — und wurden doch, dost allen Seiten im Torfe gesehen. . . , I ! t ... .... (Fortsetzung folgt! -</p>
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          <p>so expliziert die sprachgewandte Tttrne der stau­ nenden Zuhörerschaft, da BnneitS Alles ha­ ben, Butter, Schmalz, Eier, 'Fleisch, wie Sie's mögen, wenn's nur gehörig zahlen — und btt. sehlt's bei mir nüt;mir gehörn n&amp; zu bene, wo nix ausgehen lassen; wir könnens uns was kosten lassen und sän nöt neidig!" — "Tas ist aber merkwürdig"., erlaubt sich schüchtern ein Herr einzuwenden, "ich bin jetzt auch! feit einiger Zeit an Ihrem! Ort, kann aber gar nichts bekommen, kaum mein Markendeputat!" — "Ja, meint herablassend die erfahrene Mollige, "da sangen Sie's halt net recht an; zahlen müssens ordentlich, dann Wer­ dens sehen, wie's eingeht." — "Könnten Sie mir nicht vielleicht mit einigen Quellen an die Hand gehen, es wäre mir eine Erleichst terung?" bittet der Schüchterne. — "GewAß, gern," plauscht die Mollige, "da gehens zum Kaufmann 3£, da kriege ns Zucker so viels wol­ len, das Pfund um&gt; H Mark, beim Kaufmann §), ba könnens Schmalz gnua haben für zehn Marll 's Pfund." - "Ich bin Ihnen sehr verbunden," flötet der Schüchterne, "aber nun darf ich, auch, um Ihren Namen bitten, ich bin nämlichj der neue Polizeichef von Dingsda". Tableau! Tie Szene wird zum Tribunal. Tie Mollige wird blaß; das Wasser im Munde der Mitreisenden ebbt ab; aus ihren Gesichtern aber strahlt die reinste aller Freuden — die Schadenfreude. I Lokales. Lasdshut, he« 6. September. —* Erwischter Pvstmarder. Gestern wurde eip Postaushelser am! Bahnhöfe beob­ achtet, als er Ach mehrere ^.Pakete aneignete. Tie Beute konnte chm wieder abgenommen werden. Ter Täter ist der ane hiesigen 'Bahn­ postamte als hilssdienstpflichtiger Aushelser verwendete Schweizer Joseph Kiermeier von altsraunhosen. Tie Pakete enthielten Lebensnvtttct. * ! i —* Zwei slei schlose Sonntage stehen unserer Bevölkerung bevor. Nach, eingezoge­ nen .Erkundigungen an maßgebender Stelle W dieses Gerücht, das wir zuerst selbst nicht glau­ ben sollten, Tatsache. Es bestehen bei der städt. Fleischverteilungsstelle Bedenken, mor­ gen Samstag Fleisch! auszugeben, weil dieses Fleisch für die folgende Woche gehört, dies aber die skei sch lose Woche ist. Am darauffol­ genden Samstag ober darf Fleisch nicht aus­ gegeben werden, weil dieser in die fleischlose Woche fällt, die in Landshut 'daher praktisch nicht sieben, sondern 9 Tage zählt. Es mag theoretisch vielleicht richtig sein, praktisch ist dies eine ungerechtfertigte Härte, die auch durch! Gewissensbisse unserer Fleischversorgungsstelle nicht gerechtfertigt wird. Mr ha­ ben doch auch die letzte fleischlose Woche ein­ gehalten. Wir haben an dem Samstag, der fleischlosen Woche kein Fleisch erhalten, die Marken für diese Woche wurden außer Kraft gesetzt. Wir haben dafür an dem Ersatzbrot gekaut. Mehr konnte und kann doch; füglich nicht bedangt werden. Aiesesmal sollen wir statt 7 Tagen gleich 9 Tage fasten und uns mit Ersatzkartofseln begnügen, die übrigens hier noch! gar nicht angewiesen sind. Es wirft sich daher die Frage auf, was erhalten die hie­ sigen Bewohner für die beiden Zusatztage zur fleischlosen Woche an Stelle des Fleisches, das auf die Fleischmarke 1 morgen abgegeben wer­ den sollte. Und damit kommen wir zum Kern­ punkt der Angelegenheit. In Landshut sollen nicht nur die Marken für die 2. Woche, son­ dern auch die für die 1. Woche enkivertet werden. Dadurch! wird uns ja eine der ohne­ dies so knapp bemessenen Wochenrationen ent­ zogen. Tie Magistratssitzung, die heute nachimittags stattfindet, wird der Fleischversor­ gungsstelle Gelegenheit geben, in dieser Frage Aufklärung zu schassen. 'Wir wollen daher mit unserenMrteil in dieser Frage noch, zuruck-, halten, wenn wir auch; heute schon sagen müs­ sen: 2 fleischlose Sonntage dürften noch in keinem! Orte dagewesen sein, dafür kann auch die Aussicht nicht trösten,. daß wir in der da­ rauffolgenden Woche zweimal, nämlich Mon­ tag und Samstag Fleisch erhalten sollen. -—* Ueber die Entrichtung der Umfansteuer est im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung enthalten. ; 1 —* Als Fleischersatz in den fleischlosen Wochen sollen, wie verlautet, in Bayern in Orten mit 200 Gramw Fleischration 3 Pfund und ln Orten mit 180 Gramm Fleischration 2 Pfund Kartoffeln gegeben werden. ; toeie in halb^P s enn ig'ftM , dessen baldiges Erscheinen vor kurzem in Aus­ sicht gestellt war, kann infolge technischer Schwierigkeiten in nächster Zeit nicht herge­ stellt werden. i —* Gestohlene Wäsche/die in einem Koffer verpackt war, wurde gestern mittags am hiesigen Bahnhof einem Unbekannten ab­ genommen. Ter Tieb ergriff die Flucht und ist entkommen. i —* Freche Diebe statteten vorgestern einem Garten am der Schönbrunnerstraße am hellen Mittag einen Besuch ab. Tie frechen Burschen flüchtetten, als sie von Passanten an­ gerufen wurden.. &gt; , —* Ter Ztv et sch genverkauf beginnt heute mittags 11 Ühr an der Laderampe des Kohlndorser Lagerhauses am Bahnhof. Ter Preis beträgt 3:2 Psg. für das Pfund. Zum Ausweis ist die! Lebensmittelkarte mitzubrin-. gen. j i l i I ! : ! I II! * —* Alle Gewerbetreibenden aus ganz Niederbaycern sind zu der am Sonntag nachmittags 1 Ulhr im Leiderersaale hier statt­ findenden Verstümmlung eingeladen. In der­ selben wird Reüchstagsabg. Irl über Rohstosfbeschasfung und» deren gerechte Verteilung sprühen. i —* Die Linuonaden werden infolge der am 1. September in Kraft getretenen Besteu­ erung um 5 Psg. teurer. j ; ! __ —* Die Vishstan dlisten, die demnächst im Königreich Bayern zum Zwecke der schär­ feren Erfassung der Viehbestände und zur mög­ lichsten Hintanhaltung der Schwarzschlachtun­ gen eingeführt werden .bestehen schon seit Wngerer Zeit im Königreich Sachsen und in eini­ gen Landratsämtern der Rheinprovinz. Tie über die mit dieser Maßnahme bisher gemach­ ten Erfahrungern vorliegenden Berichte lau­ ten nicht ungünsstig. Bei verständnisvollerMtwirkung besonders der ländlichen Gemeinde­ behörden im Vollzug darf man wohl erwar­ ten, daß auch; in Bayern die der Durchführung im Wege stehenden Schwierigkeiten überwunden werden, um jo mehr, als einsichtige Land­ wirte die Notwendigkeit dieser autz^rordentlifl chen Maßnahmen anerkennen. ! —* Was Einem nicht Alles passier renkann! — Ort der Handlung: Zweite Klas­ se eines vollgepfropften Tl-Zuges. Tas große Wort führt eine elegante Tarne: Kriegsmode 18; angenehme Fülle der Formen, die nichts weiß von der Not der Zeit und die Kupeegenossen, wenigstens die männlichen, zu behaglicher Be­ schaulichkeit stimmt. — "Bei uns in Dingsda,</p>
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          <p>Vermischtes. Eutsprmrgener Raubmörder. Aus dem Gefängnis in Oppeln ist der wegen Toppelraubrnvrdes zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilte Raubmörder Chlebosch mit zwei anderen Gefangenen entkommen. Ans seine Wiederergreisung ist eine hohe Beloh­ nung ausgesetzt. ! i Schissszusammenstost Wie aus Kopenha­ gen gemeldet wird, ist! in den Stockholmer Schären in der vorletzten Nacht der finnische Tanchser "Halland", der mit Reisenden und Ladung nachj Finnland unterwegs war, mit dem deutschen Erzdampfer "Greevhagen", der aus Teutschland kam-, zusammengestoßen. Ter I Dampfer "Halland" ist schwer beschädigt, konnI te aber aus Grund gesetzt werden. "Greevhagen 1 übernahm alle 50 Reisenden der "Halland".</p>
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          <p>Gerichtssaal. Schöffengericht Landshut. Eine - sehr günstige Wendung nahm die Strasverhandlung gegen den vorm. Mdt. Holz, gartenausseher Grünninger. Er konnte nach­ weisen, daß, er vom Magistrat selbst durch wie­ derholte Schreiben den Austrag erhielt, die Annahme von Ausschußholz seitens der Holz­ händler zu verweigern und daß ihm dann solches in großen Quantitäten von mehreren hundert Ster zum Weiterverkaufe seitens ei­ nes Holzhändlers überlassen wurde. Verschie­ denes Holz hatte Grönninger auch selbst von Bauern ausgekauft und an Private weitergeliesert. Bei einer Lieferung von 2 Klaster an einen Schwaiger konnte sich Grönninger da­ rauf berufen, daß ihm bei seiner Anstellung ein jährliches Bedarfsholz von 2 Klaftern schriftlich zugebilligt wurde. Es erfolgte des­ halb schließlich die Freisprechung von der Anklage des fortgesetzten Diebstahls städt. Hol­ zes unter Ueberbürdung der Kosten auf die iStaatskasse. Tie lörperltchen uns seelischen Leistungen ver Frau im Kriege. Von Tr. Elsbeth Schwanke. , t Wir treten hinein in den gewaltige« Ar­ beitsraum einer Granatensabrik, und wir sind säst betäubt von dem Drehen der Wider, vom Sausen der Treibriemen, vom-Ausfallen der Kolben. Erst allmählich erkennen wir die ein­ zelnen Maschinen und vor jeder Maschine die Arbeiterin, wie sie in WinnerKeidung, die Haare vom engschließenden Kopftuch geschützt, den Hebel der Drehbank handhabt. Oder wir sehen die Heizerin am offenen Feuer unermüd­ lich von morgens bis abends die Kohlen in die großen Oesen Hineinschtppen, txmitt 'bie Miesenkessel der Fabrik den ungeheuren Truck des Wasser dampses entwickeln. Wir staunen Wer die Frauen an der heißen Stahlschienei Pie unbeirrt vom ZMkenregen mutktz und ge­ schickt den glühenden Eisenblock mit der Zange packen und sie aus den rechten Weg weiterbejjördern. Ein anderes Bill»: Im hellen, weit sich dehnenden Raum der Munitionsfabrik sitzen an langen Tischen hunderte junger Mädchen von fünfzehn bis achtzehn Zähren. Sie prüfen mit schnellem Handgriff die kleinen Infanteriegeschosse, ob sie nicht ein Gramm zu leicht oder zu schwer, einige Millimeter zu lang öder zu dünn sind. Tausende von Geschossen taufen täglich durch ihre Hände, und nicht einen Au­ genblick dürfen die Gedanken der jungen Mädel von ihrer mechanischen Arbeit $u lieben Tlingen abschweifen. Tenn von ihrer sorgsamen Aufmerksamkeit hängt es ab, ob die Munition vorn im Schützengraben richtig funktioniert. Mit Geschicklichkeit und Geistesgegenwart lenkt die Straßenbahnsahrerin ihren Wagen, dabei — wie alle diese Frauen in der neuen Kriegsarbeit — vielleicht bedrückt von dem Ge­ fühl der großen Verantwortung, weil die allzu schnelle Erlernung ganz neuer Handgriffe und Kenntnisse ihr doch nicht die Sicherheit eines langjährigen Fahrers geben kann. Die Frau am Pfluge, die Frau als Len­ kerin eines hochbeladenen Erntewagens, die Frau als Gepäckträgerin und als Helferin in der Umzugszeit, die Frau in verantwortungs­ voller amtlicher Stellung oder als Vertreterin ihres Mannes im Geschäft — alle versuchen sie die fehlende Männerwaft und -geschicklichkeit zu ersetzen: weit über das hinaus, was man von weiblicher Zähigkeit erwarten konnte, ist die Frau zum Träger unsere- Wirtschaftslebens geivorden. ' Bei allem aber bleibt sie in erster Linie Frau, und alles, was sie mit Anspannung aller Kräfte zur Anspülung dev Lücken unseres Wirtschaftslebens tut, erscheint fast nebensäch­ lich neben dem, was der Krieg von ihr seelisch verlangt und gerade in ihrer Eigenschaft als Frau von ihr fordert. Tie Arbeiterin in der Geschoßdreherei oder tot Hüttenwerk hat tw den frühen Morgen- und späten Abendstunden noch Haushalt und Kinder zu versorgen, u«8 der Gedanke an die Kinder läßt sie nicht las während ihrer langen Arbeitszeit. Aehnlrch wie der Mann ins Feld ist die Frau zur Kriegsarbett gegangen; aber ganz anders als er löst sie sich niemals los aus ihrem alten Pflichtenkreis, sondern sie bleibt mit tausend Fäden darein gebunden. Ter Mann gleitet von ihr fort in ein neues Leben, und fix selbst trägt neben dem täglichen Sehnen und Vermissen, neben dem langen Warten auf Nachricht aus dem Feld nun allein eine Last der Verantwortung, die ihr ganz neu ist. Sie hat Entscheidungen zu tref­ fen. bei denen der Mann nicht helfen kann, weil das heimische Leben ihm fremd geworden ist. Entscheidungen, für die eS gar kein Vor­ bild gibt, weil der Krieg alles umgestürzt hat. Vier, jünf Jahre Entwicklung im Leben ihrer Kinder, die ganz in die Hände Der Mütter ge# ZE§t sind. das will etwas bedeute«. Und wieviel werden allein gelassen mit dieser Verantwor­ tung für ihr ganzes Leben. ! Dazu kommt die fortwährende aufreibende Mühe um das tägliche Brot, die ständige Frage: Wie mache ich die Kinder satt? Wie ziehe Äh, sie sauber an, daß sie sich nicht zu schämen brau­ chen? Es ist wie ein Wunder, was Mutter sor ge jjtit Fleiß und unerschöpflicher Findigkeit da zuwege gebracht hat. Wenn die Kinder im Alter des Heranwach sens sich sehnsüchtig nach! einer weiteren Brotschnitte umsehen, so ist es gewiß schwer, ihnen nein zusagen. Das über­ haupt gehört zu dem Schwierigsten, waS man von der Frau als Hausfrau hat verlangen müssen: sie, die nur gewöhnt war, für das Wohl ihrer Familie zu sorgen, sollte auf einmal begreifen, dgß der Staat mehr ist als die Fami­ lie, sie sollte Ach klarmachen, daß 'ber ein­ zelne auf vieles verzichten muß, damit das Ganze leben Hörnt*. In der Familie war eS ihr deutlich, daß der einzelne nicht leben kann, ohne auf den anderen Rücksicht zu nehmen. Aber was war für die Frau der Staat? In diesem Kriege ist er vielen zum erstenmal zu einer lebendigen Macht geworden. Leicht wurde den Frauen diese Erkenntnis nicht. Tenn vor allem fehlt ihnen das unmit­ telbare Erlebnis des Krieges. Wer von Frauen jemals im Krtegsgebiet gewesen ist, hat sofort gespürt, daß draußen eilte andere Lust weht als in der Heimat. Den Frauen zu H)ause fehlt das Erlebnis der großen Kameradschaft, bei der alle für einen eintreten; es fehlt i ihnen das ge­ waltige Erlebnis des siegreichen \ Angriffs oder der geschickten Verteidigung, dess Stolzes auf das Selbsterrungene. Draußen an der Front könmen wir nun einmal nicht dabei fein, und niennand ist über­ zeugter als wir Frauen, daß alle unsereKriegsleistungen in nichts versinken vvr dem über­ menschlichen Ringen, wie eS unsere Männer jetzt draußen an her Westfront bestehen. Me» das Eine kann sich doch jede Frau sagen: | Ich gehöre mit zu dem großen deutschen Heere, 1 das gegen die ganze Wät im Felde steht. I Es ist nicht gleichgültig, ob Id) dabei bin. Auf I jeden Arm Eomtnt es an. Jede Frau, ob sie I nun in Hans öder Beruf arbeitet, gtbt ihre Kraft mit dazu zn her größten Summe von Kräften, die unsere Verteidigung ermöglicht. ;Aus diesem Bewußtsein der engen Mit­ arbeit und Zugehörigkeit zu dem großen Ganzen schöpft die Frau die Kraft, alles bis zum letzten zu ertragen, bis zur Hingabe des lieb­ sten, was sie besitzt. Es bewährt sich hier die merkwürdige Frauengabe: Mt der Größe der Last wächst ihre Kraft. Körperlich und seelisch wird man immer neue Leistungen von ihr sorder» können. Sie wird nicht müde werden und Mut und Zuversicht behalten bis zu dem Frieden, der unser künftiges Schicksal sichert.</p>
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          <p>Letzte Posten. Hindenbnrg und Ludendorff über die Lage. Wien, 5. Sept. In einer Unterredung, die der Berliner Vertreter des neuen Wiener "Journal" mit Generalfeldmarsch all v. Hindenburg und Ludendorff hatte, sagte letzterer, daß wir unsere Kraft auf das äußerste an­ spannen müssen, nm den Vernichtungswillen ' der Gegner zu brechen. Was wir im gemein; lernten Kampfe bisher schon erreicht haben, werden wir auch und besonders hier an dev Westfront vollenden. Auch, die Amerikaner werden wir wohl überwinden. Generalfeldmarschall von Hindenburg äußerte sich Wer die Piaveoffensive, bat?i das Mißlingen haupt­ sächlich auf das Hochwasser der Piave zurück­ zuführen sei. Tie Erfolge der K. u. K, Trup­ pen in Albanien verfolge er mit lebhaftem Interesse. In Palästina sei es den Engländern noch nicht gelungen, den tapferen Widerstand der Türken zu erschüttern. Die EntscheidungsWmpse spielen sich an der Westfront ab. 'Zwar Heiden auch, wir schwer unter dem Krieg, aber wir werden doch, stark aus ihm hervorgehen. Nach, ruhmreichem Kampfe werden wir in die Heimat zu gesicherter Friedensarbeit zurückkehren und dann die Früchte unseres Kampfes ernten. Wir dürfen getrost in die Zukunft scheu. v. Hintze i« Wto«. ' | Wien, 5. Sept. Ter Kaiser hat dem Staatssekretär v. Hintze das Großkreuz des Leopoldordens verliehen. &gt; Berlin, 5. Sept. Tie "Nordd. Mg, Ztg." schreibt: Zu den Meldungen in der Presse, nach denen bei dem Besuche des Staats­ sekretärs v. Hintze in Wien endgkltige Entschei­ dungen in den zur Beratung stehenden Fragen getroffen worden seien, möchten wir feststel­ len, dgß, der Besuch, des Staatssekretärs nicht den Zweck verfolgt, definitive Beschlüsse her­ beizuführen. Tie Wiener Besprechungen die­ nen der Fortsetzung der in den bisherigen Zu­ sammenkünften bereits geförderten Verhand­ lungen und der weiteren Klärung der ge­ meinsamen Aufgaben. Tie Meldungen, die be­ reits von bestimmten Lösungen zu berichten wissen, eilen den Tatsachen voraus. I Türkische Staatsmänner in Berlin. ‘ V I Konstantinopel, 5. Sept. Talaat I Pascha und der Unterstaatssekretär des Aeuj Hern Re schad Hikmet sind zu Besprechungen ! nach Berlin abgereist. Auch der deutsche BotI schafter Graf Bernstorsf hat sich nach' Berlin begeben. Tie englische« Arbeiter an die dentscheu Arbeiter. London, 8. Sept. (Reuter.) Ter Ge­ werkschaftskongreß in Derby Hat mit überwäl­ tigender Mehrheit eine Resolution angenom-, Jrtten, welche die Arbeiterparteien her ZentralMächte auffordert, in Beantwortung der Kriegs­ ziele der alliierten Rationen ihre Kriegsziele zm nennen. j Englands Mitschuld an de» Moskauer 8 ( Attentaten. Petersburg, 5. Sept. Nach Presse­ meldungen erklärte Sinowjew, Uritzki fei auf englische Veranlassung ermordet worden. Tie Engländer seien ebenfalls die Urheber des Attentats auf Lenin. ; ' Alle Engländer verhaftet. Berlin, 5. Sept. Äem "Berl. LokakAnz." wird berichtet: Tie Sowjetregierung hat nach, englischen Meldungen die Verhaftung al­ ler englischen Staatsangehörigen zwischen 15 und 45 Jahren angeordnet. Eine neue französische Kriegsanleihe. Z ü r i ch, 5. Sept. Ter französische Fi­ nanzminister Klotz kündete in der Kammer die Absicht an, eine neue Kriegsanleihe aus­ zugeben. [ Ein spanischer Ministerrat. Bern, 5. Sept. Nach Meldungen aus Madrid wird der Mnisterrat erst nach, dem 10. September, an welchem Tage der König nach, Madrid zurückkehrt, wieder zu einer Voll­ sitzung zusammentreten. Vorher dürste auch keine amtliche Mitteilung erfolgen. *</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 6. September 1918. SBsffn 15 . Grad C. Saft 17 . Grad C.</p>
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          <p>Bekanntmachung. über dir Entrichtung der Umsatzsteuer. 1. Nach § 14 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes haben die Steuerpflichtigen ihr Unternehimen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes, oder wenn das Unter­ nehmen beimt Inkrafttreten des Gesetzes noch nicht besteht, innerhalb zweier Wochen nach» der Entstehung der Steuerbehörde (Rentamt) anzuzeigen. Diese Anzeige bedairf es für die allgemeine Umsatzsteuer in jenen Fälle» nicht, in denen der Betrieb in Bayern der Einkommensteuer oder der Gewerbsteuer unterliegt. Dagegen hat;, wer beim Inkrafttreten des Gesetzes den Umsatz der t« § 8 des Gesetzes bezeichneten Gegenstände (Luxusgegenstände) tm Kleinhandel betreibt, dem zuständijgen Rentamt seinen Betrieb unter Bezeichnung der Gegenstände des Unternehmens bis Ende-August 1918 anzuzeigen. Wird späterhin ein Unternehmen auf den Metnverkruf anderer solcher Gegenstände erstreckt oder wil­ der Kleinverkauf solcher Gegenstände neu eröffnet, so ist dies innerhalb zweier Wochen von der Erweiterung des Betriebs oder der Eröffnung des Kleinverkaufs dieser Gegenstände beim Rentamt anzumeloen. 2. Di e allgemeine Umsatzsteuer wird für jedes Kalenderjahr erhoben. Dile Steuererklärung über den Gesamtbetrag der im Kalenderjahr vereinnahmtem Entgelte ist alljährlich tm Monat Januar der folgenden Kalender­ jahres abzugeben. (§16 Abs. 1, § 17 des Gesetzes.) Erstmals ist die Steuer­ erklärung über die t» der Zeit vom 1. August bis 31, Dezember 1918 verein­ nahmten Entgelte im Januar 1919 beim Rentamt abzugeben 3. Di r Ums atzflener für Lnrnsgegenftände wird für jeden Monat erhoboen. Die Steuererklärung über bte in einem Monat vereinnahmten Entgelte ist tm Lause des nächstfolgenden Monats abzugeben. (§ 16 Abs. 2, § 17 des Gesetzes.) Erstmals ist die Steuererklärung über bte tm Monat August 1918 vereinnahmten Entgelte im Laufe öes Monats September 1918 beim dtentamt abzugeben. , 4. Die Steuerpflichtigen, die Gegenstände der tm § 8 des Gesetzes bezeich­ neten Art tm Kleinhandel umsetzen, werden hiermit aufgefordert, die Anzeichen ihres Betriebes nach § 14 des Gesetzes sofort zu erstatten und ihre Steuer­ erklärung für den Monat August 1918 während des Monats September 1918 einzureichen. s: 5. Die Unterlassung der Anzeige nach § 14 des Gesetzes und die Rlchteinreichung der Steuerklärung zieht eine Orönungsstrafe bis zu 150 Mt. nach sich. Außerdem bedroht das Gesetz den, der über den Betrag der Ent­ gelte wissentlich unrichtige Angaben macht und vorsätzlich die Steuer hinterzieht oder einen ihm nicht gebührenden Steuervorteil erschlelchk, mit einer Geld­ strafe bis zum zwanzigsachen Betrag der gefährdeten oder hinter­ zogenen Steuer. Kanu dieser Steuerbetrag «nicht festgestellt werden, so tritt Geldstrafe von 100 Mk. bis 100 000 Mk. ein. Der Versuch ist strafbar. Dem Steuerpflichtigen, der seine Stenererklärnng nicht oder nicht recht- s liefert in Posipaäeien zu zeitig abgibt, tarnt ein Zuschlag bis zu zehn vom Hundert der end- f billigsten Tagespreisen, gültig festgesetzten Steuer auferlegt werden. I Otto Pallmann Zur Einreichung der Steuererklärung sind Vordrucke zu verwende», die | Schellt»,gstr. 1» Münch«», sowohl beim unterfertigten Rentamts als auch bei den Gemeindebehörden kosten- | Leerung nur an j.ie-.ewtut los abgegeben werden. Die Steuererklärung kann auch mündlich beim Rentamt 1 — ‘ abgegeben werden. | 6. Die im Kalenderjahr 1918 bis zum Außerkrafttreten des Waren- | umsatzstempelgesttzes d. i. bis zum 1. August 1918 und bezüglich der Gegenstände, I für bte nach der Verordnung vom 2. Mai 1918 (RGBl. S. 379) eine Rücklage f zu bilden war, bis zum 5. Mai 1918 noch warenumsatzstempelpflichtigen Zahlungen j und Lieferungen sind gleichzeitig mit den erstmalige» Steuererklärungen zur | Umsatzsteuer, sohin bezüglich der nunmehr der Umsatzsteuer aus Luxusgegenstände | unterliegenden Gegenstände im September 1918, bezüglich der übrigen Gegen- $ stände im Januar 1919 nach den für die Anmeldung zum Warenumsatzstempel geltenden Vorschriften zur Besteuerung anzumelden. g 7. Gleichzeitig mit der Steuererklärung für die tm Monat August 1918 ! vereinnahmten Entgelte von Luxusgegenständen sind in einer gesonderten Steuer- f erklärung auch jene Entgelte anzumelden, sür die in der Zeit vom 5. Mat bis I I i|l||l.||K|l 31. Juli 1918 nach der Verordnung vom 2. Mai 1918 (RGBl. S. 379) 8 Rücklagen zu machen waren. I 8. Auch sür die unter Ziffer 6 und 7. bezeichneten Anmeldungen und Erklärungen werden Vordrucke kostenlos beim unterfertigten Rentamte oder den Gemeindebehörden verabreicht. Die Anmeldungen und Erklärungen können auch mündlich beim Rentamt abgegeben werden. L a n d s h u t, den 3. September 1918. 2386 K. Rentamt. Flrrrh.</p>
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          <p>Hindenburg und Ludendorff über die Lage.</p>
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          <p>Im Westen kleinere Kämpfe im Borgelände. — Alle Engländer in Rußland sollen verhaftet werden. — Auch die Exzarin ermordet? — Schwere Kämpfe in Marokko</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. WTB. Berlin, 5. September, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rnpprecht von Bayern und Heeresgruppe des Generaloberste« d. Bühn. Zwischen Upern und La Bassee drängte der Feind gegen unsere neuen Linien nach,. Jinl Borgelände belassene Abteilungen wichen Dort befehlsgemäß auf diese zurück. Bei Whtschaete wurden Teilangriffe des Feindes abgewiesen. : ; Zwischen Scarpe und Somme payrrr vti GeMer gegen unsere neuen Linien vor. Jnfanteriegeftchte Mit unseren Sicherungs­ abteilungen. . &gt; An der Somme Artillerietätigkeit. 1 Zwischen Somme und Oise haben wir die am 26. August aus der Gegend von Rohe begonnenen Bewegungen fortgeführt und uns in vorletzter Nacht ohne Kamps vom Feinde losgelöst. Tie am Feinde belassenen Nachhuten sind gestern Nachmittag langsam gefolgt. 1 Feind hatte am Abend etwa die Linie Bojen- j nes—Guescard—Apillh Mit schwächeren Teilen erreicht. ! In der Ailetteniederung wurden Vor­ stöße des Feindes abgewiesen. &gt; Ebenso scheiterten starke feindliche An­ griffe dicht südlich der Ailette bei Termiorh, Clamecy und Buch le long. ‘ ; Dizewachtmeister Schüler der 9. Batterie des Feld-Art.-Regts. Nr. 92 hat hier bei den Kämpfen 8 Panzerwagen vernichtet. Heeresgruppe des deutschem Kronprinzen. Oestlich von Soiffons legten wir die Ver­ teidigung von der Vesle zurück. Tie Bewe­ gungen teuften plangemäß! und vom Feinde ungestört durchgesührt. Wir schossen gestern 32 feindliche Flug­ zeuge ab. 1 .i'i Mer 1. GensralWartieLEWr§S»88l6l8K?i, # f &gt; • WTB. Berlin, 5. September. Amt­ licher Abendberrcht: Tie Gesechtstätigkeit blieb auf kleinere Kämpfe im Vorgelände unserer neuen Stel­ lungen beschränkt.</p>
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          <p>Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 5. September, mittags. Amtlich wird gemeldet: Italienischer Kriegs?,Danplatz. &gt; Im Cornogebiet und östlich des Monte Pertica führten Unternehnmngerir unserer Sturmtruppen zu vollem Erfolg. &gt; In den Sieben Gemeinden und an der Piave wurden feindliche Erkundungsversuche vereitelt.^ i l . ; , f Albanien: : 1 Tie Lage ist unverändert. ■ ; Ter Chef des Generalstab». Kämpfe in Marokko. Echo de Paris meldet: In Marokko haben schwere Kämpfe stattgefunden. Bei Taflet drangen von der Streitkräfte von Aufständischen vor. Es gab eine große Anzahl Tote und Verwun­ dete. Erst nachj furchtbarem Kamfpfe ist es ge­ lungen, sich! der Aufständischen ,zu erwehren. Loch sind Verstärkungen dringeend erforderlich</p>
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          <p>Von der Westfront. Haag, 5. Sept. Ter Timeskorrespondent an der Westfront berichtet: In den letzten 24 Stunden ist die Gegend von Bailleul und Meteren in Rauchwolken gehüllt. Ties rührt von den Bränden her, die die Teutschen her­ vorgerufen haben. Sie haben in Warneton und bis Armentieres, sowie an vielen anderen Or­ ten alles in Brand gesetzt und groß^ Rauch­ wolken steigen aus diesen Gegenden auf. Tie Teuschen haben alles in der Gegend, aus der sie sich zurückziehen, vernichtet, so daß dieses Gebiet zu derselben Wildnis geworden ist, wie das Gfbiet, das sie bei ihrem Rückzug an der Somme zurückgelassen haben. Tie Teut­ schen haben das Gebiet geräumt, bevor die EngLänder den Kemmelberg besetzten. Ter Frontalangriff auf die Wotanlinie. Ter Korrespondent der Associated Preß! im französischen Hauptquartier drahtet nach Reu­ ter folgendes: Tie englischen Truppen haben nun doch den Frontalangriff ans die Wotan­ linie gewagt, ein Angriff, der große Opfer ge­ kostet hat, der ihnen aber ermöglicht, in dem Außenteil des großen Verteidigungsshstems, das die Teutschen die Hindenburglinie nennen, Fußi zu fassen. Tie Kämpfe waren äußerst erbittert und erinnern an die furchtbaren Käm­ pfe der letzten Augusttage an der Avre ge­ legentlich der Einnahme von Rohe durch die Franzosen, worüber erst jetzt Einzelheiten be­ kannt geworden sind. Tie Teutschen hätten dort mehrere Arme des Avreslusses abgeleitet und das Angriffsgebiet der Franzosen unter Vom westlichen Kriegsschauplatz. Wasser gesetzt. Hier in dem Sumpsgebiet der Avre mußten die Franzosen bis zur Brust im Schlamm waten, gegen die deutschen Ma­ schinengewehre vorgehend. Es wurde häufig Mann gegen Mann gekämpft. Auch in der Wotanlinie wurde heftig gekämpft. Sehr tief gestaffelte Truppen mußten vorgeschickt werden, ehe es gelang, in der Außjenzone Fuß zu fassen. Auch, Tanks, die in großen Mengen vorhanden waren, wurden erbeutet, doch! ge­ lang es 1 schließlich schwer gepanzerten Tanks, durchzukommen und weit in die deutschen 'Li­ nien hinein zu feuern. Tie Schlacht ist noch nicht entschieden, da hinter der durchbroche­ nen Wotanlinie, wie sich! jetzt ergeben hat, eine vielfach! ebenso starke oder vielleicht noch stärkere Gürtelstellung der Teutschen liegt. Tie Zeit drängt, einen Entschluß, zu fassen, wie der Angriff hier durchgesührt werden muß, aber man muß erst das.Vorwärtsdrängen der weiter teilungen abwarten. - !</p>
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          <p>ß.sr Vorrat von Phroxilin zur Zerstörung von Lebensmittellagern und Transporten gefun­ den. I 1 Englisch-französische Beihilfe zum MorSanschtag auf Lenin. Stockholm, 5. Sept. Ter allrussische Ausschuß^ zur Bellämpsung der Gegenreoolu-. tion veröffentlicht durch ein Sondertelegramm Einzelheiten über die Untersuchung gegen die Personen, die den Mordanschlag aus Lenin ausführten. Tiefe bekannten sich als rechtssozialreoolutionär und überzeugte Anhänger ei­ ner Konstituante. Sie erklärten, ^daß die ge­ genrevolutionäre Regierung in Samara ifjren Beschluß gebilligt und daß dieser auch die Zu­ stimmung der Franzosen und Engländer ge­ sunden habe. i</p>
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